Grüß Gott aus dem Raum Rosenheim

Ende des Torfabbaus in der Nicklheimer Filzen
Büchsenmacher im Visier
Peter Fortner
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"Wunderheiler" Bruno Gröning
Beach-Club am Hochstrasser See?
Charolais-Kühe - Ein seltenes Bild im Raum Rosenheim
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Postler wirft Briefe ins Altpapier
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freie Journalistin im Raum Rosenheim


Auffangstelle für Flüchtlingskinder
Ja zur Nutzungsänderung für Wohnhaus am Dorfplatz in Rohrdorf
zum Bericht

140 Euro für den Quadratmeter Bauland
Rohrdorfer Gemeinderat setzt Preis fürs Einheimischen-Programm fest

Rohrdorf (pil) – Mit der Preisgestaltung für das Programm „Bauland für Einheimische“ haben sich die Rohrdorfer Gemeinderäte bei der jüngsten Sitzung befasst. Für den Verkauf der Grundstücke wurde auf Vorschlag der Verwaltung ein Quadratmeterpreis von 140 Euro festgesetzt; darin ist bereits ein Erschließungskostenanteil von 45 Euro enthalten.
Damit kostet der Quadratmeter zehn Euro mehr als im Jahr 2007, als zuletzt ein Baugrund für Einheimische verkauft worden ist. Der marktübliche Preis (ohne Erschließung) liegt den Ausführungen von Bürgermeister Christian Praxl zufolge derzeit bei 250 bis 270 Euro.
Er hofft nun, dass die ersten Verkäufe bis Ende des Jahres verbrieft sind.
Juli 2014


Beauftragte für Jugend, Behinderte und Senioren
Gemeinderat Rohrdorf benennt Ansprechpartner

Rohrdorf (pil) – Der Rohrdorfer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung die neuen Beauftragten für die Ressorts Jugend, Behinderte und Senioren bestellt. Für die Jugendarbeit bekleidet dieses Amt die Sozialpädagogin Isabel Baier – sie ist die einzige Beauftragte, die nicht dem Gemeinderat angehört - gemeinsam mit Markus Unterseher; er hatte sich bereits während der vergangenen sechs Jahre als Jugendreferent engagiert.
Jakob Steiner löst Marianne Keuschnig als Ansprechpartner für die Belange der Behinderten ab. Und Rudolf Mayerhofer übernimmt das Amt des Seniorenbeauftragten von Petra Scholz-Gigler.
Juli 2014


Lagerhalle darf vergrößert werden
Grünes Licht für Bauantrag der Hamberger Industriewerke
zum Bericht


"Schmierzettel" sorgt für Verärgerung
Markus Unterseher geht mit Flugblatt des Bürgerblock ins Gericht

Rohrdorf (pil) – Für Verärgerung im Gemeinderat hat das jüngste Flugblatt des Bürgerblock Rohrdorf (BR) gesorgt. Markus Unterseher vom Freien Wählerblock Höhenmoos/ Achenmühle ging unter dem Tagesordnungspunkt „Bekanntgaben und Anfragen“ ins Gericht mit dem „Schmierzettel“, der eine Reihe falscher Darstellungen beinhalte.
So ist in einem Beitrag des BR-Vorsitzenden Martin Fischbacher zum neuen Baugebiet an der Heubergstraße in Höhenmoos unter anderem die Rede von der „Ausweisung von vorerst drei Baugründen“. Vielmehr, stellte Unterseher richtig, hatte der Gemeinderat Ende März mehrheitlich beschlossen einen Bebauungsplan für sieben Grundstücke nördlich der Heubergstraße aufzustellen; auf Grundlage des Flächennutzungsplans sollen so Einheimische die Möglichkeit bekommen dort zu bauen. Zudem läge das betreffende Areal nicht, wie im "BR-Aktuell" dargestellt, im Bereich des Maisfeldes gegenüber der Kirche sondern östlich davon. Und ebenso wenig seien ihm beispielsweise Heimatpfleger bekannt, die gegen diesen Schritt „heftige Bedenken“ angemeldet haben sollen, den Fischbacher als "ortsplanerische Katastrophe" bezeichnet.
Zwar wird Markus Unterseher in dem Artikel nicht namentlich erwähnt; doch ist unmissverständlich die Rede von den „Nutznießern dieser Entscheidung“ und einem Mitglied dieser Familie, das - „welch Überraschung“ - im Gemeinderat sitzt.
Zur Verwunderung des Höhenmoosers hatte der Bürgerblock dagegen in Thansau keinerlei Einwände gegen die Aufstellung eines Bebauungsplans auf dem Grundstück der Familie Stocker gehabt, wo nur ein Teil der Baugründe explizit für Einheimische vorgesehen sei. Und Fischbacher selbst habe in Geiging die Möglichkeit gehabt, in exponierter Lage zu bauen.
Der CSU-Mehrheit im Gemeinderat wirft Fischbacher darüber hinaus vor, mit einem „Handstreich“ der Schönheit und dem Charakter von Höhenmoos ein Ende zu setzen. Bürgermeister Christian Praxl (CSU), dessen Demokratieverständnis außerdem an anderer Stelle in Frage gestellt wird, bedachte den Handzettel im DINA4-Format unterdessen lediglich mit einem Satz: „Ich werde Veröffentlichungen auf diesem Niveau nicht kommentieren.“ - Und erinnerte Martin Fischbacher daran, dass Demokratie auf Mehrheitsentscheidungen gründe.
Juli 2014


Neues Auto für die Feuerwehr
Neunsitzer mit Allrad soll 31 Jahre altes Mehrzweckfahrzeug ablösen

Rohrdorf (pil) – Mehr als drei Jahrzehnte hat das Mehrzweckfahrzeug der Freiwilligen Feuerwehr Rohrdorf inzwischen auf dem Buckel. Jetzt soll der „11/1-er“, der als Mannschaftswagen und für den Transport von Material im Einsatz war, durch einen Neunsitzer mit Allradantrieb abgelöst werden.
Unter anderem hätten die Feuerwehrler dort beispielsweise beim letzten Hochwasser einen Anlaufpunkt gehabt, konnten im Trocken Brotzeit machen und sich umziehen, wie Kommandant Josef Piezinger ergänzend bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführte. Als eine der ersten Feuerwehren im Landkreis hatten die Rohrdorfer seinerzeit ein solches, im Vergleich zum übrigen Fuhrpark kleines und bewegliches Mehrzweckfahrzeug angeschafft, das zudem für Technische Hilfeleistungen ausgerüstet ist.
Geschlossen gab der Rat grünes Licht für ein neues Mehrzweckfahrzeug. Nun soll die Verwaltung gemeinsam mit dem Kommandanten und dem Kreisbrandrat die erforderliche Ausstattung des Wagens zusammenstellen sowie die finanziellen Fördermöglichkeiten ausloten.
Juli 2014


Kein Zuschuss fürs Emobil
Gemeinderat spricht sich gegen finanzielle Beteiligung an Projekten politischer Gruppierungen aus

Rohrdorf (pil) – Die Finanzierung des Elektroautos, das der Bürgerblock Rohrdorf (BR) im vergangenen Sommer mithilfe von Spendengeldern angeschafft hat und seither kostenlos an Gemeindebürger verleiht, bleibt Sache dieser Gruppierung. Nach einer zum Teil emotional geführten Diskussion lehnte der Gemeinderat gegen die Stimmen der vier anwesenden BR-Vertreter einen Zuschuss für das E-Mobil ab; zugleich sprach sich das Gremium grundsätzlich gegen die Förderung von Projekten politischer Parteien und Gruppierungen aus.
Es sei nicht Aufgabe der Gemeinde, politische Arbeit in dieser Form zu unterstützen, führte Karl-Heinz Silichner (CSU) ins Feld. Und auch sein Fraktionskollege Martin Frey sowie Markus Unterseher (Freier Wählerblock Höhenmoos/Achenmühle) lehnten es ausdrücklich ab, eine Aktion, die zu Wahlkampfzwecken oder der Parteienwerbung diene, mit Steuergeldern zu fördern. Heute Probefahrten mit dem Elektroauto, morgen möglicherweise der Verleih von LED-Leuchten oder Solaranlagen zu Testzwecken?
Grundsätzliche Bedenken an einer finanziellen Beteiligung seitens der Gemeinde an solchen oder ähnlichen Projekten ohne klare Regelungen äußerte Joachim Wiesböck (CSU); wobei es sich in diesem Fall außerdem um eine Kampagne einer politischen Gruppierung handle.
Rund 500 Euro Kosten fielen monatlich für den geleasten Smart an, der bislang rund 120 Mal ausgeliehen worden und beinahe täglich auf Achse sei, hatte der BR-Vorsitzende Martin Fischbacher eingangs erläutert. Meist seien es Bürger, die das Fahrgefühl in einem Elektroauto testen wollten; andere wiederum hätten den Kleinwagen – in den Augen von Uwe Hammerschmid (Freie Wähler) ein „Spaßauto“ - mangels anderweitigem fahrbaren Untersatz für Besorgungen genutzt.
Mutmaßungen, der Bürgerblock müsse nach den großzügigen öffentlichkeitswirksamen Spenden an die vier Ortsfeuerwehren nun neue Geldquellen auftun, wies Anette Wagner unterdessen entschieden zurück. „Es geht darum, ob die Gemeinde da einsteigen will.“, warb sie für den Antrag des BR. - Und es gehe um einen Denkanstoß in Richtung alternative Verkehrsmittel, der sich nicht in Zahlen festschreiben lasse, entgegnete Karl Blum auf die Frage von Bürgermeister Christian Praxl (CSU) nach dem Mehrwert für die Gemeinde.
Juli 2014


Startklar für sechs Jahre kommunalpolitische Arbeit: Der Rohrdorfer Gemeinderat.

Nur noch ein Stellvertreter in Rohrdorf
Joachim Wiesböck (CSU) wieder Zweiter Bürgermeister- Vier Neuzugänge vereidigt

Rohrdorf (pil) – Dem Rohrdorfer Bürgermeister Christian Praxl (CSU) steht künftig nur noch ein - anstatt wie bisher zwei - Stellvertreter zur Seite. Das Amt des Vize bekleidet, wie bereits in der vergangenen Wahlperiode, Joachim Wiesböck (CSU).
Aufgrund der Erfahrungen aus den vergangenen sechs Jahren solle nurmehr ein Stellvertreter gewählt werden, nahm Rathaus-Chef Praxl bei der konstituierenden Sitzung des Gemeinderats Stellung zum Beschlussvorschlag der Verwaltung.
Ganz anderer Meinung war hingegen Anette Wagner vom Bürgerblock; ihre Fraktion hatte mit Martin Fischbacher zuletzt den Dritten Bürgermeister gestellt. Die Anzahl von zwei Stellvertretern habe sich bewährt und sei in der Vergangenheit auch nötig gewesen, führte Wagner ins Feld; zudem habe Praxl selbst von einer guten Zusammenarbeit gesprochen. Ihrem Antrag, weiterhin zwei stellvertretende Bürgermeister zu benennen, schlossen sich jedoch lediglich ihre vier Kollegen vom Bürgerblock an. Mit den Stimmen von CSU, Freier Wählerblock Höhenmoos/ Achenmühle, SPD und Freie Wählergemeinschaft sprach sich das frischgewählte Gremium schließlich für die Beschränkung auf einen weiteren Bürgermeister aus.
In geheimer Wahl votierten anschließend 16 der insgesamt 21 Wahlberechtigten auf Vorschlag von Karl-Heinz Silichner (CSU) für Joachim Wiesböck; drei Stimmen entfielen auf Martin Fischbacher; ein Wahlzettel wurde mit „Nein“ gekennzeichnet, ein weiterer wurde leer in die Urne geworfen.
Vier Neuzugänge begrüßte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl (Mitte) im Gemeinderat: Sebastian Hauser, Maria Haimmerer, Uwe Hammerschmid und Jakob Steiner (von links). Fotos: Pilger
Bereits zum Auftakt der Sitzung waren die vier neuen Gemeinderäte auf ihr neues Amt vereidigt worden. Dies sind Maria Haimmerer und Sebastian Hauser (beide CSU) sowie Uwe Hammerschmid und Jakob Steiner von der Freien Wählergemeinschaft.
Ohne wesentlichen Änderungen im Vergleich zu bisher wurden die Geschäftsordnung sowie die Satzung zur Regelung von Fragen des örtlichen Gemeindeverfassungsrechts erlassen. Der Bau- und Umweltausschuss sowie der Hauptverwaltungs- und Finanzausschuss werden demnach wieder mit zehn Vertretern aus Reihen des Gemeinderats beschickt. Der Rechnungsprüfungsausschuss zählt künftig sieben statt fünf Mitglieder; neben einer eventuellen Zeitersparnis erhielten dadurch außerdem mehr Fraktionen die Möglichkeit, in diesem Gremium mitzuarbeiten, erläuterte Praxl.
Die personelle Besetzung der Ausschüsse ist für die nächste Arbeitssitzung des Gemeinderats am Donnerstag, 5. Juni, vorgesehen.
Mai 2014



Ein neues Zuhause zum 40. Geburtstag
Jahreshauptversammlung beim Sozialwerk Rohrdorf - "Alltagsbegleiter"gesucht

Rohrdorf (pil) – Pünktlich zum 40. Geburtstag bekommt das Sozialwerk Rohrdorf ein neues Domizil. In dem Neubau an der Unteren Dorfstraße verfügt der ambulante Pflegedienst mit zwei Büros, einem Besprechungs- und einem Sozialraum auf rund 85 Quadratmetern dann nicht nur über wesentlich mehr Platz; auch ist die Geschäftsstelle, die bislang im zweiten Obergeschoss des Rathauses untergebracht war, künftig ebenerdig und barrierefrei zu erreichen, wie die Vorsitzende Gudrun Lohmann bei der Jahreshauptversammlung im Hotel zur Post ankündigte.
Umzug auf die andere Straßenseite: Das Sozialwerk Rohrdorf wird im Laufe des Jahres vom Rathaus in den Neubau an der Unteren Dorfstraße übersiedeln. Foto: pil
Und nicht zuletzt, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl, werde der neue Standort in zentraler Lage der wichtigen Rolle der 1974 gegründeten Einrichtung gerecht, die dank ihrer hervorragenden Arbeit einen „unschätzbaren Mehrwert für die Gemeinde“ bedeute.
Insgesamt 112 kranke, alte und hilfebedürftige Gemeindebürger – mehr als die Hälfte davon älter als 80 Jahre – hatte das Team von Pflegedienstleiterin Gabriele Prankl im vergangenen Jahr versorgt, hatte allein 10.521 reine Pflegestunden geleistet und dafür rund 70.000 Kilometer Wegstrecke zurückgelegt. Die hohe Qualität dieser Arbeit spiegele auch das Ergebnis der jüngsten Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) wider, bei der das Sozialwerk mit einer glatten Eins abgeschnitten hat. Besonders freut sich Prankl dabei über die Note 1,0 bei der Patientenbefragung.
Positives hatte auch Kassier Peter Holzner zu berichten. Nach dem deutlichen Rückgang im vorvergangenen Jahr konnte er für 2013 wieder ein „erfreulich hohes Spendenaufkommen“ und damit unterm Strich schwarze Zahlen verbuchen. Ausdrücklich dankte er allen Förderern und Gönnern des Sozialwerks – Privatleuten ebenso wie Vereinen und Unternehmen - für ihre Unterstützung, bilden die Spenden doch die wichtigste Einnahmequelle fürs Sozialwerk, ohne welche diese professionelle Pflege mit Herz gar nicht möglich wäre.
Zudem ließ es sich der frühere Vorsitzende Manfred Just nicht nehmen, den Mitarbeiterinnen wieder mit einem Blumengruß für den freundschaftlichen Umgang mit den Patienten zu danken.
Unbestritten stellt der demographische Wandel auch in der Gemeinde Rohrdorf die Gesellschaft vor neue Herausforderungen. In Deutschland leben gegenwärtig rund 1,3 Millionen Demenzkranke; Tendenz steigend. Etwa zwei Drittel der Betroffenen werden im häuslichen Umfeld versorgt, was für die pflegenden Angehörigen eine enorme psychische wie physische Belastung bedeutet. Mit sogenannten „Alltagsbegleitern“ will das Sozialwerk den Angehörigen deshalb stundenweise etwas Luft verschaffen. In ihrer Präsentation gab die Sozialwerk-Mitarbeiterin Irmgard Fleidl nicht nur einen kurzen Einblick in die Krankheit, die vor allem eine Veränderung der Persönlichkeit mit sich bringt. Zugleich machte die gerontopsychiatrische Fachkraft Mut, sich in diesem Ehrenamt zu engagieren, mit dem keinerlei pflegerische oder hauswirtschaftliche Aufgaben verbunden sind und das letztlich auch eine Bereicherung für die Gemeinde darstelle.
Weitere Informationen zum Thema Alltagsbegleitung sind erhältlich beim Sozialwerk Rohrdorf unter www.sozialwerk-rohrdorf.de oder unter Telefon 08032/956428.
Mai 2014


Geschlossenes "Ja" zum Zuschuss

Rohrdorf (pil) – Die finanzielle Unterstützung fürs Sozialwerk war für die Rohrdorfer Gemeinderäte keine Frage: Ohne Diskussion befürworteten sie eine jährliche Zahlung in Höhe von 12.000 Euro. Diese Regelung gilt für die Dauer des Mietverhältnisses in dem Neubau an der Unteren Dorfstraße.
Bislang wurde die Miete für die Räume im zweiten Obergeschoss des Rathauses als Zuschuss verrechnet.
Die nun freiwerdenden Räume im Gemeindeamt können allerdings nicht mehr vermietet werden, sondern eignen sich lediglich noch für die Registratur oder ähnliche Zwecke, erklärte Bürgermeister Christian Praxl.
April 2014




Spannende Zeitreise in die "Heimat 1914"
Museumsnetzwerk Rosenheim startet Gemeinschaftsausstellung in 14 Einrichtungen
zum Bericht


Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl mit den vier scheidenden Gemeinderäten Marianne Keuschnig, Maria Scholz, Franz Dinzenhofer und Bernhard Maurer (von links). Foto: pil

Verabschiedung im Viererpack
Ab 1. Mai neue Gesichter im Rohrdorfer Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Wenngleich die Kommunalwahl keine gravierenden Veränderungen bei der Sitzverteilung im Rohrdorfer Gemeinderat mit sich gebracht hat, war für vier Mandatsträger die jüngste Sitzung zugleich die letzte: Franz Dinzenhofer (CSU), Bernhard Maurer (CSU) und Marianne Keuschnig (Freie Wählergemeinschaft) waren nach zwei Amtsperioden nicht mehr angetreten; Maria Scholz vom Bürgerblock hatte den Wiedereinzug ins Gemeindeparlament knapp verpasst. Für ihr jeweils zwölfjähriges Engagement sprach ihnen Bürgermeister Christian Praxl (CSU) zum Abschied ein herzliches „Vergelt's Gott“ aus.
So hatte sich Franz Dinzenhofer nicht nur für die Belange der Landwirtschaft und den Bau des Dorfhauses in Lauterbach eingesetzt; als sein besonderes „Steckenpferd“ galt der Gewässerunterhalt. Seit 2008 hatte er zudem den Posten des Fraktionsvorsitzenden inne. Auch seinem Fraktionskollegen Bernhard Maurer lag – ebenfalls berufsbedingt - die Forst- und Landwirtschaft, und dabei vor allem der Ausbau und Unterhalt der Feld- und Waldwege, am Herzen. Ferner hatte er maßgeblich an der Beschaffung des neuen Fahrzeugs für die Lauterbacher Feuerwehr mitgewirkt.
Derweil verlässt mit Marianne Keuschnig das „soziale Gewissen“ den Rat; als Behindertenbeauftragte der Gemeinde hatte sie bei öffentlichen Bauvorhaben stets eine behindertengerechte Konzeption angemahnt.
Als vierte im Bunde erhielt Maria Scholz den weißen Porzellanlöwen samt Urkunde; sie hatte im Mai 2011 mit ihrem Antrag die Initialzündung für den Energienutzungsplan gegeben, der derzeit in Arbeit ist. Und auch die Aussaat von Blühmischungen auf öffentlichen Flächen geht auf ihre Anregung zurück.
April 2014



"Ausgesprochen solide Finanzlage"
Rohrdorf verabschiedet 18,9 Millionen-Euro-Haushalt

Rohrdorf (pil)– Mit dem Hochwasserschutz für den Ortsteil Thansau (590.000 Euro), dem Wasserleitungsbau (417.000 Euro), der Erschließung des Baugebiets „Am Wöhr“ in Thansau (250.000 Euro) sowie der Erneuerung der Straßenbeleuchtung (250.000 Euro) als den wichtigsten Ausgabeposten im Vermögenshaushalt stehen in der Gemeinde Rohrdorf auch in diesem Jahr mehrere größere Investitionen an. Weitere 520.000 Euro sind im Haushalt, der vom Gemeinderat einstimmig verabschiedet wurde, für die Erweiterung/ Aufstockung des alten Rohrdorfer Schulhauses samt energetischer Sanierung eingestellt.
Bei 14,5 Millionen im Verwaltungs- und 4,4 Millionen Euro im Vermögenshaushalt entspricht das Haushaltsvolumen in etwa dem des Vorjahres; wobei die Kreisumlage als die größte Ausgabe im Verwaltungshaushalt mit 3,8 Millionen Euro (2013: 5,2 Millionen Euro) zu Buche schlägt.
Dank der Gewerbesteuer – Kämmerer Peter Wagner hat hier Einnahmen von sieben Millionen Euro angesetzt – sowie der über die Jahre hinweg nahezu konstanten Posten wie dem Anteil an der Einkommensteuer (2,7 Millionen Euro), der Grundsteuer B (600.000 Euro) und der Umsatzsteuerbeteiligung (500.000 Euro) verfüge Rohrdorf über „hervorragende allgemeine Deckungsmittel“, wie der Kämmerer bei der Vorberatung im Finanzausschuss betont hatte; die Pro-Kopf-Steuerkraft bezifferte er mit 1403 Euro. Entsprechend konnte die Gemeinde umfangreiche Investitionen schultern und zugleich ihre Schulden vollständig tilgen. Auch die Finanzplanung bis 2017 sieht keine Kreditaufnahme vor.
Angesichts dieser im Vergleich zu vielen anderen Kommunen „ausgesprochen guten und soliden Finanzlage“ könne Rohrdorf an den ohnehin sehr niedrigen Hebesätzen für Grund (240 Punkte) - und Gewerbesteuer (300) festhalten. Unverändert bleiben auch die Wasser- und Kanalgebühren, wenngleich die Rechtsaufsicht der Gemeinde hier eine kostendeckende Tarifgestaltung nahegelegt habe. „Dadurch schonen wir den Geldbeutel aller Bürger, der Hausbesitzer wie auch der Mieter."
April 2014


Kein Zuschuss für den Waldkindergarten
Rohrdorf lehnt finanzielle Unterstützung der privaten Initiative ab

Rohrdorf (pil) – Der „Waldkindergarten Riedering - Rohrdorf“, der seinen Standort an der Straße nach Patting haben soll, bekommt von Rohrdorf kein Startkapital. Eine finanzielle Unterstützung der privaten Initiative aus der Gemeindekasse lehnten die Räte bei der jüngsten Sitzung geschlossen ab. „Unser Bedarf an Kindergartenplätzen ist gedeckt.“, lautete die einhellige Meinung.
Schließlich habe Rohrdorf in den vergangenen Jahren rund fünf Millionen Euro in die Kitas in Thansau und Achenmühle – von Krippe über Kindergarten bis hin zum Hort - investiert und zahle zudem Defizitausgleich. Martin Frey (CSU) etwa warnte ausdrücklich davor, sich selbst Konkurrenz zu den beiden Kindergärten zu schaffen, die die Gemeinde gebaut habe. Wie aus einem Sitzungsprotokoll der Nachbargemeinde Riedering hervorgeht, auf deren Gebiet sich der Waldkindergarten ansiedeln will, liegt von dort noch keine konkrete Zusage für einen Zuschuss vor. Der dortige Gemeinderat stehe dem Ansinnen positiv gegenüber und wolle dem privaten Projekt bei der Verwirklichung unterstützend zur Seite stehen, heißt es in dem Passus, den Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl (CSU) verlas.
Insgesamt, hätten ihm die Kindergarten-Initiatorinnen mitgeteilt, stammten fünf der momentan 26 Interessenten aus Rohrdorf. Eine Unterstützung hält der Gemeinderat dabei allenfalls individuell für die betreffenden Familien und in überschaubarem Rahmen für denkbar.
März 2014


"Eine Satzung wäre zu schwammig"
Erweiterung von Höhenmoos wird per Bebauungsplan geregelt
zum Bericht


LED fürs Turner Hölzl
Austausch der Hallenbeleuchtung nach 25 Jahren fällig

Rohrdorf (pil) – Bei der Auftaktveranstaltung zum Energienutzungsplan hatte es sich wieder deutlich gezeigt: Die 25 Jahre alte Beleuchtung im Turner Hölzl muss erneuert werden; kaum eines der 27 Lampenfelder in der Mehrzweckhalle funktioniert noch einwandfrei. Der Umstieg auf LED-Technik, für den sich der Gemeinderat einstimmig aussprach, wird möglicherweise einen sechsstelligen Betrag kosten. Bis zu 30 Prozent davon können jedoch in Form staatlicher Fördergelder zurück in die Gemeindekasse fließen.
Um den Zuschuss zu sichern, wurde die Umrüstung bei der jüngsten Sitzung auf den Weg gebracht; eingebaut würden die Leuchten unterdessen erst im kommenden Jahr, wie Bürgermeister Christian Praxl erläuterte. Allein mit den neuen Lampen ließe sich der Stromverbrauch in der Halle ganz erheblich senken; weiteres Einsparpotenzial ergebe sich aus einer vom Tageslicht abhängigen Regelung.
März 2014




Grundstein für Energienutzungsplan ist gelegt
Auftaktveranstaltung in Rohrdorf - Zahlreiche Anregungen aus dem Publikum

Rohrdorf (pil) – Mit der Erkundung des Energieverbrauchs in der Gemeinde ist in Rohrdorf der Grundstein für die Aufstellung eines Energienutzungsplans (ENP) gelegt. Die bisherigen Ergebnisse dieser Bestandsaufnahme stellten jetzt zwei Vertreter des Priener Fachbüros energie.concept.bayern (ecb) im Turner Hölzl vor. Bei der Auftaktveranstaltung war aber auch die Meinung der Bürger gefragt; und die nutzten die Gelegenheit, ihre Ideen und Anregungen einzubringen, wie eine künftige, möglichst umweltverträgliche Energieversorgung aussehen könnte.
Von Photovoltaik-Anlagen auf den Lärmschutzwänden entlang der (ausgebauten) Autobahn und dem verstärkten Einsatz von Kraftwärmekopplung durch Blockheizkraftwerke über die Nutzung von Tiefengeothermie bis hin zur Umrüstung auf LED-Lampen, der gemeinschaftlichen Wärmeversorgung in Neubaugebieten und der Nutzung industrieller Abwärme reichten die Vorschläge aus dem Publikum. Die Ideensammlung bildete dabei einen ersten Anknüpfungspunkt für die Bürgerbeteiligung, die sich wie ein roter Faden durch sämtliche Phasen des ENP-Procederes (weitere Bestandsaufnahme, Ausloten der Potenziale, Konzeptentwicklung mit klar definierten Zielen, Umsetzen der einzelnen Maßnahmen) ziehen soll.
Zunächst hatten die beiden Ingenieure in ihrer Präsentation einen Überblick über den energetischen Status quo in der Gemeinde gegeben. Die Auswertung des umfangreichen Datenmaterials, etwa aus der Landesstatistik, der Netzbetreiber, der Verwaltung und der Kaminkehrer, fiel dabei in zweierlei Hinsicht recht markant aus: Mit einem Energieverbrauch von rund 1,2 Millionen Megawattstunden im Jahr liege Rohrdorf deutlich über dem von Kommunen vergleichbarer Größe, erläuterten die Fachleute ihre Ergebnisse. Wobei mit 90 Prozent der Löwenanteil auf den Sektor Gewerbe und Industrie entfalle, der in der Gemeinde überproportional stark vertreten sei.
Doch rangiere Rohrdorf nicht nur beim – rechnerischen – Pro-Kopf-Verbrauch sehr weit oben. Auch der Anteil erneuerbarer Quellen an der Stromerzeugung übersteige den Bundesdurchschnitt von 22,9 Prozent ganz erheblich. Ein Wert, den Dipl.-Ing. Sebastian Osenstetter jedoch gleich relativierte: Dieser sei zum allergrößten Teil dem Innkraftwerk im Ortsteil Thansau geschuldet.
Allerdings schlummerten in Bereichen wie Photovoltaik, Biomasse, Wind- und Kleinwasserkraft sowohl bei der Strom- als auch bei der Wärmegewinnung noch reichlich ungenutzte Potenziale. Und auch durch den Austausch von „Stromfressern“ gegen Geräte mit einer hohen Energieeffizienzklasse in Privathaushalten sowie durch einen bewussten, umsichtigen Umgang mit dem Produkt „Energie“ lasse sich der CO2-Ausstoß in die Atmosphäre reduzieren – und zugleich Kosten für Wärme und Strom sparen. Jeder könne auf diese Weise in seinen eigenen vier Wänden, ohne Abstriche beim Komfort und ohne umfangreiche Investitionen, einen Beitrag zur Energiewende leisten. Aufklärungsaktionen sollen die Bürger hierfür verstärkt sensibilisieren.
Für alle Fragen und Anregungen rund ums Thema Energienutzungsplan, der letztlich einen Leitfaden für die lokale Energiewende liefern soll, steht den Rohrdorfern das Fachbüro ecb in Prien, Telefon 08051/9620095, zur Verfügung.
März 2014


Ausgleichsflächen in der Lauterbacher Filze sind passé
Rastanlage Samerberg-Nord: Autobahndirektion legt geänderte Tektur vor

Rohrdorf (pil) – Die Ausgleichsflächen am Rande der Lauterbacher Filze, welche die Autobahndirektion Südbayern ursprünglich beim Ausbau der Rastanlage Samerberg-Nord angepeilt hatte, sind vom Tisch. So sieht es jedenfalls die geänderte Tekturplanung der Autobahndirektion vor, die den Rohrdorfer Gemeinderäten jetzt zur Stellungnahme vorlag. Stattdessen, erklärte Bürgermeister Christian Praxl, seien nun entsprechende Flächen in der Willinger Filze vorgesehen, die sich bereits im Eigentum der Bundesrepublik Deutschland befänden.
Bereits bei einem Vorab-Infoabend im Sommer 2012 war das damalige Ausgleichsflächenkonzept bei den betroffenen Grundstückseigentümern auf Ablehnung gestoßen. Für einige, so lautete eines der Argumente, sei dies der einzige Waldbesitz und zugleich Brennstofflieferant für die heimische Holzheizung.
Die Änderung der Tekturplanung, also die neuen Ausgleichsflächen in der Willinger Filze, nahm der Gemeinderat ohne Einwände zu Kenntnis. Zugleich aber verwies das Gremium in seinem einstimmigen Beschluss ausdrücklich darauf, dass die Stellungnahme der Gemeinde vom Februar 2013 zu dem Bauprojekt in vollem Umfang aufrechterhalten bleibt. Darin beurteilt Rohrdorf die geplante Erweiterung der Rastanlage als grundsätzlich zu groß dimensioniert und fordert, das Vorhaben um 50 Prozent zu reduzieren. Auch will der Gemeinderat bei der Berechnung der Regenrückhalteeinrichtungen in jedem Fall den Maßstab eines HQ 100, eines hundertjährlichen Hochwassers, angelegt wissen.
Der Vorschlag von Rupert Stocker (Bürgerblock), diese Bedenken auch in der aktuellen Stellungnahme zur Tektur nochmals explizit aufzuführen, wurde unterdessen lediglich von seinen Fraktionskollegen unterstützt.
Februar 2014


Rezeptbriefkasten ist in Betrieb
Neuer Service am Rohrdorfer Rathaus - Lieferung frei Haus

Rohrdorf - Da die Gemeinde Rohrdorf schon seit geraumer Zeit ohne Apotheke dasteht, wurde nun durch Vermittlung von Sepp Pichlmeier am Vordereingang des Rathauses ein Rezept-Briefkasten installiert.
Rezepte können dort in einem verschlossenen Kuvert eingeworfen werden (Name, Adresse und Telefonnummer für eventuelle Nachfragen nicht vergessen). Die Medikamente werden von Mitarbeitern der Margareten-Apotheke in Brannenburg montags, mittwochs und freitags abends frei Haus geliefert - bei Rezepteinwurf bis 11 Uhr noch am selben Tag.
Ebenso können auf diesem Wege rezeptfreie Arzneimittel bestellt werden.
Text/ Foto: pil
Februar 2014



Rohrdorf soll bunter werden
Gemeinderat beschließt Aussaat von Blühmischungen

Rohrdorf (pil) – Einige Areale in der Gemeinde Rohrdorf, etwa neben Straßen oder am Rande von Äckern, könnten bald bunter werden. Maria Scholz vom Bürgerblock hatte – nach dem Vorbild verschiedener Orte in Baden-Württemberg – die Aussaat von Blühmischungen auf geeigneten Flächen angeregt.
Blumen seien nicht nur etwas fürs Auge, argumentierte sie; auch könne man auf diese Weise der Natur ein bisschen von dem zurückgeben, was ihr der Mensch durch sein Wirtschaften wegnehme.
Der gesamte Gemeinderat stand diesem Vorschlag sehr aufgeschlossen gegenüber und beschloss einstimmig: Das wird ausprobiert.
Februar 2014



Leader: Die Trachtler gaben den Anstoß
Rohrdorf tritt Lokaler Aktionsgruppe Mangfalltal-Inntal bei

Rohrdorf (pil) – Auch die Gemeinde Rohrdorf schließt sich der Lokalen Leader-Aktionsgruppe (LAG) Mangfalltal-Inntal an. In der vergangenen Förderperiode gehörten der Arbeitsgemeinschaft zehn Kommunen, von Bad Aibling über Samerberg bis Kiefersfelden, an. Ziel der Vereinigung ist es, durch gemeindeübergreifende Kooperationen und gemeinsame Vermarktungsstrategien die Stärken der Region zu bündeln und Schwächen zu kompensieren; etwa wenn es um den Ausbau der Gesundheits- und Aktivregion geht, um den Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft, um die Verbesserung der touristischen Infrastruktur, um eine höhere Lebensqualität beispielsweise für Menschen mit Handicap, um mögliche Zusatzeinkommen für Land- und Forstwirte oder um die Aufwertung von Kunst und Kultur.
Ein zentrales Anliegen des EU-Förderprogramms Leader, das unter dem Motto „Bürger gestalten ihre Heimat“ auf Basisarbeit im besten Wortsinn setzt, ist die Nachhaltigkeit. Dabei werden auch Projekte unterstützt, denen andere Fördertöpfe verschlossen bleiben die aber entscheidend dazu beitragen können, die Stärken einer Region zu nutzen.
Den Anstoß für den Beitritt Rohrdorfs - der Beschluss im Gemeinderat darüber fiel einstimmig aus - hatte der Trachtenverein „D'Achentaler“ gegeben. Denn auch dessen Bauernhausmuseum ist in das regionale Museumsnetzwerk eingebunden – ein Leader-Projekt, das im vergangenen Jahr aus der Taufe gehoben worden ist und das derzeit sein erstes gemeinsames Projekt zum Thema „Heimat 1914“ vorbereitet.
Marianne Keuschnig (Freie Wählergemeinschaft) sprach sich ausdrücklich dafür aus, die „wertvolle Arbeit“ des Trachtenvereins auf diese Weise zu würdigen und zu unterstützen. Ohnehin gebe es in der Gemeinde sicherlich noch eine ganze Reihe von Themenfeldern zu bearbeiten, begrüßte auch Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU) den Beitritt, der für die Gemeinde mit einem Jahresbeitrag von rund 2500 Euro verbunden ist.
Januar 2014



Grünes Licht für den Hochwasserschutz
Verwaltungsgericht weist Klage ab - 590.000 Euro fürs laufende Haushaltsjahr veranschlagt

Rohrdorf/ Thansau (pil) – Grünes Licht für einen umfassenden Hochwasserschutz für Thansau-Süd (Lexenfeld und Neubeuerer Straße): Nachdem das Verwaltungsgericht die Klage eines Grundstückseigentümers in vollem Umfang abgelehnt hat, laufen die Arbeiten für die Hochwasserfreilegung an. Ein Landwirt, dessen Wiesen im Falle eines Hochwassers als Rückstauflächen überflutet würden, hatte gegen die wasserrechtliche Erlaubnis sowie gegen die Anordnung des sofortigen Vollzugs Klage erhoben.
„Die Gemeinde hat Baurecht erlangt.“, vermeldete Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl (CSU) bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats; auch die Grundstücksverhandlungen seien so gut wie abgeschlossen.
Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, die Ausschreibung für die Bauarbeiten gemäß der Ausführungsplanung der RMD Consult in die Wege zu leiten. Für das Vorhaben sollen im Haushalt fürs laufende Jahr 590.000 Euro bereitgestellt werden; rund 60 Prozent könnten als Fördergelder wieder zurückfließen.
Für einen erheblich besseren Abfluss im Bahngraben habe zudem bereits der Abbruch des alten Industriegleises gesorgt, ergänzte der Bürgermeister. Karl-Heinz Silichner (CSU) bat, auch die bestehenden Grabensysteme weiterhin aufrecht zu erhalten.
Januar 2014



Thansau: Kein Nachlass auf den Wasserpreis
Bürgerblock scheitert mit Antrag im Gemeinderat - Trotz Chlor zu jeder Zeit Trinkwasserqualität

Rohrdorf (pil) – Von der Chlorung des Rosenheimer Trinkwassers und dem damit einhergehenden unangenehmen Geschmack und Geruch ist zwar auch immer die Gemeinde Rohrdorf – und dabei insbesondere der Ortsteil Thansau – betroffen. Mit einem Nachlass auf den Wasserpreis können die Bürger dennoch nicht rechnen. Das Wasser habe zu jedem Zeitpunkt Trinkwasserqualität gehabt, machte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) bei der jüngsten Sitzung klar. Eine Preisermäßigung, wie sie der Bürgerblock gefordert hatte, sei nicht satzungskonform und also nicht zulässig.
Wegen des Notverbundes mit dem Rosenheimer Versorgungsnetz war in Thansau im vergangenen Jahr an insgesamt 49 Tagen gechlortes Wasser aus den Hähnen gelaufen; viele Haushalte hatten sich deshalb mit Mineralwasser aus dem Supermarkt eingedeckt. Diese höhere finanzielle Belastung wollte der Bürgerblock nun durch einen Rabatt auf die Wassergebühren abgefedert wissen. Als „kleine Entschädigung“ forderte die Gruppierung einen Nachlass von wenigstens 25 Prozent bei der nächsten Wasserabrechnung.
Nachfragen beim Landratsamt Rosenheim, beim Bayerischen Gemeindetag wie auch beim überörtlichen Rechnungsprüfer, der derzeit im Rohrdorfer Rathaus zugange ist, hätten jedoch ergeben, dass eine derartige Gebührenermäßigung nicht gerechtfertigt sei, führte Praxl im Gremium aus. „Ein solcher Beschluss würde zu Beanstandungen führen.“, warnte er.
Die Gemeinde, die im übrigen auch keinen Preisnachlass seitens der Stadtwerke Rosenheim erhalte, habe entsprechend der Satzung zu jedem Zeitpunkt Wasser – wenn auch gechlort - in Trinkwasserqualität geliefert. Laufende Kontrollen an verschiedenen Entnahmestellen hatten Chlorkonzentrationen zwischen 0,15 und 0,24 Milligramm pro Liter ergeben; der Grenzwert liege bei 0,4 Milligramm pro Liter. Ein Schaden sei, trotz der unstrittigen Geruchs- und Geschmacksbeeinträchtigung, demnach nicht entstanden. Zudem enthalte die Satzung keinen Passus für einen Preisnachlass für einen ganzen Ortsteil.
Aber eben auch kein Verbot diesbezüglich, konterte Rupert Stocker (Bürgerblock). Mit „etwas gutem Willen“ könnte man durchaus eine Formulierung finden, die mit dem Satzungstext zu vereinbaren sei, ist er überzeugt.
Weil viele Thansauer während der fraglichen Zeit auf Mineralwasser ausgewichen sind, hätte auch Rudolf Mayerhofer (SPD) eine Ermäßigung begrüßt - jedoch nicht um den Preis, gesetzeswidrig zu handeln. Und eine rechtlich sichere Basis für einen derartigen Rabatt, betonte Joachim Wiesböck (CSU), könne nur durch die Aufnahme eines entsprechenden Passus in die Satzung geschaffen werden. Wobei dann auch die Folgen für Betriebe – etwa für die Landwirtschaft – berücksichtigt werden müssten.
Eine Ermäßigung der Wassergebühren im Zuge der nächsten Abrechnung wurde schließlich gegen die Stimmen des Bürgerblock abgelehnt.
Ohnehin strebt die Gemeinde eine von Rosenheim unabhängige Wasserversorgung an. So fand der CSU-Antrag, einen entsprechenden Aktionsplan zu erarbeiten, bei der Dezember-Sitzung volle Unterstützung im Gremium.
Januar 2014



Trinkwasser nur noch aus eigenen Brunnen
CSU stößt mit Antrag für Aktionsplan im Rohrdorfer Gemeinderat durch die Bank auf Zustimmung

Rohrdorf (pil) – Nach der wiederholten Chlorung des Rosenheimer Trinkwassers in den beiden vergangenen Jahren, von der auch die Haushalte in Thansau betroffen waren, will die Gemeinde Rohrdorf künftig die Versorgung ihrer Bürger ausschließlich aus eigenen Brunnen – also ohne die Zulieferung aus anderen Kommunen – sicherstellen. Der Notverbund, über den die Gemeinde ans Rosenheimer Wassernetz angeschlossen ist, soll lediglich für Notfälle erhalten bleiben, fordert die CSU-Fraktion außerdem in ihrem Antrag, der im Gemeinderat durch die Bank auf Zustimmung gestoßen ist.
In einem ersten Schritt wird nun ein Aktionsplan aufgestellt. Hierfür sollen Fachbüros sämtliche Möglichkeiten für den Aufbau einer komplett eigenständigen Trinkwasserversorgung - die Erschließung neuer Quellen ebenso wie den Ausbau der bestehenden Brunnen - unter die Lupe nehmen und bewerten; auf Grundlage dieser Ergebnisse werden dann entsprechende Baumaßnahmen in Angriff genommen.
Geldmittel für das Vorhaben werden bereits im Haushalt 2014 bereitgestellt.
Dezember 2013


Bessere Sicht durch Edelstahl
Morsches Brückengeländer an der Unteren Dorfstraße wird ersetzt

Morsch und nicht mehr ganz standsicher ist das Brückengeländer an der Unteren Dorfstraße in Rohrdorf, wie Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführte. Deshalb soll das wuchtige Holzgeländer an der Überführung über die Rohrdorfer Achen möglichst bald durch eine pflegeleichte, transparente Konstruktion aus Edelstahl ersetzt werden, die zudem die Sicht an den Einmündungen weitaus weniger beeinträchtigt. Mit einem einstimmigen Beschluss wurde die Verwaltung beauftragt, entsprechende Angebote einzuholen.
Dezember 2013; Text/ Foto: pil



Weißpappel fällt nicht

Die Weißpappel am Rohrdorfer Kinderspielplatz bleibt stehen. Mit diesem Beschluss folgte der Gemeinderat der Stellungnahme der Unteren Naturschutzbehörde. Eine Anwohnerin der Angermühlstraße hatte die Beseitigung des Baumes gefordert, weil dessen Wurzelsprosse das Pflaster auf ihrem Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite anheben.
Bei einem Ortstermin mit Kreisfachberater Harald Lorenz wurden nach Angaben aus dem Rathaus keine Anzeichen festgestellt, die eine Fällung des Baumes rechtfertigen würden. In Absprache mit der Anliegerin werde stattdessen ein Fachbetrieb eine entsprechende Wurzelbehandlung bei der Pappel vornehmen. Die Kosten hierfür trägt die Gemeinde.
pil
November 2013




Radweg nach Lauterbach könnte Rohrdorf teuer zu stehen kommen
Autobahndirektion fordert Kostenbeteiligung für breiteren Brückendurchlass

Für die Anlage eines Radwegs zwischen Rohrdorf und Lauterbach muss im Zuge des Ausbaus der Salzburger Autobahn der Brückendurchlass für die Gemeindeverbindungsstraße verbreitert werden. An den Kosten hierfür soll sich die Gemeinde beteiligen. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Geht es nach der Autobahndirektion Südbayern, würde der ins Auge gefasste Geh- und Radweg zwischen Rohrdorf und Lauterbach die Gemeinde teuer zu stehen kommen. Die Verbreiterung der Gemeindeverbindungsstraße von 5,50 Meter auf 9,25 Meter muss bereits beim Ausbau der Salzburger Autobahn berücksichtigt werden. So müssen sowohl das Brückenbauwerk über die darunter liegende Straße als auch die neue Ausfahrrampe zur Raststätte Samerberg-Nord entsprechend verlängert werden. Hierfür hat die Autobahndirektion jetzt eine Kostenbeteiligung der Kommune von rund 20 Prozent gefordert: Demnach soll Rohrdorf 375.000 Euro für die Verbreiterung des Brückendurchlasses hinblättern, mit dem sich die Gemeinde die Option für eine Radwegverbindung nach Lauterbach offenhalten will.
Angesichts der erheblichen Nachteile, die Rohrdorf durch den Ausbau der A8 hinnehmen müsse, wies der Gemeinderat dieses Ansinnen geschlossen zurück, wie Geschäftsleiter Christian Schönleber mitteilte. Schließlich falle nach derzeitigem Planungsstand die Unterführung nach Geiging ersatzlos weg; stattdessen ist dort ein 50 Meter breiter Wilddurchlass vorgesehen. Damit stünde für die Bewohner des Weilers künftig nur noch eine Brücke - und damit eine Möglichkeit weniger als bisher - zur Verfügung, um die Autobahn zu queren.
Als Ausgleich dazu, so der Tenor im Gremium, solle die Autobahndirektion auf eine Kostenbeteiligung für den breiteren Durchlass verzichten.
November 2013


Im Schulhaus wird nicht mehr gewählt
Thansauer Stimmbezirke neu eingeteilt - Jetzt drei barrierefreie Wahllokale
zum Bericht


"Mir ist es wichtig, dass es gerecht zugeht"
Bürgerblock Rohrdorf nominiert Martin Fischbacher als Bürgermeisterkandidat

Rohrdorf (pil) – „Bürgernahe Politik ohne parteipolitische Zwänge“ - Das ist das Hauptanliegen von Bürgerblock-Chef Martin Fischbacher, der sich ein weiteres Mal ums Amt des Rathaus-Chefs in Rohrdorf bewirbt. Einstimmig wurde der 50jährige, der vor sechs Jahren dem CSU-Bewerber Christian Praxl unterlegen war, im Gasthof zur Post zum Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 16. März 2014 gekürt.
Glückwünsche für Bürgermeisterkandidat Martin Fischbacher von Petra Scholz-Gigler; sie war kurz vorher als Zweite Vorsitzende des Bürgerblock im Amt bestätigt worden. Foto: Pilger
Unter anderem liegt dem selbstständigen Kaufmann aus Geiging das Thema erneuerbare Energien am Herzen; kein einziges öffentliches Gebäude in der gesamten Gemeinde sei bislang mit Sonnenkollektoren oder Solarzellen ausgestattet. Und auch in Sachen E-Mobilität will Fischbacher, der sich seit bald 20 Jahren im Bürgerblock (BR) engagiert, ein Zeichen setzen: Zwei oder drei Elektroautos, verwaltet von der Gemeinde, würde er gerne den Bürgern und den sozialen Einrichtungen zur Verfügung stellen – und damit an eine Idee anknüpfen, die seine Gruppierung bereits vor einigen Monaten in die Tat umgesetzt hat: Seit Juli können sich die Rohrdorfer unentgeltlich den Elektro-Smart ausleihen, den der Bürgerblock dank großzügiger Spenden anschaffen konnte.
„Mir ist es wichtig, dass es gerecht zugeht.“, betonte Fischbacher vor rund 25 Zuhörern. Ebenso wie kleinere Angelegenheiten, etwa Grüngutconainer für jeden Ortsteil, möchte der dreifache Vater als Bürgermeister ein gebührenfreies letztes Kindergartenjahr in Angriff nehmen und eine Reform der Kreisumlage anstoßen, die Rohrdorf aufgrund seiner Steuerkraft besonders belaste. Vor allem aber solle im Gemeinderat viel mehr miteinander geredet und gearbeitet werden; anders als in den vergangenen sechs Jahren „Stillstand“, in denen „nur verwaltet und auf andere Behörden verwiesen“ aber keinerlei Visionen entwickelt worden seien.
Dennoch habe der Bürgerblock einige Erfolge verbuchen können, verwies er unter anderem auf den lange erwarteten Startschuss für den Energienutzungsplan, den Maria Scholz bereits kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima angeregt hatte. Ebenso habe man sich erfolgreich gegen die Pläne Neubeuerns für ein Gewerbegebiet direkt an der Gemeindegrenze zu Rohrdorf gewehrt.
Als ehrlich, geradlinig und kommunalpolitisch erfahren warb BR-Vize Petra Scholz-Gigler bei der Versammlung um Unterstützung für Fischbacher. Wie auch ihre Vorstandskollegen – dies waren außerdem Liane Giesler als Schriftführerin und Kassierin Irmengard Wörndl - war sie zuvor im Rahmen der Jahreshauptversammlung für weitere drei Jahre im Amt bestätigt worden.
Oktober 2013


Ein Jahr im Zeitraffer und wenige Wortmeldungen
Gut 70 Besucher bei der Bürgerversammlung für die Ortsteile Rohrdorf und Thansau

Rohrdorf/ Thansau (pil) – Nimmt man den Verlauf der Bürgerversammlung als Gradmesser, dürften die Thansauer und Rohrdorfer recht zufrieden sein mit ihrer Gemeinde. Dem Bericht des Gemeindechefs folgten nur wenige Wortmeldungen. Ein Thansauer meldete Bedenken in Sachen Hochwasserschutz an: Mit dem geplanten Grabensystem an der Biedererstraße werde seiner Meinung nach das Problem lediglich verlagert. Darüber hinaus wurden unter anderem rollstuhlgerechte Wege für den Thansauer Friedhof angeregt sowie Abfalleimer an den Ruhebänken.
Wie im vergangenen Jahr hatte Bürgermeister Christian Praxl in seinem Bericht die Geschehnisse der vergangenen zwölf Monate chronologisch aufbereitet. Mit einer Bilderschau rief er diverse Bauprojekte (Ausbau der Hubertusstraße, Sanierung der Sanitäranlagen im Turner Hölzl, Bau der Wasserleitung von Wolfspoint nach Thalmann, rollstuhlgerechter Zugang zur Kirche in Höhenmoos) in Erinnerung. Kurz vor dem Abschluss steht außerdem die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle. Damit kann die Gemeinde nun insgesamt 60 Krippen- und 150 Kindergartenplätze anbieten sowie 50 Hortplätze.
Auch das Thema Autobahn kam bei der Bürgerversammlung zur Sprache. So haben die Arbeiten für den Ausbau der Tank-und Rastanlage Samerberg-Süd begonnen. Der Sichtschutzwall ist bereits aufgeschüttet und soll später begrünt werden. Foto: pil
Immer wieder griff Praxl vor den gut 70 Zuhörern in der Pizzeria „Sapori Antichi“ auch wichtige Punkte aus der Arbeit von Gemeinderat- und -verwaltung auf, beispielsweise den Startschuss für den Energienutzungsplan, die Stellungnahme zum Ausbau der Tank-und Rastanlage Samerberg-Nord oder die Überarbeitung des Kriterienkatalogs „Bauland für Einheimische“. Hier hofft der Bürgermeister, im kommenden Jahr vier Parzellen vergeben zu können. Ferner verwies er auf die Ergebnisse der Luftbildauswertung. Die Karte, die Aufschluss geben soll über möglicherweise im Boden schlummernde Blindgänger, könne im Bauamt eingesehen werden.
Auch eine Reihe von Veranstaltungen und Ereignissen hat das Dorfleben geprägt: In Höhenmoos feierte der „Rosenheimer Bauernherbst“ sein zehnjähriges Bestehen; Altbürgermeister Fritz Tischner erhielt die Ehrenbürgerwürde; die Faschingsgesellschaft holte für einige Wochen Großstadtglamour à la „New York City“ ins Dorf; vor einem großen Publikum wurden die neuen Glocken für die Thansauer Kirche aufgezogen; in Rohrdorf wurde zum 25. Tag der Blasmusik aufgespielt; die restaurierte Vereinsfahne der Lauterbacher Trachtler wurde geweiht; die Schützenvereine veranstalteten eine Dorfmeisterschaft zugunsten der Fluthilfe Rosenheim; und das Ferienprogramm lockte in seinem 20. Jahr mit über 50 Aktionen 250 Kinder an.
Deutliche Spuren hat das Juni-Hochwasser hinterlassen. Der Umbau der Ache mit Überlauf in den Badesee habe sich zwar bewährt, erläuterte der Rathauschef, wobei den wuchernden Wasserpflanzen nach den Mäharbeiten nun Graskarpfen zu Leibe rücken sollen. Doch wurde einmal mehr deutlich, dass in Thansau weitere Maßnahmen erforderlich seien. Gegen den Genehmigungsbescheid für die Hochwasserfreilegung sowie gegen die Anordnung des sofortigen Vollzugs habe allerdings ein Grundstückseigentümer Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht. Ebenso kam der Ausbau der A 8 zur Sprache. In punkto Lärmschutz für Achenmühle werde man keinen Zentimeter nachgeben, versprach Praxl mit Blick auf das bevorstehende Planfeststellungsverfahren.
Angesichts der Warteschlangen bei den jüngsten Wahlen brachte er außerdem die Neuorganisation der Wahllokale in Thansau ins Gespräch. Durch die Umgestaltung für den Hort stünde in der Schule nun weniger Platz für Wahlkabinen zur Verfügung. Denkbar wären Alternativen wie Kindergarten, Pfarrheim oder Feuerwehrhaus.
Dass es um die Finanzen Rohrdorfs nicht schlecht bestellt ist, erläuterte Kämmerer Peter Wagner. Zum 31. Dezember werde das letzte kommunale Darlehen zurückgezahlt sein und die Gemeinde somit schuldenfrei ins Jahr 2014 starten. Bei den Gewerbesteuereinnahmen seien fürs Jahr 2013 bislang rund 6,7 Millionen Euro veranlagt; der Haushaltsansatz liegt bei sieben Millionen Euro. Alle für 2013 anstehenden Vorhaben könnten demnach problemlos finanziert werden. Auch könne es sich Rohrdorf leisten, seine Bürger nicht übermäßig zu belasten, verwies er zudem auf die sehr niedrigen Hebesätze bei Grund- und Gewerbesteuer sowie auf die günstigen Tarife bei den Wasser- und Abwassergebühren. Gleichwohl mahnte Wagner, weiterhin sorgsam mit den Ressourcen umzugehen.
Oktober 2013


Das Abc eines Energienutzungsplans

Eine kurze Einführung ins Thema Energienutzungsplan (ENP) gab Dipl.-Ing. Dipl.-Geogr. Sebastian Osenstetter vom Fachbüro ecb in Prien, das in den kommenden Monaten einen solchen Plan für die Gemeinde erstellen wird. Dieser soll einen Überblick verschaffen über die momentane und eine mögliche künftige Energieversorgung in der Gemeinde.
Dabei wird nicht nur der Ist-Zustand in Sachen Energiebedarf (Strom wie Wärme) ermittelt; der ENP gibt zudem einen groben Ausblick auf die absehbare oder erwartete Entwicklung und zeigt Wege zu einer möglichst umweltverträglichen und effizienten - und damit kostengünstigen - Energieversorgung auf.
Weil in jeder Phase (Bestand aufnehmen und Potenziale ausloten; Konzept mit klar definierten Zielen entwickeln; Maßnahmen umsetzen) die lokalen Gegebenheiten, etwa regionale Energieressourcen, eine große Rolle spielen, schaffe der ENP letztlich ein auf die Gemeinde zugeschnittenes praxisorientiertes Gesamtkonzept. Dieses diene dann als Leitfaden bei Entscheidungen über die energetische Sanierung von Gebäuden und liefere darüber hinaus Impulse für mögliche gemeinschaftliche Versorgungskonzepte sowie für den Umstieg auf erneuerbare Energieträger wie Biomasse oder Sonnenkraft.
Wichtig sei es dabei aber, von Anfang an die Bürger mit ins Boot zu holen und das Thema ENP mit unterschiedlichen Aktionen im Bewusstsein der Menschen wachzuhalten, betonte Osenstetter.




Bedenken wegen Bauernhof und Hochwasser
Frühzeitige Öffentlichkeitsbeteiligung für Bebauungsplan "Am Wöhr" in Thansau

Rohrdorf (pil) – Eine Reihe von Stellungnahmen sind im Zuge der frühzeitigen Öffentlichkeitsbeteiligung für den Bebauungsplan „TH 7 Am Wöhr“ im Rohrdorfer Rathaus eingegangen. Als nicht unproblematisch werden dabei unter anderem die Nachbaschaft der Wohnbebauung zum nördlich an die Siedlung angrenzenden Bauernhof sowie das Thema Hochwasserschutz gesehen. So befürchten beispielsweise Anlieger, dass ihre Häuser durch die umfangreiche Flächenversiegelung bei Hochwasser künftig wesentlich stärker gefährdet wären.
Insgesamt 52 Prozent der betreffenden Wiesenfläche im Überschwemmungsbereich werden gemäß der vorliegenden Planung für die neue Siedlung im Ortsteil Thansau zugebaut; eine Quote, die sowohl Markus Unterseher (Freier Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle) als auch Martin Frey (CSU) bei der Gemeinderatssitzung als sehr hoch kritisierten. Letzterer regte daher an, an der einen oder anderen Stelle Abstriche bei der aufs Limit ausgelegten Bebauung zu machen.
Ein hydrogeologisches Gutachten soll nun aufzeigen, in welchem Umfang das Niederschlagswasser in dem Neubaugebiet westlich der Rosenheimer Straße versickern kann. Gegebenenfalls, erläuterte Bürgermeister Christian Praxl (CSU), müssten entsprechende Rückhalteflächen in den Bebauungsplan aufgenommen werden. Zudem werde dem Bach im Zuge der Renaturierung mehr Platz gegeben; wobei der direkt an die künftigen Gärten angrenzende Uferbereich möglichst in einer Einheit – und möglichst im Eigentum der Gemeinde - er- und vor allem unterhalten werden soll. Konkrete Maßnahmen hierfür würden in einem Gewässerentwicklungsplan festgeschrieben.
Darüber hinaus verspricht sich Praxl von der neuen Erschließungsstraße, die von der Rosenheimer Straße kommend durch die Siedlung führen und im Süden auf die Wöhrstraße münden soll, eine Art Dammfunktion und damit mehr Schutz für die bestehenden Wohnhäuser.
Ganz entschieden trat Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU) Vorwürfen entgegen, die Gemeinde treibe das Thema Hochwasserschutz nicht mit genügend Nachdruck voran. Zudem gelte es vor allem bei Vorhaben wie diesem immer, „zwischen Entwicklung und Stillstand“ abzuwägen.
Weiteres Konfliktpotenzial birgt nicht nur nach Ansicht des Amtes für Landwirtschaft die Lage der geplanten Siedlung zu dem nördlich gelegenen Milchviehbetrieb, dessen Tierbestand zudem möglicherweise aufgestockt wird. So forderte Franz Dinzenhofer (CSU), in jedem Fall die Entwicklungsmöglichkeiten landwirtschaftlicher Betriebe zu erhalten. Denn ohne diese Möglichkeit sei ein Landwirt zum Scheitern verurteilt. Und Markus Unterseher warnte davor, den Lärm, der von einem Milchviehbetrieb ausgehe, zu unterschätzen.
Aufschluss über den zu erwartenden Lärmpegel in dem künftigen Baugebiet (verursacht insbesondere durch den Bauernhof und die Staatsstraße) sowie über mögliche Lärmschutzmaßnahmen wird ein Gutachten geben. Ohnehin solle das im Süden geplante allgemeine Wohngebiet nicht näher als 45 Meter an die Hofstelle heranrücken, erläuterte der Bürgermeister hierzu. Im nördlichen Teil des Quartiers ist ein Mischgebiet vorgesehen, für das höhere Immissionsgrenzwerte gelten.
September 2013


Fällt sie oder bleibt sie stehen

Die mächtige Weißpappel an der Angermühlstraße in Rohrdorf (Foto) sorgt nicht nur für Schatten auf dem Kinderspielplatz sondern auch für Unmut bei einer Anliegerin, die nun die Beseitigung des Baumes und eine Ersatzbepflanzung fordert. Die weitausstreichenden Wurzeln des Baumes würden das Pflaster auf ihrem Grundstück auf der gegenüberliegenden Straßenseite anheben, führt sie ins Feld, was Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU) nach einer Ortsbesichtigung nur bestätigen konnte.
Vor einer Entscheidung über das weitere Vorgehen will der Gemeinderat jedoch erst eine Stellungnahme von der Unteren Naturschutzbehörde einholen. Wobei Bürgermeister Christian Praxl (CSU) eine Fällung der Weißpappel „nur mit einem einstimmigen Beschluss“ anordnen wolle, wie er mit Blick auf den Wirbel um die beiden Kastanien am Neubeuerer Marktplatz ausdrücklich betonte.
Text/ Foto: pil
September 2013



Die Planung wäre schon mal da
Gemeinderat befürwortet Gehwegbau an der Paul-Dax-Straße und der Dürneggerstraße

Auch ein Teil der Dürrneggerstraße soll einen Gehweg bekommen. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Auf dem Papier hat der Lückenschluss für den Gehweg an der Paul-Dax-Straße in Rohrdorf bereits Form angenommen. Die Planung, die nun im Gemeinderat vorgestellt und einstimmig befürwortet wurde, sieht darüber hinaus einen Fußweg im Bereich der Dürneggerstraße vor. Die Kostenschätzung liegt bei 110.000 Euro. Bevor die Bagger anrücken können, müsse allerdings noch eine Grundstücksfrage geklärt werden, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl (CSU).
Wie berichtet hatte Martin Frey (CSU) im vergangenen Jahr einen durchgehenden Bürgersteig an der Paul-Dax-Straße vom Dorfplatz bis zur Einmündung in die Dürneggerstraße angeregt; beide werden von zahlreichen Rohrdorfer Buben und Mädchen als Schulweg genutzt.
Im Zuge des Gehwegbaus soll zudem die kleine Abzweigung vom Fußweg gegenüber dem Hotel zur Post aufgelassen werden. Diese, argumentierte Rupert Stocker (Bürgerblock), sei unübersichtlich und vor allem für Kinder sehr gefährlich.



Mit dem neuen Elektroauto will Bürgerblock-Chef Martin Fischbacher das Thema Elektromobilität in Rohrdorf anschieben. Foto: pil

Ein E-Mobil für die Rohrdorfer
Bürgerblock stellt Elektro-Smart kostenlos zur Verfügung

Rohrdorf (pil) – Mit seinem jüngsten „Neuzugang“ will der Bürgerblock Rohrdorf e.V. (BR) in der Gemeinde das Thema Elektromobilität anschieben: Interessierte können hier demnächst in einem „Smart Fortwo Electric Drive“ auf Achse gehen und dabei das Fahrgefühl in einem strombetriebenen Auto erleben.
Umfangreiche Spenden von Privatleuten und Unternehmen – einen erheblichen Betrag hat beispielsweise die Firma mefro beigesteuert – haben die Anschaffung des kristallweißen, nahezu lautlosen Gefährts ermöglicht, das die Bürger kostenlos nutzen können. „Mit dem E-Mobil wollen wir neue Maßstäbe im Bereich Umwelt- und Klimaschutz setzen. Zugleich soll dieses weit und breit wohl einmalige Angebot für Bürger und Vereine das Thema Energieeffizienz noch stärker ins Bewusstsein der Menschen rücken.“, betont BR-Ortsvorsitzender Martin Fischbacher. Rund 145 Kilometer könne der Zweisitzer mit einer „Tankladung“ à zwei Euro zurücklegen.
Bei der Fahrzeugweihe am Sonntag , 21. Juli, um 11 Uhr am Rohrdorfer Feuerwehrhaus fällt offiziell der Startschuss für das 55 kW-Coupé ; an diesem Tag liegt auch eine Liste aus, in der sich Interessenten (Mindestalter 23 Jahre und seit wenigstens einem Jahr im Besitz eines gültigen Führerscheins) einen Termin für eine Probefahrt sichern können. Weitere Informationen sind erhältlich bei Martin Fischbacher, Telefon 08032/91095.
Darüber hinaus will sich der BR an diesem Tag für die Arbeit und das Engagement der vier Ortsfeuerwehren zum Wohle der Allgemeinheit, wie etwa beim jüngsten Hochwasser, erkenntlich zeigen – in Form von vier Schecks à 1000 Euro.
Juli 2013



Schule, Schule, Schule
Ein Bauantrag, eine "vorsorgliche" Kündigung und die Suche nach Alternativen

Rohrdorf (pil) – Montessori, Petö, Regelschule – In Rohrdorf ist (bislang) alles vorhanden. Wo es künftig wie weitergeht, ist allerdings noch offen. Verlassen die Petö-Kinder Rohrdorf tatsächlich? Könnte Montessori die dann leerstehenden Klassenzimmer im Turner Hölzl nutzen? Oder ist die Aufstockung des neueren der beiden alten Schulgebäude hinterm Rathaus unumgänglich? Mit diesen Fragen befasste sich jetzt der Gemeinderat.
Schon seit längerem klagt die Montessori-Schule über akute Raumnot; so sind nach wie vor zwei Klassen in der Container-Anlage an der Achentalstraße ausgelagert. Mit der Aufstockung des neueren der beiden alten Schulgebäude hinterm Rathaus könnten jedoch die noch benötigten zwei Klassenräume geschaffen werden, und die Montessorischule hätte ihre angepeilte Ausbaugröße erreicht. Einem entsprechenden Bauantrag der Kommune stimmte der Gemeinderat geschlossen zu. Ob das Gebäude beim Heimatmuseum aber tatsächlich ein weiteres Geschoss erhält, ist noch fraglich. Rund 800.000 Euro würde die Maßnahme, inklusive Wärmedämmung an beiden Schulhäusern, verschlingen; ein Betrag, den so mancher Gemeinderat nicht in die Hand nehmen will, sollten im Turner Hölzl nach dem Weggang der Petö-Kinder künftig tatsächlich Räume leer stehen.
Gemeinsam spielen, gemeinsam lernen – Integration ist an der Rohrdorfer Schule seit Jahren kein Fremdwort mehr. Foto: pil
Den Mietvertrag mit dem Förderzentrum Aschau, dem die Petö-Klassen organisatorisch angegliedert sind, hatte Praxl „vorsorglich gekündigt“, wie er bei der Mai-Sitzung überraschend erklärt hatte - ohne vorherige Abstimmung mit dem Gemeinderat und der Rohrdorfer Schulleitung. Das Förderzentrum habe sich monatelang nicht geäußert, ob das Projekt im kommenden Schuljahr weitergeführt werde, begründete der Bürgermeister seinen Schritt.
Dieses Vorgehen hatte indes nicht nur bei Teilen des Gemeinderats für Verstimmung gesorgt. Es könne nicht angehen, einem Mieter zu kündigen, nur weil der längere Zeit nichts von sich hören lasse, kritisierte etwa Maria Scholz (Bürgerblock) das Vorgehen. Rektorin Beate Irle hatte in einem Schreiben an den Bürgermeister deutlich ihren Ärger über dessen Alleingang geäußert.
Der Rathaus-Chef hat nun Anfang Juni das Förderzentrum in Aschau schriftlich um eine Information über die Zukunft der Außenklassen gebeten; allerdings, ergänzte er in der jüngsten Sitzung, habe er bis dato keinerlei Rückmeldung erhalten.
Dessen ungeachtet forderte Bernhard Maurer (CSU) den Bürgermeister auf, persönlich in Aschau nachzuhaken; schließlich würden alle Kinder, ob nun mit oder ohne Behinderung, vom gemeinsamem Schulleben und Unterricht im Turner Hölzl profitieren.
Zwei Klassenzimmer sowie der Musik- und der Handarbeitsraum würden Praxls Ausführungen zufolge mit einem Weggang der Petö-Kinder im Turner Hölzl frei werden. Diese an die Montessori-Schule zu vermieten, anstatt mehrere hunderttausend Euro für eine Aufstockung auszugeben, regten Marianne Keuschnig (Freie Wählergemeinschaft) und Martin Frey (CSU) an. Der Bürgermeister will nun entsprechende Gespräche mit Schulleiterin Beate Irle aufnehmen und zudem abklären, ob Regel- und Montessorischule überhaupt gemeinsam unter einem Dach untergebracht werden könnten.
Parallel dazu hält sich der Gemeinderat mit dem Bauantrag, der Genehmigungsbescheid wäre drei Jahre lang gültig, die Option für eine Aufstockung an der Montessorischule offen.
Juni 2013


Hochwasser: Zwei Schwachstellen in Thansau
Neues Grabensystem soll Wasser besser verteilen - Genehmigungsbescheid für Freilegung liegt jetzt vor
zum Bericht


Ein Weg für Alfons Kreipl
Gemeinderat würdigt Verdienste des Thansauers mit einer Namenswidmung
zum Bericht


Kick for help, die permanente Spendenaktion, die 2003 bei der Weihnachtsfeier der Fußballer vom TSV Rohrdorf-Thansau ins Leben gerufen worden ist, bleibt auch im zehnten Jahr ihres Bestehens am Ball: Mit einem Scheck über 2000 Euro leistete Initiator Christian Reisner jetzt finanzielle Schützenhilfe für die Private Grundschule Oberaudorf-Inntal, wo ab Herbst Kinder mit und ohne Behinderung in zwei jahrgangsgemischten Klassen miteinander lernen werden.
Dank der Spende kann die Schule zur Freude von Bettina Brühl, Geschäftsführerin des Schulträgers „Petö und Inklusion gemeinnützige GmbH“, nun einige Therapiegeräte für den inklusiven Sportunterricht anschaffen, der dort täglich auf dem Stundenplan steht.
Insgesamt 67 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene mit physischen und psychischen Handicaps hat „Kick for help“ in der Vergangenheit unterstützt, sowie verschiedene Krankenhäuser und Schulen. So hatte beispielsweise die vorweihnachtliche Bescherung für die Petö-Klassen an der Rohrdorfer Schule Tradition.
Text/ Foto: pil
Mai 2013



Finanzielle Rückendeckung für den First Responder
Rohrdorf: Neu gegründeter Förderverein will das ehrenamtliche Projekt am Laufen halten

Rohrdorf (pil) – Ein Herzinfarkt, ein häuslicher Unfall, ein schwerer Asthma-Anfall – Gerade wenn jede Minute zählt, kommt dem First Responder-Dienst der Rot-Kreuz-Bereitschaft Rohrdorf eine ganz besondere Bedeutung zu. Um die Finanzierung dieser bisweilen lebensrettenden Einrichtung langfristig auf sichere Füße zu stellen, wurde nun unter dem Beifall der 31 Gründungsmitglieder der „Förderverein First Responder Rohrdorf“ (FFR) aus der Taufe gehoben.
Der Vorstand des neu gegründeten „Förderverein First Responder Rohrdorf“ (FFR): Erster Vorsitzender Jakob Opperer, Kassier Siegfried Koll, Zweiter Vorsitzender Christoph Koll und Schriftführer Toni Stuffer (von links). Fotos: pil
Seit beinahe acht Jahren decken Ehrenamtliche in ihrer Freizeit die Rufbereitschaft für den First Responder (werktags von 19 bis 6 Uhr sowie an Feiertagen und Wochenenden rund um die Uhr) ab. Seither ist der „Helfer vor Ort“, den die Rettungsleitstelle parallel zum Rettungswagen alarmiert, zu mehr als 2000 Notfällen vor allem in Rohrdorf, Neubeuern und Samerberg ausgerückt. Erklärtes Ziel des First Responder ist es, das sogenannte therapiefreie Intervall zu überbrücken und die professionelle Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicherzustellen.
Allerdings, machte Versammlungsleiter Toni Stuffer im Rohrdorfer BRK-Heim deutlich, würden die Krankenkassen keinerlei Kosten für diese Einsätze übernehmen. Zwar trügen die drei Gemeinden Rohrdorf, Neubeuern und Samerberg den Löwenanteil der laufenden Kosten für Treibstoff, Versicherung, Verbrauchsmaterial (hauptsächlich Sauerstoff) und Kundendienst. Für alle anderen Anschaffungen jedoch - etwa für Ausrüstungsgegenstände, für die Dienstkleidung, für medizinisches Material, Ersatzteile oder ein neues Fahrzeug - sei man auf zusätzliche Spenden angewiesen. Deshalb will sich der FFR nun satzungsgemäß um die „Förderung des ehrenamtlichen First-Responder-Projekts der Rot-Kreuz-Bereitschaft Rohrdorf“ kümmern.
Eine Fototorte zur Vereinsgründung, mit der "Hauptperson" als Motiv.
Mit Jakob Opperer steht dem Förderverein eines der Gründungsmitglieder der BRK-Bereitschaft – sie wurde 1974 ins Leben gerufen – als erster Vorsitzender vor. Zum Vize wurde Christoph Koll gewählt, der bis vor kurzem die Leitung der Bereitschaft inne hatte und zugleich Ansprechpartner ist für alle technischen Fragen rund um den First Responder. Das Amt des Kassiers übt Siegfried Koll aus, den Schriftführer-Posten hat Toni Stuffer übernommen. Als Rechnungsprüfer haben sich Hermann Kolb und Martin Fischbacher zur Verfügung gestellt. Ebenfalls einstimmig wurde der Mitgliedsbeitrag auf 20 Euro pro Jahr (für natürliche Personen) festgesetzt und auf 50 Euro für Vereine und Unternehmen.
Mit Blick auf eine gute Zusammenarbeit gratulierte BRK-Bereitschaftsleiter Korbinian Brandmaier zur Gründung des Vereins, die anschließend mit einer First-Responder-Fototorte besiegelt wurde.
Derweil umriss der frischgebackene Vorsitzende kurz die Pläne für die Zukunft: Insbesondere, so Opperer, soll der Verein den Grundstock schaffen für den Kauf eines neuen Einsatzfahrzeuges in acht bis zehn Jahren. Und auch Toni Stuffer, SEG-Leiter und selbst lange Zeit First-Responder-Fahrer, liegt der Fortbestand des Projekts sehr am Herzen: „Ich will, dass es weiterläuft.“
Weitere Informationen über den FFR gibt’s im Internet unter www.ffr-rohrdorf.de.
Mai 2013


Bestnote fürs Sozialwerk Rohrdorf
Patientenbefragung ergibt glatte Eins - Pflege mit Herz trotz Zeitdruck

Rohrdorf (pil) – Kontinuität schafft Vertrauen. Mit diesem Leitgedanken im Gepäck hat der ambulante Pflegedienst des Sozialwerks Rohrdorf auch im 38. Jahr seines Bestehens entscheidend dazu beigetragen, dass kranke, pflegebedürftige und betagte Menschen in ihren eigenen vier Wänden versorgt werden konnten. Insgesamt 85 Gemeindebürger haben die Schwestern im Laufe der vergangenen Jahres pflegerisch betreut – in einigen Fällen waren dafür pro Tag drei Hausbesuche erforderlich.
Und trotz des Zeitdrucks sei es Einsatzleiterin Gabriele Prankl und ihrem Team, den „wichtigsten Akteurinnen“ wieder gelungen, den Patienten „Pflege mit Herz“ angedeihen zu lassen, wie die Vereinsvorsitzende Gudrun Lohmann bei der Jahreshauptversammlung im Hotel zur Post hervorhob. Dies spiegele sich auch im Ergebnis der Patientenbefragung im Zuge der jüngsten Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung wider: Mit der glatten Eins sieht Prankl jedenfalls das große Engagement ihrer Mitarbeiterinnen – die meisten sind bereits seit vielen Jahren beim Sozialwerk tätig - in vollem Umfang bestätigt.
Darüber hinaus besuchen die Schwestern, seit kurzem sind es zehn, regelmäßig Fortbildungen, um den steigenden Anforderungen im ambulanten Pflegedienst gewachsen zu sein. Erst vor kurzem hat beispielsweise eine der Pflegekräfte ihre 14monatige Zusatzausbildung zur Gerontopsychiatrischen Fachkraft abgeschlossen.
Es seien zunächst vor allem Einrichtungen wie das Sozialwerk, die den demographischen Wandel zu spüren bekämen, griff Lohmann den Umbruch in der Altersstruktur der Bevölkerung aus. Die Zahl der Pflegebedürftigen steige kontinuierlich an, verdeutlichte sie; wobei weit mehr als die Hälfte der im Jahr 2012 betreuten Patienten bereits ihren 80. Geburtstag begangen hatten.
Langfristig seien die Folgen jedoch ungleich weitreichender. „Die Gesellschaft wird sich verändern.“, ist sie überzeugt. Die Zahl der Familien, in denen beide Elternteile erwerbstätig sind beziehungsweise sein müssen, nehme stetig zu. Kinderbetreuung und Altenpflege würden deshalb zunehmend an externe Dienstleister vergeben. Vor diesem Hintergrund sei nun die lokale Politik gefordert, Möglichkeiten zu schaffen, damit Alte und Pflegebedürftige auch künftig so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden leben können. In der Gemeinde Rohrdorf sei man – auch dank der Kooperation mit dem Seniorenheim „St. Anna“ - derzeit zwar gut aufgestellt; dennoch müsse man mit Blick auf die Zukunft auch hier alternative Wohnformen, etwa Wohnen mit stationärer Anbindung, anschieben.
In ihrem Bericht informierte Lohmann darüber hinaus über die jüngsten Änderungen und Anpassungen bei der Pflegeversicherung, insbesondere bei der Versorgung von Demenzkranken: Hier wurde das Pflegegeld in allen Pflegestufen aufgestockt. Auch könnten pflegende Angehörigen nun leichter auf Kurzzeitpflege zurückgreifen und so eine Auszeit von ihrer aufreibenden Aufgabe nehmen.
Mit „beinahe schwarzen Zahlen“ hat Kassier Peter Holzner das Jahr 2012 abgeschlossen, wobei die Personalkosten mit knapp 320.000 Euro den weitaus größten Posten auf der Ausgabenseite darstellen. Allerdings habe man, neben einem außerplanmäßigen Einnahmeausfall von rund 2500 Euro, einen deutlichen Rückgang bei den Spenden hinnehmen müssen, erläuterte Holzner den Kassenbericht, der einen Gesamtumsatz von rund 360.000 Euro ausweist. Wie seine Vorrednerin dankte auch er allen Unterstützern und Förderern des Sozialwerks, das seine Arbeit allerdings nur mithilfe von Spenden in der gewohnten Qualität verrichten könne.
Den ausgesprochen freundschaftlichen Umgang der Schwestern mit ihren Patienten honorierte zudem Manfred Just, früherer Vorsitzender des Sozialwerks, mit einem Strauß orangefarbener Rosen für die Belegschaft.
Der gesellschaftliche Wandel sei indes auch an Rohrdorf nicht spurlos vorübergegangen, bestätigte Bürgermeister Christian Praxl. Wie groß die Zahl derer ist, die ihren Lebensabend möglichst daheim verbringen wollen, belege die Auswertung der Bürgerbefragung im Rahmen des seniorenpolitischen Gesamtkonzepts für den Landkreis Rosenheim. In Sachen Kinderbetreuung sei man in Rohrdorf inzwischen gut aufgestellt: Mit dem Haus für Kinder „Heilige Familie“ in Thansau und der erweiterten „Zwergerlmühle“ in Achenmühle stünden in der Gemeinde ab Herbst insgesamt 60 Krippenplätze zur Verfügung. Und auch dem Trägerverein des Pflegedienstes, der im kommenden Jahr sein 40jähriges Bestehen feiern kann, sicherte der Bürgermeister in seinem Grußwort weiterhin Unterstützung zu: „Der Gemeinde wird das Sozialwerk immer sehr am Herzen liegen.“
Mai 2013


Es bleibt eng und gefährlich: Eine breitere Unterführung zwischen Rohrdorf und Thansau kommt wohl erst mit dem sechsstreifigen Ausbau der Salzburger Autobahn. Bis dahin bleibt Fußgängern und Radlern nur ein schmaler Bordstein. Foto: Pilger
Es bleibt gefährlich zwischen Rohrdorf und Thansau
Breitere Unterführung kommt wohl erst mit dem Autobahnausbau

Rohrdorf (pil) – Eine breitere Unterführung mit Geh- und Radweg für die vielbefahrene Staatsstraße 2359 zwischen Rohrdorf und Thansau wird es wohl erst mit dem sechsspurigen Ausbau der Salzburger Autobahn geben. Vor beinahe einem Jahr hatte der Gemeinderat einstimmig bei der Autobahndirektion Südbayern beantragt, möglichst rasch einen neuen Durchlass in Angriff zu nehmen; bei der Verbreiterung der A 8 hätte die Unterführung dann entsprechend verlängert werden sollen.
Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung informierte Bürgermeister Christian Praxl nun über das Antwortschreiben. Mit Verweis auf das laufende Planfeststellungsverfahren für den Autobahnausbau rät die Behörde von einem vorgezogenen Bau einer Unterführung ab; das hierfür erforderliche Planfeststellungsverfahren brächte keinerlei Zeitvorsprung. Ohnehin beinhalte die Planung für den Autobahnausbau an dieser Stelle einen breiteren Durchlass.
Etwaige Maßnahmen, um die Situation in dem Nadelöhr zwischenzeitlich zu entschärfen, hieß es weiter, sollte die Gemeinde mit dem Straßenbauamt Rosenheim als dem zuständigen Vertreter des Freistaates abstimmen.
April 2013


Ortstermin an der „Zwergerlmühle“ in Achenmühle: Die Fassade des Neubaus wird mit Lärchenholz verkleidet. Foto: pil

Arbeiten an der "Zwergerlmühle" gehen zügig voran
Bürgermeister: Kinder können spätestens im November einziehen

Achenmühle (pil) - Ein Bild vom Baufortschritt am Erweiterungsbau der „Zwergerlmühle“, des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle, konnten sich die Rohrdorfer Gemeinderäte jetzt an Ort und Stelle machen.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten aufgrund der Bodenbeschaffenheit gehe es nun gut vorwärts, erklärte Architekt Werner Schmidt bei der Baustellenbesichtigung, an der auch Gertraud Kaiser, die Leiterin der Tagesstätte unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt (AWO), und der AWO-Kreisvorsitzende Herbert Weißenfels teilnahmen. Demnach soll Ende Juni der Estrich eingebaut werden; und spätestens am 1. November können die Kinder das neue Domizil beziehen, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl.
Zwei Krippengruppen (im Erd- und im Obergeschoß) und der Hort (im Untergeschoß) finden in dem Gebäude Platz, das in Holzbauweise errichtet und über einen eingeschossigen gläsernen Zwischenbau mit dem bestehenden Kindergarten verbunden wird. Sollte die Kindertagesstätte irgendwann einmal nicht mehr soviel Platz benötigen, könnte jedes Stockwerk für sich auch anderweitig genutzt werden, erläuterte der Planer.
Die Kosten belaufen sich nach derzeitigem Stand auf rund 2,1 Millionen Euro.
April 2013


Ansehnlicher Betrag fürs Teerprogramm
Rohrdorf lässt für rund 80.000 Euro Gemeindestraßen herrichten

Rohrdorf (pil) – Einen ansehnlichen Betrag investiert die Gemeinde Rohrdorf auch in diesem Jahr in die Sanierung von Gemeindestraßen. Im sogenannten „Teerprogramm“ sind unter anderem Teile der Bucherstraße in Achenmühle, der Kampenwandstraße und der Breitensteinstraße in Höhenmoos sowie die Achentalstraße in Rohrdorf enthalten. Ebenso werden die Straße nach Guggenbichl und der Bereich vor der Autobahnbrücke bei Thansau hergerichtet.
Nach einer ersten Schätzung sind dafür alles in allem Kosten von rund 80.000 Euro veranschlagt, wie Bürgermeister Christian Praxl bei der Gemeinderatssitzung ausführte. Dem einstimmigen Beschluss folgend werden die Sanierungsarbeiten nun beschränkt ausgeschrieben.
April 2013


Autobahn-Ausbau: Gravierende Eingriffe ins Landschaftsbild
Rohrdorfs Bürgermeister Praxl informiert im Gemeinderat über aktuellen Planungsstand

Rohrdorf (pil) – Im Zuge des Ausbaus der Salzburger Autobahn soll der Lärmschutz entlang der stark befahrenen Verkehrsachse deutlich verbessert werden. Einen Überblick über den aktuellen Stand der Planungen soweit sie das Rohrdorfer Gemeindegebiet betreffen gab Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung. Dabei wurde deutlich, dass mit dem Vollausbau der A8 auf sechs Fahrspuren plus zwei Standstreifen Erdbewegungen enormen Ausmaßes sowie zum Teil gravierende Eingriffe ins Landschaftsbild einhergehen werden.
Die Durchfahrt bei Geiging soll im Zuge des Ausbaus der A8 aufgelassen werden. In diesem Bereich sieht der Vorentwurf einen etwa 50 Meter breiten Wilddurchlass vor. Foto: pil
Der Vorentwurf der Autobahndirektion Südbayern für das Mammutprojekt liege derzeit zur Prüfung beim Bundesverkehrsministerium in Bonn. Erst wenn von dort grünes Licht komme, könne das Planfeststellungsverfahren eingeleitet werden, in dem dann Bürger und Träger öffentlicher Belange zur Stellungnahme aufgerufen seien, verdeutlichte der Bürgermeister.
Die Verbreiterung der Trasse von 17 Meter auf etwa das Doppelte ist dabei nur ein Aspekt des Vorhabens, für das in großem Umfang Grund erworben werden soll. Deponieflächen (für Aushub) mit bis zu sechs Meter hohen Erdwällen als Sicht- und Lärmschutz werden dem Entwurf zufolge die Ortschaft Thansau künftig von der Autobahn abschirmen, die zwischen der Innbrücke und der Anschlussstelle Rohrdorf – auch sie wird vergrößert - nach Norden hin erweitert wird. Auf der südlichen Seite sind bis zur Ausfahrt Rohrdorf und danach weiter bis zur Raststätte Samerberg Lärmschutzwände mit bis zu acht Metern Höhe vorgesehen. Auch müssen hier wie im weiteren Verlauf an mehreren Stellen Regenrückhaltebecken gebaut werden.
Tiefgreifende Veränderungen sind, zusätzlich zu mehrere Meter hohen Erddeponien, im Bereich von Geiging/ Apfelkam ins Auge gefasst: Die bestehende Überführung nach Geiging wird aufgelassen; laut aktuellem Planungsstand wird östlich davon eine neue Brücke gebaut sowie eine Verbindung zur Kreisstraße, die quer über derzeit landwirtschaftlich genutzte Flächen führen soll. Die Ausfahrt Achenmühle/ Fahrtrichtung München rückt nach Westen. Und der Hügel bei Apfelkam soll um elf Meter abgesenkt werden. Ersatzlos fällt die Unterführung nach Geiging weg; stattdessen ist dort ein 50 Meter breiter Wilddurchlass vorgesehen.
Wie die betroffenen Grundstückseigentümer den Plänen gegenüberstünden, sei allerdings noch offen, merkte Praxl ergänzend an.
Währenddessen bleibt die Ausfahrt Achenmühle in Fahrtrichtung Salzburg an der jetzigen Stelle. Für die Ortschaft Achenmühle ist insbesondere eine 800 Meter lange, acht Meter hohe gekrümmte Lärmschutzwand vorgesehen (wir berichteten). Auch hier soll die Fahrbahn nach Norden, zum Hang hin, verbreitert werden, was umfangreiche Abgrabungen erfordert.
Für leichtes Befremden nicht nur beim Bürgermeister sorgte derweil die Kennzeichnung eines direkt an der Trasse liegenden Wohnhauses mit einem gelben Kreuz und dem lapidaren Vermerk „wird abgelöst“: „So werden Autobahnen gebaut....“
März 2013


Schuldenfrei ins Jahr 2014
Rohrdorfer Haushalt unter Dach und Fach

Rohrdorf (pil) – Mit dem Haushalt fürs Jahr 2013 hat die Gemeinde Rohrdorf klare Prioritäten gesetzt. Wesentliche Posten in dem Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von 18,4 Millionen Euro sind die Erweiterung des Kindergartens „Zwergerlmühle“ in Achenmühle sowie die Fortführung des Programms Bauland für Einheimische mit Grundstückserwerb und der erforderlichen Erschließung. Zusätzlich soll der Restbetrag eines langjährigen Darlehens zurückgezahlt werden, wodurch die Gemeinde trotz umfangreicher Investitionen in den vergangenen Jahren schuldenfrei ins Jahr 2014 starten kann. Denn eine neue Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen.
Mit 14,3 Millionen Euro im Verwaltungs- und 4,1 Millionen Euro im Vermögenshaushalt präsentierte Kämmerer Peter Wagner dem Finanzausschuss einen Etat, den Bürgermeister Christian Praxl als „solide und nachvollziehbar“ lobte und der vom Gemeinderat einstimmig und ohne Diskussion verabschiedet wurde. Allerdings, machte der Bürgermeister auch klar, wurden die Haushaltsansätze „unter gewissen Zwängen“ vorgenommen.
Der Erweiterungsbau am Kindergarten „Zwergerlmühle“ in Achenmühle schreitet voran. Als Einzugstermin nannte Bürgermeister Christian Praxl bei der Sitzung des Finanzausschusses den Oktober. Foto: pil
Ein Großteil der Finanzmittel sei in der Fertigstellung des Erweiterungsbaus der „Zwergermühle“ in Achenmühle gebunden. Die aktuelle Kostenschätzung beläuft sich auf 2,1 Millionen Euro; davon wurden im vergangenen Jahr 400.000 Euro verbaut. Entsprechend sind 2013 hierfür 1,7 Millionen Euro vorgesehen. Wobei sich die Gesamtsumme angesichts der Probleme bei den Bodenarbeiten allerdings um 150.000 bis 200.000 Euro erhöhen dürfte, was sich dann im Etat des kommenden Jahres niederschlagen werde.
Insgesamt umfasst der Haushalt eine um rund zwei Millionen Euro geringere Investitionssumme als im Vorjahr. Wobei, wie der Bürgermeister betonte, auch andere Projekte, etwa die Sanierungsarbeiten in der Turner-Hölzl-Halle, fertiggestellt würden.
Einen dicken Brocken haben die Rohrdorfer diesmal mit der Kreisumlage zu schlucken. Sie schnellt von 2,9 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 5,2 Millionen Euro in die Höhe. Grund dafür sind die hohen Gewerbesteuereinnahmen von 2011. Die Gewerbesteuerumlage schlägt mit 1,6 Millionen Euro zu Buche.
Auf der Ausgabenseite griff der Kämmerer außerdem neben der Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeugs für die Freiwillige Feuerwehr Höhenmoos (260.000 Euro), den Kanalbau (300.000 Euro), den Straßenbau (500.000 Euro) und den Straßenunterhalt (100.000 Euro) heraus. Für den Ankauf von Bauland für Einheimische sind 330.000 Euro vorgesehen, die letztlich durch den Weiterverkauf gedeckt werden. Rund 36.000 Euro sollen in die neue Straßenbeleuchtung (zunächst für zwei Mustergebiete) investiert werden; der Löwenanteil mit voraussichtlich 175.000 Euro ist in die Planung fürs kommende Jahr aufgenommen. Für die Hochwasserfreilegung in Thansau sind 35.000 Euro eingestellt; weitere 430.000 Euro sind in der Finanzplanung für 2014 berücksichtigt. Rund 680.000 Euro will die Gemeinde zudem auf darauf verwenden, ihre Schulden bis zum Jahresende vollständig zu tilgen. Wagner: „Schuldentilgung ist eine Investition in die Zukunft.“
Kein Ansatz ist unterdessen für die Aufstockung der Montessori-Schule vorgesehen.
Die Einnahmenseite wird im Wesentlichen wieder von der Gewerbesteuer bestimmt. Sieben Millionen Euro hat der Kämmerer hier angesetzt. Doch wie die letzten Jahre gezeigt haben, sei die tatsächliche Höhe der Haupteinnahmequelle der Gemeinde einem steten Auf und Ab unterworfen und damit nur schwer voraussehbar. Größtenteils unverändert im Vergleich zum Vorjahr sind die Ansätze für die Einkommensteuerbeteiligung (2,5 Millionen), Grundsteuer B (580.000 Euro) und Umsatzsteuerbeteiligung (500.000 Euro). Darüber hinaus rechnet Wagner mit einem Überschuss von etwa 1,5 Millionen Euro aus dem Vorjahr.
Unverändert bleiben die ohnehin sehr niedrigen Hebesätze für Grund- (240 Punkte) und Gewerbesteuer (300), sowie die Kanal- und Wassergebühren.
März 2013


"Ausbau grundsätzlich zu groß dimensioniert"
Haltung der Gemeinde Rohrdorf beim Planfeststellungsverfahren für Samerberg-Nord

Siloballen als Mittel des Protests. Auf dieser Wiese sollen im Zuge der Erweiterung der Rastanlage Samerberg-Nord Lkw-Parkplätze entstehen.
Foto: Pilger
Rohrdorf (pil) – Für grundsätzlich zu groß dimensioniert hält der Rohrdorfer Gemeinderat den geplanten Ausbau der Rastanlage Samerberg-Nord an der A8. Ein entsprechender Passus wurde auf Drängen von Rupert Stocker (Bürgerblock) mit dem Verweis auf die naheliegenden Wohnhäuser und den erforderlichen Flächenverbrauch in die Stellungnahme der Gemeinde zum Planfeststellungsverfahren aufgenommen; zumal auch die Anlage auf der Südseite der Autobahn erheblich erweitert wird. „Die Größe kann man sich so nicht bieten lassen.“, betonte er.
„Man muss um jeden Quadratmeter kämpfen, der nicht versiegelt wird“, schloss sich Maria Scholz der Auffassung ihres Fraktionskollegen an. Und auch Martin Frey (CSU) schlug in die gleiche Kerbe: „Ausbau ja, aber kleiner.“ Der Gemeinderat, heißt es nun in der einstimmig verabschiedeten Stellungnahme, erteile das Einvernehmen nur, wenn das Vorhaben um wenigstens 50 Prozent reduziert werde.
Verhindern lasse sich die Erweiterung der Rastanlage, ein Bauprojekt des Bundes, nicht, hatte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) zuvor angemerkt und konkrete Argumente für ein gemeindliches „Nein“ zum Umfang des geplanten Ausbaus gefordert. Zugleich verwies er auf die Notwendigkeit neuer Lkw-Parkplätze; und eine Erweiterung bedeute eine Verbesserung für die gesamte Anlage.
Noch bis Ende Februar liegen die Planunterlagen im Rathaus aus; die Einspruchsfrist endet am 14. März. Wie dem Erläuterungsbericht zu entnehmen ist, wird sich die neue Verkehrsanlage auf insgesamt rund 550 Meter Länge und 80 Meter Breite erstrecken. Die Rastanlage Samerberg-Nord umfasst dann unter anderem 68 (bisher 13) Lkw-Plätze sowie 91 anstatt wie bisher 24 Pkw-Parkplätze; ebenso sollen dort acht Busplätze entstehen. Die vorhandenen Parkflächen im westlichen Teil werden erweitert und neu aufgeteilt. Im östlichen Teil, noch vor dem Tankbereich, sind zusätzliche Lkw-Parkstände vorgesehen. Darüber hinaus werden die Ein- und Ausfädelungsstreifen entlang der Autobahn neu angelegt. Im Bereich der Autobahnausfahrt ist außerdem eine Überführung über die Gemeindeverbindungsstraße zwischen Rohrdorf und Lauterbach erforderlich. Bei der Konzeption dieser Brücke wollen die Gemeinderäte auf jeden Fall die Möglichkeit für den späteren Bau eines Geh- und Radwegs entlang der Gemeindestraße berücksichtigt wissen.
Angesichts der großflächigen Bodenversiegelung wurden im Gremium auch in punkto Oberflächenentwässerung Bedenken laut. Dem Vorschlag von Martin Frey folgend fordert die Gemeinde ausdrücklich, bei der Berechnung der Rückhaltebecken den Maßstab HQ 100 anzulegen.
Und wie bereits für Samerberg-Süd drängen die Rohrdorfer auch für die Rastanlage nördlich der Autobahn darauf, diese am Wirtschaftsweg mit einem Tor von der öffentlichen Straße abzuriegeln und durchgehend einzuzäunen. Indes scheint die Wahl der Ausgleichsflächen, die bei einem Informationsabend im Sommer bei den Eigentümern teils auf Skepsis, teils auf Ablehnung gestoßen war (wir berichteten), in den Hintergrund gerückt zu sein. Der Bitte seitens der Autobahndirektion um eine kurze schriftliche Stellungnahme sei nach Auskunft des dortigen Sachgebietsleiters Christian Rehm bislang keiner der betroffenen Grundbesitzer nachgekommen, berichtete der Bürgermeister. Deshalb forderte Praxl die Betroffenen nochmals auf, ein entsprechendes Schreiben zu verfassen, und sicherte hierfür die Hilfe der Gemeindeverwaltung zu.
Februar 2013


Mehr Platz für Montessori-Schule
Aufstockung noch in diesem Jahr? - Erste Kostenschätzung spricht von 550.000 Euro

Rohrdorf (pil) – Schon seit Längerem benötigt die Montessori-Schule in Rohrdorf weitere Räume. Ob allerdings das neuere der beiden alten Schulgebäude hinterm Rathaus noch in diesem Jahr aufgestockt werden kann, hängt in erster Linie von der Haushaltslage ab. Mit ihr befasst sich der Finanzausschuss am Donnerstag, 14. März; im Gemeinderat steht der Etat eine Woche später auf der Tagesordnung.
Um aber gegebenenfalls rasch startklar zu sein, wurden bereits bei der jüngsten Sitzung einstimmig Architekten- und Ingenieurleistungen vergeben. Zudem soll der Bauantrag ohne nochmalige Behandlung im Gemeinderat auf dem Verwaltungsweg ans Landratsamt geschickt werden; die Baugenehmigung wäre vier Jahre lang gültig. Die Entwürfe sehen einen vorgelagerten Laubengang und ein gegenläufiges Pultdach vor. Mit rund 200 Quadratmetern böte die zusätzliche Etage Platz für zwei Klassenzimmer und einen Fachraum samt Nebenräumen.
Angesichts der Platznot soll die Aufstockung noch vor der ebenfalls anvisierten weiteren Sanierung des Schulgebäudes (Fenster und Außendämmung) in Angriff genommen werden. Dadurch hätten dann die Container bei der Haimmerer-Mühle ausgedient, in denen seit längerem zwei Klassen ausgelagert sind.
Einer ersten Schätzung zufolge koste der Umbau rund 550.000 Euro, wie Bürgermeister Christian Praxl in der Sitzung bekanntgab. Der derzeitige Mietvertrag mit der Montessori-Schule, sie zahlt jährlich 65.500 Euro Miete an die Gemeinde, laufe noch bis zum Jahr 2021; wobei der Träger bereits signalisiert habe, auch künftig am Standort Rohrdorf festhalten zu wollen.
März 2013


Neubeuern: Viehweide bleibt im Spiel
Knappe Mehrheit im Gemeinderat für Fortsetzung der Planung
zum Bericht
Rohrdorfer Gemeinderat befasst sich mit Anfrage aus Neubeuern


Blindgängern auf die Spur kommen
Rohrdorf lässt alte Luftbilder auswerten - Altlasten der ehemaligen Pulverfabrik bringen Stein ins Rollen

Rohrdorf (pil) – Knapp sieben Jahrzehnte nach Kriegsende will Rohrdorf etwaigen Blindgängern auf die Spur kommen. Bei Luftangriffen in den Jahren 1944 und 1945 waren Teile der Ortschaften Rohrdorf und Thansau stark bombardiert worden. Niemand weiß jedoch, ob alle abgeworfenen Bomben auch tatsächlich explodiert sind. Deshalb soll nun ein Münchner Ingenieurbüro anhand alter Luftbilder gezielt nach möglichen hochbrisanten Relikten aus dem Zweiten Weltkrieg suchen, die seither unentdeckt im Boden schlummern. Einen entsprechenden Auftrag (Kostenpunkt 7000 Euro) vergab der Gemeinderat einstimmig.
„Bauen könnte fatale Auswirkungen haben“, brachte Bürgermeister Christian Praxl die Notwendigkeit dieses Schrittes auf den Punkt. Beispielsweise musste im vergangenen August eine Fliegerbombe mitten im Münchner Stadtteil Schwabing gesprengt werden.
In der Gemeinde Rohrdorf hatte letztlich der Verdacht, Grundstücke an der Fabrikstraße in Thansau könnten Altlasten bergen, den Stein ins Rollen gebracht. Dort war, wie in der Gemeindechronik nachzulesen ist, im September 1918 die Munitionsfabrik explodiert, in der Militärsprengstoffe (Trinitrotoluol, TNT) hergestellt wurden; zwei Jahre später ereignete sich eine weitere Explosion in der Trinolfabrik.
Nach engmaschigen Boden- und Wasseruntersuchungen konnte inzwischen aber für sämtliche Privatgrundstücke Entwarnung gegeben werden; sie wurden, wie Praxl weiter ausführte, aus dem Altlastenkataster entfernt. Anders verhalte es sich mit dem Gelände der ehemaligen Pulverfabrik, auf dem heute die Firmen Planatol und Renolit (vormals Alkor) liegen. Bei Planatol etwa lagere derzeit unter Folien belasteter Aushub; und es sei noch zu klären, wer die Entsorgung bezahlen müsse.
Januar 2013


Gewerbegebiet an der Grenze zu Rohrdorf?
Gemeinderat befasst sich mit Anfrage aus Neubeuern

Möglicher Standort für ein Neubeurer Gewerbegebiet? Die sogenannte Viehweide gegenüber der Einmündung der Kreisstraße RO 26 in die Staatsstraße 2359. Foto: Pilger
Rohrdorf/ Neubeuern (pil) – Die Überlegungen des Marktes Neubeuern, auf der sogenannten Viehweide an der Gemeindegrenze zu Rohrdorf ein Gewerbegebiet auszuweisen, hat der dortige Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung zur Kenntnis genommen. Eine etwaige spätere Erweiterung des Gebiets nach Norden hin kommt für die Rohrdorfer Räte jedoch nicht in Frage; für diesen Fall bringen sie angesichts der Nähe zur Ortschaft Rohrdorf bereits jetzt Einwände in ihrem einstimmigen Beschluss vor. Zugleich wiesen sie die Nachbarn ausdrücklich darauf hin, dass seitens der Gemeinde Rohrdorf für diesen Bereich keine Erschließungseinrichtungen für Wasser und Kanal bereit gestellt werden können.
Wie berichtet, zieht Neubeuerns Bürgermeister Josef Trost (CSU) einen weiteren Vorstoß für ein Gewerbegebiet an der Staatsstraße 2359 gegenüber der Einmündung der Kreisstraße RO 26 in Betracht. Vorab wollte er nun die Haltung der Nachbargemeinde ausloten.
Ob das Areal unter einer Hochspannungsleitung als Standort geeignet ist, darüber herrschte im Sitzungssaal – unter den Zuhörern war auch Neubeuerns Zweiter Bürgermeister Johann Schmid - allerdings geteilte Meinung. Joachim Wiesböck (CSU) etwa hält den Abstand von rund 500 Metern zu den nächsten Wohnhäusern für ausreichend. Währenddessen meldeten Vertreter des Bürgerblock nicht nur aus optischen Gründen Bedenken gegen solch ein „Gewerbegebiet auf der grünen Wiese“ an. Karl Blum befürchtet den „Anfang einer Landschaftszersiedelung“. Das Gewerbegebiet, mit dem Neubeuern vom eigenen Ortseingang abrücke, werde unweigerlich Rohrdorf zugeordnet, gab Petra Scholz-Gigler zu Bedenken. Auch bekämen die Siedlungen sicherlich den zusätzlichen Verkehr zu spüren.
Ob ein Gewerbegebiet dort oder knapp zwei Kilometer weiter Richtung Neubeuern angesiedelt werde – nach Ansicht von Karl-Heinz Silichner (CSU) ändere dies nichts an den Auswirkungen des Verkehrs auf die Ortschaft Rohrdorf. Und vielleicht würde an der neuralgischen Kreuzung sogar ein Kreisel gebaut, fügte Marianne Keuschnig von der Freien Wählergemeinschaft an. Wiesböck plädierte außerdem dafür, das kleine Waldstück neben der Staatsstraße zu erhalten. In jedem Fall aber liege die Planungshoheit für das Gelände in den Händen der Gemeinde Neubeuern, hatte der Rohrdorfer Rathauschef Christian Praxl (CSU) eingangs verdeutlicht. Wobei er die Lage an dem Knotenpunkt Staats-/ Kreisstraße für eine „gute Lösung“ hält. Praxl erinnerte außerdem an die Situation im Griesenholz und in Daxa, wo Rohrdorf mit seinen Gewerbegebieten abseits der Ortschaften bis nahe an die Gemeindegrenze zu Stephanskirchen beziehungsweise Frasdorf herangerückt sei.
Januar 2013


Machten nicht nur beim Showtanz eine gute Figur: Das Rohrdorfer Prinzenpaar Katharina I. und Josef II.
Zauberten einen Hauch von Broadway ins Turner Hölzl: Die Rohrdorfer Gardemädchen. Fotos: Pilger

Rohrdorf hat das Zeug zur Metropole
Gelungener Krönungsball in "New York City" - und ein paar Seitenhiebe auf die Nachbarn


Vom Hip-Hopper zum Hofmarschall: Franz Steiner
Rohrdorf – Dass auch ein 5500-Seelen-Dorf durchaus das Zeug zur Metropole haben kann, bewies die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) mit ihrem rundum gelungenen Inthronisationsball im Turner Hölzl. Vor der imposanten Kulisse der Brooklyn Bridge bescherte sie den rund 350 Besuchern eine Ballnacht, die hielt, was das diesjährige Motto versprach: „New York City live“.
Souverän nahm Bürgermeister Christian Praxl im Schatten der Freiheitsstatue seine vorübergehende Entmachtung hin, händigte widerstandslos Rathausschlüssel samt Gemeindekasse an die neuen Herrschaften aus und wünschte ihnen „good luck“. Hofft das bis dato amtierende Gemeindeoberhaupt doch, dass Prinzessin Katharina I. (Unterseher), Sunshine Lady aus Downtown Stetten, und Prinz Josef II. (Gaßbichler), Schwungvoller Held der Thalham Bronx, gemeinsam mit ihrem Hofstaat in den kommenden Wochen neues Leben in den Ort bringen; denn der mute seit dem Abzug der Cowboys vor drei Jahren wie eine verlassene Goldgräberstadt an. Keinen Kramerladen gibt’s seit der „Geisler-nahme“ mehr; der Medizinmann hat die Apotheke zugesperrt; ja, selbst im Saloon sind die Lichter ausgegangen. Vom Verbleib der Cowboys indes wusste der Bürgermeister nur soviel zu berichten: Auf ihrem Weg zum nächsten Fluss wollten sie in Neubeuern Zwischenstation machen – fanden dort jedoch keine Bäume mehr, um ihre Rösser daran anzubinden.
Aber zurück ins oberbayerische New York des Jahres 2013, wo die neuen Machthaber mit kleineren Anlaufschwierigkeiten zu kämpfen hatten. Zunächst musste sich Franz Steiner – er kam mit Baseball-Cap und Kapuzenjacke auf einem Skateboard zum Ort des Geschehens geflitzt – in Hofmarschall-Schale, sprich Frack und Zylinder, werfen, um in amüsant-launiger Manier die Moderation des Abends zu übernehmen. Dann war vorübergehend RFG-Vizepräsident Richard Koll unauffindbar. Der schälte sich später ebenso wie die 13 Gardemädchen aus den unergründlichen Tiefen eines zum Yellow Cab umgemünzten VW Polo.
Auch im Showteil sorgte die Garde für Super-Stimmung.
Dass die Faschings-Truppe in den kommenden Wochen dennoch Leben in die Bude bringen wird, bewiesen Prinzenpaar, Garde und Minister gleichermaßen. Der fetzige Marsch der Gardemädchen mit ihren weißen Zylindern, glitzernden Tops und golden schimmernden Röcken sorgte gleich zu Beginn des ebenso abwechslungsreichen wie unterhaltsamen Tanz-Programms für Stimmung inmitten einer umlaufenden Wolkenkratzer-Skyline. Anmut im Dreivierteltakt, gepaart mit herrlichen Hebefiguren, bestimmte anschließend den Prinzenwalzer; mit Leichtigkeit wirbelte der frischgebackene Regent seine zierliche Partnerin im duftigen hellgrünen Kleid (es stammt ebenso wie die anderen Kostüme aus dem Atelier von Schneidermeisterin Andrea Schneebichler) übers Parkett.
Die Minister rockten die Halle mit ihrer Mitternachtsshow.
Viel Ausdauer verlangte den Majestäten der temporeiche Showblock mit den zahlreichen akrobatischen Elementen ab, in dem auch die Garde unter dem Kommando von Majorin Elisabeth Fischbacher erneut zu Hochform auflief. Ohrwürmer wie „One Singular Sensation“ aus dem Broadway-Musical „A Chorus Line“, Frank Sinatras „It's up to you, New York“, „Big Spender“ oder der Udo-Jürgens-Hit „Ich war noch niemals in New York“ lieferten das akustische Rahmenprogramm für die Tanzeinlagen, die dank der Technik in ein ganz besonderes Licht gerückt wurden. Das Publikum, darunter Abordnungen der Gilden aus Neubeuern, Prutting und Vagen, dankte es mit lange anhaltendem Applaus und erklatschte sich Zugabe um Zugabe.
Selbst an Ratschlägen für eine erfolgreiche Regentschaft mangelte es nicht. So hatte Konrad Stuffer von der Neubeurer Gilde nicht nur „a bärig Blumenstrauß“ im Gepäck, sondern auch ein in seiner Heimat erprobtes Gute-Laune-Rezept: „If you want to have a big gaudi, take die kettensäge....“
Den offiziellen Schlusspunkt dieses schwungvollen Abends aber setzte – last but not least – die Ministerriege mit ihrer Interpretation des „Time Warp“ aus der legendären „Rocky Horror Picture Show“ und trieb mit gekonnten Hüftschwüngen und Breakdance-Einlagen vor allem den weiblichen Teil der Zuschauer zu wahren Begeisterungsschreien. Und wer nach Inthronisationszeremoniell, Ordensverleihung, Tanzdarbietungen und Tanzbeinschwingen zu den Klängen der Band „Radio Beats“ immer noch nicht genug hatte, den verschlug es zu guter Letzt in die Bronx – zu einem Absacker als krönendem Abschluss des Faschingsauftakts im Big Apple am Inn.
Der nächsten Termine dort stehen für die RFG-Mannschaft unter Präsidentin Alexandra Stiller bereits vor der Tür: Am Samstag, 19. Januar, folgt der Gildeball (Beginn 19 Uhr); und am Sonntag, 3. Februar, nimmt um 14 Uhr der Faschingszug Aufstellung.
Januar 2013
Feuerprobe mit Bravour bestanden: Die Garde legte im Showteil einen fetzigen Auftritt hin.
Während im Showblock (linkes Foto) Ausdauer und akrobatisches Können gefragt waren, war der traditionelle Walzer geprägt von Anmut im Dreivierteltakt. Für all ihre Tanzeinlagen ernteten Prinzessin Katharina I. und Prinz Josef II. lang anhaltenden Applaus.



"Ein arbeitsintensives Jahr und eine sehr gute Finanzlage"
Auch für 2013 steht bereits viel Arbeit für die Gemeinde Rohrdorf an

Rohrdorf (pil) – Wenngleich das zurückliegende Jahr für ihn persönlich krankheitsbedingt schlecht angelaufen war, blickte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl doch auf ein, aus Sicht der Gemeinde, „erfolgreiches und arbeitsintensives“ Jahr zurück und dankte dabei den Mitarbeitern in der Verwaltung ebenso wie seinen beiden Stellvertretern und den Gemeinderäten für die gute Zusammenarbeit.
Insgesamt 20mal hatte das Gremium inklusive Bauausschuss getagt und mehr als 200 Beschlüsse gefasst; und diese wiederum seien zu mehr als 95 Prozent einstimmig ausgefallen. Als deutliches Zeichen dafür, dass die Gemeindepolitik aber auch von der breiten Mehrheit der Bürger getragen werde, wertete er die Tatsache, dass sich bei den Bürgerversammlungen in Rohrdorf und Höhenmoos niemand zu Wort gemeldet hatte.
Doch, betonte Praxl, müssten sich die Gemeinderäte bei all ihren Entscheidungen an rechtlichen Vorgaben orientieren. Es könne daher nicht angehen, dass sie bei unliebsamen Beschlüssen persönlich angegangen würden. Und ebenso wenig werde er hinnehmen, dass seine Mitarbeiter bei der Ausübung ihres Dienstes in Misskredit gebracht würden.
Die Sanierungsarbeiten im Turner Hölzl, der Ausbau der Hubertusstraße, die Sanierung der Brücke in Sinning, der Wasserleitungsbau von Wolfspoint nach Thalmann (inzwischen ist auch der Radweg wieder freigegeben), das Bebauungsplanverfahren Rohrdorfer Ortsmitte, das noch im Januar abgeschlossen werden soll - es war eine ganze Reihe von Projekten, die der Bürgermeister in seinem Rückblick auflistete. Doch auch fürs kommende Jahr steht bereits einiges an Arbeit an, wie etwa das Programm Bauland für Einheimische, die Fortsetzung der Sanierungsarbeiten an der Montessorischule, die Hochwasserfreilegung für Thansau (sobald die rechtlichen Voraussetzungen hierfür erfüllt sind) sowie die Erweiterung des Hauses für Kinder in Achenmühle, die bis zum Start des nächsten Kindergartenjahres fertiggestellt werden soll.
Die finanzielle Lage der Gemeinde sei dabei als „sehr sehr gut“ zu bezeichnen. Wie bereits 2012 flössen auch im kommenden Jahr im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs keine Schlüsselzuweisungen vom Freistaat an die Kommune, die bereits Ende 2013 schuldenfrei dastehen könnte.
Das wirklich letzte Wort in der Rohrdorfer Weihnachtsitzung aber hatte traditionsgemäß der Vize. So dankte Joachim Wiesböck – im Namen des Gemeinderats und vieler Bürger - dem „Ersten“ und hofft, er möge den Schwung der vergangenen Monate ins neue Jahr mitnehmen. Ausdrücklich hob er auch die gute Zusammenarbeit mit dem dritten Bürgermeister Martin Fischbacher während der schwierigen Wochen zu Jahresbeginn hervor.
Dezember 2012


"So einfach kann Inklusion sein"
Firma Schattdecor erhält die Goldene Rampe
zum Bericht


Der Schilderbaum an der Kreuzung Frasdorfer/ Törwanger Straße in Achenmühle ist vielen Rohrdorfer Gemeinderäten ein Dorn im Auge. Ihn wird sich demnächst die Verwaltung vornehmen.
Foto: Pilger
Keine Hinweistafel für Samerberg
Gemeinderat Rohrdorf schmettert Antrag der Nachbarn ab

Rohrdorf (pil) – Eine feste Tafel für Hinweise auf Veranstaltungen in der Gemeinde Samerberg wird es in Achenmühle nicht geben. Gegen die Stimme von Bürgermeister Christian Praxl (CSU) schmetterte das Rohrdorfer Gremium einen entsprechenden Antrag der Nachbargemeinde ab.
Auf strikte Ablehnung stieß der Wunsch unter anderem bei Franz Steiner (Freier Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle). „Wir stellen auch nicht in anderen Gemeinden Tafeln auf.“, argumentierte er und erinnerte zugleich daran, dass Samerberg den Höhenmooser Trachtlern nicht einmal zum Gaufest vor wenigen Jahren gestattet hatte, dort für diese Großveranstaltung zu werben. „Die Tafel hat bei uns nichts verloren.“, schloss sich Karl-Heinz Silichner (CSU) dem an.
Damit fand auch der Vorschlag des Bürgermeisters, die Hinweistafel deutlich von der Kreuzung Frasdorfer/ Törwanger Straße abzurücken, keine Zustimmung. Er hatte dafür plädiert, mit einer festen Anschlagmöglichkeit für geordnete Verhältnisse in Sachen Plakatierung zu sorgen.
Ein Dorn im Auge ist Steiner ebenso wie seinem Fraktionskollegen Markus Unterseher aber auch der Schilderbaum an der Kreuzung der beiden Kreisstraßen, an dem eine ganze Reihe von Werbetafeln für Samerberger Gaststätten angebracht ist. Die Sicht werde dadurch stark beeinträchtigt - „eine Zumutung“ für Radler wie für Autofahrer. Dieses Sammelsurium wird sich demnächst die Verwaltung vornehmen.
November 2012


Scheinakazien in der Ortsmitte werden gefällt

Drei der Scheinakazien in der Rohrdorfer Ortsmitte (Foto) müssen gefällt werden. Eine Kontrolle durch den Bauhof hat ergeben, dass an mehreren Stellen Wurzelwerk die Gehwegplatten angehoben und so für Stolperfallen gesorgt hat; außerdem wurden Baumkronen, die teilweise bis in den Straßenraum hineinragen, von Lkw-Aufbauten beschädigt.
Für Ersatz in Form von Säulenahorn sei aber bereits gesorgt, wie Bürgermeister Christian Praxl im Hauptausschuss erklärte: „Die neuen Bäume sind schon bestellt.“
Text/ Foto: pil
November 2012


Nicht nur die Rohrdorfer Gardemädchen und Minister fiebern dem Fasching 2013 entgegen...

Der "Big Apple" kommt nach Rohrdorf
Katharina I. und Josef II. regieren unter dem Motto "New York City live"

... auch Katharina I. und Josef II. können es kaum mehr erwarten.
Fotos: pil
Rohrdorf (pil) – Die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) scheut nicht den Griff über den großen Teich - und holt unter dem Motto „New York City live“ kurzerhand den Big Apple vom Hudson River an den Inn. Die Schlüsselgewalt übers Rathaus wollen sich dabei auf jeden Fall Prinzessin Katharina I., Sunshine Lady aus Downtown Stetten, und Prinz Josef II., Schwungvoller Held der Thalham Bronx, sichern.
Unter großem Applaus wurden bei der Jahreshauptversammlung aber nicht nur die neuen Regenten eingeführt; kräftigen Beifall gab's auch für die 13 Gardemädchen und die zehn Minister (einer fehlte unfallbedingt), die schon jetzt darauf brennen, ihren Majestäten bis zum Aschermittwoch bei den „Regierungsgeschäften“ zur Seite zu stehen.
Mit einer gewohnt großen Portion trockenen Humors übernahm Hofmarschall Franz Steiner die Vorstellung von Prinzenpaar und Hofstaat und forderte wie auch RFG-Präsidentin Alexandra Stiller die gut 120 Anwesenden im Stocker-Saal zu tatkräftiger Mithilfe auf; schließlich steht neben dem Krönungsball am Samstag, 12. Januar, und dem Gildeball (Samstag, 19. Januar) der traditionelle Faschingszug (Sonntag, 3. Februar) auf dem Programm.
Für Katharina Unterseher aus Ranhartstetten jedenfalls geht in dieser – wenngleich recht kurzen - Faschingssaison ein langgehegter Wunsch in Erfüllung: „Das war schon immer mein Kindheitstraum.“, freut sich die zierliche Produktionsangestellte in der Silikon- und Kunststofftechnik über ihr neues Amt. Bereits zweimal hat die 25jährige die narrische Jahreszeit als Gardemädchen mitgemacht. Und ebenso wie für Josef Gaßbichler (32), Landwirt aus Thalham mit zweifacher Minister-Vergangenheit, gibt es für sie im Moment vor allem ein großes Hobby: das Tanzen.
Voll im Training für ihre Show ist auch schon die Garde, zu der sich - ganz New York like - Alex, der Löwe aus dem Kinostreifen Madagascar, als Maskottchen gesellt hat. Zur Truppe von Gardemajor Elisabeth Fischbacher gehören Christina Demmel, Katharina Fortner, Barbara Hausböck, Andrea Hollinger, Raphaela Kapsner, Maria Kieler, Alisa Praxl, Eva Riepertinger, Carolin Schober, Elisabeth Steindlmüller, Katharina Steindlmüller und Maria Stöhr.
Den ministeriellen Aufgaben im Hofstaat widmen sich derweil Manuel Ellmaier, Anton Frey, Andreas Hainzlmeir, Markus Hainzlmeir, Sebastian Hainzlmeir, Martin Hefter, Peter Schaal, Sebastian Schmid, Martin Steiner und Michael Stöhr – wobei dem Vernehmen nach wieder mit einer Einlage der Minister-Riege gerechnet werden darf....
November 2013


Ein Fasching – vier Termine

Den Auftakt des Rohrdorfer Faschings bildet am Samstag, 12. Januar, ab 19 Uhr der Krönungsball. Für Stimmung im Turner Hölzl sorgen die „Radio Beats“. Der Gildeball folgt eine Woche später mit der Band „Nebraksa“. Beginn ist ebenfalls um 19 Uhr.
Am Sonntag, 3. Februar, setzt sich dann um 14 Uhr der Faschingszug durchs Dorf in Bewegung. Und zum Kehraus lädt die RFG am Dienstag, 12. Februar, ebenfalls mit den "Radio Beats" ein.




Kompromiss an der Fabrikstraße: Gebäudeblöcke unterteilt
Gemeinderat gibt grünes Licht für Voranfrage - Innenhof möglich?


Einheimischen-Programm nimmt wieder Fahrt auf
Pluspunkte für Ortsansässigkeit, Kinder und geringes Einkommen

Rohrdorf (pil) – Günstiger Baugrund ist knapp; und immer wieder müssen nicht nur junge Menschen, die in Rohrdorf aufgewachsen sind, ihre Pläne vom Eigenheim am Ort begraben und abwandern. Deshalb will man hier das Programm „Bauland für Einheimische“ in den kommenden Jahren wieder kräftig anschieben.
Derzeit besitzt die Gemeinde Rohrdorf sieben solcher Parzellen, für deren Erschließung im Haushalt 2013 Mittel bereitgestellt werden sollen. Um den Anforderungen der EU-Kommission an die Vergabepraxis gerecht zu werden, hat ein eigens gegründeter Arbeitskreis aus den Reihen des Gemeinderats und der Verwaltung jetzt das Vergabesystem überarbeitet. Das Ergebnis stieß im Gremium allgemein auf große Zustimmung und wurde lediglich in punkto Einkommensgrenzen nachgebessert.
Für ein Grundstück zu vergünstigten Konditionen kann sich demnach jeder Bürger bewerben, der in Rohrdorf wohnt beziehungsweise gewohnt hat. Anhand eines Punktesystems werden dann verschiedene Kriterien wie das Einkommen und die familiäre Situation bewertet und gewichtet.
Besondere Bedeutung misst der Kriterienkatalog dem Status „Einheimischer“ zu: Mit zwei Pluspunkten pro Jahr schlägt sich der Wohnsitz in der Gemeinde ab dem 18. Lebensjahr nieder; maximal werden hier 40 Punkte vergeben. Wer vor seinem 18. Lebensjahr in Rohrdorf gewohnt hat, erhält pauschal fünf Punkte. Weitere fünf Punkte werden Alleinerziehenden, Ehepaaren und eingetragenen Partnerschaften gutgeschrieben. Stammen beide Partner aus Rohrdorf, wird die jeweils höhere „Wohnsitz-Punktezahl“ angerechnet.
Eine große Rolle bei der Bewertung spielt auch der Nachwuchs: Fünf Punkte sieht der Katalog für das erste Kind vor, sieben fürs zweite und ab dem dritten Kind jeweils zehn. Zusätzlich zehn beziehungsweise fünf Punkte gibt es für ein schwer behindertes Kind oder einen schwerbehinderten Angehörigen, der im Haushalt lebt und gepflegt wird.
Ebenso schlägt sich die finanzielle Situation der Bewerber auf dem Punktekonto nieder: Für niedrige Einkommen (Bruttojahreseinkommen von weniger als 50.000 Euro) werden fünf Punkte gutgeschrieben; liegt es hingegen über 60.000 Euro, werden drei Punkte „abgebucht“. Zudem kamen die Gemeinderäte auf Anregung von Rupert Stocker (Bürgerblock) überein, hohe Einkommen mit mehr Minuspunkten zu belegen, nämlich ab 80.000 Euro mit zehn und ab 100.000 Euro mit 15 Punkten.
Besonders stark aber - nämlich mit 30 Minuspunkten - fällt eigener Haus- und Grundbesitz ins Gewicht.
Die Vergabe der Bauplätze, für die im notariellen Kaufvertrag eine Eigennutzung von 15 Jahren festgeschrieben wird, nimmt der Gemeinderat dann in einem anonymisierten Verfahren vor. Bei einem Punktegleichstand gibt die Dauer der Gemeindezugehörigkeit den Ausschlag.
Konkrete Bewerbungen, teilte die Rathausverwaltung mit, seien jedoch erst möglich, wenn alle Details wie beispielsweise die Höhe der Grundstückspreise und der Erschließungskostenpauschale geklärt sind.
Oktober 2012


Gemeinderat muss dicken Brocken schlucken
Kosten für Erdarbeiten an der "Zwergerlmühle" verdoppeln sich

Rohrdorf (pil) – Einen dicken Brocken hatten die Rohrdorfer Gemeinderäte bei der vergangenen Sitzung zu schlucken: Die schwierigen Bodenverhältnisse haben den Aushub für den Erweiterungsbau der „Zwergerlmühle“ in Achenmühle noch aufwendiger gestaltet als befürchtet und erforderten sowohl eine Statik als auch eine Prüfstatik. Jetzt lag der Nachtrag der Baufirma in Höhe von gut 101.000 Euro netto vor, was beinahe eine Verdoppelung der Kosten für dieses Gewerk bedeutet; der ursprüngliche Auftrag belief sich auf rund 125.000 Euro brutto. Zähneknirschend wurde der Nachtrag einstimmig bewilligt.
Aufgrund der günstigen Preise in anderen Gewerken bewege man sich zwar nach wie vor innerhalb des gesteckten Kostenrahmens von insgesamt etwa zwei Millionen Euro, wie Bürgermeister Christian Praxl erläuterte. Doch der einkalkulierte Puffer sei jetzt schon ausgereizt.
Zuvor hatten die Gemeinderäte die Aufträge für Spengler-, Estrich-, Schreiner- und Lüftungsarbeiten vergeben sowie für den Einbau des Speisenaufzugs. Außerdem, auch dies wurde einstimmig beschlossen, werden im kommenden Haushalt Mittel für die Sanierung der Heizungsanlage und der Sanitärräume im „Altbau“ des Integrativen Hauses für Kinder bereitgestellt.
Oktober 2012


Ein Bürgermeisterbericht, die Finanzlage und keine Wortmeldungen
Chronologischer Streifzug durchs Rohrdorfer Gemeindejahr - 60 Zuhörer im Turner Hölzl

Rohrdorf (pil) – In Rohrdorf ist die Welt aus Sicht der Bürger augenscheinlich in Ordnung. Zumindest endete die diesjährige Bürgerversammlung für die Ortsteile Rohrdorf und Thansau nach dem Rechenschaftsbericht von Bürgermeister Christian Praxl. Wortmeldungen aus den Reihen der etwa 60 Zuhörer gab es nicht.
Mit einem chronologischen Abriss über die Ereignisse in der Gemeinde und die Arbeit im Gemeinderat führte der Rathaus-Chef in der Turner Hölzl-Halle durch die vergangenen zwölf Monate. Anhand zahlreicher Bilder spannte er dabei den Bogen vom Ausbau des Breitband-Netzes für Achenmühle, Osterkam, Höhenmoos und Hetzenbichl über die schwierigen Verhandlungen im Zuge des Bebauungsplans RO 19 „Dorfplatz“ bis hin zum kostenlosen Fahrdienst für Senioren zum Lebensmittelmarkt in Thansau. Neben dem geplanten Ausbau der Rastanlage Samerberg-Süd – der Planfeststellungsbeschluss kann im Rathaus eingesehen werden - ging Praxl zudem auf das Einheimischenprogramm ein, dessen Kriterienkatalog jetzt überarbeitet worden ist. Derzeit verfüge die Gemeinde über sieben noch nicht erschlossene Parzellen.
Beim Planungsdialog zum sechsspurigen Ausbau der Salzburger Autobahn seien zwar nicht alle Erwartungen erfüllt worden, doch sei für den Bereich Achenmühle nun eine 800 Meter lange, gekrümmte Lärmschutzwand vorgesehen.
Insgesamt 250 Plätze in Kindertagesstätten hat Rohrdorf derzeit zu bieten, was sich die Gemeinde jährlich 405.000 Euro kosten lasse, also 1.620 Euro für jedes Kind. Als „Schmuckstück“ bezeichnete Praxl dabei den im vergangenen Dezember eingeweihten Kindergarten „Heilige Familie“ in Thansau. Bei der Erweiterung der „Zwergerlmühle“ in Achenmühle habe man allerdings mit den schwierigen Bodenverhältnissen zu kämpfen. Ins erste Schuljahr seien im Herbst unterdessen nur 37 ABC-Schützen gestartet.
Weitere Punkte im Rechenschaftsbericht waren unter anderem der Ausbau der Hubertusstraße, der Wasserleitungsbau von Wolfspoint nach Thalmann sowie die Sanierung der alten Schulgebäude. Aber auch große Veranstaltungen wie das 60-Jahr-Jubiläum der Jungbauernschaft Rohrdorf, die Eröffnung des 10. „Rosenheimer Bauernherbst“ in Höhenmoos, das internationale Floorball-Turnier der „Lumberjacks“ und die 90-Jahr-Feier des TSV Rohrdorf-Thansau haben das abgelaufene Jahr geprägt. Und mit dem Möbelschreiner Richard Martin Schauer wurde sogar ein waschechter Weltmeister im Gemeinderat geehrt.
Als „vollen Erfolg“ wertete der Bürgermeister das Ferienprogramm mit 51 Aktionen und rund 230 Teilnehmern. Zugleich lud er die Rohrdorfer ein, auf der neu gestalteten Homepage www.rohrdorf.de vorbeizuschauen, die im Juni ins Netz gegangen ist.
Erste Früchte trage wohl auch die Verkehrsüberwachung: Bei 35.756 erfassten Kfz lag die Beanstandungsquote mit 4,87 Prozent unter dem Wert des Vorjahres (6,23 Prozent). Und bei einer Messreihe mit dem elektronischen Zeigefinger in der Rohrdorfer Ortsmitte hatten sich 97 Prozent der Kraftfahrer an Tempo 50 gehalten.
Wie es um die Finanzen der Gemeinde bestellt ist, erläuterte Kämmerer Peter Wagner. So habe sich das Gewerbesteueraufkommen – der wichtigste Posten auf der Einnahmeseite – nach den extremen Schwankungen in den vergangenen Jahren nun wieder eingependelt. Mit den bislang fälligen 5,9 Millionen Euro läge man derzeit aber noch etwa eine Million unter dem Haushaltsansatz. Insgesamt umfasst der Etat für 2012 ein Volumen von 20,5 Millionen Euro, davon 13,9 Millionen im Verwaltungs- und 6,6 Millionen im Vermögenshaushalt.
Kein Thema ist für die Verwaltung – entgegen einer Anregung von Seiten der Kommunalaufsicht – eine Neufestsetzung der Gebühren für Wasser und Kanal, die nicht kostendeckend seien. Vielmehr sind sich Kämmerer und Bürgermeister einig: „Abgabenerhöhungen sind nicht beabsichtigt.“ Dies komme sämtlichen Bürgern zugute und sei, so Wagner, mehr wert als üppige Vereinsförderungen. Ebenso wenig wolle man an der Steuerschraube drehen, wenngleich Rohrdorf bei der Gewerbesteuer mit einem Hebesatz von 300 Punkten und der Grundsteuer B (240) im landkreisweiten Vergleich am unteren Ende rangiere. Dank der guten Finanzausstattung „kann es sich Rohrdorf leisten, die Bürger nicht übermäßig zu belasten“.
Ihre Schulden aus einem langjährigen Kommunalkredit wird die Gemeinde bis zum Jahresende auf rund 674.000 Euro abbauen und könnte möglicherweise schuldenfrei ins Jahr 2014 starten.
Oktober 2012


Gespielte Witze und ein Schuss Magie

Der Abend hatte eigentlich schon begonnen, noch bevor sich der Vorhang im Pfarrheim hob: Günter Schwarz, stilecht ausgestattet mit weißem Hut, weißem Schal und silbern glitzerndem Jacket, war in die Rolle des Conférenciers geschlüpft, begrüßte das Publikum, zweifelte bisweilen an seiner eifrigen Assistentin (Anke Kurfer) und führte dann auf teils magische Weise (Foto links)durch den Sketche-Abend des Ensembles der Rohrdorfer „Harlekin-Komödie“. Denn mit den „Harlekin-Shortys“ steht in dieser Saison anstelle der gewohnten Theateraufführung ein bunter Abend mit Zauberei und gespielten Witzen auf dem Spielplan – und das alles gewissermaßen unter dem Vorzeichen „Back to the roots“, hatte die Laienbühne doch vor vielen Jahren im Pfarrheim ihre ersten Auftritte, bevor sie in die Mehrzweckhalle im Turner Hölzl umsiedelte.
Den ersten Teil bestritt vorwiegend die Kinder-Truppe „Harlekids“ mit teils bekannten Szenen um den Einkaufszettel von Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger oder den Karl Valentin'schen Scheinwerfer, der Celina Müller, Jonas Weiß und Stefan Thalmeier (rechtes Foto, von links) einiges Kopfzerbrechen bereitete. Und selbstredend fehlte auch Didi Hallervordens Flasche Pommes („Palim-Palim“) nicht.
Nach der Pause nahmen dann die „Großen“ Themen wie Homeshopping und Facelifting aufs Korn. Beifall gab's vom leider recht überschaubaren Premierenpublikum aber nicht nur für die kurzweilige Unterhaltung; auch die familiäre Atmosphäre an den dekorierten Tischen fand durchwegs Anklang.
Noch zweimal - am Freitag, 19., und Samstag, 20. Oktober, jeweils ab 20 Uhr - wird der Sketche-Abend im Rohrdorfer Pfarrheim aufgeführt. Karten gibt es an der Abendkasse.
Text/ Fotos: Pilger
Oktober 2012




Neues Fahrzeug für die Feuerwehr Höhenmoos
Gemeinderat zieht Ersatzbeschaffung vor - 70.000 Euro Zuschuss erwartet

Rohrdorf/ Höhenmoos (pil) – Das Löschgruppenfahrzeug LF 8 der Freiwilligen Feuerwehr Höhenmoos ist in die Jahre gekommen und wird noch vor seiner turnusmäßigen Ausmusterung ersetzt. Rund 250.000 Euro kostet das neue Fahrzeug, ein LF-KatS mit Wassertank, wie es auch für den Katastrophenschutz gebaut wird. Die Kosten sollen auf die Haushaltsjahre 2013 und 2014 verteilt werden. An Zuschuss seien rund 70.000 Euro zu erwarten, wie Bürgermeister Christian Praxl vor den zahlreichen Feuerwehrlern aus Höhenmoos im Sitzungssaal ausführte.
Mittlerweile werde das LF 8 recht reparaturanfällig, doch für das 22 Jahre alte Gefährt gebe es keine Ersatzteile mehr, verdeutlichte Sebastian Kreidl vom Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle, zugleich Vorsitzender des Feuerwehrvereins Höhenmoos. Die Ersatzbeschaffung um ein Jahr vorzuziehen, hält er daher für sinnvoll; denn mit Zuschussantrag und Lieferzeit werde der 14-Tonner für neun Mann Besatzung ohnehin wohl erst 2014 in Höhenmoos stehen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat die Verwaltung, in Abstimmung mit der Kreisbrandinspektion Rosenheim und der Feuerwehr Höhenmoos die Ausschreibung vorzubereiten.
Der voraussichtlich nächste Austausch im Fuhrpark der vier Gemeinde-Wehren ist dann im Jahr 2015 mit dem Mehrzweckfahrzeug der Rohrdorfer fällig.
Oktober 2012


Gemeinderat muss dicken Brocken schlucken
Kosten für Erdarbeiten an der "Zwergerlmühle" verdoppeln sich


Nachtarock zur 30er-Zone
Schreiben der Montessorischule wurde nicht verlesen

Rohrdorf (pil) – Nachtarock zum Tagesordnungspunkt „Ausweisung einer Tempo 30-Zone für die Ortsmitte von Rohrdorf“: Wie berichtet, war Ende Mai ein entsprechender Antrag des Bürgerblock (BR) mit den Stimmen von CSU, SPD, Freiem Wählerblock Höhenmoos/ Achenmühle und Freier Wählergemeinschaft abgelehnt worden. Später hatte sich dann herausgestellt, dass ein an Bürgermeister und Gemeinderat adressiertes Schreiben der Montessori-Schule dem Gremium nicht zur Kenntnis gegeben worden war; in dem Brief sprechen sich Schule und Trägerverein ausdrücklich für eine Tempo 30-Zone in der Ortsmitte aus.
Schon in der Juli-Sitzung hatten Martin Fischbacher und Karl Blum vom BR das Vorgehen von Bürgermeister Christian Praxl (CSU) als „äußerst bedenklich“ kritisiert. Da dieser zu dem Zeitpunkt im Urlaub war und zu dem Vorwurf folglich nicht Stellung nehmen konnte, brachte Blum den Sachverhalt nun erneut aufs Tapet.
Der Bürgermeister seinerseits räumte ein Versehen ein; er hatte das Schreiben, das kurz vor der Mai-Sitzung im Rathaus eingegangen war, weder verlesen noch den Gemeinderäten eine Kopie als Tischvorlage zur Verfügung gestellt. Doch, ergänzte Praxl, sei der BR-Antrag eingehend diskutiert worden. Gleichwohl wolle er künftig ganz besonders darauf achten, dass Schreiben an den Gemeinderat diesem auch zur Kenntnis gegeben würden.
September 2012


An der „Zwergerlmühle“ in Achenmühle haben jetzt die Bagger das Sagen. In den Erweiterungsbau, der neben der bestehenden Tagesstätte entsteht, sollen zwei Krippengruppen und der Hort einziehen. Foto: Pilger
An der "Zwergerlmühle" tut sich was
Startschuss für Erweiterung gefallen - Geringes Defizit aus 2011

Achenmühle (pil) – Der Startschuss für die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle ist gefallen; und die Bagger haben bereits unübersehbar für Veränderungen rund um die „Zwergerlmühle“ gesorgt.
Zwischenzeitlich wurden die Baumeisterarbeiten und das Gewerk Holzbau vergeben; bei seiner jüngsten Sitzung beauftragte der Gemeinderat nun die Elektroarbeiten für den Neubau, in den zwei Krippengruppen und der Hort einziehen sollen.
Auch in der bestehenden Tagesstätte waren den Sommer über Handwerker aktiv: Dort wurde als Folge des Wasserschadens vom vorigen Jahr der Holzschwingboden im Turnraum, welcher mehrere Jahre lang als Gruppenraum gedient hat, ausgewechselt. Die Notwendigkeit der 18.000 Euro teuren Maßnahme hatte sich nach dem Ausbau des alten Bodens deutlich gezeigt: Teile der Isolierung hätten buchstäblich im Wasser gelegen, schilderte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl. Und durch die Erweiterung der „Zwergerlmühle“ könne der Turnraum auch wieder als solcher genutzt werden.
Ein Lob an die Kindergartenleitung und den Träger, den Kreisverband der Arbeiterwohlfahrt, sprach der Gemeinderat angesichts der Jahresrechnung fürs Jahr 2011 aus, die mit einem Defizit von lediglich 1420 Euro abschließt. Der Fehlbetrag wird mit dem aus den Vorjahren bestehenden Überschuss von rund 31.000 Euro verrechnet.
September 2012


Volltreffer im Ferienprogramm

Die Füße parallel zur Schusslinie, den Pfeil einlegen, das Ziel mit beiden Augen anvisieren, gleichmäßig atmen, die Sehne mit Zeige-, Mittel- und Ringfinger bis zum Mundwinkel spannen und ruhig lösen – Einen Volltreffer konnte zwar nicht jeder landen; dennoch ließen sich die Teilnehmer des Schnupperkurses Bogenschießen nicht entmutigen, der in diesem Jahr Premiere im Rohrdorfer Ferienprogramm hatte.
Pit Fürleger vermittelte den Kindern auf unterhaltsame Art nicht nur die Geheimnisse des instinktiven Bogenschießens. Auch über die Entwicklung von Pfeil und Bogen von einer steinzeitlichen Jagdwaffe hin zum modernen Sportgerät hatte der Bogentrainer allerhand Wissenswertes in petto.
Beim abschließenden „Gaudi-Schießen“ in J-C's Bowroom in der Unteren Dorfstraße konnten die jungen Bogenschützen dann ihr Können unter Beweis stellen.
Text/ Foto: pil
August 2012




Platz für 68 Lkw und 91 Pkw soll die Rastanlage Samerberg-Nord (im oberen Teil der Darstellung) nach dem Ausbau bieten. Der Vorabzug des Entwurfs vermittelt bereits ein Bild von dem Vorhaben, für das noch im Herbst das Planfeststellungsverfahren beantragt werden soll. Mit dem Planfeststellungsbeschluss für die Erweiterung von Samerberg-Süd rechnet die Autobahndirektion Südbayern in ein bis zwei Monaten.
Ausgleichsflächenkonzept stößt Waldbauern sauer auf
Ausbau Rastanlage Samerberg-Nord: Vorab-Infoabend für betroffene Eigentümer

Rohrdorf (pil) – Während die Planfeststellung für die Erweiterung der Rastanlage Samerberg-Süd kurz vor dem Abschluss steht, bereitet die Autobahndirektion Südbayern bereits das nächste Verfahren vor: Noch im Herbst sollen die Unterlagen für die Vergrößerung der Tank-und-Rast Samerberg-Nord bei der Regierung von Oberbayern eingereicht werden. Allerdings stößt den betroffenen Grundstückseigentümern das Ausgleichsflächenkonzept, welches Sachgebietsleiter Christian Rehm bei einem Vorab-Infoabend im Rohrdorfer Rathaus vorstellte, recht sauer auf.
Von derzeit 13 auf insgesamt 68 Lkw-Parkplätze sowie auf 91 Stellplätze für Pkw (jetzt 24) soll die Anlage Samerberg-Nord ausgebaut werden; ebenso sollen dort acht Busplätze entstehen. Und wie bei Samerberg-Süd werde auch auf dieser Seite ein Rolltor beziehungsweise eine Schranke künftig das „schwarze“ Einfahren auf die Autobahn unterbinden, beleuchtete Rehm die technische Seite des Vier-Millionen-Euro-Projekts.
Mit dem Ausbau des Parkplatzes wolle man dort den Pkw- vom Lkw-Verkehr trennen und Behinderten- und Frauenparkplätze nahe ans Rasthaus legen; wobei die Anlage möglichst harmonisch in die Landschaft eingebunden werden soll. So würden Pflanzflächen entlang der Nordseite angelegt und ein neuer Waldmantel mit Flugkorridoren für Fledermäuse und Vögel aufgebaut.
Alles in allem werde die Anlage um rund 2,8 Hektar erweitert und damit etwa doppelt so groß wie bisher. Enge Rahmenbedingungen setze dabei der geplante sechsstreifige Ausbau der A 8 sowie die Trasse einer etwaigen Nordumfahrung Rohrdorfs. Einen gesetzlichen Anspruch auf Lärmschutzmaßnahmen löse das Vorhaben jedoch nicht aus, ergänzte Rehm.
Während die größten Brocken des Grunderwerbs für Samerberg-Süd, wo im kommenden Jahr die Bagger anrollen sollen, bereits abgewickelt seien, stehe dies für Samerberg-Nord nun bevor. Und um die Position der Eigentümer diesmal frühzeitig auszuloten, hatte die Autobahndirektion zu Beginn der Sommerferien in den Sitzungssaal eingeladen.
Gut zwei Hektar Grund, möglichst in Nähe zum Standort, muss die Autobahndirektion für die Schaffung von Ausgleichsflächen erwerben. Die Auswahl der sieben Waldstreifen stieß jedoch bei den Betroffenen teils auf Skepsis, teils auf Ablehnung. Für einige, führten sie ins Feld, sei dies der einzige Waldbesitz und zugleich Brennstofflieferant für die heimische Holzheizung. Zudem eigneten sich gerade diese Flächen am Rande der Filzen für eine Bewirtschaftung. Den Vorstellungen der Landschaftsplaner zufolge soll der dortige Fichtenbestand durch einen Moorwald mit Birken und Schwarzerlen ersetzt werden.
Während für die technische Einrichtung kein Spielraum bestehe, könne das Ausgleichsflächenkonzept durchaus überdacht werden, signalisierte Rehm im Verlauf der Diskussion. Die Betroffenen bat er deshalb jeweils um eine kurze schriftliche Stellungnahme beziehungsweise um eine Mitteilung, ob für sie anstelle eines Verkaufs ein Grundstückstausch in Frage komme. Möglicherweise ließe sich als Ausgleichsfläche auch ein anderes Waldstück finden. Schließlich, betonte er, wolle man das Konzept „nicht gegen den fundamentalen Widerstand der Eigentümer“ durchziehen.
August 2012


Mit einem neuen Bus ins zehnte Jahrzehnt
TSV Rohrdorf-Thansau feiert Jubiläum - Spielfest kurzfristig abgesagt

Der alte Vereinsbus, ebenfalls eine Spende von Schattdecor, ist in die Jahre gekommen. Umso mehr freute sich TSV-Vorstand Sepp Pichlmeier (rechts) über den neuen fahrbaren Untersatz, den Walter Schatt bei der Jubiläumsfeier offiziell überreichte. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Weil auf Petrus wenig Verlass zu sein schien, hat der TSV Rohrdorf-Thansau seinen 90. Geburtstag notgedrungen in abgespeckter Form gefeiert: Das Spielefest auf dem Sportgelände wurde wegen der unsicheren Witterung kurzfristig abgesagt. Und am Abend musste die Weihe des neuen Vereinsbusses regenbedingt vom Rondell im Turner Hölzl in die Mehrzweckhalle verlegt werden, wo nach dem offiziellen Teil die „Chaingang“ und die „Radio Beats“ das Ruder übernahmen.
„Mittendrin, nicht nur dabei“ - unter dieses Motto hatte Pfarrer Gottfried Doll die ökumenische Feier gestellt, die er gemeinsam mit der evangelischen Pfarrerin Rosemarie Rother gestaltete. Dabei hob Doll zum einen die Bedeutung des Sports für das Miteinander, für Spaß und Entspannung hervor, beleuchtete aber auch die andere Seite der Medaille, den – oftmals hausgemachten – Leistungsdruck. Bei allem Ehrgeiz, mahnte der Geistliche die zahlreichen Festgäste, sollten Fairness und Nächstenliebe auch beim Sport nicht zu kurz kommen.
Den Aufstieg von einer kleinen Turnriege mit gut einem Dutzend Mitgliedern zum größten Verein in der Gemeinde zeichnete Sepp Pichlmeier, der mittlerweile 16. Vorstand, in seinem kurzen Streifzug durch die Vereinsgeschichte nach. Gemeinsam mit einigen Gleichgesinnten hatten Josef Stocker als Vorstand und Emil Seitz als Turnwart am 17. August 1922 den Startschuss für eine Gruppierung gegeben, die längst nicht mehr aus dem gemeindlichen Leben wegzudenken ist. Übten sich die sportbegeisterten Männer (und bis 1951 war der TSV Rohrdorf-Thansau, wie er seit Mitte der 1940er Jahre heißt, tatsächlich reine Männersache) anfangs in Reckturnen, Keulenschwingen, Frei- und Stabübungen, Hoch- und Weitsprung und Laufen, rückte nach dem Zweiten Weltkrieg mehr und mehr das Fußballspielen in den Vordergrund. Heute hat der Verein für seine 1300 Mitglieder zudem Tennis, Stockschießen, Triathlon, Kraftsport, Skifahren, Gymnastik, Kun-Tai-Ko und Floorball im Angebot. Die Leichtathletik- und die Tischtennisabteilung mussten im Laufe der Jahre mangels Übungsleitern eingestellt werden; die Theaterabteilung ist in einem eigenen Verein aufgegangen.
Vom Kleinkind bis zum Rentner - der TSV habe für alle Altersklassen etwas zu bieten, hob Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck, zugleich Leiter der Fußballabteilung, in seinem Grußwort das breitgefächerte Spektrum an Sportarten hervor, wobei er insbesondere die Jugendarbeit des Vereins würdigte. Im Namen der Gemeinde legte er zudem einen 5000-Euro-Scheck auf den Gabentisch.
Doch längst ist der TSV mit seinen mehr als 60 Übungsleitern nicht nur in Sachen Breitensport aktiv; allein die Inhaber einer Lizenz des Bayerischen Landessportverbandes, so ist in der Festschrift nachzulesen, leisten jährlich über 3000 Übungsstunden. Mit „Kick for help“, der permanenten Spendenaktion zugusten behinderter Kinder und Jugendlicher, sei hier auch das soziale Engagement fest verankert, ergänzte Wiesböck. Darüber hinaus verbindet die Rohrdorfer Fußballer und Kun-Tai-Ko-Sportler seit vielen Jahren eine enge Freundschaft mit der österreichischen Partnergemeinde Schattendorf, deren Bürgermeister Johann Lotter ebenfalls zum Jubiläum gekommen war. Das jährliche Zeltlager im Burgenland gelte bei vielen als Höhepunkt der Saison.
Für Walter Schatt, Gründer der Firma Schattdecor in Thansau, jedenfalls war es ein „Gebot der Fairness“, dieses Engagement zu unterstützen und als Unternehmer und Gründer der Ursula-und-Walter- Schatt-Stiftung „den Menschen in der Region etwas zurückzugeben“ – und zwar in Form eines neuen Vereinsbusses, der das Gründungsjahr des Jubilars gut sichtbar im Schilde führt.
Juli 2012


Verzögerung mangels Angeboten
Zeitplan für Erweiterung der "Zwergerlmühle" verschiebt sich

Achenmühle (pil) – Bevor noch die Bagger angerückt sind, musste der Zeitplan für die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder „Zwergerlmühle“ in Achenmühle korrigiert werden. Grund dafür ist die beschränkte Ausschreibung des Gewerks Rohbau- und Entwässerungsarbeiten, für das kein einziges Angebot im Rohrdorfer Rathaus eingegangen war. Jetzt müssen die Arbeiten öffentlich ausgeschrieben werden, was eine Verzögerung von rund drei Wochen nach sich ziehe, führte Geschäftsleiter Christian Schönleber bei der jüngsten Gemeinderatssitzung aus.
Um dennoch möglichst wenig Zeit zu verlieren, wurde im gleichen Zuge eine ganze Reihe von Arbeiten wie die Ingenieurleistungen für die Freiflächengestaltung, die Gerüstarbeiten und die Erdarbeiten vergeben.
Im Keller der „Zwergerlmühle“ müssen zudem – als Folge des unwetterbedingten Wasserschadens vom vergangenen Sommer – der Holzschwingboden und die Holzwandverkleidung im früheren Turnraum erneuert werden; denn dieser soll später wieder als solcher genutzt werden. Hierfür wird die Verwaltung nun Angebote einholen.
Erklärtes Ziel ist es, den Holzbau, der gleich neben dem bestehenden Integrativen Kinderhaus unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt entstehen soll, möglichst bis Herbst 2013 fertig zu stellen. Er wird dann Platz bieten für zwei Krippengruppen und den Hort; wobei das Vorhaben von staatlicher Seite mit 592.000 Euro im Rahmen der Zukunftsstrategie „Aufbruch Bayern“ für den Ausbau von Krippenplätzen unterstützt wird.
Juli 2012


Schild ohne Draufblick

Wo geht’s lang? Das durch eine Garage halb verdeckte Verkehrsschild in Rohrdorf, das vielen Einheimischen noch gar nicht ins Auge gefallen sein mag, stellt Auswärtige vor die entscheidende Frage.
Doch das Rätselraten bleibt kein Dauerzustand: Das Straßenbauamt als zuständige Behörde für die Beschilderung des Kreisels an der Staatsstraße werde die Tafel demnächst nach oben versetzen, informierte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) auf die Anfrage von Gemeinderätin Maria Scholz (Bürgerblock). Beim Ortstermin im Vorfeld des Garagenneubaus sei man sich des Sichtproblems augenscheinlich nicht bewusst gewesen.
Text/ Foto: pil
Juli 2012




A 8:Tempo 120 ist nicht genug
Rohrdorf fordert beidseitige Begrenzung auf 100 km/h

Rohrdorf (pil) – Mit der angekündigten Geschwindigkeitsbeschränkung von 120 km/h auf der A 8 will sich der Rohrdorfer Gemeinderat nicht zufrieden geben. Vielmehr folgte das Gremium dem Antrag von Sebastian Kreidl (Freier Wählerblock Höhenmoos - Achenmühle) und fordert für den Streckenabschnitt im Gemeindebereich möglichst umgehend Tempo 100 in beiden Fahrtrichtungen; denn nicht nur Kreidl hält eine Beschränkung auf 120 km/h angesichts der Verkehrssituation auf der zweispurigen Fernstraße ohne Standstreifen für nicht ausreichend. Zudem gelte in Fahrtrichtung München ab der Anschlussstelle Achenmühle ohnehin bereits Tempo 100.
Mit dem einstimmigen Beschluss wurde zugleich der Bürgerantrag gegenstandslos, den rund 70 Anwohner eingebracht hatten. Rohrdorfer Bürger forderten darin ein dauerhaftes beidseitiges Tempolimit von 120 km/h für den Abschnitt im Gemeindegebiet.
Juli 2012




Am 17. August 1922 wurde der Turnverein Rohrdorf im Gasthof Stocker aus der Taufe gehoben. Nach Turnwart Emil Seitz ist heute die Straße am Parkplatz im Turner Hölzl benannt. Zum ersten Vorsitzenden wurde damals Josef Stocker bestellt. Vorturner Josef Schmid, Kassier Wenzel Praxl, die Schriftführer Johann Baptist Dick und Martin Dürr junior sowie Gerätewart Peter Sandbichler komplettierten die Führungsriege.
Das Foto zeigt einen der Teil der Gründungsmitglieder: Josef Schober, Peter Sandbichler, Josef Schmid, Wendelin Schober und Josef Vöst (stehend von links), sowie Emil Seitz, Josef Stocker und Wenzel Praxl (sitzend von links).


"Spiel und Spaß" zum Jubiläum
TSV Rohrdorf-Thansau feiert 90jähriges Bestehen im Turner Hölzl

Rohrdorf (pil) – Als kleiner bescheidener “Turnverein Rohrdorf“ wurde am 17. August 1922 aus der Taufe gehoben, was heute mit 1300 Mitgliedern in neun Abteilungen eine breite Vielfalt an sportlichen Betätigungen und Veranstaltungen zu bieten hat. Sein 90jähriges Bestehen will der TSV Rohrdorf-Thansau am Samstag, 21. Juli, mit einem Spielefest für die ganze Familie, einer ökumenischen Feier und Weihe des neuen Vereinsbusses sowie einem großen Sommerfest gebührend feiern.
Egal ob Fußball, Gymnastik, Kraftsport, Kun-Tai Ko, Stockschießen, Ski, Tennis, Triathlon oder Floorball – zwischen 11 und 16 Uhr können Sportler wie Nichtsportler im Turner Hölzl die einzelnen Abteilungen des TSV bei einem abwechslungsreichen Parcours unter dem Motto „Spiel und Spaß“ hautnah erleben und dabei ihre Geschicklichkeit unter Beweis stellen. Die Sieger des Wettbewerbs werden am Abend bekannt gegeben. Angetreten werden kann in der Einzelwertung sowie als Dreier-Team. Für die ersten 50 Teilnehmer haben die Veranstalter ein Überraschungsgeschenk in petto.
Treffsicherheit ist außerdem beim Menschenkicker gefragt; und für die kleineren Besucher wird eine Hüpfburg aufgebaut. Ebenso ist fürs leibliche Wohl rund ums Tennis- und Fußballerheim gesorgt.
Bei schlechtem Wetter fällt dieser Teil der Geburtstagsfeier allerdings ins Wasser. Der Sportverein rät, sich gegebenenfalls auf der Homepage www.tsv-rohrdorf.de über die aktuelle Lage zu informieren.
Um 19 Uhr beginnt die ökumenische Feier am Rondell; anschließend wird der neue Vereinsbus – er wurde komplett von der Firma Schattdecor gesponsert – geweiht.
Daran schließt sich um 20 Uhr das Sommerfest in der Mehrzweckhalle an, wo bei freiem Eintritt Feiern und Tanzen auf dem Programm steht. Denn nach den Grußworten von Vorstand Sepp Pichlmeier und Bürgermeister Christian Praxl und der Siegerehrung geben dort die „Chaingang“ und die „Radio Beats“ den Ton an.
Juli 2012


Kommunalpolitiker und Kenner der Kirchengeschichte
Bürgerblock-Begründer Franz Warter im Alter von 59 Jahren gestorben

Franz Warter
Rohrdorf (pil) – Das Arbeiten ließ sich Franz Warter auch nach seinem Rückzug aus dem 1932 gegründeten Familienbetrieb, der Rohrdorfer Bäckerei und Konditorei an der Unteren Dorfstraße (heute „Gredler“) nicht nehmen. Regelmäßig war der Bäckermeister dort in der Backstube anzutreffen. Völlig unerwartet ist der Gründer und Ehrenvorsitzende des „Bürgerblock Rohrdorf“, langjährige Kommunalpolitiker, Kenner der Kirchengeschichte und Buchautor jetzt im Alter von nur 59 Jahren gestorben. Der plötzliche Tod des Familienvaters und dreifachen Großvaters hat auch bei Freunden und politischen Weggefährten tiefe Betroffenheit ausgelöst.
Zwölf Jahre lang, von 1990 bis 2002, hatte sich Warter im Gemeinderat für mehr Bürgernähe, Gerechtigkeit und Transparenz in der Gemeindepolitik eingesetzt. Dreimal - nämlich 1990, 1996 und 2002 - trat er außerdem als Bürgermeisterkandidat für den Bürgerblock an, schaffte es 1990 bis in die Stichwahl, scheiterte letztlich aber jedesmal an seinem Gegenkandidaten Fritz Tischner (CSU).
Sparsames Wirtschaften, der Schutz der Natur und nicht zuletzt der Erhalt des Ortsbildes lagen dem streitbaren Kommunalpolitiker ganz besonders am Herzen; immer wieder wies er auf Missstände hin und scheute dabei auch erbitterte Wortgefechte nicht. Ein ganz besonderer Dorn im Auge war ihm die Verschwendung von Steuergeldern, schreibt der Ortsvorsitzende des Bürgerblock, Martin Fischbacher, weiter in seiner Würdigung.
Mindestens ebenso groß wie sein kommunalpolitisches Engagement war auch Warters Faible für die Kultur: Als passionierter Geigenspieler engagierte er sich unter anderem im Kammermusikkreis Rohrdorf für die jährlichen Benefizkonzerte „Klassik für die Mission“. Zu seinen ganz besonderen Steckenpferden aber zählte die Kirchengeschichte, was er nicht nur in seinen zahlreichen Vorträgen oder als leidenschaftlicher Fremdenführer in Rom und in den Klosterkirchen St. Ottilien, Benediktbeuren, Dießen, Andechs und auf der Fraueninsel unter Beweis stellte, sondern auch mit seinem Buch über die Philosophin und Nonne Elisabeth Stein. Auf seinen Einsatz geht zudem die Reaktivierung des „Liebeswerk St. Ottilien“ (Missionsbenediktiner) im Jahr 2008 zurück, für das der Verstorbene unermüdlich um neue Mitglieder warb.
Mit seinen „Rohrdorfer Spaßettln“ nahm Warter seine Leser derweil mit auf einen amüsanten Streifzug durch die Ortsgeschichte: Die Anekdoten und Geschichten hatte er auf Anregung seines lange verstorbenen Schwagers Andreas Stocker aufgeschrieben und vor fünf Jahren veröffentlicht - auf dass sie nicht vergessen werden.
Juli 2012



Gemeinde "reaktiviert" Spielplatz in Thalmann

Thalmann - Zum Proberutschen und -klettern war's den Kleinen beim Ortstermin zwar zu heiß; dennoch ist die Freude bei Kindern und Eltern über den neu ausgestatteten Spielplatz in Thalmann groß. Rund 13.000 Euro hat die Gemeinde Rohrdorf unter anderem in eine Kletterlandschaft mit Rutsche und in Schaukeln investiert.
Das Gelände, das das Zementwerk seit jeher ganz unbürokratisch als Spielfläche zur Verfügung stellt, hatte zwischenzeitlich als Bolzplatz gedient; angesichts der vielen Zwergerl in dem Rohrdorfer Ortsteil wurde das Areal auf Bitten der Eltern nun wieder als Spielplatz hergerichtet und entsprechend bepflanzt.
In Eigenarbeit wollen die Anwohner noch für ein Reck, eine Wippe und eine Sitzgruppe sorgen, wie sie beim Besuch von Werksleiter Dr. Stefan Lindner und Günther Wunsam vom Zementwerk und Bürgermeister Christian Praxl (Foto) ankündigten.
Text/ Foto: pil
Juni 2012




Jetzt soll der eigentliche Ausbau vorangehen

Für einige Anwohner hatte es den Anschein, als ruhten die Arbeiten in der Hubertusstraße. Doch nach dem Verlegen der neuen Wasserhauptleitung und der Hausanschlüsse werde der eigentliche Straßenausbau weiter vorangehen, informierte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl in der jüngsten Gemeinderatssitzung über den Stand der Dinge auf der Baustelle. Die zwischenzeitlich gezogenen Wasserproben seien einwandfrei gewesen; ebenso habe die Überprüfung der Kanalleitungen mit Kameras keinen Grund zur Beanstandung gegeben.
Im Zuge des Ausbaus würde außerdem anstelle der Peitschenlaternen eine „punktuelle Orientierungsbeleuchtung“ installiert. Von einer „Teststraße“ für eine kostensparende LED-Beleuchtung sieht der Gemeinderat dort jedoch ab; hierfür wären andere Gebiete, beispielsweise der Turner-Hölzl-Parkplatz, besser geeignet.
Text/ Foto: pil
Juni 2012




Neuer Belag für die Straße zum Leitner am Berg

Die Gemeindestraße zum Anwesen „Leitner am Berg“ erhält einen neuen Fahrbahnbelag. Die Kostenschätzung für die Sanierung – die bestehende Asphaltdecke wird mit einer neuen überzogen - beläuft sich auf rund 134.000 Euro für die gesamten Länge der Straße von gut einem Kilometer; wobei im oberen, rund 200 Meter langen Abschnitt eine Sanierung nicht notwendig ist und sich der Betrag entsprechend reduzieren wird.
Einstimmig gab der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben. Der Baubeginn ist für Ende Juli ins Auge gefasst.
Text/ Foto: pil
Juni 2012




Kontroverse um Stellungnahme zur Tektur
Samerberg-Süd: Vertreter des Bürgerblock pocht auf Verlegung der Betriebszufahrt

Rohrdorf (pil) – Erneut hat der Ausbau der Rastanlage Samerberg Süd den Rohrdorfer Gemeinderat beschäftigt; zur Diskussion stand jetzt die Stellungnahme zur Tekturplanung der Autobahndirektion Südbayern. Mit Ausnahme der Vertreter des Bürgerblock (BR) sieht das Gremium dabei die Einwände der Gemeinde im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens weitgehend berücksichtigt.
Wie berichtet hatte der Gemeinderat im Januar geschlossen einen Vier-Punkte-Katalog verabschiedet, um den Forderungen der Interessengemeinschaft „Wohnen an der Rastanlage Rohrdorf-Samerberg“ nach einem akzeptablen Sicht- und Lärmschutz für die Anlieger Nachdruck zu verleihen. Unter anderem wurde die Verlegung der Betriebszufahrt an die Bahnhofstraße auf Höhe des Bauhofs gefordert, was in der vorliegenden Planung aber nicht vorgesehen ist. Dadurch lasse sich auch der gewünschte durchgängige Gestaltungswall nicht realisieren, kritisierte Rupert Stocker (BR) den Tekturplan mit Nachdruck.
Stattdessen ist im Westen, an der Zufahrt zum Parkplatz, eine vier Meter hohe Sichtschutzwand geplant; sie fällt zum Rolltor am Wirtschaftsweg, welches nurmehr Berechtigte wie Servicekräfte, Autobahnmeisterei oder Rettungskräfte passieren können, auf zwei Meter ab. Daran schließt sich der fünf Meter hohe Gestaltungswall an, der im Vergleich zu den ersten Entwürfen zwei Meter höher ausfällt. Ebenso sieht die Tektur eine Einzäunung der Anlage vor.
Im Hinblick auf die Anwohner hält Stocker jedoch die Verlegung des Wirtschaftsweges für „verhältnismäßig“ und „mit dem rechten Willen“ durchaus für realisierbar; wohingegen Bürgermeister Christian Praxl (CSU) auf den damit verbundenen „erheblichen Mehraufwand“ hinwies. Im übrigen, stellte der Rathaus-Chef klar, blieben die Bedenken der Gemeinde auch weiterhin Gegenstand des laufenden Planfeststellungsverfahrens, ohne dass diese bei der Anhörung zur Tekturplanung erneut vorgebracht werden müssten.
Juni 2012

Volles Programm für die Sommerferien
Bogenschießen, Schatzsuche und ein Besuch bei den Rittern

Rohrdorf (pil) - Ein volles Programm für die Sommerferien hat Rohrdorf auch in diesem Jahr zu bieten. Insgesamt 51 Aktivitäten, darunter einige Neuheiten, sorgen für reichlich Abwechslung bei den Kleinen ebenso wie bei den etwas Größeren.
Erstmals können sich heuer beispielsweise die Acht- bis 14jährigen im Bogenschießen versuchen. Ferner steht eine Kinderführung durchs Schloss Hohenaschau unter dem Motto „Wilde Ritter – freche Feen“ auf dem Programm sowie ein Ausflug zum Biathlon-Laser-Schießen nach Ruhpolding (ab neun Jahre), eine Schatzsuche zu Pferd und eine Wanderung mit Eseln. Mit Floorball, Golfen, Klettern, Inline-Skaten, Einradfahren, Turnen, Stockschießen und Tennis dreht sich wieder einiges um den Sport. Zusätzlich bietet sich unter anderem die Gelegenheit zu einem Besuch bei der Polizeiinspektion Brannenburg, für Bastel-, Mal- und Märchenstunden, für einen Erste-Hilfe-Marathon und für einen Tag bei der Bergwacht. Anmeldeschluss ist Mittwoch, 11. Juli; über die Teilnahme entscheidet dann das Los.
Für einige der zahlreichen Programmpunkte werden noch Begleitpersonen beziehungsweise helfende Hände gesucht; nämlich für das „Abenteuer Bergwald“ in Frasdorf, die Piratenfahrt am Chiemsee, den Nachmittag auf der Kart-Bahn in Eiselfing, die Ausflüge nach Hohenaschau und in den Skyline-Park sowie für den Porzellanmalkurs.
Weitere Informationen zum Ferienprogramm gibt’s im Rathaus bei Petra Motzke, Telefon 08032/9564-39.




Jugendtreff wird trockengelegt
Rohrdorf geht Sanierung der alten Schulgebäude an

Rohrdorf (pil) – Mit der Sanierung der alten Schulgebäude hinter dem Rathaus, in die vor mehr als zehn Jahren die Montessori-Schule eingezogen ist, geht die Gemeinde Rohrdorf ein umfangreiches Sanierungsprojekt an. In Absprache mit der Schulleitung und der Elternvertretung wurde ein Konzept zusammengestellt, das in drei Abschnitten abgewickelt werden soll.
Noch heuer soll das neuere der beiden ehemaligen Volksschulgebäude – es wurde 1960 fertiggestellt - im Zuge der energetischen Sanierung unter anderem neue Fenster sowie eine Außenwanddämmung erhalten. Zugleich ist die Trockenlegung der Jugendtreff-Räume im Keller des älteren Gebäudes (Baujahr 1913) vorgesehen. Die Kosten für diese erste Phase, die der Gemeinderat einstimmig befürwortet hat, belaufen sich nach ersten Schätzungen auf rund 220.000 Euro.
In einem zweiten Abschnitt ist die restliche Sanierung des neueren Altbaus vorgesehen; auch eine Aufstockung werde in Betracht gezogen, um Platz für weitere Klassenräume zu schaffen, erläuterte Bürgermeister Christian Praxl das weitere Vorgehen im Gemeinderat. Nach Auskunft der Schulleitung würden damit die Container überflüssig, wo wegen der Raumnot zwei Klassen untergebracht sind. Ob dieser Abschnitt bereits im kommenden Jahr komplett umgesetzt werden kann, steht derzeit allerdings noch nicht fest.
Dem soll dann in einem dritten Bauabschnitt die Sanierung des alten ehemaligen Volksschulgebäudes folgen, wobei es auch hierfür noch keinen konkreten Zeitplan gibt.
Mai 2012


Noch heuer soll die energetische Sanierung des neueren der beiden alten Schulgebäude in Rohrdorf in Angriff genommen werden. Foto: pil



A8: Gefahrenstelle endlich entschärfen
Rohrdorf fordert Durchstich für sicheren Geh- und Radweg

Eng und gefährlich: Die Unterführung unter der A8 zwischen Rohrdorf und Thansau. Für Fußgänger bleibt in dem Nadelöhr nur ein schmaler Bordstein. Foto: pil

Rohrdorf (pil) – In der Gemeinde Rohrdorf will man nicht länger auf den sechsspurigen Ausbau der Salzburger Autobahn warten, bis zwischen den beiden Ortsteilen Rohrdorf und Thansau eine durchgängige sichere Radwegeverbindung zustande kommt. Vielmehr soll die Verwaltung jetzt bei der Autobahndirektion Südbayern den notwendigen Durchstich unter der A8 beantragen; wird die Autobahn dann verbreitert, könnte der Durchlass entsprechend verlängert werden. Für diesen Vorstoß sprach sich der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung geschlossen aus und folgte damit einem entsprechenden Antrag des Bürgerblock (BR.
Bereits seit 25 Jahren werde man mit dem „Märchen vom Autobahnausbau“ vertröstet, in dessen Zuge ein geeigneter Geh- und Radweg unter der Autobahn hindurch geführt werden soll, argumentierte Martin Fischbacher (BR). Doch nach wie vor müssten Fußgänger und Radler durch das Nadelöhr, wo ihnen neben der vielbefahrenen Staatsstraße nur ein wenig mehr als ein halber Meter breiter Bordstein zur Verfügung steht; ein gefährliches Unterfangen nicht nur für Mütter mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrer und Radler mit Anhängern. Trotz des komfortablen Geh- und Radwegs entlang der Staatsstraße lassen beispielsweise viele Eltern aus Thansau ihre Kinder nicht allein zum Training ins Turner Hölzl radeln, und die Rohrdorfer ihre Sprösslinge nicht zum Fußballspielen auf den alten Sportplatz.
Quer durch die Fraktionen wurde das Ansinnen des Bürgerblock ausdrücklich begrüßt. Denn die Planfeststellung sei zwar noch für dieses Jahr angepeilt, informierte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) über den Stand der Dinge; wann allerdings der Autobahnausbau tatsächlich losgeht, „weiß man nicht“.
Mai 2012




Zur Mittagszeit stehen die Busse Schlange in der Rohrdorfer Ortsmitte. Eine Tempo-30-Zone hält die Mehrheit des Gemeinderats hier nicht für erforderlich. Foto:pil
Keine Tempo 30-Zone in der Ortsmitte
Gemeinderat: Geschwindigkeitsbeschränkung unnötig

Rohrdorf (pil) – Die Rohrdorfer Ortsmitte wird nicht zur Tempo 30-Zone: Für die vom Bürgerblock (BR) geforderte Geschwindigkeitsbeschränkung in diesem Bereich sieht der Rest des Gemeinderats unter anderem angesichts der geschwungenen Straßenführung keine Notwendigkeit.
Die zunehmend gefährliche und unübersichtliche Verkehrssituation – zumal im Bereich der Montessori-Schule – hatte Martin Fischbacher zur Begründung des Antrags auf Ausweisung einer Tempo 30-Zone zwischen Maibaum und Kirche ins Feld geführt. „Es muss doch nicht erst etwas passieren.“, bekräftigte Karl Blum, ebenfalls BR, und verwies auf Geschwindigkeitsbeschränkungen vor Schulen in anderen Gemeinden.
Vor allem zur Mittagszeit, wenn die Busse auf beiden Seiten der Dorfstraße Schlange stehen, sei dieser Bereich überaus unübersichtlich, ergänzte BR-Rätin Petra Scholz-Gigler. Ein Argument, das Martin Frey (CSU) nicht gelten lassen wollte: „Gerade dann wird der Verkehr doch automatisch gebremst.“
Wie sein Fraktionskollege Karl-Heinz Silichner sprach er sich dagegen aus, immer noch mehr Schilder aufzustellen, die ohnehin nur mit entsprechenden Kontrollen Sinn hätten. Frey erinnerte zudem an das Bestreben der Gemeinde, Geschäfte in die Ortsmitte zu holen, die wiederum als 30er-Zone für den Durchgangsverkehr und damit für potenzielle Kunden unattraktiv werde. Und auch bei vielen Rohrdorfern stoße eine Tempo 30-Zone auf Ablehnung, berichtete Franz Dinzenhofer (CSU) von verschiedenen Gesprächen mit Bürgern.
Nur schwer nachvollziehbar ist es hingegen für Anette Wagner (BR), was gegen eine 30 km/h-Regelung spreche, wenn ohnehin kaum 50 gefahren werden könne. „Schadet ein Schild?“
Von Unfällen in der Ortsmitte wegen zu hoher Geschwindigkeit sei bei der Polizei nichts bekannt, führte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) ergänzend aus, der eine 30er-Beschilderung so ablehnte: „Möglich aber weder zwingend notwendig noch geboten“.
Mai 2012


Tempolimit auf der A 8: Bürgerantrag überholt
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So soll der Anbau der Zwergerlmühle aussehen, der mit einem Windfang ans bestehende Gebäude „angedockt“ wird.
Im Zuge der Erweiterung muss außerdem der Parkplatz umgestaltet werden.

Achenmühle: Zweimal Krippe und der Hort
Erweiterung der "Zwergerlmühle"- Vorzeitiger Baubeginn beantragt

Rohrdorf (pil) – Die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle brennt dem Gemeinderat auf den Nägeln. Schon seit geraumer Zeit platzt die „Zwergerlmühle“ mit drei Kindergarten- und einer Krippengruppe sowie dem Hort schier aus allen Nähten. Ende 2013 läuft zudem das staatliche Förderprogramm aus, aus dem die Gemeinde bis zu 500.000 Euro für den Krippenbau beziehen könnte. Aus diesem Grunde hat der Gemeinderat nun einstimmig grünes Licht für den Bauantrag auf der Grundlage der vorgestellten Entwurfsplanung gegeben und zugleich bei der Regierung von Oberbayern den vorzeitigen Baubeginn beantragt. Das Projekt wird nach ersten Berechnungen des Architekten rund zwei Millionen Euro kosten. Wunschtermin für die Fertigstellung: Herbst 2013.
Ein kompaktes Gebäude in Holzbauweise hat Werner Schmidt für den Bereich zwischen bestehender Tagesstätte – sie steht dann für den Kindergarten zur Verfügung - und Dorfhaus konzipiert. Mit einer Grundfläche von 19,5 mal 11,5 Metern bietet es immerhin 550 Quadratmeter Nutzfläche und damit Platz für zwei Krippengruppen (jeweils eine im Erd- und im Obergeschoß) sowie für den Hort, der zwei Räume im Untergeschoß bekommt. Das Gefälle des Geländes soll dabei so gut wie möglich ausgenutzt werden, um den Schulkindern einen kleinen Ausblick aus den Fenstern an der Ostseite zu ermöglichen. Die Räume im Erdgeschoß führen auf eine Südterrasse, im Obergeschoß auf einen Balkon, der im Notfall als zweiter Fluchtweg dient.
Dank eines Speisenaufzugs – ein Wunsch der Kindergartenleitung - könne man sich auf die Einrichtung der Küche im Erdgeschoß als komplett ausgestattete „Koch-Küche“ beschränken; im Obergeschoß würde dann eine Art Teeküche ausreichen . An der Außenfassade des Neubaus, der mit einem Windfang an den bestehenden Kindergarten „andockt“, greifen Farbelemente im Eingangsbereich das Weinrot der „Zwergerlmühle“ auf.
Als ansprechend und gut durchdacht gelobt stieß die Planung im Gremium allgemein auf Zustimmung. Jedoch rief eine Nachfrage von Marianne Keuschnig (FWG) etwas ratlose Gesichter hervor: Die Behindertenbeauftragte hatte das Fehlen eines Aufzugs zum Hort bemängelt; dieser ist laut Plan nur über ein zentrales Treppenhaus erreichbar. „Das haben wir gar nicht bedacht.“, räumte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) ein. Lediglich das Erdgeschoß, in dem eine der beiden Krippengruppen untergebracht wird, sei per Rollstuhl erreichbar. Architekt Schmidt riet schließlich zum Einbau eines Treppenliftes. Zunächst aber wird die Verwaltung die gesetzlichen Bestimmungen und Anforderungen abklären.
Ganz bewusst wurde der Neubau als eigenständiges Gebäude angelegt und kann dadurch später auch anderweitig genutzt werden. Neben einer Holzpellets-Heizung wird er mit einer Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ausgestattet; anstelle von Wandheizkörpern ist eine Warmwasser-Fußbodenheizung vorgesehen.
Um keine Zeit zu verlieren, wurden unter den folgenden Tagesordnungspunkten auch gleich die Ingenieurleistungen für die Tragwerksplanung, für die Elektroplanung sowie für die Heizungs-, Lüftungs- und Sanitärplanung vergeben.
Mai 2012


Effektiver Lärmschutz längst nicht in trockenen Tüchern
800 Meter Wände für Achenmühle - Bürgerinitiative drängt auf grünes Licht auf politischer Ebene

Rohrdorf (pil) – Der Planungsdialog ist seit einem Jahr abgeschlossen, und die Arbeiten für den Vorentwurf gehen voran – in trockenen Tüchern sieht Josef Schmid, der Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) „A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“, einen effektiven Lärmschutz im Zuge des sechsstreifigen Ausbaus der Salzburger Autobahn dennoch nicht. Nun müsse im Hinblick aufs Wahljahr 2013 auf politischer Ebene möglichst schnell grünes Licht für die geplanten Maßnahmen eingeholt werden, die weit über den in der 16. Bundesimmissionsschutzverordnung vorgesehene Rahmen hinaus gehen.
Die Autobahndirektion Südbayern habe zwar den Bau acht Meter hoher Schutzwände in die Planung aufgenommen, die in Achenmühle auf einer Länge von 800 Metern – jeweils 400 Meter östlich und westlich der Autobahnbrücke - den Lärm eindämmen sollen. Durch einen Regierungswechsel jedoch und mit einem Bundesverkehrsminister, der anders als Dr. Peter Ramsauer (CSU) diesem nicht-standardmäßigen Lärmschutz ablehnend gegenüberstehe, „könnte alles, was mühsam erkämpft wurde, nur noch Makulatur sein“, unterstrich auch Bürgermeister Christian Praxl bei der Jahreshauptversammlung die Dringlichkeit der Angelegenheit.
Zugleich sieht Schmid mit der Feinplanung noch viel Arbeit auf die Bürgerinitiative zukommen. Denn „noch sind empfindliche Details offen“, wie etwa der Gradientenverlauf, der Höhenverlauf der Fahrbahntrasse also, der enorme Abgrabungen beziehungsweise Aufschüttungen zwischen Apfelkam und Daxa erfordere. „Der Übergang der Wälle und Wände in die Landschaft muss auf jeden Fall gestalterisch vernünftig gelöst werden.“, betont er. Ebenso werde über die genaue Lage der neuen Autobahneinfahrt Richtung München und der künftigen Straße nach Geiging noch im Detail zu sprechen sein. Bürgermeister Praxl wies darüber hinaus auf die Notwendigkeit von Deponieflächen hin, die letztlich auch als Sicht- und Schallschutz dienten. Er hofft hier auf ein Entgegenkommen der Grundstückseigentümer.
Massive Kritik übte BI-Chef Schmid vor den rund 35 Zuhörern am organisatorischen Ablauf des eineinhalbjährigen Planungsdialogs, in den nicht nur Ehrenamtliche aus Achenmühle viel Zeit und Arbeit investiert haben: „Es gab weder für alle Beteiligten verbindliche Spielregeln noch eine Verbindlichkeit der Ergebnisse.“ Ebenso wenig sei beispielsweise die Bereitstellung von Informationen geregelt gewesen. Ihm bleibe nun nur die Hoffnung, dass die Interessierten an künftigen Dialogverfahren – etwa für die Zulaufstrecke zum Brennerbasistunnel durchs Inntal – ihre Lehren aus diesen Erfahrungen ziehen mögen.
Aber auch das Ergebnis des Planungsdialogs selbst hatte Anfang vergangenen Jahres für große Ernüchterung gesorgt. Bereits in der Anfangsphase war der in den Augen der BI optimale Lärmschutz, eine knapp 1400 Meter lange Einhausung zwischen Achenmühle und Daxa, aus Kostengründen verworfen worden. Achenmühle, hieß es dazu im Bewertungsverfahren, weise weder städtebauliche noch landschaftliche Merkmale wie beispielsweise Entwicklungsschwerpunkte oder Schutzgebiete auf, die den Bau einer Einhausung rechtfertigen würden. Letztlich war an der südlichen Fahrbahn eine 400 Meter lange Galerie vorgesehen, die nach Ansicht von Bürgerinitiative und Gemeinde für einen zufriedenstellenden Lärmschutz jedoch bei weitem nicht ausgereicht hätte.
Ihrer Forderung nach einem mindestens doppelt so langen Bauwerk verliehen sie unter anderem mit einem Schreiben an alle beteiligten Entscheidungsträger Nachdruck; zumal der Bund bei der Galerie-Lösung indirekt Mehrkosten von rund 10 Millionen Euro für den Immissionsschutz zugestanden habe. Im Herbst schließlich kam bei einem Treffen mit der Bayerischen Staatsbauverwaltung im Maximilianeum die Zusage für die 800 Meter lange bis über den Standstreifen gekrümmte Lärmschutzwand, die auch Thema beim jüngsten Ortstermin mit Vertretern der Autobahndirektion und des Landratsamts sowie der CSU-Bundestagsabgeordneten Daniela Ludwig war. Eine Teilnahme an der Gesprächsrunde mit Bundesverkehrsminister Ramsauer im Rosenheimer Landratsamt im November sei der Bürgerinitiative allerdings verweigert worden, ärgert sich Schmid noch heute.
April 2012

Geglückter Doppel-Sprung ins Berufsleben
Jugendliche profitieren von Kooperation zwischen "Pro Arbeit" und Jobcenter
zum Bericht


Möglichkeit für Nahversorgung in der Ortsmitte wieder offen
Gemeinderat billigt neuen Vorentwurf für Bebauungsplan RO 19 "Dorfplatz"

Rohrdorf (pil) – Die Möglichkeit für einen Nahversorger in der Rohrdorfer Ortsmitte steht mit dem abgeänderten Vorentwurf zum Bebauungsplan RO 19 „Dorfplatz“ theoretisch wieder offen. Wie Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung ausführte, habe sich mittlerweile ein Interessent gefunden, der das gesamte Opperer-Grundstück kaufen, den Bestand abreißen und neue Wohn- und Gewerbeflächen schaffen wolle. Welche Art von Gewerbe sich dort letztlich ansiedle, liege zwar in der Hand des Investors. Die Gemeinde habe aber bereits signalisiert, dass sie der Nahversorgung Priorität einräume. Einstimmig billigte der Gemeinderat den geänderten Vorentwurf.
Keine Mehrheit fand dabei der Antrag von Rupert Stocker (Bürgerblock), die GRZ für die Wohnbebauung im hinteren Teil des Areals von 0,3 auf 0,35 zu erhöhen. Auch wurde die Situation an den Haltestellen in der Ortsmitte, wo sich zum Unterrichtsschluss an der Montessorischule regelmäßig die Busse stauen, aus der Diskussion ausgeklammert. Diese Frage werde man aber bei der Ausbauplanung im Auge behalten, versicherte der Bürgermeister.
Mai 2012



Windelcontainer kommt
Kostenlose Abgabestelle am Wertstoffhof

Rohrdorf (pil) – Die anfallenden Windelberge, besser gesagt deren Entsorgung, stellt junge Familien immer wieder vor Probleme. Denn so lange die Kinder gewickelt werden müssen, platzt die Mülltonne regelmäßig aus allen Nähten. Wie von Karl-Heinz Silichner (CSU) vor geraumer Zeit angeregt soll deshalb nun am Wertstoffhof in Thansau ein Sammelcontainer für gebrauchte Windeln aufgestellt werden; die Kosten für die Leerung übernimmt die Gemeinde.
Mai 2012




Autobahn-Anwohner fordern Tempo 120
Bürgerantrag demnächst Thema im Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Der Bürgerantrag für eine beidseitige Geschwindigkeitsbeschränkung im Gemeindebereich Rohrdorf auf 120 km/h auf der Salzburger Autobahn erfüllt die formalen Voraussetzungen. Das hat der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung einstimmig festgestellt. Gemäß der Gemeindeordnung muss der Antrag nun binnen drei Monaten inhaltlich im Gremium behandelt werden.
Währenddessen brachte Sebastian Kreidl vom Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle eine Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h in Spiel , zumal diese in Fahrtrichtung München ohnehin bereits vorgeschrieben sei.
Mai 2012




Neue Duschen für die Sportler
Im Turner Hölzl sind einige Sanierungsarbeiten fällig

Rohrdorf (pil) – In der 23 Jahre alten Turner-Hölzl-Halle sind eine Reihe von Sanierungsarbeiten fällig. Noch in diesem Jahr werden die Duschräume in den Außenumkleiden in Angriff genommen; Wandheizungen sollen dort zudem künftig für annehmbare Temperaturen beim Duschen sorgen und zugleich der Schimmelbildung vorbeugen.
Darüber hinaus werden im Hallengebäude die drei Feuerlöschkästen von der Trinkwasserleitung abgekoppelt und stattdessen an eine neue, trockene Feuerlöschleitung angeschlossen. Das derzeitige kombinierte System entspreche nicht mehr dem Stand der Technik, führte Richard Linnerer von der Firma Sani-Plan im Gemeinderat aus. Rund 130.000 Euro netto hat er für diese beiden Posten veranschlagt, die durch den diesjährigen Haushaltsansatz von 250.000 Euro abgedeckt sind. Geschlossen gaben die Räte grünes Licht für die Arbeiten, die während der Sommerpause über die Bühne gehen sollen.
Fürs nächste Jahr stehen dann die Erneuerung der Duschen im Hauptgebäude und der Austausch der Wasserleitungen an. Auch der Einbau einer neuen Heizzentrale mit drei kleinen Blockheizkraftwerken sowie einer neuen Lüftungsanlage ist ins Auge gefasst.
Mai 2012


Effektiver Lärmschutz längst nicht in trockenen Tüchern
800 Meter Wände für Achenmühle - Bürgerinitiative drängt auf grünes Licht auf politischer Ebene
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"Ohne Mitgliedsbeiträge und Spenden ginge es nicht"
Sozialwerk Rohrdorf hat im vergangenen Jahr 8000 Pflegestunden geleistet

Rohrdorf (pil) – Häufig steht und fällt es mit den Möglichkeiten fachgerechter Pflege, ob betagte Menschen den Lebensabend in ihrer häuslichen Umgebung verbringen und Pflegebedürftige im Kreise ihrer Angehörigen leben können. Das Sozialwerk Rohrdorf jedenfalls ist seinem Leitsatz „Daheim in guten Händen“ auch im 37. Jahr seines Bestehens gerecht geworden, wie die Berichte der alten und neuen Vereinsvorsitzenden Gudrun Lohmann und der Pflegedienstleiterin Gabriele Prankl bei der Jahreshauptversammlung zeigten.
Rund 8000 Pflegestunden haben die neun Mitarbeiterinnen des ambulanten Pflegedienstes im vergangenen Jahr geleistet, zuzüglich 250 Stunden Arbeitsaufwand für die vorgeschriebenen Dokumentationen; und mehr als 50.000 Kilometer waren die Krankenschwestern, Altenpflegerinnen und Hilfskräfte auf Achse, um die insgesamt 84 Patienten im Gemeindegebiet zu versorgen – mitunter dreimal täglich.
Angesichts der demographischen Entwicklung sei das Thema Pflege unvermindert in aller Munde, erklärte Lohmann. So arbeite man auch beim Sozialwerk, das bei der jüngsten Prüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Note 1,1 abgeschnitten hat, an Ideen für neue Wohn- und Betreuungsformen, die gerade im ländlichen Bereich vonnöten seien. Einen großen Pluspunkt sieht sie in der engen Kooperation mit dem Seniorenheim „St. Anna“ in Thansau sowohl im pflegerischen Bereich, beispielsweise bei der Betreuung Demenzkranker, als auch bei den Fortbildungen. Zudem könne das Sozialwerk dank einer neuen Fachkraft nunmehr auch den hauswirtschaftlichen Sektor abdecken.
Allerdings, bedauert sie, rückten Negativschlagzeilen über einzelne schwarze Schafe nur zu oft das Pflegepersonal pauschal in ein schlechtes Licht. - Zu Unrecht, wie sie vor den 60 Anwesenden mit Blick auf das Rohrdorfer Team betonte. Indes macht der stetige Anstieg des Lebensalters auch vor Rohrdorf nicht halt: Weit mehr als die Hälfte der Patienten ist älter als 80 Jahre; ein Dutzend hat sogar bereits den 90. Geburtstag gefeiert.
Weniger Erfreuliches hatte Kassier Peter Holzner zu berichten: Das vergangene Jahr schloss mit einem Defizit von knapp 14.500 Euro ab, das jedoch durch die Rücklagen des rund 470 Mitglieder zählenden Vereins aufgefangen werden kann. Vor diesem Hintergrund hob Holzner einmal mehr die Bedeutung der Mitgliedsbeiträge und Spenden hervor: „Ohne diese könnte der Verein auf Dauer nicht überleben“. Wie auch Gudrun Lohmann dankte er deshalb ausdrücklich allen Unterstützern des Sozialwerks wie Vereinen, Privatleuten und Unternehmen sowie der Gemeinde Rohrdorf.
So gut wie keine Änderungen brachten die Neuwahlen unter der Leitung von Bürgermeister Christian Praxl mit sich: Der Vorstand setzt sich neben Gudrun Lohmann wieder aus deren Stellvertreter Benno Hollinger, Kassier Peter Holzner und Schriftführerin Hella Hauber zusammen. Als Beisitzer fungieren weiterhin Elisabeth Stein, Bernhard Weindl und Erich Bielmeier. Bei den Revisoren löste Anna Pritzl Herbert Wörndl ab, während Franz Göttlinger sein Amt weiterhin ausübt. Dem Beirat, welcher der Vereinsspitze beratend zur Seite steht, gehören neben Pfarrer Gottfried Doll, Rosi Reck, Dr. Wolfgang Biller und Franz Stillinger nun auch Kathi Steindlmüller und Karl Frey an.
Über die Bedeutung von Patientenverfügung und Vorsorgevollmacht informierte Dr. Wolfgang Biller zum Abschluss der Versammlung im Hotel zur Post. In seinem Vortrag machte der in Rohrdorf niedergelassene Allgemeinmediziner Sinn und Zweck der Dokumente deutlich, mit denen jedermann – Junge ebenso wie Alte - Vorsorge für Notsituationen treffen sollte.
April 2012


Vorerst kein Lebensmittelmarkt für Rohrdorf
Nahversorgungskonzept scheitert an Grundstückseigentümer

Rohrdorf (pil) – Mit dem Abschluss der vorzeitigen Bürgerbeteiligung stand der Bebauungsplan RO 19 „Dorfplatz“ ein weiteres Mal im Rohrdorfer Gemeinderat auf der Tagesordnung. Die ursprüngliche Idee allerdings, in der Ortsmitte einen Supermarkt anzusiedeln, „hat der Grundstückseigentümer begraben“, fasste Bürgermeister Christian Praxl (CSU) bei der jüngsten Sitzung seine Enttäuschung in Worte.
Josef Opperer, der Eigentümer des betreffenden zentralen Grundstücks, hatte in den Vorgesprächen unmissverständlich klar gemacht, keinerlei Interesse am Bau eines Lebensmittelmarktes zu haben. Er wolle weder sein Elternhaus noch das Nebengebäude abreißen, in dem bis Mitte des vergangenen Jahres ein kleiner Lebensmittelladen untergebracht war. Damit, bedauert der Gemeindechef, könne das angepeilte Nahversorgungskonzept für den Ortsteil Rohrdorf mittelfristig nicht umgesetzt werden, das im vergangenen Sommer auch Thema bei einem Informationsabend der CSU gewesen war. Für alle weiteren erforderlichen Verhandlungen habe Opperer die Gemeindeverwaltung inzwischen an eine von ihm bevollmächtigte Immobilienfirma verwiesen – allerdings ohne Angabe von Adresse oder Telefonnummer des Unternehmens.
Mit den Ergebnissen aus der Auslegung des Vorentwurfs vom Oktober wurde inzwischen eine neue „Arbeitsfassung“ erarbeitet, welche den Anregungen und Einwendungen aller betroffenen Grundstückseigentümer so weit wie möglich Rechnung trage. Auf dieser Grundlage wird nun gegen zwei Stimmen aus den Reihen des Bürgerblocks die Aufstellung des Bebauungsplans fortgeführt. Neben neuen Büro- und Gewerbeflächen soll zu beiden Seiten der Dorfstraße der Rahmen geschaffen werden für weitere Wohnhäuser. Die aktuelle Planung, erläuterte Bürgermeister Praxl weiter, eröffne beispielsweise Opperer im hinteren Teil seines Grundstücks gleich mehrere Kombinationsmöglichkeiten aus Geschoßwohnungsbau (mit Tiefgarage) und Einzelhäusern (mit Garagen) bis teils nahe an die Hangkante heran. In jedem Fall aber müsse die bestehende kleine Erschließungsstraße verbreitert und mit einer Wendemöglichkeit versehen werden.
Angaben über Situierung und Zahl etwaiger Kundenparkplätze an der Dorfstraße ließen sich zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht machen.
März 2012

Ein Radlweg würde für mehr Sicherheit sorgen auf der Bahnhof- /Ammerseestraße. Foto: pil
Auf dem Radlweg sicher nach Lauterbach
Grünes Licht für FWG-Antrag: Grunderwerb klären

Rohrdorf (pil) – Der Bedarf für einen Radlweg zwischen Rohrdorf und Lauterbach ist unstrittig im Gemeinderat. Denn immer wieder kommt es auf der stark frequentierten engen Gemeindestraße ohne jegliche Markierungen zu brenzligen Situationen für Radler. Mit dem Bau eines Radwegs, der am Ortsausgang von Rohrdorf beginne und an den Radlweg entlang der Kreisstraße RO 5 anschließe, könnte diese gefahrenträchtige Strecke entschärft werden, ist Marianne Keuschnig von der Freien Wählergemeinschaft (FWG) überzeugt.
Für ihren Antrag, den erforderlichen Grunderwerb vorzubereiten, erteilte das Gremium einstimmig grünes Licht. Hierbei müsste auch der Verlauf einer möglichen Nordumfahrung Rohrdorfs berücksichtigt werden. Das Nadelöhr Autobahnunterführung lässt sich allerdings erst mit dem Ausbau der A8 verbreitern.
April 2012




Gehweg - kein Gehweg - Gehweg

Die Situation in der Paul-Dax-Straße, wo der Bürgersteig unvermittelt endet und erst wieder bei der Einmündung in die Dürneggerstraße fortgeführt wird, stößt nicht nur CSU-Gemeinderat Martin Frey immer wieder sauer auf; schließlich führt der Schulweg für zahlreiche Rohrdorfer Mädchen und Buben an der Straße mit dem lückenhaften Trottoir entlang.
Auf Freys Antrag hin wird sich die Verwaltung nun der Angelegenheit annehmen.
Text/ Foto: pil
April 2012



Grunderwerb für Gestaltungswall sichern
CSU: Gemeinde soll mögliche Tauschflächen zur Verfügung stellen

Rohrdorf (pil) – Um den erforderlichen Grunderwerb für den Bau des Gestaltungswalls südlich der Rastanlage Samerberg-Süd zu sichern, soll die Gemeinde Rohrdorf dem "Bauherrn", der Autobahndirektion Südbayern, so weit nötig mögliche Tauschflächen anbieten. Ein entsprechender Antrag der CSU-Fraktion stieß im Gemeinderat durch die Bank auf Zustimmung.
„Auf die Errichtung eines Sichtschutz- und Gestaltungswalls entlang der Tank- und Rastanlage Samerberg-Süd darf zum größtmöglichen Schutz der Anwohner im Bereich der Georg- und Hubertusstraße nicht verzichtet werden.“ begründete der Fraktionsvorsitzende Franz Dinzenhofer den Antrag. Jedoch habe der Anwalt der betreffenden Grundstückseigner beim Erörterungstermin erklärt, dass der Grunderwerb durch die Autobahndirektion, von dem auch ein Vollerwerbslandwirt betroffen sei, im Vorfeld einvernehmlich abgewickelt werden müsse; ansonsten sei der Wall aus der Planfeststellung herauszunehmen.
Wie berichtet, hat sich die Autobahndirektion dazu bereit erklärt, im Zuge der Erweiterung der Rastanlage südlich davon einen fünf Meter hohen Wall als Sichtschutz aufzuschütten.
März 2012


Neues Outfit für die Homepage

Rohrdorf (pil) - Der Internet-Auftritt der Gemeinde Rohrdorf bekommt ein neues Gesicht. Im Zuge der Überarbeitung wird die in die Jahre gekommene Homepage moderner und bürgerorientierter gestaltet.
Darüber hinaus könnten kurze, etwa einminütige Filmsequenzen die Surfer auf einen realen Besuch der Gemeinde zwischen Inn und Chiemgau einstimmen. Ein Anschauungsbeispiel im Internet stieß im Gemeinderat jedenfalls auf allgemeine Zustimmung.
Mangels eines eigenen Redaktionssystems mussten bislang außerdem die Pflege und Aktualisierung zahlreicher Seiten extern vergeben werden.
März 2012


Veränderungssperre für die Ortsmitte verlängert

Rohrdorf (pil) – Gegen die Stimmen des Bürgerblock wurde die Veränderungssperre für den Bereich des Bebauungsplans RO 19 „Dorfplatz“, die vor zwei Jahren erlassen worden ist, um zwölf Monate verlängert. Mit dieser Entscheidung will der Gemeinderat sicherstellen, dass der neue Bebauungsplan, für den bereits ein Vorentwurf erarbeitet worden ist, weiterverfolgt werden kann. Wie berichtet sollen im Bereich zwischen Maibaum und Kirche die Weichen für neue Einkaufsmöglichkeiten, Büroflächen und Wohngebäude gestellt werden, um wieder Leben in den nahezu verwaisten Rohrdorfer Ortskern zu bringen.
Unterdessen befürchtet der Bürgerblock ein weiteres Jahr Stillstand in der Ortsmitte, begründete Martin Fischbacher auf Anfrage die Haltung seiner Fraktion.
März 2012


Raststätte Samerberg-Süd: Erfolge in Sachen Sicht- und Lärmschutz
Vertreter der Rohrdorfer Interessengemeinschaft nach Erörterungstermin recht zufrieden

Rohrdorf (pil) – Zufriedene Gesichter bei der Interessengemeinschaft „Wohnen an der Rastanlage Rohrdorf-Samerberg“: Beim geplanten Ausbau der Raststätte Samerberg-Süd, mit dem die Autobahndirektion Südbayern dem eklatanten Mangel an Lkw-Stellplätzen entlang der A8-Ost entgegensteuern will, werden einige der zentralen Forderungen berücksichtigt, welche 100 Anwohner im November im Zuge des Planfeststellungsverfahrens formuliert hatten und die später vom Gemeinderat mit einem einstimmigen Beschluss untermauert wurden.
„Wir haben ganz gut abgeschnitten.“, kommentierten Josef Höpfl und Veronika Lumpe als Sprecher der Interessengemeinschaft erfreut den Verlauf des dreieinhalbstündigen Erörterungstermins im Rohrdorfer Rathaus.
Demnach will die Autobahndirektion südlich der Anlage, die künftig 60 Lkw (derzeit zwölf) Platz bieten soll sowie acht Bussen und 99 Pkw (bisher 24), nun einen fünf Meter hohen sogenannten Gestaltungswall anlegen; er fällt damit zwei Meter höher aus als ursprünglich vorgesehen. Eine Lärmschutzwand entlang der Zufahrt zum Parkplatz werde nicht erst mit dem sechsstreifigen Ausbau der Autobahn aufgestellt sondern bereits im Zuge der Erweiterung der Raststätte. Und wie inzwischen bekannt wurde, sei nun auch der Fortbestand des kleinen Fichtenwalds gesichert, der als Ausgleichsfläche herangezogen werden sollte und auf dessen Erhalt als Sicht- und Lärmschutz die Anwohner jedoch großen Wert gelegt haben.
Gescheitert sind die Rohrdorfer dagegen mit ihrem Wunsch, die Betriebszufahrt zur Rastanlage direkt an die Bahnhofstraße (vis-à-vis vom Bauhof) zu verlegen. Entsprechend der Planung der Autobahndirektion rückt diese im Vergleich zur bestehenden Straße noch 100 Meter näher an die Ortschaft heran, wenngleich die Breite der Zufahrt – bislang waren fünf Meter vorgesehen – noch nicht endgültig feststehe. Doch werde der Wirtschaftsweg künftig mit einem zwei Meter hohen blickdichten Tor abgeriegelt, das nurmehr Berechtigte – beispielsweise Servicekräfte, Autobahnmeisterei und Rettungskräfte – passieren können. Damit und mit der zugesicherten kompletten Einzäunung der Anlage dürfte sich nach Auffassung von Lumpe und Höpfl nicht nur der Schleichverkehr sondern zugleich das Problem der „Wildbiesler“ und der illegalen Müllablagerungen auf den benachbarten Wiesen erledigen.
Nach wie vor zieht Josef Höpfl allerdings die Notwendigkeit einer Vergrößerung der Raststätte in der vorgesehenen Dimension stark in Zweifel; zumal im Anschluss an Samerberg-Süd die Anlage auf der Nordseite der Autobahn in Angriff genommen werde. Er befürchtet, damit der Dauerparker-Kultur weiteren Vorschub zu leisten, die er seit langem auf dem Autobahn-Parkplatz beobachte. Eine ganze Reihe – vornehmlich ausländischer - Fuhrunternehmen belegten die Anlage gewissermaßen als kostengünstige „Außenstelle“ ihrer Betriebshöfe und bremsten diejenigen Fahrer aus, die dort ihre gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einlegen müssten.
Zudem, gibt er weiter zu Bedenken, seien die bisherigen sanitären Einrichtungen der Rastanlage in keiner Weise auf die geplante Größe des Parkplatzes ausgelegt.
März 2012


Viele Vorhaben, keine Kredite
Rohrdorfer Gemeinderat verabschiedet 20,5-Millionen-Haushalt

Rohrdorf (pil) – In Rohrdorf soll im laufenden Jahr einiges in Angriff genommen werden, wie der Blick in den Haushaltsplan zeigt. Die verschiedenen Vorhaben will die Gemeinde dabei mit eigenen Mittel stemmen; eine Kreditaufnahme ist im Etat mit einem Gesamtvolumen von 20,5 Millionen Euro (13,9 Millionen im Verwaltungs- und 6,6 Millionen im Vermögenshaushalt) nicht vorgesehen, erläuterte Geschäftsleiter Christian Schönleber.
Allein eine Million Euro ist für die Erweiterung der „Zwergerlmühle“, des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle, in dem Zahlenwerk veranschlagt, das der Gemeinderat einstimmig verabschiedet hat. Jeweils 250.000 Euro sind für Sanierungsarbeiten in der Mehrzweckhalle im Turner Hölzl eingeplant sowie am Alten Schulhaus, wo ein Teil der Montessori-Schule untergebracht ist. In den Ausbau der Hubertusstraße werden voraussichtlich 260.000 Euro investiert, und für 700.000 Euro kann Bauland für Einheimische gekauft werden. Darüber hinaus hat das Gremium 50.000 Euro für den Einstieg in den kommunalen Klimaschutz bereitgestellt.
Weitere wesentliche Positionen auf der Ausgabenseite bilden neben der Kreisumlage (2,9 Millionen), der Gewerbesteuerumlage (1,6 Millionen), den Personalkosten (1,5 Millionen) und den Kindergartenbetriebskosten (767.000) der Wasserleitungsbau (500.000) sowie der Posten Straßenbau und Brücken (385.000). Insgesamt 119.000 Euro sind für den weiteren Ausbau der DSL-Versorgung vorgesehen, wobei hier 96.000 Euro aus staatlichen Fördermitteln und aus der Kostenbeteiligung seitens Frasdorf und Riedering in die Gemeindekasse zurückfließen.
Die Haupteinnahmequelle der Gemeinde, die Gewerbesteuer, hat Kämmerer Peter Wagner mit sieben Millionen Euro angesetzt. Im vergangenen Jahr hatte dieser Posten satte 9,3 Millionen Euro in die Gemeindekasse gespült - was fürs Jahr 2013 allerdings auch eine Kreisumlage von 5,2 Millionen Euro nach sich zieht. Hierfür wird ein Großteil des Überschusses aus der Jahresrechnung 2011 von rund 3,4 Millionen Euro auf die hohe Kante gelegt.
Im laufenden Jahr schlagen auf der Einnahmeseite zudem der Einkommensteueranteil mit 2,2 Millionen Euro, die Grundsteuer B (580.000) sowie die Umsatzsteuerbeteiligung (520.000) zu Buche. Darüber hinaus werden gut 230.000 Euro aus Erschließungsbeiträgen erwartet.
März 2012


Wunschzettel für den Ausbau der Rastanlage Samerberg-Süd
Gemeinderat schiebt Forderungen nach - Erörterungstermin am 28. Februar

Rohrdorf (pil) – Gänzlich unwidersprochen will die Gemeinde Rohrdorf die Planung für den Ausbau der Autobahnrastanlage Samerberg-Süd doch nicht hinnehmen, in dessen Zuge die Stellplätze für Lkw von zwölf auf 60, und für Pkw von 24 auf 99 aufgestockt werden sollen. Der Gemeinderat verabschiedete jetzt einstimmig eine vier Punkte umfassende Liste mit Forderungen, die einigen Einwänden der Anlieger im laufenden Planfeststellungsverfahren Rechnung tragen und beim Erörterungstermin am 28. Februar einfließen sollen. Zentraler Punkt sind dabei Lärmschutzmaßnahmen für das angrenzende Wohngebiet, die über das gesetzliche Mindestmaß hinausgehen.
Neben der Verlegung der nurmehr für Personal und Lieferverkehr zugänglichen Betriebszufahrt an die Bahnhofstraße (auf Höhe des Bauhofs) beinhaltet das Papier die Einfriedung der kompletten Rastanlage aus Sicherheitsgründen. Auf Anregung von Karl-Heinz-Silichner (CSU) soll zudem ein Parkleitsystem installiert werden, um bei Vollbelegung unnötigen Verkehr vom Parkplatz fernzuhalten. Allem voran aber fordern die Rohrdorfer einen durchgehenden, fünf Meter hohen Gestaltungswall südlich der Rastanlage, der sich von der Abfahrt zum Parkplatz bis hin zur Bahnhofstraße ziehen soll. Rupert Stocker vom Bürgerblock hatte hierfür eigens eine Zeichnung angefertigt, die dem Beschluss beigefügt wurde. Allerdings, gab Martin Frey (CSU) zu Bedenken, ziehe ein Rolltor als Zufahrtssperre für den Wirtschaftsweg (und damit für den als Schleichweg genutzten Parkplatz-Zubringer) automatisch eine Zunahme des Verkehrs durchs Dorf nach sich.
Im Oktober hatte der Gemeinderat mit Ausnahme des Bürgerblocks als Träger öffentlicher Belange keine Bedenken gegen die Vergrößerung der Rastanlage vorgebracht, die nach Auffassung der Mehrheit in dieser Form auch im Flächennutzungsplan dargestellt sei. Rund 100 betroffene Anlieger hatten daraufhin in einem Schreiben an die Regierung von Oberbayern massive Einwände gegen die Planung geltend gemacht. Mittlerweile haben sich die Anwohner zur Interessengemeinschaft „Wohnen an der Rastanlage Rohrdorf-Samerberg“ zusammengeschlossen, auf deren Bitte hin sich der Gemeinderat erneut mit der Angelegenheit befasst hat.
Die Erweiterung der Rastanlage lasse sich zwar sicher nicht verhindern, so der Tenor im Gremium. Doch der Gemeinderat könne verschiedenen Forderungen der Anwohner Nachdruck verleihen, hatte der Sitzungsleiter, Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU), eingangs zur Geschlossenheit aufgerufen.
Wenngleich die Einwendungsfrist bereits abgelaufen ist, „werden die verspäteten Argumente der Gemeinde von uns im Rahmen des Erörterungstermins mitbehandelt werden“, teilte Heinrich Schuster, Pressesprecher der Regierung von Oberbayern, dazu auf Anfrage mit; vorausgesetzt diese erreichen die Behörde rechtzeitig vorher, also nicht erst beim Termin.
Januar 2012


"Lumberjacks"-Nachwuchs holt mit Süd-Auswahl die Wintertrophy
Floorballer des TSV Rohrdorf-Thansau überzeugen in Leipzig - Hochspannung bis zur letzten Sekunde

Das Rohrdorfer Dreiergespann in der Süd-Auswahl: Lukas Ackermann, Korbinian Pilger und Stephan Faltermeier (von links).
Foto: privat
Rohrdorf/ Leipzig (pil) - Für drei der Nachwuchs-Lumberjacks vom TSV-Rohrdorf-Thansau stand das letzte Ferienwochenende unter einem ganz besonderen Stern: Flügelspieler Stephan Faltermeier, Lukas Ackermann (Stürmer) und Korbinan Pilger (Abwehr) brachen zur U17-Wintertrophy nach Leipzig auf, wo sich die Floorball-Auswahlteams aus Sachsen, Sachsen-Anhalt, Süd- und Norddeutschland gegenüberstanden – und brachten überraschend einen klaren ersten Platz mit nach Hause.
Zwar galt das Süd-Team (besetzt mit Spielern aus Bayern und Baden-Württemberg), das in den vergangenen Jahren keine eigene Mannschaft gestellt hatte, eher als Underdog. Doch zuletzt setzten sich die Süddeutschen in der Vorrunde (Jeder-gegen-jeden-Modus) nicht nur mit 9:4 (4:2; 3:1; 2:1) gegen den Favoriten aus dem Norden durch; dieser landete in der Endwertung lediglich auf Platz 3. Darüber hinaus konnte der Süden einen besonders hohen Sieg (12:1) gegen Sachsen einfahren; wobei die Süd-Auswahl in allen drei Dritteln das Spielgeschehen klar dominierte: 5:1; 5:0; 2:0.
Gegen Sachsen-Anhalt musste der Süden gleich zweimal ran: In der Vorrunde ging es zwar für beide Teams nur noch um die Goldene Ananas; beide Mannschaften standen bereits sicher im Finale. Trotzdem wollten sich die Außenseiter aus Süddeutschland nichts vergeben und möglichst ungeschlagen aus dem Turnier gehen. Mit einem 6:2 (1:0; 1:0; 4:2) blickte man zuversichtlich und mit hohen Erwartungen aber auch mit Respekt vor dem Final-Gegner dem kommenden Tag entgegen.
Der Kampf um den ersten Platz war sehr körperbetont und blieb bis zur letzten Sekunde extrem spannend, wie sich am 9:8-Ergebnis ablesen lässt. Beide Mannschaften schenkten sich nichts. Trotzdem gelang es dem Süden auch dank einer soliden Abwehr, den Vorsprung vor Sachsen-Anhalt, der letztlich den Sieg bedeutete, mehrere Minuten lang zu halten. Das Turnier, das unter den Augen von U17-Nationaltrainer Sascha Franz ausgetragen wurde, endete für die Rohrdorfer Vertreter also mit einem vollen Erfolg – und mit dem Pokal der Wintertrophy.
Auch Betreuer Rasso Schorer hatte bis zur letzten Sekunde mit seinen „Burschen“ mitgefiebert und war nach dem Schlusspfiff sichtlich erlöst: „Die letzten zwei Minuten waren die längsten meines Lebens!“
Die Rohrdorfer hatte der Wettbewerb unterdessen nicht nur viel Schweiß gekostet. „Es war ein tolles Wochenende, an dem man viel Spielerfahrung auf hohem Niveau sammeln konnte.“, fasste Spieler Stephan Faltermeier seine Eindrücke zusammen.
Hocherfreut über die Leistung der U17-Verteter bei der Trophy in Leipzig zeigte sich Rohrdorfs U17-Trainer Alex Kroll: „Die drei haben gemeinsam mit ihren Mitstreitern aus Bayern und Baden-Württemberg sehr gut harmoniert. Daher geht dieser Titel völlig verdient in den Süden. Vor den Augen des U17-Nationaltrainergespanns haben Lukas Ackermann, Stephan Faltermeier und Korbinian Pilger einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vor allem kämpferisch und konditionell waren die gezeigten Leistungen absolut überzeugend.“ Als sportlicher Leiter sei er sehr stolz darüber, dass das jugendliche Dreiergespann den gesamten Verein so beeindruckend auf landesweiter Ebene vertreten habe und spann den Faden gleich noch weiter: „Vielleicht können wir den ein oder anderen in wenigen Jahren in einer der Nationalmannschaften bewundern.“
Januar 2012


Die Nummer 5 war der Renner
130 Teilnehmer beim Kinderskikurs des TSV Rohrdorf-Thansau

Die Route Nr. 5 mit Tiefschnee und Buckeln war der Renner beim Kinderskikurs des TSV Rohrdorf-Thansau. Insgesamt 130 Skifahrer und Snowboarder hatten an dem Vier-Tages-Kurs teilgenommen, der die Fun- und Carvinggruppen in diesem Jahr erstmals zwei Tage nach Alpbach geführt hat. Ihr Können stellten die jungen Brettlfans, kräftig angefeuert von den zahlreichen Zuschauern am Pistenrand, dann beim traditionellen Abschlussrennen in Durchholzen unter Beweis.
Bei der anschließenden Siegerehrung im Gasthof Stocker in Rohrdorf hob Abteilungsleiter Schorsch Dick junior das Engagement des eingeschworenen Teams aus 23 Ski- bzw. Snowboardlehrern und Helfern hervor; ebenso dankte er allen Sponsoren sowie den Ehrenamtlichen, die im Versorgungszelt in Durchholzen Tee und Suppe für die Kleineren bereitgehalten hatten.
Und wurde beim Rennen auch um Zehntel und Hundertstel gekämpft - eine Medaille gab's zum Schluss für jeden; und zusätzlich Urkunden für die drei Schnellsten aus jeder Gruppe (hier Skilehrer Karl Bliemetsrieder mit seinen „Schützlingen“).
pil/ Foto: TSV
Januar 2012



Adventslesung für einen guten Zweck
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Ehrung für einen Weltmeister und ein versöhnlicher Jahresabschluss
Bebauungsplan "Mangfallstraße" im Gemeinderat - Anwohner: "Für uns gibt es nicht nur den Weg der Klage"

Rohrdorf (pil) – Trotz des Satzungsbeschlusses ist der Bebauungsplan TH 23 „Mangfallstraße“, der die Grundlage für eine Erweiterung der alteingesessenen Firma Planatol schaffen soll, möglicherweise noch nicht in trockenen Tüchern. Vielmehr rechnet man seitens der Gemeinde fest damit, dass die Nachbarn, die den Schutzanspruch eines reinen Wohngebiets fordern, gerichtliche Schritte unternehmen werden; im vorliegenden Plan sind die drei Doppelhäuser als allgemeines Wohngebiet festgesetzt. Ungeachtet des Ausgangs dieses Verfahrens, so der Tenor im Gemeinderat, habe man dann zumindest Rechtssicherheit.
„Für uns gibt es nicht nur den Weg der Klage.“, stellte dagegen eine Anwohnerin auf Nachfrage klar. Zunächst wolle man das Gespräch mit den zuständigen Stellen suchen. Einen Redebeitrag ihres Mannes in der Sitzung hatte das Gremium mehrheitlich abgelehnt.
Dabei kann ein Teil der Gemeinderäte die Besorgnis der Anlieger in punkto Immissionen durchaus nachvollziehen; wie etwa Karl Blum vom Bürgerblock, welcher der Satzung letztlich als einziger die Zustimmung verweigerte. Doch wer ein Haus direkt neben einer Fabrik kaufe, „kann kein reines Wohngebiet erwarten“, brachte Rosi Reck (CSU) die Meinung der überwiegenden Mehrheit auf den Punkt. Marianne Keuschnig (Freie Wählergemeinschaft) bezeichnete es sogar als einen ihrer größten Fehler im Verlauf ihrer knapp zehnjährigen Gemeinderatszugehörigkeit, der Wohnbebauung an der Mangfallstraße zugestimmt zu haben.
Schon einmal waren dort Anwohner gegen eine Bebauungsplanänderung (TH 13 „Fabrikstraße“) vor Gericht gezogen, die dann 2009 im Normenkontrollverfahren gekippt wurde.
Eine besondere Note erhielt die Sitzung mit der Ehrung von Richard Martin Schauer, dem Weltmeister in der Sparte Möbelschreiner. Der Rohrdorfer hatte bei den World Skills, den internationalen Berufsweltmeisterschaften, in London zwei Goldmedaillen geholt. Nun nahm der 22jährige eine Glückwunsch-Urkunde aus der Hand von Bürgermeister Christian Praxl entgegen und erntete langanhaltenden Applaus von sämtlichen Anwesenden im Sitzungssaal.
Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war die Beschaffung von Atemschutzausrüstungen für die Ortsfeuerwehren. Insgesamt 25.000 Euro will die Gemeinde hier investieren.
Ganz anders als im Jahr zuvor klang schließlich das Gemeinderatsjahr aus. Bürgermeister Praxl (CSU) streifte in seinem Rückblick auf 2011 und der Vorschau auf 2012 nicht nur Geschehenes (Neuaufstellung des Flächennutzungsplans; Neubau des Hauses für Kinder in Thansau) und Geplantes (Erweiterung des Kindergartens in Achenmühle; Umgestaltung des dortigen Dorfplatzes; Bebauungsplan Ortsmitte Rohrdorf; Ausbau der Hubertusstraße; Verbesserung des Programms „Bauland für Einheimische“). Zugleich nutzte er in seiner Ansprache die Gelegenheit, sich ausdrücklich bei seinen beiden Stellvertretern Joachim Wiesböck (CSU) und Martin Fischbacher (Bürgerblock) zu bedanken; sie hatten den Gemeindechef während seiner krankheitsbedingten mehrwöchigen Abwesenheit vertreten. Zur Erinnerung: In der Dezember-Sitzung des vergangenen Jahres war Christian Praxl hart mit dem Bürgerblock und hier insbesondere mit Martin Fischbacher ins Gericht gegangen.
Zufrieden registrierte der Bürgermeister das größtenteils geschlossene Auftreten des Gemeinderats. Politisches Taktieren sei in diesem Gremium unangebracht, gab er zu bedenken; schließlich gehe es ums Wohl der Gemeinde.
Auch Vize Joachim Wiesböck sprach seinen Dank aus für die sachlichen Diskussionen und die gute Arbeit des Gemeinderats, wobei er vor allem Praxls großes Engagement hervorhob und auch seinerseits Fischbacher für dessen unkomplizierte Unterstützung dankte.
Dezember 2011


Millioneninvestition für die Klebstoffproduktion
Planatol mit neustrukturierter Unternehmensgruppe wieder auf Wachstumskurs
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Mehr Platz für die "Zwergerlmühle"
Gemeinderat nimmt Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Angriff

Rohrdorf (pil) – Mit insgesamt 89 Kindern platzt die „Zwergerlmühle“ bald aus allen Nähten. Deshalb nimmt der Gemeinderat nach der Fertigstellung der neuen Tagesstätte in Thansau nun die Erweiterung des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle in Angriff. Weiteres Thema auf der Tagesordnung war der Ausbau der Breitbandversorgung.
Mit insgesamt 89 Krippen-, Kindergarten- und Hortkindern platzt die „Zwergerlmühle“ aus allen Nähten. Ein Anbau soll die Raumnot im Integrativen Haus für Kinder in Achenmühle beheben. Foto: pil
Neben drei Kindergartengruppen, davon zwei Integrationsgruppen, gehören zu der Betreuungseinrichtung unter der Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt inzwischen eine Krippengruppe mit 15 Kleinen sowie ein Hort mit zwölf Schulkindern. Dabei ist die „Zwergerlmühle“ vor 20 Jahren ursprünglich als zweigruppiger Kindergarten gebaut worden, wie auf dessen Webseite nachzulesen ist. 2001 zog, nach dem Ausbau des Dachgeschosses, die dritte Gruppe ein; zwei Jahre später wurde im Turnraum im Keller eine vierte Gruppe eingerichtet. Und „geturnt wird von da an im Dorfhaus.“
Die Planung des Anbaus soll der Architekt übernehmen, der bereits mit der Umgestaltung des Dorfplatzes betraut ist. Ganz oben auf der Wunschliste von Gertraud Kaiser, der Leiterin der Einrichtung, stehen jedenfalls ein Gruppenraum samt Nebenräumen, eigene Räume für den Hort sowie Ausweichräume für Projektarbeiten oder für Therapiestunden für die behinderten oder von Behinderung bedrohten Kinder.
Demnächst kehren außerdem die nach Höhenmoos ausgelagerten Zwergerl zurück, in deren Gruppenraum nach dem Wasserschaden im Keller Schimmelpilzbefall festgestellt wurde. Sie werden für voraussichtlich eineinhalb Jahre in einem der Container unterkommen, die bereits die Thansauer während der Bauphase als Übergangsquartier genutzt haben. Die Containermiete für diesen Zeitraum beläuft sich auf rund 25.000 Euro.
Recht erfreulich fiel der Jahresabschluss der „Zwergerlmühle“ fürs Jahr 2010 aus: Unterm Strich blieb ein Minus von lediglich 720 Euro; dieser Betrag wird mit dem Vorschuss aus dem positiven Abschluss des Vorjahres verrechnet. Im Gemeindehaushalt war ein Defizitausgleich für 2010 von 25.600 Euro eingeplant.
Unterdessen wurde der Antrag auf Defizitausgleich 2010/2011 für das Haus für Kinder „Heilige Familie“ in Thansau zurückgestellt; zunächst solle abgeklärt werden, welchen Betrag das Erzbischöfliche Ordinariat in Aussicht stelle, wie der Sitzungsleiter, der Zweite Bürgermeister Joachim Wiesböck, erklärte.
Angesichts stetig sinkender Fahrgastzahlen will der RVO den Busfahrplan der Linie 9494 weiter ausdünnen. Demnach werde am Samstag Nachmittag der letzte Bus Richtung Rohrdorf künftig um 13.15 Uhr am Bahnhof in Rosenheim starten; die letzte Möglichkeit, ab Bahnhof Rohrdorf nach Rosenheim zu fahren, biete sich dann um 13.45 Uhr.
Grünes Licht gab's außerdem für den Vorentwurf zur Änderung des Bebauungsplans TH 1 „Neubeuerer Straße“; dort soll neues Baurecht geschaffen werden für ein Einfamilien- und ein Doppelhaus sowie für einen Dreispänner.
November 2011


Wechselspiel der Künste
"Die mit den Wölfen heult" im Lauterbacher Dorfhaus
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Maskeraden, Missverständnisse und LSD
"Harlekin"-Komödie: Gelungene Premiere mit "Künstlerpech"

Die Messer sind bereits gewetzt: Die Essenseinladung von Jennifer/Pastellini (Nicole Liegl-Meier, links) bekommen Umweltminister (Martin Grick) und seine Gattin Margarete (Irmi Mayr) allerdings in den falschen Hals. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Maskeraden, Missverständnisse, Verwechslungen, doppeldeutige Anspielungen, eine geheime Neigung und fünf Türen, vor und hinter denen sich so einiges tut. Die Rohrdorfer „Harlekin“-Komödie zieht in ihrem aktuellen Stück „Künstlerpech“ so ziemlich alle Register, die eine gelungene Unterhaltung mit einem Boulevardstück ausmachen – und das mit Erfolg.
Klar, wenn ein Rathausmitarbeiter auf der Bühne gekonnt den seriösen Umweltminister im dunklen Dreiteiler gibt und als solcher später - sehr zur Freude seiner Gattin Margarete (Irmy Mayr) - sogar sein kleines Geheimnis hemmungslos auslebt, bleibt im Publikum kaum ein Auge trocken. Doch allein schon die Mimik von Martin Grick in seiner Rolle als Gregor Bohm reicht aus, um die Lachmuskeln der Zuschauer zu reizen; zumal der sich in seiner Not wahlweise als TV-Komiker, Ober-Hausmeister, Mitglied des Mariannen-Ordens und Mutter des schwulen Meistermalers Pastellini ausgibt. Und den Politiker will ihm ohnehin niemand abnehmen.
Drehscheibe des ganzen Theaters um die beflissene „Reporterin“ Christine (Sylvia Keuschnig) und ihr LSD, um die Lila Madonna und einen gar sonderlichen Kriminalkommissar (Klaus Biehl) ist das Atelier des gefeierten Umberto Pastellini, alias Thomas (Marcus Bauer), seines Zeichens Portraitmaler und recht erfolglos. Schon bald geben sich hier Presse und Polizei die Klinke in die Hand und sorgen für reichlich Wirbel. Valerie Palme (Regina Hellthaler), die wahrlich leidenschaftliche Verehrerin Pastellinis, schreckt nicht einmal vor einer Kletterpartie in den sechsten Stock zurück, um den (vermeintlichen) Wunschvater ihres ungezeugten Kindes mit kirschrotem Kussmund, verführerischem Timbre und laszivem Hüftschwung zu umgarnen. Allein, Thomas' quirlige Frau Jennifer (Nicole Liegl-Meier), die nolens volens vorübergehend in Pastellinis Rolle schlüpft, hat ihre liebe Not, nach diversen „Leichenfunden“ ihre Gäste zum Essen „hier zu behalten“.- Dabei soll es doch Fleisch geben, mit Soße; und die Messer sind bereits gewetzt.
Vom Farbfleck auf dem Morgenmantel bis hin zu schmutzigen Schuhen - Martha, auf köstliche Weise von Marianne Keuschnig verkörpert, hat derweil über alle möglichen Verfehlungen ihrer Mieter und deren Besucher ein wachsames Auge, wenn sie, mit allen Wesenszügen einer „wahren“ Hausmeisterin ausgestattet, immer wieder bei Pastellini hereinschneit. Dabei steht sie dem ganzen Trubel um Kunstraub, Presserummel und persönliche Neigungen letztlich recht gelassen gegenüber – zumindest „solange das Geld pünktlich kommt“.
Abgesehen von ein paar Längen zu Beginn bescherten die Darsteller unter der Regie von Günter Schwarz den rund 130 Premierenbesuchern jedenfalls einen ebenso schwungvollen wie amüsanten Abend im Turner Hölzl. Für einen gelungenen Auftakt hatte zuvor die Kindertheatergruppe „Harlekids“ mit dem Sketch „Life is Life“ aus der Feder von Claudia Weiß-Lorenz gesorgt.
Die nächsten Auftritte mit „Künstlerpech“ von Jürgen Baumgarten stehen für Freitag, beziehungsweise Samstag, 18., 19., 25. und 26. November, jeweils ab 20 Uhr auf dem Programm. Bereits ab 19.30 Uhr stehen die „Harlekids“ auf der Turner Hölzl-Bühne. Karten gibt’s bei der Reiseagentur „travel and more“; Reservierungen sind auch im Internet unter www.harlekin-online.de möglich.
November 2011


Nicht nur an der Raststätte Samerberg-Süd könnten bald mehr Parkplätze für Lkw und Pkw entstehen; die Erweiterung von Samerberg-Nord soll folgen. Die Anwohner befürchten indes eine starke Beeinträchtigung der Lebensqualität. Foto: Pilger
Anwohner fühlen sich überrollt
Gegen Ausbaupläne für Samerberg-Süd regt sich Widerstand

Rohrdorf (pil) – Mit dem Ausbau verschiedener Raststätten will die Autobahndirektion Südbayern dem Mangel an Lkw-Stellplätzen an der A8 entgegensteuern. So läuft für die Erweiterung der Tank- und Rastanlage Samerberg-Süd auf Rohrdorfer Gemeindeflur bereits das Planfeststellungsverfahren; Samerberg-Nord soll in absehbarer Zeit folgen. Bei den Anwohnern regt sich jedoch Widerstand gegen das Vorhaben. Sie befürchten vor allem mehr Lärm, mehr Dreck – und einen Anstieg der Kriminalität.
Von derzeit zwölf auf 60 will der Bund die vorhandenen Lkw-Stellplätze an der Raststätte in Fahrtrichtung Salzburg aufstocken; und anstatt bisher 24 könnten dort künftig 99 Pkw parken. Darüber hinaus sieht das 4,3-Millionen-Euro-Projekt Abstellmöglichkeiten für acht Busse sowie einen Bereich für Großraumtransporter vor.
Unterdessen fühlen sich die Anlieger, deren Häuser zum Teil kaum mehr als 200 Meter von Autobahn und Rastanlage entfernt liegen, von dem Verfahren buchstäblich überrollt. „Der Großteil der Bürger hatte keine Ahnung, dass bereits konkrete Planungen vorliegen.“, brachten Veronika Lumpe und Josef Höpfl den Informationsstand vor wenigen Tagen auf den Punkt. Um die Frist für die Anhörung zu wahren, haben Anwohner nun mit Hochdruck ihre Einwände gegen das Projekt formuliert, denen sich bei einer Unterschriftensammlung insgesamt 100 Betroffene angeschlossen haben. Einer der Hauptkritikpunkte ist dabei der Lärmschutz.
„Für uns ist nicht ersichtlich, warum diese Parkraumvergrößerung so nahe an ein bereits belastetes Wohngebiet herangeführt wird.“, beziehen die Verfasser des dreiseitigen Schreibens an die Regierung von Oberbayern Stellung gegen die vorliegende Planung; sie sehen „weitere unzumutbare Belastungen unserer Lebensräume“ auf sich zukommen. Die Vergrößerung des Parkplatzes bis zur Bahnhofstraße und bis zur jetzigen Betriebszufahrtstraße löse zwar keinen Anspruch auf Lärmschutz aus, wie Nadine Lewandowski, die Sprecherin der Autobahn-Direktion, erklärt. Jedoch werde im Süden der erweiterten Anlage ein drei Meter hoher Gestaltungswall aufgeschüttet. Dieser erscheint den Anliegern allerdings weder für einen ausreichenden Sicht- noch als Lärmschutz hoch genug. Als weitere „Schwachstelle“ erachten die Anwohner die neue, weiter westlich gelegene Betriebszufahrt mit Rolltor. Diese ließe sich ebenso gut auf Höhe des Bauhofs direkt von der Bahnhofstraße aus verwirklichen.
Zudem werde die für die Anwohner so wichtige Lärmschutzwand an der Einfahrt zur Rastanlage erst später, im Zuge des sechsstreifigen Autobahnausbaus, errichtet. Ein Einwand, den auch Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl durchaus nachvollziehen kann. Insgesamt stimme die Planung für den Raststättenausbau, die ordnungsgemäß an den Ortstafeln publik gemacht worden sei, mit der Darstellung im neuen Flächennutzungsplan überein; der Gemeinderat hat im laufenden Planfeststellungsverfahren als Träger öffentlicher Belange mit Ausnahme der Vertreter des Bürgerblocks keine Bedenken gegen die Vergrößerung der Anlage vorgebracht.
Für verlässliche Aussagen über die tatsächlich vorhandenen, bislang rein rechnerisch ermittelten Lärmimmissionen im Siedlungsgebiet fordern die besorgten Bürger nun außerdem Lärmmessungen an repräsentativen Stellen. Auch sei nicht auszuschließen, dass die Lärmprognose fürs Jahr 2025 auf mittlerweile veralteten Daten beruhe.
Um gemeinsam mit den Anliegern möglichst viele offene Punkte, beispielsweise die zusätzliche Belastung durch Abgase und Feinstaub sowie der befürchtete Anstieg der Kriminalität, zu klären, will Bürgermeister Praxl nun Vertreter der Autobahndirektion für eine Informationsveranstaltung in Rohrdorf gewinnen.
November 2011


Rechenschaftsbericht und einige Wortmeldungen
Bürgerversammlungen verlaufen in ruhigen Bahnen

Rohrdorf (pil) – Wie in den vergangenen Jahren verliefen auch diesmal die beiden Bürgerversammlung für den Gemeindebereich Rohrdorf in ruhigen Bahnen. Nach dem Rechenschaftsbericht des Bürgermeisters meldeten sich bei den Veranstaltungen in Thansau und Achenmühle nur wenige Zuhörer zu Wort. Gemeindechef Christian Praxl wertete dies als Zeichen der Zufriedenheit mit der Arbeit im Rathaus.
Viel Zeit haben Verwaltung und Gemeinderäte in die Neuaufstellung des Flächennutzungsplans investiert, der derzeit beim Landratsamt zur Genehmigung liegt. Doch auch das Thema Trinkwasser hat das Rathaus in diesem Jahr mehrfach beschäftigt. So wurde nicht nur die Sanierung des Quellsammelschachts in Holling abgeschlossen, wo mit jährlich 100.000 Kubikmeter knapp ein Drittel des Rohrdorfer Wasserbedarfs gefördert wird.
Im Sommer hatte dann eine Abkochempfehlung des Gesundheitsamts für Irritationen gesorgt. Es bestand die Befürchtung, verkeimtes Wasser aus Rosenheim wäre über den Notverbund ins Rohrdorfer Leitungsnetz gelangt. „Das bebaute Gebiet von Thansau war von diesen Keimen nicht betroffen.“, betonte der Bürgermeister nochmals; der Notverbund sei umgehend gesperrt und die Leitungen von der Staustufe bis zum Oberflurhydranten bei der Firma Schattdecor vorsorglich gechlort und gespült worden. Unabhängig davon wurden kurze Zeit später coliforme Keime im Rohrdorfer Wasser festgestellt, was eine Chlorung über mehrere Wochen hinweg erforderlich gemacht hatte.
Eine akute Gesundheitsgefährdung habe angesichts der geringen Keimkonzentration zu keinem Zeitpunkt bestanden, entgegnete Praxl der kritischen Anmerkung eines Bürgers über den Informationsfluss seitens der Gemeinde; die Verwaltung hatte jeweils mit Rundschreiben auf den Sachverhalt aufmerksam gemacht. Anderweitige Maßnahmen wie etwa Lautsprecherdurchsagen seien daher nicht erforderlich gewesen.
Nicht ohne Folgen blieb ein Wasserschaden im Keller der „Zwergerlmühle“ in Achenmühle; eine Kindergartengruppe ist derzeit provisorisch in Höhenmoos untergebracht. Die Raumluftmessungen ergaben in der Zwischenzeit Hinweise auf eine leichte Schimmelpilzquelle, sodass auf Wunsch der Schützen nun auch in deren Räumen Messungen vorgenommen werden. Derweil steht in Thansau für Kinder und Erzieherinnen der Einzug ins neue Haus für Kinder an der Wacholderstraße an.
Als, wenn auch kleinen, Erfolg wertet der Bürgermeister den Planungsdialog, in den die Bürgerinitiative „A 8 Rohrdorf - Achenmühle“ stark eingebunden war. Weitere Themen im Bericht waren die Sanierung der Tartanbahn im Turner Hölzl, die Inbetriebnahme der Fußgängerampel beim Seniorenheim, die Geschwindigkeitsmessungen durch den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit mit einer Beanstandungsquote von 6,43 Prozent und der Abschluss des DSL-Ausbaus in Thansau sowie – zu Praxls Bedauern – der Wechsel der älteren Petö-Kinder an die Hauptschule Bad Feilnbach und das kostenbedingte Aus für den Kirchturm in Thansau.
Einen Überblick über die finanzielle Lage der Gemeinde gab Kämmerer Peter Wagner. Nach zwei mageren Jahren konnten heuer bislang 7,4 Millionen Euro Gewerbesteuer vereinnahmt werden. Wenngleich Rohrdorf damit drei Jahre nach der Finanzkrise wieder ein „normales Niveau“ erreicht habe, mahnte Wagner, die anstehenden Aufgaben weiterhin ohne Neuverschuldung zu erledigen. Selbst das für den Kindergartenneubau vorgesehene Darlehen musste die Kommune nicht in Anspruch nehmen. Kontinuierlich wird zudem der Schuldenberg abgetragen; von umgerechnet 9,6 Millionen Euro im Jahr 1991 war dieser zum Jahreswechsel auf knapp 760.000 Euro geschrumpft.
Oktober 2011


Rohrdorfer Bauernmarkt ein Publikumsmagnet
Roter Erstling, Odenwälder Blaue, Vitelotte – Namen wie diese erinnerten auf dem Rohrdorfer Bauernmarkt daran, dass die Palette an Kartoffelsorten mit Nicola, Linda und Solara längst nicht ausgeschöpft ist. Neben Erdäpfeln, Erdbirnen (den Knollen der Topinambur) und anderem Gemüse standen dort Hausgebranntes, Handgestricktes und Selbstgebackenes zur Auswahl.
Zahlreiche Besucher nutzten das herrliche Spätherbstwetter zu einem Rundgang zwischen den Standln der heimischen Landwirte und Erzeuger. Und so gingen auch die geräucherten Forellen weg wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln.
Text/ Foto: pil
Oktober 2011



Ortsmitte Rohrdorf: Vorentwurf gebilligt
Breite Themenpalette im Rohrdorfer Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Mit der Billigung des Vorentwurfs hat der Rohrdorfer Gemeinderat nun einen weiteren Schritt im Bebauungsplanverfahren RO 19 „Dorfplatz“ gemacht. Während allerdings das Gremium denKonzeptvorschlag als Diskussionsgrundlage für eine mögliche Ortsentwicklung zwischen Maibaum und Kirche im Mai noch geschlossen befürwortet hatte, gab's für den Vorentwurf diesmal Gegenstimmen vom Bürgerblock.
Nach Vorstellung des Ortsplaners könnte unter anderem ein zentrales, mehrgeschossiges Gebäude mit Gewerbe- und Wohnflächen auf dem Opperer-Anwesen ein neues Ortszentrum markieren; der Eigentümer lehnt dies bislang jedoch vehement ab.
Der Entwurf wird nun im Rahmen der frühzeitigen Bürgeranhörung ausgelegt. Außerdem will Bürgermeister Christian Praxl alle betroffenen Grundstückseigentümer zu einem Gespräch an einen Tisch holen.
Um eine Auseinandersetzung wie im Fall Mangfallstraße von vorne herein auszuschließen, verweigerte der Gemeinderat geschlossen das Einvernehmen für ein Bauvorhaben auf dem Gelände einer der baufälligen Villen an der Fabrikstraße in Thansau. Die Grundstückseigentümer hatten eine Voranfrage für zwei miteinander verbundene Gebäude mit insgesamt 20 Wohnungen eingereicht. Jedoch erschien dem Gremium zum einen der knapp 13 Meter hohe Baukörper mit Pultdach zu mächtig. Als besonders problematisch erachteten die Räte aber die beabsichtigte reine Wohnnutzung in der von Gewerbeansiedlungen geprägten Umgebung.
Vor dem Hintergrund der Initiative der Europäischen Kommission gegen die Einheimischen-Modelle kommen in Rohrdorf die Vergaberichtlinien auf den Prüfstand. Ein Arbeitskreis soll sich mit dem Kriterienkatalog befassen, der neben Einkommens- und Vermögensverhältnissen und Familienstand vor allem die langjährige Gemeindezugehörigkeit bei der Vergabe von günstigem Bauland berücksichtigt.
Wie für St. Peter und Paul in Höhenmoos wurde zudem ein Zuschuss in Höhe von 5000 Euro für die Innenrenovierung der Kirche in Lauterbach gewährt.
Unangenehme Folgen hat der Wasserschaden vom Sommer für den Kindergarten „Zwergerlmühle“ in Achenmühle: Die Gruppe, die im Keller untergebracht war, musste ins Vereinshaus nach Höhenmoos ausgelagert werden. Messungen der Raumluft haben inzwischen Hinweise auf „eine schwache Schimmelpilzquelle“ ergeben, wie der geschäftsleitende Beamte im Rathaus, Christian Schönleber, mitteilte. Gemeinsam mit den zuständigen Stellen im Landratsamt werde nun nach einer tragfähigen Übergangslösung für die Unterbringung der Kinder gesucht.
Gute Nachrichten gab's dagegen aus Thansau: Nach den Herbstferien, und damit zwei Monate später als ursprünglich vorgesehen, können die Kindergarten- und Krippenzwergerl endlich in ihr neues Domizil an der Wacholderstraße einziehen.
Oktober 2011


Weltmeistertitel für Richard M. Schauer. Der Rohrdorfer Möbelschreiner ließ bei den World Skills in London seine 23 Konkurrenten hinter sich und holte die Goldmedaille. Als erfolgreichster deutscher Teilnehmer hatte er zudem in der „Best of Nation“-Wertung die Nase vorn.
Der weltbeste Möbelschreiner kommt aus Rohrdorf
Richard M. Schauer holt Doppel-Gold bei den Worldskills in London

London/ Rohrdorf (pil) – In den Nächten zwischen den vier Wettkampftagen hat er vor Aufregung kaum ein Auge zugetan, und Freizeit ist während der „heißen“ Trainingsphase in den vergangenen acht Monaten mehr oder minder ein Fremdwort für Richard Martin Schauer gewesen. Doch Kampfgeist und Ausdauer wie auch das handwerkliche Können des Rohrdorfers wurden zum Schluss mit Doppel-Gold redlich belohnt: Bei den 41. World Skills, den internationalen Berufsweltmeisterschaften, räumte der junge Mann in London nicht nur den Sieg in der Sparte Möbelschreiner vor der Schweiz und Korea ab. Als einziger Goldmedaillenträger unter den 26 deutschen Teilnehmern hatte er auch in der „Best of Nation“-Wertung die Nase vorn.
„Unter die ersten Zehn zu kommen.“, das war sein Traum gewesen vor der Abreise; am Ende hatte er sich dann gegen 23 hochkarätige Konkurrenten aus der ganzen Welt behauptet. Grund zum Anstoßen gab es im Hause Schauer, einem alteingesessenen Rohrdorfer Schreinerbetrieb, also genügend.
Höchste Konzentration war an allen vier Wettkampftagen der internationalen Berufsweltmeisterschaft gefordert. Fotos: pm
„Der Zeitdruck war am schlimmsten.“, erzählt der 22jährige, bei dem die Eindrücke von der Veranstaltung auf dem riesigen Excel-Messegelände in den Royal Docks noch sichtlich nachwirken. Binnen 22 Arbeitsstunden musste anhand einer vorgegebenen Planzeichnung ein Beistellkästchen aus Eiche gefertigt werden - unter den Augen abertausender Besucher. Höchste Konzentration und Akribie waren gefordert beim Fräsen, Schleifen und Furnieren in dem drei mal fünf Meter großen Arbeitsfeld. „Schiefgehen darf da nichts.“, fasst Schauer die hohe Anspannung in Worte. Denn jede Sekunde zählte, nicht nur wenn es galt, sich sofort nach dem Startsignal einen Platz an einer der vier Kreissägen zu sichern. Und schon ein einziger Millimeter Abweichung des Werkstücks von den vorgegebenen Maßen bedeutete Punktabzug.
Bereits seine Lehre in der Möbelwerkstätte Christian Deml in Aschau hatte Schauer im Sommer 2009 als Innungsbester abgeschlossen. Es folgte der Kammersieg, und auch aus dem Landesentscheid ging er als Erster hervor. Mit dem Vizemeistertitel auf Bundesebene hatte sich der Rohrdorfer schließlich das Ticket für London gesichert, da der damalige Bundessieger aus Altersgründen bei den Weltmeisterschaften nicht antreten durfte.
Den letzten Schliff für das Großereignis mit rund 950 Teilnehmern aus 51 Ländern in 46 Disziplinen bekam der Nachwuchs-Schreiner von seinem Trainer Walter Langenmair verpasst. Sämtliche Kosten für mehrere einwöchige Trainingseinheiten in dessen Werkstatt in Dinkelscherben (Landkreis Augsburg) trug dabei der Bundesinnungsverband „Tischler Schreiner Deutschland“. Eine Vielzahl von Sponsoren stellte die rund 800 Kilogramm schwere Ausrüstung zur Verfügung.
Zum Eingewöhnen hatte der Möbelschreiner zudem beim Schauarbeiten auf der Ligna, der weltweit führenden Messe in Sachen Holzverarbeitung und -bearbeitung in Hannover, seinen ersten „Auftritt“ vor Publikum.
Noch bis zum Frühjahr wird er im elterlichen Betrieb arbeiten, bevor er sich in die Schweiz aufmacht, um dort neue Erfahrungen und Eindrücke zu sammeln.
Sein Weltmeistertitel, so hofft Richard M. Schauer, soll den World Skills, zu denen in London über 200.000 Besucher geströmt sind, auch hierzulande zu mehr Aufmerksamkeit verhelfen. Denn zur nächsten WM der Handwerks- und Industrieberufe im Jahr 2013 treten Fliesenleger und CNC-Dreher, Landschaftsgärtner und Stuckateure, Schweißer und Köche, Mechatroniker und Schreiner in Leipzig an.
Oktober 2011


Glückwünsche bei der „Zeugnisübergabe“. Als eine der ersten in ganz Oberbayern hat sich die First Responder-Einheit der BRK-Bereitschaft Rohrdorf der EQ-Zertifizierung unterzogen und bestanden. Kreisbereitschaftsleiterin Ute Weiß, der Rohrdorfer Bereitschaftsleiter Christoph Koll, Sepp Kink (Qualitätsmanagementbeauftragter des Kreisverbandes) und Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt (von links). Foto: BRK
Gütesiegel für den First Responder
BRK-Bereitschaft Rohrdorf führt Qualitätsmanagement ein

Rohrdorf (pil) – Den Beweis, dass Professionalität und Ehrenamt durchaus nicht im Widerspruch zueinander stehen, hat jetzt der First-Responder-Dienst der BRK-Bereitschaft Rohrdorf angetreten: Durch die Einführung des DRK-internen Qualitätsmanagementsystems EQ (Ehrenamt und Qualität) werden hier künftig Arbeitsabläufe und Strukturen für alle Beteiligten transparent gemacht, Fehler analysiert, Verbesserungspotenziale ausgelotet und auf diese Weise eine nachhaltige Qualitätssicherung und -entwicklung angestoßen. Mit der freiwilligen Zertifizierung nach einer sechsmonatigen Planungs- und Umsetzungsphase nehmen die Rohrdorfer zudem eine Vorreiterrolle unter den fünf „Helfer vor Ort“-Standorten des BRK-Kreisverbandes Rosenheim ein.
Qualität werde bei den Ehrenamtlichen in der Praxis ohnehin von jeher großgeschrieben, wie Bereitschaftsleiter Christoph Koll erklärt. Allein seit der Inbetriebnahme des neuen First Responder Fahrzeugs vor einem Jahr haben sie knapp 200 Einsätze bewältigt und dabei rund 11.000 Kilometer zurückgelegt. Doch nun seien zudem sämtliche Unterlagen, Formulare und Verfahrensbeschreibungen, die bislang auf verschiedene Aktenordner verteilt waren, giffparat in einem Handbuch zusammengefasst. So enthält der eigens auf die Rohrdorfer Belange zugeschnittene Leitfaden beispielsweise die gültigen Hygiene-Richtlinien, die Checkliste fürs Einsatzfahrzeug sowie sämtliche Ausbildungsnachweise. Auch Fragen wie „Welche Arbeitsabläufe sind nach einer Reanimation zu beachten?“ „Wo und wie ist defektes Material zu entsorgen?“ oder „Was ist nach einem Unfall mit einem Dienstfahrzeug zu tun?“ ließen sich anhand des neuen Nachschlagewerks unkompliziert und ohne großen Zeitaufwand klären.
Besonders freut sich Koll, der als hauptamtlicher Rettungsassistent bereits seit längerem mit dem Thema Qualitätsmanagement vertraut ist, über die hohe Akzeptanz, auf die das neue System bei seinen ehrenamtlichen „Kollegen“ stößt. Denn bereits die ersten Erfahrungen hätten gezeigt, dass eine klare, einheitliche Linie die Arbeit spürbar vereinfache, was wiederum der Motivation der Helfer und damit der Qualität der Arbeit zugute komme.
Für den Rohrdorfer Bereitschaftsleiter ist das Gütesiegel für den First Responder-Dienst, das alle zwei Jahre erneuert werden muss, aber lediglich ein erster Schritt: „Der Sanitätsdienst soll folgen“, und später auch die Schnelleinsatzgruppe (SEG).
Oktober 2011


Spitzentechnologie made in Achenmühle
Abgeordneter Klaus Stöttner besucht Medi-Globe GmbH
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Werbetafel, Kindergarten, Mangfallstraße
Aus dem Gemeinderat Rohrdorf: Noch kein Fertigstellungstermin fürs Haus für Kinder

Rohrdorf (pil) – Der Bebauungsplan TH 23 „Mangfallstraße“, der die Grundlage für eine Betriebserweiterung der Firma Planatol schaffen soll, geht in die öffentliche Auslegung. Einstimmig billigte der Rohrdorfer Gemeinderat unter Berücksichtigung der Abwägungsergebnisse bei seiner jüngsten Sitzung den Entwurf; im Zuge der frühzeitigen Bürgerbeteiligung hatten die Anwohner, vertreten durch einen Rechtsanwalt, umfangreiche Einwände erhoben.
Den zentralen Streitpunkt bildet die im Planentwurf vorgesehene Festsetzung der drei Doppelhäuser an der Mangfallstraße als allgemeines Wohngebiet. Die Anlieger fordern dagegen eine Festsetzung als reines Wohngebiet, in dem strengere Regelungen für den Immissionsschutz gelten. Zudem bestehen grundsätzlich Bedenken hinsichtlich der zu erwartenden Lärmbelastung; ebenso wird die technische Umsetzbarkeit der geplanten Schallschutzwand zu den Firmenparkplätzen hin in Zweifel gezogen.
Die Planungsabsicht, in diesem Bereich ein Mischgebiet zu entwickeln, sei bereits bei der Errichtung der Wohnhäuser bekannt gewesen, hielt Bürgermeister Christian Praxl den Einwänden entgegen. Zumal allein ein Blick auf das historisch gewachsene Gewerbegebiet an der Fabrikstraße verdeutliche, dass es „ein reines Wohngebiet nördlich der Fabrikstraße nicht geben kann“.
Eine frühere Planung, bei der die Gewerbefläche bis nahe an die Wohnhäuser gereicht hätte, hatte der Bayerische Verwaltungsgerichtshof in einem Normenkontrollverfahren gekippt. (mehr zum Thema TH 23)
Der Schein trügt: Von außen sieht das Haus für Kinder an der Wacholderstraße zwar so gut wie fertig aus; innen allerdings müssen noch die Böden verlegt werden. Auch fehlen noch die Schreinerarbeiten, die Möblierung, etc. Foto: pil
Die Außenansicht des Hauses für Kinder in der Wacholderstraße ist zwar vielversprechend, doch steht ein Fertigstellungstermin noch nicht fest. Zumindest ist der Estrich inzwischen soweit abgetrocknet, dass die Bodenleger mit der Arbeit beginnen können. Zudem stehen unter anderem noch die Innen-Schreinerarbeiten aus. Bis zum Einzug in das neue Domizil, das dann insgesamt sechs Krippen- und Kindergartengruppen beherbergt, ist ein Teil der Kinder in den Containern untergebracht; außerdem wurde der Turnraum in der Schule am Kapellenberg zu einem zusätzlichen Ausweichquartier umfunktioniert.
Die bestehenden Werbeflächen für den Lebensmittelmarkt in Thansau genügen, meint der Rohrdorfer Gemeinderat auch mit Blick auf den Pylon am Kapellenberg. Bereits im April hatte der Bauausschuss das gemeindliche Einvernehmen zum Bauantrag der Gesellschaft für Außenwerbung verweigert; das Unternehmen will direkt am Netto-Gebäude (in Richtung Bahnübergang/Geh- und Radweg) eine feste, knapp vier mal drei Meter große Wandtafel für eine sogenannte „Wechselplakatierung“, also für termingebundene wechselnde Anschläge, des Lebensmittelmarktes anbringen. Für diesen seien bereits ausreichend Werbeflächen genehmigt und verwirklicht worden, hieß es zur Begründung. Zudem würde sich eine weitere Werbeanlage in diesem Bereich störend auf das Ortsbild auswirken.
Mittlerweile hat das Landratsamt das Einvernehmen ersetzt, wie der Bürgermeister bei der jüngsten Sitzung mitteilte. Gegen diesen Bescheid haben die Rohrdorfer nun Einspruch eingelegt.
September 2011


Erstmals sind auch die Einradfahrer im Rohrdorfer Ferienprogramm voll auf ihre Kosten gekommen. Die Dreifachhalle im Turner Hölzl erwies sich dabei sowohl für die Anfänger als auch für die Fortgeschrittenen als ideales Übungsgelände.
Entsprechend ließen die ersten Erfolgserlebnisse nicht auf sich warten: Einige der Einsteiger kurvten bereits nach ein paar Runden an der Wand entlang ohne Hilfestellung durch die Halle. Damenaufstieg, Basketball spielen, hüpfen, pendeln, rückwärts treten und Figuren fahren (Foto) stand dann am Nachmittag für all diejenigen auf dem Programm, die schon sicher im Sattel saßen.
Für viele der Teilnehmer – fast ausschließlich Mädchen – stand zum Schluss fest: Hier würden wir gerne öfter in die Pedale treten.
Text/ Foto: pil




Chlor wohl bis Ende August
Auch im Rohrdorfer Wassernetz Keime - Informationspolitik in Sachen Abkochgebot in der Kritik

Rohrdorf (pil) – Unzufriedenheit über die Informationspolitik der zuständigen Stellen in punkto Trinkwasserverunreinigung herrscht in Rohrdorf. Nicht nur Bürgermeister Christian Praxl hätte sich hinsichtlich des mittlerweile aufgehobenen Abkochgebots, das lapidar auch für die Gemeinde Rohrdorf erlassen worden war, konkretere Aussagen über den Status Quo sowie über mögliche Gefährdungen gewünscht, was insbesondere auch für Hotels, Trinkwasser verarbeitende Betriebe oder Zahnarztpraxen von Belang gewesen wäre.
Mittlerweile wurden bei den gesetzlich vorgeschriebenen Untersuchungen des Trinkwassers auch im Rohrdorfer Versorgungsnetz „coliforme Keime in geringer Anzahl“ festgestellt, wie das Wasserwerk in einer Postwurfsendung sowie auf der Homepage der Gemeinde mitteilt. Aus diesem Grunde werde in Absprache mit dem Staatlichen Gesundheitsamt und dem Landratsamt Rosenheim bis voraussichtlich Ende August das Wasser in den zur Tiefzone gehörigen Bereichen Rohrdorf, Thansau und Lauterbach vorsorglich gechlort. Geschmackliche und geruchsmäßige Veränderungen seien dabei nicht auszuschließen.
Nicht betroffen von der Maßnahme sind die Hoch- und Mittelzone mit Achenmühle, Heiglmühle, Wolfspoint, Ranhartstetten, Buch, Taffenreuth, Loch, Entbuch, Osterkam, Hetzenbichl, Thalham, Aichen, Haslach, Guggenbichl, Sonnenleiten, Oberapfelkam, Unterapfelkam, Schaurain, Immelberg, Unterimmelberg, Esbaum, Höhenmoos, Sachsenkam, Geiging, Sinning, Holzen und Thalmann.
Das Leitungsnetz der Gemeinde, die eine eigene Wasserversorgung unterhält,ist im Bereich der Tiefzone über einen Notverbund mit Rosenheim verbunden; er wird über die Innstaustufe Thansau geführt und im Gewerbegebiet Griesenholz ins Rohrdorfer Netz eingespeist. Dieser sei jedoch, wie der Bürgermeister in der Gemeinderatssitzung betonte, gleich nach Bekanntwerden der Verunreinigung des Rosenheimer Trinkwassers abgesperrt worden. Selbst während des dreitägigen Zeitraums zwischen dem Unwetter und dem Vorliegen der Testergebnisse aus Rosenheim seien über den Tag verteilt lediglich 50 Kubikmeter eingespeist worden, um zu verhindern, dass das Wasser in den Leitungen absteht.
Umgehend gezogene Wasserproben hätten zu diesem Zeitpunkt keine Hinweise auf eine Verunreinigung gegeben. Zudem sei die Leitung von der Staustufe bis zum Oberflurhydranten bei der Firma Schattdecor vorsorglich gechlort und gespült worden. Nicht betroffen gewesen seien die Hoch- und Mittelzone. Gleichwohl habe das Staatliche Gesundheitsamt die Abkochempfehlung für ganz Rohrdorf aufrecht erhalten. In einem Rundschreiben an sämtliche Haushalte hatte die Gemeinde schließlich den Sachverhalt näher erläutert.
August 2011


Ein Verein für den Jugendtreff
Kein Beitrag - Eigeninitiative gefragt

Rohrdorf (pil) – Mit der Gründung eines Vereins wurde für den Jugendtreff in Rohrdorf jetzt eine Organisationsebene geschaffen, die nicht unmittelbar an der Gemeindeverwaltung hängt. Insgesamt waren 16 Jugendliche und Erwachsene zu diesem Zweck in den Sitzungssaal gekommen.
Dem auf drei Jahre gewählten Vorstand gehören neben der Jugendreferentin des Gemeinderats, Anette Wagner (1. Vorsitzende), und Bürgermeister Christian Praxl als 2. Vorsitzendem die beiden Jugendbeauftragten der Gemeinde, Renate Pilger (Kassenwartin) und Astrid Zeitler (Schriftführerin), an. Kassenprüfer sind Maria Scholz und Hildegard Hamberger.
Ähnlich wie beim Ferienprogramm will die Kommune mit dem „Verein Jugendtreff“ insbesondere die Verwaltung der Finanzen vereinfachen. So erfolgt beispielsweise die Bezahlung des Betreuers (er war bei der Gründungsversammlung erkrankt) künftig aus der Vereinskasse, welche hierfür wiederum von der Gemeinde gespeist wird.
Mit Veranstaltungen und Aktionen kann sich der Jugendtreff im Keller des alten Schulhauses zudem künftig in Eigeninitiative ein finanzielles Polster für die eine oder andere Anschaffung zulegen. Auch weitere Vereinsmitglieder (Mindestalter sieben Jahre) sind herzlich willkommen; ein Beitrag ist nicht fällig.
August 2011
Der Vorstand des neugegründeten „Verein Jugendtreff“: Renate Pilger, Astrid Zeitler, Anette Wagner, Christian Praxl, Hildegard Hamberger und Maria Scholz (von links). Foto: pil



Feuerwerke unerwünscht
Weiterhin keine Ausnahmen vom Abbrennverbot

Rohrdorf (pil) – Feuerwerke bei privaten Feierlichkeiten wie etwa Geburtstagen sind in Rohrdorf grundsätzlich nicht erwünscht. Diese Haltung bekräftigte der Gemeinderat jetzt mit Blick auf das große Feuerwerk, das vor kurzem anlässlich einer Hochzeitsfeier gezündet worden war. Entsprechend wird auch der Beschluss aus dem Jahr 2007 aufrecht erhalten, welcher Ausnahmen vom Abbrennverbot für Privatpersonen generell ausschließt.
Feuerwerke der Kategorie II dürfen ohne besondere Genehmigung ausschließlich zum Jahreswechsel auch von Privatpersonen abgeschossen werden („Silvesterfeuerwerk“),sofern nicht eine Ortssatzung dies beispielsweise aus Gründen des Brandschutzes einschränkt oder gänzlich unterbindet, erläuterte ein Vertreter der Gemeindeverwaltung den Sachverhalt. Das Abbrennen von Mittel- und Großfeuerwerken (Klassen III und IV) hingegen ist anerkannten Pyrotechnikern mit Befähigungsschein beziehungsweise sprengstoffrechtlicher Erlaubnis vorbehalten.
In diesen Fällen ist allerdings nicht die Gemeinde sondern das Gewerbeaufsichtsamt bei der Regierung von Oberbayern zuständig. Dort müsse, wie geschehen, das Vorhaben angemeldet werden. Die Gemeinde werde dann zwar vom geplanten Feuerwerk unterrichtet, könne jedoch nur aus triftigen Gründen beispielsweise des Umwelt- oder des Gesundheitsschutzes (etwa wegen der Nähe zu Krankenhäusern oder Erholungsheimen) ihr Einverständnis verweigern.
Ungeachtet dessen stehe aber jedem Bürger frei, im Falle einer Lärmbelästigung Anzeige zu erstatten.
August 2011


"Wir kämpfen um den Einzugstermin"
Kindergarten-Neubau Thema im Rohrdorfer Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Mit einem umfangreichen Programm hat sich der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung befasst. Unter anderem ging es um den Baufortschritt beim Haus für Kinder in Thansau, um die Ampelanlage beim Seniorenheim sowie um die Entsorgung von Babywindeln und eine Brückensanierung.
Fraglich ist, ob das Haus für Kinder in Thansau rechtzeitig zum Start des neuen Kindergartenjahres fertiggestellt werden kann. „Wir kämpfen um den Einzugstermin“, brachte Bürgermeister Christian Praxl die Situation auf der Baustelle an der Wacholderstraße auf den Punkt. Wegen des Holzbauers sei es bereits in der Vergangenheit immer wieder zu Verzögerungen gekommen, weshalb die Gemeinde vor wenigen Wochen schließlich den Auftrag gekündigt habe. Inzwischen habe das Unternehmen Insolvenzantrag gestellt. Die restlichen vorgefertigten Holzelemente, die noch auf dem Firmengelände lagern, sollen nun, wenn möglich, von einem anderen Betrieb eingebaut werden. Die Gemeinde, führte der Rathauschef weiter aus, habe bereits einen Rechtsanwalt zu Rate gezogen. Als eine mögliche Übergangslösung für die Zeit bis zur Fertigstellung der Tagesstätte werde der Turnraum des Horts im Thansauer Schulhaus in Betracht gezogen.
Einen Schritt weiter ist man bei der Fußgängerampel im Kreuzungsbereich Rosenheimer/ Fabrikstraße. Im April hatte der Gemeinderat aus Zeitgründen ein Ingenieurbüro mit der Maßnahme von der Planung bis zur Bauüberwachung beauftragt, da die Kapazitäten des zuständigen Staatlichen Bauamts erschöpft waren. Nun wurden sowohl die Straßenbauarbeiten als auch die Lichtsignalanlage für die Überquerung beauftragt. Die Kosten für die barrierefreie und sehbehindertengerecht ausgeführte Anlage an der Staatsstraße in Höhe von rund 55.000 Euro (zuzüglich Ingenieurkosten) muss die Gemeinde als „Verursacher“ tragen.
Mit dem Bauantrag der Firma Alkor Folien GmbH auf Erweiterung der Produktionshalle, dem ebenfalls einstimmig stattgegeben wurde, kam erneut die Verkehrssituation in der Fabrikstraße aufs Tapet. Abgestellte Lkw, die erst am Morgen aufs Firmengelände einfahren können, sorgen immer wieder für unübersichtliche Straßenverhältnisse und für Unmut bei den Anliegern. Dem trug der Gemeinderat mit einem zusätzlichen Passus im Beschlusstext Rechnung: Für den Lieferverkehr sind auf dem Grundstück wenigstens fünf Lkw-Stellplätze nachzuweisen, die auch nachts angefahren werden können. Etwaige Lärmbelästigungen durch den Anbau, wo neben einem Lager ein Reinraum-Bereich entstehen soll, sowie andere immissionsschutzrechtliche Belange sind im Genehmigungsverfahren durch das Landratsamt zu prüfen.
Ein einmaliger Zuschuss von 13.500 Euro wird dem Sozialwerk Rohrdorf gewährt. Der ambulante Pflegedienst hatte angesichts des Defizits von 27.000 Euro aus dem vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag gestellt. Die andere Hälfte des Fehlbetrages wird durch den Verkauf des VW-Busses an den Sportverein abgefangen; der Transporter wird nach Auskunft von TSV-Vorstand Sepp Pichlmeier zusätzlich zum vorhandenen Kleinbus insbesondere für die zahlreichen Jugendmannschaften aller Sparten genutzt, steht aber auch allgemein für Fahrten zu Sportveranstaltungen und ähnlichen Anlässen zur Verfügung.
Weil die bei Familien mit Wickelkindern anfallenden Windelberge in der Regel die Kapazität der Mülltonne sprengen, regte Karl-Heinz Silichner (CSU) an, nach alternativen Lösungen zu suchen. Denkbar wäre beispielsweise ein Windel-Container auf dem Wertstoffhof nach dem Vorbild der Nachbargemeinde Neubeuern.
An der Brücke über die Rohrdorfer Achen in Sinning sind umfangreiche Sanierungsarbeiten fällig. Wie sich bei einer Routinekontrolle herausgestellt hat, ist die Tragfähigkeit des Bauwerks nicht mehr gewährleistet. Die erforderlichen Arbeiten werden nun ausgeschrieben.
Zurückgestellt wurden die Beschlüsse zur Änderung des Bebauungsplans TH 1. Einem Vorentwurf zufolge ist an der Neubeuerer Straße neues Baurecht für sechs Wohneinheiten (für ein Einfamilien- und ein Doppelhaus sowie einen Dreispänner) vorgesehen. Zunächst soll die Verwaltung jedoch mit dem Grundstückseigentümer den Punkt „Bauland für Einheimische“ klären, der bislang nicht angesprochen worden sei.
Ab sofort können außerdem die neuen Bodenrichtwerte für den Gemeindebereich im Rathaus eingesehen werden.
Juli 2011


Präsente und ein dickes Dankeschön an Rohrdorf
Petö-Kinder wechseln nach sechs Jahren an die Hauptschule Bad Feilnbach
zum Bericht


Schuld war auch der "Florentiner"
Volksmusiker Peter Vordermaier sattelt vom Kunstschmied zum Instrumentenbauer um

Noch sind sie zwar nicht ganz fertig, doch zu Recht sind Traudi und Peter Vordermaier stolz auf ihre Steirischen, in denen viel Sachverstand und mindestens ebenso viel Herzblut steckt. Und während die beiden Geschwister die Schulbank drücken, kann die zweijährige Marlene ihren Eltern immer mal wieder über die Schulter schauen.
Hetzenbichl/ Rohrdorf (pil) – Irgendwie ist auch der „Florentiner Marsch“ schuld daran, dass es mit Peter Vordermaier so weit gekommen ist. Schon sein halbes Leben lang trägt der Vollblut-Volksmusiker den Wunsch im Herzen, dieses Paradestück für Blasmusik aus der Feder des tschechischstämmigen Komponisten und Kapellmeisters Julius Fucík auf der Steirischen zu spielen. Allein, mit jeder marktüblichen Ziehharmonika stieß er bislang an die Grenzen des Machbaren; vor allem das Bass-Solo im zweiten Teil „hat einfach nicht hingehauen“; immer wieder fehlten ihm Töne. Nun hat der Rohrdorfer – auch aus gesundheitlichen Gründen – aus der Not eine Tugend gemacht und vom Kunstschmied zum Instrumentenbauer umgesattelt. „Das Werkzeug ist halt ein paar Nummern kleiner geworden.“, schmunzelt der 46jährige aus Hetzenbichl.
Jahrelang hatte Vordermaier schon getüftelt, verschiedene – zum Teil nicht ganz billige - Instrumente nahezu sämtlicher Hersteller geradezu seziert, Fachliteratur gewälzt, Luftströme berechnet und unterschiedliche Materialien getestet. Auf „seinen“ Steirischen will er möglichst viele Töne und Halbtöne unterbringen und hat dazu den kompletten Diskantsatz mit 50 Tasten wie auch den Bassstock dreichörig ausgelegt. Schließlich legt der Gründer der Stoabergmusi, der seit 1989 das Chiemgauer Volkstheater mit seiner Ziach begleitet und auch anderweitig reichlich Erfahrung in Sachen Harmonikaspielen angesammelt hat, allergrößten Wert auf die Klangqualität. „Zugleich muss sie aber handlich sein.“ Mehr als sieben oder acht Kilo sollte die Quetsch'n nicht auf die Waage bringen.
Viele Details aus dem Innenleben der Instrumente fallen allerdings unters Betriebsgeheimnis; nur soviel gibt Vordermaier preis: Beim Stimmstock setzt er auf Zedernholz. Zudem erleichtert eine Art Revisionsschacht kleinere Reparaturen.
Unzählige Stunden hat wegen der Belegung der Tasten auch seine Frau Traudi, staatlich anerkannte Musiklehrerin für steirische Harmonika und Akkordeon, über den Bauplänen gebrütet; ebenso stand ihm Volksmusik-Fachmann Dieter Schaborak mit vielen Tipps zur Seite. Herausgekommen ist ein „echtes Chiemgauer Produkt“ (Vordermaier), in das vor allem auch zwei versierte Schreiner aus Grassau reichlich Herzblut fließen lassen: Aus der Werkstatt von Karl-Heinz Gasteiger stammen Korpus und hölzernes Innenleben der Instrumente, während Karl Burkhard die Intarsien anfertigt und die Furnierarbeiten erledigt. Schließlich sollen die Steirischen ein Genuss sowohl fürs Ohr als auch fürs Auge sein.
Kunstvolle Einlegearbeiten, mit Seide besetzter Balg, Knöpfe aus Olivenholz oder Palisander - auch fürs Auge haben die Steirischen aus Hetzenbichl etwas zu bieten. Fotos: Pilger
Und so ziert jeden einzelnen Korpus, gefertigt aus Zwetschge, Apfel oder Ahorn, eine Einlegearbeit in Form der Tölzer Rose, wobei keines der kleinen Kunstwerke in Magnolie, Rüster, Nussbaum und Rosenholz dem anderen gleicht. Der Balg dient nicht einfach nur dem Luftholen; er ist mit Seide besetzt und schimmert in Türkis, Gold oder Rot. Für die Knöpfe verwendet Peter Vordermaier fast ausschließlich Palisander oder Olivenholz. Und für die Verzierung der Riemen ist Traudi eigens bei einem Ranzensticker in Prien „in die Lehre“ gegangen.
Lediglich das Stimmmaterial besorgt sich der Tüftler, der außerdem mit Hingabe an Bulldogs mit Altertumswert herumschraubt, bei einem Fachbetrieb an der italienischen Adriaküste. Dort werden die Stimmplatten ganz nach seinen Angaben gefertigt - a mano, in Handarbeit. „Das ist zwar sehr teuer, aber die Qualität ist's wert.“ Sprachbarrieren bei den Verhandlungen räumt dabei der Schlechinger Pizzabäcker Carmine aus dem Weg.
Seinen ersten offiziellen Auftritt hatte der frischgebackene Instrumentenbauer zwar erst vor einigen Wochen, bei der Harmonika-Weltmeisterschaft in Inzell. Dennoch ist das Auftragsbuch für heuer bereits voll. Mehr als ein Jahr müssen die Kunden inzwischen auf eines der handgefertigten Schmuckstücke aus Hetzenbichl warten, die allesamt einen Anspruch erfüllen müssen: „Den Florentiner soll man damit spielen können - mindestens!“
Juli 2011


"Rohrdorf braucht einen Lebensmittelmarkt"
CSU-Ortsverband informiert über Thema Nahversorgung

Rohrdorf (pil) – Nahversorgung bleibt eines der zentralen Themen in der Gemeinde Rohrdorf. Zwar decken in den Ortsteilen Achenmühle, Lauterbach und Höhenmoos Kramerläden den Grundbedarf, und in Thansau wurde vor gut einem halben Jahr ein Lebensmittel-Discounter eröffnet; doch seit einigen Wochen liegt die Nahversorgung im Hauptort nahezu brach: Nach der Apotheke hat auch das kleine Lebensmittelgeschäft samt Getränkehandel zugesperrt.
Der künftige Bebauungsplan „Dorfplatz Rohrdorf“ soll deshalb die Weichen für neue Einkaufsmöglichkeiten stellen. Auch im Hinblick auf diverse offene Briefe zu diesem Thema erläuterte jetzt der CSU-Ortsverband unter dem Motto „Miteinander reden“ vor rund 100 Interessierten den Stand der bisherigen Verfahrensschritte.
Ein gangbarer Weg, die Nahversorgung für Rohrdorf langfristig zu sichern? Die 3-D-Animation des Architekturbüro Wüstinger zeigt, wie die künftige Ortsmitte aussehen könnte. Die Gebäude mit den dunklen Dächern markieren dabei mögliche Neubauten.
„Rohrdorf braucht einen Lebensmittelmarkt.“, brachten Ortsvorsitzender Karl-Heinz Silichner als Moderator sowie Bürgermeister Christian Praxl als Referent die Stimmung im Publikum auf einen Nenner. Die zwar kontroverse aber dennoch sachlich geführte Diskussion habe zudem gezeigt, dass die Mehrheit der Anwesenden einem langfristigen und dauerhaften Konzept den Vorzug gebe.
Auch der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg begrüßt die Pläne, die neues Leben in die Ortsmitte bringen sollen. Vorsitzender Uwe Hammerschmid hält dabei weder den Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche für überdimensioniert noch bezweifelt er, dass sich für das Gesamtprojekt ein Investor finden ließe. Und Büroflächen seien ohnehin Mangelware in Rohrdorf, Nachfrage aber durchaus vorhanden.
Als „irrwitzig und reine Utopie“ bezeichnen derweil die Grundstückseigentümer Josef Opperer und Josef Höß das Konzept, welches der Bürgermeister bereits im Gemeinderat vorgestellt hatte und dort einstimmig befürwortet wurde. Ein zentrales, drei- bis viergeschossiges Gebäude mit Gewerbe- und Wohnflächen auf dem Opperer-Anwesen könnte demnach das neue Ortszentrum markieren. Dabei, führte der Rathauschef weiter aus, sei es „zwar möglich aber nicht zwingend erforderlich“, den Höß'schen Grünstreifen mit einzubeziehen; ebenso werde über die Größe des Projekts, das auch Grundstücke auf der anderen Straßenseite einschließe, noch zu reden sein.
„Ich würde den Ast absägen, auf dem ich sitze.“, kommentiert hingegen Opperer den Entwurf, der an der Stelle seines 150 Jahre alten Elternhauses mit Mietwohnungen, Reisebüro und Tierarztpraxis künftig Kurzzeitparkplätze vorsieht. Das neue Geschäftshaus würde im Bereich der bisherigen Nebengebäude entstehen; oberhalb der Hangkante wären außerdem zwei Ein- oder Zweifamilienhäuser denkbar, während der Hangbereich selbst gemäß dem neuen Flächennutzungsplan als Grünfläche erhalten bleibt.
Opperer selbst war im vorigen Jahr mit einer Bauvoranfrage für ein Lebensmittelgeschäft mit 500 Quadratmetern Verkaufsfläche und zusätzlich 40 Wohnungen auf seinem 8000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Dorfstraße bis hinunter zum Mühlbach gescheitert. Der Gemeinderat hatte damals stattdessen zur Sicherung des Plangebiets eine Veränderungssperre erlassen. „Damit bin ich auf Jahre blockiert.“, wettert Opperer und meldet massive Bedenken an, was Größe und Finanzierung des präsentierten Projekts anbelangt.
Ein Bebauungsplan setze lediglich den planungsrechtlichen Rahmen und eröffne unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten, hält Bürgermeister Praxl dagegen. Was davon letztlich umgesetzt werde, entscheide der Grundstückseigentümer. Also sei auch „niemand gezwungen, sein Elternhaus abzubrechen“.
Erstaunt nahmen unterdessen er und CSU-Vorsitzender Silichner die Wortmeldung von Hotelchefin Theresa Albrecht zur Kenntnis, die angesichts mehrerer Einkaufsmärkte in der Umgebung grundsätzlich die Notwendigkeit eines Lebensmittelgeschäfts für Rohrdorf in Frage stellte.
Juli 2011


Schnelles Internet für Thansau lässt auf sich warten
Kindergarten, Meisenstraße Nord und Flächennutzungsplan weitere Themen im Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Das schnelle Internet für Thansau lässt noch auf sich warten. Wegen Schwierigkeiten bei der Stromführung steht das Breitband-Netz, dessen Fertigstellung ursprünglich für Mitte Mai vorgesehen war, voraussichtlich erst Mitte September zur Verfügung. Probleme bereite die Unterquerung der Gleise an der Ahornstraße. Zwar sind die grauen Verteilerkästen bereits aufgestellt; doch ohne Strom könnten dort keine Installationsarbeiten vorgenommen werden, führte Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl auf eine Anfrage bei der jüngsten Gemeinderatssitzung aus.
In greifbare Nähe rückt das Ende der Containersiedlung neben der Kindergarten-Baustelle. Bereits Anfang Juli wird der erste Teil abgeholt; die Gemeinde spart auf diese Weise rund 5800 Euro an monatlicher Pacht. Die Kinder kommen bis zu den Sommerferien provisorisch in der zweiten Anlage an der Wacholderstraße unter.
Für den Kindergartenneubau wurden mittlerweile die Schreinerarbeiten an einen ortsansässigen Betrieb vergeben. Als Fertigstellungstermin ist nach Auskunft aus dem Rathaus nach wie vor der Beginn des neuen Kindergartenjahres geplant.
Nachdem im Zuge der öffentlichen Auslegung seitens der Bürger keine weiteren Einwände geltend gemacht worden sind, ist die Änderung des Bebauungsplans TH 12 „Meisenstraße Nord“ nun unter Dach und Fach; die Satzung wurde bei sechs Gegenstimmen verabschiedet. Wie berichtet, stand bei den Anliegern die Verkehrssituation im Bereich der Firma CPS in der Kritik; zwischenzeitlich hat ein Feldversuch gezeigt, dass sich das Zurücksetzen der Lkw auf die Meisenstraße bewerkstelligen ließe.
Bedenken seitens der benachbarten Firma Sengewald, die zusätzlichen Stellplätze könnten deren Lieferbetrieb stören, teilte der Gemeinderat nicht. Die Breite der Adlerstraße bleibe von den Änderungen unberührt; die geplanten Stellplätze befänden sich auf dem Grundstück des Antragstellers.
Mit dem Feststellungsbeschluss hat der Gemeinderat nun den neuen Flächennutzungsplan in seiner endgültigen Fassung auf den Weg zur Genehmigung gegeben. Zuvor mussten noch einige Einwände bezüglich der erneut ausgelegten Teilbereiche abgewägt werden.
Juni 2011


Eine Aufwertung fürs Ortsbild
Gemeinderat peilt Bebauungsplan fürs Gelände rund ums Liegl-Anwesen an

Rohrdorf (pil) – Nachdem der Antrag auf Aufstellung eines Bebauungsplanes für das Gelände des ehemaligen Liegl-Anwesens im März zurückgestellt worden war, lag dem Gemeinderat jetzt ein neues Gesuch der Grundstückseigentümer vor: Anstatt lediglich diesen, der Staatsstraße zugewandten Bereich zu überplanen, soll nun für das gesamte Areal ein Bebauungsplan erarbeitet werden. Zur Staatsstraße sowie zum benachbarten Bauernhof hin soll der Grund als Mischgebiet genutzt werden, der Rest als Wohnbaufläche. Allgemein wurde das Vorhaben begrüßt, bei dem auch Bauland für Einheimische entstehen soll. Eine Bebauung an dieser Stelle, so der Tenor, würde das Dorfbild auf jeden Fall aufwerten. Nun wird ein Ortsplaner einen Vorentwurf für einen Bebauungsplan erarbeiten.
Nach dem Tausch mehrerer Flächen steht der Asphaltierung der Wöhrstraße nichts mehr im Weg. Dabei wird die Straße auf eine Breite von 3,50 Meter plus beidseitiger Bankette angelegt und bekommt eine Ausweichstelle. Die Kosten hierfür wurden mit 50.000 Euro veranschlagt.
Neben diversen Ersatzbeschaffungen für den gemeindlichen Bauhof sowie der Planung und Ausschreibung für die neue Wasserleitung von Wolfspoint nach Apfelkam stand schließlich noch die Baustelle an der Wacholderstraße auf der Tagesordnung. Beim Haus für Kinder, das in Holzbauweise errichtet wird und künftig insgesamt sechs Krippen- und Kindergartengruppen beherbergt, kommt es laut Bürgermeister Christian Praxl immer wieder zu Verzögerungen, sodass der ursprünglich auf Anfang September angepeilte Einzugstermin wohl etwas nach hinten verschoben werden muss.
Mai 2011


Rohrdorf: Den Ortskern neu beleben
Bebauungskonzept im Gemeinderat vorgestellt - Vollsortimenter erwünscht

Rohrdorf (pil) – Während Thansau nach langem Vorlauf inzwischen mit einem Lebensmittelmarkt bestückt ist, liegt nun die Nahversorgung im Ortsteil Rohrdorf im Argen: Die Apotheke hat bereits zugesperrt, der kleine Supermarkt abseits der Unteren Dorfstraße folgt Ende des Monats; was bleibt sind Metzger und Bäcker. Ein erster Konzeptvorschlag des Planungsbüros Wüstinger, der fast durch die Bank großen Anklang im Gemeinderat fand, zeigte jetzt mögliche Wege auf, den Bereich zwischen Maibaum und Kirche auf beiden Seiten der Straße langfristig zu beleben und einen neuen Ortskern zu schaffen. Ob dies aber so oder so ähnlich überhaupt umgesetzt werden kann, hängt zunächst in erster Linie von den Grundstückseigentümern ab, mit denen Bürgermeister Christian Praxl (CSU) nun Gespräche aufnehmen will.
Nach Thansau liegt nun die Nahversorgung im Ortsteil Rohrdorf im Argen. Im Gemeinderat wurde ein erstes Bebauungs- und Nutzungskonzept für einen Bereich der Unteren Dorfstraße vorgestellt. Maria Scholz vom Bürgerblock befürchtet allerdings, dass Rohrdorf mit dem Wegfall alter Bauernhäuser wie dem Opperer-Gebäude seinen Dorfcharakter verliert. Foto: pil
Vorrangig wäre die Ansiedlung eines Vollsortimenters mit rund 1000 Quadratmetern Verkaufsfläche; aber auch eine Apotheke sowie Gastronomie – etwa in Form einer Eisdiele – wären denkbar; ebenso die Fortführung der Tierarztpraxis und des Reisebüros oder ein Blumenladen. Durch eine entsprechende Anordnung der Gebäude ergäbe sich dabei auf Höhe des jetzigen Opperer-Anwesens wie von selbst ein zentraler Platz, wo die ursprüngliche Straßenführung aufgelöst und Kurzzeitparkplätze angelegt werden könnten; der Hauptbedarf an Stellmöglichkeiten müsste jedoch mit Tiefgaragen abgedeckt werden. Zudem könnte die Montessori-Schule, die dringend weitere Räume benötigt, ein gemeindliches Grundstück nutzen, führte Praxl weiter aus. In einer 3-D-Animation wurde außerdem die mögliche Höhenentwicklung mehrgeschossiger Gebäude mit Wohn- und Gewerbeflächen anschaulich dargestellt.
Der Hang nach Osten hin wird gemäß des Flächennutzungsplans als Grünzug erhalten; an der Hangkante wären jedoch Einfamilien- beziehungsweise Doppelhäuser denkbar. Auch sprach sich der Gemeinderat in diesem Zusammenhang geschlossen gegen eine Ansiedlung von Geschäften auf der grünen Wiese außerhalb der Ortschaften aus.
Mit der Präsentation, die auf Antrag der CSU auf die Tagesordnung gesetzt worden war, reagierte der Bürgermeister nicht zuletzt auf einen offenen Brief. Darin wirft ein Rohrdorfer der Rathausspitze Untätigkeit in Sachen Nahversorgung vor; beispielsweise habe der Bürgermeister keine Gespräche mit den betroffenen Geschäftsleuten geführt. An ihn sei niemand – weder die Mieter noch die Vermieter - herangetreten, stellte dieser klar. Auch habe die Geschäftsaufgabe des Lebensmittelhändlers mit der Raumnot der Montessori-Schule „rein gar nichts zu tun“. Dem Verfasser des Briefes warf Karl-Heinz Silichner (CSU) indes vor, seinerseits im Vorfeld keinen Kontakt mit den Gemeinderäten aufgenommen zu haben.
Vor gut einem Jahr hat der Gemeinderat für den betreffenden Bereich eine Veränderungssperre erlassen, um den Bebauungsplan RO 19 „Dorfplatz“ ohne Zeitdruck entwickeln zu können. Auslöser für diesen Schritt war ein Antrag auf Vorbescheid gewesen, der neben Bauten für gewerbliche Nutzung auch 40 neue Wohnungen im Hangbereich vorsah. Vorwürfen, die Gemeinde würde die Sicherstellung der Nahversorgung verhindern, hielt Praxl entgegen: „Wir brauchen ein Konzept, das tragfähig und realisierbar ist.“
Mai 2011


Immer wieder eine Attraktion beim Gewerbetag: Das Traglsteigen.
Veränderungen im Vorstand und vier Sterne für die Skiabteilung
Jahreshauptversammlung beim TSV Rohrdorf-Thansau

Rohrdorf (pil) – Mit seinen neun Abteilungen zählt der TSV Rohrdorf-Thansau ohne Zweifel zu den Allroundern unter den Sportvereinen. Zahlenmäßig wird das Feld nach wie vor von den Fußballern angeführt; dass sich aber auch die anderen Sparten kräftig ins Zeug legen, zeigten die Berichte bei der Jahreshauptversammlung. Darüber hinaus ist der Verein, der mit veränderter Vorstandschaft ins 90. Jahr seines Bestehens geht, nicht nur beim Gewerbetag und im gemeindlichen Ferienprogramm eine feste Größe, stellte Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck erfreut fest.
Unter dessen Wahlleitung wurde Vorsitzender Sepp Pichlmeier für weitere drei Jahre im Amt bestätigt; als neue Stellvertreter wurden, ebenfalls einstimmig, Martin Stuffer und Erwin Neubauer gewählt; das Amt des Kassier hat nun Thomas Batt inne; Schriftführerin bleibt Anja Aß.
Der Skiabteilung verlieh Pichlmeier in seinem Rückblick gar das Prädikat einer „Vier-Sterne-Abteilung“. Zusätzlich zu den traditionellen Skikursen und Ausflügen hatte sie in dieser Saison erstmals eine Nostalgiefahrt in einem historischen Zuggespann nach Kitzbühel auf die Beine gestellt. Mit 179 Teilnehmern, teils im Gwand von anno dazumal, 179 Paar Skiern samt Stöcken und Live-Musik beim Après-Ski „war das nicht nur eine Riesengaudi sondern auch eine logistische Meisterleistung“, kommentierte Abteilungsleiter Schorsch Dick junior die Bilderschau. Doch bei aller Unterhaltung sei auch die Fortbildung für die Skilehrer nicht zu kurz gekommen.
Stark im Aufwind befindet sich Unihockey als die jüngste Abteilung im TSV. Neben den Herren spielen hier bereits drei Jugendmannschaften im Ligabetrieb; eine weitere ist geplant. Zudem wollen die Floorball-Spieler mit Aktionen an Schulen die Werbetrommel für ihren Sport rühren. Und für internationales Flair im Turner Hölzl sorgt am ersten Juli-Wochenende wieder der Lumberjacks-Cup.
Im Zeichen der Jugendarbeit steht das Jahr auch bei den Tennisspielern, die mit fünf Mannschaften in der Verbandsrunde antreten. In Verbindung mit verschiedenen Turnieren wollen sie das Vereinsleben – die Mitgliederzahl war zuletzt leicht auf 165 gesunken –stärken.
Dagegen herrscht bei den Fußballern mit elf Jugendmannschaften augenscheinlich kein Nachwuchsmangel. Allerdings ist die Personaldecke bei den Erwachsenen – sowohl die 1. als auch die 2. Mannschaft sind vergangenes Jahr abgestiegen - nach dem Verlust von 15 bis 20 Spielern in den letzten beiden Jahren vor allem im altersmäßigen Mittelfeld recht dünn. Mit 16 Herren- und Frauen-Privatturnieren, regelmäßigen Trainings-Treffen auf der erneuerten Anlage an der Eschenstraße, Dorf- und Vereinsmeisterschaft war bei den Stockschützen der Terminkalender 2010 gut gefüllt. Und beim Kraftsport lassen trotz der Vorzüge gewerblicher Fitness-Studios nach wie vor 50 Frauen und Männer in der kleinen „Mucki-Bude“ im Turner Hölzl regelmäßig ihre Muskeln spielen.
Halten dem TSV Rohrdorf-Thansau seit Jahrzehnten die Treue: Konrad Breitrainer (Zweiter von links), Grete Schlosser (beide 40 Jahre), Alfred Wörndl (50 Jahre) und Harald Härtl (60 Jahre; Zweiter von rechts); es fehlten Franz Praxl und Kurt Bayer (beide 40 Jahre). Den Jubilaren gratulierten Vorstand Sepp Pichlmeier (links) und Vize Volker Fritsch; letzterer kandidierte bei den anschließenden Neuwahlen nicht mehr. Fotos: Pilger
Auf ein volles Programm mit zahlreichen Prüfungen, Turnieren und Veranstaltungen blickte die Sparte Kun-Tai-Ko zurück. Allein beim Zwieselcup in Inzell hatten die 17 Starter (darunter acht Debütanten) sieben 1., sieben 2. und vier 3. Plätze belegt. Ein neuer Anfängerkurs soll am Donnerstag, 5. Mai, starten.
Insgesamt 23 Wettkämpfe, Triathlons ebenso wie Bergläufe und Mountainbikerennen, bewältigten die 13 TSV-Triathleten im vergangenen Jahr. Als Highlight bei den Erwachsenen galt dabei – trotz Wassertemperaturen um die 15 Grad - der Challenge Walchsee.
Kurz und bündig fiel der Bericht der Abteilung Gymnastik aus, die an keinen Wettbewerben teilnimmt. Das Tanzen für Kinder ab zwölf Jahre wurde eingestellt; die Tanzkurse für Erwachsene in Lauterbach laufen derweil weiter wie bisher.
Als wichtige Säule des Vereinslebens würdigte Pichlmeier das Engagement der Übungsleiter. Mit 44 Aktiven und elf Zusatzlizenzen konnte er hier ein leichtes Plus verzeichnen, wobei die Gemeinde den Sportverein mit zwei Euro für jede geleistete Übungsleiterstunde finanziell unterstützt.
Angesichts seiner außergewöhnlichen Verdienste um den rund 1330 Mitglieder zählenden Verein wurde Mathias Stettner zum Ehrenmitglied ernannt. Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt: Claudia Berschinski, Jörg Berschinski, Peter Berschinski, Konrad Breitrainer, Mathias Decker, Rosi Ehegartner, Susanne Hartl, Walter Holderle, Hans Hopfgartner, Horst Leidl, Anita Prentl, Rudolf Schöberl, Mathias Stettner, Monika Stuffer, Paul Unterseher senior, Paul Unterseher junior, Sandra Wierer, Josef Wierer, Günther Wufka und Anni Würtemberger.
April 2011


Auch die Reserve ist bereits verplant
Gemeinderat bewilligt sechste Gruppe im Thansauer Haus für Kinder

Rohrdorf (pil) – Das neue Haus für Kinder an der Wacholderstraße in Thansau ist noch nicht bezogen, und schon sind auch die ursprünglich als Reserve gedachten Räume im Erdgeschoss verplant: Hier wird zum Herbst eine Kleinkindgruppe eingerichtet.
Derzeit sind 104 Mädchen und Buben fürs kommende Kindergartenjahr in der „Heiligen Familie“ angemeldet. In der Vergangenheit seien bereits Kinder aus dem Gemeindegebiet nicht in der Tagesstätte untergekommen, schilderte Geschäftsleiter Christian Schönleber bei der jüngsten Gemeinderatssitzung die Situation. Zudem steige der Bedarf an Betreuungsplätzen für Klein- und Kleinstkinder stetig; und die AWO-Einrichtung „Zwergerlmühle“ in Achenmühle sei voll belegt.
Eine sogenannte Kleinkindgruppe ermögliche dabei ein gewisses Maß an Flexibiliät, was die Kinderzahl anbelangt. Somit werden nach derzeitigem Stand in der Einrichtung in Thansau ab Herbst insgesamt 75 Kindergartenkinder (in drei Gruppen), zwei Krippengruppen à neun Kinder sowie, in der neuen Gruppe, elf Kleinkinder betreut; wobei sich diese Zahlen bis September wohl noch erhöhen dürften. Das Defizit aus dem laufenden Betrieb dieser sechsten Gruppe übernimmt die Gemeinde; der Ausbau von Gruppen- und Nebenräumen wird rund 36.000 Euro kosten.
Großes Kopfzerbrechen bereitet nach wie vor die Abwicklung des Lieferverkehrs bei der Firma CPS an der Meisenstraße. Bereits im Januar hatte sich der Gemeinderat mit der beantragten Änderung des Bebauungsplans TH 12 „Meisenstraße Nord“ befasst, wobei nicht der geplante Anbau an die Werkshalle an der Einmündung zur Staatsstraße zur Debatte stand, sondern die dortige Verkehrssituation, die auch von mehreren Anliegern schriftlich beanstandet worden ist. Hier hatte der Gemeinderat zuletzt eine Lösung seitens des Unternehmens gefordert. Allerdings kommt eine Vereinbarung mit der benachbarten Firma Sengewald, derzufolge die Lkw ohne rückwärts rangieren zu müssen über deren Grundstück abfahren dürften, allem Anschein nach nicht zustande.
Ein Feldversuch mit einem Lkw habe nun gezeigt, dass sich das Zurücksetzen auf die Meisenstraße durchaus bewerkstelligen ließe, erläuterte Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck als Leiter der Sitzung weiter. Laut Angaben der Firma CPS steuerten durchschnittlich zwei bis drei Lkw täglich zwischen 8 und 16 Uhr den Betrieb an.
Die Änderung des Bebauungsplans wurde nun gegen fünf Stimmen gebilligt und geht in die öffentliche Auslegung. Das Be- und Entladen muss demnach künftig ausschließlich auf dem Firmengelände abgewickelt werden. Unklar ist indes nach wie vor, wie die Verkehrslage in diesem Bereich entschärft werden kann.
Im Zuge des Aufstellungsverfahrens für den neuen Flächennutzungsplan wurde auf Anraten des Landratsamts für insgesamt sieben Teilbereiche in Apfelkam, Rohrdorf, Lauterbach und Thansau, wo sich nochmals Änderungen ergeben hatten, eine erneute öffentliche Auslegung beschlossen. Der Feststellungsbeschluss für das Gesamtwerk, der bei der Sondersitzung im März gefasst worden war, ist damit vorerst hinfällig.
Ohne jegliche Diskussion passierten Haushaltssatzung und -plan sowie die Finanzplanung für die Jahre 2012 bis 2014 das Gremium.
April 2011


Ohne wäre Rohrdorf ein Stück ärmer
Jahreshauptversammlung des Sozialwerk Rohrdorf

Rohrdorf (pil) – So wie die Schwestern und Pflegerinnen des Sozialwerk Rohrdorf das ganze Jahr über ihre Arbeit verrichten, verlief auch die Jahreshauptversammlung im Gasthof zur Post ohne großes Aufheben. Dass die Gemeinde ohne den 1974 gegründeten Pflegedienst, der bei der MDK-Prüfung im August mit der Gesamtnote 1,3 (der Landesdurchschnitt lag zu diesem Zeitpunkt bei 2,2) abgeschnitten hat, allerdings um ein ganzes Stück ärmer wäre, daran ließ Bürgermeister Christian Praxl ebenso wie der ortsansässige Allgemeinarzt Dr. Wolfgang Biller keinen Zweifel.
Insgesamt 84 Patienten aus dem Gemeindegebiet hat das Team um Pflegedienstleiterin Gabriele Prankl im vergangenen Jahr versorgt, dabei 9136 Pflegestunden geleistet und rund 50.000 Kilometer zurückgelegt. Hinzu kamen 62 Beratungsgespräche sowie regelmäßige Fortbildungen.
Deutlich mehr Arbeit bescherten die sinkenden Verweildauern im Krankenhaus, hatte Vorsitzende Gudrun Lohmann eingangs erläutert; so suchten die Schwestern ihre Patienten teils bis zu viermal am Tag auf. Außerdem nehme der Anteil der Hochbetagten laufend zu; 2010 machte diese Gruppe (80 Jahre und älter) weit mehr als die Hälfte der Pflegebedürftigen aus. Mit der häuslichen Kranken- und Altenpflege, dem Essen auf Rädern sowie der Vermittlung zu sonstigen ambulanten Diensten sei das Sozialwerk demnach vollkommen ausgelastet.
Darüber hinaus sei die angestrebte Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim St. Anna in Thansau bei der Betreuung von Demenzkranken angelaufen. In einem nächsten Schritt wollen die ambulante und die stationäre Pflegeeinrichtung nun bei Mitarbeiterfortbildungen Hand in Hand gehen.
Der demographischen Entwicklung und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Gemeinden werde auch das seniorenpolitische Gesamtkonzept des Landkreises Rosenheim Rechnung tragen, informierte Lohmann zudem über die landkreisweite Befragung von Bürgern, Pflegediensten und Sozialstationen. Sie soll helfen, wichtiges Zahlen- und Datenmaterial zusammenzutragen und mehr über die Situation und die Bedürfnisse der alten Menschen in Erfahrung zu bringen.
Ein weniger erfreuliches Bild ergab sich unterdessen bei den Finanzen des 471 Mitglieder zählenden Trägervereins: Während die Erlöse aus den Pflegekassen um 1,5 Prozent gestiegen seien, habe die Lohnsteigerung für die – ohnehin nicht üppig bezahlten – Pflegekräfte 4,5 Prozent betragen, hatte Lohmann eingangs die immense Bedeutung des Spendenaufkommens für die Arbeit des Sozialwerks getreu dem Leitsatz „Daheim in guten Händen“ hervorgehoben. Allerdings musste Kassier Peter Holzner trotz Spenden von rund 30.000 Euro und 11.000 Euro Mitgliedsbeiträgen als wesentliche Säulen der Finanzierung fürs abgelaufene Jahr ein Defizit von 27.000 Euro ausweisen, welches jedoch durch die Rücklagen aufgefangen werden könne. Eine Finanzspritze erhofft sich der Verein, der auch weiterhin als eigenständige Èinrichtung unter dem Dach des Caritasverbandes bestehen will, in Form eines außerordentlichen Zuschusses von der Gemeinde.
April 2011


Das halbverfallene ehemalige Liegl-Anwesen an der Rosenheimer Straße gilt bei vielen Thansauern als einer der „Schandflecken“ im Ort. Nach Vorstellung der Eigentümer soll hier ein Gebäudekomplex mit Wohnungen und gewerblicher Nutzung entstehen. Foto: Pilger
Schandfleck soll verschwinden
Antrag auf Bebauungsplan fürs ehemalige Liegl-Anwesen im Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Nach Seniorenheim und Lebensmittelmarkt soll die Ortschaft Thansau an einer weiteren zentralen Stelle ein neues Gesicht bekommen: Schon lange bietet das ehemalige Liegl-Anwesen an der Rosenheimer Straße einen recht trostlosen Anblick; nun haben die Grundstückseigentümer dort den Bau eines bis zu dreieinhalbgeschossigen Gebäudeensembles mit 30 Wohnungen, Einheiten für gewerbliche Nutzung (Pension, Café, Apotheke, Zahnarztpraxis und Büros) sowie einer zentralen Tiefgarage ins Auge gefasst.
Das Ansinnen geht jedoch weit über die Möglichkeiten hinaus, die §34 Baugesetzbuch - Bebauung in geschlossener Ortslage - an dieser Stelle böte. Der Antrag auf Aufstellung des erforderlichen Bebauungsplans für diesen vorderen Teil des Gesamtgrundstücks wurde auf Wunsch des Gemeinderats bei der jüngsten Sitzung allerdings zurückgestellt. Denn zunächst soll geklärt werden, ob und wie an dieser Stelle das Programm „Bauland für Einheimische“ umgesetzt werden kann, das bei Schaffung neuen Baurechts greift. Etwa wäre, wie von mehreren Räten gefordert, ein Bebauungsplan für das gesamte Areal denkbar, wodurch zusätzlich mehrere Doppel- und Einfamilienhäuser Platz fänden.
Veränderungen sind auch auf dem vormaligen Schruff-Anwesen an der Wöhrstraße geplant. Die Lichtgut-Reith GbR will dort unter anderem eine Tenne abreißen; darüber hinaus wurde die Nutzungsänderung einer Lagerhalle beantragt, so dass dort – in nunmehr geordneten Verhältnissen - insgesamt zwei neue Wohneinheiten entstehen. Bevor der Gemeinderat jedoch grünes Licht für die Anträge gibt, muss die verkehrliche Erschließung des Geländes im Außenbereich rechtlich gesichert werden. Bislang verläuft die Wöhrstraße, teils außerhalb der vorgesehenen Trasse, über diverse Privatgrundstücke; notarielle Regelungen fehlen. Nun soll die Gemeindeverwaltung mit den betreffenden Eigentümern verhandeln, um die erforderlichen Flächen zu tauschen beziehungsweise zu kaufen. Auch stellte Bürgermeister Christian Praxl den staubfreien Ausbau der Straße in Aussicht.
Darüber hinaus informierte er über die laufenden Sanierungsarbeiten in der Kläranlage Bockau; unter anderem werden dort die Flachdächer der Betriebsgebäude durch Satteldächer ersetzt. Und auf dem Friedhof in Rohrdorf soll eine rollstuhlgerechte Verbindung zwischen oberem und unterem Bereich die Situation insbesondere für gehbehinderte Besucher verbessern; derzeit sei man auf der Suche nach einer geeigneten Lösung.
Dass es für die Gemeinde nach der Finanzkrise wieder bergauf geht, zeigte sich am Haushaltsplan 2011, den der Finanzausschuss zuvor geschlossen befürwortet hatte und über den der Gemeinderat im April zu entscheiden hat. Kämmerer Peter Wagner legte dem Gremium zudem eine ausgeglichene Jahresrechnung für 2010 mit 10,5 Millionen Euro Einnahmen und Ausgaben im Verwaltungs- und 3,2 Millionen im Vermögenshaushalt vor; mit dieser muss sich nun die örtliche Rechnungsprüfung befassen.
März 2011


"Rohrdorf ist gut gerüstet"
Haushaltsplan findet Zustimmung im Hauptausschuss

Rohrdorf (pil) – Eine vorausschauende Finanzpolitik und sparsames Wirtschaften haben nach Überzeugung von Kämmerer Peter Wagner entscheidend dazu beigetragen, dass Rohrdorf die Krise überwunden hat. Selbst das für den Kindergartenbau in Thansau vorgesehene Darlehen musste die Kommune nicht in Anspruch nehmen. An den Rücklagen müsse man nun zwar arbeiten, doch sei Rohrdorf auch ohne eine Erhöhung der Steuerhebesätze „gut gerüstet“, fasste Wagner bei der Haushaltsvorberatung im Hauptausschuss die finanzielle Lage der Gemeinde zusammen.
Gleichwohl mahnte er, die Ausgaben im Verwaltungshaushalt auch weiterhin fest im Blick zu behalten und gegebenenfalls unliebsame Entscheidungen zu treffen, um die laufenden Kosten möglichst niedrig zu halten. In diesem Sinne würden beispielsweise seit kurzem etwa alle Bestellungen für Schule und Feuerwehren zentral übers Rathaus abgewickelt, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl.
Der wirtschaftliche Aufwärtstrend schlägt sich im aktuellen Haushalt insbesondere im erwarteten Gewerbesteueraufkommen nieder, das Wagner mit 5,1 Millionen Euro angesetzt hat. Wie schwierig aber gerade die Haupteinnahmequelle für die Gemeindekasse zu kalkulieren sei, verdeutlichte er anhand der Ausschläge in der Vergangenheit: Zwischen satten 13,1 Millionen Euro im Jahr 2006 und mageren 1,5 Millionen im Jahr 2009 hatten hier die Beträge geschwankt.
Insgesamt umfasst der Etat, der demnächst zur Abstimmung im Gemeinderat ansteht, 11,9 Millionen Euro im Verwaltungs- und 2,6 Millionen im Vermögenshaushalt; eine Kreditaufnahme ist nicht vorgesehen. Neben der Gewerbesteuer rechnet man im Rathaus mit Einnahmen von rund 2,1 Millionen Euro aus dem Einkommensteueranteil sowie aus der Grundsteuer B mit rund 580.000 Euro und einem Umsatzsteueranteil von 490.000 Euro.
Auf der Ausgabenseite schlägt die Kreisumlage mit 2,1 Millionen Euro zu Buche; ein weiterer wesentlicher Posten neben der Gewerbesteuerumlage (1,1 Millionen), den Personalkosten (1,5 Millionen) und den Personalkostenzuschüssen für die Kindergärten (770.000) bildet der Wasserleitungsbau mit 560.000 Euro. Zudem steht die Anschaffung einer neuen EDV-Anlage fürs Rathaus an.
Um die Bürger nicht über Gebühr zur Kasse zu bitten, bleiben seit nunmehr gut drei Jahrzehnten die ohnehin niedrigen Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer unverändert; ebenso die Gebühren für Wasser und Kanal. Davon, betonte Wagner, profitierten Hausbesitzer ebenso wie Mieter: „Rohrdorf ist kein Kostentreiber.“
April 2011


"400-Meter-Galerie ist für uns nicht genug"
Ernüchterung über Ergebnisse des Planungsdialogs zum Autobahnausbau

Rohrdorf (pil) – Zwar ist der Planungsdialog, in dem Anliegerkommunen, Bürgerinitiativen und Verbände gemeinsam mit den zuständigen Behörden während der vergangenen zwei Jahre Vorschläge für den sechsstreifigen Ausbau der Salzburger Autobahn erarbeitet haben, beendet. Von einem zufriedenstellenden Ergebnis der in Bayern erstmals angewandten Verfahrensweise ist allerdings nicht nur bei der Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle keine Rede. Vielmehr sprach Vorsitzender Josef Schmid junior von „Ernüchterung und Enttäuschung“ angesichts der rund 400 Meter langen Galerie, die im Bereich Achenmühle für den Lärmschutz vorgesehen ist. „Das ist für uns noch zu wenig.“, brachte er bei der nur mäßig besuchten Jahreshauptversammlung im Dorfhaus Achenmühle die Stimmung auf den Punkt. „Unsere Erwartungen an den Planungsdialog waren höher.“, schloss sich dem Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl an.
Ähnliche Töne schlug Wolfgang Mentzel, Sprecher der BI A8 Frasdorf, an. Dort sei man mit der Ausbauempfehlung ans Bundesverkehrsministerium, die für Frasdorf eine Kombination aus Galerieabschnitten und Einhausung vorsieht, „ganz und gar nicht zufrieden“. Diese von oben vorgesetzte Lösung „dürfen wir uns nicht bieten lassen“.
Unisono kündigten Schmid und Praxl an, mit allem Nachdruck auf eine Überarbeitung der Ausbauempfehlung zu drängen, die in den Planvorentwurf des Planfeststellungsverfahrens einfließend wird. Gemeinsam wollen sie auch in der Detailplanung auf einen „bestmöglichen Lärmschutz“ für die Gemeindebürger anstelle des im Bundes-Immissionsschutzgesetz festgeschrieben Standards pochen und hierfür bei Bedarf all ihre Kontakte zu den politischen Entscheidungsträgern ausschöpfen. Die für Achenmühle vorgesehene Galerie über der südlichen Fahrbahn etwa müsse doppelt so lang ausfallen wie im Moment zugestanden, um auch in den etwas abseits der Autobahn beziehungsweise erhöht gelegenen Siedlungen wenigstens für eine zufriedenstellende Entlastung zu sorgen; in Spitzenzeiten rollen täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge über die Ost-West-Achse aus der Vorkriegszeit.
Gemessen an der komplett offenen, sogenannten Bestandsvariante mit meterhohen Wällen und Wänden entlang des landschaftlich sensiblen Eingangs zum Chiemgau, die die Autobahndirektion im September 2008 im Turner Hölzl vorgestellt hatte (die Schätzung für den Abschnitt Rosenheim-Daxa liegt derzeit bei 76 Millionen Euro), koste die 86 Millionen Euro teure Galerie-Lösung rund 13 Prozent mehr. Währenddessen schlüge die auf 430 Meter abgespeckte Grünbrücken-Variante der Bürgerinitiative mit etwa 99 Millionen Euro (plus 30 Prozent) zu Buche, rechnete Schmid vor. Dieses Mehr um rund ein Drittel „ist aber für Achenmühle augenscheinlich nicht drin“.
Eine wirklich optimale, weil auch in die Tiefe gehende Wirkung ließe sich seiner Ansicht nach ohnehin nur mit einer Eintunnelung beider Fahrbahnen erzielen; doch diese und ähnliche Varianten waren in dem komplexen, wiederholt modifizierten Bewertungsverfahren mit Dutzenden unterschiedlich gewichteter Kriterien aus Kostengründen ausgeschieden; wie beispielsweise die Grünbrücken-Varianten und eine 1330 Meter lange Einhausung zwischen Achenmühle und Daxa.
März 2011

Vorstandswahl bringt kaum Veränderung
Mit nur geringfügigen Veränderungen im Vorstand geht die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle – für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“ in die Phase der Detailplanung für den Autobahnausbau. Sowohl der Vorsitzende Josef Schmid junior (rechts) als auch die beiden Vize Sebastian Diechler (Zweiter von links) und Hans-Peter Steindlmüller (fehlte wegen Krankheit) wurden bei der Jahreshauptversammlung im Dorfhaus Achenmühle einstimmig für weitere zwei Jahre im Amt bestätigt. Bernd Wohlschlager (links) ist weiterhin für die Finanzen zuständig; Birgit Lummer löste Klaus Berndanner im Amt des Schriftführers ab.
Als Beisitzer wurden Max Rupp, Klaus Berndanner, Alfred Jehl und Josef Schlosser gewählt; als Revisoren fungieren weiterhin Stefan Ramsauer und Robert Wagner.
Bürgermeister Christian Praxl, der die Wahl leitete, hob insbesondere die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Vorstandschaft der mittlerweile 96 Mitglieder zählenden Bürgerinitiative hervor, die unzählige Stunden an ehrenamtlicher Arbeit in den nunmehr abgeschlossenen Planungsdialog, in zahlreiche offizielle Gesprächstermine und interne Besprechungen inklusive den anfallenden Schriftverkehr investiert hat. Nachdenklich stimmte den Gemeindechef angesichts der spärlich besetzten Stuhlreihen allerdings das mangelnde Interesse der Bevölkerung an diesem weitgreifenden Thema.
Text/ Foto: pil



Spende mit viel Wiener Schmäh
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Ein Virus mit Nebenwirkungen
Lachtrainerin zu Gast beim Tag der Jungbäuerinnen
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Ein leicht "anrüchiges" Ja-Wort
Rohrdorfer Jungbauern stellen erstmals Bettlhochzeit auf die Beine

Es war eine illustre Gesellschaft, die sich am Faschingssamstag zur Bettlhochzeit auf dem „Misthaufn zum Turm“ zusammengefunden hat. Zwar musste der üppige Gesichtsbewuchs der stattlichen Braut erst noch vom Bader der mobilen Tuning-Station Haarscharf gestutzt und der Bräutigam im Laufe der knapp einstündigen Zeremonie zweimal von den Dorfgendarmen auf der Flucht eingefangen werden; dann aber stand dem etwas anrüchigen Ja-Wort des ungleichen Paares - sie strohblond, in schneeweißem Kleid und knallgelben Gummistiefeln Größe 47, er mit unvermindertem Fracksausen - nichts mehr im Wege. Und der resolute Standesbeamte Georgius Bierbauch der Ältere (in den Akten wird er als Dick Schorsch senior geführt) konnte den scheinheiligen Stand der Ehe zwischen der „Ohstandigen Jungfrau Kreszentia Scholastika vom Achendamm“ und ihrem Auserwählten, dem „Ehrwürdigen Jüngling Blasius Kamillus Bonifatius von der Geigingerleitn“ besiegeln.
Bei strahlendem Sonnenschein hatte sich das Brautpaar standesgemäß im Goaßngespann, begleitet von Blasmusik, allerlei buckliger Verwandtschaft, dem Jungfernbund und einer Handvoll lediger Kinder brautseits auf den Weg vors Rohrdorfer Rathaus gemacht. Zahlreiche Zaungäste wohnten dort dem schrägen Spektakel bei, zu dem Progoder Franzi Steiner schon vor Wochen im Auftrag der Jungbauernschaft (sie feiert in diesem Jahr ihr Sechzigjähriges) geladen hatte. Einen langen Atem bewies dabei der Misthaufenchor Sing-Sang, der nicht an musikalischen Seitenhieben sparte.
Bei Leberspatzlsuppn und Schweinsbraten wurde anschließend beim Festmahl im Turner Hölzl ausgiebig auf das Wohl der Kreszentia alias Schorsch Schauer und des Blasius (Richard Koll) angestoßen, wenngleich die beiden am Aschermittwoch wieder geschiedene Leute sind.
Text/Foto: Pilger




Kein Hundesportplatz an der Wöhrstraße
"Inn Dogs e.V." zieht Antrag zurück - Verärgerung über Flugblatt
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Bauarbeiten, Wildparker und ein Beschwerdebrief
Breite Themenpalette im Rohrdorfer Gemeinderat

Rohrdorf (pil) – Am Thansauer Feuerwehrhaus gehen die Arbeiten auch nach der energetischen Sanierung von Mannschafts- und Aufenthaltsraum weiter. In einem zweiten Bauabschnitt steht nun die Einbindung des Querbaus an die Garage an. Dadurch entstehen zwei zusätzliche Räume. Einstimmig befürwortete der Gemeinderat das Vorhaben, für das die Gemeinde Finanzmittel von rund 100.000 Euro zur Verfügung stellt.
Bereits im vergangenen Jahr haben die Feuerwehrler 16.000 Euro aus der Vereinskasse sowie ein großes Maß an Eigenleistung zur Rundumerneuerung des Gebäudes an der Eschenstraße beigetragen, verdeutlichte der Vorstand SPD-Gemeinderat Franz Praxl bei der Sitzung.
Einig sind sich die Räte auch über die Kostenbeteiligung für die Ersatzbrücke, die die Nachbargemeinde Frasdorf in Daxamühle über die Rohrdorfer Achen bauen will. Hier steuert Rohrdorf, ohne Anerkennung einer Rechtspflicht, ein Drittel der auf 18.500 Euro geschätzten Gesamtkosten bei.
Als „Sorgenkind“ erweist sich immer wieder die Ahornstraße. Zunehmend nutzen Lkw-Fahrer - meist Zulieferer für örtliche Betriebe - die Straße zum Wertstoffhof als Rastplatz und Übernachtungsmöglichkeit und hinterlassen dabei jegliche Art von Abfall. Unklarheit herrscht allerdings noch, wie der Missstand abgestellt werden kann.
Verschiedene Äußerungen des Bürgerblock (BR) haben den Eigentümer des Lebensmittelmarkt-Areals, Wolfgang Kupferschmied, zu einem an Bürgermeister und Gemeinderäte adressierten Beschwerdebrief veranlasst, welchen Geschäftsleiter Christian Schönleber bei der Sitzung verlas. Darin wirft Kupferschmied dem BR unter anderem vor, er habe mit seinen Aussagen über eine mögliche Standortalternative Verwirrung gestiftet, für zeitliche Verzögerungen gesorgt und damit ihm, Kupferschmied, finanziellen Schaden zugefügt. Der Kontakt des BR zum Netto-Konzern habe, anders als behauptet, nichts mit dem jetzigen Standort zu tun; vielmehr habe sich das vom Bürgerblock favorisierte Areal letztlich als „Lachnummer“ erwiesen.
Darüber hinaus forderte Kupferschmied eine Ende des "Bauerntheaters" um die Werbeanlage am Kapellenberg. Schließlich sei ein Pylon im genehmigten Freiflächenplan vorgesehen gewesen; lediglich der Standort habe sich geändert. BR-Gemeinderat Rupert Stocker zeigte sich indes verwundert, dass dieses Thema den Gemeinderat solange beschäftigen könne. Dies hätte sich seiner Ansicht nach durch ein klärendes Gespräch vor dem Aufstellen der Werbetafel vermeiden lassen.
Februar 2011


Meisenstraße Nord: Lkw-Verkehr macht Probleme
Gemeinderat: Bebauungsplanänderung nur mit Vereinbarung mit Nachbarn

Rohrdorf (pil) – Mit mehreren Bebauungsplanverfahren und dem anvisierten Mittelschulverbund Inntal hatte sich der Rohrdorfer Gemeinderat unter anderem bei seiner jüngsten Sitzung zu befassen. Zudem stand der Bauantrag der Firma Schattdecor bezüglich einer Dacherhöhung auf der Tagesordnung, der wie alle anderen Punkte einstimmig befürwortet wurde. Das weltweit tätige Unternehmen für bedrucktes Dekorpapier will auf eine seiner Hallen neben der Rosenheimer Straße einen Aufbau für ein Hochregallager setzen, um mehr Platz für die Druckzylinder zu schaffen. Die erforderliche Änderung des Bebauungsplans war bereits bei der vorangegangenen Sitzung auf den Weg gebracht worden.
Bei der Diskussion um den Bebauungsplan TH 12 „Meisenstraße Nord“ stand nicht die geplante Änderung der Baugrenzen im Mittelpunkt; eine bestehende Werkshalle soll dort erweitert werden. Probleme sahen die Gemeinderäte vielmehr in der aktuellen Verkehrssituation, welche auch hinterliegende Anwohner bereits ins Feld geführt haben. Mit einer Änderung des Bebauungsplans könnte diese sich künftig entspannen: So darf die Anlieferung ausschließlich über den Vorplatz an der Westseite des Gebäudes erfolgen. Entlang der Halle, auf einem 2,5 Meter breiten Streifen parallel zur Meisenstraße, sind Längsparkplätze vorgesehen. Und damit künftig auch die Abfahrt der Lkw möglichst reibungslos und ohne Rangieren - wohl auf dem Weg, den auch die Lieferfahrzeuge für die benachbarte Firma Sengewald nehmen - über die Bühne geht, besteht der Gemeinderat auf einer entsprechenden Vereinbarung der Grundstückseigentümer.
Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war der Antrag auf Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung der Firma Ribeck, die ihre Produktionsstätte im vorvergangenen Jahr ins Gewerbegebiet am Griesenholz verlegt hat. Der Betrieb ist auf dem Sektor Oberflächenbehandlung tätig und will eine Anlage zum Aufbringen metallischer Schutzschichten auf Metalloberflächen einbauen. Bürgermeister Christian Praxl verwies in diesem Zusammenhang auf ein Gutachten des TÜV Südbayern, wonach das Vorhaben hinsichtlich Lärm, Luftreinhaltung und Abfallstoffen offenbar als unbedenklich gelte. Aussagen zum Thema Abwasser enthalte das Gutachten nicht.
In ihrer Stellungnahme stimmt die Gemeinde dem Vorhaben grundsätzlich zu, fordert aber das Landratsamt ausdrücklich auf, die Einhaltung der Immissionsrichtwerte zu überprüfen. Für den Bebauungsplan HÖ 11 „Ranhartstetten“ wurde der Satzungsbeschluss gefasst; er ist allerdings erst mit Abschluss des Flächennutzungsplanverfahrens rechtskräftig. Der Weiler hat künftig den Status Dorfgebiet und kann maßvoll mit Wohnhäusern verdichtet werden; auch kleine Handwerks- oder Gewerbebetriebe sind denkbar.
Für den Kindergarten Heilige Familie in Thansau übernimmt die Gemeinde fürs Kindergartenjahr 2009/2010 den Defizitausgleich von insgesamt knapp 25.000 Euro; der Ansatz im Haushaltsplan lag bei 62.250 Euro. Das reine Betriebsdefizit beläuft sich dabei auf rund 12.700 Euro; zusätzlich haben jedoch Posten wie Anschaffungen für die zweite Krippengruppe, der Telefonanschluss im Container sowie Personalkosten für den Essenstransport zum Hort kräftig zu Buche geschlagen.
Änderungen im Betrieb an der Hauptschule Neubeuern, zu deren Einzugsgebiet auch die Gemeinde Rohrdorf zählt, bringt die Hauptschulreform mit sich. Angesichts sinkender Schülerzahlen schließen sich die Schulen in Neubeuern, Raubling und Bad Feilnbach zum Mittelschulverbund Inntal zusammen. Die Kinder müssen dann für bestimmte Fächer zwischen den drei Standorten mit dem Schulbus pendeln. Der Rat sprach sich für die Gründung des Verbunds aus; wobei die Fahrtkostenregelung für die Gemeinden nach Auskunft des Bürgermeisters noch offen offen sei.
Januar 2011



Mit insgesamt 135 Kindern und Jugendlichen ist das Skilehrer-Team des TSV Rohrdorf-Thansau in diesem Winter auf die Piste gegangen. Trotz der zum Teil recht eisigen Temperaturen wurde den jungen Brettlfans beim Vier-Tages-Kurs, der wieder am Zahmen Kaiser und in Westendorf/ Tirol abgehalten wurde, recht schnell warm auf ihren Skiern und Snowboards. Nicht zuletzt sorgten gute Schnee- und Pistenverhältnisse für prächtige Stimmung bei Anfängern ebenso wie bei den Teilnehmern in den Fun- und Carving-Gruppen.
Um Zehntel- und Hundertstelsekunden ging's beim traditionellen Abschlussrennen am Amberglift in Durchholzen, wo zahlreiche Eltern den Nachwuchs kräftig anfeuerten. Dass letztlich aber jeder ein Sieger war, bewiesen die Goldmedaillen, die alle Teilnehmer von ihren Übungsleitern überreicht bekamen. Die schnellsten drei aus jeder Gruppe erhielten bei der Siegerehrung im vollbesetzten Stocker-Saal außerdem eine Urkunde.
Abteilungsleiter Schorsch Dick junior dankte allen Sponsoren und Helfern, die den reibungslosen Ablauf der Veranstaltung ermöglicht hatten; TSV-Vorstand Sepp Pichlmeier hob zudem das Engagement der mehr als 20 Skilehrer und ihrer Assistenten hervor.
Text/ Foto: pil
Januar 2011




Beschwerde bei Rechtsaufsicht war "logische Konsequenz"
Bürgerblock nimmt Stellung zu vorweihnachtlicher Bürgermeister-Attacke

Rohrdorf (pil) – Mit aller Entschiedenheit, verärgert und zugleich „verwundert“ weist der Bürgerblock Rohrdorf (BR) die Vorwürfe zurück, die Bürgermeister Christian Praxl (CSU) am Ende der Weihnachtssitzung gegen die Gruppierung erhoben hatte. Die BR-Fraktion habe „immer wieder das Gespräch gesucht“, unterstreicht die Vorstandschaft in einer einseitigen, engbedruckten Stellungnahme ihren „guten Willen zum besseren Dialog“. „Auch die Gemeinderatsbeschlüsse werden mindestens zu 98 % einstimmig gefasst.“ Jedoch könne Praxl nicht eine Zusammenarbeit nur nach seinen Bedingungen fordern.
Leider werde BR-Vorsitzender und Dritter Bürgermeister Martin Fischbacher „nicht ausreichend in die Gemeindearbeit einbezogen und über wichtige Themen nicht informiert.“ Offensichtlich, so die Vermutung des BR, habe man gehofft, den Bürgerblock mit dem Bürgermeister-Posten „mundtot zu machen und Oppositionsarbeit zu unterbinden“. Doch „diese Rechnung geht nicht auf!“
Wie berichtet, hatte Praxl in seinem Schlusswort die Auffassung von Zusammenarbeit sowie den politischen Stil des Bürgerblock scharf kritisiert und anschließend die Sitzung für beendet erklärt. Unter der Überschrift „Auf ein Wort...“ hatte der Gemeindechef seine Kritik auch im Mitteilungsblatt der CSU zum Jahreswechsel veröffentlicht, ebenso wie seine Aufforderung darüber nachzudenken, ob Fischbachers Amt als Dritter Bürgermeister mit dessen Einstellung gegen die Gemeinde und den Bürgermeister überhaupt vereinbar sei.
Hingegen verteidigt der Bürgerblock seine Beschwerde bei der Rechtsaufsicht im Falle des vorzeitigen Brauereiwechsels im Turner Hölzl als „logische Konsequenz“; sie sei „im Zuge der Ermittlungen bedauerlicherweise zufällig mit dem Krankenhausaufenthalt des 1. Bürgermeisters“ zusammengefallen. Weil Rechnungsprüfern des BR Einsicht in die Vertragsunterlagen verweigert worden war, habe man eine Aufsichtsbehörde „zur Klärung der dubiosen Vorgänge“ eingeschaltet. So habe der Brauereiwechsel Schadenersatz von gut 16.400 Euro nach sich gezogen, für die dank der Eingabe bei der Aufsichtsbehörde nicht der Steuerzahler aufkommen müsse. Auch sei das Darlehen an die neue Brauerei für die Umgestaltung der gemeindeeigenen Gaststätte von 107.000 auf rund 60.000 Euro gesenkt worden.
Ebenso prangert der Bürgerblock erneut den eigenmächtigen Alleingang des Bürgermeisters in Sachen Reklametafel am Supermarkt an; in einem Flugblatt hatte der Bürgerblock die Bürger dazu aufgerufen, ihren Unmut über die seiner Meinung nach überdimensionierte Anlage gleich unterhalb der Thansauer Kirche direkt bei Rathaus-Chef Praxl kundzutun.
Januar 2011


Zwei Neuzugänge im Fuhrpark
BRK Bereitschaft blickt auf ein arbeitsreiches Jahr zurück

Jahresabschlussfeier bei der BRK-Bereitschaft Rohrdorf: Kreisbereitschaftsleiterin Ute Weiß, Josef Hunger, Korbinian Brandmaier, Benedikt Kieler, Steffi Piezinger und der Rohrdorfer Bereitschaftsleiter Christoph Koll mit Bürgermeister Christian Praxl (von links).
Rohrdorf (pil) – Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter der BRK Bereitschaft Rohrdorf. Als Meilensteine im Bericht von Bereitschaftsleiter Christoph Koll galten die beiden Neuzugänge im Fuhrpark: Im August wurde das für den gesamten Landkreis zuständige Technik und Sicherheit-Fahrzeug in Betrieb genommen. Außerdem trat nach mehr als 400 Planungs- und Arbeitsstunden und einer feierlichen Weihe Ende Oktober das neue First Responder-Fahrzeug seinen Dienst an.
Darüber hinaus verwies Koll auf 1219 Dienststunden im Sanitätsdienst. Mit den Schnelleinsatzgruppen (SEG) mussten die Mitglieder 13 Mal ausrücken. Und die Helfer vor Ort (First Responder) wurden zu 290 Einsätzen gerufen und legten dabei mehr als 7300 Kilometer unfallfrei zurück.
Dass dieses ehrenamtlich Engagement beileibe keine Selbstverständlichkeit sei, unterstrich Bürgermeister Christian Praxl im Namen der Gemeinde bei der Jahresabschlussfeier im Gasthaus zur Post. Das hohe Ansehen, welches die Arbeit der BRK-Bereitschaft bei der Bevölkerung genieße, spiegle sich insbesondere in der starken Beteiligung an der Spendenaktion für den First Responder wider.
Breiten Raum nimmt beim Roten Kreuz zudem die Jugendarbeit ein: Ergänzend zur bestehenden Mittwochs-Gruppe für die Acht- bis Zehnjährigen wird ab Donnerstag, 27. Januar, im zweiwöchentlichen Rhythmus (18 bis 19.30 Uhr) ein Treffen für Elf- bis 13jährige angeboten.
Ein Personalwechsel hat sich zum Jahresbeginn bei der Bereitschaftsleitung ergeben: Nach elf Jahren übergab Kassier Benedikt Kieler sein Amt an den bisherigen stellvertretenden Bereitschaftsleiter Martin Antretter. Dessen Nachfolger als Vize wurde Korbinian Brandmaier.
Im Namen des Kreisverbandes dankte schließlich Kreisbereitschaftsleiterin Ute Weiß den Rohrdorfern für die gute Zusammenarbeit und zeichnete vor den rund 45 Gästen drei Mitglieder aus: Korbinian Brandmaier und Josef Hunger wurden für 15jährigen Dienst geehrt; Steffi Piezinger ist seit fünf Jahren dabei.
Januar 2011


Deutliche Worte zum Jahresausklang
Bürgermeister Praxl geht mit Stil des Bürgerblock ins Gericht

Rohrdorf (pil) – Mit sehr deutlichen Worten des Gemeindechefs an die Adresse des Bürgerblocks (BR) ging in Rohrdorf die letzte Gemeinderatssitzung des Jahres zu Ende. Unmittelbar im Anschluss an seinen Rückblick aufs abgelaufene und den Ausblick aufs kommende Jahr war Christian Praxl (CSU) mit dem Stil der Gruppierung hart ins Gericht gegangen. Er stellte zudem in Frage, ob das Gebaren Martin Fischbachers überhaupt noch mit dessen Amt als Dritter Bürgermeister vereinbar sei. - Schlussworte zum Jahresausklang, denen Applaus von großen Teilen des Gremiums folgte.
Verhärtete Fronten hatten in früheren Wahlperioden die Arbeit im Rohrdorfer Gemeinderat geprägt. Deshalb habe er, wie Praxl betonte, seit seinem Amtsantritt vor gut zwei Jahren versucht, neue Wege im politischen Miteinander zu gehen. Nicht zuletzt sollte der Bürgermeister-Posten für den Bürgerblock „ein Zeichen setzen“. Dennoch wurde „immer wieder versucht, mich persönlich anzugreifen“ und die vom BR geforderte Zusammenarbeit von eben dieser Seite „mit Füßen getreten“. Selbst vor einer Beschwerde bei der Rechtsaufsicht wegen des Brauereiwechsels im Turner Hölzl ohne den Versuch eines klärenden Gesprächs mit ihm sei man nicht zurückgeschreckt; zumal Praxl zu dieser Zeit im Krankenhaus lag: „Das ist eine taktische Glanzleistung, die in menschlicher Qualität seinesgleichen sucht!“
Erst jüngst hatte ein BR-Flugblatt zur Reklametafel beim neuen Supermarkt in Thansau seinen Unmut erregt. Damit scheint das Fass nun übergelaufen. „Auf diese Art der Zusammenarbeit, die offensichtlich nach wie vor von Misstrauen getragen ist, lege ich keinen besonderen Wert.“, machte Praxl unmissverständlich klar.
Bereits in einer der vergangenen Sitzungen hatte Franz Steiner vom Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle seinem Ärger über ein „Schmierbladdl“ des BR Luft gemacht, in dem unter anderem Praxl scharf angegangen worden war und das den Bürgern noch dazu als Beilage der Gemeindezeitung ins Haus geflattert kam.
Indes dankte Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck (CSU) dem Rathaus-Chef zum Jahresabschluss ausdrücklich für dessen Arbeit und Engagement zugunsten der Gemeinde und wünschte ihm auch fürs kommende Jahr Kraft, Gesundheit und die notwendige Gelassenheit.
Der Bürgerblock kündigte an, er werde sich erst nach den Feiertagen zu den Vorwürfen äußern.
Dezember 2010


Schattdecor plant Technologiezentrum
Grünes Licht für Änderung des Bebauungsplans

Rohrdorf (pil) – Der Flächennutzungsplan, die Änderung des Bebauungsplans TH 10 „Am Oberfeld“, der Bau einer Furt durch die Rohrdorfer Achen sowie eine Reihe von Auftragsvergaben für den Neubau des Kinderhauses in Thansau standen zum Jahresabschluss im Rohrdorfer Gemeinderat an.
Mit der Reduzierung möglicher neuer Wohnbauflächen um rund sieben Hektar trägt die Kommune den Einwänden der Höheren Landesplanung zum neuen Flächennutzungsplan Rechnung; wie berichtet, hatte diese den Umfang der geplanten Ausweisung beanstandet. Nun wurde vom Planungsbüro Wüstinger ein Konzept erarbeitet und mit der Genehmigungsbehörde abgestimmt, das hauptsächlich Areale in Thansau südlich der Fabrik- und der Mozartstraße im Bereich der Überschwemmungsflächen aus der Planung nimmt. Der Entwurf, den das Gremium einstimmig befürwortete, wird von Anfang Januar bis Mitte Februar 2011 erneut öffentlich ausgelegt.
Ebenso gab's grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplans TH 10 „Am Oberfeld“. Die Firma Schattdecor plant dort den Bau eines Technologiezentrums, wie Bürgermeister Christian Praxl ausführte. Entgegen den ursprünglichen Festsetzungen soll sich der Anbau im ersten Teil nun mit 12,5 Metern (anstatt neun Metern) höhengleich an die bestehende Produktionshalle neben der Rosenheimer Straße anschließen; für den zweiten Abschnitt sind 8,5 Meter (anstatt 4,5 Meter) vorgesehen. Für ein Hochregal zur Lagerung von Druckzylindern soll darüber hinaus ein Teil eines bestehenden Gebäudes auf 21 Meter erhöht werden.
Eine Furt bei Heiglmühle ermöglicht den Waldbauern künftig die Zufahrt zu ihren oberhalb der Kreisstraße gelegenen Forsten. Die Brücke, die jahrelang als Verbindungsweg über die Rohrdorfer Ache gedient hatte, war vor Monaten vom Grundstückseigentümer abgerissen worden. Der ursprüngliche Plan der Gemeinde, eine neue Überfahrt zu bauen, wurde aus Kostengründen wieder verworfen. Nun entsteht für rund 28.000 Euro wenige Meter vom früheren Übergang entfernt eine Querung durch die Ache.
Gut 17.000 Euro unter der Berechnung bewegen sich derzeit die Kosten für den Kindergarten-Neubau in Thansau. Abgesehen von Inneneinrichtung und Außenanlagen sind nunmehr sämtliche Posten vergeben; zuletzt standen unter anderem die Vergabe der Schlosser-, Trockenbau- und Malerarbeiten sowie für die Kücheneinrichtung, den Sonnenschutz, den Bodenbelag und die Innentüren an. Für eine zeitliche Verzögerung habe zwar das Procedere für die statische Überprüfung der Bauteile gesorgt; dennoch sieht der Bürgermeister den für den 1. September 2011 anvisierten Bezugstermin keineswegs in Gefahr.
Als sehr erfreulich wertete der Gemeinderat den Jahresabschluss für 2009 im Achenmühler Kindergarten „Zwergerlmühle“: Der Träger, die Arbeiterwohlfahrt, hat dort einen Überschuss von gut 32.000 Euro erwirtschaftet; ein Defizitausgleich seitens der Gemeinde ist also nicht erforderlich. Der Betrag verbleibt nun als Vorschuss fürs Jahr 2010 bei der AWO.
Einstimmig bestätigt wurden zudem die neuen (und alten) Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehren Rohrdorf (Josef Piezinger und Vize Martin Hefter junior) und Höhenmoos (Erich Turetschek und Vize Josef Baumgartner) unter der Voraussetzung, dass die teils noch ausstehenden Kurse „Leiter einer Feuerwehr“ beziehungsweise „Gruppenführer“ binnen eines Jahres mit Erfolg absolviert werden.
Im traditionellen Jahresrückblick ließ Praxl schließlich die Eckpunkte des vergangenen Jahres Revue passieren und gab zugleich einen kurzen Ausblick auf 2011: Demnach ist der Planungsdialog zum Autobahnausbau so gut wie abgeschlossen. Mit Blick auf die zurückliegenden Jubiläumsfeste hob er einmal mehr die Bedeutung des Vereinslebens – nicht zuletzt für die Jugendarbeit – hervor. Auch im kommenden Jahr werde der Hochwasserschutz weiter vorangetrieben; ebenso werde wohl der geplante Ausbau der Hubertusstraße das Rathaus beschäftigen. Ein weiterer Punkt war die vielfach gewünschte Verbesserung der Breitbandversorgung in den Außenbereichen; zu einem eigens organisierten Informationsabend Anfang Dezember seien allerdings gerade einmal sechs Bürger ins Dorfhaus Achenmühle gekommen.
Januar 2011



Turbulenzen in der Gespensterschule
Die "Harlekids" geistern wieder über die Bühne

Rohrdorf (pil) – Österreichische Austauschschüler à la Bully Herbigs Kaiserpaar, Lockerungsübungen für das „'eulseminar“ bei Madame Heulsuse, ein Schwebegeist mit Sprachfehler und ein sächselnder Geisterjäger-Assistent, der dem Publikum schier die Lachtränen in die Augen treibt: Das Trübsal hat keine Chance bei den Rohrdorfer „Harlekids“, die in diesem Jahr mit Christina Stengers Gespenster-Märchen „Isidor wird Nachtgespenst“ über die Bühne im Turner Hölzl geistern.
In der Schule von Professor Gänsenhaut stehen Isidor, Henrietta und Wunibald kurz vor ihrer wichtigen Prüfung zum Nachtgespenst. Um diese sicher zu bestehen, besorgen sie sich heimlich des Professors großes Buch der Nachtgestalten. Doch die Schummelei bleibt nicht ohne Folgen: Isidor droht schon bald in Nebel aufgelöst zu werden. Nun drängt die Zeit, schließlich dauert eine Geisterstunde nicht ewig. Und schon sind die drei Schwebegeister mitten drin im Abenteuer um eine unheimliche Burg, um einen verschollenen Schatz und um eine böse Geisterjägerin, die zum Schluss selbst in ihrem „G 2000“ hinter Schloss und Riegel landet.
Mit viel Humor und Blick fürs Detail haben die Regisseurinnen Claudia Weiß-Lorenz und Xandi Fradl gemeinsam mit einer Reihe anderer dienstbarer (Technik-, Bühnen-, Masken-, Souffleusen und Kostüm-)Geister und vor allem mit einer spritzig witzigen Truppe von Nachwuchsspielern einen unterhaltsamen Theaternachmittag auf die Beine gestellt, bei dem sich auch das Publikum kräftig ins Zeug legen muss. Mit großen Augen erlebten die kleinen Premierenzuschauer mit, wie der quirlige Wunibald von Schreckenschrei, der so seine Schwierigkeiten mit dem „au“ hat, schließlich doch noch mit dem Kopf durch die Wand geht, und wie der erbarmungswürdig stotternde Oskar Schnickenpick am Ende das letzte Wort über seine Chefin, die fiese Frau Doktor Schimmelpilz, hat.
Kein Wunder, dass die eigentliche Prüfungsaufgabe bei all dem Tumult auf der Strecke bleibt. Zu guter Letzt gibt’s aber nicht nur drei frischgebackene Nachtgespenster und einen wieder gefundenen Schatz. Auch kann sich der tieftraurige Totengeist Kasimir mit dem eingängigen Titel „Graf von und zu auf und unter Blauenstein“ endlich bei seiner geliebten Agatha zur Ruhe setzen.
Noch zweimal, nämlich am Samstag, 11., und Sonntag, 12. Dezember, heißt es „Vorhang auf“ bei den Rohrdorfer „Harlekids“. Die Aufführungen beginnen um 16 Uhr.
Dezember 2010

Bald ein 30-Meter-Mast an der Wöhrstraße?
Gemeinderat sagt "Nein" zu weiterer Mobilfunkstation an dieser Stelle - Alternativstandort angeboten

Rohrdorf (pil) – Die drei Mobilfunksendeanlagen an der Wöhrstraße in Thansau bekommen möglicherweise bald Zuwachs: Auf einem angrenzenden Grundstück will die E-Plus Mobilfunk einen 30 Meter hohen Stahlgittermast für Funkantennen samt der zugehörigen Versorgungseinheiten aufstellen. Der Gemeinderat erteilte dem Tekturantrag zwar geschlossen eine Absage; allerdings besteht die Gefahr, dass das Landratsamt das Einvernehmen ersetzt.
Die geplante Anlage, heißt es im Beschluss, beeinträchtige nicht nur die bestehende Wohnbebauung und störe das Landschaftsbild. Auch wirke sich die Sendestation nachteilig auf im Flächennutzungsplan als Erweiterungsflächen vorgesehene Areale aus. Allerdings, hatte Bürgermeister Christian Praxl mit Verweis auf den Landesentwicklungsplan eingangs erläutert, habe die Kommune gegen Masten bis zu einer Höhe von 30 Metern wenig Handhabe.
Um die Antennenanlagen möglichst weit von den Siedlungen abzurücken, hatte die Gemeinde dem Mobilfunkbetreiber alternativ zum Standort an der Wöhrstraße ein rund 150 Meter entfernt gelegenes Grundstück am Achendamm angeboten; dorthin sollten dann auch die bereits bestehenden Anlagen umziehen und auf dem neuen Gittermast installiert werden. Bis zur Sitzung habe sich E-Plus hierzu jedoch nicht geäußert.
Desweiteren stand erneut der Flächennutzungsplan auf der Tagesordnung, der jüngst auch Thema einer Besprechung des Bürgermeisters bei der Regierung von Oberbayern gewesen ist. Wie berichtet hatte die Höhere Landesplanung Einwände gegen den Umfang der geplanten Ausweisung von neuen Wohnbauflächen erhoben und wird wohl nicht von ihrer Auffassung abrücken. Deshalb soll das zuständige Planungsbüro nun ein Konzept erarbeiten, wie diese reduziert werden können.
Rein rechnerisch seien für den bis zum Jahr 2025 angepeilten Bevölkerungszuwachs auf rund 6000 Einwohner etwa 15 Hektar erforderlich; im Planentwurf sind derzeit 25 Hektar vorgesehen. Um der Gemeinde aber einen gewissen Handlungsspielraum zu erhalten und zugleich die Marschroute für die fernere Zukunft aufzuzeigen, soll ein Puffer, der über das Entwicklungsziel der kommenden 15 Jahre hinausgeht, im Plan verbleiben. Hier wäre die Kennzeichnung mit einem gesonderten Planzeichen denkbar.
Das in Lauterbach südlich der Kläranlage angepeilte Gewerbegebiet – dort vermisste die Landesplanung unter anderem die Anbindung an den Ort - wird unterdessen gestrichen. Im Gemeindebereich seien nach Ansicht der Genehmigungsbehörde genügend anderweitige gewerblich nutzbare Flächen – etwa durch Mischgebiete – dargestellt. Der Billigungsbeschluss für den Entwurf wurde auf die Dezember-Sitzung verschoben.
Derweil gehen die Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche in Höhenmoos ihrem Ende entgegen. An den Kosten beteiligt sich die Gemeinde mit einem Zuschuss von 5000 Euro.
Zudem soll geprüft werden, ob und welchem Rahmen die Ortsvereine die für den Schülertransport geleasten Busse nutzen können.
November 2010


Zu mächtig für Thansau?
An der Werbetafel scheiden sich die Geister
Ampel soll Verkehrssituation an Einmündung entschärfen
zum Bericht


Ein Bericht und wenige Wortmeldungen
Bürgerversammlungen in Rohrdorf und Lauterbach

Rohrdorf (pil) – Dass die Rohrdorfer augenscheinlich recht zufrieden mit ihrer Gemeinde sind, lässt zumindest die geringe Anzahl an Wortmeldungen bei den Bürgerversammlungen im Turner Hölzl und im Dorfhaus Lauterbach vermuten. Den Löwenanteil beider Veranstaltungen bestritt deshalb Christian Praxl mit seinem gut einstündigen Rechenschaftsbericht.
Neben der Ortsentwicklung und der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans griff der Bürgermeister dabei unter anderem den Dauerbrenner Hochwasserschutz auf: So hätten die Maßnahmen an der Ache spätestens beim Dauerregen an Fronleichnam ihre Feuerprobe bestanden, als die Wassermassen wie gewünscht in den Badesee überliefen und die Feuerwehr Thansau keinen einzigen Hochwasser bedingten Einsatz zu verbuchen hatte. In einem weiteren Schritt soll das Grabensystem im Süden von Thansau ausgebaut werden.
Weiterhin langfristig gesichert sei außerdem die Trinkwasserversorgung aus der Tiefbrunnenanlage Schaurain. Veränderte gesetzliche Anforderungen an Wasserschutzgebiete haben dort mit dem Auslaufen der wasserrechtlichen Erlaubnis neue Vereinbarungen mit den betroffenen Landwirten notwendig gemacht. Zudem wurde in der Hollinger Quelle, die mit 100.000 Kubikmetern Wasser rund ein Drittel des Jahresbedarfs liefere, ein neuer Quellsammelschacht eingebaut.
Das Kanalnetz selbst ist angesichts der Anschlussquote von nahezu 98 Prozent derzeit zwar kaum ein Thema; jedoch stehen in der Kläranlage Bockau fürs kommende Jahr umfangreiche Arbeiten an: Die Dächer der Betriebsgebäude müssen saniert werden und erhalten in diesem Zuge ein Satteldach.
In Sachen Autobahnausbau verwies Praxl auf den laufenden Planungsdialog; sieben Sitzungen hat die Landkreis-Arbeitsgruppe bislang absolviert; wobei Gemeinde und die Bürgerinitiative Rohrdorf-Achenmühle mit vereinten Kräften auf eine Variante mit beidseitigem Lärmschutz und einer Einhausung im Bereich Achenmühle pochen. Bewährt habe sich die kommunale Verkehrsüberwachung, die seit Jahresbeginn 20 Stunden pro Monat an verschiedenen Messstellen den fließenden Verkehr unter die Lupe nimmt. Bei den Radarkontrollen, betonte Praxl, gehe es jedoch nicht darum, die Gemeindekasse mit Bußgeldern aufzubessern, sondern vielmehr um den erzieherischen Effekt.
Weitere Themen im Bericht waren der Kindergarten-Neubau (im Zeitplan), der Rückgang der Schülerzahlen (nurmehr zwei erste Klassen), der Jugendtreff im alten Rohrdorfer Schulhaus (mit U16-Party), die bevorstehende Eröffnung des Lebensmittelmarktes in Thansau (Mitte November), der Ausbau der DSL-Versorgung für Thansau (abgeschlossen bis Mai 2011), der Straßenbau (nach der Markusstraße könnte die Hubertusstraße die nächste Baustelle werden) sowie der große Erfolg des ersten Rohrdorfer Bauernmarktes (trotz Regens).
Ebenso rührte der Bürgermeister die Werbetrommel für eine Mitarbeit bei den "Qualipaten" des Vereins "Pro Arbeit" sowie beim Ferienprogramm; im Sommer hatten insgesamt 232 Mädchen und Buben an 55 Aktionen teilgenommen.
Stellvertretend für den Kämmerer gab Praxl zudem einen kurzen Überblick über Haushalt und Finanzlage der Gemeinde: Bei den Ausgaben des 14,4-Millionen-Etats fällt neben der Kreisumlage (vier Millionen Euro) und Personalkosten in Höhe von 1,5 Millionen Euro vor allem der Neubau des Kindergartens in Thansau (2,4 Millionen) ins Gewicht; der hierfür eingeplante Kredit sei bislang jedoch nicht erforderlich gewesen. Auf der Einnahmenseite ist – nach dem drastischen Einbruch in 2009 – in diesem Jahr die Gewerbesteuer mit 4,2 Millionen Euro angesetzt; einen relativ konstanten Posten bildet der Einkommensteueranteil (2,2 Millionen). Mit einer Pro-Kopf-Steuerkraft von knapp 1420 Euro liege Rohrdorf nach wie vor deutlich über dem landkreisweiten Mittel (869). Und auch die Liquidität der Gemeinde sei zu jeder Zeit gegeben gewesen.
Die anschließende Aussprache beschränkte sich auf einige wenige Wortmeldungen, wobei in einem Beitrag eine Begegnungsstätte für den Ortsteil Thansau angemahnt wurde.
November 2010


Fahnenabordnungen zahlreicher Vereine säumten die Mehrzweckhalle im Turner Hölzl, als Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Dieter Otto dem neuen First Responder-Fahrzeug den kirchlichen Segen gaben. Der Gottesdienst wie auch das anschließende gemütliche Beisammensein wurde von der Musikkapelle Rohrdorf umrahmt. Foto: pil
Segen fürs neue Einsatzfahrzeug
Spendenaktion sichert Fortbestand des "First Responder" in Rohrdorf

Rohrdorf (pil) – Zu seinem ersten „Einsatz“ war der Audi bereits beim Aktionstag des Gewerbeverbandes Rohrdorf-Samerberg „ausgerückt“. Jetzt erhielt das nagelneue First Responder-Fahrzeug, das nur dank der großzügigen Spendenbereitschaft von Firmen, Vereinen und Privatpersonen angeschafft werden konnte, den kirchlichen Segen. Mehr als 40.000 Euro waren in den Spendentopf geflossen, die es ermöglichen, die bisweilen lebensrettende Einrichtung des First Responder, des ehrenamtlich tätigen Notfallhelfers, für die Gemeinden Rohrdorf, Neubeuern und Samerberg aufrecht zu erhalten.
Das Leben liege „nicht nur in Gottes Hand“, hob BRK-Kreisverbandsvorsitzender Karl-Heinrich Zeuner vor rund 400 Festgästen im Turner Hölzl die Bedeutung des First Responder hervor, der das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrückt. Ein Pluspunkt, der besonders zum Tragen kommt, wenn für den Patienten - wie etwa bei einem Herzinfarkt - jede Minute zählt. Für die Finanzierung, also auch für den Kauf eines neuen Fahrzeuges, sind die Betreiber indes auf Spenden angewiesen.
Hochachtung und Respekt zollten Neubeuerns Bürgermeister Josef Trost und dessen Vorredner, der Rohrdorfer Gemeindechef Christian Praxl, dem Ehrenamt, das gerade in einer schnelllebigen Zeit wie dieser nicht hoch genug zu bewerten sei. Mit einem 1000-Euro-Scheck für die Rotkreuz-Bereitschaft unterstrich Praxl dies zusätzlich.
Rund 1200 Einsätze haben die Rohrdorfer im Laufe der vergangenen fünf Jahre mit dem (gebrauchten) Vorgänger-Fahrzeug absolviert, das mit insgesamt 250.000 Kilometern auf dem Buckel inzwischen recht reparaturanfällig geworden ist. Nach reiflicher Überlegung habe man sich schließlich für den Kauf eines fabrikneuen Fahrzeugs mit Allradantrieb entschieden, den die Rotkreuzler in 180 Stunden ehrenamtlicher Arbeit zum First Responder-Einsatzwagen ausgebaut haben. Die laufenden Kosten für Versicherung etc. in Höhe von rund 2500 Euro jährlich tragen die drei Gemeinden im Einsatzgebiet, ergänzte Bereitschaftsleiter Christoph Koll, der allen Unterstützern mit einem von ganzem Herzen kommenden „Vergelt's Gott“ dankte.
November 2010



Handlungsspielraum erhalten
Sondersitzungen zum neuen Flächennutzungsplan

Rohrdorf (pil) – Wenngleich die in den Entwurf zum neuen Flächennutzungsplan aufgenommenen Wohnbauflächen nach Ansicht der Regierung von Oberbayern weit über den voraussichtlichen Bedarf hinaus gehen, hält der Rohrdorfer Gemeinderat an seiner Marschroute fest. Damit will sich die Kommune für die kommenden zehn bis 15 Jahre einen gewisses Maß an Handlungsspielraum erhalten; sie soll derzeitigen Prognosen zufolge bis zum Jahr 2025 von derzeit 5600 auf dann 6000 Einwohner anwachsen. Im Verlauf von rund sechs Stunden handelte das Gremium die Ergebnisse aus der Bürger- und Behördenbeteiligung ab, bevor der Entwurf bei drei Gegenstimmen gebilligt wurde. Nun wird das Planwerk erneut öffentlich ausgelegt.
Wie ein roter Faden zog sich bei den zwei Sondersitzungen die Vorgabe des Flächensparziel durch die Abwägung der knapp 70 Bürgereinwendungen und -anregungen, die zum größten Teil auf eine zusätzliche Aufnahme einzelner Wohnbauflächen in den Vorentwurf abzielten. Entsprechend dem Ziel, die Hauptorte nach innen zu verdichten, erteilten die Gemeinderäte nach einer Grundsatzdebatte der Zersiedelung der Ortsränder eine klare Absage. Neubauflächen sollen zum Schutz der freien Landschaft an bestehende Siedlungen angebunden werden; wobei Weiler wie Schaurain und Ranhartstetten angesichts ihres baulichen Gewichts künftig als Dorfgebiet mit weiteren Bebauungsmöglichkeiten behandelt würden. Detaillierte Regelungen zu Umfang und Verlauf beispielsweise von Eingrünungen oder von Lärmschutzmaßnahmen entlang der Autobahn werden indes erst in etwaigen Bebauungsplanverfahren festgeschrieben; im Flächennutzungsplan, erläuterte Bürgermeister Christian Praxl wiederholt, seien die Entwicklungsziele nicht parzellenscharf dargestellt.
Dabei stieß die Aufnahme potenzieller Wohnbauflächen in Thansau westlich der Staatsstraße bei einigen Räten auf Ablehnung. Um Bereiche der zergliederten Ortschaft langfristig zusammen wachsen zu lassen, sind dort in großem Umfang Wiesenflächen als mögliche Baugebiete vorgesehen. Ob und wie beispielsweise die Erschließung später umgesetzt werden könne, spiele in diesem Stadium noch keine Rolle, nahm der Bürgermeister dazu Stellung. Auch wurde von seiten des Bürgerblock kritisiert, dass dort einige recht umfangreiche Flächen nur weniger Eigentümer berücksichtigt worden seien, während andernorts kleinere Antragsteller nicht zum Zuge kämen.
Das im Rahmen der Bürgeranhörung angeregte Areal südlich des Seniorenheims kommt hingegen aus verschiedenen Gründen - Lage im Überschwemmungsgebiet, Bestandteil des überörtlichen Grünzugs sowie unmittelbare Nähe zur Staatsstraße – nicht in Betracht.
In Höhenmoos bleibt nach einer Unterschriftenaktion mit 150 Unterzeichnern der Sportplatz im Dorf; trotzdem bleibt das vormals dafür vorgesehene Areal nun doch als Option im Flächennutzungsplan.
Zugleich sieht das neue ortsplanerische Rahmenwerk Erweiterungsmöglichkeiten für das ansässige Kleingewerbe vor. Weil die Höhere Landesplanung auch für Gewerbegebiete eine Ortsanbindung fordert, verzichtet die Gemeinde nun auf den zunächst angepeilten Standort im Außenbereich nördlich der Autobahnraststätte. Angesichts der Einwände aus der Bevölkerung war bereits zuvor der Vorschlag für ein Gewerbegebiet im Süden des Ortsteils Rohrdorf wieder fallen gelassen worden. Im FNP, der im letzten Schritt von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden muss, verbleibt dagegen der Standort südlich des Bauhofs; ebenso wird das Areal bei der Kläranlage Lauterbach weiterverfolgt.
In der Planung, mit der sich eine aus allen Gemeinderatsfraktionen beschickte Arbeitsgruppe gut ein Jahr befasst hat, wurden darüber hinaus die Nordumgehung für Rohrdorf sowie Landschaftsbrücken beziehungsweise Einhausungen für die Autobahn berücksichtigt. Eine Bebauung zwischen den Ortsteilen Thansau und Rohrdorf, also auch des alten Sportplatzes, ist nicht vorgesehen.
November 2010


Schreiben fürs Geburtstagsfest
Gemeindebücherei: Geschichtenwettbewerb zum 50jährigen

Rohrdorf (pil) – Schreiben fürs Geburtstagsfest: 70 Mädchen und Buben hatten beim Geschichtenwettbewerb anlässlich des 50jährigen Bestehens der Rohrdorfer Gemeindebücherei zum Stift gegriffen und kleine Erzählungen zu Papier gebracht. Die gesammelten Werke wurden nun in einem Büchlein verewigt, das selbstredend auch ausgeliehen werden kann. Und für die besten Autoren aus jeder Altersklasse winkte bei der Siegerehrung am Tag der offenen Tür eine Überraschung.
Auch Rohrdorfs Gemeindechef Christian Praxl stieß mit Brigitte Lagler (rechts) und Claudia Springl-Fusco, auf den runden Geburtstag der Bücherei an. Foto: pil
Märchen-Vorlesestunden, ein Bücherei-Quiz, Kinderschminken und ein Luftballon-Wettbewerb umrahmten das Geburtstagsfest, das zahlreiche Rohrdorfer ins Obergeschoss des Turner Hölzl lockte.
Nach bescheidenen Anfängen im Pfarrheim – 1964 standen dort gerade einmal 450 Bücher in den Regalen – können kleine und große Leseratten inzwischen aus einem Bestand von 11.000 Medien auswählen. Neben Büchern und CD's umfasst das Angebot im Turner Hölzl Zeitschriften und Spiele. Und auch der Leserstamm hat seitdem deutlich zugelegt: Anstatt einst 61 im Jahr 1972 sind inzwischen 567 Bücherfreunde in der Kartei registriert.
Insgesamt 14 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Leiterinnen Brigitte Lagler und Claudia Springl-Fusco tatkräftig in der Bücherei, die dienstags von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 15 bis 19 Uhr geöffnet ist. Jeweils einen Vormittag im Monat dürfen außerdem die Schulkinder und die Kindergartenzwergerl aus Thansau nach Herzenslust stöbern, schmökern und ausleihen.
September 2010



Straßenbau und Hochwasserschutz
Gemeinderat: "Routine"-Entscheidungen ohne Diskussion

Rohrdorf (pil) – Ohne Diskussionen arbeitete der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung die Tagesordnung ab. Neben dem Umbau des Gehwegs am neuen Lebensmittelmarkt in Thansau, der Vergabe von Arbeiten beim Kindergarten-Bau und zwei privaten Bauanträgen wurde unter anderem der Vorentwurf für den Bebauungsplan „HÖ 11“ Ranhartstetten behandelt.
Dessen Billigung entspricht der Absicht, einige Weiler im Außenbereich im neuen Flächennutzungsplan als Misch- oder Dorfgebiet auszuweisen. Damit will man insbesondere für die junge Generation die Möglichkeit schaffen, am Heimatort zu bauen; beispielsweise lägen für den Bereich Ranhartstetten bereits zwei Bauanträge im Rathaus vor, führte Bürgermeister Christian Praxl bei der Sitzung aus.
Im Zuge des Supermarkt-Baus in Thansau wird dort der Gehweg entlang der Rosenheimer Straße verlegt. Der Fußweg, der in diesem Bereich ohnehin zahlreiche Stolperschwellen aufweist, wird nun etwas vom Areal des Lebensmittelmarktes abgerückt.
Ergänzend zu den geplanten Hochwasserschutz-Maßnahmen für den südlichen Ortsteil von Thansau wünscht die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt einen landschaftspflegerischen Begleitplan, in dem sowohl der Status Quo als auch mögliche Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen dargestellt werden. Die Verwaltung soll nun entsprechende Angebote einholen. Ebenso stimmte der Gemeinderat dem neuen Konzessionsvertrag mit der Inngas GmbH für die Bereitstellung des Netzes und die Nutzung öffentlicher Verkehrswege zum Zweck der Gasversorgung zu. Dieser tritt, im Anschluss an die bestehende Übergangsvereinbarung, im August kommenden Jahres mit einer Laufzeit von 20 Jahren in Kraft.
September 2010


Dreschen wie anno dazumal: Die historische Dampfmaschine, Baujahr 1908, samt Dreschwagen standen im Mittelpunkt des Interesses. Fotos: Pilger

GTEV "Achentaler": Dreschen mit Volldampf
Historisches Fest zum 75jährigen Bestehen lockt scharenweise Besucher an

Rohrdorf (pil) – Ein dreiviertel Jahrhundert hat er bereits auf dem Buckel. Dass der Verein aber bis heute beileibe nicht in die Jahre gekommen ist, bewiesen die Trachtler vom „GTEV Achentaler“ am Wochenende mit einem ebenso lebendigen wie buntgemischten Jubiläumsprogramm. Im Mittelpunkt stand das historische Drescherfest, bei dem das „Geburtstagskind“ die Getreideernte von anno dazumal wieder aufleben ließ. Erfreulicherweise zeigte sich auch Petrus gnädig und schickte statt des angekündigten Dauerregens zeitweise sogar Sonnenschein.
Ein Pfeifen und Zischen tönte über Festplatz, als die Dampf-Dreschmaschine – eine Leihgabe aus Umratshausen – angeworfen wurde. Im Nu war der Apparat, Baujahr 1908, umringt von zahlreichen Schaulustigen. Der Troad fürs Dreschen war einige Wochen zuvor stilecht mit einem Bindemäher geschnitten und gleich anschließend zu Garben gebunden worden.
Für eine gute Portion Nostalgie rund ums Heimathaus und auf dem Areal der Montessorischule sorgten zudem rund 40 Aussteller beim Handwerker- und Brauchtumsmarkt. So konnten die Besucher unter anderem Hornschnitzer, Besenbinder, Seiler und Hufschmid über die Schulter schauen. Und selbstredend kam auch das Kulinarische nicht zu kurz. Jakob Opperer und seine Buam beispielsweise machten den Gästen die Herstellung von Sauerkraut nach Großmutter Art schmackhaft, während Maria Haimmerer Zelten ins Rohr schob. Auf einer Strohhüpfburg konnten sich zudem die ganz und die weniger Kleinen austoben.
Auch das Sensen Dengeln – eine (fast) vergessene Fertigkeit - wurde beim Drescherfest demonstriert.
Etwa 600 Gäste hatte Vorstand Rupert Wagner bereits am Vortag beim Heimatabend begrüßt, darunter Abordnungen der Höhenmooser und Lauterbacher Trachtler, der Patenvereine aus Altenbeuern und Bruckmühl sowie Vertreter aus dem politischen und kulturellen Leben. Einmal mehr hoben Bürgermeister Christian Praxl und Gauvorstand Walter Weinzierl in ihren Ansprachen die Bedeutung lebendigen und gelebten Brauchtums hervor, welches die Plattlergruppen des Festvereins, des Inngau-Trachtenverbandes sowie der befreundeten Trachtenvereine auf eindrucksvolle Weise demonstrierten.
Ihr nunmehr 75jähriges Vereinsleben haben die Trachtler in einer bebilderten Chronik festgehalten: Demnach wurden die „Achentaler“ an einem eiskalten Sonntag im Januar anno 1935 von 27 Männern unter der Leitung von Bäckermeister Franz Xaver Sanftl – er wurde später einstimmig zum Ersten Vorstand gewählt – aus der Taufe gehoben; benannt nach der Rohrdorfer Achen, die damals wie heute durchs Dorf floss. Bereits im November fand der erste Vereinsball statt. Und im selben Jahr hatte auch die neue Theatergruppe mit dem Stück „Die Leonhardifahrt“ Premiere. Die erste Fahne – sie wurde 1937 zum Preis von 440 Reichsmark angeschafft – konnte wegen der Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten allerdings nur heimlich kirchlich geweiht werden.
Nach dem Krieg kam das Vereinsleben nur langsam wieder in Gang. Doch 1955 richtete der Verein schließlich sein erstes Gaufest aus, an dem sich elf Musikkapellen und 45 Vereine beteiligten. Erheblich mehr, nämlich 4452 Trachtler und 544 Musikanten, waren es beim Festzug im Juli 1977, als die „Achentaler“ zum bislang größten Inngautrachtenfest mit Wertungsplatteln luden. Allein 201 Teilnehmer und 26 Mann Musik, einen Festwagen und zwei Kutschen stellte damals der Gastgeber.
Seit 1983 residiert der Trachtenverein nun - nach Zwischenstationen im Gasthof Wörndl und in der ehemaligen Gemeindekanzlei über der damaligen Turnhalle - in ihrem „Achentaler Heimathaus“, einem 300 Jahre alten denkmalgeschützten Bauernhaus, das von Grasweg nach Rohrdorf versetzt worden war. Fünf Jahre später wurde hier – verbunden mit einem Drescherfest, das bäuerliche Museum eröffnet, das unter anderem eine 39bändige, von Ehrenvorstand Peter Reisner gefertigte Holzbibliothek beherbergt. Das Venezianer Sägegatter von der Hohe Asten und der ebenfalls denkmalgeschützte Dick-Stadl, den die Trachtler 2004/2005 samt Troadkasten von Sachsenkam auf das Gelände hinterm Rohrdorfer Rathaus versetzt haben, runden das Museums-Ensemble ab. Der Bauerngarten, der pünktlich zum 75jährigen Vereinsbestehen angelegt worden ist, setzt den vorläufigen Schlusspunkt der Errungenschaften.
Doch tragen die „Achentaler“ mit ihren 500 Mitgliedern nicht nur mit Festen, Preisplatteln und dem Tragen von Kassettlgwand, Priener Hut und Lodenjoppe mit den sogenannten „Jaga-Tratza“ zum kulturellen Leben im Dorf bei. Auch die traditionellen Theateraufführungen sowie der Josefi- und der Kathreinshoagast und das Kirtahutschn am Stadl zählen längst zu den festen Größen im gemeindlichen Terminkalender.
September 2010


Vom Fluss in die Steckdose
Tag der offenen Tür zum 50. der Inn-Staustufe Rosenheim
zum Bericht


Auch künftig mit dem Bus zur Radlprüfung
Kein Übungsplatz am Turner Hölzl - Kontroverse Diskussion um Tauchclub-Vereinsheim

Rohrdorf (pil) – Mit einer breiten Themenpalette befasste sich der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung. Auf der Tagesordnung standen neben der Einrichtung eines Übungsplatzes für die Jugendverkehrsschule unter anderem die Kostenbeteiligung an der fürs kommende Jahr vorgesehenen Sanierung des Mitterwegs in Riedering sowie die Gestaltung der Urnenwand am Thansauer Friedhof. Zahlreiche Zuhörer verfolgten außerdem den Vortrag von Josef Schmid, der als Vorstand der Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle über den aktuellen Stand des Planungsdialogs informierte.
Für die Vorbereitung auf die Radlprüfung werden die Rohrdorfer Viertklässler weiterhin nach Raubling fahren; die jährlichen Buskosten hierfür belaufen sich auf rund 800 Euro. Aus organisatorischen Gründen hatte die Rohrdorfer Schulleiterin angeregt, auf dem oberen Parkplatz im Turner Hölzl entsprechende Markierungen anzubringen, um die Verkehrserziehung künftig dort durchzuführen. Dies lehnte der Gemeinderat angesichts von rund 5000 Euro Kosten für Markierungen und Verkehrsschilder plus Unterhalt und Anschaffung einer Lagermöglichkeit jedoch geschlossen ab.
Ebenso einstimmig fiel der Beschluss für eine finanzielle Beteiligung am geplanten Ausbau des Mitterwegs, von dem auch fünf Anwesen auf Rohrdorfer Gemeindeflur betroffen sind. Ohne Anerkennung einer Rechtspflicht sprachen sich die Räte dafür aus, ein Drittel der geschätzten Kosten von rund 230.000 Euro, maximal aber 70.000 Euro, zu übernehmen. Bereits bei der Sanierung des Einmündungsbereichs in die Kreisstraße im Jahr 2005 hatte Rohrdorf ein Drittel der Kosten getragen.
Geteilter Meinung war das Gremium im Hinblick auf die Pläne des Tauchclubs Octopus Rosenheim. Dieser will an der Ahornstraße, auf dem Grundstück der Verbund-Innwerke zwischen dem künftigen Bootshaus des Rudersport-Club Rosenheim und dem Umspannwerk, ein Vereinsheim mit Schulungsräumen und Materiallager bauen. In der kontrovers geführten Diskussion wurde unter anderem die „Salamitaktik“ kritisiert, mit der Zug um Zug immer neue Ansiedlungen in diesem Bereich des Landschaftsschutzgebiets Inntal betrieben würden. Bei mehreren Gegenstimmen gab's schließlich seitens des Gemeinderats grünes Licht für den Antrag auf Vorbescheid; das Vorhaben wird bei der laufenden Neuaufstellung des Flächennutzungsplans berücksichtigt.
Auch künftig soll es keine Ablageflächen an der Urnenwand auf dem Thansauer Friedhof geben. Foto: pil
Ungeteilte Zustimmung im Rahmen des immissionsschutzrechtlichen Verfahrens fanden unterdessen die Bauvorhaben des Zementwerks. Wie berichtet will das Unternehmen in den kommenden Jahren 58 Millionen Euro in verschiedene Anlagen – insbesondere zur Verstromung der Ofenabwärme und in den Bau einer SCR-Entstickungsanlage – investieren. Zudem soll der Anteil von Sekundärbrennstoffen auf 100 Prozent der Gesamtfeuerungswärmeleistung der bestehenden Drehrohrofenanlage erhöht werden.
Nicht in Frage kommt derzeit die Verpachtung gemeindlicher Grundstücke für mit Rapsöl betriebene Blockheizkraftwerke. Im Rathaus, führte Bürgermeister Christian Praxl dazu aus, seien entsprechende Anfragen eingegangen: Über einen Zeitraum von 20 Jahren sollten unweit von Einspeisepunkten Container (benötigte Stellplatzfläche 60 Quadratmeter) mit einer Einspeiseleistung von 150 kW gegen eine Monatsmiete von 1000 Euro brutto aufgestellt werden. Jedoch stießen sowohl die lange Vertragslaufzeit als auch der angegebene Wirkungsgrad auf Skepsis. Auch dürften derartige Anlagen wohl nur in Gewerbegebieten betrieben werden.
Keine Veränderungen sind an der Urnenwand in Thansau vorgesehen. Zwar wünschen sich dort manche Hinterbliebene eine Abstellmöglichkeit für Kerzen oder Blumenschmuck. Fotos mit Anschauungsbeispielen aus anderen Gemeinden überzeugten den Gemeinderat jedoch nicht. Lediglich im Winkel der Wandfelder sei ein Bord für eine Totenleuchte denkbar. Für die individuelle Gestaltung stünden jedoch Urnengrabfelder zur Verfügung.
Eine Reihe von Bekanntgaben bildete den Abschluss der öffentlichen Sitzung: So soll der Ausbau der DSL-Breitbandversorgung für den Ortsteil Thansau noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Prüfung der Grabsteine auf den Friedhöfen im Gemeindegebiet durch einen Sachverständigen ist mittlerweile beendet; sämtliche Mängel – die Beanstandungsquote lag bei rund vier Prozent – seien bereits behoben. Zudem wurde am Bauhof der Salzsilo, der sich etwas geneigt hatte, wieder ins Lot gebracht.
August 2010


Viele Temposünden in Lauterbach
Praxl: Hohes Verkehrsaufkommen spricht für Nordumfahrung

Rohrdorf (pil)– Seit Jahresbeginn nimmt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland an bislang zwölf übers Rohrdorfer Gemeindegebiet verteilten Stationen regelmäßig Geschwindigkeitskontrollen vor. Nach einwöchigen Testphasen an drei weiteren Standorten soll sich nun die Liste der Messpunkte verlängern. Binnen sieben Tagen passierten beispielsweise 16.000 Fahrzeuge den Sensor an der Simsseestraße in Lauterbach, die dort einige hundert Meter lang innerorts verläuft; beinahe die Hälfte davon war schneller als erlaubt unterwegs.
Reger Verkehr wurde mit 12.800 Kfz auch in der Bahnhofstraße (ortseinwärts) registriert. Die Beanstandungsquote lag hier zwar lediglich bei fünf Prozent. Doch demonstriere das hohe Verkehrsaufkommen auf diesen Strecken nach Ansicht von Bürgermeister Christian Praxl die Notwendigkeit einer Nordumfahrung für Rohrdorf.
Ein Plus von einigen Tausend Euro wirft die finanzielle Zwischenbilanz für das erste halbe Jahr Verkehrsüberwachung aus. Die Kosten für die Gemeinde ergeben sich dabei aus einem festen Satz pro Einsatzstunde und einer Fallbearbeitungsgebühr; die Bußgelder selbst fließen ohne Abzug an die Kommune. Doch solle die Verkehrsüberwachung in erster Linie einen erzieherischen Effekt haben und „nicht dazu dienen, die Gemeindekasse zu füllen“.


In die sprichwörtlichen Riemen mussten sie sich zwar nicht legen, trotzdem wurde es den Teilnehmern beim Schnupper-Rudern im Rahmen des Rohrdorfer Ferienprogramms nicht nur der hochsommerlichen Temperaturen wegen ordentlich warm. Denn neben dem Einstieg in die leuchtend blauen Übungsboote wollte auch die Handhabung der Skulls gelernt sein. Anders als beim Riemenrudern hält der Sportler beim Skullen zwei Ruder, in jeder Hand eines.
Nach einer gründlichen Einweisung durch Betreuer des Rudersport-Clubs Rosenheim konnten die Mädchen und Buben schließlich sogar einige Runden im Renn-Einer, einem Skiff, auf dem Thansauer Badesee drehen.
Foto: Pilger




Ein einfache Rechnung: Autobahn + Grünbrücke = Lebensqualität. Mit großformatigen Transparenten wirbt die „Bürgerinitiative A8 Achenmühle – Rohrdorf“ für einen nachhaltigen und für Mensch und Natur möglichst verträglichen Autobahnausbau. Foto: Pilger

Bürgerinitiative gibt weiterhin Vollgas
Autobahnausbau: Grünbrücke noch nicht aus dem Rennen

Wenngleich das Thema in den vergangenen Monaten etwas aus dem Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt ist, widmet sich die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle“ mit unvermindertem Engagement den Planungen für den Ausbau der Salzburger Autobahn. „Recht mühevoll“, erklärt BI-Sprecher Josef Schmid, sei es in der jüngsten Sitzung der landkreisbezogenen Arbeitsgruppe gelungen, die Variante mit Einhausung beziehungsweise Grünbrücke zumindest in abgespeckter Fassung im Rennen zu halten.
Ein hohes Maß an Arbeit und Konzentration verlange aber auch die Auseinandersetzung mit dem Kriterienkatalog für das Bewertungsverfahren: Sämtliche noch zur Debatte stehenden Trassen sollen hinsichtlich verschiedener Gesichtspunkte wie Ortsentwicklung, Lebens- und Wirtschaftsraum, Natur- und Landschaftsschutz, Bautechnik/ Baubetrieb sowie Kosten und Wirtschaftlichkeit verglichen werden. Für den 60-seitigen Entwurf der Autobahndirektion wurden allein auf 20 Seiten Änderungsvorschläge seitens der BI erarbeitet, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die Gewichtung der insgesamt etwa 40 Bewertungskriterien durch die Arbeitsgruppe sei für September vorgesehen.
Im Interesse der nachfolgenden Generationen fordert die Vereinigung den Autobahnausbau mit Grünbrücken. Das erste großformatige Banner im Ortsbereich Achenmühle wurde allerdings von Unbekannten aus der Stützkonstruktion gerissen und beschädigt. Jetzt steht an anderer Stelle ein „Nachfolger“, wobei von Beginn an sämtliche Standorte mit den jeweiligen Grundstückseigentümern beziehungsweise -pächtern sowie mit der Gemeindeverwaltung abgestimmt worden seien, wie Schmid ausdrücklich betont.
pil
Juli 2010




58 Millionen für den Umweltschutz
Zementwerk Rohrdorf: Stromerzeugung aus Ofenabwärme

Rohrdorf (pil)– Aus aktuellem Anlass waren die Rohrdorfer Gemeinderäte für ihre letzte Sitzung vor der Sommerpause ins Zementwerk umgezogen: Heinrich Rodlmayr, Mitglied der Geschäftsleitung und für den Bereich Technik verantwortlich, informierte dort insbesondere über anstehende Investitionen, für die das Unternehmen unterm Strich einen Kostenrahmen von 58 Millionen Euro budgetiert hat. Lag der Schwerpunkt der vergangenen Jahre auf der Verringerung der Staubemissionen, geht es nun vorrangig darum, aus der Ofenabwärme Strom zu erzeugen.
Im Rohrdorfer Zementwerk stehen umfangreiche Investitionen an. Den Satellitenkühler wird es nach dem Umbau nicht mehr geben; er wird durch einen neuen Rostkühler ersetzt. Foto: Pilger
Mit den drei neuen Großprojekten folgt das Unternehmen nicht nur nicht dem allgemeinen Trend; schließlich „herrscht in der Zementindustrie seit 15 Jahren Wirtschaftskrise“, hatte Geschäftsführer Mike Edelmann eingangs die Situation in der Branche umrissen, sodass kaum mehr investiert werde. Mit zwei der Vorhaben, nämlich dem Bau eines Abhitzekraftwerks (Verstromungsanlage) und der Errichtung einer SCR-Entstickungsanlage in Reingasschaltung, übernimmt der Baustoffproduzent zudem eine Vorreiterrolle in Europa beziehungsweise in Deutschland; entsprechend fließen für diese beiden Einrichtungen Fördermittel vom Bundesumweltministerium. Ergänzend dazu ist der Ersatz des bestehenden Satellitenkühlers durch einen Rostkühler am Drehrohrofen vorgesehen.
Wurde die Abwärme aus dem Brennprozess bislang nur zu etwa einem Drittel für die Trocknung des Rohmaterials genutzt, soll ab April 2012 auch der Rest der Hitze nicht mehr ungenutzt in der Luft verpuffen, sondern mittels einer Dampfturbine in elektrischen Strom umgewandelt werden. Rund ein Drittel des eigenen Strombedarfs könne das Zementwerk dank dieses in Europa einzigartigen Abhitzekraftwerks decken und seine Energiekosten auf diese Weise gewaltig reduzieren; darüber hinaus würde der jährliche Kohlendioxid-Ausstoß um rund 31.500 Tonnen gemindert.
Eine deutliche Verbesserung des Umweltschutzes - auch im Hinblick auf die ab 2011 verbindlichen NEC (National Emission Ceilings)-Höchstwerte für Stickoxide und Ammoniak - verspricht man sich in Rohrdorf zudem von der SCR-Entstickungsanlage in Reingasschaltung, der deutschlandweit ersten Anlage dieser Bauart. Im Zuge der SCR, der Selectiven Catalytischen Reduktion, werden die Stickoxide in den Ofenabgasen durch Zugabe von Ammoniakwasser mithilfe eines Katalysators zu unschädlichem Stickstoff und Wasserdampf umgewandelt. Abfallstoffe entstünden dabei nicht. „Bei erfolgreichem Betrieb – von dem wir ausgehen - wird diese Anlage infolge ihrer ,Leuchtturmfunktion' beispielgebend für viele Zementwerke in Europa sein.“, ist Rodlmayr überzeugt.
In diesem Zusammenhang steht auch das dritte Vorhaben, das ebenfalls bereits im kommenden März abgeschlossen sein soll: Die Montage eines Rostkühlers am Drehrohrofen anstelle des jetzigen Satellitenkühlers soll nicht nur für eine bessere Qualität des Klinkers sorgen. Der 1300 Grad heiße Klinker fällt künftig auf eine bewegliche Rostfläche und wird durch das Einblasen kalter Luft auf eine Temperatur von etwa 100 Grad abgekühlt. Die so erhitzte Luft wird zum überwiegenden Teil in den Drehrohrofen geleitet; ein kleinerer Teil gelangt über zwei Wärmetauscher und eine neue Entstaubungsanlage in einen Abluftkamin. Die rückgewonnene thermische Energie wird der Entstickungsanlage beziehungsweise dem Verstromungssystem zugeführt.
Ergänzend verwies Rodlmayr in seinem Vortrag auf Investitionen der vergangenen Jahre. So hätten neue Filteranlagen in Zement- und Kohlemühlen sowie beim Drehrohrofen den Staubgehalt der Abluft bei einem Grenzwert von 10 Milligramm pro Normkubikmeter (mg/Nm3) auf weniger als 2 mg/Nm3 gesenkt. Und dank einer Lkw-Reifenwaschanlage im Werk wird auf der Zufahrtsstraße nunmehr deutlich weniger Staub aufgewirbelt.
Juli 2010


Für Haiti bis nach Hamburg gelaufen
Rohrdorfer Schüler legen sich bei Benefiztag mächtig ins Zeug
zum Bericht...


Schnappschüsse im Seniorenheim
Haus "St. Anna" lädt zu Fotoausstellung ein
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Volles Programm vor der Sommerpause
Gemeinderat: Kindergarten, Schülerbeförderung, Flächennutzungsplan, Aventura, Zuschussantrag

Rohrdorf (pil) – Nach längerer Wartezeit steht der Abriss des Thansauer Kindergartens nun unmittelbar bevor; denn mit der Vergabe der Abbrucharbeiten sowie einer Reihe von Gewerken für den Neubau hat der Gemeinderat endgültig die letzten Tage des 35 Jahre alten Flachdachbaus an der Wacholderstraße eingeläutet. Mehrere Eltern hatten unterdessen den ausbleibenden Informationsfluss von Seiten der Gemeinde bemängelt: Bereits im April waren Krippen- und Kindergartenzwergerl in die Container umgezogen. Allerdings brachte das Genehmigungsverfahren Verzögerungen mit sich, die den Ablauf zeitlich nach hinten verschoben haben. So konnte die Submission der Angebote erst Ende Juni vorgenommen werden. Den angepeilten Fertigstellungstermin Ende Juli 2011 sieht Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl aber nicht in Gefahr. Und mit den nunmehr vergebenen Leistungen von insgesamt etwa 1,8 Millionen Euro liege man gut innerhalb der Kostenschätzung des Architekten.
Ein weiteres Thema bei der Sitzung, die einer Tradition folgend diesmal wieder im Zementwerk abgehalten wurde, bildete die Beförderung der Schüler aus Weilern, welche der reguläre Schulbus nicht anfahren kann. Jetzt lagen die Ergebnisse der vor einigen Wochen angekündigten Bedarfserhebung auf dem Tisch; demnach muss die Gemeinde ab Herbst für den Transport von 15 Kindern sorgen, die entweder mehr als zwei Kilometer von der Schule entfernt wohnen oder deren Schulweg von der Polizei als gefährlich eingestuft wurde. Zu diesem Zweck werden fürs kommende Schuljahr zwei Kleinbusse (Neunsitzer) geleast; zudem wird ein weiterer Fahrer auf 400 Euro-Basis gesucht. Bislang ist für die Fahrten leihweise der Bus des Sozialwerks auf Achse.
Mit der Billigung des Vorentwurfs und dem Startschuss für Behördenbeteiligung und Bürgeranhörung hat der Gemeinderat - nach den ortsteilbezogenen Informationsabenden und einer anschließenden Klausursitzung – den neuen Flächennutzungsplan ins Verfahren geschickt. Bei einer Sondersitzung – voraussichtlich im September - werden dann die Anträge der Bürger im Einzelnen behandelt. Aber auch in dem gegen drei Stimmen verabschiedeten Entwurf hat die frühzeitige Bürgerbeteiligung bereits Niederschlag gefunden: Angesichts einer Unterschriftenaktion mit 150 Unterzeichnern wurde auf die Option verzichtet, den Höhenmooser Sportplatz auszulagern. Dagegen beinhaltet der Plan weiterhin die umstrittene Erweiterung des Dorfes nach Norden hin.
Von rechts eine Zufahrt, von links eine Zufahrt, in der Mitte aber keine Brücke mehr. Jetzt wird eine Alternative gesucht, damit die Waldbauern ihre Grundstücke wieder erreichen können. Foto: pil
An ihrem selbstverordneten Sparkurs bei der Vereinsförderung hält die Gemeinde auch in Sachen Rudersport-Club Rosenheim fest. Der Verein hatte im Rathaus um finanzielle Unterstützung für den Bau des geplanten Bootshauses an der Ahornstraße ersucht. Für den Beschlussvorschlag der Verwaltung, welcher ein zinsloses Darlehen von 5000 Euro über eine Laufzeit von zehn Jahren mit einer Tilgung von 500 Euro jährlich vorsah, konnten sich allerdings nur acht der 20 Räte erwärmen.
Für Kopfzerbrechen sorgt unterdessen der Abbruch der Brücke über die Rohrdorfer Achen zwischen Achenmühle und Heiglmühle. Jahrelang waren die Waldbauern über Privatgrund zu ihren oberhalb der Kreisstraße gelegenen Forsten gelangt. Vor einiger Zeit jedoch hat der Grundstückseigentümer die Brücke und damit die einzige Zufahrtsmöglichkeit abgerissen. Die Pläne der Gemeinde, stattdessen wenige Meter entfernt auf gemeindlichem Boden eine neue Brücke zu bauen, wurden angesichts von Kosten in Höhe von 77.000 Euro wieder verworfen. Eine Furt jedoch ist an dieser Stelle nicht möglich. Nun soll die Verwaltung nach Alternativen für eine praktikable und kostengünstige Überquerung des Baches suchen.
Dagegen bereitet das rote X, das in den kommenden zwei Jahren an der Inntalautobahn entstehen soll, der Mehrheit des Rohrdorfer Gemeinderats offenkundig keine Probleme. Argumente wie „Das ist für Rohrdorf ohne großen Belang.“ und „Wenn nicht in Kiefersfelden, dann wird es eben auf der anderen Seite des Inn, in Tirol, gebaut.“, wurden unter anderem bei der kurzen Diskussion ins Feld geführt. Mit 14:6 fiel das Votum – quer durch die Fraktionen – schließlich recht deutlich zugunsten des geplanten Einkaufs- und Erlebniszentrums „Aventura Kiefersfelden“ aus. Im Kreise der Stadt-Umland-Gemeinden steht Rohrdorf mit seiner Haltung zu dem Millionenprojekt der Kufsteiner Firma Unterberger recht alleine da. Nicht nur Rosenheim und Raubling beurteilen das Vorhaben mehr als kritisch; so haben sich zuletzt unter anderem auch Stephanskirchen und Großkarolinenfeld im Rahmen des Raumordnungsverfahrens einer gemeinsamen, ablehnenden Stellungnahme des Stadt-Umland-Bereichs angeschlossen.
Juli 2010


Schülertransport stellt Rohrdorf vor neue Aufgabe
Gemeinderat spricht sich für genaue Bedarfsermittlung aus

Rohrdorf (pil) – Die Beförderung der Schulkinder aus den Außenbereichen, in denen für den regulären Schulbus keine Zufahrts- beziehungsweise Wendemöglichkeit besteht, stellt die Gemeinde Rohrdorf vor neue Aufgaben. Derzeit werden die Mädchen und Buben aus Weilern wie Hetzenbichl oder Speckbach morgens im Kleinbus des Sozialwerks ins Turner Hölzl gebracht und mittags (je nach Unterrichtsende zu zwei unterschiedlichen Zeiten) wieder retour. Rund 80 Kilometer legt der Fahrer dabei täglich zurück. Allerdings wird der Achtsitzer im kommenden Schuljahr nicht mehr ausreichen, da ab Herbst wesentlich mehr Kinder aus diesen Ortsteilen in die Schule gehen werden.
Zwischen 25.000 und 50.000 Euro pro Jahr rangieren die Angebote verschiedener Unternehmen, die die Verwaltung jetzt eingeholt hat - beispielsweise für zwei Achtsitzer beziehungsweise einen 19-Sitzer (inklusive Fahrer). Zum Vergleich: Für den großen Schulbus zahlt die Gemeinde jährlich rund 70.000 Euro.
Vor einer Entscheidung des Gemeinderats, wie der Schülertransport künftig gelöst wird, will man jedoch den genauen Bedarf ermitteln. Gemeinsam mit der Polizei soll geprüft werden, in welchen Fällen ein Anspruch auf Beförderung überhaupt gegeben ist, beziehungsweise wo es zumutbar ist, die Kinder bis zur nächsten Haltestelle gehen zu lassen. Gemäß der „Verordnung über die Schülerbeförderung“ ist die Kommune in der Pflicht, sobald der Schulweg für Grundschüler länger als zwei Kilometer ist. Bei besonders beschwerlichen oder gefährlichen Wegen, heißt es dort weiter, kann eine Notwendigkeit auch bei geringeren Entfernungen anerkannt werden.
In einem engagierten Kurzreferat informierte die Behindertenbeauftragte der Gemeinde, Marianne Keuschnig, über Inhalt und Zielsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention, die im vergangenen Jahr auch in Deutschland in Kraft getreten ist. Erstmals sei damit ein Völkerrechtsdokument verfasst und ratifiziert worden, welches die vollständige Inklusion behinderter Menschen fordert; den Betroffenen über den Begriff der Integration hinausgehend also das Recht zuschreibt, in vollem Umfang an der Gesellschaft teilzuhaben. Dies umfasse neben dem Anspruch auf Bildung und Arbeit insbesondere das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben, mahnte sie ein Umdenken in der Bevölkerung an.
In der Gemeinde Rohrdorf, wo 406 Menschen – rund acht Prozent der Einwohner - einen Behindertenausweis besitzen, sei manchen Aspekten zwar bereits Rechnung getragen, verwies sie auf die Petö-Klassen, den Integrationskindergarten in Achenmühle und den barrierefreien Zugang zum Rathaus. „Aber das reicht noch nicht“. Nach wie vor machten Stufen oder Miniaturschriften auf Hinweisschildern Behinderten das Leben schwer, fehlten geeignete Arbeitsplätze. Als weiterer Beitrag Rohrdorfs zur Inklusion ist für Keuschnig beispielsweise die Einrichtung einer Wohngruppe für Behinderte denkbar.
Eine Debatte entspann sich um die Jahresrechnung 2009, die dem Gremium nach der Prüfung im Ausschuss nun zur Feststellung vorlag. Der Bürgerblock kritisierte die Informationspolitik des ersten Bürgermeisters bezüglich einer Vertragsangelegenheit – Christian Praxl ist derzeit erkrankt und wurde von Vize Joachim Wiesböck vertreten – und verweigerte geschlossen die Entlastung. Wiesböck indes betonte, dass der Rechnungsprüfungsausschuss sämtliche gewünschten Unterlagen erhalten habe. Der umstrittene Punkt sei, wenn überhaupt, zudem erst für die kommende Jahresrechnung von Belang.
Für Unverständnis bei manchen Eltern sorgt der Stillstand beim Kindergarten. Nun seien die Kinder zwar in die Container gezogen, jedoch lasse der Abriss auf sich warten, hatte ein Thansauer moniert. Die Ausschreibung für die Abbrucharbeiten laufe, hieß es dazu von Verwaltungsseite. „Wir sind nicht in Verzug.“, ergänzte Wiesböck.
Bewegung kommt dagegen augenscheinlich in den Ausbau der Breitbandversorgung für Thansau: Die Regierung von Oberbayern hat nun den Förderungsbescheid erlassen, demzufolge die Gemeinde 44.100 Euro Zuschuss erhält. Ein Vertrag mit der Telekom sei bereits abgeschlossen; so könnten die Thansauer, je nach Standort, in absehbarer Zukunft mit einer Versorgungsrate zwischen 6.000 und 16.000 kBit pro Sekunde rechnen.
In einem zweiten Anlauf will das Gremium die Sanierung des Thansauer Feuerwehrhauses in Angriff nehmen und brachte erneut die Ausschreibung auf den Weg. Das letztjährige Verfahren war mangels Angeboten aufgehoben worden.
Mai 2010


Ortskerne schaffen, Grünzüge vernetzen
Informationsabende zum neuen Flächennutzungsplan der Gemeinde Rohrdorf

Rohrdorf (pil) – Nach 32 Jahren und 46 Änderungsverfahren ist es für Rohrdorf an der Zeit, die künftige Entwicklung im Gemeindegebiet mit seinen fünf Hauptorten Rohrdorf, Thansau, Lauterbach, Achenmühle und Höhenmoos sowie den zahlreichen Weilern in ein neues Rahmenwerk zu gießen. Noch vor dem offiziellen Startschuss für die Aufstellung des neuen Flächennutzungsplans (FNP) samt integriertem Landschaftsplan bot sich den Bürgern nun die Gelegenheit, den Konzeptentwurf unter die Lupe zu nehmen, ihre Meinung zu äußern sowie Einwände oder Verbesserungsvorschläge zu Protokoll zu geben.
Den Aufstellungsbeschluss hatte der Gemeinderat vor eineinhalb Jahren gefasst. Gemeinsam mit dem Frasdorfer Planungsbüro Wüstinger und dem Landschaftsarchitekten Rupert Schelle (Bad Endorf) wurde dann in einer Reihe von Arbeitskreissitzungen ein Entwurf erarbeitet, der jetzt bei vier, jeweils ortsteilbezogenen Informationsabenden vorgestellt wurde. Bei den Neuerungen, betonte Bürgermeister Christian Praxl wiederholt, handele es sich zunächst um Vorschläge; zudem habe man bislang weder mit Grundstückseigentümern noch mit Behörden Gespräche geführt.
Als vorbereitender Bauleitplan stellt der FNP die städtebaulichen Weichen für die kommenden zehn bis 15 Jahre. Die beabsichtigte Bodennutzung (Wohnen, Gewerbe, Verkehr, Landwirtschaft etc.) wird dabei lediglich flächenhaft und nicht parzellenscharf abgebildet; konkretes Baurecht ergibt sich jeweils erst aus dem Bebauungsplan.
Neben der Stärkung und der Vernetzung überregionaler, regionaler und örtlicher Grünstrukturen von Filze, Inn- und Achental und Samerberg weisen die Entwürfe mögliche Wege einer geordneten Erweiterung beziehungsweise Verdichtung der Bebauung in den einzelnen Ortsteilen und Weilern auf. Hangbereiche sollen möglichst unbebaut bleiben, begrünte Ortsränder als Übergang zur freien Landschaft gestaltet, die für Rohrdorf charakteristischen Obstanbauflächen nach Möglichkeit erhalten und Ortskerne gestärkt beziehungsweise geschaffen werden. Ebenso wurde in den Planungsvorschlag der Ausbau der Autobahn – im Bereich Achenmühle etwa mit einer begrünten Einhausung – eingearbeitet.
Im Zuge des Aufstellungsverfahren waren gemeinsam mit Vertretern der Regierung von Oberbayern außerdem die bislang ausschließlich als landwirtschaftliche Flächen ausgewiesenen Weiler in Augenschein genommen worden: Schaurain und Immelberg könnten demnach ebenso wie Ranhartstetten zum Dorfgebiet „hinaufgestuft“ werden, da die vorhandene Bebauung mittlerweile einen Innenbereich schaffe. In den anderen Weilern wie zum Beispiel Apfelkam sei dies aber nicht der Fall. Sie behalten den Status Außenbereich, womit die Ausweisung neuer Bauflächen ausscheide.
Zum Teil auf Unverständnis stießen einige Punkte im Bereich Höhenmoos: Kritik wurde hier sowohl wegen der angepeilten Ausweitung des Dorfgebiets mit einem Wohngebiet nördlich der Kreisstraße laut, als auch wegen der Option, den Sportplatz auszulagern. Selbst Paul Unterseher senior - er war 1978 als Bürgermeister von Höhenmoos an der Aufstellung des noch gültigen Plans beteiligt gewesen – schaltete sich in die Debatte ein. Jedoch, gab Bürgermeister Praxl zu Bedenken, müsse man auch für die Jüngeren die Möglichkeit schaffen, in Höhenmoos zu bleiben, zu wohnen – und zu bauen.
Das größte Entwicklungspotenzial für den Ortsteil Rohrdorf sieht Wüstingers Entwurf im Zentrum; hier könne mit einer entsprechenden Bebauung ein lebendiges Ortsbild geschaffen werden. Kopfzerbrechen bereitet allerdings die Suche nach Gewerbeflächen, beispielsweise für ortsansässige Handwerksbetriebe. So stieß das am südlichen Ortseingang anvisierte Areal bei mehreren Zuhörern auf harsche Kritik. Dagegen sei ein Gewerbegebiet nahe des Bauhofes nur mit einer – ebenso wenig unumstrittenen - Nordumfahrung möglich. Zuhörer brachten in diesem Zusammenhang eine Erweiterung des durch Autobahn, Kreis- und Staatsstraße begrenzten Ortes Richtung Westen – über die Umgehungsstraße – ins Spiel.
Thansau hingegen ist mit Gewerbeflächen reichlich ausgestattet. Was der zergliederten Ortschaft allerdings komplett fehlt, ist ein Zentrum. Mit der Bebauung von bislang als Wiese genutzten Arealen könnten nach Vorstellung der Planer die einzelnen Siedlungen langfristig zu einem „kompakten Gebilde“ zusammenwachsen. Die als Wohngebiet vorgeschlagenen Flächen westlich der Staatsstraße stießen angesichts der Erschließung jedoch auf Skepsis bei den Zuhörern; zugleich wurde angeregt, den Bereich zwischen Finkenstraße und Altenheim als Entwicklungsgebiet für eine Ortsmitte in Betracht zu ziehen.
Sämtliche Einwände und Anregungen aus der vorgezogenen Bürgerbeteiligung sollen nun bei der Ausarbeitung des Vorentwurfs bedacht werden, erläuterte Praxl das weitere Procedere. Dann haben neben Behörden und Trägern öffentlicher Belange die Bürger erneut das Wort. Nach der Abwägung dieser Einwände und dem Billigungsbeschluss folgt die öffentliche Auslegung. Sind danach keine wesentlichen Änderungen des Planentwurfs samt erneuter Auslegung erforderlich, kann der Feststellungsbeschluss gefasst werden; im letzten Schritt muss der FNP schließlich von der Regierung von Oberbayern genehmigt werden.
Juni 2010




Mit von Regina Demmel gestalteten Transparenten unterstreicht die Bürgerinitiative ihre Forderung nach Einhausung der A8 nun auch optisch. Foto: Pilger

"Wir wollen keine Standardlösung"
Bürgerinitiative pocht unvermindert auf umfassenden Lärmschutz

Mit Transparenten an wechselnden Standorten im Gemeindegebiet verleiht die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf–Achenmühle“ ihren Forderungen nach einem umfassenden Lärmschutz und dem Erhalt des Landschaftsbildes weiter Nachdruck. „Wir wollen keine Standardlösungen.“, bekräftigt der Vorstand der Gruppierung, die gut ein Jahr nach ihrer Gründung rund 90 Unterstützer in ihrer Mitgliederkartei verzeichnet.
Gerade der „Rahmen der gesetzlichen Vorgaben“ hinsichtlich Lärm- und Umweltschutz, auf den Bundesverkehrsminister Dr. Peter Ramsauer in einem Schreiben an die Rohrdorfer verweist, laufe dem Grundgedanken einer ergebnisoffenen Diskussion im Planungsdialog zwischen Bürgervertretungen und planenden Behörden zuwider. Zunächst gelte es, gemeinsam auf die örtlichen Gegebenheiten angepasste Schutzziele zu erarbeiten; deren bauliche Umsetzung "sehen wir als zweiten Schritt", heißt es dazu in der Stellungnahme der Interessensvereinigung. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen jedenfalls erachten die Autobahnanrainer als „für einen zukunftsorientierten Schutz des Rohrdorfer Gemeindegebietes keinesfalls ausreichend.“ Ein adäquater Schutz der betroffenen Bürger ist nach Auffassung der Bürgerinitiative nur durch eine „bislang nicht praktizierte, innovative bauliche Umsetzung der Schutzzielanforderungen zu erreichen“.
So setzt die Variante für den geplanten sechsspurigen Ausbau (plus zwei Standstreifen), die die Gruppierung gemeinsam mit der Gemeinde bei der Autobahndirektion Süd eingereicht hat, unter anderem auf Grünbrücken im Bereich des Hochstrasser Sees, auf Höhe des Ortsteils Rohrdorf und im Abschnitt Achenmühle. Damit könnten zudem bestehende Grünflächen dies- und jenseits der Autobahn miteinander verbunden werden. Für einige Passagen entlang der Verkehrsader sieht der Entwurf, den BI-Vorsitzender Josef Schmid bei der Jahreshauptversammlung vorstellte, deutliche Absenkungen der Fahrbahn vor.
Diese Vorschläge um den Autobahnausbau mit Einhausungen, den erforderlichen Lärmschutzwänden und Wällen sollen auch in den neuen Flächennutzungsplan eingearbeitet werden, ergänzte Bürgermeister Christian Praxl bei der Veranstaltung im Dorfhaus in Achenmühle. Ob allerdings alle Anlieger bereit seien, die für einen umfassenden Lärmschutz erforderlichen Flächen bereitzustellen, sei fraglich.
In seinem Rückblick ging Schmid unter anderem auf den Besuch des Verkehrsausschusses im Bundestag unter dem Vorsitz von Dr. Klaus Lippold ein. Bei dem Ortstermin im höher gelegenen Weiler Taffenreuth hatten sich die Politiker im Sommer ein Bild von der besonderen Situation in Achenmühle und vor allem von der permanenten Lärmbelastung gemacht. Das Thema Grünbrücken, so Schmids Hoffnung, könnte dadurch auch auf politischer Ebene neuen Rückenwind bekommen haben.
pil
April 2010




Chiemgauer fürs Sozialwerk
Rohrdorfer Pflegedienst erschließt neue Spendenquelle

Rohrdorf (pil) – Ohne Spenden, dies zeigte der Kassenbericht von Peter Holzner, könnte das Sozialwerk Rohrdorf auch nach Anhebung der Pflegesätze seinem Leitsatz „Daheim in guten Händen“ bei weitem nicht in der gewohnten Form gerecht werden. Durch den Eintrag in die Liste der Förderprojekte beim „Chiemgauer“ hat sich der ambulante Pflegedienst nun eine weitere Quelle erschlossen. Einzelheiten über die „Parallelwährung zum Euro mit sozialem Aspekt“, über das Procedere beim 1:1-Umtausch und die Zahlungswege präsentierte Matthias Leippe bei der Jahreshauptversammlung im Hotel zur Post.
Mehr als „nur“ Geld: Die 3000-Euro-Spende des „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“, welche Vorsitzende Kathi Schmid (links) und Kassierin Heidi Schmid (rechts) überreichten, ist für die Sozialwerks-Vorsitzende Gudrun Lohmann zugleich von „hohem ideellen Wert“. Foto: Pilger
Auch im 36. Jahr seines Bestehens herrschte bei den Schwestern des Sozialwerks alles andere als Beschäftigungsmangel. So versorgte das Team von Pflegedienstleiterin Gabriele Prankl im abgelaufenen Jahr 81 Patienten im gesamten Gemeindebereich und leistete dabei 8427 Pflegestunden; und wieder legten die zwölf Mitarbeiterinnen unterm Strich mehr als 40.000 Kilometer an Dienstfahrten zurück. Darüber hinaus wurden bei 73 Personen Pflegeberatungsgespräche geführt. Ergänzend zu ihrer Tätigkeit nahmen die Krankenschwestern und Pflegerinnen außerdem an Fort- und Weiterbildungen teil.
Für die nahe Zukunft strebt das Sozialwerk eine enge Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim „St. Anna“ bei der Betreuung von Demenzkranken an. Ebenso soll die ambulante Versorgung in diesem Bereich ausgeweitet werden. In diesem Zusammenhang werden dringend ehrenamtliche Kräfte gesucht, die nach entsprechender Schulung und gegen eine Aufwandsentschädigung die zeitweise Betreuung dementer Mitbürger übernehmen und so den pflegenden Angehörigen etwas Freiraum verschaffen. Finanziell wird das Sozialwerk – neben den Pflegeeinnahmen, Mitgliedsbeiträgen und einem gemeindlichen Zuschuss – insbesondere durch Spenden von Privatpersonen, Unternehmen und Vereinen getragen. Als „tollen Start ins neue Jahr“ würdigte Vorsitzende Gudrun Lohmann beispielsweise das traditionelle Benefizkonzert von Mitgliedern der Musikkapelle am Dreikönigstag. Und auch der „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“ will mit seiner Spende in Höhe von 3000 Euro ein „Zeichen der Wertschätzung“ setzen, wie Vorsitzende Kathi Schmid betonte: „Das Sozialwerk ist aus dem dörflichen Leben nicht mehr wegzudenken.“
Mit leichter Sorge beobachtet Lohmann allerdings die rückläufige Entwicklung der Mitgliederzahl: Lag diese in der Vergangenheit regelmäßig bei rund 500, ist sie inzwischen auf 475 geschrumpft. Dabei könnten Mitgliedsanträge, warb Lohmann für den nagelneuen Internetauftritt des Pflegedienstes, nun auch ganz problemlos über die Website www.sozialwerk-rohrdorf.de heruntergeladen werden.
April 2010

Der Chiemgauer in Kurzform

Mit vier Millionen Euro Jahresumsatz, einer Umlaufmenge von rund 450.000 Chiemgauern und mehr als 600 angeschlossenen Unternehmen in der Stadt sowie in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein stellt der Chiemgauer – er wurde 2003 im Rahmen eines Schülerprojekts aus der Taufe gehoben - mittlerweile das umfangreichste Regionalwährungssystem Deutschlands dar; die Möglichkeit zum bargeldlosen Einkauf per Geldkarte inklusive. Der Umlaufimpuls – das „Verfallsdatum“ der Gutscheine muss quartalsweise gegen eine Gebühr von zwei Prozent des Nennwerts verlängert werden – soll regionale Wirtschaftskreisläufe ankurbeln und damit Arbeitsplätze sichern. Möchten Unternehmer Chiemgauer in Euro zurücktauschen, wird der Regionalbeitrag fällig.
Die Förderung von gemeinnützigen Einrichtungen seiner Wahl kostet den Verbraucher indes keinen Pfennig. Diese übernehmen letztlich die angeschlossenen Betriebe, die hierfür drei Prozent der Kaufsumme jedes Kunden „abführen“. Insgesamt 36.000 Chiemgauer wurden auf diese Weise im vergangenen Jahr für soziale Zwecke in Rosenheim und Umgebung verteilt; und alles in allem hat der Chiemgauer bislang knapp 120.000 Euro für gute Zwecke erwirtschaftet.
Je mehr Mitglieder für den Einkauf mit Chiemgauern motiviert werden, rührte Matthias Leippe die Werbetrommel für die „Parallelwährung“, umso mehr Geld fließe letztlich an Einrichtungen wie das Sozialwerk Rohrdorf. pil



Vorarbeiten für Kirchturm gehen weiter
Pfarrer Doll: Zuschussantrag wird wieder gestellt
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Einstimmig: Haushalt ohne Kirchturm-Zuschuss
Gemeinderat erlässt Veränderungssperre für Rohrdorfer Ortskern

Rohrdorf (pil) – Mit einem im Vergleich zum Vorjahr um knapp zweieinhalb Millionen Euro verminderten Haushaltsvolumen wirtschaftet die Gemeinde Rohrdorf im Jahr 2010. Da der einzige Knackpunkt, der sich im Vorfeld abgezeichnet hatte – nämlich der Zuschuss zum Neubau eines Kirchturms in Thansau – nicht in dem 14,4-Millionen-Etat vorgesehen ist, stimmte der Gemeinderat dem Zahlenwerk (rund 11,1 Millionen im Verwaltungs- und 3,3 Millionen im Vermögenshaushalt) ohne Diskussion und geschlossen zu. Die Investitionen werden in erster Linie vom Bau des neuen Kinderhauses in Thansau bestimmt, das wohl zum größten Teil über einen Zwei-Millionen-Euro-Kredit finanziert werden muss.
Trotz der gewaltigen Einbrüche bei der Gewerbesteuer im vergangenen Jahr – nur 1,5 Millionen Euro sind letztlich in die Gemeindekasse geflossen, so wenig wie seit 20 Jahren nicht mehr; und die Reserven aus den vergangenen Jahren sind nunmehr aufgebraucht - sieht Kämmerer Peter Wagner die Finanzlage der Gemeinde „im grünen Bereich“. Die Gewerbesteuereinnahmen fürs laufende Jahr hat er mit 4,26 Millionen Euro angesetzt. Als weitere wesentliche Posten listete er Einkommensteueranteil (2,4 Millionen), Grundsteuer B (634.000) und Umsatzsteuerbeteiligung (483.000) auf. Die Hebesätze von Grund- und Gewerbesteuer, mit denen Rohrdorf landkreisweit am unteren Ende rangiert, bleiben indes unverändert; ebenso die moderaten Gebühren für Wasser und Abwasser.
Die Ausgabenseite des Etats, von Bürgermeister Christian Praxl als „solides Zahlenwerk“ gelobt, prägen neben dem Kindergartenbau (2,4 Millionen) insbesondere die Kreisumlage (vier Millionen), Personalkosten (1,5 Millionen) sowie die Gewerbesteuerumlage (eine Million). Für den Straßenbau stehen 330.000, für den Wasserleitungsbau knapp 200.000 Euro zur Verfügung.
Ungleich weiter gingen die Meinungen hinsichtlich der Veränderungssperre für den Ortskern Rohrdorf auseinander. Vor drei Jahren war die Aufstellung des Bebauungsplans RO 19 „Dorfplatz“ beschlossen worden; erste Planüberlegungen wurden jedoch nach Auskunft der Verwaltung insbesondere wegen ungeklärter Nutzungsfragen bei mehreren Grundstücken noch nicht als Vorentwurf umgesetzt. Nun liegt dem Bürgermeister zufolge ein Antrag auf Vorbescheid für eine „massive Bebauung“ im Ortskern vor. Um die Planungshoheit der Gemeinde zu sichern und den Bebauungsplan ohne zeitlichen Druck erarbeiten zu können, sprach sich die Ratsmehrheit bei fünf Gegenstimmen für den Erlass einer Veränderungssperre für zunächst zwei Jahre aus, die unter besonderen Umständen um maximal zwei weitere Jahre verlängert werden kann. Einige Vertreter des Bürgerblock kritisierten unterdessen den Erlass einer Veränderungssperre als „willkürlich“. Sie plädierten stattdessen für die Möglichkeit, das Gesuch gegebenenfalls auf dem Verwaltungsweg zwölf Monate zurückzustellen.
Als eines der zentralen Themen wird den Gemeinderat in den nächsten Monaten zweifellos der neue Flächennutzungsplan beschäftigen. Jetzt liegt ein erster Konzeptentwurf vor, der als Diskussionsgrundlage fürs weitere Vorgehen dienen soll. Mit ortsteilbezogenen Informationsveranstaltungen werden außerdem die Bürger frühzeitig in die Planungen einbezogen. Unverändert bleibt mit dem neuen Rahmenwerk die knapp 30 Jahre alte Regelung zum „Bauland für Einheimische“: Wird etwa durch einen Bebauungsplan neues Baurecht geschaffen, erwirbt die Gemeinde – nach Abzug des Eigenbedarfs des Grundstückseigentümers - die Hälfte der Grundstücke zu einem Vorzugspreis; die andere Hälfte geht in den freien Verkauf.
An die 150.000 Kubikmeter Trinkwasser bezieht Rohrdorf jährlich aus den drei Brunnen der Gewinnungsanlage Schaurain. Aufgrund geänderter gesetzlicher Bestimmungen seit der letzten wasserrechtlichen Erlaubnis von vor 20 Jahren müssen nun die Grenzen für das Wasserschutzgebiet Schaurain in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Rosenheim neu festgelegt werden. Zur Überprüfung beziehungsweise Ermittlung der Grundwasserströme sind dort zwei zusätzliche Messstellen erforderlich; den entsprechenden Auftrag vergab der Gemeinderat an ein Rosenheimer Fachbüro. Einstimmig sprach sich das Gremium auch für eine Verlängerung beziehungsweise für die Neugestaltung eines langfristigen Mietvertrags für die Montessorischule aus, die unter anderem die beiden Schulhäuser in Rohrdorf bezogen hat.
März 2010



Rundumschlag aus dem Bundesamt für Blödheit
Couplet-AG serviert bissige Satire zum Bürgerblock-Geburtstag

Eine große Portion Satire, mundgerecht zubereitet und dennoch nicht in jedem Fall leicht verdaulich, tischte die Couplet-AG zum 25jährigen Bestehen des Bürgerblock Rohrdorf (BR) auf. Pointiert, bisweilen auch unverblümt und recht derb, nahm die vierköpfige Musikkabarett-Gruppe aus München vor rund 400 Gästen die „Dummheit als Massenphänomen“ ebenso wie das Gebaren der Darsteller auf der landes- und bundespolitischen Bühne ins Visier.
Weder Union noch FDP, weder Freie Wähler noch SPD kamen im „Bundesamt für registrierte Blödheit“ ungeschoren davon. Und gewürzt mit viel Wiener Schmäh rechnete ein Kasperltheater - „Heißa Hypo Alpe Adria!“ - bitterböse mit dem Landesbank-Desaster ab, während sich das Bauern-Ehepaar Joseph und Hertha trotz der „Frau vom GPS“ hoffnungslos in fremden Gefilden verfranste.
Ein ums andere Mal stichelte das Quartett gegen das Absinken des Bildungsniveaus und hatte sogar schon die Lösung parat: „Ich wär so gern mal ohne Hirn“. Schließlich zettelten die Couplet-Arterhalter sogar noch eine rockige Revolution bei den Alten an, die unter dem Motto „An die Rollis“ vehement Front machten gegen Bevormundung und Entmündigung. Für beschaulichere Klänge im Turner Hölzl sorgte derweil das Rahmenprogramm der „Pasterkopf Musi“ aus Brannenburg.
Ganz ausdrücklich hatte BR-Vorsitzender Martin Fischbacher auf eine Rede verzichtet. Stattdessen beschränkte sich Rohrdorfs dritter Bürgermeister auf eine Grußadresse an Franz Warter, Gründer und Ehrenvorsitzender der Gruppierung, die seit 1990 ohne Unterbrechung die zweitstärkste Fraktion – derzeit mit sechs Sitzen - im Gemeinderat stellt. Gerechtigkeit und Gleichbehandlung aller Bürger anstelle von Parteibuchpolitik zählt Fischbacher zu den vornehmlichen Zielen des Bürgerblock, der zudem viermal einen Bürgermeisterkandidaten gestellt hat: Dreimal scheiterte Franz Warter am damaligen Amtsinhaber Fritz Tischner; bei den Kommunalwahlen im März 2008 setzte sich Christian Praxl gegen Martin Fischbacher durch.

Text/ Fotos: Pilger
März 2010



"Wir haben Raumbedarf für vier Klassen"
Montessorischule will expandieren - Präsentation im Gemeinderat

„Rush Hour“ in Rohrdorf. Zum Unterrichtsende geben sich die Busse in der Ortsmitte die Klinke in die Hand. Foto: Pilger
Rohrdorf (pil) – Pädagogischer Ansatz, Unterrichtsgestaltung, Organisation und die Planung für die kommenden Jahre standen im Mittelpunkt einer Präsentation, die Vertreter der Montessorischule bei der jüngsten Gemeinderatssitzung hielten. Von der Grundschule über die Hauptschule mit M-Zug bis zur Fachoberschule (FOS) – vom Abc-Schützen bis zum (Fach-)Abiturienten - reicht die Spanne an der staatlich genehmigten Privatschule, die 1996 mit 85 Kindern im Rohrdorfer Werkhof eingezogen ist und seither stetigen Zuwachs verzeichnet hat. Im Laufe der Jahre ist die Einrichtung auf derzeit 18 Klassen mit insgesamt 400 Schülern aus dem gesamten Großraum Rosenheim angewachsen und hat sich in diesem Zuge auf mehrere Standorte in der Gemeinde ausgebreitet.
Neben dem alten Schulhaus wurde unter anderem das einstige Postamt und die vormalige Pizzeria angemietet sowie zwei Container. Der bislang letzte große Meilenstein in der Chronik wurde im Herbst 2006 mit dem Startschuss für eine der ersten Montessori-Fachoberschulen im Freistaat gelegt. Waren es damals sieben Jugendliche, die dort ihr Fachabitur anpeilten, sind es in den beiden Fachrichtungen mittlerweile insgesamt 28.
Angesichts dieser Entwicklung wurde der Gemeinde in der Faschingszeitung – in Anlehnung an die Hochschulstadt Rosenheim – sogar der Titel „Montessori-Dorf“ zuerkannt. Und die Einrichtung, in der die Elternarbeit eine tragende Rolle spielt, will weiter expandieren. Zwei weitere Klassen planen die Verantwortlichen für die Hauptschule; auch, um langfristig die FOS aus den eigenen Reihen „speisen“ zu können. Zudem seien die Container lediglich als Übergangslösung gedacht. „Wir haben Raumbedarf für vier Klassen.“, formulierte Jürgen Sauer, Vorstandsmitglied im Trägerverein, das anvisierte Ziel fürs Jahr 2013. Möglichkeiten hierfür berge beispielsweise das Gelände um den Edeka-Markt; denn mitnichten trage sich die Schule mit Umzugsgedanken. „Doch wir wollen niemanden verdrängen.“ 450 Kinder und Jugendliche würden nach der Prognose von Schulleiterin Sabine Huber die Schule im „Endausbau“ besuchen.
Die Verkehrssituation beim Kriegerdenkmal allerdings, die so manchem Bürger sauer aufstößt, sorgt bereits jetzt für Kopfzerbrechen. Mit gestaffelten Abfahrtszeiten versuche man, das schultägliche „Schlange Stehen“ der Busse zur Mittagszeit zu entzerren; zudem wurden Fahrbahnmarkierungen angebracht und Lotsen eingesetzt, erläuterte Sauer auf Nachfrage eines Gemeinderats. Parallel dazu liefen Überlegungen für eine langfristige Lösung, etwa eine Verlagerung des Busbetriebs weg vom Ortszentrum.
Als die wohl augenfälligsten Unterschiede zur „herkömmlichen“ Schule hob Huber die jahrgangsübergreifenden Klassen sowie die detaillierten Entwicklungsberichte anstelle von Noten-Zeugnissen hervor. Die Unterrichtsziele orientierten sich dabei stark am bayerischen Lehrplan. Das Kernstück des Schulalltags bildet die Freiarbeit, bei der das Kind entscheidet, was und wie es arbeitet. Sie wird ergänzt durch den gebundenen Unterricht und Projektarbeiten. Jedes Kind arbeitet pro Schuljahr mehrere Referate aus, die sogenannten Expertenvorträge. Und bereits ab der 5. Jahrgangsstufe stehen Betriebspraktika auf dem Programm. Den Schwerpunkt in der 9. Klasse bilden die Facharbeiten, die die Jugendlichen zum Abschluss einer Jury vorstellen.
März 2010


Die Kirche auf dem Thansauer Kapellenberg soll einen neuen Nachbarn bekommen: Neben dem Aussegnungshaus (ganz links im Bild) will die Katholische Kirchenstiftung einen knapp 35 Meter hohen, freistehenden Glockenturm bauen. Dieser wird den bestehenden Turm etwas überragen.
Foto: Pilger
Kirchturm erneut im Kreuzfeuer der Kritik
Gemeinderat segnet Bauantrag ab - Zweite Krippengruppe ab Herbst

Rohrdorf (pil) – Für Zündstoff im Rohrdorfer Gemeinderat hat wieder einmal der Glockenturm gesorgt, den die Katholische Pfarrkirchenstiftung Thansau auf dem Kapellenberg bauen will. Mit dem Bauantrag für den umstrittenen Campanile, der letztlich bei sieben Gegenstimmen aus den Reihen von Bürgerblock und SPD abgesegnet wurde, war eine längere Debatte einhergegangen. Denn nicht nur aus gestalterischen Gründen ist der freistehende, knapp 35 Meter hohe Quader aus Stahlbeton mit einer Grundfläche von 3,8 mal 3,8 Metern und verglaster Glockenstube manchem Kommunalpolitiker ein Dorn im Auge. Insbesondere prangerte Karl Blum vom Bürgerblock erneut die geplante gemeindliche Finanzspritze an: „ein Denkmal auf Kosten der Steuerzahler“. Wie berichtet sind in der Finanzplanung fürs vergangene sowie fürs laufende Jahr Zuschüsse von jeweils 125.000 Euro für den Bau des Glockenturms berücksichtigt.
Der Bauantrag allerdings, stellte CSU-Bürgermeister Christian Praxl klar, habe formal nichts mit einer späteren Entscheidung über etwaige Zuschüsse zu tun; aus monetären Gründen jedenfalls dürfe der Gemeinderat nicht einen Bauantrag ablehnen. Ebenso wenig sei aus seiner Sicht eine Vertagung des Punktes angebracht, um bei der Haushaltsklausur zunächst einen Überblick über den finanziellen Spielraum der Gemeinde zu gewinnen. Ein entsprechender Antrag von SPDler Franz Praxl fand lediglich vier Befürworter.
Verärgerung beim Bürgerblock (BR) löste auch die ablehnende Haltung der Ratsmehrheit zur Mitgliedschaft der Gemeinde im Songea-Bavaria-Netzwerk um Pfarrer Xaver Komba aus; zumal das Angebot der BR-Fraktion, anstelle der Kommune drei Jahre lang Beitragszahlungen in Höhe von 100 Euro zu übernehmen, knapp keine Mehrheit gefunden hatte. Weiterhin aber werden konkrete Projekte im Süden Tansanias gefördert. So fließen nun für den Aufbau eines Krankentransportwesens 1000 Euro an den Verein unter dem Vorsitz von Altbürgermeister Fritz Tischner.
Angesichts der steigenden Nachfrage vergrößert das Haus für Kinder „Heilige Familie Thansau“ sein Betreuungsangebot: Im Herbst wird dort eine zweite Krippengruppe eingerichtet; das Defizit für den laufenden Betrieb sowie die Kosten für die erforderlichen Anschaffungen (2000 Euro) übernimmt die Gemeinde. Bis zur Fertigstellung des neuen Kinderhauses, das im Frühjahr in Angriff genommen werden soll, kommt auch diese Gruppe in der Containeranlage an der Wacholderstraße unter. Diese wird demnächst erweitert; der Auszug von Krippe und Kindergarten aus dem alten Gebäude ist für die Karwoche vorgesehen. Für die „Zwergerlmühle“ in Achenmühle wurde die Übernahme eines etwaigen Defizits bis zur Höhe von 30.000 Euro bewilligt, sofern die Integrationsgruppe sowie die zusätzliche vierte Gruppe fortgeführt werden.
Nicht anfreunden konnte sich das Gremium mit der Änderung des Bebauungsplans TH 21, die bei der vorangegangenen Sitzung wegen der fehlenden Nachbarbeteiligung zurückgestellt worden war. Nun lagen die Stellungnahmen von drei Betroffenen vor, die sich unter anderem gegen die anvisierte Erschließung dreier Wohnhäuser über die Weißdornstraße aussprachen. Für einen anderen Teil des Gebiets an der Rosenheimer Straße hatte der Antragsteller die Erschließung über eine Privatstraße vorgesehen. Der Änderungsantrag wurde einstimmig abgelehnt.
Zu Beginn der Sitzung hatten Vertreter der Montessori-Schule ausführlich über den pädagogischen Ansatz der Privatschule sowie deren Planungen für die Zukunft informiert.
März 2010


Von Chachacha bis Wiener Walzer...

Ob Salsa oder Tango, ob Jive oder Slowfox - Interessierte aller Altersklassen können beim TSV Rohrdorf-Thansau nach Herzenslust das Tanzbein schwingen: Für Neun- bis Zwölfjährige sowie für Jugendliche ab 13 Jahre bietet Andrea Weber montags um 16.30 Uhr beziehungsweise 17.30 Uhr Jazztanz in der Mehrzweckhalle im Turner Hölzl an. Standard- und lateinamerikanische Tänze für Erwachsene stehen dann um 19 Uhr (Anfänger) und 20.30 Uhr (Fortgeschrittene) im Dorfhaus in Lauterbach auf dem Programm. Neben Walzer, Rumba, Chachacha und Jive wird dort unter anderem Slowfox und Quickstep geübt.
Wer sich unterdessen auf Discofox oder Salsa konzentrieren möchte, hat dazu sonntags ab 19 Uhr beziehungsweise 20.30 Uhr Gelegenheit.
Der Einstieg in die Kurse ist jederzeit möglich. Anmeldungen und weitere Informationen unter Telefon 0171/4059603.




Supermarkt, Kinderhaus, Internet
Gemeinderat bringt Ausbau der Breitbandversorgung auf den Weg

Rohrdorf (pil) – Supermarkt, Kinderhaus und die Breitbandversorgung für den Ortsteil Thansau waren die zentralen Punkte der jüngsten Gemeinderatssitzung in Rohrdorf. Nach langem Vorlauf lag nun der Bauantrag für einen Lebensmittelmarkt (Netto) auf dem Areal an der Einmündung Fabrik-/Staatsstraße auf dem Tisch. Einstimmig gaben die Räte grünes Licht für die Errichtung des rechteckigen Komplexes mit 770 Quadratmetern Verkaufsfläche, in dem auch ein Bäckereiladen vorgesehen ist. Dem Gebäude, das noch in diesem Jahr fertiggestellt werden soll, wird zudem ein Querbau für eine Bankfiliale angegliedert. Darüber hinaus sind auf dem Gelände der einstigen Lehrervilla, die vor kurzem abgerissen worden ist, 73 Stellplätze geplant. Für eine reibungslose Abwicklung des Lkw-Lieferverkehrs wird der vordere Teil der Mozartstraße auf sechs Meter verbreitert.
Einmal mehr stellte Bürgermeister Christian Praxl in diesem Zusammenhang die Umgestaltung der Kreuzung am Kapellenberg in Aussicht; so habe er beim Straßenbauamt erneut eine Fußgängerampel für diesen Bereich angeregt. Der tatsächliche Bedarf werde zu gegebener Zeit wohl durch eine Verkehrszählung ermittelt.
Ebenso wurde der Bauantrag für das neue Haus für Kinder an der Wacholderstraße samt Vergabe diverser Ingenieurleistungen auf den Weg gebracht. Der Grundriss des Neubaus (E plus 1) deckt sich dabei nahezu mit dem des 35 Jahre alten, ebenerdigen Flachdachbaus. Künftig wird an dessen Stelle eine Tagesstätte in Holzbauweise mit zwei flach geneigten Pultdächern und farbigen Jalousie-Elementen stehen; sie bietet Platz für insgesamt sechs Krippen- und Kindergartengruppen. Wenngleich insbesondere die Fassade der Nordseite nicht auf ungeteilte Zustimmung stieß, stimmte der Gemeinderat dem Bauantrag geschlossen zu.
Lebensmittelmarkt statt Lehrervilla: Das markante Gebäude, das jahrzehntelang das Bild am nördlichen Ortseingang von Thansau bestimmte, wurde vor kurzem abgerissen. Der neue Supermarkt soll noch in diesem Jahr fertiggestellt werden.
Foto: Pilger
Im gleichen Zuge wird die bestehende Container-Anlage erweitert, in der während der Bauphase die Krippen- und Kindergartenzwergerl untergebracht werden; diese Übergangslösung schlägt monatlich mit insgesamt gut 13.000 Euro Miete zu Buche. Später könnten dort Stellplätze für das Personal angelegt werden. Und um die Verkehrssituation rund um das neue Kinderhaus zu entschärfen, wäre eine Einbahnregelung in der Fliederstraße denkbar.
Auf volle Zustimmung stieß das neue Domizil der derzeit 48 Hortkinder, die vor kurzem in die Grundschule auf dem Kapellenberg umgezogen sind. Ein Rundgang durch die umgestalteten, behaglich eingerichteten ehemaligen Klassenzimmer mit Ruhe- und Aktivbereichen, sowie durch Personalraum und Küche hatte den Auftakt der Sitzung gebildet.
Deutliche Verbesserungen zeichnen sich auch in punkto Breitbandversorgung ab. Demnach hat die Telekom den Ausbau breitbandiger Internetzugänge für den Ortsteil Thansau – angefangen beim Gewerbegebiet Griesenholz bis hin zur Loisach- und zur Wacholderstraße - mit einer Übertragungsrate von sechs Megabit /Sekunde angeboten. Dank der Förderung über die Breitband-Initiative Bayern – 70 Prozent der sogenannten „Wirtschaftlichkeitslücke“ des Anbieters in Höhe von 63.000 Euro werden durch staatliche Gelder finanziert - kommt auf die Gemeinde Rohrdorf ein Eigenanteil von 18.900 Euro zu. Um den Bürgern möglichst flächendeckend die Möglichkeiten moderner Kommunikation bieten zu können, soll darüber hinaus ein Konzept für das übrige Gemeindegebiet mit sämtlichen Außenbereichen erarbeitet werden.
Für Irritationen hatte unterdessen die beantragte Änderung des Bebauungsplans TH 21 für das Areal am südlichen Ende von Thansau gesorgt. Anstatt der bislang festgeschriebenen öffentlichen Erschließung der Grundstücke von der Rosenheimer Straße aus hat der Antragsteller in den neuen Plänen den Begriff „Privatstraße“ verwendet; es fehlte die Nachbarbeteiligung; zudem wurde die Zufahrt nun über die Weißdornstraße geführt. Die Entscheidung über den Änderungsbeschluss wurde nach kurzer Diskussion einstimmig zurückgestellt.
Keinerlei Einwände gab es dagegen hinsichtlich der Lagerhalle, die die Firma Alkor auf ihrem Betriebsgelände an der Fabrikstraße errichten will.
Februar 2010


Rohrdorfs First Responder ist in die Jahre gekommen
BRK-Bereitschaft kurbelt Spendenaktion für Neufahrzeug an - Trachtler-Theater als Benefizabend

Rund 280mal rückten die Rohrdorfer First Responder, hier Helfer Martin Hamberger, im vergangenen Jahr aus, zu Herzinfarktpatienten ebenso wie zu Unfallopfern. Um das elf Jahre alte Fahrzeug ausrangieren zu können, hat die BRK-Bereitschaft eine Spendenaktion initiiert.
Foto: Pilger
Rohrdorf/ Neubeuern/ Samerberg (pil) - Nach annähernd 1100 Einsätzen ist der Rohrdorfer „First Responder“ in die Jahre gekommen – genauer gesagt das Fahrzeug der ehrenamtlichen "Helfer vor Ort", das mittlerweile mehr als 235.000 Kilometer auf dem Buckel hat. Der Unterhalt sowie die ständig anfallenden Reparaturen des Audi A4, den die Rohrdorfer vor gut vier Jahren gebraucht übernommen haben, werden immer teurer. Allein: Ein entsprechend ausgestattetes Ersatzfahrzeug kostet rund 35.000 Euro.
Nun hat die BRK-Bereitschaft eine Spendenaktion angekurbelt, um auch künftig die Notfallhilfe zu sichern, die in der Regel fünf bis zehn Minuten vor dem Rettungsdienst am Einsatzort eintrifft und mit der medizinischen Versorgung beginnt; ein Pluspunkt, der besonders schwer wiegt, wenn für den Patienten jede Minute zählt – etwa bei einem Herzinfarkt. Neben dem eigenen Gemeindegebiet decken die Rohrdorfer dabei auch die Nachbarorte Neubeuern und Samerberg ab und damit eines der größten Einsatzgebiete im Landkreis. Bei einem Totalausfall des Autos allerdings sieht BRK-Bereitschaftsleiter Christoph Koll den Fortbestand des bisweilen lebensrettenden First Responder-Dienstes in Gefahr.
Jeden Werktag von 19 bis 6 Uhr und an Sams-, Sonn- und Feiertagen rund um die Uhr übernimmt einer der zwölf Ehrenamtlichen den Bereitschaftsdienst; jährlich kommen so insgesamt 8500 Stunden zusammen. Die Helfer müssen neben einer 90-stündigen Sanitätsausbildung eine Zusatzqualifikation am AED (Automatisierter Externer Defibrillator) vorweisen. Darüber hinaus stehen regelmäßig Schulungen auf dem Programm.
Für ein neues Fahrzeug fehlen, trotz großzügiger Spenden – insbesondere der Firma Schattdecor – noch rund 5000 Euro. Unterstützung für die Aktion hat außerdem der Trachtenverein "D'Achentaler" zugesichert: Die Theaterpremiere von „Der Geisterbräu“ am Samstag, 13. März, ist als Benefizveranstaltung geplant. Ebenso fließt der Erlös aus der Tombola beim Tag der offenen Tür im Therapiezirkel (ebenfalls am 13. März) in den Spendentopf.
Weitere Informationen über den „First Responder“ sowie die Nummer des Spendenkontos gibt’s unter www.brk-rohrdorf.de.
Februar 2010


+ + + Hier geht's zur Fotostrecke vom Krönungsball 2010 + + +


Supermarkt, Kinderhaus, Internet
Rohrdorfer Gemeinderat bringt Ausbau der Breitbandversorgung auf den Weg


Vom Chiemsee direkt nach San Gimignano
Neue Kunstausstellung im Haus "St. Anna" lädt zum Verweilen ein
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Cancan-Time im Turner Hölzl: Nicht nur die Gardemädchen hatten großen Spaß (links). Und auch die Cowboy-Minister der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft landeten einen Volltreffer beim Krönungsball. Fotos: Pilger

Gekrönte Häupter nehmen in "Pipe-Town" die Zügel in die Hand
Country-Music, Cowboys und Cancan - Gelungener Faschingsauftakt in Rohrdorf

Rohrdorf (pil) - Staubmäntel, Sheriff-Sterne und Stetson-Hüte bestimmten das Bild dieses ebenso schwungvollen wie abwechslungsreichen Abends, an dem aus Rohrdorf „Pipe-Town“ wurde. In waschechter Wildwest-Atmosphäre erlebten rund 450 Ballgäste im Turner Hölzl nicht nur mit, wie das frischgekrönte Prinzenpaar - Eva I., Bezaubernde Lady von den Oberland Mountains, und Florian I., Reisender Revolverheld aus Ranhartstetten City – den Thron bestieg; sie erhielten im Zuge der mitreißenden Mitternachtsshow außerdem hautnah Einblick, was der gemeine Kuhhirte schlechterdings unter seinen Jeans trägt.
Formvollendet: Eva I. und Florian I. beim Prinzenwalzer.
Widerstandslos beugte sich Bürgermeister Christian Praxl der Attacke von Cowboys und Cancan-Tänzerinnen auf das Fort Rohrdorf, das ohnehin schwere Zeiten hinter sich hat. Vom „Bürgerkrieg“ erzählte der Gemeindevorsteher, und dass man im Rat erst nach vielen Verhandlungen mit den Stammesvorsitzenden der „Block-Häuser“ und den beiden verbliebenen Rothäuten die Friedenspfeife rauchen konnte. Dem narrischen Angriff auf die Siedlung, dem ersten während seiner Amtszeit, setzte er deshalb – bis Aschermittwoch - lediglich die weiße Fahne entgegen und rückte für die Truppe der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) außerdem eine Hand voll Dollar aus dem Safe nebst Generalschlüssel heraus. Umso fester sitzen damit die Miesbacherin Eva Tremmel (19) und der 27jährige Florian Haßler, beide richtiggehende Greenhorns in Sachen Fasching, für die kommenden Wochen im Sattel. - Und bringen, wie (Hof-)Marshal Franz Steiner anklingen ließ, möglicherweise frischen Wind in das „große Gebäude neben der Kirche“. Bevor die neuen Majestäten allerdings endgültig die Zügel der Macht in die Hand nehmen konnten, wurden sie von ihren Vorgängern, Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, mit den Insignien der Macht ausgestattet.
Unverkennbar atmete die Mehrzweckhalle beim rundum gelungenen Krönungsball das Flair des Wilden Westen: „Spiel mir das Lied vom Tod“ läutete den stimmungsvollen Prinzenwalzer ein, für den die Lady im dunkelroten Kleid und ihr Held im eleganten Gehrock ebenso viele Begeisterungsrufe und tosenden Applaus ernteten wie für den temporeichen lateinamerikanisch geprägten Show-Tanz. Beim Cancan blitzten zur Freude der Zuschauer Strumpfbänder aus schwarzer Spitze unter den Röcken der Gardemädchen hervor. Diese machten sich später in kesser Barmädchen-Manier im Saloon an ihre ministeriellen Kuhjungen heran; letztere den Daumen (unab-)lässig am Gürtel eingehakt. Whiskyfässer, Kummets, hölzerne Speichenräder und selbst ein Rinderschädel sorgten derweil auf der Bühne für das entsprechende Ambiente. Und was wäre der Wilde Westen ohne ein Poker-Face, das im fetzigen Showblock nicht nur musikalisch zu seinem Recht kam? Ohne Zugabe ließ das begeisterte Publikum jedenfalls weder die Regenten noch die Gardemädchen unter dem Kommando von Gardemajorin Maria Stöhr (immer mit Woody, dem kleinen Spielzeug-Cowboy aus „Toy Story“ als Maskottchen im Schlepptau) abtreten.
Mit reichlich „westlicher“ Musik aus dem 20. Jahrhundert sorgte die Band-Neugründung „neBRASSka“ dafür, dass die Tanzfläche auch zwischen Inthronisationszeremoniell, Tanzdarbietungen und traditioneller Ordensverleihung nicht verwaiste. Marshal Steiner indes kam nicht umhin, die Würdenträger in das eher minder komplizierte Regelwerk des Ehrenzeichen-Tragens und die fatalen Folgen jeglicher Missachtung einzuweihen: „Wir sind immer und überall, und zwar zu dritt.“
Einen weiteren Volltreffer landete zum Abschluss des offiziellen Teils die Ministerriege, die Bernadette Schöttke unter ihre Fittiche genommen hatte. Mit reichlich Hüftschwung und rosafarbener Leibwäsche demonstrierten die Jungs dem johlenden Publikum, warum man(n) sich dem Motto „Ich will 'nen Cowboy als Mann“ folgend durchaus für ein Leben im Kreise hartgesottener Kuhhirten erwärmen kann.
Für die Faschings-Truppe unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl geht's indes im gestreckten Galopp weiter: Bereits am Samstag, 16. Januar, steigt der Gildeball im Turner Hölzl; am Rußigen Freitag (12. Februar) steht der Powerball auf dem Programm; und am Faschingssonntag (14. Februar) macht sich der Faschingszug auf den Weg durchs Dorf, bevor zwei Tage später der Kehraus dem narrischen Treiben ein Ende setzt.
Januar 2010

+ + + Hier geht's zur Fotostrecke vom Krönungsball + + +


Die Talsohle ist durchschritten
Warum Schattdecor der Krise auch Gutes abgewinnt - Beinahe Rekordproduktion im Oktober
zum Bericht


Neue Wege mit neuem Haus für Kinder
Gemeinderat geschlossen für Holzbauweise - Innerörtliche Verkehrsüberwachung ab Januar

Rohrdorf (pil) – Mit dem neuen Haus für Kinder an der Wacholderstraße beschreitet Rohrdorf neue Wege: Die Tagesstätte im Ortsteil Thansau wird das erste öffentliche Gebäude in der Gemeinde sein, das in Holzbauweise errichtet wird. Wie Geschäftsleiter Christian Schönleber mitteilte, sprach sich der Gemeinderat bei seiner jüngsten Sitzung geschlossen für die im Vergleich zu einem Massivbau rund zehn Prozent teurere Variante aus.
Architekt Christian Guggenbichler stellte die Entwurfsplanung für das auf jeweils drei Kindergarten- und Krippengruppen plus erforderliche Nebenräume ausgelegte zweigeschossige Gebäude (Erdgeschoß plus erster Stock, ohne Keller) vor, das den 35 Jahre alten ebenerdigen Flachdachbau ablösen wird. Als Bezugstermin ist der Beginn des Kindergartenjahres 2011/2012 vorgesehen. Mit dem konkreten Bauantrag werden sich die Räte voraussichtlich in der nächsten Sitzung am Donnerstag, 28. Januar, befassen. Die Gartenanlage, die vor wenigen Jahren umfassend erneuert worden ist, bleibt weitestgehend erhalten, muss jedoch den Vorgaben für die Nutzung durch Kindergarten- und Krippenkinder angepasst werden.
Der Umzug des Horts ins Schulhaus auf dem Kapellenberg ist für Anfang kommenden Jahres geplant, sodass Kindergarten und Krippe während der Bauphase in den Containern unterkommen.
Noch eine Neuerung wird das neue Jahr bringen: Ab Januar übernimmt der Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland die Überwachung des fließenden Verkehrs. In Abstimmung mit der Polizei wurden hierfür innerorts zwölf Stationen festgelegt, an denen künftig Radarkontrollen vorgenommen werden.
Weiteres Thema auf der Tagesordnung war der Defizitausgleich beim Haus für Kinder „Heilige Familie“ in Thansau durch die Gemeinde: Mit dem einstimmig bewilligten Antrag auf Übernahme von 15.450 Euro blieb die Pfarrkirchenstiftung deutlich unter dem Höchstbetrag von 30.000 Euro, den der Gemeinderat fürs Kindergartenjahr 2008/2009 festgesetzt hatte.
Ohne Gegenstimme passierten auch die Bauanträge zweier ortsansässiger Unternehmer, Simon Gartner (Bauunternehmen) und Wolfgang Winnefeld (Dachdecker), das Gremium. In beiden Fällen handelt es sich um die Errichtung einer weiteren Lager- beziehungsweise Lager- und Gerätehalle im Außenbereich im Rahmen einer angemessenen Betriebserweiterung.
Dezember 2009


Schiffstaufe hat ein Nachspiel
mehr...


Blicken ihrer Regentschaft im Wilden Westen voller Vorfreude entgegen: Eva I. und Florian I., das Prinzenpaar der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft. Foto: Pilger
Rohrdorf: Cowboy-Monarchie mit Eva I. und Florian I.
Faschingsgesellschaft schickt Prinzenpaar samt Hofstaat in den Wilden Westen

Rohrdorf (pil) – Die Pferde sind gesattelt, denn es geht westwärts. Und auch die Monarchie im „Rohrdorf im Wilden Westen“ ist gesichert: Dort haben Prinzessin Eva I., Bezaubernde Lady von den Oberland Mountains, und Prinz Florian I., Reisender Revolverheld aus Ranhartstetten City, bis zum Kehraus die Zügel in der Hand.
Wenig Gutes hatten zunächst die digitalen Steckbriefe („Wanted – Dead or alive“) des Hofstaates verheißen. Doch entlarvte Hofmarschall Franz Steiner bei der launigen Vorstellung seines „Kaibitreiba“-Teams die „Gesuchten“ als durchaus umgänglichen Haufen; wenngleich mit – aus Sicht des Faschings – bisweilen obskuren Vorlieben, fürs Lesen etwa oder für den Sommer.
Ungeachtet dessen laufen die Proben bei den 14 Gardemädchen, angeführt von Gardemajorin Maria Stöhr, bereits auf Hochtouren. Mit von der Parie sind außerdem: Lisa Berger, Daniela Biebl, Elisabeth Fischbacher, Katharina Fortner, Barbara Hausböck, Regina Hellthaler, Alina Holderle, Astrid Huber, Veronika Maier, Maria Pertl, Alexandra Stiller, Katharina Unterseher und Veronika Weierer.
Ebenso ist das Cowboy-Kabinett der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) gestiefelt und gespornt; eine 13köpfige Ministerriege wird sich bis zum Aschermittwoch aller möglichen und unmöglichen Eventualitäten annehmen: Balthasar Ellmaier, Manuel Ellmaier, Wolfgang Gaßbichler, Markus Glombitza, Andreas Hainzlmeir, Markus Hainzlmeir, Martin Hefter, Richard Koll, Sebastian Pertl, Mathias Praxl, Peter Schaal, Martin Steiner und Michael Stöhr.
So mancher Höfling hatte bereits vor drei Jahren mit den „Piraten der Karibik“ vorübergehend das Ruder in Rohrdorf übernommen. Unterdessen gelten die beiden Majestäten als echte Greenhorns in Sachen Fasching. Denn die Freizeit der 19jährigen Bürokauffrau Eva Tremmel und des Export-Managers Florian Hassler (27) hat sich bislang fast ausschließlich ums Handballspielen gedreht. Seit einem halben Jahr sieht das allerdings völlig anders aus: „Wir sind nur noch beim Tanzen!“
Und dies wird sich nach dem Auftritt beim Krönungsball im Turner Hölzl (Samstag, 9. Januar) kaum ändern. Schließlich bildet der nur den Auftakt für den Trail durch die Faschingssaison 2010: Bereits eine Woche später, am 16. Januar, folgt der Gildeball, und am Rußigen Freitag (12. Februar) der Powerball, bevor der Kehraus (16. Februar) dem Treiben ein Ende setzt. Zusätzlich zieht sich am Faschingssonntag (14. Februar) ein bunter Narren-Treck durch den Ort (mit anschließendem Faschingstreiben).
November 2009


Verkehrssicherheit sorgt für Gesprächsstoff
Rohrdorf: Bürgerversammlung im Doppelpack

Rohrdorf (pil) – Eine Bürgerversammlung im Doppelpack stand in diesem Jahr in Rohrdorf auf dem Programm. Dabei war die Verkehrssicherheit ein Thema, das bei beiden Veranstaltungen für Gesprächsstoff sorgte.
Rund 140 Zuhörer nutzten in Thansau die Gelegenheit, die neu eröffnete Trattoria Sapori Antichi in Augenschein zu nehmen und zugleich – dicht an dicht sitzend - dem Jahresrückblick von Bürgermeister Christian Praxl zu folgen. Mit 90 Gästen war zwei Tage später auch der Saal im Gasthaus Kreidl in Höhenmoos gut gefüllt. Bei der gesamtgemeindlichen Veranstaltung im vergangenen Jahr hatte die Verwaltung wenig mehr als einhundert Besucher gezählt.
Von umfangreichen Erneuerungen im Trinkwasserversorgungsnetz über die Sanierung des Thansauer Friedhofs und der teils recht heftig kritisierten Abholzung am Kapellenberg bis hin zur Neubelebung des Jugendtreffs in Rohrdorf und dem fortwährenden Planungsdialog für den Autobahnausbau spannte sich der Themenbogen im Bürgermeister-Bericht. Weitere Punkte waren der Ausbau der Markusstraße, die „enttäuschend“ geringe Rücklaufquote bei der Bedarfsumfrage zur Internet-Versorgung sowie die Situation in punkto Kinderbetreuung.
Mit der Aufnahme in den Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland soll es künftig Temposündern im Gemeindebereich an den Geldbeutel gehen; allerdings, warnte der Bürgermeister, würden die Radarkontrollen auch vor den Tempo-30-Zonen nicht halt machen. Eine Reihe kleinerer Maßnahmen wie die Verlegung des Gehwegs vor dem Blumengeschäft und der Bau des provisorischen Fuß- und Radwegs am Kapellenberg haben die Schulwegsituation in Thansau zwar bereits stellenweise entschärft. Als neuralgischer Punkt gilt jedoch nach wie vor die Hecke am Beginn der Fabrikstraße, welche nicht nur Kindern die Sicht versperrt. Eine Versetzung der Büsche, erläuterte Praxl dazu, lehne der Grundstückseigentümer jedoch bislang ab.
Was in Thansau die Staatsstraße ist die Kreisstraße in Achenmühle – beides „Rennstrecken“. Für die RO 5 wurde deshalb im Bereich des Kindergartens „Zwergerlmühle“ ein Umbau nach dem Beispiel Frasdorfs angeregt. Auch wurden Beschwerden laut über den regelmäßigen Missbrauch der dortigen Wertstoffinsel als Müllhalde.
Anders als in den anderen Ortsteilen liegt in Thansau die Nahversorgung weitestgehend brach. Ob allerdings auf dem Grundstück der ehemaligen Lehrervilla tatsächlich ein Lebensmittelmarkt gebaut wird, hängt im Moment von der Discounter-Kette Netto ab. Bislang waren alle Bemühungen des Grundstückseigentümers, einen Laden-Betreiber zu finden, gescheitert. Im Falle eines Supermarkts gegenüber des Seniorenheims stellte Praxl zudem die Neugestaltung der Kreuzung am Fuße des Kapellenbergs in Aussicht.
Einen Überblick über die gemeindlichen Finanzen gab Kämmerer Peter Wagner. Der Etat für 2009 umfasst ein Gesamtvolumen von 16,8 Millionen Euro, nämlich 13,8 im Verwaltungs- und knapp drei Millionen Euro im Vermögenshaushalt. Mit einem derzeitigen Fehlbetrag von 2,4 Millionen Euro ist es allerdings nicht gerade rosig bestellt um die Gewerbesteuer, wenngleich die wichtigste Einnahmequelle der Gemeinde mit sieben Millionen Euro ohnehin vorsichtig angesetzt worden sei. Diese Finanzierungslücke als Folge der gesamtwirtschaftlichen Lage und der Absenkung der Gewerbesteuermesszahl, ist Wagner überzeugt, lasse sich jedoch durch eisernes Sparen und mit den Reserven aus den vergangenen Jahren schließen. Nichtsdestotrotz könne die Gemeinde zum Jahresende auf den niedrigsten Schuldenstand seit 30 Jahren blicken.
Oktober 2009


Asyl für den Nachbarn: Frank (Hugo Huber, links) und Thomas (Marcus Bauer). Später allerdings werden die Verstecke knapp.
Und nächtlich streiten die Nachbarn...
Rohrdorfer "Harlekins" servieren spritzige Boulevard-Komödie

von Marisa Pilger

Rohrdorf – Vom Kirchturm her schlägt's vier. Und schon geht es wieder los, das Gezeter in der Nachbarwohnung, das dem gutmütigen Thomas (Marcus Bauer) regelmäßig den Schlaf raubt. Es kommt, wie es kommen muss: Nur wenig später steht Frank (Hugo Huber) vor der Tür und bittet den eingefleischten Junggesellen in glücklicher Wochenendbeziehung („Ich wohne hier alleine – oder so.“) um Asyl – und nicht nur er.... Denn nach seinem aufdringlichen Freund trudelt auch noch dessen Frau Susanne (Heike Seidl) ein sowie Thomas' Freundin Tanja (Nicole Liegl-Meier) und schließlich seine Mutter mit ihrem „Meister Proper“. So herrscht schon bald ein reges Versteckspiel in Bett, Bad, Küche und Kleiderschrank.
Mit „Immer wieder nachts um vier“ serviert die Rohrdorfer Harlekin-Komödie unter der Regie von Kurt Weiß eine spritzige Verwechslungskomödie, die von vermeintlich eindeutigen Zweideutigkeiten nur so strotzt. Situationskomik und Missverständnisse, pikant gewürzt mit Wortwitz und vielsagendem Mienenspiel, tragen ein übriges bei zu einem vergnüglichen Theaterabend rund um eine bewegte Nacht und den Morgen danach, um Fehler beim Abzählen, zu wenige Verstecke, zu viele Schlüssel und die Folgen. Einen Wermutstropfen bildeten bei der Premiere allerdings die vielen leeren Plätze im Turner Hölzl.
Schäferstündchen gefällig? Nicht nur die Liebelei zwischen dem Hausmeister Egon Posbischil (Günter Schwarz) und seiner Lilo-Maus (Marianne Keuschnig) sorgt für Turbulenzen. Fotos: Pilger
Nicht unwesentlich Anteil an den Verwirrungen hat Mutter Liselotte (mit blitzenden Augen, Schmollmund und knallblauen Schuhen trefflich von Marianne Keuschnig in Szene gesetzt), die statt der Unordnung auch mal eine halbe Flasche Cognac „wegputzt“ und volltrunken in Erinnerungen an ihre gescheiterte Ehe schwelgt. Emanzipiert, mit einem kräftigen Schuss Frivolität versetzt (nicht nur wenn sie über das „verkümmerte dritte Bein“ der Männer lästert) und wie ein Zerberus über das Treiben in der Wohnung ihres „Babys“ wachend, sorgt sie mit vorschnellen Verdächtigungen für reichlich Wirbel. Thomas mit Susanne? Tanja mit Frank? Oder gar Frank mit Thomas? Keine Konstellation lässt sie aus; zugleich aber ist die „Lilo-Maus“ schwer darum bemüht, ihre Schäferstündchen mit dem Hausmeister zu vertuschen.
Überhaupt, der Egon Frantischek Posbischil: Dass er im Handumdrehen die Lacher auf seiner Seite hat, liegt nicht nur am böhmischen Dialekt, der unweigerlich an den Soldaten Schwejk erinnert. Mit Hingabe vereint Günter Schwarz in seiner Rolle feine Ironie und Schelmenhaftes mit dem Klischee vom Wohnblock-Hausmeister, in dessen Grundausstattung neben Arbeitskittel, Feinripp-Unterhemd, Schiebermütze, Generalschlüssel und Meterstab der Flachmann keinesfalls fehlen darf. So überzeugend ist sein Habitus, dass die Zuschauer allein schon bei seinem Erscheinen vor Vergnügen zu glucksen beginnen. Ganz zu schweigen vom geschichtlichen Exkurs über die Schminkgewohnheiten der Kaisers-Gattin Agrippina.
Die Bilanz des turbulenten Sieben-Personen-Stücks aus der Feder von Rolf Sperling und Stefan Bermüller ist schnell gezogen: Drei glückliche Paare; lediglich der zickige Teenager Tina (glaubwürdig verkörpert von Ramona Wiesböck bei ihrem ersten Auftritt beim Erwachsenentheater) geht leer aus. Denn die erhoffte Psychotherapie muss sich das verhinderte Scheidungs-Kind angesichts der Versöhnung ihrer Eltern ebenso abschminken wie doppeltes und dreifaches Taschengeld.
Doch dass das ganze Theater damit nicht vorbei ist, zeigt spätestens die Schlussszene: Vom Kirchturm her schlägt's vier. Und schon geht es wieder los, das Gezeter in der Nachbarwohnung...
Oktober 2009


Hochwasserschutz für Thansau noch nicht vom Tisch
Rohrdorfer Gemeinderat stimmt weiterem Maßnahmenpaket zu

Rohrdorf (pil) – Das Thema Hochwasserschutz für die Ortschaft Thansau ist auch nach dem umfassenden Ausbau der Rohrdorfer Ache nicht vom Tisch. Denn den Berechnungen der RMD Consult zufolge stünden bei einem hundertjährlichen Hochwasser (HQ100) die Siedlungen Kammeranger/Lexenfeld sowie der Bereich um den Kindergarten unter Wasser. Zwei ineinander greifende Maßnahmenbündel sollen die dort drohende Hochwassergefahr weiter eindämmen.
Zum einen wird der Abfluss aus dem Bahngraben in die Ache beschleunigt; zum anderen soll der Zufluss aus den Oberläufen der Entwässerungsgräben in die kritischen Gebiete verringert werden. Einer entsprechenden Entwurfsplanung stimmte der Gemeinderat jetzt geschlossen zu und lieferte der Verwaltung damit zugleich die Grundlage für Verhandlungen mit den betreffenden Grundstückseigentümern.
Demnach behindern nicht nur zwei Stege den Abfluss im Bahngraben; auch müssen die Rohrdurchlässe unter der Rosenheimer Straße im Bereich des Bahnübergangs sowie unter der Finkenstraße vergrößert werden. Darüber hinaus sollen die Verrohrungen in Wiesen und Feldern geöffnet werden, so dass ab der Eulenstraße ein offener Graben Richtung Norden verläuft, den die Landwirte dann an einer Furt mit ihren Fahrzeugen durchqueren können.
Die Planung, die Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Sitzung vorstellte, sieht außerdem eine neue Rinne parallel zur Biedererstraße (Betonstraße) vor. Von dort aus soll das Wasser künftig gleichmäßig auf drei Abschnitte verteilt Richtung Thansau-Süd strömen, um den Bereich um den Kindergarten zu entlasten.
Ein neues Rückhaltebecken in der Nähe des alten Sportplatzes könnte zusätzlichen Raum für 5000 Kubikmeter Wasser schaffen und damit auch die Situation an der landwirtschaftlichen Fläche südlich der Eulenstraße entschärfen, die bei langanhaltendem starkem Regen regelmäßig vollläuft.
Weiterer Punkt auf der Tagesordnung war der bevorstehende Umbau in der Thansauer Schule. Knapp 180.000 Euro kostet nach derzeitigen Schätzungen die Umgestaltung und Ausstattung der beiden freigewordenen Klassenzimmer für die Belange eines Horts mit bis zu 50 Kindern. Den Planungen wie auch der Vergabe der Arbeiten verweigerte einzig Rupert Stocker vom Bürgerblock seine Zustimmung; er hatte bereits den Beschluss zur Verlagerung der dritten und vierten Jahrgangsstufe nach Rohrdorf nicht mitgetragen.
Erste Ergebnisse bezüglich der Neuaufstellung des Flächennutzungsplans hatte die zuständige Arbeitsgruppe vorgelegt. Zunächst, erläuterte Praxl dazu, habe man die Biotopflächen erfasst sowie in den Hauptorten Thansau, Rohrdorf, Achenmühle, Lauterbach und Höhenmoos eine Bestandsaufnahme hinsichtlich der Wohn-, Misch- und Gewerbegebiete gemacht. So verfüge beispielsweise Thansau-Süd innerorts über reichlich Potenzial für eine Verdichtung; in Rohrdorf hingegen böte sich angesichts der Lage zwischen Autobahn, Staats- und Kreisstraße nur eine Entwicklung nach Osten an. Auch sei dort ein dem Zementwerk vorgelagertes kleinteiliges Gewerbegebiet denkbar.
Oktober 2009


Es war nicht nur eine neue persönliche Bestzeit, die Nicole Klasna bei der Deutschen Jugend-Meisterschaft in Rhede hinlegte: Mit 2:08,83 Minuten holte sich die Thansauerin im August zugleich den Titel der weiblichen B-Jugend im 800-Meter-Lauf.
Im Rahmen einer kleinen Feierstunde würdigte nun die Gemeinde, vertreten durch die drei Bürgermeister, die herausragenden Leistungen der 16jährigen (hier mit Rathaus-Chef Christian Praxl), die für den TSV 1860 Rosenheim an den Start geht: So war sie unter anderem bei den bayerischen Hallen-Meisterschaften der Konkurrenz auf der 400-Meter-Strecke davongelaufen; und auch bei den bayerischen Jugend- und Junioren-Meisterschaften in München spurtete der Schützling von Trainer Martin Berg im 800-Meter-Rennen zur Goldmedaille.
Vor rund fünf Jahren war der Startschuss für die läuferische Karriere der Jugendlichen gefallen. Hinter ihren Erfolgen steht dabei neben Leistungsbereitschaft und einem hohen Maß an Disziplin nicht zuletzt der Rückhalt in der Familie. Schließlich legt die Athletin, die vor kurzem eine Ausbildung zur Masseurin begonnen hat, allein bei ihren Trainingsläufen jährlich an die zweieinhalbtausend Kilometer zurück.
Text/ Foto: Pilger
September 2009



Derzeit keine Augenweide: das Areal rund um die einstige Lehrervilla in Thansau. Die Bäume sind gefällt, das leere Gebäude fristet (noch?) sein Dasein. Ob sich auf dem Grundstück zwischen Bahngleis und Staatsstraße ein Lebensmittelmarkt ansiedeln wird, ist fraglich. Foto: pil
Kommt er oder kommt er nicht?
Lebensmittelmarkt für Thansau erneut Thema im Gemeinderat

Rohrdorf/ Thansau – Nach dem mehrmonatigen Stillstand auf dem Gelände der ehemaligen Lehrervilla war die Nahversorgung für Thansau einmal mehr Thema im Rohrdorfer Gemeinderat. Ebenso stand unter anderem die teilweise Rückerstattung der Mehrwertsteuer für Wasserherstellungsbeiträge auf der Tagesordnung.
Bereits Anfang des Jahres waren die Bäume rund um das Gebäude - darunter einige große Kastanien und Fichten - gefällt worden, was viele Thansauer auf einen raschen Baubeginn für einen Lebensmittelmarkt hoffen ließ. Ein entsprechender Bebauungsplan liegt seit Ende April auf dem Tisch. Ob sich aber gegenüber des Seniorenheims „St. Anna“ tatsächlich ein Einkaufsmarkt ansiedeln wird, ist ungewiss.
In kurzen Zügen berichtete der Grundstückseigentümer Wolfgang Kupferschmied von den Bemühungen und Rückschlägen bei der Suche nach einem Betreiber beziehungsweise Pächter für einen Lebensmittelmarkt. Nun, nach neuerlicher Umplanung, habe der Marken-Discount Netto Interesse an dem Vorhaben signalisiert.
Zunächst müsse sich sein Haus jedoch eingehend mit den Plänen befassen, bei denen es „noch vieles zu klären und zu ändern“ gebe, dämpfte der zuständige Expansionsleiter vorschnelle Hoffnungen. Ausschlaggebend für einen Einstieg der Discounter-Kette am Standort zwischen Bahngleis und Staatsstraße sei – abgesehen vom Preis - letztlich, ob sich dort das standardisierte Netto-Konzept umsetzen lasse, machte der Konzern-Vertreter unmissverständlich klar; zumal der dreieckige Grundstücks-Zuschnitt nicht eben optimal für das Projekt sei. In jedem Fall aber sicherte er eine rasche Bearbeitung zu.
Hingegen habe ein Areal am südlichen Ortsende von Thansau, welches das Unternehmen schon vor einiger Zeit als möglichen Standort ins Auge gefasst hat, die hausinterne Prüfung bereits durchlaufen; Netto halte eine Filiale an dieser Stelle durchaus für denkbar.
Für den Bürgerblock wäre dieser Standort eine gangbare Alternative, sollte sich im Ortszentrum kein Betreiber finden lassen. Ungleich weniger jedoch aus Sicht des Bürgermeisters: Neben der Lage im Außenbereich und zudem im Landschaftsschutzgebiet Inntal-Süd verwies Christian Praxl auf fehlende Erschließungsvoraussetzungen für Wasser und Kanal; auch gebe es weder eine Zufahrt auf die Staatsstraße noch eine fußläufige Verbindung zum Ort.
Themawechsel: Durch eine Änderung in der Rechtssprechung des Bundesfinanzhofes (BFH) werden die Kosten für Wasserhausanschlüsse sowie die Wasserherstellungsbeiträge seit dem 1. Juli nicht mehr mit dem regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent belegt, sondern wieder mit dem ermäßigten Satz (sieben Prozent). Im Zeitraum vom 12. August 2000 bis 30. Juni 2009 mussten die Gemeinden dagegen den vollen Mehrwertsteuersatz (zunächst 16 Prozent; seit 1. Januar 2007 drei Prozentpunkte mehr) erheben. Zwar besteht keine Rechtspflicht, diese Bescheide und Rechnungen rückwirkend zu ändern. Trotzdem befürwortete der Gemeinderat einstimmig, den betroffenen Hauseigentümern auf Antrag den Differenzbetrag zwischen dem bezahlten vollen und dem ermäßigten Steuersatz zu erstatten. Antragsformulare sollen den kommenden Ausgaben der Gemeindezeitung beigelegt werden. Die Antragsfrist endet am 31. Januar 2010. Als Bagatellgrenze setzte das Gremium einen Betrag von zehn Euro fest. Die zurückgezahlten Beträge wiederum erstattet das Finanzamt an die Gemeinde.
Aus Gründen der Gleichbehandlung aller Musikschulen und -schüler lehnte das Gremium geschlossen einen Antrag der Musikschule Rosenheim ab. Die Einrichtung hatte um die Übernahme des Defizitbetrages für Schüler aus dem Gemeindebereich Rohrdorf in Höhe von 4600 Euro ersucht und wollte im Gegenzug auf den Aufschlag für Auswärtige verzichten.
Breiten Raum wurde bei der Sitzung darüber hinaus dem Verein „FortSchritt Rosenheim e.V.“ gewährt, der das deutschlandweit einzigartige Petö-Schulprojekt vorstellte .
September 2009

Großer Bahnhof bei den kürzlich gegründeten „Clubfreunden Rohrdorf“:
Begleitet von kräftigem Beifall begrüßte Vorsitzender Werner Sommer im Vereinslokal „Café Christl“ gleich eine ganze Reihe namhafter Vertreter des 1. FC Nürnberg: So statteten neben Aufsichtsrat Peter Schmitt der einstige Mittelstürmer Dieter Nüssing, Heiner Müller (er hatte 1961 mit dem Club den Deutschen Meistertitel geholt) und Albert Üblacker, der Spielleiter der Amateurmannschaft, den Rohrdorfern gewissermaßen ihren Antrittsbesuch ab.
Zusätzlich zu Schals, Aufklebern und Büchern hatten die Franken für den Fanclub Nummer 487, den einzigen in der Region Inntal/ Chiemgau, eine Einladung zu einem Heimspiel im Gepäck. Die will auch Bürgermeister Christian Praxl nicht ausschlagen, wenngleich dessen fußballerisches Herz privat mitnichten für den Club schlägt.
Text/Foto: Pilger
September 2009




Strom aus Abwärme - "Projekt mit Vorbildcharakter"
Staatssekretärin Melanie Huml zu Besuch im Zementwerk

Rohrdorf (pil) – Mit dem Vorhaben, aus der Abgaswärme der Drehrohrofenanlage elektrischen Strom zu erzeugen, „setzt das Rohrdorfer Zementwerk ein Zeichen“. So formulierte es jedenfalls Melanie Huml, Staatssekretärin im Bayerischen Umwelt- und Gesundheitsministerium, als sie sich an Ort und Stelle über die europaweit einzigartige Anlage informierte, die 2011 in Betrieb gehen soll. Die Visite stellte gleich in doppelter Hinsicht eine Premiere für die 34jährige CSU-Politikerin und approbierte Ärztin dar: Nicht nur war die Fränkin das erste Mal in Rohrdorf zu Gast; auch hatte sie in ihrer knapp einjährigen Amtszeit bis dato nicht hinter die Kulissen eines Zementwerks geblickt.
Strom aus Abwärme: Melanie Huml, hier im Gespräch mit Geschäftsführer Mike Edelmann (rechts) und MdL Klaus Stöttner, zeigte sich beeindruckt von dem Projekt, das 2011 im Rohrdorfer Zementwerk in Betrieb gehen soll. Mit von der Partie beim Rundgang waren unter anderem Rohrdorfs Bürgermeister Christian Praxl und dessen Amtskollegen aus Raubling (Olaf Kalsperger), Neubeuern (Josef Trost) und Nußdorf (Sepp Oberauer). Foto: Pilger
Bislang, erläuterte Geschäftsführer Mike Edelmann, werde die Abwärme aus dem Brennprozess nur zum Teil zum Trocknen von Rohmaterialien und Brennstoffen verwandt. Der größte Teil verpuffe gewissermaßen ungenutzt. Durch die Verstromung mittels Verdampfungskühler und Turbine könnten künftig insgesamt 4,9 Megawatt elektrische Leistung erzeugt werden, was der von etwa 15 Windkrafträdern der Bauart in München/Fröttmaning entspreche.
Rund ein Viertel des eigenen Strombedarfs könne das Zementwerk durch die Eigennutzung der Abwärme decken und auf diese Weise seinen Kohlenstoffdioxid-Ausstoß jährlich um mehr als 16.000 Tonnen reduzieren. Mit der rund 18,3 Millionen Euro teuren Anlage zeige die Zementindustrie einmal mehr ihre Risiko- und Innovationsfreudigkeit.
Diese sowie den „Vorbildcharakter des Projekts“ würdigte Huml bei ihrem Rundgang durchs Werksgelände. Schließlich komme die Steigerung der Energieeffizienz nicht nur Umwelt und Klima zugute, sondern helfe zugleich, Geld zu sparen; eine oftmals „verkannte Ressource“, die das Zementwerk zu nutzen wisse. Um diese fortan flächendeckend gezielt ausschöpfen zu können, werde derzeit der „Energie-Atlas Bayern“ erarbeitet, eine Gesamtschau über die „natürlichen“ erneuerbaren Energien (Sonne, Wind) sowie über andere vorhandene Potenziale, etwa in Form von Abwärme aus industriellen Prozessen.
Zudem habe der Freistaat seit 1990 erneuerbare Energien und Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz mit mehr als 500 Millionen Euro gefördert: Mit einem spezifischen CO2-Ausstoß von 6,7 Tonnen pro Kopf und Jahr liege Bayern weit unter dem Bundesdurchschnitt (9,8 Tonnen). Und diesen, so Huml weiter, wolle man bis zum Jahr 2020 auf „deutlich unter sechs Tonnen“ senken, die Energieproduktivität dagegen um 30 Prozent steigern. Der Klimaschutz, ist sie überzeugt, eröffne bayerischen Unternehmen auf dem Sektor der Energie- und Umwelttechnologien neue Märkte und Zukunftsperspektiven.
September 2009


Es bleibt dabei: 3. und 4. Klasse ziehen um
Abschließendes Gespräch mit Bürgermeister und Elternvertreter - Kritik an Informationspolitik
zum Bericht


Piratenschlacht am Feuerwehrhaus

Mit einer Piratenschlacht in der „Floriansbucht“, im Kielwasser des Rohrdorfer Feuerwehrhauses, haben es die Hetzenbichler Zwergerl beim gemeindlichen Ferienprogramm diesmal ordentlich krachen lassen. Vorangegangen war dem zündenden Schauspiel die Schiffstaufe der „Edeltraud II“ durch Bürgermeister-Gattin Veronika Praxl; hatte doch ein böser Geisterkapitän das Vorgängerexemplar des Dreimasters gekapert, um damit über die sieben Meere der Phantasie zur Insel der Träume zu gelangen.
Peter Vordermaier hatte mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr und zahlreichen anderen Unterstützern ein Schauspiel in Szene gesetzt, bei dem Klaus Mitters pyrotechnische Spezialeffekte für große Kinderaugen sorgten. Das musikalische Ruder hatten Traudi Vordermaier und der Kinderchor Höhenmoos übernommen, während Schauspieler Andreas Kern vom Chiemgauer Volkstheater als Moderator die gut 400 großen und kleinen Zuschauer durchs Geschehen manövrierte.
Was blieb, war ein Löscheinsatz für den Feuerwehrnachwuchs, der verkohlte Rumpf der „Edeltraud I“ – und ein neues Sandkastenschiff für Hetzenbichl.
Geisterkapitän „Wolfus Seidulus“ indes hatte angesichts seiner süßen Schatzkiste im Handumdrehen all seinen Schrecken verloren. Text/ Foto: Pilger




Zufahrtsstraße im Kreuzfeuer der Kritik
"Erbstück" im Griesenholz bereitet Rohrdorfer Gemeinderat wenig Freude

Rohrdorf (pil) – Mit einem „Erbstück“ aus der vergangenen Wahlperiode musste sich der Rohrdorfer Gemeinderat befassen, nämlich mit der Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans TH06 im Gewerbegebiet „Am Griesenholz“ und, damit verbunden, mit der 44. Änderung des Flächennutzungsplanes. Im Kreuzfeuer der Kritik stand dabei die Zufahrt zu dem Gelände, das die Firma Kathrein oberhalb des Werks IV für eine Betriebserweiterung erworben hat. Die verkehrliche Erschließung des Areals, derzeit noch eine Wiese, soll in der Verlängerung der Sebastian-Tiefenthaler-Straße mehr oder weniger durch die grüne Natur gelegt werden.
Im Rahmen der Anhörung sind hierzu umfangreiche Einwände nicht nur aus naturschützerischer Sicht erhoben worden; von der „Vernichtung eines Kleinods“ war etwa im Ratsgremium die Rede. Anlieger befürchten für die Zukunft zudem einen regen Verkehr über die Sebastian-Tiefenthaler-Straße, die derzeit als Sackgasse endet und dann durch ein Waldstück fortgeführt werden soll. Bislang verläuft dort lediglich ein gemeindlicher Feldweg.
Auf der Neubeurer Straße in Thansau gilt bereits Tempo 30. In die künftige Tempo 30-Zone werden auch die angrenzenden Wohngebiete einbezogen. Dann gilt dort „Rechts vor links“. Foto: Pilger
Noch sei zwar unklar, was und wann auf dem Gelände gebaut werde. Doch mit dem Baurecht, dessen Schaffung im vergangenen Jahr angestoßen worden ist, stehe die Gemeinde in der Pflicht, das Gelände über eine öffentliche Straße zu erschließen, machte Bürgermeister Christian Praxl deutlich; und dies sei mit einer Zufahrt über die Ing.-Anton-Kathrein-Straße und das bestehende Firmengelände nicht gegeben. Als Kompromiss wird in den auszulegenden Plan nun die Trasse für eine 4,50 Meter breite Zufahrtsstraße eingearbeitet, die nur von Fahrzeugen bis sechs Tonnen Gesamtgewicht genutzt werden darf. „Es ist nicht die optimale Lösung für die Anwohner.“, räumte Praxl ein. Und auch viele der Gemeinderäte waren nicht eben glücklich mit dem Beschluss, der gegen die Stimmen von SPD und Bürgerblock gefasst wurde.
Weniger Kopfzerbrechen bereitete der Antrag auf Vorbescheid der Firma Alkor. Sie will auf ihrem Betriebsgelände an der Fabrikstraße, im Anschluss an die bestehende Siloreihe, zwei 21 Meter hohe Granulatbehälter aufstellen. Unter der Maßgabe, dass die Befüllung zu „normalen Betriebszeiten“ erfolge, gab der Gemeinderat grünes Licht für das Vorhaben.
Nach dem Kammeranger und dem Bereich Fabrik-/ Erlenstraße bekommt der Ortsteil Thansau eine weitere Tempo 30-Zone. Diese umfasst neben der Neubeurer Straße bis zum Ortsende die Wohngebiete im Brand sowie die Bereiche um die Sanddorn-, die Wacholder- und die Weißdornstraße. Auf die mit der Ausweisung einhergehende neue Vorfahrtsregelung „Rechts vor Links“ wird eine gesonderte Beschilderung ein halbes Jahr lang aufmerksam machen. In wie weit in der Zukunft dort auch bauliche Veränderungen vorgenommen werden, um den Charakter einer 30er-Zone optisch zu unterstreichen, ist noch offen.
Juli 2009


Hoffen auf die dritte Klasse
Thansauer Eltern-Interessengemeinschaft lud zum Runden Tisch
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Viel Arbeit und erste Erfolge
"Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle" zieht Zwischenbilanz

Rohrdorf (pil) – Bewegte Monate liegen hinter der „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf - Achenmühle - für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“. Anhand von 16 Stationen skizzierte Vorstandssprecher Josef Schmid in seiner Zwischenbilanz die Anfänge und Aktivitäten der Gruppierung nach, die ein halbes Jahr nach ihrer Gründung bereits einen greifbaren Erfolg zu verbuchen hat: Der Bereich Achenmühle mit seiner Kessellage und der unmittelbar bis an die Autobahn heranreichenden Wohnbebauung, mit den schlechten Untergrundverhältnissen hinsichtlich der erforderlichen Böschungsarbeiten und der landschaftlich äußerst sensiblen Lage am Eingang zum Chiemgau wurde an oberer Stelle als Problemschwerpunkt anerkannt.
Den geforderten Grünbrücken räumt er, unter anderem mit Verweis auf den „Berlinflug“, den Besuch mit Vertretern der Rohrdorfer und der Frasdorfer Initiative sowie den beiden Bürgermeistern im Bundesverkehrsministerium, durchaus reelle Chancen ein, sofern alle „an einem Strang ziehen“. Denn diese Entscheidung müsse auf der politischen Ebene fallen. Immerhin, fügte Schmid an, stelle die A8 eine im Bundesfernstraßennetz landschaftlich einmalige Ost-West-Verbindung parallel zu den Alpen dar.
Für die Rohrdorfer Gruppierung geht indes die eigentliche Arbeit jetzt erst los: Sie stellt zwei Mitglieder in der Landkreis-Arbeitsgruppe, die vor kurzem ihr erstes Treffen absolviert hat, und will auf diesem Wege ihre Argumente und Forderungen in die Ausbauplanung für die Salzburger Autobahn einbringen. Das Planfeststellungsverfahren, so Schmid weiter, ruhe derzeit und werde erst fortgesetzt, wenn die Ergebnisse aller drei Arbeitsgruppen (Rosenheim, Traunstein und Berchtesgadener Land) vorlägen. Der Abschluss des Planungsdialogs werde für Ende 2010 erwartet.
In seinem Rückblick ließ Schmid die Vorstellung bei der Autobahndirektion Südbayern Anfang Dezember ebenso Revue passieren wie die gut besuchte Informationsveranstaltung im Januar. In der Folgezeit standen darüber hinaus diverse Treffen mit Kommunal- und Bundespolitikern auf dem Programm, ebenso die Ausbaukonferenz in Traunstein. Zudem hatten auf Enteignungs- und Entschädigungsrecht spezialisierte Juristen bei zwei Anliegerversammlung die Materie für die betroffenen Grundstückseigentümer griffig aufbereitet.
Die nächsten Termine stehen bereits an für die Bürgerinitiative, die den geplanten sechsspurigen Ausbau mitträgt und für die zugleich neben dem nachhaltigen und zukunftsorientierten Immmissionsschutz die größtmögliche Schonung des Landschaftsbildes oberste Priorität hat: Für Donnerstag, 6. August, plant Karin Roth, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesverkehrsministerium, einen Besuch in der Region. Tags darauf hat der Verkehrsausschuss des Deutschen Bundestages sein Kommen angekündigt. Für beide Ortstermine appelliert Schmid an die Bürger, rege Präsenz zu zeigen.
Juli 2009


Vereinsförderung auf dem Prüfstand
Finanzausschuss will Ausgaben um ein Fünftel reduzieren

Rohrdorf (pil) - Die finanzielle Unterstützung von Vereinen und anderen Organisationen stand im Mittelpunkt der jüngsten Sitzung des Rohrdorfer Finanzausschusses. Dieser will künftig vornehmlich konkrete Vorhaben ganz gezielt bezuschussen und von der Förderung laufender Aktivitäten Abstand nehmen.
Zwei eng bedruckte DIN-A4-Blätter umfasst die Aufstellung der mehr als hundert Einrichtungen, die in den Genuss gemeindlicher Geldmittel in Form von Spenden, Zuschüssen oder Mitgliedsbeiträgen kommen. Die Palette der Institutionen reicht dabei von den örtlichen Sportvereinen und dem Wiesn-Express über das Rosenheimer Anti-Drogen-Modell und den Verein Pro Arbeit bis hin zum Bund Naturschutz, zum Landesverein für Heimatpflege und zur Deutsch-Israelischen Gesellschaft. Alles in allem hat die Gemeinde im vergangenen Jahr rund 51.000 Euro an Einrichtungen im Gemeindegebiet verteilt; gut 16.000 Euro sind darüber hinaus an außerörtliche beziehungsweise überregional tätige Organisationen geflossen.
Nun will sich der Ausschuss ans „Ausmisten“ machen, mit dem Ziel, die Ausgaben um ein Fünftel herunterzufahren. Den sozialen Bereich werde man bei dem Streichkonzert aber in jedem Fall mit viel Fingerspitzengefühl behandeln.
Vor diesem Hintergrund lehnte der Ausschuss auch das allgemein gehaltene Zuschuss-Ersuchen des Fischereivereins Rohrdorf für seine Jugendarbeit ab. Grünes Licht gab's hingegen für den Antrag der Katholischen Dorf- und Betriebshilfe, die im vergangenen Jahr insgesamt 280 Stunden im Gemeindegebiet im Einsatz gewesen ist. Die Einrichtung unter der Trägerschaft des Bayerischen Bauernverbandes und des Caritasverbands Bayern steht Familien auf dem Lande in sozialen und betrieblichen Notlagen – etwa bei Krankheit – zur Seite.
Ein neues Zahlungsmodell greift fortan bei den Sportvereinen. Einstimmig votierte der Ausschuss für einen pauschalen Zuschuss, dessen Höhe sich zunächst aus dem Durchschnitt der Zahlungen der vergangenen drei Jahre ergibt. Bereits seit 2006 wird die staatliche Sportförderung in Form der sogenannten Vereinspauschale ausbezahlt. Grundlage hierfür ist die Summe der Mitgliedereinheiten, die sich – mit unterschiedlicher Gewichtung - aus der Zahl der gültigen eingesetzten Übungsleiterlizenzen und der Vereinsmitglieder in den verschiedenen Altersklassen ergibt. Die Höhe des gemeindlichen Zuschusses hingegen hatte sich weiterhin nach der Summe der geleisteten Übungsleiterstunden (à zwei Euro) gerichtet und lag beim TSV Rohrdorf-Thansau, dem mit Abstand größten Sportverein in der Gemeinde, für 2006 bei knapp 5800 Euro.
Eine Entscheidung über die Förderung von privatem Musikunterricht im Hinblick auf die Gastbeiträge an Musikschulen wurde zurückgestellt; das Thema, kündigte Bürgermeister Christian Praxl an, soll Ende des Monats bei der nächsten SUR-Sitzung (Stadt-Umlandbereich Rosenheim) auf den Tisch kommen.
Juli 2009


Widerstand gegen Schüler-Umzug
Thansauer Eltern stoßen Unterschriftenaktion an - Treffen am Runden Tisch
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Der Kindergarten „Heilige Familie“ in Thansau ist in die Jahre gekommen. Im nächsten Jahr soll an der Wacholderstraße der erste Spatenstich für ein neues Kinderhaus gesetzt werden. Foto: Pilger
35 Jahre alt, marode und viel zu klein
Gemeinderat gibt grünes Licht für neues Kinderhaus in Thansau

Rohrdorf (pil) – Mit der Vergabe der Planungsarbeiten für ein sechsgruppiges Kinderhaus sind die Tage des 35 Jahre alten Flachdachbaus an der Wacholderstraße gezählt. Ersten Schätzungen zufolge wird der Neubau in Thansau etwa 2,6 Millionen Euro kosten. Darüber hinaus beschloss der Gemeinderat mit einer Gegenstimme die bereits in der vergangenen Sitzung angekündigte Verlegung der dritten und vierten Klasse vom Kapellenberg ins Turner Hölzl ab dem kommenden Schuljahr.
Bei einer Ortsbesichtigung hatten sich die Gemeinderäte ein Bild gemacht vom Zustand des nicht unterkellerten, für vier Gruppen ausgelegten Kindergartens „Heilige Familie“, der seinerzeit in Systembauweise errichtet worden war. Nach Ansicht von Architekt Christian Guggenbichler wäre nun zumindest eine äußerst aufwändige Generalsanierung fällig; in jüngster Vergangenheit mussten bereits diverse Reparaturen und Umbauten vorgenommen werden.
Darüber hinaus platzt die Kita, die neben Kindergarten (drei Gruppen) auch Krippe (eine Gruppe) und Hort (derzeit 42 Kinder) beherbergt, aus allen Nähten. Als Notbehelf wurden Container aufgestellt, für die die Gemeinde nach Angaben von Bürgermeister Christian Praxl monatlich knapp 6000 Euro Miete berappen muss. Und angesichts der Anmeldungen fürs neue Kindergartenjahr sei beileibe keine Entspannung der Raumsituation in Sicht, ergänzte Leiterin Birgit Kreipl. Großen Wert legt das Gremium daher auf eine zügige Planung und einen Baubeginn bis April des kommenden Jahres. Die Außenanlagen sollen dabei möglichst erhalten bleiben; die Fertigstellung ist für 2011 angepeilt.
Eine gegenläufige Entwicklung zeichnet sich unterdessen für die Schule ab: Drei der bislang insgesamt zwölf Klassen werden in der Gemeinde bis 2013 vermutlich wegfallen. Während der Hort, weiterhin unter der Trägerschaft der katholischen Kirche, in die freiwerdenden Räume der dritten und vierten Klasse umzieht, werden die Krippen- und Kindergartenzwergerl für die Zeit der Bauphase in den Containern betreut.
Mit einer Verlagerung lediglich der vierten Klasse konnte sich die Ratsmehrheit ebenso wenig anfreunden wie mit der Einrichtung eines Horts in Rohrdorf. Auf jeden Fall aber will man zumindest für die ersten zwei Jahrgangsstufen die Dorfschule am Kapellenberg erhalten. Bereits jetzt führen die größeren Grundschüler zu Fachstunden wie Sport oder Handarbeiten ins Turner Hölzl und verbrächten dabei meist die Pausen im Schulbus, hielt Rektorin Beate Irle den Bedenken und Einwänden gegen den Umzug von Elternseite entgegen. Auch stünden in Rohrdorf mit dem Musiksaal und dem Handarbeitsraum vollwertige Klassenzimmer zur Verfügung.
Weiter vorangetrieben wird der Hochwasserschutz für Thansau-Süd. So soll die Ingenieurgesellschaft RMD Consult die Planung für die Verbesserung des Abflusses im Gebiet Kammeranger/Lexenfeld sowie für zusätzliche Rückhaltebecken im Oberlauf der Entwässerungsgräben in Angriff nehmen.
Die finanzielle Situation der Gemeinde beleuchtete unterdessen Kämmerer Peter Wagner. Wenngleich die weltweite Wirtschaftskrise auch vor Rohrdorf nicht halt macht, besteht nach dessen Ansicht derzeit „kein Grund zur Sorge“. Sollte die Entwicklung der Gewerbesteuereinnahmen im weiteren Jahresverlauf gemäß den Erfahrungen ausfallen, könne die Gemeinde den Haushalt zum Jahresende „ohne Kreditaufnahme schultern“, verdeutlichte Wagner nach der Sitzung. Einen Nachtragshaushalt hält er, ebenso wie eine Haushaltswirtschaftliche Sperre, im Moment für nicht erforderlich. In jedem Fall aber müsse man „mit dem Geld haushalten“.
Sechs Jahre nach dem Startschuss wird die Postfiliale in der Bäckerei Gredler in Rohrdorf zu einem Verkaufspunkt herabgestuft; ab Mitte Oktober können Kunden dort nurmehr Briefmarken kaufen aber beispielsweise keine Pakete mehr abgeben. Post-Pressesprecher Klaus-Dieter Nawrath begründete diesen Schritt mit der geringen Nachfrage nach postalischen Dienstleistungen. Im Rahmen des Mobilen Postservice könnten die Kunden Briefe und Packerl aber künftig dem Zusteller mitgeben. Zudem stehe weiterhin das volle Angebot der Filiale im Ortsteil Thansau zur Verfügung.
Zu weiteren Feldgeschworenen, gewissermaßen den „Hütern“ der Grenzen und Abmarkungen im Gemeindegebiet, wurden Stefan Glombitza und Hans Reck gewählt. Die ehrenamtlichen Feldgeschworenen wirken unter anderem bei der Kennzeichnung von Grundstücksgrenzen durch die Vermessungsämter mit und werden auf Lebenszeit gewählt und vereidigt.
Juli 2009


Stühlerücken am Kapellenberg und kommunale Verkehrsüberwachung
Aus der Sitzung des Gemeinderats - Drastischer Rückgang der Schülerzahlen erwartet

Rohrdorf (pil) – Der für die kommenden Jahre erwartete drastische Rückgang der Schülerzahlen wird möglicherweise bereits im Herbst für Stühlerücken am Kapellenberg sorgen und könnte zugleich den erforderlichen Neubau des Kindergartens an der Wacholderstraße organisatorisch erleichtern. Weiteres Thema bei der jüngsten Sitzung des Rohrdorfer Gemeinderats war die innerörtliche Verkehrsüberwachung: Bei sechs Gegenstimmen sprach sich das Gremium dafür aus, einen Aufnahmeantrag beim Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland zu stellen.
Bis zum Schuljahr 2013/2014 werden den Ausführungen von Bürgermeister Christian Praxl zufolge insgesamt drei der bislang fünf Klassen wegfallen. Bereits nach den Sommerferien sollen nun die dritte und vierte Klasse nach Rohrdorf umziehen; zumal der Verbleib der Petö-Kinder im Turner Hölzl – der Modellversuch endet im Juli - noch ungeklärt sei. Die „Neuen“, erläuterte Rektorin Beate Irle, könnten mit wenig Aufwand im Handarbeitsraum und im Musiksaal untergebracht werden. In Thansau lernten ab Herbst demnach nurmehr die Erst- und Zweitklassler, während der Hort die dann leer stehenden Klassenzimmer nutzen könnte.
Hintergrund der Überlegungen ist der dringend erforderliche Neubau des Kindergartens „Heilige Familie“, der zudem die Funktionen von Hort und Krippe erfüllt. Der gut 30 Jahre alte Pavillon aus Fertigteilen ist an allen Ecken und Enden baufällig und platzt zudem aus allen Nähten; mehrere Gruppen sind wegen Platzmangels in Containern untergebracht. Zeitgleich mit der Verlagerung der Schulkinder sollen die Planungen für ein zweigeschossiges Gebäude an der Wacholderstraße anlaufen, das bis 2011/2012 fertiggestellt sein könnte. Während der Bauphase würden die Zwergerl in Containern betreut. Im Vorfeld will man zudem abklären, ob seitens der Unternehmen im Ort Interesse an der Angliederung eines Betriebskindergartens bestehe.
„Abzocke“ oder sinnvolle erzieherische Maßnahme? Über die Notwendigkeit des Beitritts zum Zweckverband Kommunale Verkehrssicherheit Oberland, der derzeit insgesamt 57 Städte und Gemeinden zwischen Ammersee und Chiemsee betreut, herrschte im Gremium geteilte Meinung; in der Bevölkerung wird bereits seit Jahren immer wieder der Ruf nach mehr Radarkontrollen laut. Über die Einrichtung – eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit Sitz in Bad Tölz - will die Gemeinde den fließenden Verkehr verstärkt ins Visier nehmen und Temposünder zur Kasse bitten. Eine Präsentation lieferte den Räten vorab Informationen über die Rahmenbedingungen einer Mitgliedschaft. So berechnen sich die Kosten für die Gemeinde aus einem festen Satz pro Einsatzstunde und einer Fallbearbeitungsgebühr; die Bußgelder selbst fließen ohne Abzug an die Kommune. Sämtliche Messstellen für die Radarkontrollen werden in Zusammenarbeit mit der Polizei festgelegt; Überwachungsumfang und - zeiten gibt die Gemeinde vor. Über den Aufnahmeantrag Rohrdorfs hat nun die Verbandsversammlung zu befinden.
Für Unmut sorgte ein Antrag des Fischereivereins auf Kostenübernahme für die Überdachung der Garage am Thansauer Badesee über zunächst 4200 Euro. Eine zusätzliche Kostenaufstellung sei entgegen der Ankündigung des Vereins bis zur Sitzung nicht bei der Gemeindeverwaltung eingegangen. Mit der Bewilligung eines einmaligen Zuschusses von 4000 Euro – auszuzahlen nach Fertigstellung der bereits vor längerem vereinbarten Arbeiten - zog der Gemeinderat einen Schlussstrich unter die Angelegenheit.
Neben der Ausschreibung für den Stromlieferungsvertrag für den Zeitraum 2010 bis 2013 und der Vergabe von Teerarbeiten im Rahmen der Straßensanierung stand in Rohrdorf erneut der Autobahnausbau auf der Tagesordnung. Knapp aber umfassend informierte Praxl das Gremium über die Ergebnisse der Ausbaukonferenz in Traunstein, an der neben Bayerns Innenminister Joachim Herrmann Bürgermeister und Abgeordnete aus der Region sowie Vertreter von Behörden, Verbänden und Bürgerinitiativen teilgenommen hatten. Über landkreisbezogene Arbeitsgruppen für Rosenheim, Traunstein und das Berchtesgadener Land werden nun auch die Anrainergemeinden in die Planung einbezogen. Die Teams sollen sich eingehend mit den jeweiligen Problembereichen entlang der Strecke Rosenheim-Piding befassen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln; das Planfeststellungsverfahren wird für die Ergebnisse offen gehalten. In jedem Fall will Praxl die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf-Achenmühle“ mit ins Boot holen, die einen nachhaltigen Lärmschutz sowie den weitestgehenden Erhalt des Landschaftsbildes am Eingang zur Tourismusregion Chiemgau in Form von Grün- beziehungsweise Landschaftsbrücken anstrebt. Allerdings seien Einhausungen nicht die von den Planungsbehörden bevorzugte Alternative.
Trotzdem ist Josef Schmid, Vorsitzender der Bürgerinitiative, durchaus zufrieden mit den Ergebnissen der Konferenz: Mit Sitz und Stimme in der Arbeitsgruppe kann die Bürgerinitiative die weitere Planung mitgestalten; zudem, erklärte er am Rande der Gemeinderatssitzung, wurde Achenmühle mit seiner engen Tallage und der Wohnbebauung bis dicht an die Autobahn als Problempunkt erkannt und öffentlich dargestellt. „Auf dieser Basis beginnt nun die eigentliche Arbeit“.
Juni 2009


An Kakteen hatte Hubert Gann schon immer Spaß. Seine Sammlung umfasst heute mehr als 1500 Exemplare. Fotos: Pilger
Dornenreiches Hobby trägt prächtige Blüten
Rohrdorfer hegt und pflegt mehr als 1500 Kakteen

von Marisa Pilger

Rohrdorf – Es ist ein stachliges, oder – spitzfindig und botanisch richtig ausgedrückt - ein dornenreiches Hobby, das Hubert Gann seit nunmehr 40 Jahren pflegt. Im Grunde genommen hatte der Rohrdorfer „schon immer Spaß“ an Kakteen. Doch dann lernte er durch einen Bekannten deren unvergleichbare Artenvielfalt in Mexiko schätzen und lieben. „Und das hat mich nicht mehr so recht losgelassen.“, erinnert sich der 78jährige an die Anfänge seiner Sammelleidenschaft. Im Wohnzimmer haben Ariocarpus und Co allerdings längst keinen Platz mehr: Schließlich ist Ganns Kollektion im Laufe der Jahrzehnte auf 1500 bis 2000 Exemplare angewachsen. Auch der Anbau im ersten Obergeschoss, ausgestattet mit Ventilator und thermostatgesteuerter Heizung, reichte bald nicht mehr aus, und selbst das Glashaus im Garten musste erweitert werden, um den aberhunderten von Kakteen und Sukkulenten ein Dach über dem Kopf bieten zu können.
Die Palette an Arten und Gattungen ist groß, die Gann dort beherbergt: Vom Regenbogenkaktus bis zur Affenschaukel, von der Warzenkaktee Mammillaria bis zum gerippten Stenocactus – die Vielfalt auf den fahrbaren Tischen und Regalen eröffnet sich dem Laien erst bei genauerem Hinschauen. Exemplare der meskalinhaltigen Lophophoren-Art Peyotl, des „Rauschgiftkaktus“, fehlen ebenso wenig wie die Espostoa, jene Säulengewächse, aus deren watteartiger Behaarung die Peruaner einst Bettunterlagen fertigten. Ganns erklärte Favoriten aber sind der Thelocactus mit seiner bunten Bedornung und die ursprünglich im Hochland Mexikos beheimateten Astrophyten. Diese kommen beinahe einem Barometer gleich. Denn stehen alle zur gleichen Zeit in voller Blüte, „wird das Wetter schlecht“.
Der Lohn der Kakteenzüchter: Die Vielfalt an Farben und Formen.
Freilich, Geduld braucht man für die Kakteenzucht. Und „zu tun gibt’s immer etwas“, selbst im Winter, wenn seine „Schützlinge“ Winterschlaf halten und noch nichts von der bunten Blütenpracht erahnen lassen, die sich mit den ersten wärmeren Tagen einstellt. Anfang des Jahres etwa hat die Rote Spinne einigen seiner Prachtexemplare stark zugesetzt.
Täglich inspiziert der Rohrdorfer seine umfangreiche Sammlung, topft um, pfropft, sät aus oder bestäubt seine Pflanzen mit dem Pinsel. Und gegossen wird „nur mit Regenwasser“. Auf diese Weise hat sich Gann zumindest einen kleinen Querschnitt der Kakteen-Vielfalt Süd- und Mittelamerikas herangezogen; die Ausfuhr dieser Pflanzen ist gemäß des Washingtoner Artenschutzabkommens von 1984 streng verboten.
Weitere Möglichkeiten, neue Mitglieder aus der Familie der Cactaceae zu erstehen, Pflegetips einzuholen und Erfahrungen auszutauschen bieten zudem die Kakteenfreunde Rosenheim. Jeden Monat treffen sich die „Kakteerianer“ im Happinger Hof; Gann fungierte acht Jahre lang als Kassier der Ortsgruppe, die 1967 gegründet wurde und rund 60 Mitglieder zählt. Darüber hinaus stehen Vortragsabende und Ausflüge auf dem Programm, sowie alle zwei Jahre das traditionelle Grenzlandtreffen. Hand in Hand mit seinem Faible für die Kakteenzucht geht bei Gann die Begeisterung für Mexiko. Das Land in Mittelamerika gilt gewissermaßen als das Mekka der Kakteenliebhaber. Und dort hat der Rohrdorfer schon mehr als einmal das Angenehme mit dem Angenehmen verbunden, nämlich Urlaub und Hobby.
Für ein wahrhaftig stachliges Teilgebiet der Botanik ist unterdessen seine Frau Barbara zuständig: Sie hegt und pflegt in ihrem Garten mit Hingabe mehr als 300 Rosenstöcke.
Juni 2009


Das große Rennen rund um einen kleinen Kunststoffball
Unihockey gewinnt beim TSV Rohrdorf-Thansau zunehmend an Boden

von Marisa Pilger

Kondition und Koordination sind gefragt beim Unihockey. Der TSV Rohrdorf-Thansau hat die aus Skandinavien stammende Sportart seit gut zweieinhalb Jahren im Programm. Foto: Pilger
Rohrdorf – Seine Wiege steht in Skandinavien; aber auch Tschechien und die Schweiz gelten als traditionelle Hochburgen des Unihockey. Nun gewinnt die rasante Sportart rund um einen kleinen gelöcherten Kunststoffball, der gerade einmal 23 Gramm auf die Waage bringt, auch in der Inntalgemeinde Rohrdorf zunehmend an Boden: Hier sind vor nunmehr zweieinhalb Jahren die „Lumberjacks“ mit einem Dutzend Aktiver an den Start gegangen. Mittlerweile betreiben rund 70 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer dieses schweißtreibende Hobby; und die jüngste der neun Abteilungen des TSV Rohrdorf-Thansau stellt dabei gewissermaßen ein Unikat in der Region dar.
Dass Unihockey nichts mit Universität zu tun hat, muss Abteilungsleiter Toni Maier immer wieder erklären; wenngleich es FH-Studenten waren, die in Rosenheim um die Jahrtausendwende zunächst eine Freizeitgruppe auf die Beine gestellt haben. Finnische Gastschüler hatten die international als „Floorball“ und im Mutterland Schweden als „Innebandy“ bezeichnete Sportart aus ihrer Heimat an den Inn gebracht. Als dann der Anteil an Nicht-Studenten überwog, schloss sich die Truppe im Sommer 2005 dem Sportbund Rosenheim als eigenständige Abteilung an.

Leicht zu erlernen und hochdynamisch – diese beiden Merkmale zeichnen das Unihockey, „die schnellste Hallensportart der Welt“, aus Maiers Sicht aus; zumal die Ausrüstung – neben Sportkleidung sind lediglich ein spezieller Ball mit 26 Löchern sowie ein leichter, flexibler Schläger aus Kunststoff beziehungsweise Carbon erforderlich – nicht sehr teuer zu Buche schlägt.
Gespielt wird dreimal 20 Minuten auf einem 20 mal 40 Meter messenden Großfeld mit Hintertorraum, innerhalb einer 50 Zentimeter hohen Bande. Die Teams bestehen aus fünf Feldspielern und einem Torwart (ohne Schläger), die, wie im Eishockey, im fliegenden Wechsel ausgetauscht werden können.
Im Grunde genommen handelt es sich bei der mit 30 Jahren noch recht jungen Sportart um die Indoor-Variante des skandinavischen Bandy, einem Verwandten des Eishockey. Zugleich weist es aber auch Ähnlichkeiten mit den hierzulande gängigen Hockeyarten auf.

Nur wenige Wochen später holte sie den Sieg beim ersten von ihnen ausgerichteten „Lumberjacks Cup“, der sich in der Zwischenzeit von einem ausschließlich bayerischen zu einem international besetzten Turnier entwickelt hat. Er wird das nächste Mal am Samstag, 20., und Sonntag, 21. Juni, ausgetragen.
Eng beschränkte Hallenzeiten bewogen die „Lumberjacks“ 2006 zum Umzug nach Rohrdorf. Zugleich nahm die Mannschaft im Winter 2006/07 erstmals an der Regionalliga Süd, der dritthöchsten Spielklasse, teil und rangierte zum Saisonende auf Platz drei hinter dem UC Heidelberg und den Bosch Anchors Stuttgart; ein Jahr später wurden die Rohrdorfer Vizemeister. Deutschlandweit, schätzt Maier, bewegt sich die Zahl der lizenzierten Spieler bei etwa 6000; unter den rund neun Millionen Bewohnern Schwedens dagegen sind es an die 130.000.
Parallel zum „Lumberjacks Cup“ – dort treten nunmehr zwölf Mannschaften aus sechs Nationen gegeneinander an – hat sich auch die Vereinssparte rasant entwickelt. Im Herren-Team wuchs der Spielerstamm von zwölf auf 20 an; seit rund zwei Jahren gibt es zudem wöchentliche Trainingsstunden für die mittlerweile rund 15 Damen, die „Lumberchicks“. Den größten Zulauf aber verzeichnet Maier im Kinder- und Jugendbereich mit inzwischen mehr als 40 begeisterten Anhängern in zwei Altersklassen: Nach dem Schnuppertraining im Rahmen des Ferienprogramms „sind wir förmlich überrannt worden“.
Für den Sportverein sind die „Neuzugänge“ in jedem Fall eine Bereicherung. „Die Sportart kann von Mädchen und Jungen gespielt werden und stellt nicht zuletzt wegen der Verwandtschaft zum Eishockey und Inlinehockey eine interessante Alternative im Angebot des TSV dar.“, erklärt Vorstand Sepp Pichlmeier. Zumal die Rohrdorfer Halle, die zwar in den Wintermonaten nahezu ausgebucht ist, nun auch von April bis Oktober besser genutzt werde. Nahezu einstimmig sei die Aufnahme der neuen Abteilung beim TSV Rohrdorf-Thansau beschlossen worden. „Und die Entwicklung seitdem zeigt, dass dies richtig war.“
Den Übungsbetrieb im Turner Hölzl meistern die „Lumberjacks“ derzeit mit zehn Trainern und einem durchgängigen Trainingskonzept; wobei die Herrenmannschaft noch Spieler ab 15 Jahre sucht. Im Kleinfeldbereich wird für die kommende Saison darüber hinaus ein regulärer Spielbetrieb in den Klassen U11 und U15 auf Bayern-Ebene angepeilt.
Weitere Informationen rund ums Unihockey in Rohrdorf gibt's im Internet unter www.lumberjacks-rohrdorf.de beziehungsweise bei Toni Maier (08031/2479350).
23. Mai 2009

Der „Lumberjacks Cup

„In Süddeutschland gibt es kein zweites Turnier, das so hochkarätig besetzt ist.“, unterstreicht Toni Maier, Abteilungsleiter der „Lumberjacks Rohrdorf“, die Qualität des Wettbewerbs, der auch in diesem Jahr an zwei Standorten – im Rohrdorfer Turner Hölzl und in der Luitpoldhalle in Rosenheim – ausgetragen wird. Am Samstag und Sonntag, 20. und 21. Juni, treffen dort insgesamt zwölf Spitzenteams aus Deutschland, Österreich, Tschechien, Finnland, Schweden und der Schweiz aufeinander. Der Eintritt zu allen Spielen ist frei.
Das erklärte Ziel der Gastgeber fürs Turnierwochenende: ein einstelliger Tabellenplatz.
pil



Neuer Tourismusverband und schneller Internetzugang
Gemeinderat beschließt Beitritt - Umfrage soll Bedarf an Breitbandverbindungen klären

Rohrdorf (pil) – Nach dem Austritt aus dem Tourismusverband München-Oberbayern schließt sich die Gemeinde Rohrdorf dem landkreisweiten „Chiemsee Alpenland Tourismus“ an. Darüber hinaus kündigte Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Gemeinderatssitzung eine Bedarfserhebung in Sachen Breitband-Versorgung an.
Mit der neuen Institution, die als „e.V. & Co.KG“ firmieren wird, sollen mit Beginn des kommenden Jahres sämtliche touristischen Kräfte im Landkreis unter einem Dach gebündelt werden, erläuterte Praxl das Konzept. Die 46 Landkreisgemeinden sollen sich daran im Rahmen des Vereins mit insgesamt 475.000 Euro beteiligen, der Landkreis mit 625.000 Euro und die Stadt Rosenheim mit 110.000 Euro; ein Pool aus Partnern aus der Wirtschaft steuere weitere 290.000 Euro bei, wodurch dem „Chiemsee Alpenland Tourismus“ unterm Strich ein Budget von 1,5 Millionen Euro für die Vermarktung der Region als Urlaubsgebiet zur Verfügung stünde.
Mit der Mitgliedschaft wird jährlich ein Beitrag von 5500 Euro für die Gemeinde fällig, die nicht als Fremdenverkehrsort gilt; als Berechnungsgrundlage dienen dabei die Übernachtungszahlen. Zum Vergleich: Die Tourismushochburg Prien zahlt 67.000 Euro. Ein Aufsichtsrat sichere das Mitspracherecht der Kommunen. Sowohl der Chiemsee- als auch der Wendelsteinverband würden in der neuen Organisation aufgehen, deren Nutzen für Rohrdorf einige Räte in Zweifel zogen. So wurde unter anderem ein weiterer, kostenintensiver Verwaltungsapparat befürchtet sowie die Beitragshöhe moniert. An den oberbayerischen Verband hatte die Gemeinde im vorvergangenen Jahr 1200 Euro gezahlt. Mit drei Gegenstimmen schloss sich das Gremium dem Beschlussvorschlag der Verwaltung an, der neuen Organisation solidarisch zunächst für zwei Jahre beizutreten.
Nicht nur in Bereichen des Ortsteils Thansau liegt die Versorgung mit breitbandigen Internetzugängen nach wie vor im Argen. Mittels einer Umfrage soll nun der tatsächliche Bedarf von Privatpersonen wie Unternehmen im gesamten Gemeindegebiet ermittelt werden, um weitere Schritte in Angriff nehmen zu können. Auch in Sachen Jugendtreff tut sich etwas: Derzeit sei man auf der Suche nach einer Betreuungsperson für die Einrichtung im Keller des alten Schulhauses; eine Kooperation mit der Nachbargemeinde Neubeuern sei dabei durchaus denkbar.
Unter Dach und Fach ist nun der Bebauungsplan „TH 05 Kapellenberg“ in Thansau, wo ein Lebensmittelmarkt entstehen soll. Geschlossen stimmte der Gemeinderat nach Abschluss der öffentlichen Auslegung der Satzung zu. Ebenso einstimmig wurde die 43. Änderung des Flächennutzungsplans für den Bereich an der Meisenstraße bejaht und, in Verbindung damit, die Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans „TH 16 Am Oberfeld-Ost“. Mit der Vergabe der Bauarbeiten (Straße, Wasser, Kanal) ist nun auch der Weg frei für den Ausbau der Markusstraße in Rohrdorf, der im Abschnitt Bahnhof-/ Ludwigstraße starten soll.
An der Beschilderung des SUR-Radweges im Zuge der Landesgartenschau 2010 in Rosenheim wird sich Rohrdorf mit einer Hinweistafel in der Ortsmitte beteiligen. Nicht zuletzt angesichts der Kosten von 3200 Euro pro Stück beschränkte sich das Gremium auf eine Tafel mit Informationen rund um die Gemeinde.
Mai 2009


Mehr Sicherheit auf Thansaus Schulwegen
Arbeitskreis benennt kritische Punkte - Verkehrsgutachten gefordert
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"Rausgeschmissenes Steuergeld"
Thansauer initiiert Unterschriftenaktion gegen Kirchturm-Zuschuss
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Neuer Anstrich für den Jugendtreff
Schritt für Schritt geht’s voran mit der Renovierung des Rohrdorfer Jugendtreffs. Die maroden Möbel wurden bereits entfernt und neue sanitäre Anlagen eingebaut. Jetzt trafen sich rund 15 Jugendliche zu einer Besprechung mit den Jugendbeauftragten und -referenten im Keller des alten Schulhauses, um das weitere Vorgehen zu besprechen: Als nächstes soll nun der Anstrich in Angriff genommen werden.
Bei der Jugendversammlung im November war beschlossen worden, den Treff, von dessen Existenz nur wenige wussten, neu zu organisieren. Für die Betreuung der Einrichtung wird eine Fachkraft eingestellt.
Wer Lust hat, mit zu planen, Malerarbeiten zu übernehmen oder sich an anderen Aufgaben zu beteiligen, erfährt Näheres bei Renate Pilger, Gemeindeverwaltung Rohrdorf, Telefon 08032/9564-0.
Text/ Foto: pil
2. April 2009



Weder Nachtexpress noch Klimaschutz-Werkstatt
Gemeinderat lehnt in beiden Fällen finanzielle Beteiligung ab

Rohrdorf (pil) – Der Nachtexpress für Rohrdorf wird nicht wieder aufleben. Einstimmig lehnte der Gemeinderat jetzt eine finanzielle Beteiligung an der Buslinie ab. Bereits vor Jahren hatte die Gemeinde eine nächtliche Busverbindung aus Rosenheim mitfinanziert, die 2003 schließlich wegen Unwirtschaftlichkeit eingestellt wurde. Das Gremium bezweifelte, dass sich für einen neuerlichen „Nachtexpress-Chiemgau“ genügend Fahrgäste erwärmen, um die Linie wirtschaftlich betreiben zu können; zumal eine Fahrt von Rosenheim nach Rohrdorf aufgrund der Streckenführung dann bis zu 40 Minuten dauere.
Ebenso wenig wird sich die Kommune als Gesellschafter an der vom Landkreis initiierten Klimaschutz-Werkstatt als zentrale Energieberatungsstelle für die Bürger aus Stadt und Landkreis beteiligen. „Eigentlich unnötig“, war die einhellige Meinung der Räte zu dem Vorhaben, eine weitere Organisation mit einem eigenem Verwaltungsapparat zu schaffen. Besser sei es, vorhandene Ressourcen (zum Beispiel Energieversorger, private und kommunale Berater) zu bündeln und gebietsweise gemeinsame Veranstaltungen rund ums Thema Umweltschutz und Energiesparen anzubieten.
Über einen Zuschuss von maximal 17.000 Euro können sich unterdessen die Thansauer Vereine freuen. Die Finanzspritze wird gewährt für den Bau eines Vereinsstadels nahe des Feuerwehrhauses. Mit einer Reihe von Bauarbeiten, die vergeben wurden, werden in verschiedenen Ortsteilen außerdem Trinkwasserleitungen erneuert beziehungsweise verlängert.
Für Diskussion im Rahmen des seit zwei Jahren andauernden Bebauungsplanverfahrens „RO 17 Markusstraße“ hatte die Situierung eines zusätzlichen Gebäudes gesorgt. Entgegen des Beschlussvorschlags der Verwaltung sprach sich das Gremium mehrheitlich für die von den Grundstückseigentümern gewünschte Verschiebung des geplanten Hauses nach Südwesten in Richtung Hangkante aus. Die Satzung wurde schließlich mit 17:4 Stimmen verabschiedet. In einem weiteren Schritt genehmigten die Räte die Ausführungsplanung für den Ausbau der Markusstraße, welche auch einen Umbau der Einmündung zur Bahnhofstraße vorsieht. Darüber hinaus werden in dem Straßenzug sämtliche Ver- und Entsorgungsleitungen erneuert und ein Regenwasserkanal verlegt. Ein Gehweg für die Markusstraße sei, wie Bürgermeister Christian Praxl explizit anmerkte, auf ausdrücklichen Wunsch der Anlieger nicht vorgesehen.
Ein eigener Tagesordnungspunkt war dem sechsstreifigen Ausbau der A 8 gewidmet. Die Planfeststellungsunterlagen der Autobahndirektion mit meterhohen Lärmschutzwällen und -wänden sollen nach derzeitigem Stand der Dinge Mitte des Jahres vorliegen; dann sei auch die Gemeinde mit einer offiziellen Stellungnahme gefordert. Inzwischen aber, riet Praxl, sollten die Bürger das Thema am Kochen halten und ihre Forderungen nach Einhausungen und Landschaftsbrücken mit Argumenten wie dem Erhalt des Landschaftsbildes und dessen Bedeutung für den Wirtschaftsfaktor Tourismus sowie der Feinstaubbelastung untermauern; hier engagiert sich auch die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle“. Denn die Entscheidung über das künftige „Gesicht“ der Salzburger Autobahn zwischen Rosenheim und Bad Reichenhall müsse letztlich auf politischer Ebene fallen.
März 2009


Solarstrom zapfen an der Tankstelle
Landkreisweit erste Zapfsäule am Wertstoffhof in Thansau eröffnet
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Trotz Gewerbesteuer-Ausfalls ausgeglichener Haushalt für 2008
Gemeinderat verabschiedet aktuellen Etat einstimmig - Zusammenarbeit mit Bürgerinitiative angekündigt

Rohrdorf (pil) - Trotz der um drei Millionen Euro spärlicher als erwartet geflossenen Gewerbesteuer konnte Rohrdorfs Kämmerer Peter Wagner dem Gemeinderat in der Jahresrechnung einen ausgeglichenen Haushalt 2008 vorlegen. Die Mindereinnahmen wurden durch Rücklagen aufgefangen; sie beliefen sich zum Ende des vergangenen Jahres auf 650.000 Euro.
Angesichts der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sei die vorsichtige Planung im aktuellen Etat mit einem Gesamtvolumen von nunmehr 16,8 Millionen Euro, 13,9 Millionen im Verwaltungs- und 2,9 Millionen Euro im Vermögenshaushalt, also durchaus berechtigt. Der Gemeinderat befürwortete den Haushaltsplan, in dem nun auch der Zuschuss von 125.000 Euro für den Kirchturmbau in Thansau berücksichtigt ist (der gleiche Betrag ist ebenso fürs kommende Jahr vorgesehen), letztlich geschlossen; dieser Punkt hatte im Finanzausschuss eine rege Diskussion angestoßen. Eine Kreditaufnahme sei fürs laufende Jahr nicht vorgesehen, erläuterte Wagner weitere Eckpunkte aus dem Zahlenwerk; die Hebesätze für Grund- und Gewerbesteuer rangierten im landkreisweiten Vergleich nach wie vor ganz unten, und die Gebühren für Wasser und Kanal seien ebenfalls seit langem konstant. Zudem sei die Gemeinde mit einem Schuldenstand von weniger als 800.000 Euro ins neue Jahr gestartet.
Vergeben wurden bei der Sitzung auch die landschaftsplanerischen Leistungen, die eine wesentliche Rolle bei der Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes spielen werden. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat den Landschaftsarchitekten Rupert Schelle aus Bad Endorf mit den Arbeiten; er hat bereits diverse Grünordnungskonzepte im Gemeindebereich erarbeitet. Bei sieben Gegenstimmen gab der Gemeinderat grünes Licht für die endgültige Fassung der 45. Änderung des Flächennutzungsplanes und, damit verbunden, für die Satzung des Bebauungsplanes „TH 14 Ahornstraße“. Die Firma Hamberger will auf dem Areal unweit des Wertstoffhofes ihre Produktionsanlagen erweitern.
Keine Beeinträchtigung der Belange Rohrdorfs gehen nach Auffassung des Gremiums von dem geplanten, kleinteilig gegliederten Gewerbegebiet im Frasdorfer Ortsteil Unteracherting aus. Lediglich eine etwaige Trinkwasserversorgung in dem an Achenmühle angrenzenden Areal durch die Gemeinde Rohrdorf wurde mit einem entsprechenden Passus in der Stellungnahme ausdrücklich ausgeschlossen.
Keinerlei Nutzen sehen die Räte in der weiteren Mitgliedschaft im Tourismusverband München-Oberbayern. 1200 Euro Mitgliedsbeitrag hatte die Kommune im Jahr 2007 gezahlt. Allerdings, gab Bürgermeister Christian Praxl zu Bedenken, seien die rund 57.300 Übernachtungen zum allergrößten Teil durch den direkten Kontakt der Gäste mit dem einzigen großen Hotel am Ort beziehungsweise den anderen Übernachtungsbetrieben abgewickelt worden. Einem Zusammenschluss möglichst aller Kommunen in der Region unter einem großen werbewirksamen Dach stehe die Gemeinde Rohrdorf, die vor einigen Jahren auch aus dem Kur-und Tourismusverband Wendelstein ausgetreten ist, unterdessen durchaus aufgeschlossen gegenüber.
Ein einmaliger Jahreszuschuss von 600 Euro wurde für die verlängerte Mittagsbetreuung am Sonderpädagogischen Förderzentrum Brannenburg gewährt, das derzeit rund zwei Dutzend Kinder aus dem Gemeindebereich besuchen. Aufgrund der großen Nachfrage soll dort eine zweite Gruppe mit Zusatzangeboten wie Sozialtrainings, Sport und Musik eingerichtet werden.
Einstimmig nahm der Gemeinderat auch den Haushaltsplan der „Zwergerlmühle“, des Integrativen Hauses für Kinder in Achenmühle, an, der einen Defizitausgleich seitens der Gemeinde in Höhe von 20.000 Euro vorsieht.
Unterstützung in Form entsprechender Gemeinderatsbeschlüsse sicherte Praxl abschließend der „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde e.V.“ zu, die sich nachdrücklich für einen umfassenden Lärmschutz im Zuge des geplanten Autobahnausbaus, etwa in Form von Landschaftsbrücken, stark macht. Parallel zu den Bemühungen der verschiedenen Bürger-Bündnisse entlang der Salzburger Autobahn wenden sich die Bürgermeister der betroffenen Gemeinden im Schulterschluss an die politischen Entscheidungsträger.
Februar 2009


A8: Ein Plädoyer für den Erhalt des Landschaftsbildes
200 Interessierte beim Infoabend der Bürgerinitiative in Achenmühle

Rohrdorf (pil) – Dass der geplante Ausbau der A 8 auch die Rohrdorfer nicht unberührt lässt, zeigte sich bei einer Informationsveranstaltung, zu der die noch junge „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde e.V.“ eingeladen hatte. Rund 200 Besucher konnte Vorstand Josef Schmid trotz widriger Wetterverhältnisse im Dorfhaus Achenmühle begrüßen, darunter die Bürgermeister Christian Praxl (Rohrdorf) und Georg Huber (Samerberg), zahlreiche Gemeinderäte, stellvertretenden Landrat Paul Unterseher aus Höhenmoos und den tourismuspolitischen Sprecher der CSU-Landtagsfraktion, Klaus Stöttner (CSU), sowie Vertreter der Initiativen aus Frasdorf und Bernau und des Logistik Kompetenz Zentrums Prien.
So könnte Achenmühle mit Landschaftsbrücken über die neue Autobahntrasse aussehen. Am Bildrand links und rechts verschwindet die Fahrbahn in einem Tunnel. MdL Klaus Stöttner, so Josef Schmid von der Bürgerinitiative, wolle nun das Thema in die zuständigen Gremien weitertragen. Fotomontage: BI
Mit Nachdruck fordert das Rohrdorfer Bündnis - als Alternative zum vorgesehenen offenen Ausbau der Salzburger Autobahn - Grün- bzw. Landschaftsbrücken im Abschnitt zwischen Apfelkam und Daxa. Nur die Einhausung der Trasse an den Ortspassagen könne einen „zukunftsorientierten, nachhaltigen und allumfassenden Lärmschutz“ gewährleisten, führte Schmid in seiner Präsentation aus, bei der sich das Publikum auch von vergleichbaren, bereits realisierten Bauwerken ein Bild machen konnte. Notwendige Verkehrswege könnten ohne zusätzliche teure Brückenbauwerke und Unterführungen über die Grünbrücken geführt werden; ebenso wäre eine landwirtschaftliche Nutzung auf den Überbrückungsflächen möglich.
„Sicher nicht ohne Grund“, ergänzte der Mediziner Dr. Alexander Kahle aus Höhenmoos als Gastreferent, würden zum kommenden Jahr die Feinstaub-Grenzwerte deutlich nach unten geschraubt: Demnach sind ab 2010 pro Kalenderjahr nurmehr sieben anstatt wie bisher 35 Überschreitungen des Grenzwertes von 50 Mikrogramm/m3 erlaubt; der zulässige Jahresmittelwert wird von derzeit 40 auf 20 Mikrogramm gesenkt.
Diese und andere Schadstoffe wie etwa Stickstoffdioxide, so Schmid weiter, könnten nur mit Einhausungen kontrolliert abgeleitet und gefiltert werden. Unter den von der Autobahndirektion Südbayern vorgesehen drastischen Eingriffen ins Landschaftsbild hätten zudem nicht nur Flora und Fauna zu leiden. Ebenso sieht das Bündnis „die Grundlage für den Fremdenverkehr als zusätzliches wirtschaftliches Standbein“ in Gefahr. Schließlich bringe der anvisierte Ausbau eine Verbreiterung der Verkehrsachse um 19 auf dann 36 Meter (inklusive Lärmschutzmaßnahmen auf 45 bis 50 Meter) mit sich, sowie bis zu zwölf Meter hohe Stützmauern entlang der Nordseite und bis zu 5,50 Meter hohe Mauern und Wälle im Süden. Auch den Flächenverbrauch für den acht Kilometer langen Abschnitt im Gemeindebereich Rohrdorf führten die Referenten ins Feld: Insgesamt 288.000 Quadratmeter Bodenfläche – ungefähr 39 Fußballfelder - und damit mehr als doppelt soviel wie bisher, wären letztlich mit der angepeilte Trasse versiegelt. Dabei stelle die Voralpenlandschaft „die wichtigste Basis für jede Entwicklung und Belebung des Tourismus in unserer Region dar“.
Nun, möglichst noch vor Beginn des Genehmigungsverfahrens, will die Bürgerinitiative den Dialog mit den politischen Entscheidungsträgern ankurbeln. Schließlich, zog Schmid nach der Veranstaltung eine erste Bilanz, habe der Informationsabend deutlich gezeigt, dass viele Bürger nicht bereit seien, jede standardmäßig angebotene Lösung klaglos hinzunehmen.
3. Februar 2009


Glaubensfrage Kirchturmzuschuss
Rohrdorfer Finanzausschuss lässt 18-Millionen-Etat einstimmig passieren

Rohrdorf (pil) – Um die Finanzlage der Gemeinde Rohrdorf ist es nach wie vor nicht schlecht bestellt. Weil aber die wirtschaftliche Talfahrt auch vor Rohrdorf nicht halt mache, empfahl Kämmerer Peter Wagner dem Finanzausschuss bei der Vorberatung des Haushalts ausdrücklich, „das Geld zusammen zu halten“. Einstimmig sprach sich das Gremium für das Zahlenwerk mit einem Gesamtvolumen von rund 18 Millionen Euro aus (davon 14,9 Millionen Euro im Verwaltungs- und 3,1 Millionen im Vermögenshaushalt) aus. Lediglich einige Nachträge, etwa zum Kirchturm-Zuschuss, zur offenen Jugendarbeit und zum Wertstoffhof-Personal, müssen noch bis zur beschließenden Sitzung des Gemeinderats am 12. Februar eingearbeitet werden.
Die größten Brocken auf der Ausgabenseite des Etats, den Bürgermeister Christian Praxl als „wohldurchdacht“ lobte, stellen die Kreisumlage (fast 4,8 Millionen), die Gewerbesteuerumlage (1,5 Millionen) und die Personalkosten mit rund einer Million Euro dar. Darüber hinaus sind 1,06 Millionen Euro für den Wasserleitungsbau veranschlagt, sowie jeweils 440.000 Euro für den Ausbau der Markusstraße und für den Kanalbau.
Bei den Einnahmen schlägt, neben Einkommensteueranteil (2,5 Millionen), Grundsteuer auf nicht-landwirtschaftliches Grundvermögen (540.000) und Umsatzsteuerbeteiligung (500.000 Euro), im Wesentlichen die Gewerbesteuer zu Buche. Diese wurde für 2009 vorsichtig mit sieben Millionen Euro angesetzt. Zum Vergleich: In den vergangenen fünf Jahren belief sich das Aufkommen hier auf durchschnittlich 8,5 Millionen Euro.
Bei unveränderten Hebesätzen für Grund- und Gewerbesteuer liegt die Steuerkraft pro Einwohner bei nunmehr 1804 Euro (2563 im Vorjahr); damit belege Rohrdorf den dritten Platz unter den Landkreisgemeinden. Der Schuldenstand der Kommune sinkt zum Jahresende auf knapp 800.000 Euro.
Beinahe zur Glaubensfrage war unterdessen die Debatte über den Zuschuss für den geplanten Kirchturm in Thansau geraten. Nur mit einer Finanzspritze von jeweils 125.000 Euro im laufenden sowie im kommenden Jahr sei der Turm für die katholische Kirchengemeinde finanzierbar, informierte der Bürgermeister die Räte über das Anliegen von Pfarrer Gottfried Doll. Trotz der hohen Summe plädierte die Mehrheit (Rederecht bei der Ausschusssitzung hatten alle Gemeinderäte) letztlich dafür, die Mittel bereitzustellen. Diese Investition, wurde argumentiert, könne sich die Kommune leisten, ohne dafür in anderer Hinsicht Verzicht üben zu müssen; zumal ein Kirchturm auch von hoher symbolischer Bedeutung für eine Gemeinde sei. Einzig Karl Blum (Bürgerblock) sprach sich vehement gegen diese Art der Verwendung von gemeindlichen Geldern aus und verwies auf weitaus wichtigere Aufgaben.
Mit dem entsprechenden Beschluss des Gemeinderats, erklärte der Pfarrer nach der Ausschuss-Sitzung zuversichtlich, könnte der Bau des Glockenturms wohl noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. Wie berichtet soll auf dem Thansauer Kapellenberg ein Campanile aus Glas, Stahl und Beton errichtet werden, dessen Kosten inklusive Geläut Doll mit rund 550.000 Euro bezifferte. Ungefähr 140.000 Euro habe die Kirchengemeinde dafür bereits gesammelt, weitere 50.000 Euro das Ordinariat bislang beigesteuert.
Dem Brandschutz und der Jugendförderung kommt die Spende der Firma Hamberger zugute, welche das Unternehmen auch in diesem Jahr der Gemeinde Rohrdorf zukommen ließ. Der Finanzausschuss befürwortete einstimmig eine Aufteilung des Betrages in Höhe von 1000 Euro zu gleichen Teilen.
Januar 2009


Elf Zwergerl sowie 140 Kinder und Jugendliche – darunter 25 Snowboarder – sind in diesem Jahr mit den Skilehrern des TSV Rohrdorf-Thansau auf die Piste gegangen. Während die einen in Durchholzen ihre ersten Bögerl meisterten, übten sich die anderen auf jeder Menge Kunstschnee im Skigebiet Zahmer Kaiser im Carving- und Parallelschwung. Ein Bus mit den Fortgeschrittenen steuerte wieder an zwei Tagen Westendorf /Tirol an, wo ausgezeichnete Pisten- und Wetterverhältnisse für gute Stimmung sorgten. Beim traditionellen Abschlussrennen am Amberglift in Durchholzen ging's dann – angefeuert von zahlreichen Eltern - um Zehntel- und Hundertstelsekunden, vor allem aber ums Dabeisein.
Insgesamt 25 Skilehrer und fünf Helfer waren an den vier Tagen im Einsatz. Gemeinsam mit den Abteilungsleitern Andi Leidl und Schorsch Dick junior überreichten sie ihren Schützlingen bei der Siegerehrung im Hotel zur Post in Rohrdorf die wohlverdienten Medaillen und Urkunden. Ein besonderer Dank ging außerdem an alle Sponsoren und Helfer. Denn nur durch deren Unterstützung konnten auch in diesem Jahr die Kleineren eine Pause im Zelt einlegen und sich bei einem Becher Punsch aufwärmen.
Text/Foto: pil



Nicht nur Kinder profitierten diesmal vom Rohrdorfer Ferienprogramm; es hat zudem mehr Farbe ins Gemeindeamt gebracht: So waren bei einer Ausstellung im Dorfhaus in Lauterbach während einer amerikanischen Versteigerung einer Gemeinschaftsarbeit von gut einem Dutzend Nachwuchskünstlern insgesamt 210 Euro zusammen gekommen. Diese Summe überreichte Bürgermeister Christian Praxl (links) jetzt an Ursula Bichler (Zweite von rechts), die Geschäftsführerin der „Rosenheimer Aktion für das Leben“. Die Einrichtung unterstützt seit 1986 Familien in sozialer und wirtschaftlicher Not. „Das Geld können wir sehr gut brauchen.“, freute sich Bichler. Zugleich bekam das farbenfrohe Werk, das in den Kursen von Andrea Eykmann (rechts) entstanden war, einen Ehrenplatz im Rathaus-Foyer, anstatt - wie ursprünglich vorgesehen - im Seniorenheim. Tatkräftige Unterstützung bei der Übergabe leistete die kleine Franziska Seidl, die bei der Auktion als Letzte den Spendentopf gefüttert hatte.
Text/Foto: Pilger



Landschaftsbrücken für die Autobahn
Bürgerinitiative fordert schonenden Ausbau der A8

Rohrdorf (pil) – Auf einen möglichst nachhaltigen und zukunftsorientierten Immissionsschutz sowie den weitgehenden Erhalt des Landschaftsbildes zielt die „Bürgerinitiative A8 Rohrdorf – Achenmühle, für eine lebenswerte Zukunft in unserer Heimatgemeinde“ ab, die sich angesichts des geplanten Ausbaus der Salzburger Autobahn formiert hat.
„Jede Bürgerin und jeder Bürger unserer Heimatgemeinde hat Anspruch auf eine Umwelt, die ein höchstmögliches Maß an Gesundheit und Wohlbefinden ermöglicht.“, betonen die Vorstände Josef Schmid, Sebastian Diechler und Hans-Peter Steindlmüller. Als Alternative zum offenen Ausbau fordert das Bündnis deshalb an den dicht besiedelten wie an den landschaftlich empfindlichen Abschnitten Grün- bzw. Landschaftsbrücken.
Die Notwendigkeit des Autobahnausbaus auf sechs Fahrstreifen wird dabei in keiner Weise in Frage gestellt. Doch sollten in jedem Fall die Belastungen für die Anwohner durch Lärm und Feinstaub auf ein Minimum reduziert werden, Flora und Fauna möglichst erhalten bleiben. Gerade durch die enge Tallage und den unregelmäßigen Höhenverlauf der Strecke dränge sich zwischen Apfelkam und Daxa eine landschaftsschonende Tunnel-Lösung geradezu auf; zumal die neue Trasse in diesem Bereich, dem Tor zur Tourismusregion Chiemgau, ohnehin deutlich tiefer verlaufen soll. Mit Landschaftsbrücken würden sich dort mächtige, meterhohe Stützmauern und Schallschutzwände erübrigen.
Bei ihrer Suche nach vergleichbaren Bauwerken sind die Vertreter der erst vor kurzem gegründeten Initiative unter anderem in Deutschland, vor allem aber in Slowenien, Kroatien und Österreich fündig geworden.
Für die Ortsteile Rohrdorf und Thansau will sich das Bündnis darüber hinaus für einen über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinausgehenden Lärmschutz auf Kosten des Bundes einsetzen.
Zu einem ersten Informationsabend lädt die Bürgerinitiative am Mittwoch, 28. Januar, um 19.30 Uhr ins Dorfhaus Achenmühle ein. Weitere Auskünfte erteilt Vorstand Josef Schmid, Telefon 08032/91176.
30. Dezember 2008


Die alte Lehrervilla in Thansau. An ihrer Stelle soll ein Lebensmittelmarkt mit Tagescafé, Büro- und Praxisräumen entstehen. Foto: Pilger
Lebensmittelmarkt statt Lehrervilla
Thansau: Auch Tagescafé und Praxisräume geplant

Rohrdorf/Thansau (pil) – Ins Thema Nahversorgung für die Ortschaft Thansau kommt wieder Bewegung: Ein Investor hat das Grundstück der alten Lehrervilla gekauft und will dort einen Lebensmittelmarkt mit Tagescafé, Büro- und Arztpaxisräumen und 74 Parkplätzen errichten. Verhandlungen mit möglichen Betreibern des geplanten Supermarkts gegenüber des Seniorenheims „St. Anna“ seien bereits im Gang, ließ Bürgermeister Christian Praxl bei der jüngsten Sitzung wissen. Die für das Vorhaben erforderliche Änderung und Erweiterung des Bebauungsplans TH 05 „Am Kapellenberg“ brachte der Rohrdorfer Gemeinderat jetzt einstimmig auf den Weg.
Bereits vor Jahren hat das letzte Lebensmittelgeschäft in Thansau dicht gemacht. Für einigen Wirbel in Sachen Einkaufen hatten dann Mitte 2004 die Planungen für einen Supermarkt auf dem Gelände des alten Sportplatzes gesorgt sowie ein Bürgerbegehren, das diesen Standort ablehnte und stattdessen ein Lebensmittelgeschäft im Ortskern von Thansau forderte. Erstere wurden schließlich vom damaligen Gemeinderat gestoppt, wodurch auch ein etwaiger Bürgerentscheid gegenstandslos wurde.
Ortswechsel: Die nicht genehmigten Bauten im südlichen Bereich des Betriebsgrundstücks an der Angermühlstraße können möglicherweise zum Teil noch einige Jahre bestehen bleiben. Bei fünf Gegenstimmen aus den Reihen des Bürgerblocks und der SPD befürwortete das Gremium einen entsprechenden Antrag des Grundstückseigentümers; doch letztlich hat über einen neuerlichen Duldungsbescheid das Landratsamt zu befinden. Ein Veto, so die mehrheitliche Auffassung, gefährde die Existenz der dort angesiedelten Betriebe, insbesondere einer Zimmerei. Und auch von einer Wohnbebauung – auf dem Areal besteht ein Baurecht für mehrere Wohneinheiten - blieben die unmittelbaren Nachbarn nicht unberührt.
Etwas sauer aufgestoßen war einigen Räten der Antrag auf Verlängerung der Frist kurz vor deren Ablauf am 31. Dezember. Bereits 2001 war der städtebauliche Vertrag abgeschlossen worden, der auch den Abriss der Schwarzbauten bis zum Jahresende 2008 festschrieb. Diese, stellte der Bürgermeister ausdrücklich klar, habe jedoch der jetzige Eigentümer nicht zu verantworten sondern lediglich von seinem Vorgänger übernommen. Zwischenzeitliche Auswüchse in Form von Containern und anderen Lagereinrichtungen habe jener gemäß der vertraglichen Auflagen beseitigt, und das Gelände sei nunmehr in einem ordentlichen Zustand. Eine Verschlechterung des Status Quo, so die vorherrschende Meinung, gehe mit einer Fristverlängerung, zumal gekoppelt an die derzeit ansässigen Unternehmen, nicht einher. Die ersten Bauten sollen demnach im März fallen, der letzte Teil des Komplexes spätestens 2014.
Ohne Gegenstimmen passierte die zweite Änderung der Ortsabrundungssatzung für Lauterbach das Gremium. Anwohner hatten im Rahmen der Bürgeranhörung Bedenken gegen einen geplanten, dem Wohngebiet vorgelagerten Pferdestall an der Simsseestraße geäußert. Neben der Geruchsbelästigung befürchten sie vor allem die Ausweitung zu einem gewerblichen Reiterhof. Dem Einwand der Nachbarn trägt nun eine Beschränkung des Pferdestalls auf eine Fläche von 75 Quadratmetern sowie auf eine Nutzung ausschließlich zu Freizeitzwecken Rechnung.
Ebenfalls einstimmig wurde mit dem Aufstellungsbeschluss und der Vergabe der Planungsarbeiten das Verfahren für einen neuen Flächennutzungsplan für den gesamten Gemeindebereich eingeläutet. Die nach derzeitiger Schätzung rund 100.000 Euro teure Neufassung wird das aktuelle, nunmehr 30 Jahre alte und 46mal geänderte Rahmenwerk ablösen und soll dann für die folgenden 15 Jahre die Weichen für die städtebauliche Entwicklung der Kommune stellen. Nach der vorgezogenen Bürgerbeteiligung und der Anhörung der Träger öffentlicher Belange billigten die Räte auch den Bebauungsplan RO 17 für die Markusstraße, der nun öffentlich ausgelegt wird. Von einem Gutachten über die zu erwartende Zunahme der „Verkehrsströme“, wie es von Seiten der Bahn gewünscht wurde, sieht der Gemeinderat allerdings ab; schließlich umfasse der Bebauungsplan im wesentlichen bestehende Bebauung und weise nur einzelne Baulücken auf.
Die 1000-Euro-Spende für soziale Zwecke der Firma Schattdecor an die Gemeinde kommt in diesem Jahr zu gleichen Teilen dem Sozialwerk und dem Behandlungszentrum Aschau zugute; letzterem sind die Konduktiven Förderklassen (Petö) an der Rohrdorfer Schule als Außenklassen angegliedert.
24. Dezember 2008



Mit dem Fahrstuhl Richtung Weihnachten
Beine hoch!“ - und los ging die Reise im Fahrstuhl von Nikodemus Baltasar Aufundab, eine Reise mit ungewöhnlichem Ziel und zwei blinden Passagieren an Bord. Kein Wunder, dass Mickie und Puck zur Strafe auf Wolke 19 Geschenke verpacken müssen: Denn dass es sich bei diesen beiden Weihnachtselfen, die nun das Heimweh umtreibt, um ganz besonders freche Exemplare handeln muss, merken die Zuschauer im Turner Hölzl recht schnell. Dabei hat die diesjährige Inszenierung des Rohrdorfer Kindertheaters „Harlekids“ unter der Regie von Xandi Fradl und Claudia Weiß-Lorenz nicht nur eine große Portion Witz zu bieten; sie fordert dem Publikum außerdem mehr als einmal tatkräftige Mithilfe ab.
Wenn das Fest der Liebe naht, ist bei den „Harlekids“ meist auch das Böse nicht weit. So wollen sich diesmal die herzlose Eisprinzessin und ihre beiden Komplizen, der von Sekunden besessene Flitz und der geldgierige Zaster, eiskalt des friedlichen, beschaulichen Weihnachtslandes bemächtigen: Der rotgewandete Oberelf friert zur Tomate zusammen und Bäckermeister Schmeck gleicht tiefgekühlt nurmehr einem Lebkuchenmännchen. Doch wem ist es zu verdanken, dass der frostige Coup letztlich misslingt und das Weihnachtsfest doch nicht ausfallen muss?
Harry Fradl hat das märchenhafte Stück „Wie Puck Weihnachten rettet“ aus der Feder von Christina Stenger überarbeitet, in dem der Postbote Taube – James Taube - selbstredend im Auftrag Ihrer Majestät unterwegs ist. Insgesamt viermal nahm die engagierte junge Truppe ihre Zuschauer mit zu einem unterhaltsamen Ausflug in eine märchenhaft gestaltete Bühnen-Weihnachtswelt.
Text/ Fotos: Pilger
15. Dezember 2008


Im Sitzungssaal hatten die Kids das Sagen
Großer Andrang bei Rohrdorfs erster Jugendversammlung

Rohrdorf (pil) – Wo sonst der Rohrdorfer Gemeinderat tagt, hatten diesmal die Jugendlichen die Oberhand. Denn um deren Ideen und Anliegen ging es bei der ersten Jugendversammlung. Mit knapp 50 Mädchen und Burschen war der Andrang im Sitzungssaal so groß, dass zunächst noch weitere Stühle herbeigeschafft werden mussten.
„Nur wer mitredet, kann auch mitbestimmen“; unter diesem Motto wollten sich die neuen Jugendbeauftragten Astrid Zeitler und Renate Pilger gemeinsam mit den Jugendreferenten im Gemeinderat, Anette Wagner und Markus Unterseher, sowie Bürgermeister Christian Praxl und Stellvertreter Martin Fischbacher ein Bild machen von den Wünschen der 13- bis 20jährigen. Ziel ist es, sowohl die Jugendarbeit der Vereine weiter zu unterstützen als auch offene, vereins- und ortsteilunabhängige Einrichtungen zu schaffen. Hierfür ist jedoch nicht nur die Meinung der Jugendlichen gefragt, sondern auch deren Engagement gefordert.
Mit einem Fußballkäfig, einer Klettermöglichkeit und Banden für den Hartplatz in Achenmühle ging der Trend bei der „Stoffsammlung“ deutlich in Richtung Sport. Doch auch eine Eisdiele als Treffpunkt, eine Nachtbus-Verbindung und einen Probenraum für Bands notierte Carina Hernaiz vom Kreisjugendamt, die die Veranstaltung moderierte, auf dem „Wunschzettel“.
Auf ihr Anraten hin konzentrierte sich angesichts der Jahreszeit die Diskussion dann auf den Jugendraum im Untergeschoss der Montessori-Schule. Der Treff, von dessen Existenz offenkundig nur wenige gewusst hatten, ist den Schilderungen zufolge außerdem stark renovierungsbedürftig. Allerdings, machte Hernaiz den Jugendlichen klar, sei es mit einem frischem Anstrich und neuen Möbeln allein nicht getan. Gemeinsam mit den Gemeindevertretern müssten auch organisatorische Fragen wie Öffnungszeiten und Zuständigkeiten geklärt werden.
Bevor in einer nächsten Versammlungs-Runde weitere Schritte besprochen werden, steht nun zunächst ein Ortstermin im alten Schulhaus an.
Eine ähnlich rasch umzusetzende Lösung wie in Rohrdorf steht für Thansau, das als einziger Ortsteil keine entsprechende Einrichtung zu bieten hat, derzeit zwar nicht in Aussicht. Jedoch will Bürgermeister Praxl mit dem Pfarrer abklären, ob das dortige Pfarrheim für einen Jugendtreff genutzt werden könne.
27. November 2008


Wieder Kulturveranstaltungen im Steinbruch
Oper, Musical und Theaterstück, aber klare Absage an "Pyro-Spektakel"

Rohrdorf (pil)– Auch im kommenden Jahr wird der Rohrdorfer Steinbruch wohl Schauplatz kultureller Open-Air-Veranstaltungen. Einstimmig beauftragte der Gemeinderat in seiner jüngsten Sitzung die Verwaltung, der M8 Management GmbH die entsprechenden Genehmigungsbescheide zu erteilen; vorausgesetzt, sämtliche Sicherheitsauflagen sind erfüllt und die erforderlichen Parkflächen schriftlich nachgewiesen.
Geplant sind mit der Oper Nabucco (17. Juli), einem Konzert von Hansi Hinterseer (18.) sowie dem Kindermusical „Bibi Blocksberg“ und einer Theateraufführung des Brandner Kaspar (beide am 19.) ein ganzes Veranstaltungswochenende. Gleich eingangs hatte Bürgermeister Christian Praxl (CSU) klargestellt: „So etwas wie das Pyro-Spektakel kommt nicht mehr in Frage“. Den Eigentümern der als Parkplatz in Frage kommenden Grundstücke rund ums Zementwerk wurde geraten, die Mietverträge gegen Vorkasse abzuschließen. Karl-Heinz Silichner (CSU) regte darüber hinaus ein Karten-Vorkaufsrecht für Rohrdorfer Bürger an.
Ebenfalls einstimmig passierte der Antrag des Evangelischen Bildungswerks Rosenheim das Gremium; wie in den Vorjahren erhält die Einrichtung eine Zuwendung in Höhe von 102 Euro (vormals 200 Mark) für die Erwachsenenbildung. In diesem Zusammenhang kündigte der Rathauschef ein neues Konzept für die Verteilung von Zuschüssen an; zunächst soll eine Zusammenstellung Aufschluss geben über die Summe der binnen eines Jahres geleisteten Finanzspritzen an die diversen Organisationen.
Noch keinen konkreten Betrag konnte der Gemeinderat hingegen Pfarrer Xaver Komba für seine Projekte in Songea (Tansania), die Sanierung der dortigen Krankenstation sowie die Verbesserung der Wasserversorgung, bewilligen. Zwar gab das Gremium prinzipiell grünes Licht für eine finanzielle Unterstützung; über die Höhe wollen die Räte jedoch erst entscheiden, wenn ihnen die Kosten für die Vorhaben bekannt sind.
Zurückhaltung herrschte in Sachen Landesgartenschau 2010. Grundsätzlich wurde eine Beteiligung Rohrdorfs im Rahmen der Gemeinden des Stadt- und Umlandbereichs Rosenheim (SUR) befürwortet. Bezweifelt wurde allerdings, dass sich Besucherströme der LGA auch in die Region ergießen werden. Die endgültige Entscheidung für ein Projekt, etwa die dauerhafte Beschilderung des SUR-Radwegs, will der Gemeinderat dann auf Grundlage einer genauen Kostendarstellung treffen.
Den Auftakt der Sitzung hatte eine Lehrstunde in Sachen Baugenehmigungsverfahren gemacht. Ein Vertreter des Landratsamtes beleuchtete sowohl die Rolle der Gemeinde als auch die des Landratsamtes im baurechtlichen Verfahren. Insbesondere verwies er auf den Anspruch des Bauwerbers auf Baugenehmigung, soweit das Vorhaben alle öffentlich-rechtlichen Vorschriften wie die Festsetzungen des Bebauungsplans oder der Ortsgestaltungssatzung einhalte.
Neben dem Procedere bei genehmigungspflichtigen Anlagen erläuterte der Referent unter anderem die Grundzüge des verfahrensfreien Bauvorhabens, etwa einer kleinen Garage oder einer Terrassenüberdachung. Darüber hinaus warnte er vor dem großzügigen Umgang mit dem in der Bayerischen Bauordnung vorgesehenen Freistellungsverfahren. Denn sollten sich hier im Nachhinein auch nur geringfügige Abweichungen zu den Festsetzungen des Bebauungsplans herausstellen, habe man es schlicht mit einem Schwarzbau zu tun.
November 2008


Riesenfreude über den Gewinn auf vier Rädern herrschte nicht nur bei Gudrun Lohmann, der Vorsitzenden des Sozialwerks. Foto: Pilger

Radioquiz beschert Sozialwerk VW-Bus
Vorsitzende Lohmann: Neunsitzer wird "Senioren-Auto"

Rohrdorf (pil) - „Bayerns beste Bayern“ haben dem Sozialwerk Rohrdorf ganz überraschend einen geräumigen fahrbaren Untersatz beschert. Denn an das Quiz des Radiosenders Bayern 1 war in diesem Jahr auch eine Benefizveranstaltung gekoppelt, bei der soziale Einrichtungen – insgesamt waren mehr als 1600 Bewerbungen aus den sieben Regierungsbezirken eingegangen - sieben VW-Transporter T5 gewinnen konnten. Jetzt wurden die „VR-mobile XXL“, gestiftet von den bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken, im Rahmen einer Sternfahrt „ausgeliefert“.
Für Gudrun Lohmann, die Vorsitzende des Sozialwerks, kommt das Fahrzeug wie gerufen: „Das wird das Senioren-Auto in der Gemeinde!“, kündigte sie an. So wolle man den weißen Kleinbus nicht nur fürs Essen auf Rädern oder für den Transport sperriger Pflegehilfsmittel nutzen; vor allem böten sich, auch im Hinblick aufs Seniorenheim „St. Anna“, mit dem Neunsitzer ganz neue Möglichkeiten für einen Fahrdienst. Hoch erfreut nahm sie den Schlüssel für das Präsent auf vier Rädern vom Präsidenten des Genossenschaftsverbands Bayern, Konrad Irtel, entgegen.
22. November 2008


Neuer Titel für die "Zwergerlmühle"
Erstes "Integratives Haus für Kinder" der AWO in Achenmühle
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Eine "Begegnungsstätte für die Gemeinde"
Seniorenheim "St. Anna" in Thansau feierlich eingeweiht
zum Bericht


Die Enge hat ein Ende
"Eichenlaub"-Schützen jetzt mit neuem Vereinsheim
zum Bericht


Komm, ich zeig dir meinen Baum“ lautete das Thema der Kinderbibeltage in Rohrdorf und Thansau. Entsprechend befassten sich knapp 160 Mädchen und Buben in den beiden Ortsteilen mit einer Auswahl biblischer Bäume wie der Zeder, der Feige, der Olive und dem Weinstock.
Das Thema hatten die Betreuerinnen der einzelnen Gruppen (Vorschüler bis Viertklässler) altersgerecht aufbereitet. So konnten die Älteren ihre Sorgen-Steine rund um den Stamm eines Lebensbäumchens ablegen, während ihre Hoffnungen und Wünsche das Blätterkleid bildeten. Die Jüngeren widmeten sich unter anderem ihren „Wachstumspäckchen“, denen neben einem süßen „Kraftdünger“ auch ein Bibelspruch zugesetzt wurde.
Zum Ausklang der Veranstaltung, die zur Freude von Gemeindereferentin Luise Schudok in der Gemeinde längst fest verwurzelt ist, trafen sich wieder alle Teilnehmer zum Abschlussgottesdienst in der Kirche, wo die verschiedenen Gruppenarbeiten vorgestellt wurden.
Text/Foto: Pilger
4. November 2008



Spaziergang durch die Kirchengeschichte Bayerns
Benefiz-Veranstaltung im Rohrdorfer Pfarrheim

Rohrdorf (pil) – Einen Streifzug durch die Kirchengeschichte in Bayern bot Franz Warter im Rahmen eines Vortragsabends im Pfarrsaal. Vor rund 40 Zuhörern zeigte der Rohrdorfer in seinem einstündigen Vortrag die entscheidenden Epochen - insbesondere im Bezug zur bayerischen Staatsgeschichte – auf und beleuchtete deren Prägung durch die fest verwurzelte Volksfrömmigkeit. Der Referent, der sich als Laie seit 30 Jahren mit Theologie und Kirchengeschichte befasst, spannte den Bogen von den Anfängen des Christentums über die Karolingerzeit, den Investiturstreit und die Reformation bis hin zur Säkularisation. Dabei stellte Warter unter anderem das Wirken verschiedener Frauen wie etwa der Herzogstochter Theodelinde oder der Mathilde von Tuszien heraus.
Auch wurden die Leistungen der zahlreichen Orden als Bewahrer des Glaubens angesprochen sowie die zum Teil gewaltigen Sakralbauten als Zeugnis einer bewegten kunstgeschichtlichen Entwicklung. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf dem Geschehen im 19. Jahrhundert mit Bismarck und Ludwig II. Ebenso erinnerte der Redner an die zahlreichen Märtyrer während der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten und ging schließlich auf die Bedeutung des Zweiten Vatikanischen Konzils (1962-65) für die Umsetzung des katholischen Glaubens ein.
Den Spendenerlös des Abends hat Warter ans Liebeswerk St. Ottilien (Missionsbenediktiner) weitergeleitet.
14. Oktober 2008


Der Weg des Apfels in die Flasche - so lautete das Motto beim Tag der offenen Tür bei der Obstverwertung Rohrdorf (ORO) anlässlich des 50jährigen Bestehens des Genossenschaftsbetriebs. Über 1000 Interessierte nahmen nach Angaben von Geschäftsführer Joachim Wiesböck an den Führungen durch die Saftkelterei teil, die 1958 als Selbstvermarktungsorganisation von 44 heimischen Obstbauern aus der Taufe gehoben wurde.
Eine Fotoschau gab Einblick in die bescheidenen Anfänge des Unternehmens, das sich längst einen Ruf als moderner Saftproduzent erworben hat. Neben der Dekanterzentrifuge und dem 2,1 Millionen Liter fassenden Tanklager stand für die Besucher außerdem die Besichtigung der Abfüllanlage samt elektronischem Flascheninspektor und Etikettiermaschine auf dem Programm. Text/Fotos: pil
24. September 2008



Schmaler Mittelstreifen, keine Standstreifen (linkes Foto) – die Planfeststellung für den Umbau der A8 zwischen Rosenheim und Achenmühle soll noch in diesem Jahr anlaufen. Langfristiges Ziel der Autobahndirektion Südbayern ist der durchgängige sechsstreifige Ausbau.Die Unterführung zwischen Rohrdorf und Thansau (foto rechts) gilt vor allem bei Fußgängern und Radlern als gefahrenträchtiges Nadelöhr. Mit dem Ausbau der Autobahn wird auch sie verbreitert. Fotos: Pilger

Der Lärmschutz hat oberste Priorität
Rohrdorf: Außerordentliche Bürgerversammlung zum Ausbau der A8

Rohrdorf (pil) – Der Ausbau der Salzburger Autobahn, der in Rohrdorf bereits seit vielen Jahren für Diskussionsstoff sorgt, hat auf dem Papier nun deutlich Gestalt angenommen. Gut 200 Zuhörer aus Rohrdorf und den Nachbargemeinden informierten sich jetzt bei einer außerordentlichen Bürgerversammlung im Turner Hölzl quasi aus erster Hand über den Stand der Dinge. Größtenteils von sachlicher Atmosphäre geprägt war dabei auch die Diskussion im Anschluss an den Fachvortrag.
Noch in diesem Jahr, erläuterte Dr. Wolfgang Wüst, Leiter der Abteilung Planung und Bau bei der Autobahndirektion Südbayern, soll das Planfestellungsverfahren für die 8,3 Kilometer lange Teilstrecke zwischen Rosenheim (östlich der Innbrücke) und Achenmühle eingeleitet werden. Frühestens 2010 könnte dann in diesem Bereich – einem Stück des 17 Kilometer langen Abschnitts zwischen Rosenheim und Bernauer Berg, der im Bundesverkehrswegeplan als vordringlicher Bedarf eingestuft ist - der erste Spatenstich gesetzt werden.
Keinerlei Zweifel ließ Wüst von Beginn der Veranstaltung an, dass für die Autobahndirektion Südbayern - die Behörde betreut rund 1200 Kilometer Autobahn – als Baulastträger lediglich ein umfassender, sechsstreifiger Ausbau plus Standstreifen in Frage kommt; die Autobahntrasse wird dann von derzeit 17 auf 36 Meter verbreitert. Denn weder die bloße Sanierung der maroden Vorkriegsautobahn noch die Variante mit zwei per Verkehrsleitsystem zuschaltbaren Standspuren brächten die gewünschten Ergebnisse in Sachen Verkehrssicherheit und Lärmschutz. Der Verkehr soll während der gesamten Bauzeit auf jeweils zwei Spuren pro Fahrtrichtung weiterfließen.
„Die A8 geht in die Knie.“, verwies Wüst in seinem etwa einstündigen Vortrag nicht nur auf die schadhafte Bausubstanz der mehr als 70 Jahre alten Verkehrsader. Mit ihrem schmalen Straßenquerschnitt, fehlenden Standstreifen und zu kurzen Auffahrten sei sie den heutigen Verkehrsbelastungen längst nicht mehr gewachsen; die Zahl der Staus und Unfälle spräche für sich. Immerhin ratterten an Wochenenden oder zur Urlaubszeit täglich bis zu 90.000 Fahrzeuge über den Asphalt. Auch hat Wüst größte Bedenken, ob die Brücken weitere zehn Jahre Wind, Wetter und Verkehr standhalten könnten. Zudem entsprächen Schutzeinrichtungen (Leitplanken) und Trassierung (beispielsweise sehr kleine Kurvenradien) nicht mehr den Richtlinien.
Dabei ist nicht allein die Erhöhung der Verkehrssicherheit und Leistungsfähigkeit der Autobahn erklärtes Ziel des Bauherrn. Vor allem müsse auch der Lärmschutz erheblich verbessert werden; Regenwasserbehandlungsanlagen und landschaftspflegerische Maßnahmen sollen zudem den Belangen des Umweltschutzes Rechnung tragen.
Auf beinahe dem gesamten Abschnitt zwischen Rosenheim und Achenmühle ist lärmmindernder Flüsterasphalt vorgesehen, führte Wüst weiter aus. Bis zu 6,50 Meter hohe Wälle, bis zu acht Meter hohe Lärmschutzwände sowie Wall-/Wand-Kombinationen sollen die Anlieger zusätzlich vor dem Verkehrslärm schützen; wobei die Fahrbahn im Bereich Achenmühle um bis zu drei Meter gegenüber dem jetzigen Niveau abgesenkt wird. Diese „aktiven“ Lärmschutzmaßnahmen seien laut Bundesimmissionsschutzverordnung lediglich beim Vollausbau möglich; nicht beim Anbau von Standstreifen.
Allein eine halbe Million Kubikmeter Erdmassen werden auf dem gut acht Kilometer langen Teilstück zu bewegen sein, wobei die schlechte Beschaffenheit des Untergrunds umfangreiche Bodenverbesserungen erforderlich macht. Einhausungen der Trasse seien in der Planung unterdessen schon allein aus Kostengründen nicht vorgesehen. Ebenso wenig Hoffnung machte er den Anliegern für ein mögliches Tempolimit; dies würde in der Regel nur aus Gründen der Verkehrssicherheit verhängt.
Rund 54,7 Millionen Euro Baukosten sind nach derzeitigem Stand für den Abschnitt Rosenheim-Achenmühle veranschlagt, weitere 2,3 Millionen Euro für den erforderlichen Grunderwerb. Zwölf Brückenbauwerke müssen dort im Zuge des Mammut-Projekts erneuert werden – unter anderem die gefahrenträchtige Unterführung zwischen den Ortsteilen Rohrdorf und Thansau. Sie würde zwar auch in der günstigeren Standstreifen-Variante ausgebaut. Einen direkten Kostenvergleich zum vierstreifigen Querschnitt konnte Wüst unterdessen nicht liefern: „Den haben wir nicht ausgerechnet.“ Die Ersparnis liege aber Erfahrungswerten zufolge lediglich bei zehn bis 20 Prozent.
Demnächst will die Autobahndirektion ihre Pläne bei der Genehmigungsbehörde, der Regierung von Oberbayern, einreichen. Einwendungen können die Betroffenen dann bei der öffentlichen Auslegung im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens einreichen.
Unbestritten stelle der Umbau einen enormen Eingriff ins Landschaftsbild dar, reagierte auch Bürgermeister Christian Praxl auf Kritik aus dem Publikum; unter anderem wurde die „Verschandelung der Landschaft“ angeprangert. Praxl: „Den kann man nicht schönreden.“ Aber, hielt er dagegen, „die Autobahn muss den vorhandenen Verkehr bewältigen“. Für Rohrdorf habe nunmehr der Lärmschutz oberste Priorität.
22. September 2008
Streifzug durchs Ferienprogramm
Vernissage im Dorfhaus gibt Einblick in "Produktpalette"
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Großer Andrang beim Baustellentag
Mehr als 150 Interessierte nahmen "St. Anna" in Augenschein
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Rohrdorfer Wiesn-Express wieder unter Dampf
Einen prominenten Fahrgast konnte Logistikunternehmer Helmut Wiesböck im Wiesn-Express begrüßen. Miss Herbstfest alias Marianne Pichler ließ es sich nicht nehmen, mit dem Sonderzug auf Fahrt zu gehen, der täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim mit Halt in Thansau verkehrt. Mit von der Partie am Rohrdorfer Bahnhof waren Zweiter Bürgermeister Joachim Wiesböck, Sonja und Helmut Wiesböck, sowie Bürgermeister Christian Praxl und Auerbräu-Vorstand Ferdinand Steinacher (von links).
Abfahrt an allen Tagen ist um 17.30 Uhr ab Rohrdorf (Rückfahrt ab Rosenheim 23.40 Uhr), zum Familiennachmittag am Mittwoch zusätzlich um 13.30 Uhr (Rückfahrt 16.30 Uhr). Unterstützt wird die Initiative hauptsächlich von der Auerbräu AG, der Gemeinde Rohrdorf, der ORO sowie vom Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg.
Foto: pil
3. September 2008


Auf Balljagd bei den "Lumberjacks"
Rohrdorfer Ferienprogramm wartet wieder mit breitgefächertem Angebot auf

Rohrdorf (pil) - Unihockey, eine Mischung aus Eis- und Hallenhockey, ist in Rohrdorf längst keine unbekannte Größe mehr. Im Rahmen des Ferienprogramms nutzten nun zahlreiche potentielle Nachwuchsspieler die Gelegenheit, bei den „Lumberjacks“ Einblick in diesen schweißtreibenden Mannschaftssport zu nehmen (Foto), der vor allem in der Schweiz, in Tschechien und Skandinavien weit verbreitet ist. Neben Sportkleidung benötigen die Spieler lediglich einen Kunststoffstock und eine gute Portion Ausdauer, um dem Ball hinterher zu jagen.
Insgesamt hielt das Rohrdorfer Ferienprogramm in diesem Jahr 56 Aktionen bereit. So konnten die Mädchen und Buben nicht nur mit der Frauengemeinschaft Thansau den Kochlöffel schwingen, beim Jugendrotkreuz Verbände anlegen, sich auf den frisch renovierten Bahnen am Thansauer Festplatz im Stockschießen üben oder mit Jägern die Tier- und Pflanzenwelt erkunden. Auf großes Interesse bei den rund 250 Teilnehmern stießen auch die diversen Mal- und Bastelangebote, der Ausflug in den Chiemgauer Hochseilgarten, das Schnupperfischen am Hochstraßer See sowie der Besuch bei der Malteser Rettungshundestaffel, fasste Ferienprogramm-Organisatorin Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung zufrieden zusammen; doch erst das Engagement der zahlreichen Privatpersonen und Vereine sowie die Spendenbereitschaft ortsansässiger Unternehmen hätten diese breitgefächerte Angebots-Palette möglich gemacht. Allerdings, ergänzt sie, lasse die Abmeldemoral bei Krankheit oder Verhinderung eines angemeldeten Kindes „sehr zu wünschen übrig“; die zum Teil heiß begehrten Plätze könnten dann jedoch nicht anderweitig vergeben werden.
Übrigens: Die Kunstwerke, die die Kinder bei den einzelnen Aktionen getöpfert, gebastelt und gemalt haben, sind am letzten Ferienwochenende im Dorfhaus in Lauterbach zu bewundern. Bürgermeister Christian Praxl wird die Ausstellung am Samstag, 13. September, um 18 Uhr eröffnen.
29. August 2008


"Thansauer können jetzt ruhiger schlafen"
Eon steckt zwei Millionen Euro in Umbau der Rohrdorfer Ache
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Die ersten Senioren kommen im Herbst
Arbeiten beim Altenheim "St. Anna" in vollem Gang
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„Erfolg kommt nicht von allein.“, betonte der Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern, Konrad Irtel (rechtes Foto, Mitte). Als Präsent überreichte er dem Vorstandsvorsitzenden und Geschäftsführer der Oro, Joachim Wiesböck (links), und dem Vorsitzenden des Aufsichtsrats, Helmut Wiesböck, eine Glasskulptur der Begründer des Genossenschaftswesens, Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Hermann Schultze-Delitzsch. So manche Erinnerung rief später nicht nur beim früheren Geschäftsführer Konrad Paul ein Rundgang durch die Fotoausstellung wach (links) Fotos: Pilger

Rohrdorfer Obstverwertung steht in vollem Saft
Festabend zum 50jährigen Bestehen - "Ein Stück Landkreisgeschichte geschrieben"

Rohrdorf (pil) – Wenngleich die Langform von ORO nicht jedem geläufig sei; als Marke habe sich die Abkürzung für die „Obstverwertung Rohrdorf/Oberbayern“ jedenfalls längst einen Namen gemacht. Den Stellenwert des Saftproduzenten, der jetzt im Kreise von rund 270 geladenen Gästen – darunter eine Reihe Gründungsmitglieder - sein 50jähriges Bestehen feierte, hob indes nicht nur Konrad Irtel, der frischgebackene Präsident des Genossenschaftsverbands Bayern und Vorstandssprecher der VR-Bank Rosenheim-Chiemsee, in seinem Grußwort hervor. Hier sei „ein Stück Landkreisgeschichte“ geschrieben worden, zollte auch der stellvertretende Landrat Paul Unterseher junior der „hochmodernen Kelterei mit überregionalem Ruf“ Anerkennung.
Ganz bewusst hatte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Wiesböck als Moderator des Festabends davon abgesehen, einzelne Personen in den Vordergrund zu stellen. Stellvertretend für die Männer der ersten Stunde begrüßte er den vormaligen Geschäftsführer Konrad Paul sowie den früheren Kellermeister Jakob Wagner; beide hatten mehr als vier Jahrzehnte die Entwicklung des Genossenschaftsbetriebs entscheidend mitgeprägt.
Welch reiche Ernte das Unternehmen einmal einfahren würde, war bei seiner Gründung allerdings nicht abzusehen. Denn so manchem schien nach dem harten Winter 1955/56 und dem schweren Hagelunwetter von 1956 – 75.000 Bäume mussten damals gerodet werden – die Zeit für die Gründung einer Selbstvermarktungsorganisation noch nicht reif, wie Altbürgermeister Fritz Tischner erinnerte. In einer mit zahlreichen Wortspielen rund um den „Malus domestica“, den Kulturapfel aus der Familie der Rosengewächse, gespickten Festrede nahm er seine Zuhörer mit auf einen unterhaltsamen Streifzug durch fünf Jahrzehnte Obstverwertung am Rohrdorfer Bahnhof; Abstecher in den Garten Eden, nach Troja zum Urteil des Paris und zum Schweizer Wilhelm Tell inklusive.
Allen Unkenrufen zum Trotz hoben 42 Obstbauern im Juli 1958 mit viel Mut und Zuversicht die „Obstabsatz- und -verwertungsgenossenschaft Landkreis Rosenheim“ aus der Taufe, die erst 1972 einen weniger sperrigen Namen erhalten sollte; insgesamt 48.000 Mark wurde seinerzeit als Startkapital gezeichnet. Als „Büro“-Mobilar dienten während der Anfangszeit alte Holzkisten, der Durchsatz der ersten Presse lag bei 20 Zentnern pro Stunde, und die Flaschen wurden mithilfe eines Schlauchs befüllt. Spätestens mit den 70er Jahren aber setzte ein richtig gehender Wachstumsschub ein, der Maschinenpark wurde sukzessive modernisiert und erweitert, die Lagerkapazität weiter vergrößert. Die 90er schließlich bescherten der Oro einen „Quantensprung“ bei den Umsatzzahlen. Und heute, schloss Tischner, zähle der „ansehnliche“ mittelständische Ausbildungsbetrieb mit 15 Beschäftigten, einer 25-teiligen Produktpalette und rund zwei Millionen Euro Jahresumsatz dank der neuen Dekanter-Presse zu den Vorreitern in Sachen Saftproduktion.
Mit der Verwertung von heimischem Mostobst trage das Unternehmen aber nicht nur dem Grundbedürfnis der Menschen nach gesunden Lebensmitteln Rechnung und fördere die Heimatverbundenheit. Die Oro leiste darüber hinaus einen wesentlichen Beitrag zur Landespflege, hatte zuvor auch Verbandsdirektor Martin Gruber vom Bayerischen Landesverband für Gartenbau und Landespflege dem „Geburtstagskind“ bescheinigt, das seit mehr als 20 Jahren den Vorsitz im dortigen Arbeitskreis Keltereibetriebe innehat. Im Interesse der nachfolgenden Generationen mahnte Gruber zugleich, den Obstanbau, der zu Notzeiten überlebenswichtig war, künftig zwar mit Gelassenheit, keinesfalls jedoch nachlässig zu betreiben.
Eine Rückschau auf die 50jährige Unternehmensgeschichte bot zudem eine Fotoausstellung, die bei den Betrachtern so manche Erinnerung wachrief.
28. Juli 2008


Neue Wege in Sachen Marketing
FH-Absolvententag erstmals zu Gast bei Schattdecor
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"Sonderstellung in der Saftindustrie" durch Dekanterpresse
Obstverwertung Rohrdorf blickt auf erfolgreiches Jahr zurück - Umfangreiche Investitionen

Rohrdorf (pil) – Die zunehmende Konkurrenz durch Discounter-Ware lässt auch die Oro nicht unberührt. Doch trotz eines leichten Umsatzrückgangs und der hohen Energiepreise blickte Joachim Wiesböck, der Vorstandsvorsitzende der Obstverwertung Rohrdorf, bei der Generalversammlung auf ein erfolgreiches, von umfangreichen Investitionen geprägtes Geschäftsjahr zurück. Die Bilanzsumme der Genossenschaft fiel mit knapp über drei Millionen Euro so hoch wie nie zuvor in ihrer 50jährigen Geschichte aus.
Allein mit 400.000 Euro schlug der Anbau an die bestehende Lagerhalle zu Buche; weitere 250.000 Euro flossen in die Anschaffung neuer Maschinen, insbesondere der Dekanter-Presse. Unter Luftabschluss wird dort nun naturtrüber Apfelsaft mit einem hohen Fruchtfleischanteil gewonnen. Dieses innovative Verfahren verschaffe der Oro „eine Sonderstellung in der Saftindustrie“, wie Aufsichtsratsvorsitzender und Versammlungsleiter Helmut Wiesböck ergänzte.
Besorgnis erregend sei der 50-prozentige Umsatzrückgang der Saftproduzenten auf dem Sektor der Mehrweggebinde seit dem Jahr 2002. Diesem Trend zumindest regional entgegen zu wirken, sei der Oro jedoch – dank ihrer Mitarbeiter und der Qualität der Rohware - „gut gelungen“, ist der Vorstandschef überzeugt. Mit 50.000 Zentnern haben die heimischen Obstbauern im vergangenen Jahr so viele Äpfel wie seit 2000 nicht mehr angeliefert: „Das hat uns sehr gut getan.“, betonte er. Und auch für diese Saison rechnet Wiesböck mit einer überdurchschnittlichen Ernte, für die wieder Baumrüttler und Auflesemaschine über den Maschinenring Rosenheim angefordert werden können. Zudem habe die Lohnkelterei als weiteres Standbein des Regionalvermarkters im vergangenen Jahr nach längerer Zeit erstmals wieder zugelegt. Höhere Abnahmepreise fürs Mostobst allerdings, die Fachberater Josef Stein vom Landratsamt angesprochen hatte, bekämen letztlich die Verbraucher zu spüren.
Preislich könnten die mehrfach DLG-prämierten Säfte aus Rohrdorf zwar nicht mit den Billigprodukten mithalten; doch sei es ohnehin das erklärte Ziel der Oro, unter dem Motto „Aus der Region - für die Region“ besten Service gepaart mit hoher Qualität „zu einem vernünftigen Preis“ anzubieten. Die Kaufentscheidung aber müsse letztlich der Kunde fällen.
Ein Forschungsprojekt mit der Fachhochschule Weihenstephan, das vor kurzem auf den Weg gebracht wurde, ziele zusätzlich auf die Sicherung des hohen Qualitätsniveaus der Produktpalette ab. Im Rahmen dieser Kooperation sollen neue Apfelsorten mit definierten Kriterien wie Ausbeute, Geschmack, Pressbarkeit und Farbe erschlossen werden.
Die Bedeutung der heimischen Firmen für die Stärkung des lokalen Wirtschaftsraumes unterstrich der stellvertretende Landrat Paul Unterseher junior aus Höhenmoos in seinem Grußwort; nicht umsonst rangiere die Arbeitslosenquote im Landkreis bei lediglich 2,9 Prozent. Vor diesem Hintergrund wünschte der Kreispolitiker der Rohrdorfer Kelterei, die am Samstag mit einem Festakt ihr 50jähriges Bestehen begeht, auch für die Zukunft „genügend Obst zum Saften“. Zuvor hatte Revisorin Katrin Schulz vom Genossenschaftsverband Bayern dem Betrieb eine „gute Finanz- und Vermögenslage“ bescheinigt. Diese spiegelt sich auch in der einstimmig von den Genossenschaftsmitgliedern bewilligten Höhe der Dividende wider, die mit 8,5 Prozent deutlich über dem Vorjahresniveau liegt.
Keine Veränderung brachte die turnusgemäße Neuwahl zum Aufsichtsrat mit sich: Einstimmig bestätigte die Versammlung im Hotel zur Post Helmut Wiesböck im Amt.
15. Juli 2008


Bilderbuchwetter bescherte Petrus den Rohrdorfern zum Goldenen Priesterjubiläum ihres ehemaligen Pfarrers Geistlicher Rat Wolfgang Aumer; hier der Einzug zum Gottesdienst. Die lange Reihe der Gratulanten wurde von „Amtsinhaber“ Gottfried Doll angeführt. Fotos: Pilger

Goldenes Priesterjubiläum in Rohrdorf
Festgottesdienst zu Ehren von Pfarrer Wolfgang Aumer

Rohrdorf (pil) – Eigentlich wollte er nach der Mittleren Reife vom Gymnasium abgehen und Chemielaborant werden, um seiner Mutter nicht länger auf der Tasche zu liegen. Aber auf Anraten seiner Lehrer machte Wolfgang Aumer doch noch sein Abitur. Die Entscheidung, Priester zu werden, habe ihn dann „wie ein Blitz“ getroffen, blickte der Geistliche Rat in seiner Predigt zurück; und so konnten die Rohrdorfer jetzt mit einem festlichen Gottesdienst unter strahlend blauem Himmel das Goldene Priesterjubiläum ihres ehemaligen Pfarrers und Dekans feiern.
Fahnenabordnungen der Ortsvereine säumten aus diesem Anlass den Pausenhof im Turner Hölzl, für die musikalische Umrahmung sorgten die drei Kirchenchöre, der Liederkranz und Bläser der Musikkapelle Rohrdorf unter der Leitung von Christina Stocker. Die Dankesworte des Seelsorgers quittierten die zahlreichen Gäste aus dem kirchlichen Bereich, der politischen Gemeinde und den Vereinen beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen in der Mehrzweckhalle mit lang anhaltendem Applaus.
Nach der Priesterweihe am 29. Juni 1958 in Freising verschlug es den Kaplan Aumer zunächst nach Unterstein, München und Landshut. Es folgten Posten als Bundeswehrseelsorger (1966 bis '69) in Traunstein, Brannenburg und Neubiberg. Bis 1979 war Aumer als Geistlicher Leiter der Katholischen Arbeitnehmerbewegung (KAB) und als Betriebsseelsorger im Erzbistum München-Freising tätig, bevor er in Rohrdorf schließlich mehr als 20 Jahre (bis 2001) als „richtiger Pfarrer“ wirken konnte, wie Claudia Opperer vom Pfarrgemeinderat in ihrer Zusammenfassung des Festtages anmerkte; die Ernennungsurkunde hatte seinerzeit Kardinal Joseph Ratzinger, der jetzige Papst Benedikt XVI., unterzeichnet.
Hier baute Aumer unter anderem den Pfarrverband Rohrdorf-Thansau-Lauterbach auf, gründete die Jakobusgemeinschaft und eine Kolpingfamilie und stärkte die Jugend- und die Laienmitarbeit in der Kirche. Von 1992 bis 2000 stand der Seelsorger darüber hinaus dem Dekanat Inntal vor. Seinen Ruhestand verbringt der Geistliche, der sich mit Rohrdorf nach wie vor eng verbunden fühlt, in Schönau am Königssee und hilft, soweit dies seine Gesundheit zulässt, in Pfarreien im Berchtesgadener Land aus. Und noch heute, so Opperer weiter, liege dem Jubilar daran, bei allem Ernst, die Kirche mit Fröhlichkeit zu „unterwandern“.
Der langen Reihe von Gratulanten - angeführt von Pfarrer Gottfried Doll - gehörte auch Sr. Dr. Irmingard Thalmeier an. Statt Geschenke hatte Aumer um Spenden für deren Arbeit zugunsten Aidskranker in Südafrika gebeten. Von der „weltlichen“ Seite erinnerte Bürgermeister Christian Praxl an den frischen Wind, den Aumer in die Gemeinde gebracht habe: Ein Pfarrer, der bei den Menschen war und bei Bedarf buchstäblich auf die Pauke haute.
2. Juli 2008


Malen, riechen, schmecken im Dreivierteltakt
Integratives "Actionpainting" an der Rohrdorfer Schule
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Für ein malerisches „Frühlingserwachen“ sorgt Maria-Theresia Holzner derzeit im Landgasthof Gut Apfelkam. Blumenmotive wie „Die zwei Liebenden“ (Foto) überwiegen dabei in der mehr als ein Dutzend Bilder – fast ausschließlich Öl auf Leinwand – umfassenden Ausstellung der Lauterbacherin, die 1989 zur künstlerischen Arbeit kam. Text/Foto: Pilger
5. Mai 2008



Bauernhausmusuem: Von Feldkreuzen und Marterln
Sonderausstellung zum 20jährigen Bestehen - Saisonstart am 3. Mai

Rohrdorf (pil) – Das Bauernhausmuseum der Rohrdorfer Trachtler feiert einen „Runden“: Vor 20 Jahren wurde die Sammlung im Achentaler Heimathaus mit einem historischen Drescherfest eröffnet. Seither haben nicht nur sechs Sonderausstellungen zahlreiche Besucher angelockt. Das Museum birgt auch eine ständig wachsende Zahl von Zeugnissen bäuerlichen Lebens und Arbeitens aus früherer Zeit. Außerdem können die Besucher in der 39-bändigen Holzbibliothek „blättern“ oder in der Trachten- und Lesestube verweilen.
Zeitreise in die Vergangenheit: Am Samstag, 3. Mai, öffnet das Rohrdorfer Bauernhausmuseum wieder seine Pforten. Foto: pil
Fürs Jubiläumsjahr hat sich Museumsleiter Peter Reisner wieder etwas Besonderes einfallen lassen: Ab 3. Mai sind rund 120 großformatige Fotografien von Kapellen, Feldkreuzen, Marterln und Gedenksäulen aus sämtlichen Ortsteilen zu bewundern. Die stummen Zeitzeugen hat „Achentaler“ Walter Schneider vor die Linse genommen.
Bis ins Jahr 1967 reichen die Anfänge des Museums zurück: Damals, erinnert Peter Reisner, konnten sich die Trachtler über der alten Turnhalle ein Vereinsheim ausbauen. In zwei Räumen wollte der damalige Vorstand ein bäuerliches Museum einrichten. Allerdings erwiesen sie sich für diesen Zweck als nicht geeignet und wurden stattdessen als Depot genutzt.
Der langgehegte Wunsch nach einem kleinen alten „Bauernsachl“ für ein Vereinsheim samt Museum ging schließlich 1980 in Erfüllung: Mit Hilfe des damaligen Kreisbaumeisters Peter Frank, Zimmermeister Vinzenz Bachmann aus Schleching und vielen ehrenamtlichen Helfern und Spendern wurde ein fast 300 Jahre alte Bauernhaus in Grasweg bei Pfaffing abgetragen und in Rohrdorf wieder aufgebaut. Beim Trachtenjahrtag 1983 wurde das Gebäude eingeweiht. Der ebenfalls denkmalgeschützte Dick-Stadl, den die Trachtler im Jahr 2004 von seinem angestammten Platz in Sachsenkam auf das Gelände hinterm Rathaus versetzt haben, rundet zusammen mit dem Venezianer Sägegatter von der Hohe Asten das Museums-Ensemble ab. Für sein Engagement um den Erhalt wertvollen Kulturgutes wurde der Rohrdorfer Trachtenverein bereits 1994 mit der Bayerischen Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.
Das Museum ist ab 3. Mai wieder jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet; für Gruppen ab etwa zehn Personen ist der Besuch auch an Wochentagen möglich. Terminvereinbarung mit Peter Reisner unter Telefon 08032/5337.



"Du bleibst da und wirst Bürgermeister"
30 Jahre lang hatte Fitz Tischner in Rohrdorf das Heft in der Hand

Rohrdorf (pil) – Eigentlich wollte er nur sechs Jahre im Rohrdorfer Rathaus bleiben, als Geschäftsleitender Beamter quasi „an vorderster Front“ kommunalpolitische Erfahrungen sammeln und dann den Sprung ins Wirtschaftsministerium wagen. Doch schon bald befand sein Mentor, das damalige Gemeindeoberhaupt Benno Hollinger: „Du bleibst da und wirst Bürgermeister.“ Und Fritz Tischner blieb.
Sechs mal sechs Jahre sind es also letztlich geworden, wenn der Dienstälteste unter den Rathaus-Chefs im Landkreis mit Ablauf des 30. April in den Ruhestand geht und nach drei Dekaden den Bürgermeistersessel räumt. Jetzt eine kurze Bilanz zu ziehen, sei gar nicht so einfach, meint der 65jährige, der zweite Gemeinde-Chef überhaupt in der Nachkriegsgeschichte Rohrdorfs. Doch eines weiß er: „Es waren schöne und, wie ich glaube, erfolgreiche Jahre.“ Die Auseinandersetzungen mit dem politischen Gegner hat er dabei immer als Bestandteil des demokratischen Spiels verstanden; die persönlichen Anfeindungen – bisweilen bis ins Privatleben – allerdings „hätte es nicht gebraucht“. Unumwunden räumt Tischner aber ein: „Ich bin sicher auch kein einfacher Mensch.“
Abschied im Doppelpack: Mit Bürgermeister Fritz Tischner (links), dessen Konterfei demnächst in den Bilderreigen der vormaligen Gemeindeoberhäupter aufgenommen wird, geht nach 30 Jahren auch der Geschäftsleitende Beamte Josef Ludwig in den Ruhestand. Foto: Pilger
Die vormals sehr bäuerlich geprägte Gemeinde hat unter seiner Amtszeit eine rasante Entwicklung erlebt, die sie heute als die finanziell wohl am besten ausgestattete im Landkreis dastehen lässt. Die 5600-Einwohner-Kommune ist es auch, welche mit 6,7 Millionen Euro die bislang höchste Kreisumlage an den Landkreis Rosenheim zu zahlen hatte; das Gewerbesteueraufkommen lag im Spitzenjahr 2006 bei immerhin 14 Millionen Euro. Umso mehr trägt das „erste dramatische Erlebnis“ des Bürgermeisters Tischner aus heutiger Sicht eher amüsante Züge: gleich zu Beginn seiner Amtszeit hatte die nunmehr so finanzstarke Kommune nicht genügend Geld, um die Kreisumlage zu zahlen.
Getreu dem Motto „Der beste Arbeitsplatz ist der, den man mit dem Radl erreichen kann.“ hat Tischner deshalb schon bald konsequent den Weg geebnet für weitreichende wenngleich nicht immer unumstrittene Gewerbeansiedlungen; die Unternehmenslandschaft wurde bis dato vom Zementwerk dominiert. Rund 2800 zum Teil hochqualifizierte Arbeitsplätze haben die Unternehmen in der Gemeinde, vom kleinen Handwerksbetrieb bis hin zum Global Player, heute zu bieten – mehr als Arbeitnehmer im Ort wohnen. Für so manchen Firmenchef mag dabei der seit 30 Jahren unveränderte Gewerbesteuer-Hebesatz von 300 Punkten den Ausschlag gegeben haben, sich in Rohrdorf anzusiedeln. 2006 honorierte das Wirtschaftsministerium die Gewerbepolitik der Rosenheimer Stadtrandgemeinde mit dem „Bayerischen Qualitätspreis“.
Der stetige Anstieg der Finanzkraft hat freilich auch im Erscheinungsbild der Gemeinde Spuren hinterlassen. Nicht nur die Sport- und Freizeitanlage im Turner Hölzl, die Kindergärten und Schulen, die Vereins- und Feuerwehrhäuser in den einzelnen Ortsteilen sowie der neue Bauhof zeugen von umfangreichen Investitionen. Auch wurde der Bau von Versorgungsleitungen, Straßen und Kanalisation unermüdlich vorangetrieben. „Wenn man alles wegreißen ließe, was in den letzten 30 Jahren gebaut worden ist, bräuchte man dafür wohl ebenso lange.“, schmunzelt der CSU-Mann. Anfang der 90er Jahre hatten sich zwischenzeitlich allerdings 19 Millionen Mark Schulden angehäuft, weshalb ihm Kritiker vorwarfen, die Gemeinde finanziell an die Wand zu fahren; derzeit steht sie mit knapp 900.000 Euro in der Kreide, bei Rücklagen von 3,5 Millionen Euro.
Große Bedeutung misst Tischner auch der Arbeit des Abwasserzweckverbandes Prien- und Achental bei, dem er drei Jahrzehnte lang vorstand. Insgesamt 100 Millionen Euro wurden in dieser Zeit im Verbandsgebiet verbaut. Zwischen 1983 und '86 entstand die Kläranlage in der Bockau; und in der Gemeinde sind nur mehr drei Dutzend entlegene Anwesen nicht ans Kanalnetz angeschlossen. „Bei allem, was neu war, sind wir dabei gewesen.“, blickt der scheidende Bürgermeister nicht ohne Stolz zurück. So auch beim Zusammenschluss einiger Inntalgemeinden zur „Inngas GmbH“, von deren Versorgungsnetz heute die Rohrdorfer und Thansauer profitierten.
Gleichzeitig aber legte der „alte Weltenreisende“ und bekennende Anhänger der modernen Kunst immer großen Wert auf die Förderung des kulturellen wie auch des sozialen Bereichs. Mit Freude erfüllt ihn daher nicht nur die gelungene Integration der Petö-Kinder in der Rohrdorfer Grundschule. Dieses Thema, weiß er schon jetzt, „liegt mir weiterhin am Herzen“; ebenso die Kontakte zum ukrainischen Ternopil und zu Songea in Tansania, wohin immer wieder finanzielle Unterstützung fließt. Die von ihm zitierte „Weltoffenheit“ als Spiegel der Gemeinde-Seele zeigt sich außerdem in den Partnerschaften zu Tarnowo Podgórne (Polen), Rosate (Italien) und Schattendorf (Österreich) ebenso wie in der Verbindung zu Waldstatt in der Schweiz.
Viermal wurde Tischner, der unter anderem auch den Vorsitz der Landkreis-Bürgermeister im Bayerischen Gemeindetag inne hatte, im Amt bestätigt. Doch trotz aller Erfolge hält sich der Abschiedsschmerz in Grenzen. In seinem Ruhestand will sich der Vater zweier erwachsener Söhne nun einer Reihe ehrenamtlicher Engagements widmen und seine Leidenschaft als Theatergänger pflegen. Das Versprechen an seine Frau, zunächst einmal zwei Monate ohne Terminkalender zu leben, hat er allerdings schon wieder revidieren müssen.
27. April 2008


"Harlekin" auf der Suche nach einer neuen Heimat
Jahreshauptversammlung beim Theaterverein

Rohrdorf (pil) – Der Wunsch nach einer neuen Heimat bewegt die Rohrdorfer Harlekin-Komödie auch weiterhin. Erneut brachte Vorsitzender Hartl Kaiser, der sich bereits seit geraumer Zeit eine andere Spielstätte für die Theaterer erhofft, das Thema bei der Jahreshauptversammlung mit Nachdruck aufs Tapet. Denn im Turner Hölzl, wo man sich lediglich „geduldet“ fühle, komme es wegen der hohen Auslastung vor allem durch sportliche Veranstaltungen immer wieder zu organisatorischen Problemen - etwa, wenn während der Probenphasen wegen der Bühnenaufbauten ein Hallenteil gesperrt werden muss. Auch leide die Atmosphäre der Aufführungen unter dem Sporthallen-Ambiente. Freilich konnten weder der dritte Bürgermeister Joachim Wiesböck noch der künftige Rathaus-Chef Christian Praxl eine rasch zu realisierende Lösung präsentieren. Dieser versprach aber: „Wir werden uns des Themas annehmen.“
Engagement für die Rohrdorfer „Harlekin-Komödie“: Geehrt wurden Claudia Weiß-Lorenz und Christine Unterseer sowie Klaus Biehl und Hartl Kaiser (jeweils von links); es fehlt Uli Stuffer. Foto: pil
Darüber hinaus zog Kaiser in der Turner Hölzl Stubn eine Zwischenbilanz vom Fortgang der Umstrukturierung des Vereins, die vor zwei Jahren eingeläutet worden ist. So sei die Organisationsmappe mit Aufgabenbeschreibungen und Dokumentationen beinahe komplett verwirklicht. Allerdings würde er sich von vielen seiner Mitglieder deutlich mehr Engagement wünschen, was Arbeitseinsätze ebenso wie das gesellige Vereinsleben anbelangt.
Recht zufrieden blickte Vorstandsmitglied Kurt Weiß auf die jüngste Spielsaison zurück. Trotz allgemein rückläufiger Besucherzahlen bei den Laienbühnen waren insgesamt 681 Zuschauer zu den fünf Vorstellungen der Komödie „Die Annonce“ gekommen. „Bestens bewährt“ habe sich dabei der Vorverkauf übers Internet und beim Wirt der Turner Hölzl Stubn.
Über eine ganze Reihe von Aktivitäten in der Jugendgruppenstunde berichtete Xandi Fradl. Rund 15 Kinder im Alter zwischen acht und 13 Jahren treffen sich jeden zweiten Dienstag im Pfarrheim zu Pantomime-Spielen und Sprachübungen ebenso wie zum Marionetten basteln. Außerdem wurde der Sketch fürs Vorprogramm des Erwachsenen-Theaters einstudiert, für den die „Harlekids“ kräftigen Beifall ernteten.
Keinerlei Umbesetzung gab es im Zuge der turnusgemäßen Neuwahlen, die einstimmig über die Bühne gingen. Das dreiköpfige Vorstandsteam bilden wieder Hartl Kaiser, Kurt Weiß und Harry Fradl. Die Jugendleitung behält Xandi Fradl bei, Kassierin bleibt Irmi Mayr, und für die Öffentlichkeitsarbeit ist weiterhin Sylvia Müller zuständig.
Dank des neuen Handbuchs, in dem auch die Kriterien für Ehrungen festgeschrieben sind, wurden erstmals langjährige Mitglieder für ihre Verdienste um den Verein gewürdigt: Es sind dies Uli Stuffer und Klaus Biehl (beide zehn Jahre in der Vorstandschaft; letzterer sechs Jahre erster Vorstand) und Claudia Weiß-Lorenz (zwölf Jahre in der Vorstandschaft, unter anderem als zweiter Vorstand und zweiter Abteilungsleiter). Die Silberne Ehrennadel des Verbands der Amateurtheater für 25jährige Mitgliedschaft erhielt Christine Unterseer; bei der Harlekin-Komödie hatte sie unter anderem die Jugend- und die Spielleitung inne. Ebenso ausgezeichnet wurde Hartl Kaiser, der dem Verband seit 29 Jahren angehört. Der amtierende Vorsitzende engagiert sich seit 26 Jahren in Rohrdorf in der Vorstandschaft, unter anderem als Spielleiter, Öffentlichkeitsreferent und Abteilungsleiter.
17. April 2008


Neuer Anlauf mit viel Holler
Wirtschaft am Hochstrasser See soll wieder aufblühen
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Neue Decke für die Stockschützen
Generalsanierung der Thansauer Bahnen
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TSV: Satzungsänderung zugunsten "Kick for Help"
Jahresversammlung mit Wiederwahl des kompletten Vorstands

Rohrdorf (pil) – Zusätzlich zur Förderung des Breiten- und Leistungssports will der TSV Rohrdorf-Thansau künftig die Unterstützung Behinderter oder Kranker im Vereinszweck festschreiben. Ohne Gegenstimmen – bei vier Enthaltungen - gaben die Mitglieder bei der gut besuchten Jahreshauptversammlung grünes Licht für eine entsprechende Ergänzung in der Satzung. Der neue Passus soll die Abwicklung der Spendenaktion „Kick for Help“ über den Sportverein abdecken, die auf Initiative von Christian Reisner bei der Fußballer-Weihnachtsfeier im Jahr 2003 ins Leben gerufen worden ist. Zahlreiche kranke und behinderte Kinder aus dem Gemeindegebiet und der näheren Umgebung wurden im Rahmen dieser Aktion bereits bedacht – sei es mit Spielzeug, mit einer Reittherapie oder einer Ballonfahrt.
Keine Veränderungen im Vorstandsteam brachten die Neuwahlen: Einstimmig im Amt bestätigt wurden Vorsitzender Sepp Pichlmeier sowie dessen Stellvertreter Volker Fritsch und Hans Hefter. Schriftführerin ist weiterhin Anja Aß, und um die Finanzen kümmert sich Kassier Sascha Ellmann. Die Revision bleibt in den Händen von Ludwig Wiesböck und Edith Fritsch.
In seinem Rückblick erinnerte Pichlmeier nicht nur an die Veranstaltungen anlässlich der 20jährigen Partnerschaft mit der burgenländischen Marktgemeinde Schattendorf. So sei der TSV auch bei den Partnerschaftstagen in Rosate (Italien) mit knapp zwei Dutzend Teilnehmern vertreten gewesen. Der Verein mit seinen 1360 Mitgliedern verstehe sich – neben dem sportlichen Anliegen – als Bestandteil des sozialen und kulturellen Lebens in der Gemeinde, verwies er auf die Ferienprogramm-Aktion (Fahrt in die Allianz Arena), die Teilnahme am Dorfschießen und die Arbeitseinsätze bei der Renovierung von St. Jakobus. „Es tut dem Verein gut, sich hier zu zeigen.“ Umso erfreulicher sei es, dass mit dem „Emil-Seitz-Ring“ - der Straße am Parkplatz des Sportgeländes – nun eine treibende Kraft bei der Gründung des Vereins im Jahr 1922 gewürdigt werde. Als „Meilensteine“ seiner bislang dreijährigen Amtszeit listete er zudem den Bau des Fußball-Vereinsheims, die Gründung einer neunten Abteilung (Unihockey) sowie die Einführung der neuen Vereinssoftware mit einem zentralen Buchhaltungssystem auf.
Breiten Raum bei der Versammlung im Gasthof „Zur Post“ nahmen die Berichte aus den neun Sparten – Fußball, Gymnastik, Kraftsport, Kun-Tai-Ko, Skisport, Stockschützen, Tennis, Triathlon und Unihockey – ein. Dabei blickt insbesondere die Abteilung Kun-Tai-Ko („kleiner mächtiger Körper“) auf eine erfolgreiche Saison zurück: Mit Lena Stumböck und Marlene Hellthaler landeten bei den Deutschen Meisterschaften in der Kategorie Musikformen gleich zwei Rohrdorferinnen auf den Plätzen eins und drei. Einen wahren „Volltreffer“ hat zudem die Gymnastik-Sparte mit dem Kindertanzen gelandet, das mehr als 50 Tanzwütige – überwiegend Mädchen - mobilisiert hat. Allerdings liegt das Kinderturnen derzeit mangels Übungsleiter brach. Ebenfalls stark im Aufwind sehen sich die Unihockey-Spieler. Mit derzeit rund 40 Mitgliedern hat sich die Zahl der Aktiven seit dem Startschuss vor gut einem Jahr mehr als verdreifacht. Zusätzlich zum neuen Damenteam soll dort jetzt eine Jugendmannschaft aufgebaut werden. Und nach der wetterbedingten Nullrunde im vergangenen Jahr konnte die Skiabteilung heuer wieder mit Ski- und Snowboardkursen für rund 190 Teilnehmer sowie mit mehreren Ausflügen aufwarten.
2. April 2008
zur Jahreshauptversammlung 2007

Zahlreiche Ehrungen
Auf dem Programm stand zudem eine ganze Reihe von Ehrungen für lange Vereinszugehörigkeit:
Seit 70 Jahren ist Johann Baptist Schauer Mitglied beim TSV. 60 Jahre dabei sind Regina Burmer, Josef Fischbacher, Josef Kreidl und Alfred Neubauer, seit 50 Jahren gehören Franz Kandlbinder, August Moser und Herrmann Steinkirchner dem Verein an und seit 40 Jahren Benno Hollinger, Brigitte Neubauer und Josef Weyerer.
Für 25jährige Mitgliedschaft wurden geehrt:Franziska Aiwanger, Simon Aiwanger, Wolfgang Aß, Johanna Beck, Sabine Bliemetsrieder, Georg Dick junior, Huberta Dieterich, Alois Dirigl, Edith Fritsch, Volker Fritsch, Yvonne Fritsch, Ingo Geiger, Andreas Göschl, Peter Göschl, Jürgen Gruber, Wolfgang Maier, Andreas Mock, Bernhard Neumaier, Peter Schlosser, Andreas Steiner, Herrmann Steinkirchner und Petra Weiss .



Der Chor des Priesterseminars in Teropil/Ukraine
Singen für den Umbau
Chor des Priesterseminars Ternopil zu Gast in der Region

Landkreis (pil) – Mehrere ukrainisch-katholische Gottesdienste im Byzantinischen Ritus mit Konzerten stehen zwischen Samstag, 5., und Freitag, 18. April, auf dem Programm, wenn der Chor des Priesterseminars in Ternopil (Ukraine) der Region einen vierzehntägigen Besuch abstattet. Dabei wollen die angehenden Priester auch Geld sammeln für die Renovierung und damit den Erhalt des Seminars, mit dessen Aufbau der jetzige Bischof Vasyl Semenjuk zusammen mit fünf Studenten 1989 unter bescheidensten Verhältnissen begonnen hat.
Das kleine Haus fünf Kilometer außerhalb von Ternopil, das die Stadt zur Verfügung gestellt hatte, wurde in Eigenarbeit um-, aus- und angebaut. Mittlerweile beherbergt das Seminar 115 Theologiestudenten, darunter auch junge Männer aus armen Verhältnissen, die das Schulgeld „abarbeiten“ und durch die Ausbildung eine Perspektive für die Zukunft erhalten; denn jeden Jungpriester erwartet eine sichere Arbeitsstelle.
Allerdings machen nun strenge staatliche Vorgaben eine grundlegende Sanierung erforderlich: Sämtliche Treppen, sanitären Anlagen sowie alle Zimmer müssen binnen zwei Jahren einem Mindeststandard bezüglich Zimmerhöhe, Ausstattung und Brandschutz angepasst werden. Ein erster Kostenvoranschlag hierfür beläuft sich auf rund 540.000 Euro, beschreibt Kathi Schmid aus Höhenmoos, die Vorsitzende des „Helferkreis für die Diözese Ternopil (Ukraine) e.V.“ und Koordinatorin der Gottesdienste, die Zwangslage des Priesterseminars. Allein ein Sack Zement koste dort derzeit umgerechnet etwa neun Euro. Und von staatlicher Seite erhalte die Ukrainisch-Katholische Kirche keinerlei Unterstützung. Zwar habe sich bereits ein privater Geldgeber bereit erklärt, die Hälfte der Baukosten zu tragen; für die andere Hälfte jedoch müssen Seminar und Diözese aufkommen.
Weitere Informationen gibt’s bei Kathi Schmid, Telefon 08032/ 5578. Spenden für den Umbau können auch auf das Konto „Helferkreis für die Diözese Ternopil e.V.“ überwiesen werden: Konto-Nr.53538 bei der Sparkasse Rosenheim-Bad Aibling, Bankleitzahl 71150000, Betreff „Priesterseminar“.
30. März 2008

Zu hören ist der achtköpfige Chor während beziehungsweise nach den Gottesdiensten an folgenden Terminen:
Samstag, 5. April, 19 Uhr, Törwang
Sonntag, 6. April, 8.30 Uhr, Rohrdorf (anschließend Frühschoppen mit Bildvortrag)
Montag, 7. April, 18 Uhr, Bad Reichenhall
Dienstag, 8. April, 19 Uhr, Oberaudorf, Klinik Bad Trissl
Mittwoch, 9. April, 19.30 Uhr, Prien, Kleiner Kursaal (Konzert und Bildvortrag)
Donnerstag, 10. April, 14 Uhr, Lauterbach (Seniorentreff); 19 Uhr Rimsting
Freitag, 11. April, 19 Uhr, Reit im Winkl
Samstag, 12. April, 18.45 Uhr, Söllhuben
Sonntag, 13. April, 8.30 Uhr, Altenbeuern; 14.30 Uhr, Kirchwald bei Nußdorf; 19 Uhr Kolbermoor (Heilige Dreifaltigkeit)
Montag, 14. April, 8.15 Uhr, Maria Eck
Dienstag, 15. April, 19 Uhr, Stephanskirchen
Mittwoch, 16. April, 19.15 Uhr, Halfing
Donnerstag, 17. April, 17 Uhr, Fraueninsel
Freitag, 18. April, 9 Uhr, Höhenmoos (Abschlussgottesdienst mit anschließendem Frühstück und Verabschiedung im Haus der Vereine)



Das "Schwoager Müsli" hatte die Nase vorn
Ski alpin beim TSV: Andi Leidl erstmals Vereinsmeister

Rohrdorf (pil) - Das „Schwoager Müsli“ hatte die Nase vorn bei der Vereins- und Dorfmeisterschaft des TSV Rohrdorf/Thansau, Disziplin Ski alpin. Bei frühlingshaftem Wetter und Firnschnee schwang sich das vierköpfige Team bestehend aus Maria Haimmerer, Sepp und Matthias Hollinger sowie Thomas Stuffer am Sudelfeld zum Sieg und durfte den großen Wanderpokal der Gemeinde übernehmen.
Es war ein flüssig ausgesteckter Riesentorlauf beim Kollaklift, den jeder der 50 Teilnehmer zweimal absolvieren musste, wobei im ersten Durchlauf die Vereinsmeister ermittelt wurden. Tagesbestzeit fuhr hier Abteilungsleiter Andi Leidl, der sich damit erstmals den Titel bei den Herren sichern konnte.
Als Sieger in den einzelnen Altersklassen kamen durchs Ziel: Zwergerl I: Andreas Quitt; Zwergerl II: Dominik Wiesböck; Schülerinnen I: Andrea Wagner; Schüler II: Alexander Schober; Schüler III: Sebastian Schmid; Snowboard Jugend: Lisa Berger; Jugend männlich: Florian Hausböck; Frauen: Anette Wagner; Herren II: Sepp Hollinger; Herren I: Andi Leidl; Snowboard Erwachsene: Wiggerl Wiesböck; Rennläufer Schülerinnen: Susanne Bliemetsrieder; Rennläufer Jugend: Maria Haimmerer.
9. März 2008




Für die ambulante Pflege einmal den Erdball umrundet
Arbeitsreiches Jahr beim Sozialwerk - Katharinenheim stellt neues Projekt vor

Rohrdorf/ Bad Endorf (pil) - Nicht nur als Träger des neuen Seniorenheims „St. Anna“ in Thansau steht für den Katharinenheim Endorf e.V. das Wohlergehen betagter und pflegebedürftiger Menschen im Blickpunkt. Mit einem umfangreichen Dienstleistungsangebot will der Verein, der seit 1920 das gleichnamige Alten- und Pflegeheim in Bad Endorf betreibt, nun dazu beitragen, die eigenständige Lebensführung Alter und Kranker in den eigenen vier Wänden möglichst lange zu erhalten und zugleich die Angehörigen unterstützen. Einblick in das Projekt „Daheim betreut wohnen“, das derzeit in der Chiemgau-Gemeinde entwickelt wird, gaben die beiden Koordinatorinnen der Service-Leistungen, Nadja Stiels und Petra Oertel, im Anschluss an die Jahreshauptversammlung des Sozialwerks Rohrdorf.
Hausnotruf, Fachberatung, Essen auf Rädern, Hausmeisterdienste, Wäscherei-Service, Vermittlung von Haushaltshilfen, Begleitdienst, Freizeitgestaltung, Hilfe bei der Suche nach einem Pflegeheim – diese und weitere Posten könnten demnach künftig im Rahmen eines Vertrags mit dem Katharinenheim gebucht werden. Der Stundensatz für die einzelnen Leistungsbausteine rangiere dabei nach derzeitigen Schätzungen zwischen 16 und 25 Euro zuzüglich Mehrwertsteuer.
Für Rohrdorf käme freilich nur ein „abgespecktes Konzept“ in Frage, betonten die Referentinnen. Denn das Angebot solle nicht mit dem Leistungskatalog des Sozialwerks konkurrieren, sondern diesen vielmehr ergänzen. Hingegen gebe es in Bad Endorf keinen ambulanten Pflegedienst. In jedem Fall seien aber ehrenamtliche Helfer gefragt, die sich in dem Projekt engagieren. Weitere Auskünfte dazu erteilt das Katharinenheim, Telefon 08053/4060.
Über die Arbeit des Sozialwerks hatte zuvor Einsatzleiterin Gabriele Prankl in der Gaststätte im Turner Hölzl informiert. Genau 47.208 Kilometer – eine Strecke länger als einmal rund um den Erdball – haben die Schwestern im vergangenen Jahr auf ihren Dienstfahrten durchs Gemeindegebiet zurückgelegt. Das siebenköpfige Pflegeteam hatte in insgesamt 6490 Pflegestunden (rund 100 mehr als im Vorjahr) 66 Patienten versorgt (vier weniger als im Vorjahr); die meisten im Alter zwischen 60 und 90 Jahren; acht Personen waren älter als 90 Jahre. Hinzu kamen 95 Beratungseinsätze (plus 9). Die steigende Pflegebedürftigkeit erklärte Prankl damit, dass viele der Patienten allein lebten.
Als nach wie vor „schlecht“ bewertet die Vorsitzende Gudrun Lohmann die sozialpolitischen Rahmenbedingungen für die ambulanten Dienste. So sehe die Pflegereform für Demenzkranke ohne Pflegestufe lediglich ein Betreuungsgeld von bis zu 200 Euro monatlich vor. Mit Sorge verfolgt sie zudem die Diskussion um die geplanten Pflegestützpunkte zur Beratung; diese zentralen Einrichtungen, so ihre Befürchtung, bedrohten vor allem kleinere Pflegedienste in ihrer Existenz. Dabei sei gerade die ambulante Versorgung durch örtliche Sozialwerke „das Beste für eine Gemeinde“.Weiterhin hohe und komplexe Anforderungen an die Schwestern, so Lohmann weiter, stellten die immer kürzeren Verweilzeiten von Patienten im Krankenhaus.
Erfreuliches hatte Kassier Peter Holzner zu vermelden: Knapp 27.000 Euro Spenden konnte er auf der Einnahmenseite verbuchen; unterm Strich hat das Sozialwerk mit seinen derzeit knapp 500 Mitgliedern das Jahr 2007 mit einem Gewinn von etwa 5000 Euro abgeschlossen. Dagegen war im Vorjahr ein gemeindlicher Zuschuss für den Verlustausgleich erforderlich gewesen.
Als „echte Erfolgsgeschichte“ würdigte schließlich Bürgermeister Fritz Tischner die Entwicklung der 1974 gegründeten Einrichtung, die sich nach einigen Anlaufschwierigkeiten längst als unverzichtbare Institution in der Gemeinde etabliert habe.

Neuwahlen
Bei den Neuwahlen ist im Wesentlichen alles beim Alten geblieben: Vorsitzende des Sozialwerks Rohrdorf ist weiterhin Gudrun Lohmann, Vize Benno Hollinger, Kassier Peter Holzner und Schriftführerin Hella Hauber. Als Beisitzer fungieren Bernhard Weindl, Elisabeth Stein und Erich Bielmeier; Revisoren sind nun Franz Göttlinger und Herbert Wörndl.

9. März 2008


GEMEINDERATSWAHL ROHRDORF

CSU und Bürgerblock legen zu
SPD und FWG büßen jeweils einen Sitz ein

Rohrdorf (pil) -Verschiebungen zugunsten von CSU (nunmehr 8 Sitze) und Bürgerblock (6) gab's bei der Sitzverteilung im Rohrdorfer Gemeinderat (vorläufiges Ergebnis). Demnach konnten beide Gruppierungen jeweils einen Sitz zulegen. Der Freie Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBl) holte wieder 3 Sitze. Dagegen büßten sowohl SPD (nunmehr 2) als auch die Freie Wählergemeinschaft Rohrdorf (1) jeweils ein Mandat ein.
Folgende Kandidaten haben den Einzug in den Gemeinderat geschafft:
Für die CSU:
Joachim Wiesböck, Geschäftsführer (1729 Stimmen), Rosina Reck, Hausfrau (1600), Franz Dinzenhofer, Landwirt (1265), Johann Krapf, Landwirt (1230), Georg Stadler, Heizungs- und Sanitärmeister (1095), Bernhard Maurer, Landwirt (1072), Karl-Heinz Silichner, Braumeister (1032) und Martin Frey, Entwicklungsingenieur (962).
Für den Bürgerblock (BR): Martin Fischbacher, selbständiger Kaufmann (2181), Petra Scholz-Gigler, Diplom-Psychologin und Musiklehrerin (1385), Dr. Rupert Stocker, Dr.-Ingenieur Maschinenbau (1355), Karl Blum, Polizeibeamter a.D. (1072), Maria Scholz, Oberstudienrätin (1018) und Dr. Anette Wagner, Tierärztin (1015).
Für den Freien Wählerblock Höhenmoos-Achenmühle (FWBl):
Sebastian Kreidl, selbständiger Schreinermeister (1082), Franz Steiner sen., Landwirt (823) und Markus Unterseher, kaufmännischer Angestellter (784).
Für die SPD:
Rudolf Mayerhofer, Betriebsanlagenelektroniker (1024) und Franz Praxl, Bahnbeamter (927).
Für die Freie Wählergemeinschaft Rohrdorf (FWG):
Marianne Keuschnig, kaufmännische Angestellte (825).
Der neue Gemeinderat sowie der künftige Bürgermeister Christian Praxl werden bei der konstituierenden Sitzung am Donnerstag, 8. Mai, vereidigt.



BÜRGERMEISTERWAHL ROHRDORF

Stießen im Rathaus auf den Wahlsieg an: Rohrdorfs künftiger Bürgermeister Christian Praxl und seine Frau Veronika. Foto: Pilger
Klarer Wahlsieg für Christian Praxl
Strahlende Gesichter bei der CSU - Rätselraten beim Bürgerblock

Rohrdorf (pil) – Der erlösende Anruf kam um 19.37 Uhr: CSU-Kandidat Christian Praxl hatte das Rennen um den Bürgermeistersessel der Gemeinde Rohrdorf für sich entschieden. Bis zum Schluss galt der Wahlausgang allgemein als spannend. Mit 61 Prozent für den Bewerber der Christsozialen fiel das Ergebnis dann aber doch recht deutlich aus; sein Gegenkandidat Martin Fischbacher (Bürgerblock) kam auf 39 Prozent. Darüber hinaus läutete der Wahlabend die Schlussphase einer drei Jahrzehnte währenden Ära in Rohrdorf ein: Denn mit Praxls „Dienstbeginn“ am 1. Mai endet zugleich die Amtszeit von Fritz Tischner.
Strahlende Gesichter bestimmten die kleine Wahlparty im Bürgermeisterzimmer, wo der künftige Rathaus-Chef mit der Familie und Parteifreunden auf den Erfolg anstieß. „Kontrolliert optimistisch“ sei er gewesen, nun aber „freudig überrascht über die Sechs an der Zehnerstelle“ - so brachte der 49jährige seine Gemütslage auf den Punkt. Die richtig große Aufregung hatte den dreifachen Vater erst während der letzten Stunde der „Wartezeit“ gepackt.
Seinen Sieg sieht er im wesentlichen in zwei Punkten begründet. Zum einen habe sich die Bürgermeisterwahl – die Beteiligung lag bei 71,46 Prozent - einmal mehr als Persönlichkeitswahl erwiesen. Praxl ist in Thansau aufgewachsen, wohnt aber seit Jahren in Rohrdorf. Er stand elf Jahre lang der Freiwilligen Feuerwehr Thansau vor; außerdem engagierte er sich jahrelang als Jugendtrainer beim TSV Rohrdorf/ Thansau. Zum anderen verfüge er dank seiner fast dreißigjährigen Tätigkeit in der Gemeindeverwaltung – zuletzt als Leiter des Bauamts - über reichlich Erfahrung und Kompetenz im kommunalen Bereich.
Die Überarbeitung des Flächennutzungsplans unter dem Vorzeichen einer harmonischen Entwicklung der Ortschaften, Hochwasser- und Lärmschutz, der Bau der Umgehungsstraße Rohrdorf-Nord sowie die Förderung der Vereine und gemeinnützigen Organisationen sind einige der Eckpfeiler des CSU-Programms, das Praxl unter dem Motto „Zukunft gemeinsam gestalten“ nun Zug um Zug mit dem neuen Gemeinderat umsetzen will.
Der Ortsvorsitzende Joachim Wiesböck hatte zwar fest mit einem Sieg gerechnet, jedoch nicht in dieser Größenordnung. „Wir sind mehr als zufrieden.“, kommentierte er gestern auf Anfrage das Ergebnis. Fritz Tischner hatte vor sechs Jahren mit 58,4 Prozent gegen Franz Warter vom Bürgerblock abgeschnitten. Für den neuen Gemeinderat signalisierte Wiesböck bereits ausdrücklich Interesse an einer sach- und themenbezogenen Zusammenarbeit mit allen Fraktionen.
Rätselraten herrscht dagegen beim Bürgerblock vor. „Wir hatten uns mehr ausgerechnet.“, gab Martin Fischbacher unumwunden zu. Eigentlich hatte der Bürgerblock auf einen „Stimmenpuffer“ in Rohrdorf und Thansau gehofft, um die erwartungsgemäß schwachen Ergebnisse in Lauterbach und Höhenmoos abzudämpfen. Doch auch dies sei trotz des engagierten und fairen Wahlkampfs nicht gelungen. „Wir haben keine Ahnung, woran es gelegen hat.“, bekannte Fischbacher im Gasthof zur Post, wo der Bürgerblock zusammengekommen war, um unabhängig vom Wahlergebnis zu feiern.
Für den scheidenden Bürgermeister Fritz Tischner indes ist das Ergebnis ein klares Zeichen dafür, dass die Bürger die eingeschlagene Richtung der Kommunalpolitik in einer der führenden Gemeinden Bayerns beibehalten wissen wollen. Die Mehrheit der Wähler habe letztlich die realistischen Vorstellungen des CSU-Kandidaten ebenso wie dessen Glaubwürdigkeit mit dem Kreuz an der entsprechenden Stelle auf dem gelben Wahlzettel quittiert.
4. März 2008


Willi Hofmann: "Der VdK wird nicht nachgeben!"
Deutliche Worte zur Mehrwertsteuer auf Medikamente bei Jahresversammlung - Ehrungen

Lauterbach (pil) – „Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt sondern Lohn für eine jahrzehntelang erbrachte Lebensleistung! Sie darf nicht auf ein staatliches Almosen reduziert werden.“ Der VdK-Kreisvorsitzende Willi Hofmann hatte seinen Vortrag über die Lage im grundgesetzlich verankerten sozialen Rechtsstaat Deutschland in gewohnt deutliche Worte gefasst. Dank diverser Reformen, Riester- und Nachhaltigkeitsfaktor sowie steigender Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge sei in den letzten Jahren keine Bevölkerungsgruppe so stark zur Kasse gebeten worden wie die Rentnergeneration, prangerte der frühere Bundesschatzmeister bei der Jahreshauptversammlung des knapp 100 Mitglieder zählenden VdK-Ortsverbands Rohrdorf an.
Scharfe Kritik übte Hofmann in seinem Referat unter der Überschrift „Zukunft braucht Menschlichkeit“ auch am geplanten Gesundheitsfonds, der wiederum die Rentner und Geringverdiener belaste. Mit Nachdruck werde der VdK gegen eine Zweiklassen-Medizin kämpfen, denn „Gesundheit darf nicht vom Geldbeutel der Patienten abhängen.“
Ebenso bleibe der Verband bei seiner Forderung, die Mehrwertsteuer auf Arzneimittel von derzeit 19 auf sieben Prozent zu senken. 2,3 Millionen Unterschriften seien in dieser Sache bereits dem Kanzleramt in Berlin übergeben worden. „Der VdK wird nicht nachgeben!“, versprach das Ehrenmitglied des Landesverbandes im Gasthaus Alpenblick in Lauterbach.
Mit einer bundesweiten Kampagne will der VdK nun das öffentliche Bewusstsein für die wachsende Kinder- und Altersarmut schärfen; allein drei Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland seien von Armut bedroht. Ein Durchschnittsrentner habe heute monatlich rund 130 Euro weniger zur Verfügung als noch vor vier Jahren. Und weitere Belastungen – etwa durch die Erhöhung des Pflegeversicherungsbeitrags - seien bereits in Sicht. Soziale Gerechtigkeit dürfe nicht zum Auslaufmodell geraten, warnte Hofmann. Der Sozialverband als Sprachrohr für 1,4 Millionen Bundesbürger werde deshalb auch weiterhin die soziale Gesetzgebung kritisch verfolgen und als Bollwerk gegen Sozialabbau jeglicher Art auftreten.
Über diverse Fortbildungen und ihre Ernennung zur ehrenamtlichen Richterin am Sozialgericht München informierte unter anderem Ortsvorsitzende Marianne Keuschnig. Ihr Dank galt allen Spendern und Helfern, die zum Erfolg der Sammlungen „Helft Wunden heilen“ in den beiden vergangenen Jahren mit insgesamt 7800 Euro beigetragen hatten. Mit einem Teil dieses Betrages konnte alten, kranken und behinderten Gemeindebürgern in Not finanzielle Hilfe gewährt werden, etwa für den Kauf von Kleidung, beim Wohnungswechsel oder für diverse Therapiemaßnahmen.
Ebenso standen wieder zahlreiche Weihnachts-, Kranken- und Geburtstagsbesuche auf dem Programm, wobei Keuschnig immer wieder dankbar dafür ist, am Leben „ihrer Mitglieder“ teilhaben zu dürfen.
Einen Aufwärtstrend beim Mitgliederstand verzeichnete Geschäftsführer Dieter Störmann für den Kreisverband. Dieser ist im Laufe des vergangenen Jahres um gut 230 auf nunmehr etwa 7340 angewachsen. 5410 Beratungsgespräche wurden im Jahr 2007 geführt, 657 Anträge in Sachen Schwerbehindertenausweise, Kriegsopferversorgung, Renten- und Krankenversicherung gestellt, 153 Widersprüche gegen Bescheide eingelegt, 64 Klagen eingereicht – und insgesamt 300.000 Euro für VdK-Mitglieder erstritten, zog Störmann Bilanz. Einen der Schwerpunkte der Verbandsarbeit bilde dabei der Bereich Rentenversicherung. Neben der Anhebung der Zuverdienstgrenze für Rentner auf 400 Euro sei auch die Verlängerung des ALG I für Ältere nur auf Druck des VdK zustande gekommen, ist er überzeugt. Doch trotz dieser Erfolge kann der Fachmann keine Entwarnung geben: „Es wird immer schwieriger, sein Recht durchzusetzen.“


Über 350 Jahre Mitgliedschaft
Den Abschluss der VdK-Versammlung in Lauterbach bildeten die Ehrungen für insgesamt mehr als 350 Jahre Mitgliedschaft. Seit 60 Jahren gehören Jakob Opperer und Josef Schlosser dem VdK an, Amalie Liegl ist seit 40 Jahren Mitglied und Joachim Klugherz seit 30 Jahren. Gewürdigt wurden außerdem Max Kreidl, Hermann Wörndl und Anna Wortmann (alle 25 Jahre) sowie Anna Adlmaier, Josef und Petra Fink, Monika Halbmayer, Gerhard Henger, Hans Kerling, Horst Mitscherling, Eva-Maria Thomas sowie Paula Wolf (jeweils zehn Jahre). Foto: pil
4. März 2008


"Es fehlt an Nachwuchs"
Jahreshauptversammlung der Arbeiterwohlfahrt
zum Bericht


Von Pflugbogen bis Parallelschwung...

...von Carven bis Snowboarden – beim Kinderskikurs des TSV Rohrdorf/Thansau kamen sowohl die Anfänger als auch die Fortgeschrittenen wieder voll auf ihre Kosten. Insgesamt waren diesmal 155 Kinder und Jugendliche sowie ein Dutzend „Zwergerl“ bei zwar kaltem aber wunderschönem Winterwetter in Durchholzen auf die Piste gegangen. Vier Tage lang übten die 25 Skilehrer und deren Helfer mit ihren Schützlingen den richtigen Schwung auf einem und zwei Brettern ebenso wie das Lifteln. Die Fortgeschrittenen fuhren dabei an zwei Tagen ins Skigebiet Westendorf/Tirol, wo ebenfalls beste Bedingungen herrschten; währenddessen machten die Jüngsten an drei Nachmittagen ihre ersten „Schritte“ auf Skiern.
Ihr Können stellten die Brettlfans dann beim Abschlussrennen am Amberglift in Durchholzen unter Beweis, wo die vielen Eltern, die auch in diesem Jahr die Strecke säumten, den Nachwuchs kräftig anfeuerten. Dass letztlich jeder ein Sieger war, bewiesen die Goldmedaillen, die alle Teilnehmer von ihren Übungsleitern überreicht bekamen. Die schnellsten drei aus jeder Gruppe erhielten bei der Siegerehrung im Hotel zur Post in Rohrdorf darüber hinaus eine Urkunde.
Der große Organisationsaufwand hat sich zur Freude der Abteilungsleiter Andi Leidl und Schorsch Dick junior auch in diesem Jahr gelohnt: „Dank der routinierten und geduldigen Skilehrermannschaft des TSV war die umfangreichste Jugendveranstaltung der Gemeinde Rohrdorf wieder ein voller Erfolg“. pil
15. Januar 2008


Schöne Bescherung: Maria Noichl mit dem Vorsitzenden der SPD Rohrdorf-Thansau, Rudolf Mayerhofer. Foto: Pilger
Bekenntnis zur SPD - Unbequem aber lohnenswert
Maria Noichl beim Wahlkampfauftakt in Rohrdorf

Rohrdorf/Thansau (pil) – „Warum lohnt es sich nach 60 Jahren CSU-Dominanz überhaupt noch, in der SPD aktiv zu sein?“ Dieser Frage ging Maria Noichl, SPD-Stadträtin und Vorsitzende des Unterbezirks Rosenheim-Stadt, bei der Weihnachtsfeier des Ortsvereins Rohrdorf-Thansau nach, welche zugleich den Auftakt für den Wahlkampf markierte. Die Lehrerin, die im kommenden Herbst in den Landtag einziehen will, ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie mit ihrem Bekenntnis zur Sozialdemokratischen Partei einen – zumal in Bayern - zwar unbequemen aber dennoch lohnenden Weg eingeschlagen habe. Wenngleich ihr das Parteibuch keinerlei finanzielle oder berufliche Vorteile beschere, zieht die 40jährige für sich eine bislang durchaus positive Bilanz.
Neben der Bildung „für Herz und Hirn“ hob sie beim „Wirt von Thansau“ die persönliche Standfestigkeit hervor, die das Eintreten für die oppositionserfahrene Gruppierung mit sich bringe. Noichl versteht die SPD vor allem als Kontrollorgan und damit als Wahrerin von Transparenz und Demokratie, die zudem regelmäßig die Vordenkerrolle übernähme – etwa in Sachen Elterngeld und Mindestlohn. Den Erfolg schrieben sich dann zwar andere Parteien auf die Fahnen, doch gehe es ihr vorrangig um die Sache. Dieser Einlassung schloss sich der Rohrdorfer Ortsvorsitzende Rudolf Mayerhofer mit Verweis auf den „SPD-Herzenswunsch“ Altenheim an. Neben aller politischen Arbeit aber, betonte Noichl abschließend, bildeten die „Roten“ auch eine enge soziale Gemeinschaft, für die es sich immer wieder einzustehen lohne.
21. Dezember 2007


Eine bunt gemischte Riege für die Kommunalwahl
Liste der SPD Rohrdorf/Thansau steht - Sechs Frauen

Rohrdorf/Thansau (pil) – Mit einer bunt gemischten 20köpfigen Riege steigt nun die SPD Rohrdorf/Thansau in den Wahlkampf ein. Zügig und einstimmig ging die Aufstellung der offenen Liste im „Wirt von Thansau“ über die Bühne. Der Kandidaten-Mix – die Altersspanne reicht vom Schüler bis zum Rentner - stammt mehrheitlich aus dem Ortsteil Thansau und deckt die unterschiedlichsten Berufsfelder ab. Und mit sechs Bewerberinnen könne sich auch die Frauenquote durchaus sehen lassen, betonte Ortsvorsitzender Rudolf Mayerhofer bei der Versammlung zufrieden. Zum Vergleich: Auf der CSU-Liste kandidieren drei Frauen, beim Bürgerblock acht.
Einen eigenen Bewerber für den Chefsessel im Rathaus schicken die Sozialdemokraten jedoch auch diesmal nicht ins Rennen. Ebenso wenig wurde eine Empfehlung für einen der beiden bereits nominierten Bürgermeister-Kandidaten von CSU (Christian Praxl; sein Bruder Franz steht auf Platz zwei der SPD-Liste) und Bürgerblock (Martin Fischbacher) gegeben, die beide zur Aufstellungsversammlung gekommen waren und sich dort kurz vorstellten. In Rohrdorf, so Mayerhofer, breche mit der Kommunalwahl im März nach drei Jahrzehnten Amtszeit von Rathauschef Fritz Tischner (CSU) ohnehin „eine neue Ära“ an; wobei für die SPD auch künftig die Sachthemen im Vordergrund stünden, denen man sich „mit vollem Einsatz zum Wohle des Bürgers“ widmen wolle.
1. Dezember 2007

Die Kandidaten
Angeführt wird die Liste vom Ortsvorsitzenden Rudolf Mayerhofer. Auf den weiteren Plätzen folgen Franz Praxl, Adelheid Musselmann, Helmut Wieshuber, Barbara Seeliger, Simon Hausstetter, Wolfgang Walkmann, Margit Mayerhofer, Matthias Leippe, Horst Weiß, Franz Gemmer, Wolfgang Braun, Rosemarie Praxl, Kerstin Prochnow, Herbert Wörndl, Michael Setz, Eckehardt Neumann, Kurt Braun, Kurt Probst und Veronika Wieshuber.




VSF – Vorbedingung schöne Füße; so wollte jedenfalls die Malerin Marie (Gaby Hiller) die Abkürzung in ihrer Annonce verstanden wissen. Und Hugo Huber alias Wilhelm Lallinger ist es als Wohnungssuchender ohnehin gewohnt, so allerhand auf sich zu nehmen.
Amüsantes Verwirrspiel um vier Inserate
Rohrdorfer "Harlekins" ernten viel Beifall für "Die Annonce"

Rohrdorf (pil) – Vier Frauen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können, unter einem Dach – dieser Umstand allein sorgt schon für reichlich Turbulenzen im Hause Bormann. Doch als sich das Quartett mithilfe von Zeitungsinseraten auch noch zur gleichen Zeit und ohne das Wissen der jeweils anderen auf Männersuche begibt – wenn auch aus ganz unterschiedlichen Beweggründen –, sind weitreichende Verwicklungen vorprogrammiert. Denn selbstredend geraten die vier Bewerber – vom Aktmodell über den Heiratskandidaten und den Klavierschüler bis hin zum Wohnungssuchenden - zunächst an die falsche Dame.
Es ist Boulevardtheater im besten Sinn, was die Rohrdorfer „Harlekins“ mit der Komödie „Die Annonce“ in dieser Saison auf die Bühne bringen: Die hochdosierte Mischung aus Verwechslungen, zweideutigen Dialogen und Situationskomik, garniert mit einer ewig aktuellen Kollektion an Männerunterhosen, bescherte den rund 170 Premierengästen im Turner Hölzl gleich von Beginn an einen schwungvollen Theaterabend, der mit reichlich Schlussapplaus endete. Den ersten großen Beifall des Abends jedoch ernteten die Nachwuchsschauspieler von den „Harlekids“, die im Vorprogramm mit dem Sketch „Die Kontakanzeige“ die Lacher auf ihrer Seite hatten.
Auch das Dienstmädchen Vroni (Nicole Liegl) ist am Ende mit einem Mann (Kurt Weiß als Heiratskandidat) versorgt: Was bleibt, ist eine offene Stelle und ein Bewerber am Telefon. Fotos: Pilger
Zwei Stunden lang bestimmte dann das lebendige Spiel der acht Harlekin-Darsteller das Geschehen in der Münchner Villa der alternden Schauspielerin Agathe Bormann. Und gleich zu Beginn sprang der Funke auf die Zuschauer über, die immer wieder begeistert Szenenapplaus spendeten. Birgit Klesinski ist die Rolle der bisweilen affektierten Diva, die mit knallrosa Federboa und gleichfarbigen Quasten an den Pumps ausstaffiert durch die Szene stöckelt, geradezu auf den Leib geschrieben. Das Mienenspiel der vormals gefeierten Actrice angesichts des halbnackten Spartakus spricht Bände: In „der Bormann“ erwacht sichtlich die Wollust wieder. Marcus Bauer setzt sich derweil tänzelnd und mit hingebungsvoller Selbstverliebtheit in seinen Körper in Pose – und wird wenig später durch einen Krampf lahm gelegt. Allein das Ambiente des Salons erscheint etwas bieder angesichts einer Agathe, die in „Sodom und Gomorra“ brillierte und von „Schäferspielen auf dem Land“ schwärmt.
In der Zwischenzeit schwelgt die Malerin Marie voll Inbrunst in Wunschträumen von ihrem künftigen Modell, das sie bei der Fertigstellung ihres Werkes „Festmahl bei Spartakus“ inspirieren soll. Gaby Hiller zieht aber nicht nur beim Schwärmen alle Register; ganz ungeniert legt sie auch Hand an ihre vermeintlichen Modelle, um deren körperliche Eignung zu untersuchen. Diese Art der Körpervisite indes bleibt nicht ohne Folgen: In dem verklemmten Wohnungssuchenden Wilhelm Lallinger erweckt die resolute Künstlerin dadurch den leidenschaftlichen Schwerenöter, den sie sich kaum vom Leib halten kann. Hugo Huber – fast ohne Ausnahme meistert er seinen „bnöden Sprachfehner“ - war das Faible für die Figur des Wilhelm Lallinger, der erst noch sein Feinripp-Unterhemd fein säuberlich zusammenlegt, deutlich anzumerken.
Und auch die anderen Schauspieler hielten mit ihren Talenten nicht hinterm Berg: Kurt Weiß etwa, dem als erwartungsvoller Heiratskandidat buchstäblich die Augen übergehen angesichts der (un-)missverständlichen „Angebote“ der deutlich älteren Agathe und der anschließend betrunken auf dem Sofa einschläft. Hannes Lemberger erklärt sich unterdessen in seiner bajuwarischen Unbefangenheit zu jeder Art von „Klavierunterricht“ bereit; und sei es im römischen Gewand.
Als Vorlage für die Komödie in drei Akten, in der die vieldeutige Abkürzung VSF für zusätzliche Verwirrung bei den Beteiligten sorgt, diente Günter Schwarz – er führt zugleich Regie - ein Lustspiel des Schweizer Autors Marc Camoletti. Der Titel des Urstücks „Hier sind sie richtig“ kam dabei auch in der „Annonce“ zum Tragen: Mit eben diesen Worten lotste Klavierlehrerin Anni (wunderbar distinguiert und ein bisschen zickig dargestellt von Marianne Keuschnig) ihren Schüler in ihr Zimmer, nachdem sich der gordische Knoten der Verwechslungen gelöst hat.
Die ganze Anzeigen-Affäre ins Rollen gebracht hatte übrigens, Vroni, das zur romantischen Verzückung neigende Dienstmädchen (herrlich schnippisch und ebenso pfiffig wie naiv: Nicole Liegl), das unbedingt heiraten möchte und dank eines Inserats immerhin schon einmal eine Kaffeemaschine ergattert hat. Denn sie war es, die auch die drei anderen Damen dazu ermuntert hatte, eine Annonce aufzugeben und auf diesem Wege einen Mieter, einen Klavierschüler beziehungsweise ein Aktmodell zu suchen. Als letzte Amtshandlung im Hause Bormann bleibt der Ehefrau in spe schließlich nur noch, einem Bewerber – auf welche der vier Anzeigen auch immer – telefonisch die offene Stelle des Dienstmädchens zu offerieren...
14. November 2007

Felsenfeste Freundschaft
Petrus im Mittelpunkt der Bibeltage
zum Bericht


Streifzug mit einer guten Portion Augenzwinkern
Franz Warter beleuchtet in seinen "Rohrdorfer Spaßetteln" 80 Jahre Dorfleben

Rohrdorf - Dem Blitz-Miche, dem Raggei und anderen Unikümern hat Franz Warter (Foto) schon im Untertitel seiner „Rohrdorfer Spaßetteln“ ein kleines Denkmal gesetzt. In dem apfelgrünen Büchl erzählt der Bäckermeister (Jahrgang 1952) mit einer Portion Augenzwinkern eine ganze Reihe von heiteren Begebenheiten, die sich so oder doch zumindest so ähnlich im Lauf der vergangenen 80 Jahre in Rohrdorf zugetragen haben. Auf die exakte zeitliche Einordnung der 40 Geschichten, die im Grunde genommen „die Dorfgemeinschaft geschrieben hat“, verzichtet der Autor. Es ist vor allem die Grundstimmung des Gemeindelebens, bei dem Privates, Kultur, Kirche und Wirtshaus immer eng miteinander verquickt waren, die er vermitteln will.
Rund zwei Jahre lang hat Warter an den „Spaßetteln“ gearbeitet, die er seinem Schwager und gutem Freund, dem verstorbenen Stocker Anderl, gewidmet hat. Der damalige Wirt war es auch, der ihn, Warter, bereits vor Jahren am Stammtisch zu dem Büchlein inspiriert hat: „Schreib die alten Spaßettln auf, sonst wearns sicherlich a mal vergessen!“ Um aber niemanden „vorzuführen“, hat der Verfasser ganz bewusst viele Namen geändert. Vom Interesse der Bürger an den „alten Geschichten“ zeugte der Andrang von mehr als 130 Besuchern bei der Buchvorstellung im Stocker-Saal. Erhältlich sind die „Rohrdorfer Spaßetteln“ zum Preis von 9,80 Euro in den beiden Läden der Konditorei Gredler in Rohrdorf und Thansau.
Text/ Foto: pil


Modernes Erscheinungsbild mit Pultdächern: Jetzt wurde der Rohrdorfer Bauhof offiziell eingeweiht. Zu diesem Anlass erhielt Bauhofleiter Sebastian Huber (rechts) neben dem symbolischen Edelstahlschlüssel ein praktisches Handkehrgerät. Letzteres hatte der Neubeurer Vize Franz Steinkirchner im Zeichen der gemeindeübergreifenden Zusammenarbeit an Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner (links) überreicht.

Ein sichtbares Zeichen setzt die mehrere Meter hohe Eisenskulptur des Söchtenauer Bildhauers Rudl Endriss: Sie stellt in abstrahierter Form einen Menschen dar und ist nachts von innen beleuchtet.
Fotos: Pilger
Ein "Dienstleistungszentrum" für die Bürger
Segen für Rohrdorfer Bauhof - Dimensionierung umstritten

Rohrdorf (pil) - „Nein, zu groß ist er nicht geworden!“ Bürgermeister Fritz Tischner und Sebastian Huber, der Leiter des Rohrdorfer Bauhofs, sind sich einig angesichts des Neubaus auf dem „Geiginger Feld“. Jetzt wurde der 1,9 Millionen Euro teure Bauhof-Komplex, der schon seit längerem in Betrieb ist, offiziell eingeweiht.
Drei Gebäudeteile mit rund 1400 Quadratmeter Nutzfläche umfasst die Anlage an der Straße nach Lauterbach. Der südliche Trakt mit Splittdepot, Lagerflächen sowie den Sozialräumen und Büros erstreckt sich auf etwa 70 Meter Länge. Daran schließen sich im rechten Winkel neben Schreinerei und Lager die Garagen mit Wartungs- und Waschhalle an. Acht große Lagerboxen auf dem 2000 Quadratmeter großen Hof bieten zudem Stauraum für verschiedene Baumaterialien, während im Norden des 6000-Quadratmeter-Grundstücks ein Salzsilo mit 200 Kubikmeter Fassungsvermögen in die Höhe ragt. Ein sichtbares Zeichen für die „menschliche Seite“ des Bauhofs setzt unterdessen die mehrere Meter hohe Eisenskulptur von Rudl Endriss aus Söchtenau. Das Kunstwerk in Form eines abstrahierten Menschen sorgte in der Gemeinde bereits für reichlich Gesprächsstoff.
Lediglich acht Monate hatte die Errichtung des Bauhofes gedauert, der nach Aussage von Architekt Christian Guggenbichler in der weiteren Umgebung „seinesgleichen sucht“: Die Weichen für das Projekt wurden im Jahr 2005 mit der Änderung des Flächennutzungsplanes gestellt; nach der Genehmigung des Bauantrags im März 2006 wurde am 15. Mai der erste Spatenstich gesetzt, und bereits sieben Monate später folgte die Übergabe zum Betrieb. Allerdings machte eine schadhafte Abdichtung der anvisierten Einweihung im Frühjahr einen Strich durch die Rechnung: Wegen aufsteigender Feuchtigkeit an den Innenwänden musste der gesamte Sockel im Sozialbereich frei- und dann trockengelegt werden. Damit konnte gestern zugleich die „Einweihung der geglückten Sanierung“ gefeiert werden, wie der Projektplaner anfügte; den kirchlichen Segen erteilten Pfarrer Gottfried Doll und sein evangelischer Kollege Reinhold Seibel
Als „Dienstleistungszentrum“, das den steigenden Ansprüchen der Bürger gerecht zu werden versuche, bezeichnete Rathauschef Fritz Tischner vor Gemeinderäten und einigen Bürgermeisterkollegen aus den Nachbargemeinden die neue Unterkunft für Bauhof-Mitarbeiter, Wasserwart, Fahrzeuge, Geräte und Werkstätten. Der jetzige Standort außerhalb der Ortschaft und zentral innerhalb des Gemeindegebiets sei dabei - ebenso wie die Dimensionierung des Bauhofs - durchaus umstritten gewesen. Doch, betonte Tischner, gliedere sich die moderne Anlage, an deren Bau zahlreiche ortsansässige Betriebe beteiligt waren, gut in die Landschaft ein. Und mit dieser vierten Erweiterung innerhalb von 36 Jahren könnte der Rohrdorfer Bauhof nunmehr eventuell seinen Endzustand erreicht haben.
28. Oktober 2007


Thansauer wurde Postler des Jahres
Rudolf Fastenmeier in Berlin ausgezeichnet
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Ein Topf Kartoffelsuppe und die Geschichte vom Schwein Frieda
Das Theater "EigenArt" tischte in Rohrdorf eine ganz besondere Kost auf
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Grundstein für die "Wunschbaustelle"
Seniorenheim "St. Anna": Bauarbeiten im Zeitplan
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"Es hat sich nicht rentiert"
Wirt am Hochstrasser See wirft das Handtuch
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Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug ab Rohrdorf - Freie Fahrt an Familiennachmittagen

Rohrdorf (pil) – Mit dem Wiesn-Express wartet auf die Rohrdorfer auch in diesem Jahr zusätzlich zum Herbstfest ein besonderes Schmankerl: Auf der Strecke zwischen Rohrdorf Bahnhof (ORO) und Rosenheim, wo sonst nur Güterzüge verkehren, schickt die Firma Logistik Wiesböck wieder 16 Tage lang einen Personen-Sonderzug auf Fahrt. Bereits vor und während der 20minütigen „Anreise“ nach Rosenheim können sich die Passagiere diesmal an der Bar im Zug auf die Wiesn einstimmen.
Abfahrt an allen Tagen ist um 17.30 Uhr an der ORO (17.35 Uhr in Thansau, Finkenstraße); Rückfahrt ab Rosenheim um 23.35 Uhr. Zusätzlich geht der Nahverkehrszug der Bayerischen Oberlandbahn am Eröffnungstag, Samstag, 25. August, um 13.30 Uhr auf Tour (Rückfahrt um 17 Uhr).
Eine Freifahrt bescheren die Gemeinde Rohrdorf und der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg den Passagieren der Nachmittagszüge an den beiden Familientagen (mittwochs). Am 29. August und 5. September startet der Wiesn-Express nämlich auch um 13 Uhr in Rohrdorf und um 17.10 Uhr in Rosenheim.
Die Hin- und Rückfahrt inklusive einer Maß Auerbräu Bier kostet zehn Euro, eine Einzelfahrt (ohne Biermarkerl) 3,50 Euro. Kinder unter zehn Jahre fahren umsonst mit.
Weitere Auskünfte über Reservierung und Gruppenermäßigungen für Betriebe und Vereine erteilt Helmut Wiesböck, Telefon 08032/1283.



Von Trümmersuche bis Mantrailing
Rohrdorfer Kinder bei den Rettungshunden
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Bauarbeiten für "St. Anna" sind in vollem Gange
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Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Wiesböck (rechts) und ORO-Geschäftsführer Joachim Wiesböck (links) würdigten die Verdienste des scheidenden Vorstandsvorsitzenden Karl Frey. Foto: pil
Generationswechsel vollzogen
Karl Frey scheidet aus ORO-Vorstand aus

Rohrdorf (pil) – Die Talsohle scheint durchschritten; jedenfalls fiel der Bericht, den der Vorstandsvorsitzende Karl Frey quasi als seine letzte Amtshandlung bei der Generalversammlung der Obstverwertung Rohrdorf (ORO) präsentierte, „erfreulicher als im Vorjahr“ aus: Der leichte Verlust konnte wieder aufgefangen werden.
Zu der positiven Entwicklung des Jahresergebnisses hatten neben einer Preiserhöhung nicht zuletzt eine Ausweitung der Produktpalette sowie eine gezielte Absatzförderung beigetragen. Erfreulich hoch, so Frey weiter, sei dabei die Resonanz auf den Stand auf der letzten Südostmesse (SOM) ausgefallen. Auch die Weichen für die Zukunft habe die Genossenschaft bereits gestellt: So wird eine neue Obstpresse mit Dekanter-Technik angeschafft; und der Bau der neuen Voll- und Leerguthalle soll noch in diesem Jahr in Angriff genommen werden. „Wir sind auf dem richtigen Weg.“, ist er überzeugt.
Angesichts dieser Entwicklung und einer verjüngten Führungsmannschaft sah er für sich den richtigen Zeitpunkt gekommen, „das Ruder zu übergeben“; mit seinem Abschied aus dem Vorstand beendete der 64jährige den bereits vor Jahren eingeläuteten Generationswechsel in der ORO. Zugleich wurde der Vorstand von vier auf künftig drei Mitglieder verkleinert; einen entsprechenden Vorschlag befürwortete die Versammlung im Hotel zur Post mit einer Gegenstimme.
In seiner Laudatio würdigte der Aufsichtsratsvorsitzende Helmut Wiesböck insbesondere Freys Fachwissen sowie dessen Organisationstalent und soziale Kompetenz. Allein unter Freys Ägide – er saß ab 1979 insgesamt 18 Jahre im Aufsichtsrat, fünf davon als Vorsitzender, und anschließend im Vorstand – habe die ORO rund zwei Drittel der gesamten Investitionen seit ihrer Gründung im Jahr 1958 getätigt.
Vor allem bei den Schorlen hat der Saftproduzent im vergangenen Jahr zugelegt; sie machen mit rund einer halben Million Liter mittlerweile etwa 15 Prozent der gesamten Absatzmenge aus, ging Geschäftsführer Joachim Wiesböck bei seinem Bericht ins Detail. Als Zugpferde hätten sich zudem neue Produkte wie beispielsweise Glühwein, Eistee und Apfel-Hollunder-Saft erwiesen. Und weil „die Qualität passt“, sieht auch er durchaus optimistisch in die Zukunft. Trotzdem gibt Wiesböck angesichts der Umsatzsteigerung auf gut zwei Millionen Euro noch keine endgültige Entwarnung: „Eine gute Ernte würde vieles erleichtern.“
Große Erwartungen setzt der Geschäftsführer nicht zuletzt in die Anschaffung des Baumrüttlers und der Auflesemaschine, die die mühselige Obsternte so weit wie möglich mechanisieren sollen. „Die Technik funktioniert.“, betonte er. Jetzt gelte es, die heimischen Obstbauern mit den Maschinen und ihren Anforderungen etwa an die Bodenbeschaffenheit vertraut zu machen. Erste Anfragen bezüglich eines vertraglichen Streuobstanbaus seien bereits bei ihm eingegangen. Schließlich, so Wiesböck, sei es das erklärte Ziel der ORO, das Obst für ihre Produkte auch weiterhin möglichst aus der Region zu beziehen.
Der Feuerbrand stand schließlich im Brennpunkt des Vortrags von Dr. Wolfgang Kreckl von der Landesanstalt für Landwirtschaft und Pflanzenschutz. Von Lindau bis Berchtesgaden gebe es keinen weißen Fleck mehr auf der Landkarte, obwohl die trockene Witterung im Frühling den Bakterien laut der bislang geltenden Prognose-Modelle eigentlich hätte den Garaus machen müssen. Vielmehr, so Kreckl, zeichne sich in manchen Regionen eines der schlimmsten Jahre ab.
Wie die befallenen Gehölze zu behandeln sind – möglicherweise durch einen radikalen Rückschnitt – hänge allerdings von jeweiligen Gegebenheiten des einzelnen Obstgartens ab. Kreckl: „Ein Patentrezept gibt es nicht.“
Einstimmig wurde zudem die Satzungsänderung beschlossen, die wegen des geänderten Genossenschaftsgesetzes erforderlich geworden war.
27. Juni 2007


Hoffnungsträger für den Wechsel
Bürgerblock Rohrdorf schickt Martin Fischbacher als Bürgermeisterkandidat ins Rennen

Rohrdorf (pil) – Der Bürgerblock Rohrdorf (BR) hat seiner „Hoffnung auf eine Kehrtwende in der Gemeindepolitik nach 30 Jahren Tischner & Co.“ ein Gesicht gegeben: Martin Fischbacher (44), der erste Vorsitzende, geht als Bürgermeisterkandidat für die Kommunalwahl 2008 ins Rennen.
Blickt der Wahl optimistisch entgegen: Martin Fischbacher vom Bürgerblock Rohrdorf. Foto: pil
Zwar will die Gruppierung erst im Herbst mit einem detaillierten Wahlprogramm an die Öffentlichkeit gehen, doch die Prioritäten sind bereits gesetzt. „Wir wollen mehr demokratische Entscheidungen im Gemeinderat über die Parteigrenzen hinweg. Die Zeit der Vetternwirtschaft muss ein Ende haben.“, formuliert der Vater dreier Kinder, der sich seit mehr als zwölf Jahren beim Bürgerblock engagiert, eines der Hauptanliegen. Der selbständige Kaufmann aus Geiging war mit einer Stimmenthaltung nominiert worden. Allerdings in kleiner Runde; denn zur Enttäuschung der Vorstandschaft waren nur 19 der rund 110 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung ins Gasthaus zur Post gekommen.
Ebenfalls weit vorne rangiert für Fischbacher ein „sinnvoller und bewusster Umgang mit dem Geld der Bürger“. Er verspricht mit Blick auf Projekte wie das Dorfhaus in Lauterbach oder den neuen Bauhof: „Wir werden mehr aufs Geld schauen.“ Zudem will der ehemalige TSV-Abteilungsleiter die Höhe der Vereinszuschüsse künftig auch vom Umfang der Jugendarbeit abhängig machen.
Einen kurzen Rückblick aufs vergangene Jahr gaben drei der insgesamt fünf BR-Gemeinderäte im Anschluss ans Aufstellungsprocedere. Sie nahmen Themen wie den beantragten Grüngut-Container am neuen Bauhof, die Öffnungszeiten des Wertstoffhofes und die Erweiterung des Hamberger-Logistikzentrums in der Bockau ebenso ins Visier wie die Vorgeschichte des Seniorenheims, das nun in Thansau gebaut wird. Massive Kritik übten die BR-Vertreter dabei durchwegs am Demokratieverständnis, das bei vielen Mitgliedern des Gemeinderats vorherrsche.
Umso größer sind die Erwartungen, die der Bürgerblock in die Wahl am 2. März 2008 setzt. Dann werden die Karten in Rohrdorf vollkommen neu gemischt: Bürgermeister Fritz Tischner, an dem BR-Kandidat Franz Warter dreimal gescheitert ist, tritt nach 30jähriger Amtszeit nicht mehr an. Ihm soll nach dem Willen der CSU Christian Praxl, der Bauamtsleiter der Gemeinde, folgen. Zudem verzichtet die SPD auf einen eigenen Bewerber, wie aus dem Umfeld des Vorstands verlautete. Fischbacher jedenfalls rechnet sich gute Chancen auf einen Wahlsieg aus: „Wenn nicht jetzt, wann dann?!“
16. Juni 2007


Schattdecor feiert "Rückkehr nach Thansau"
Über 40 Millionen Euro in neue Firmenzentrale investiert
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Streit in der Insektenschule
Mitmachmärchen zum Thema Konfliktbewältigung
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Integrationsprojekt mit Leinwand und Farbe
Actionpainting für Petö-Klasse in Rohrdorf
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Auch Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft standen bei der Jahreshauptversammlung des TSV Rohrdorf-Thansau an: Vorstand Sepp Pichlmeier, Franz Christl (seit 50 Jahren Mitglied), Werner Bräuer (40), Ehrenmitglied Fritz Tischner, Franz Edholzer (60), Richard Schauer (60), Ehrenmitglied Lenz Kuchler, 2. Vorstand Volker Fritsch und Siegfried Weingartner (50) (von links). Verhindert war Albrecht Schellenbach (50). Foto: pil
Zwei Ehrenmitglieder und eine neue Sparte
TSV Rohrdorf/Thansau blickt auf aktives Vereinsjahr zurück

Rohrdorf (pil) – Mit den „Lumberjacks“ ist beim TSV Rohrdorf-Thansau vor kurzem die neunte Abteilung an den Start gegangen. Einen Einblick in den Trendsport Unihockey - eine Mischung aus Eis- und Hallenhockey -, der seit einiger Zeit auch in Deutschland an Boden gewinnt, gab Abteilungsleiter Toni Maier bei der Jahreshauptversammlung im Gasthaus Stocker. Höhepunkt der Veranstaltung aber war die Verleihung der Ehrenmitgliedschaft an Lenz Kuchler von der Kraftsportabteilung sowie an Bürgermeister Fritz Tischner.
Das genaue Datum von Kuchlers Vereinsbeitritt war zwar nicht mehr zu eruieren („Irgendwann war ich eben dabei.“); doch waren es seine Verdienste um die Leichtathletik und die Kraftsportabteilung, die dem olympischen Fackelläufer von 1972 die Ehrenmitgliedschaft bescherte. Mit dieser besonderen Auszeichnung honorierte TSV-Vorstand Sepp Pichlmeier auch Tischners mutigen und unbeirrten Einsatz für die Sportanlage im Turner Hölzl. „Beeindruckt von der Leistung der Sportvereine“ nahm dieser die Auszeichnung entgegen und zollte seinerseits dem „Ehrenamt in seiner höchsten Form“ großen Respekt.
In seinem Rückblick ging Pichlmeier neben dem Bau des Fußball-Vereinsheims und dem Einsatz der TSV-Mitglieder bei der Kirchenrenovierung auch auf die staatliche Förderung ein. Seit Januar 2006 ist die finanzielle Unterstützung im Rahmen der Vereinspauschale geregelt, bei deren Berechnung der Anteil der jugendlichen Mitglieder bis 26 Jahre (in Rohrdorf derzeit 51 Prozent) und die Summe der gültigen Übungsleiterlizenzen in besonderem Maße gewichtet werden. Wegen der Deckelung der Förderbeträge habe der TSV mit seinen insgesamt rund 1400 Mitgliedern und 35 Lizenzen im vergangenen Jahr allerdings nur knapp 7500 Euro aus diesem Topf erhalten. Und auch für 2007 befürchtet Pichlmeier eine erneute Deckelung. Sein Dank galt insbesondere der Gemeinde, die den Zuschuss für die Übungsleiterstunden von 1,50 auf zwei Euro erhöht hat; 5800 Euro waren auf diesem Wege in die Vereinskasse geflossen.
Im Mittelpunkt der Berichte aus den einzelnen Sparten standen die sportlichen Aktivitäten. So waren die Triathleten bei insgesamt 31 Wettkämpfen angetreten; und 21mal standen TSV'ler auf dem Stockerl. Zudem ist eine zweite Auflage des Dorflaufs für den 6. Oktober vorgesehen. Bei den Tennisspielern konnte sich unter anderem die Mädchen-Mannschaft den Aufstieg in die Bezirksklasse 2 sichern. Ins Zeug gelegt hat sich auch die Kraftsportabteilung, die mittlerweile an die 70 Personen betreut. Vor allem Montag vormittags ist die 80 Quadratmeter große „Bude“ im Turner Hölzl rappelvoll – und fest in Frauenhand.
Mit einer neuen Leitung wartet die Gymnastikabteilung auf: Nach fast 25 Jahren gab Vroni Stuffer ihr Amt an die 22jährige Bernadette Schöttke ab, die die Funktion nun gemeinsam mit Margit Batt und Christl Hausböck als gleichberechtigte Stellvertreterinnen ausübt. Die Kinder-Tanzkurse, die erst seit einigen Wochen laufen, sind bereits restlos ausgebucht. Kräftigen Zulauf verzeichnet auch die Sparte Kun-Tai-Ko, die im vergangenen Mai erstmals einen Workshop rund um den brasilianischen Kampftanz Capoeira veranstaltet hat.
Nach langer Pause waren voriges Jahr erstmals wieder Dorfmeisterschaften im Eisstockschießen auf dem Thansauer Badesee ausgetragen worden, an der sich elf Mannschaften beteiligten. Die Fußballer unterdessen haben in diesem Jahr gleich doppelten Grund zum Feiern: Neben 20 Jahren Trainingslager in Schattendorf begeht die größte TSV-Abteilung im Sommer ihr 60jähriges Bestehen.
Allein der Bericht der Skiabteilung nahm sich etwas traurig aus. Deren Aktivitäten lagen – abgesehen von Skigymnastik und Nordic Walking - in diesem Winter zwangsläufig fast komplett auf Eis.
3. April 2007


Großer Bahnhof bei den „Lumberjacks“
Dank der Rohrdorfer „Neuzugänge“, die derzeit auf Platz drei der Regionalliga Süd, der dritthöchsten Spielklasse im deutschen Unihockey, rangieren, steht dem Turner Hölzl ein internationales Turnier ins Haus: Am Wochenende 16./17. Juni steigt dort der „Lumberjack Cup“, zu dem zwölf Mannschaften unter anderem aus der Schweiz, aus Italien und Österreich erwartet werden.
Außerdem sucht das Team neue Mitspieler. Nähere Auskünfte über Unihockey (von Universalhockey; englisch „floorball“) und die Trainingszeiten gibt es bei Abteilungsleiter Toni Maier Telefon 08031/2479350 oder im Internet unter www.lumberjacks-rohrdorf.de.



Die Jubilare mit den Geschäftsstellenleitern Sascha Ellmann (links) und Peter Holzner (Zweiter von links) sowie Vorstandssprecher Konrad Irtel (Zweiter von rechts). Foto: pil
Unterm Strich zwei erfolgreiche Jahre
Jahreshauptversammlung der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau

Rohrdorf/Thansau (pil) – Die Ehrung langjähriger Mitglieder bestimmte neben den Berichten des Geschäftsführers und des Vorstandes die Tagesordnung bei der Mitgliederversammlung der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau. Gewählt wurden zudem die Delegierten für die Vertreterversammlung. Obwohl das Wirtschaftsbarometer erst im zweiten Halbjahr 2006 wieder nach oben ausgeschlagen hatte, konnte Peter Holzner, Geschäftsstellenleiter in Thansau, unterm Strich zwei erfolgreiche Jahre für beide Geschäftsstellen verbuchen; insgesamt wurden dort 3000 Kunden mit 6500 Konten betreut.
Wie Holzner sieht auch Konrad Irtel optimistisch in die Zukunft. Der Vorstandssprecher der frischgebackenen „VR Bank Rosenheim-Chiemsee eG“ erläuterte die Hintergründe der Fusion der Raiffeisenbank Rosenheim eG mit der Volksbank-Raiffeisenbank Chiemsee eG zu einer der größten Genossenschaftsbanken Bayerns. Mit knapp 500 Mitarbeitern und einer Bilanzsumme von über 1,6 Milliarden Euro bilde man eine starke Kraft in der Region, in der bis zum Jahr 2020 mit einem Bevölkerungszuwachs von mehr als 20 Prozent zu rechnen sei. „Lebensqualität durch Nähe“, appellierte Irtel in Anlehnung an das Banken-Motto an die Zuhörer, bedeute aber auch, bei Anschaffungen oder sonstigen Vorhaben zunächst ans örtliche Gewerbe zu denken.
Für 50-jährige Mitgliedschaft bei der Raiffeisenbank Rohrdorf/Thansau wurden geehrt: Robert Stahl, Lorenz Höhensteiger sen. , Johann Baptist Schauer, Josef Opperer Sen., Johann Staudacher sen. und Christine Unterseher. Seit 40 Jahre dabei sind Ludwig Winkler, Konrad Langl, Rupert Reisner, Horst Mitscherling, Konrad Thalmeier, Josef Piezinger sen., Hermann Wörndl, Franz Heck, Andreas Wiesböck sen. und Josef Knoll sen.
1. April 2007


"Die Alm im Tal" - Neustart am Hochstrasser See
Dieter Bauer setzt auf regionale Küche - Eröffnung am 1. Mai
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Ins Herz Ost-Afrikas

Rohrdorf (pil) – Nach Kenia, ins „Herz Ost-Afrikas“, entführt Josef Stocker sein Publikum am Samstag, 24. Februar. Bei dem Diavortrag, zu dem die Kolpingfamilie im Anschluss an die Vorabendmesse ins Rohrdorfer Pfarrheim einlädt, schildert der Referent unter anderem, wie die letztjährige Missions-Spende in der Gemeinde von Pfarrer Barnabas Monene verwendet wurde.
Stocker und seine Frau Christina hatten den Pfarrer im Sommer 2005 während einer Afrikareise kennengelernt und beschlossen, dessen Engagement für ein Heim für Aidswaisen zu unterstützen. Im vergangenen Jahr stellte die Mission einen Teil des Erlöses aus den Benefizkonzerten für das Projekt in Kenia zur Verfügung; weitere Beträge gingen nach Indien und Südafrika. Der Eintritt zu der Diaschau – Beginn ist gegen 19.45 Uhr - ist frei; Spenden kommen der Mission zugute.
Unterdessen laufen auch schon die Vorbereitungen für die nächsten Konzerte unter dem Motto „Klassik für die Mission“ am Sonntag 25. März (Pfarrkirche Rohrdorf) und 1. April (Pfarrkirche Aschau). Unter der Leitung von Christina Stocker führen dort jeweils ab 19.30 Uhr der Kammermusik-Kreis Rohrdorf und der Frauenchor „Singfonie“ aus Bad Aibling Werke aus vier Jahrhunderten auf. Als Bass-Solist ist Helmut Wiesböck zu hören.




--- ZUR FOTOSERIE ROHRDORFER FASCHINGSZUG 2007 ---


Seniorenheim in Thansau - Startschuss steht kurz bevor
Wohn- und Pflegebereich mit 77 Plätzen - Träger: "Wir wollen Leben reinbringen"
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TSV macht Kindern Beine
Mit den Pussy Cat Dolls, US 5, Rihana & Co. macht der TSV Rohrdorf-Thansau ab sofort tanzwütigen Mädchen im Alter zwischen sieben und zehn Jahren Beine. Übungsleiterin Bernadette Schöttke wird mit den Kindern jeweils donnerstags von 16.30 Uhr bis 18 Uhr im Turner Hölzl passend zur neuesten Musik der Stars aktuelle Tanzschritte einstudieren.
Das erste Treffen steht am Donnerstag, 1. Februar, auf dem Programm. Interessierte schauen einfach vorbei; weitere Informationen gibt’s unter Telefon 0171/8786348.
Bernadette Schöttke stammt aus Garmisch-Partenkirchen und hat ihren Einstand bereits beim Krönungsball der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft gegeben: Sie hat die Showeinlage der „Pussy Piraten“ entworfen und einstudiert. pil



Nur das Wartehäusl steht auf der verkehrten Seite
Haltestelle Tiefenthaler verlegt - Station an der ORO bleibt erhalten
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Durfte nicht ohne Zugabe abtreten: Die Garde der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft.
Fotos: Pilger
Einen Prinzenwalzer der Extra-Klasse legten Simone I. und Balthasar I. Im Turner Hölzl aufs Parkett.

"Piraten der Karibik" übernehmen das Ruder in Rohrdorf
Beim Krönungsball im Turner Hölzl schlugen die Wellen der Begeisterung hoch

Rohrdorf (pil) – Eine Meuterei war nicht nötig. Bürgermeister Fritz Tischner rückte die Gemeindekasse und den Rathaus-Schlüssel – wenn auch zähneknirschend – freiwillig heraus und gab damit den Weg frei für Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal. Welchen Kurs das Rohrdorfer Prinzenpaar samt Crew während der fünfwöchigen Regentschaft einschlagen wird, konnten die rund 400 Gäste beim ebenso schwungvollen wie unterhaltsamen Krönungsball im Turner Hölzl miterleben. Dort lichteten die „Piraten der Karibik“ die Anker für die große Fahrt durch eine turbulente Faschingssaison 2007, welche für die Rohrdorfer nicht zuletzt einen Gaudiwurm im Schlepptau hat.
Weil sowieso alle nur gekommen seien, um das Prinzenpaar und die Garde zu bewundern, machte Hofmarschall Franz Steiner, stilecht ausgestattet mit Federhut und Degen, gar nicht viele Worte; wenngleich es ihm sein neues Amt - Steiner: „eine Riesenehre“ - eigentlich erlaube zu reden, während ihm ein gesamter Saal zuhören müsse, wie er augenzwinkernd anmerkte.
Der Hofmarschall und sein Spickzettel: Franz Steiners kurzem Exkurs über die Historie der Seeräuber im Allgemeinen und Edward Seegar alias Edward England im Besonderen folgte die obligatorische Ordensverleihung.
Bevor die neuen Majestäten allerdings endgültig das Ruder übernehmen konnten, erhielten sie von ihren Vorgängern, Ramona I. vom Schloss der südlichen Sonne und Andreas V. von der Burg des flüssigen Goldes, die Machtinsignien. An Faschingserfahrung mangelt es den beiden frischgekrönten Häuptern nicht: Die 22jährige Thansauerin Simone Praxl schwang bereits 2004 als Gardemädchen das Tanzbein. Balthasar Unterseher (27) aus Höhenmoos widmete sich zu dieser Zeit „ministeriellen“ Aufgaben.
Tosenden Beifall erntete nicht nur das Prinzenpaar für einen hinreißenden Walzer und später für eine mitreißende Show zu Chachacha-Klängen; akrobatische Hebefiguren raubten Tänzern wie Zuschauern dabei gleichermaßen den Atem. Selbstredend durften auch die 14 Gardemädchen unter dem Kommando von Gardemajor Katharina Dick nicht ohne Zugabe abtreten. Für den zackigen Marsch wie für den fetzigen Showblock hatten die Organisatoren sämtliche seeräuberisch angehauchten Musiktitel – vom Soundtrack von „Fluch der Karibik“ bis hin zum Klassiker „Drunken Sailor“ - „ausgebeutet“.
Ernteten tosenden Applaus: Die „Pussy-Piraten“. Die Showeinlage hatte Bernadette Schöttke entworfen und mit den RFG-Ministern einstudiert.
Doch nicht nur Prinzenpaar und die ganz nach Seeräuber-Manier gekleidete Hofstaat-Crew hatten fürs Auge einiges zu bieten. Auch in die Dekoration der Mehrzweckhalle hatte die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl viel Arbeit – und die Gemeinde finanzielle Unterstützung - gesteckt. Bereits im Foyer, wo Totenköpfe den richtigen Weg zum stillen Örtchen wiesen, tauchten die Besucher in die karibische Themenwelt ein. In der Halle selbst verhüllten unzählige Meter Stoff die Deckenkonstruktion, auf der Bühne fehlte neben einem großen Steuerrad auch das Rumfass nicht, während auf den Tischen (schokoladegefüllte) Golddukaten im flackernden Kerzenlicht funkelten.
Dass die Tanzfläche auch zwischen den einzelnen Programmpunkten nicht leer blieb, dafür legte sich die Band „Katzoff“ - verstärkt durch vier Bläser der „Jungen Riederinger“ - mit Oldies und aktuellen Hits in die Riemen, die den Rohrdorfern das nächste Mal beim Gildeball am Samstag, 20. Januar, einheizen wird.
Um Mitternacht, nach Inthronisationszeremoniell, Ordensverleihung, bei der neben Bürgermeister, Pfarrer und Eltern des Prinzenpaares zahlreiche Freunde und Förderer des Rohrdorfer Faschings gewürdigt wurden, und Showblock schlugen dann ein weiteres Mal die Wellen der Begeisterung ganz hoch: Die „Pussy-Piraten“ der RFG-Mannschaft kehrten eine ganz andere Seite des vermeintlich recht rauen Seeräuber-Lebens heraus und brachten so das Programm zu einem krönenden Abschluss. In der Bar dagegen war dann noch längst nicht Zapfenstreich...
17. Januar 2007

--- ZUR FOTOSERIE ROHRDORFER FASCHINGSZUG 2007 ---


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Regieren bis Ascher-
mittwoch: Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal. Foto: pil
Krönungsball: Für Rohrdorfs Narren wird's jetzt ernst
Simone I. und Balthasar I. übernehmen am Samstag die Regentschaft

Rohrdorf (pil) - Am Samstag, 13. Januar, wird’s ernst für die Rohrdorfer Narren: An diesem Abend übernehmen nach Wochen der Vorfreude Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, beim Krönungsball (Schwarz-Weiß-Ball) bis Aschermittwoch das Ruder in der Gemeinde. Unterstützt wird das Prinzenpaar der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) dabei von 13 wagemutigen Piraten und der 14-köpfigen feschen Gardecrew unter dem Kommando von Gardemajor Katharina Dick. Der Startschuss für die Thronbesteigung im Turner Hölzl fällt um 19 Uhr (Einlass ab 18 Uhr).
Alle drei Jahre steigt satzungsgemäß der organisierte Fasching in Rohrdorf. Und erstmals in der 33jährigen RFG-Geschichte stehen die narrischen Wochen, durch die Hofmarschall Franz Steiner das Prinzenpaar und den Hofstaat geleiten wird, unter einem festen Motto: „Piraten der Karibik“. Ein Mix aus farbenfrohen Kostümen, heißen Rhythmen und sportlichen Tanzeinlagen ist also garantiert. Um sowohl beim Prinzenwalzer als auch beim Showblock Fehltritte jeglicher Art zu vermeiden, haben sich Garde wie Prinzenpaar bei der Tanzschule Kesmarki intensiv auf ihre Auftritte vorbereitet.
Verständlich, dass da auch die Minister – Pardon, die Piraten! – nicht zurückstecken wollen: Seit Wochen feilen die 13 an ihrer Mitternachtsshow, die im Übrigen zur geheimen Verschlusssache erklärt wurde.
Der Krönungsball bildet ohnehin nur den Auftakt für eine turbulente Faschingssaison 2007: Das Rohrdorfer Prinzenpaar samt Crew gibt sich darüber hinaus die Ehre beim Gildeball (20. Januar, Turner Hölzl), beim Hofball (11. Februar, Gasthof zur Post), beim Powerball (17. Februar, Turner Hölzl) sowie beim Kehraus (20. Februar, Gasthof zur Post).
Darüber hinaus geht am Sonntag, 11. Februar, wieder ein Faschingszug auf Achse; die Vorbereitungen für den Gaudiwurm, der sich ab 14 Uhr durch den Ort schlängelt, halten nicht nur die Vorstandschaft mit Bernhard Leidl als Erster Präsident, Vize Tobias Raab, Schriftführerin Mona Holderle und Kassier Ramona Maier auf Trab.
Wer die „Piraten der Karibik“ für Auftritte buchen möchte, setzt sich am besten mit Christina Purainer (Telefon 0170/5404051) in Verbindung.


Rettende Engel nach Herzstillstand - Ein Wettlauf gegen die Zeit
Ohne ihren Mann und den "First Responder" hätte Petra Ellermann Weihnachten wohl nicht erlebt

von Marisa Pilger

Rohrdorf/Neubeuern - Für Petra Ellermann liegt in diesem Jahr etwas Besonderes über dem Weihnachtsfest, einem Fest, das sie ohne ihre beiden rettenden Engel wohl nicht erlebt hätte. Denn an einem Abend im Juli – sie ist gerade dabei, das Gartenhäuschen zu streichen – sackt die 43jährige plötzlich zusammen: Herzstillstand. Dank der Geistesgegenwart ihres Mannes und des Einsatzes des „First Responder“ aus Rohrdorf kann Petra Ellermann wieder ins Leben zurückgeholt werden. Dass im Notfall jede Minute zählt, hat sie damals am eigenen Leib erfahren.
Gerade war Petra Ellermann noch auf der Leiter gestanden; im nächsten Moment „hör' ich einen Bumms.“ Ein Blick auf seine Frau, die leblos auf dem Boden liegt, genügt Jürgen Ellermann. Ihm ist sofort klar: „Da stimmt was nicht!“ Sofort greift er zum Telefon, wählt 112, die Notrufnummer der Feuerwehr, – die 19222 konnte er sich bis zu diesem folgenschweren 17. Juli nie merken; doch die Weitervermittlung zur Rettungsleitstelle klappt reibungslos. Mit Unterstützung übers Telefon versucht Jürgen Ellermann, den Puls bei seiner Frau zu fühlen – vergebens. Seine Frau hat einen plötzlichen Herzstillstand erlitten. Ohne lange zu zögern, beginnt der 63jährige - angeleitet vom Mitarbeiter der Leitstelle - mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung.
Ohne den Einsatz des automatisierten externen Defibrillators (AED), des „Defi“, hätte Petra Ellermann vermutlich nicht überlebt. Von einem angeborenen Herzfehler wusste sie zwar, doch hatte ihr der noch nie Probleme bereitet: Im Klinikum Rosenheim wurde ihr nun ein Schrittmacher mit integriertem Defibrillator eingesetzt. Markus Hackl engagiert sich in seiner Freizeit währenddessen nicht nur ehrenamtlich beim Roten Kreuz; der 26jährige ist darüber hinaus bei der Freiwilligen Feuerwehr Neubeuern aktiv. Foto: Pilger
Um 18.53 Uhr, drei Minuten, nachdem sein Piepser Alarm ausgelöst hat, trifft der „First Responder“ der BRK-Bereitschaft Rohrdorf bei den Ellermanns ein. Zufällig hat sich Markus Hackl an diesem Tag bereits gegen 18 Uhr anstatt um 19 Uhr zur Rufbereitschaft angemeldet, das Einsatzfahrzeug steht an diesem Abend in Neubeuern – vor Hackls Haustür. Für den 26jährigen ist es die erste reelle Reanimation, die er in Eigenregie mit dem AED, dem Automatisierten Externen Defibrillator, vornimmt. Noch bevor Rettungswagen und Notarzt kommen und die Versorgung der Patientin übernehmen, schlägt Petra Ellermanns Herz wieder. Einige Wochen später verlässt sie das Krankenhaus ohne bleibende Schäden.
Schätzungen zufolge stirbt in Bayern etwa alle 30 Minuten ein Mensch am "plötzlichen Herztod". Ausgelöst wird die lebensbedrohliche Situation meist durch Kammerflimmern, das Herz kann Blut und Sauerstoff nicht mehr in die lebenswichtigen Organe pumpen.
Die effektivste Maßnahme, um Patienten mit Herzversagen erfolgreich wiederzubeleben, ist die möglichst frühzeitige Defibrillation. Mit einem Elektroschock auf das Herz soll ein Herzrhythmus in Gang gesetzt und der Blutkreislauf sowie die lebensnotwendige Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff reaktiviert werden. Die Behandlung der Betroffenen wird dabei zum Wettlauf gegen die Zeit, denn mit jeder Minute, die ungenutzt verstreicht, sinkt die Überlebenschance des Patienten um zehn Prozent; bereits nach vier bis fünf Minuten kommt es zu bleibenden Schädigungen des Gehirns.
Erklärtes Ziel der „First Responder“ ist es, das sogenannte „therapiefreie Intervall“ zu verkürzen und die professionelle Erstversorgung bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sicher zu stellen – egal ob bei Verkehrsunfällen oder internistischen Notfällen. Sie übernehmen nach Feierabend und an Wochenenden die Rufbereitschaft und sind meist in Minutenschnelle beim Patienten; ein System, das sich jedoch komplett aus Spenden finanzieren muss.
Mit einer Patenschaft wollen die Ellermanns nun ein Zeichen setzen, denn „es kann jeden treffen, zu jeder Zeit“: Jeweils für den Schicksalsmonat Juli übernimmt das Ehepaar künftig die laufenden Kosten für den Rohrdorfer „First Responder“ in Höhe von rund 200 Euro.
Längst arbeitet Petra Ellermann wieder; doch geht die Sekretärin im Golfclub Maxlrain die Dinge nun gelassener an, lebt bewusster. Ihr Mann indes hat sich wenig später zu einem Erste-Hilfe-Kurs angemeldet und legt dies auch allen anderen Bürgern ans Herz: „Einmal nur für die Führerscheinprüfung reicht eben nicht!“
25. Dezember 2006


First-Responder-Fahrzeuge sind inzwischen an zwölf Standorten im Dienstbereich der Rettungsleitstelle der Stadt Rosenheim stationiert, der neben dem Stadtgebiet und dem Landkreis Rosenheim auch den Landkreis Miesbach (insgesamt etwa 402.000 Einwohner) umfasst: in Aschau, Söllhuben, Rohrdorf, Rott, Ostermünchen, Feldkirchen-Westerham, Bruckmühl, Au bei Bad Aibling, Irschenberg, Bayrischzell, Rottach-Egern und neuerdings in Breitbrunn.
Gute Ortskenntnisse im Gemeindebereich und kurze Anfahrtswege - und damit ein Zeitvorteil von fünf bis zehn Minuten - sind die großen Pluspunkte der ehrenamtlichen „Helfer vor Ort“, die die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes überbrücken. Die Helfer haben eine Grundausbildung, etwa zum Sanitäter, durchlaufen, nehmen an Fortbildungen teil und üben regelmäßig den Umgang mit dem Frühdefibrillator. Eine wichtige Rolle spielen die „First Responder“, die in diesem Jahr zu etwa 1800 Einsätzen gerufen wurden, insbesondere bei der Reanimation nach Herzversagen.
Allerdings zählt diese Einrichtung nicht zu den kommunalen Pflichtaufgaben. Die Betreiber – Bayerisches Rotes Kreuz, Freiwillige Feuerwehren, Bergwacht, Johanniter-Unfallhilfe oder Malteser Hilfsdienst – sind deshalb für die Finanzierung des „First Responders“, sowohl für die Anschaffung des Fahrzeugs als auch für den laufenden Betrieb, auf Spenden angewiesen. pil



St. Jakobus: Nach neun Monaten Rückkehr aus dem "Exil"
Renovierte Rohrdorfer Pfarrkirche mit Festgottesdienst wiedereröffnet

Rohrdorf (pil) – „Freut euch!“ - Mit gutem Grund rückte Weihbischof Dr. Franz Dietl das Motto des Apostel Paulus beim Festgottesdienst in St. Jakobus in den Mittelpunkt. Feierte die Rohrdorfer Pfarrgemeinde doch am dritten Advent, dem Gaudete-Sonntag (gaudete, lateinisch: „Seid froh!“), nach neunmonatigem „Exil“ im Pfarrsaal die Wiedereröffnung und Einsegnung ihres frisch renovierten Gotteshauses. Die musikalische Ausgestaltung der Zeremonie hatten Kirchenchor und -orchester unter der Leitung von Christina Stocker übernommen, die unter anderem die „Krönungsmesse“ von Wolfgang Amadeus Mozart und das „Hallelujah“ von Georg Friedrich Händel erklingen ließen.
Die Sitzplätze in der Pfarrkirche reichten nicht aus für die zahlreichen Besucher beim Festgottesdienst, den Weihbischof Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Gottfried Doll in Rohrdorf zelebrierte. Foto: pil
In der Tat erstrahlt St. Jakobus in neuem Glanz: Die Altäre wurden gereinigt und ausgebessert, die Wände in mühsamer Kleinarbeit von Sandpartikeln befreit; der neue Anstrich bringt nun die architektonische Gliederung des Raums zur Geltung und mildert den scharfen Kontrast der Deckengemälde zur Umgebung ab, wie Kirchenmaler Reiner Neubauer aus Bad Endorf im Anschluss an den Gottesdienst kurz erläuterte. Denn bislang hätten die Fresken des Künstlers Anton Niedermaier eher wie „Abziehbilder“ im Gewölbe angemutet.
Den Boden im Altarraum zieren jetzt rote und beige Platten aus Adneter und Untersberger Marmor; die Bleiverglasung der Fenster wurde repariert, ebenso Gestühl, Holzböden, Treppen und Sakristeieinrichtung. Einer Generalreinigung musste sich schließlich auch die Orgel unterziehen. Und für angenehme Temperaturen in der Kirche, die - wie der Pfarrhof – an die Hackschnitzel-Heizanlage des benachbarten Bauern angeschlossen ist, sorgt neuerdings eine Wandheizung.
Die Sitzplätze reichten gar nicht aus für die zahlreichen Besucher beim Festgottesdienst, den Weihbischof Dr. Franz Dietl gemeinsam mit Pfarrer Gottfried Doll in Rohrdorf zelebrierte. Ihnen zur Seite standen dessen Vorgänger Wolfgang Aumer, Pfarrer Johannes Schlegl aus der Rohrdorfer Partnergemeinde Schattendorf, Kaplan Albert Hack, Pfarrer Xaver Komba aus Tansania - er arbeitet derzeit in München an seiner Promotion - und Diakon Anton Zanker. Mit Fahnenabordnungen waren auch die Ortsvereine vertreten.
Mit etwa 1,1 Millionen Euro schlägt nach Angaben von Pfarrer Gottfried Doll die umfassende Innenrenovierung zu Buche; davon trägt das Ordinariat 630.000 Euro, die Gemeinde Rohrdorf 150.000 Euro. Zuschüsse fließen zudem von Seiten des Denkmalschutzes; weitere Mittel kamen von der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Der Rest wird aus Spenden von Privatleuten, ortsansässigen Firmen und Vereinen sowie durch Eigenleistungen finanziert.
So waren im vergangenen Dreivierteljahr nicht nur Schreiner, Elektriker, Heizungsbauer und Kirchenmaler in St. Jakobus am Werk gewesen: Auch mehr als 150 ehrenamtliche Helfer aus der Pfarrei hatten mit angepackt, Putz von den Wänden geschlagen, den Boden im Altarraum ausgehoben, betoniert und immer wieder Baustellendreck weggeputzt. Etwa 80.000 Euro konnten auf diese Weise eingespart werden, schätzt Doll, der gemeinsam mit Kirchenpfleger Jakob Opperer bei der weltlichen Feier im Gasthaus zur Post allen Geldgebern und Helfern dankte.
Fest eingespannt war auch die für die Planung, Finanzierung und Durchführung der Renovierung verantwortliche Kirchenverwaltung – in ihrer Funktion vergleichbar mit dem Gemeinderat –, die erst vor kurzem für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt worden war (wir berichteten). Neben Dekan Doll und Jakob Opperer sind dies Andreas Frei, Hildegard Fuchs und Bernhard Thalmeier.
Ein Geschenk zur Wiedereröffnung hatte zudem Bürgermeister Fritz Tischner in petto. Er überreichte namens der Gemeinde 5000 Euro für die „ästhetische Überarbeitung“ der gotischen Jakobus-Figur. Ebenso einstimmig wie diese Unterstützung hatte der Gemeinderat die Spende für Pfarrer Xaver Komba in Höhe von 15.000 Euro befürwortet. In Songea (Tansania), wo der ausrangierte MAN der Freiwilligen Feuerwehr Rohrdorf seine Dienste beim Wassertransport tut, will der Geistliche eine Einrichtung für Aids-Waisen aufbauen.
Mit einem besinnlichen Adventssingen klang schließlich der Feier-Tag in der frisch renovierten St.Jakobus-Kirche stimmungsvoll aus.
22. Dezember 2006


"Pionierarbeit in Kleingruppen"
Montessori-FOS in Rohrdorf gestartet - Neben Passau bayernweite Vorreiterrolle
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Wenn Steine sprechen lernen
Harlekids melden sich mit viel Witz auf der Bühne zurück

Rohrdorf (pil) – Frisch und munter und mit einer guten Portion Witz haben sich die „Harlekids“ nach einem Jahr Pause auf der Bühne zurückgemeldet. Aber auch das Publikum im Turner Hölzl ist gefordert, wenn es darum geht, einer dusseligen Räuberbande einen Streich zu spielen und so dem Mädchen Xenia die Rückkehr auf ihren Heimatplaneten Noxilla zu ermöglichen. Denn für das glückliche Ende des intergalaktischen Abenteuers müssen erst ein paar „Steine“ sprechen lernen.
eiß begehrt bei Schmatz (Maxi Unterlinner), Struwwel (Celina Müller) und dem Räuberhauptmann Holzauge (Ramona Wiesböck) sind Xenias (Laura Fradl) Rubine (von links). Träumer (liegend, Jonas Weiß) muss bei so viel Aufregung allerdings erst einmal eine Runde schlafen. Foto: Pilger
Dabei haben die Zuschauer das ganze Theater im Grunde genommen dem wirren Professor Naddel (Stefan Thalmeier) zu verdanken. Weil der versehentlich in Rohrdorf anstatt im Uni-Hörsaal gelandet ist und das Publikum nicht enttäuschen will, erzählt der Professor kurzerhand die Geschichte von „Xenia vom Noxilla“, in die letztlich auch er selbst und sein Assistent Hermann (Lukas Asal), im früheren Beruf Räuber, verstrickt sind.
Seit Wochen hatten die „Harlekids“ unter der Regie von Claudia Kaiser und Xandi Fradl geprobt; jetzt brannten sie spürbar darauf, dass es Xenia (Laura Fradl) endlich in aller Öffentlichkeit auf die Erde – oder vielmehr die „Erbse“ - verschlägt.
Dort wird das gutgläubige Mädchen prompt von einer Räuberbande übers Ohr gehauen; Xenia (Erkennungszeichen: „Psst, bip, bip!“) tauscht dummerweise Rubine und Gold gegen Bachkiesel und kann deswegen kein Benzinox für ihre Heimreise im Miniraumgleiter herstellen. Dabei, raunte einer der kleinen Zuschauer, sind doch auch stinknormale Steine „voll wertvoll“.
Sichtlich wohl in seiner Rolle als gutmütiger und vor allem ständig hungriger Räubergesell Schmatz fühlte sich Maxi Unterlinner, während Jonas Weiß als ewig müder Träumer mit ebenso großer Hingabe auf der Bühne und sogar im Zuschauerraum schlief. Und wie ein frecher Kobold muckte Struwwel (Celina Müller) nicht nur gegen den Räuberhauptmann Holzauge (Ramona Wiesböck) auf.
Doch wo Räuber ihr Unwesen treiben, ist auch die Polizei (in Gestalt von Sarah Hiller und Barbara Quitt) nicht weit: Holzauge samt Bande wanderte hinter Gitter, Xenia bekam ihre Rubine zurück und konnte Benzinox machen. Warum der kleinen Außerirdischen der Abschied von der „Erbse“ doch noch schwer werden sollte, wird hier nicht verraten. („Psst!“ - ohne „bip, bip“.)
16. Dezember 2006


Eine spezielle Maus für den Computer steht ganz oben auf dem Wunschzettel der Petö-Klasse an der Rohrdorfer Grundschule. Auf diese werden die neun überwiegend spastisch gelähmten Mädchen und Buben wohl nicht mehr lange warten müssen. Denn Christian Reisner (links), Initiator der Spendenaktion „Kick for Help“, bescherte den Kindern auch in diesem Jahr quasi ein vorgezogenes Weihnachtsgeschenk: 900 Euro hatte Reisner bei seinem jüngsten Besuch in der Integrationsklasse, einer Außenklasse des Behandlungszentrums Aschau, im „Gepäck“.
„Durch diese Spenden ist eine bessere und vor allem eine individuellere Förderung der Kinder möglich.“, freut sich Elternbeirätin Bettina Brühl (rechts) gemeinsam mit den Kindern und den beiden Konduktorinnen Zsuzsanna Hadhazi und Orsolya Balint. Dank der Unterstützung von „Kick for Help“ konnten bereits Scooter sowie Spezialtastaturen angeschafft werden. Insgesamt hat die Initiative in den drei Jahren ihres Bestehens bislang 23 kranken und behinderten Kindern in Rohrdorf und Umgebung Sonderwünsche - etwa in Form einer Ballonfahrt oder als Zuschuss für eine Reittherapie - erfüllt. In diesem Jahr wurde der Spendentopf unter anderem mit einem Teil des Erlöses aus dem WM-Studio gespeist, das Tobias Göttlinger und Stefan Schwarzenböck im Thansauer Feuerwehrhaus eingerichtet hatten. Text/Foto: pil 6. Dezember 2006



Chachacha ist angesagt: Prinzessin Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, hier inmitten ihres Hofstaates, übernehmen unter dem Motto „Piraten der Karibik“ bis Aschermittwoch das Regiment in Rohrdorf. Foto: pil

"Piraten der Karibik" machen klar zum Entern
Rohrdorfer Faschingsgesellschaft stellt Prinzenpaar vor

Rohrdorf (pil) – Die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) macht klar zum Entern. Schließlich wollen die „Piraten der Karibik“ spätestens beim Krönungsball am Samstag, 13. Januar, das Ruder in der Gemeinde übernehmen. Bei der Jahreshauptversammlung absolvierten Prinzessin Simone I., Herrscherin der unbezähmbaren Fluten, und Prinz Balthasar I., Eroberer von Berg und Tal, jetzt gewissermaßen ihren Stapellauf und wurden mit begeistertem Applaus im Gasthaus zur Post empfangen.
An Faschingserfahrung mangelt es den beiden Majestäten ohnehin nicht: Simone Praxl, im bürgerlichen Leben verdient die 22jährige ihre Brötchen als Verfahrensmechanikerin für Kunststoff- und Kautschuktechnik, schwang bereits 2004 als Gardemädchen das Tanzbein. Dort hat die unternehmungslustige Thansauerin auch „ihren Prinzen“ Balthasar Unterseher kennengelernt; der Groß- und Außenhandelskaufmann (27) aus Höhenmoos widmete sich damals noch „ministeriellen“ Aufgaben.
Erstmals, betonte Hofmarschall Franz Steiner, stehe der RFG-Fasching, der satzungsgemäß alle drei Jahre in der Gemeinde steigt, unter einem festen Motto. Als Nachfolger von Helmut Wiesböck würzte der vormalige Minister Steiner die Vorstellung der narrischen Besatzung mit reichlich trockenem Humor, verteilte Rosen (an die Damen) und Schnapsgläser (an die Herren).
Bei der 14-köpfigen Garde schwingt Katharina Dick als Gardemajor das Szepter; mit von der Partie sind außerdem Maria Baumgartner, Claudia Kaiser, Sophie Lumpe, Stella Müller, Michaela Pichlmeier, Caroline Schauer, Theresa Steindlmüller, Alexandra Stiller, Maria Stöhr, Katharina Unterseher, Kathrin Viertl, Rosmarie Weiherer und Veronika Weiherer. Ihnen zur Seite stehen - anstatt der Minister - 13 Piraten: Markus Hainzlmeir, Maximilian Haas, Mathias Praxl, Gert Kirr, Wolfgang Gasbichler, Andreas Leidl, Georg Dick, Josef Gasbichler, Christian Stuffer, Michael Bojuk, Andreas Maier, Andreas Fuihl, und Peter Schaal.
Ganz unvorbereitet sticht dabei keiner der RFG unter der Präsidentschaft von Bernhard Leidl und dessen Vize Tobias Raab in See. Denn eine Beamer-Präsentation bereitete die Narren eindrucksvoll auf die körperlichen Veränderungen vor, die ein allzu ru(h)mreiches Piratenleben nach sich ziehen kann.
Schließlich hat die RFG bis zum Aschermittwoch am 21. Februar ein umfangreiches Programm vor sich: Am Samstag, 13. Januar, steigt ab 19 Uhr der Krönungsball (Schwarz-Weiß-Ball) im Turner Hölzl, der Gildeball folgt eine Woche später und der Powerball am Samstag, 17. Februar. Darüber hinaus schlängelt sich am Sonntag, 11. Februar, ab 14 Uhr der Faschingszug durch den Ort (zur Fotoserie vom Faschingszug 2004). Die Wagenbauer treffen sich deshalb am Freitag, 1. Dezember, um 20 Uhr im Gasthof zur Post; dort steht am 11. Februar zudem der Hofball auf dem Programm, ebenso wie der Kehraus am 20. Februar.
15. November 2006


Vier bis fünf Leute mussten früher einen Tag lang für eine Kipperladung mit 80 bis 90 Zentner Obst anpacken; mithilfe der Maschinen, die Martin Westner bedient, kann die Arbeit, wie hier bei Georg Höhensteiger in Thalmann, innerhalb einiger Stunden und mit deutlich weniger Arbeitskräften erledigt werden. Fotos: Pilger

Erntehelfer für die Obstbauern
ORO will mit 45.000-Euro-Investition den Streuobstanbau attraktiver machen

Martin Westner, Landwirt aus Pinswang, ist derzeit mit den neuen Erntegeräten auf den Streuobstwiesen in der Region auf Achse. Angefordert werden können die maschinellen Erntehelfer beim Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim (Telefon 08031/400730).
Die Kosten für den Lipco Hydraulikschüttler betragen 50 Euro pro Stunde (netto). Für den Bäuerle Obstsammler schlägt die Miete stündlich mit 65 Euro zu Buche.
Rohrdorf (pil) – Zwei neue Erntehelfer stehen den Obstbauern in der Region seit kurzem zur Seite: Ein Hydraulik-Schüttelgerät und ein Obstwiesel, in welche die Obstverwertung Rohrdorf (ORO) rund 45.000 Euro investiert hat, übernehmen nun das schweißtreibende Schütteln der Bäume ebenso wie das mühsame Aufklauben des Streuobstes. Die Vermittlung der Geräte sowie die komplette Logistik und die Abrechnung der Ernte organisiert der Maschinen- und Betriebshilfsring Rosenheim.
Im Moment heißt es zusätzlich zu den Früchten vor allem Erfahrungen sammeln. Doch für ORO-Geschäftsführer Joachim Wiesböck ist diese Art der Ernte, wie sie in anderen Anbaugebieten längst praktiziert werde, schon jetzt aus zwei Gründen interessant. Zum einen sei der im Jahr 1958 gegründeten Genossenschaft als Regionalvermarkter daran gelegen, dass möglichst heimisches Obst in die Saftflaschen wandert, anstatt Äpfel aus Niederbayern, Tschechien, Österreich oder Baden-Württemberg zuzukaufen. Allerdings seien die von den Landwirten abgelieferten Mengen in den vergangenen Jahren rückläufig gewesen. Mit den neuen Geräten will Wiesböck die Attraktivität des Streuobstanbaus ebenso steigern wie dessen Wirtschaftlichkeit. Als Anreiz zahlt der Fruchtsafthersteller für jeden Doppelzentner maschinell geernteter Äpfel und Birnen einen zusätzlichen Euro, also 12 Euro.
Zum anderen, ergänzt er, kämen die Früchte wegen der ernormen Zeitersparnis bei der Ernte beinahe direkt vom Baum in die Presse; entsprechend höher falle die Qualität des Saftes aus.
Rund 15 Bäume kann sich der Hydraulikschüttler pro Stunde vornehmen. Um Verletzungen an den Stämmen vorzubeugen, sind die Greifer mit Gummibacken gepolstert. Bedenken wegen möglicher Schäden im Wurzelbereich hat Wiesböck nicht; in anderen Gegenden würden bereits seit Jahren ähnliche Geräte erfolgreich eingesetzt. Der selbstfahrende Obstsammler befördert währenddessen stündlich zwei bis drei Tonnen Äpfel oder Birnen über eine Schnecke in seinen Bunker (Fassungsvermögen rund 15 Zentner); von dort aus wird das Mostobst hydraulisch auf Anhänger gekippt.
Bei einem Ernteertrag von rund zehn Zentner pro Baum könnte sich der Maschineneinsatz bereits in kleineren Anlagen mit nur fünf Bäumen lohnen, meint Wiesböck. Grundsätzlich müssten für dieses Verfahren aber sowohl Untergrund als auch Bäume entsprechend vorbereitet werden. Überlange Zweige und Wassertriebe zum Beispiel dämpften die Schüttelbewegungen ab, viele der Äpfel blieben am Baum hängen. Dann müsste der Bauer – wie gehabt - händisch mit einer Stange oder einem Haken nacharbeiten. Und bei falscher Bodenoberfläche würde der Wiesel neben dem Obst auch viel Erde aufsammeln.
Ideal wäre es, wenn die Streuobstwiese zwei bis drei Wochen vor der Ernte gemäht werde. Das Bücken zum Aussortieren der verfaulten Früchte vor dem Einsammeln allerdings bleibe dem Bauern nach wie vor nicht erspart.
29. Oktober 2006


Petö-Kinder und die Lizenz zum Helfen
"Ballermann"-Markeninhaberin unterstützt Rosenheimer Verein Fortschritt
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Die Bleibuchstaben haben eigentlich längst ausgedient. Eigens für den „Tag des Kunden“ holte sie Walter Hafenrichter wieder hervor. Steinmetz-Nachwuchs am Werk: An den Kalksteinblöcken konnten sich die Kinder nach Herzenslust mit Hammer und Meißel austoben.

Umfassender Einblick ins Rohrdorfer Branchenregister
"Unternehmen erleben mit Firmen und Vereinen": Reger Zulauf beim Straßenfest

Rohrdorf (pil) – Einen lebendigen Einblick ins Rohrdorfer Branchenregister vermittelte die Verbrauchermesse, die am Sonntag unter dem Motto „Unternehmen erleben mit Firmen und Vereinen“ bis zum Nachmittag etliche Besucher in die Dorfmitte lockte. Knapp 50 Betriebe und Vereine aus dem gesamten Gemeindegebiet hatten dort auf Initiative des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg ein Straßenfest auf die Beine gestellt, bei dem sich die Bürger zwanglos und ohne Kaufdruck über Produkte und Dienstleistungsangebote vor der eigenen Haustür informieren konnten.
Ohnehin stand an diesem Tag nicht der Abschluss von Aufträgen im Mittelpunkt; vielmehr bot die Ausstellung den heimischen Gewerbetreibenden eine Plattform, um sich der Öffentlichkeit zu präsentieren. Egal ob Schlosser oder Dachdecker, ob Gebäudereiniger oder Finanzmakler – wie breit gefächert die Palette an Handwerkern und Dienstleistern in der Gemeinde ist, zeigte sich beim Rundgang durch die Dorfstraße.
Maßkrugschieben zugunsten des Sozialwerks: Neben Informationen rund ums Gewerbe kam auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Fotos: Pilger
Oft seien die Verbraucher gar nicht über das umfangreiche Angebot am Ort informiert, erklärte Fritz Schauer, stellvertretender Vorsitzender des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg. Und so nutzten Bäcker, Transportunternehmer, Installateure, EDV-Fachleute und Physiotherapeuten gleichermaßen die Gelegenheit, sich einem breiten Publikum vorzustellen und für ihre Produkte zu werben. Der Erlös aus den Standmieten kommt dabei dem Sozialwerk zugute.
„Viele wissen gar nicht, dass wir auch Küchen machen.“, meinte etwa Schreinermeister Richard Schauer, an dessen Stand sich die Besucher zudem am Wetthobeln beteiligen oder ihre Fertigkeiten im Nistkasten bauen unter Beweis stellen konnten.
Ein eher ungewohntes Bild bot Walter Hafenrichter von der Offsetdruckerei Hasinger: Er hatte eigens für den Aktionstag das Kästchen mit den alten Bleitypen hervorgeholt und bedruckte - ganz nach Kundenwunsch - händisch kleine Werbegeschenke wie Streichholzheftchen. Die Kalksteinblöcke von Steinmetz Rudolf Söllner aus Achenmühle waren derweil vor allem von Kindern belagert, die die Quader schier unermüdlich mit Hammer und Meißel bearbeiteten.
Dank eines umfangreichen Rahmenprogramms kam neben den Informationen rund ums Gewerbe auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Unter Anleitung der Skiabteilung des TSV Rohrdorf-Thansau konnten sich besonders Waghalsige beim Tragl-Steigen in luftige Höhen vorarbeiten; Schusskraft, und Treffsicherheit war dagegen bei den Fußballern gefragt und Muskelschmalz beim Steinheben. Lange Warteschlangen bildeten sich auch immer wieder beim Minibagger und an der Schmink-Station des Theatervereins „Harlekins“. Viel Applaus ernteten die Megagirls der Montessori-Schule für ihre Akrobatik-Einlage ebenso wie die Feuerwehr für ihre „Rettungsaktion“. Und beim „Blasometer“ der Musikkapelle stellte sich schnell heraus, ob der „Schnauf“ fürs Tuba-Spielen ausreicht.
Gerade das erklärte Miteinander von Firmen und Vereinen beim „Tag des Kunden“ in Rohrdorf war es, was auch Bürgermeister Fritz Tischner bei der offiziellen Eröffnung ausdrücklich begrüßte: Auf diese Weise präsentiere die Gemeinde ihre Bandbreite sowohl in wirtschaftlicher als auch in gesellschaftlicher und sozialer Hinsicht, betonte er.
Nicht zuletzt bestärkt durch das positive Echo seitens der Aussteller wie der Besucher sehen sich die Organisatoren vom Gewerbeverband nun in ihrer Absicht bestärkt, den „Tag des Kunden“ im kommenden Jahr in ähnlicher Form in Samerberg aufzuziehen. Den vorläufigen Schlusspunkt in Rohrdorf jedenfalls bildeten die mehr als 400 Ballons, die als bunte Luftpost in den Himmel stiegen.
28. September 2006


Ein großes Danke vom Fußballer-Nachwuchs: Nach 14 Monaten Bauzeit wurde jetzt das neue Vereinsheim im Turner Hölzl eingeweiht. Foto: pil
Neue Unterkunft für die Fußballer
Vereinsheim im Turner Hölzl eingeweiht - "Ein langgehegter Wunsch"

Rohrdorf (pil) – Vierzehn Monate lang war gebaggert, geschaufelt, gemauert, gesägt und gehämmert worden. Jetzt ging mit der Einweihung des neuen Vereinsheims im Turner Hölzl für die Fußballabteilung des TSV Rohrdorf-Thansau ein „langgehegter Wunsch“ in Erfüllung, wie Vereinsvorsitzender Sepp Pichlmeier betonte.
Etwa 4500 Arbeitsstunden steckten in dem neuen Treffpunkt, den noch sein Vorgänger Peter Reisner auf den Weg gebracht hatte. Doch nicht nur den vielen Helfern, die ohne Bezahlung auf der Baustelle angepackt hatten, galt Pichlmeiers Dank. Ein „Vergelt's Gott“ richtete er auch an die Unternehmen, die das Vorhaben mit großzügigen Geld- und Materialspenden unterstützt hatten, sowie an die Gemeinde, die ein zinsloses Darlehen gewährt hatte.
Bezug nehmend auf eine Passage aus dem Buch Jesaja erteilte Dekan Gottfried Doll dem neuen Domizil für die 250 Rohrdorfer Fußballer den kirchlichen Segen. Dabei sei der Neubau „nicht ganz unumstritten“ gewesen, wie Bürgermeister Fritz Tischner anmerkte. Doch habe der rege Betrieb im in die Jahre gekommenen Sportlerheim am Trainingsplatz an der Autobahn den Gemeinderat schließlich davon überzeugt, dass die Fußballer eine angemessene Unterkunft benötigten.
Das Holzhäusl am alten Sportplatz habe nun ausgedient und werde abgerissen, erklärte Pichlmeier, der den symbolischen überdimensionalen Schlüssel für das neue Heim gleich an Abteilungsleiter Bruno Steinbacher weitergab.
22. September 2006


Schattdecor: 40-Millionen-Investition in die Zukunft
Arbeiten an neuer Firmenzentrale bald abgeschlossen - Eröffnung im Mai 2007
zum Bericht


Ein Unternehmer ohne Starallüren
Bürgermedaille für Walter Schatt
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Ein Auto gehört ohnehin zur Grundausstattung der Miss Herbstfest. Die amtierende Wiesn-Königin Christine dagegen kann sogar mit einem ganzen Zug aufwarten; betreibt ihr Onkel, der Logistikunternehmer Helmut Wiesböck, doch den Wiesnexpress, der täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim verkehrt. Von den Vorzügen des Sonderzugs überzeugte sich jetzt auch Auerbräu-Chef Wilhelm Hermann (rechts) und stieß mit Wiesböck und dessen Frau Sonja (links) auf eine gute Fahrt an. Foto: Pilger

Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug verkehrt täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim

Rohrdorf/Thansau (pil) – Mit dem Beginn des Herbstfestes geht auch der Rohrdorfer Wiesn-Express wieder auf Fahrt. Wie bereits im vergangenen Jahr schickt das Logistikunternehmen von Helmut Wiesböck den Sonderzug der Bayerischen Oberlandbahn (BOB) täglich auf die Strecke Rohrdorf-Thansau-Rosenheim, die sonst dem Gütertransport vorbehalten ist. Abfahrt ist jeweils um 17.30 Uhr in Rohrdorf mit Zusteigemöglichkeit in Thansau/Finkenstraße (17.35 Uhr); Rückfahrt ab Rosenheim 23.35 Uhr. Außerdem ist zum Bieranstich am Samstag, 26. August, um 13.30 Uhr eine Eröffnungsfahrt vorgesehen.
Mit einem zusätzlichen Zug werden die Familientage am Mittwoch bedient (13 Uhr ab Rohrdorf, 18.10 ab Rosenheim). Um Eltern und Kindern einen ausgedehnten Wiesnnachmittag zu ermöglichen, startet der Abendzug an den Kindertagen dann eine Stunde später. Für die Nachmittagsfahrt am 30. August hat sich bereits die „Miss Herbstfest“ angekündigt; als Nichte von Helmut Wiesböck hat Christine Obermüller aus Rohrdorf selbstredend eine ganz besondere Beziehung zum Wiesn-Express.
Ein weiteres Schmankerl erwartet die Fahrgäste schon am Montag, 28. und Dienstag, 29. August. An diesen Tagen haben die ORO beziehungsweise das Hotel zur Post den gesamten Zug gemietet und bescheren der Bevölkerung auf diese Weise eine Freifahrt zur Wiesn und zurück.
Darüber hinaus ist am Rohrdorfer Bahnhof ein Barzelt geplant, wo sich die Wiesn-Heimkehrer freitags und samstags noch einen Schlummertrunk genehmigen können.
Die Rückfahrt inklusive einer Maß Bier kostet 9,50 Euro, ohne Markerl 5,50 Euro; zudem sind Einzelfahrten ohne Bierzeichen erhältlich. Kinder bis zehn Jahre fahren umsonst mit. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von der Auerbräu AG (Herbstfestticket mit Biermarke) und der Gemeinde Rohrdorf. Auskünfte über Reservierungen und Gruppenermäßigungen erteilt Helmut Wiesböck, Telefon 08032/1283 beziehungsweise 08033/304650.
22. August 2006


Kartfahren und Indianer-Workshop waren die Renner
Abwechslungsreiches Ferienprogramm für die Rohrdorfer Kinder

Voller Stolz präsentierten die Mädchen und Buben ihre Wiesn-Herzl. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Auch beim Rohrdorfer Ferienprogramm hat die Wiesn Einzug gehalten. Passend zur fünften Jahreszeit durften sich Mädchen und Buben mit Zuckerguss und bunten Streuseln ihr ganz persönliches Lebkuchenherz gestalten. Darüber hinaus hatte die Frauengemeinschaft Thansau im Pfarrheim ein paar Spiele rund ums Herbstfest aufgebaut, und so hatten die Kinder auch beim Dosenwerfen mit ihren selbst gebastelten Bällen und beim Popcornketten-Auffädeln eine Mordsgaudi.
Mit rund 50 Einzelaktionen - vom Blick hinter die Gefängnismauern in Bernau über einen Abend bei den Schützen bis hin zu zahlreichen Bastelangeboten – hatte die Gemeinde in diesem Jahr ein ebenso umfangreiches wie breitgefächertes Programm aufgelegt. Doch egal ob Confiserie-Besichtigung, Brotbacken, Seidenmalen oder Sommerkino - ohne das Engagement von Vereinen und Privatpersonen wäre das Ferienprogramm in dieser Form nicht zustande gekommen, betont Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung. Schließlich erforderten viele der Angebote nicht unerhebliche Vorbereitungen beziehungsweise Aufräumarbeiten.
Allerdings hat das Wetter den Organisatoren mehr als einmal einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Eine Zeitlang habe ich nur noch Teilnahmegebühren zurückgezahlt.“, erzählt die Rathaus-Mitarbeiterin; denn während einige Veranstaltungen verschoben werden konnte, fielen mehrere Aktionen wie etwa der Tag bei der Wasserwacht und die Übernachtung auf der Alm ganz ins Wasser. Und obwohl insgesamt rund 580 Anmeldungen im Rathaus eingegangen waren, mussten einige Angebote mangels Interessenten abgesagt werden. Andere dagegen, etwa das Kart-Fahren und der Indianer-Workshop, wurden wegen des großen Andrangs kurzfristig ein weiteres Mal durchgeführt. Eine Vorhersage über die Resonanz auf einzelne Programmpunkte sei Petra Motzke zufolge jedoch nahezu unmöglich. So war der Crash-Kurs fürs „Erstellen einer Homepage“, der im vergangenen Jahr wegen Teilnehmermangels ausgefallen war, in diesem Jahr voll.
Und mag das Ferienprogramm 2006 gerade erst über die Bühne gegangen sein, Vorschläge für das kommende Jahr werden im Rathaus bereits jetzt entgegengenommen (Telefon 08032/956439).
6. September 2006


Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Sonderzug verkehrt täglich zwischen Rohrdorf und Rosenheim
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Brezn aus Rohrdorfer Backstube im Banat
Finanzspritze im Doppelpack für Rumänienhilfe des Dekanats Inntal

Rohrdorf (pil) - Dank zweier Schecks wandern im Banat demnächst Brot und Brezn aus einer Rohrdorfer Backstube über den Tresen. Zwar ist der Umzug des Inventars aus der früheren Bäckerei Sanftl nach Rumänien bereits vor längerer Zeit über die Bühne gegangen; jedoch entsprach das neue Domizil für die gespendete Einrichtung noch nicht den Richtlinien der rumänischen Verwaltung, die diese im Vorgriff auf die angestrebte EU-Mitgliedschaft des Landes vorgibt: 30.000 Euro musste die Rumänienhilfe des Dekanats Inntal für den erforderlichen Umbau des Gebäudes zusammenbringen.
Vor drei Monaten allerdings, erinnert sich der neugewählte Dekanatsratsvorsitzende Hans-Peter Breitrainer, habe er die wenig erbauliche Nachricht erhalten, dass noch beinahe ein Drittel der Summe abgehe. Die Gemeinde Rohrdorf, die schon für den 1800 Euro teuren Transport der Einrichtung nach Lipova aufgekommen war, hatte da bereits weitere 5000 Euro in Aussicht gestellt. Das verbleibende 4000-Euro-Loch zu stopfen, erklärte sich ohne lange Umschweife die Geschäftsleitung des Zementwerks anlässlich der Einweihung der Entstaubungsanlage und der neuen Rohmühle im Mai bereit. „Das war eine Selbstverständlichkeit.“, erklärte Geschäftsführer Heinrich Rodlmayr jetzt bei der Scheckübergabe, zumal die Installation der 28 Millionen Euro teuren Anlage unfallfrei über die Bühne gegangen sei.
Gleich von zwei Seiten nahm Adelheid Musselmann Spenden für die Rumänienhilfe des Dekanats Inntal in Empfang. Mit ihr freuten sich Karl Frey, Werksleiter beim Zementwerk und Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Rohrdorf, Rathaus-Chef Fritz Tischner, der Dekanatsratsvorsitzende Hans-Peter Breitrainer, Dekan Gottfried Doll sowie Heinrich Rodlmayr und Peter Damberger von der Geschäftsleitung des Zementwerks (von links). Foto: Pilger
Das Zementwerk-Geld für die Rumänienhilfe stammt aus dem Topf, der durch die jährlichen Aufführungen der Priener Tourismusgesellschaft im Steinbruch gespeist und allein für die Unterstützung sozialer Zwecke angezapft wird.
Als „Hilfe zur Selbsthilfe“ wollen alle Beteiligten die Unterstützung für die rumänische Kleinstadt verstanden wissen. Die Caritas betreibt dort neben Second-Hand-Läden unter anderem eine Armenküche, wobei Brot einen wichtigen Bestandteil der Mahlzeiten bildet. Dieses kann künftig aus der „caritaseigenen“ Bäckerei geliefert werden.
Bereits 1987, als das Land noch unter der Herrschaft des kommunistischen Staatspräsidenten Nicolae Ceausescu litt, brachte die Thansauerin Adelheid Musselmann gemeinsam mit Elisabeth Mädler (Raubling) die Rumänienhilfe im Dekanat Inntal ins Rollen. Lebensmittel, die gegen D-Mark und Dollar in den Intershops gekauft werden mussten, wurden zur Weiterverteilung an Pfarrer beziehungsweise direkt an einzelne Familien übergeben. Wenige Monate nach dem Sturz des Diktators im Dezember 1989 begann die Zusammenarbeit mit dem Malteserhilfsdienst mit Sitz in Klausenburg: 1990 wurden zwölf künstliche Nieren an die dortige Uni-Klinik geliefert; zudem erhielten zwei kleine Dörfer in den Karpaten 700 Lebensmittelpakete.
Die Hilfsmitteltransporte starten seither jährlich Richtung Osteuropa; doch diese, betont Musselmann, wären ohne die vielen ehrenamtlichen Helfer und Förderer in den 20 Pfarreien des Dekanats gar nicht möglich: Allein bis zum Jahr 2002 flossen 300.000 Mark an Geldspenden und 80 Tonnen Hilfsgüter nach Rumänien; seit 2003 sind abgesehen von den Sachspenden weitere 40.000 Euro hinzugekommen.
2001 wurde in Lipova schließlich ein „Renovabis“-Projekt angesiedelt; die Solidaritätsaktion für Osteuropa war im März 1993 von der Deutschen Bischofskonferenz ins Leben gerufen worden. So dient das Hildegardis-Haus unter der Leitung der deutschen Theologin Dr. Imogen Tietze, Bildungsreferentin der Diözese Temesvar, zum einen als Bildungshaus der Diözese. Zum anderen beherbergt das Caritas-Zentrum unter anderem eine medizinische Sozialstation; drei Krankenschwestern betreuen von dort aus rund 300 Personen.
Mit dem Schülerwohnheim „Haus Jakobus“, das in Zusammenarbeit mit dem bischöflichen Hilfswerk entsteht, erhalten zudem begabte Kinder aus sozial schwachen Familien die Möglichkeit, einen höheren Schulabschluss zu machen und sich so eine bessere Ausgangsbasis für ihr späteres Berufsleben zu schaffen.
4. August 2006


Hochwassergefahr: Rohrdorfer Ache soll umgekrempelt werden
Eon-Wasserkraft fasst Zwei-Millionen-Euro-Projekt für 2007 ins Auge - Infoabend in Thansau
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Schattenplätze waren heiß begehrt bei der Nachprimiz von Albert Hack, zu der sich rund 500 Gläubige im Turner Hölzl versammelt hatten. Aus diesem Grunde blieben große Teile der Stuhlreihen leer. „Wer nicht genießen kann, wird ungenießbar.“ Mit einem Packerl Gummibären wurde Albert Hack die Nachprimiz noch zusätzlich versüßt. Fotos: Pilger

Der "Pfarrerlehrbua" hat ausgelernt
Feierliche Nachprimiz für Albert Hack im Turner Hölzl

Rohrdorf (pil) – Der „Pfarrerlehrbua“, wie er sich in einem Pfarrbrief selbst einmal bezeichnete, hat ausgelernt und nahm nun feierlich Abschied von Rohrdorf. Mehr als 500 Gläubige aus dem gesamten Pfarrverband hatten sich nach Schätzung von Claudia Opperer, der Zweiten Vorsitzenden des Rohrdorfer Pfarrgemeinderats, zur stimmungsvollen Nachprimiz von Albert Hack im Turner Hölzl versammelt. Bei strahlendem Sonnenschein waren dort die Schattenplätze heiß begehrt.
In seiner Predigt ließ der frischgebackene Priester keinen Zweifel daran, wie er die Ankündigung „Den mach' ma' scho' no' katholisch“ verstanden wissen will: den Glauben im Kreise Gleichgesinnter leben und hinaus in die Welt tragen, wie es Jesu seinen Jüngern im Evangelium rate.
Vor zwei Jahren war der gebürtige Garmischer nach seinem Theologiestudium als Priesteramtskandidat in die Gemeinde Rohrdorf gekommen; im Münchner Liebfrauendom wurde der 28jährige vor kurzem zum Priester geweiht, die Primiz feierte er in seiner Heimatgemeinde St. Martin in Garmisch.
Auch die Ortsvereine mit ihren Fahnenabordnungen hatten sich zur Nachprimiz eingefunden, die Hack gemeinsam mit Pfarrer Franz Sand aus seiner Heimatgemeinde, Pfarrer Franz Leitner aus Kiefersfelden, seinem Weihekurskollegen Ralph Regensburger aus Feldkirchen-Westerham, Diakon Anton Zanker, Gemeindereferentin Luise Schudok und Dekan Gottfried Doll zelebrierte. Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahmen die Kirchenchöre des Pfarrverbandes zusammen mit der Musikkapelle Rohrdorf.
Bei der weltlichen Feier in der Halle sprachen anschließend die kirchlichen Gremien und Vereine aus den einzelnen Ortsteilen dem Primizianten ihren Dank für sein Engagement aus; dieser tritt demnächst eine Kaplanstelle in München-Moosach an.
20. Juli 2006


50 Jahre und kein richtiges Daheim
Thansauer "Eichenlaub"-Schützen feiern im großen Rahmen - Festzug und Zeltbetrieb
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Endstation für Haltestelle an der ORO?
Partyraum und Toilette: Wartehäusl wurde bereits vor Monaten entfernt

Sollte die Bushaltestelle vor der ORO aufgelöst werden, bleibt die gemeindeeigene Fläche nach Aussage von Bürgermeister Fritz Tischner „ein grüner Bereich“. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Die Tage der Bushaltestelle am alten Bahnhof in Rohrdorf sind möglicherweise gezählt. Bereits vor Monaten war das hölzerne Wartehäuschen ersatzlos entfernt worden, nachdem sich dort Jugendliche wiederholt ausgetobt hatten. Immer wieder sei der Unterstand beschmiert oder beschädigt und zudem als Partyraum und Toilette zweckentfremdet worden, schildert Bürgermeister Fritz Tischner. Inzwischen laufen seitens der Gemeinde Überlegungen, die Haltestelle komplett aufzulassen. Die gemeindeeigene Fläche solle dabei „ein grüner Bereich“ werden.
Im Zuge einer attraktiveren Gestaltung des Nahverkehrs sei man an einer Auflösung „interessiert“, begründet Tischner einen entsprechenden Vorstoß beim Regionalverkehr Oberbayern (RVO). Die Schleife in die enge Bahnhofstraße auf dem Kurs Prien/ Rosenheim koste nur unnötig Zeit; zumal die dortige Haltestelle - abgesehen von wenigen Schülern – kaum noch genutzt werde.
Bislang, betont unterdessen Franz Polland, Leiter der RVO-Niederlassung in Rosenheim, sei jedoch alles offen. Die von der Gemeinde angeregte Fahrgastzählung werde im Herbst – nach der Urlaubs- und Ferienzeit – durchgeführt. Erst dann würden auch mögliche Änderungen von Linienführungen zum Fahrplanwechsel im Dezember erörtert. Darüber hinaus müsse eine Wendemöglichkeit für die Busse der Linie 9494 (Rosenheim-Prien), die in Rohrdorf starten beziehungsweise enden, gewährleistet sein.
Für die Kinder der Linie 9574, die von Höhenmoos kommend die Schulen in Raubling und Brannenburg anfährt, könnte die Auflassung der gewohnten Haltestelle vor der ORO bedeuten, dass sie dann im Bereich der ehemaligen Bäckerei Sanftl ein- und aussteigen würden, bestätigte Franz Polland auf Anfrage. Der nächstgelegene Halt auf der Fahrt nach Rosenheim läge beim Bushäusl am Dorfplatz. Und, hält Tischner den Bedenken besorgter Eltern unumwunden entgegen, „es ist jedem Kind zuzumuten“, dorthin zu marschieren. Fahrgäste aus der Innstraße im Ortsteil Thansau etwa hätten einen ungleich längeren Weg zum Haltepunkt in der Erlenstraße.
14. Juli 2006


Seit einem Vierteljahrhundert lassen's die Rohrdorfer Böllerschützen krachen. Zu den Gratulanten zählten unter anderem Gauschützenmeister Siegfried Raab (vorne rechts) und Bürgermeister Fritz Tischner (vorne links). Foto: pil
Böllerschützen ließen's gewaltig krachen
Rohrdorfer feiern 25jähriges mit Salven und Schnellfeuer

Rohrdorf (pil) – Es war nicht zu überhören, dass es bei den Rohrdorfer Böllerern etwas zu feiern gab: Samt Gastgeber hatten sich rund 70 Schützen aus Eggstätt, Bad Endorf, Prutting, Riedering, Happing und Brannenburg am Sportplatz im Turner Hölzl versammelt und ließen es zum 25jährigen mit Salven, Reihenfeuer, Doppelschlag und Schnellfeuer gewaltig krachen.
Im Januar 1981 war mit der Genehmigung des Landratsamts der Startschuss für die recht geräuschvolle Art der Brauchtumspflege gefallen. „Und kaum hatten wir uns ein bisschen eingeübt, kamen auch schon die ersten Einladungen“, erinnerte Schussmeister Martin Piezinger in seinem kurzem Rückblick; bis nach Hamburg und in die Schweiz sind die Schützen seither gereist. 1988 konnten die Rohrdorfer 2000 Teilnehmer beim 3. Bayerischen Böllertreffen begrüßen; und im Jahr 1995 ging dort das Delegiertentreffen für Oberbayern über die Bühne.
Wie die Teilnahme am Fronleichnamsfest hat auch das Schießen am Heiligen Abend vor dem Kriegerdenkmal längst einen festen Platz im Terminkalender; und ebenso traditionell werden die Böller beim Weinfest der SPD geladen, das in diesem Jahr zum 20. Mal veranstaltet wurde.
Seinen besonderen Dank richtete Piezinger an Karl Frey, den Betriebsleiter des Zementwerks; dort treffen sich die Aktiven regelmäßig zum Übungsschießen.
3. Juli 2006


Wenn die Augen nicht richtig greifen
Funktionaloptometrie und Osteopathie - Vortragsabend im Vereinsheim
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Mit Spenden voll ins Schwarze getroffen
Schützenverein "Eichenlaub" feiert 50jähriges Bestehen
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Nach der Weihe wurden die Fahrzeuge der BRK-Bereitschaft Rohrdorf unter die Lupe genommen. Der „First Responder“ absolvierte im Laufe des Nachmittags noch einen „Einsatz“ – zu Demonstrationszwecken.Foto: pil
Ortskenntnis und kurze Anfahrt als großer Pluspunkt
Weihe für Rohrdorfs "First Responder"-Fahrzeug

Rohrdorf (pil) – Anlässlich der Fahrzeugweihe wurde der „First Responder“-Wagen der BRK Bereitschaft Rohrdorf jetzt offiziell eingeführt. Bei strahlendem Sonnenschein weihte Pfarrer Gottfried Doll im Beisein von Bürgermeistern, Gemeinderäten und Vereinsvertretern zudem das SEG-Fahrzeug, das bereits seit 2002 im Einsatz ist.
Gerade, wenn für den Patienten jede Minute zähle – wie etwa bei einem Herzinfarkt –, sei der „First Responder“, der „Helfer vor Ort“, dank seiner Ortskenntnis und der Nähe zum Einsatzort von unschätzbarem Wert, hob Karl-Heinrich Zeuner, der Vorsitzende des BRK-Kreisverbands Rosenheim, in seiner kurzen Ansprache hervor; denn die nächstgelegenen Rettungswägen seien in Rosenheim beziehungsweise Bad Aibling und Prien stationiert. Insbesondere dankten Zeuner und Bereitschaftsleiter Christoph Koll der Gemeinde Rohrdorf, die die Einrichtung gemeinsam mit Samerberg, Neubeuern und einigen ortsansässigen Firmen unterstützt. Allein die Summe für die medizinische Ausstattung mit Notfallrucksack, Pulsoxymeter, Intubationstasche und Defibrillator listet die Bereitschaft mit gut 3800 Euro auf; die laufenden Kosten schlagen mit monatlich etwa 250 Euro zu Buche.
Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Karl Frey ließ unterdessen auch die Leistungen der Rotkreuzler im Rettungsdienst nicht unerwähnt. Die dortige Rufbereitschaft hatte zum 31. August vergangenen Jahres geendet. Eine überraschende Finanzspritze kam noch von Kathi Schmid, der Vorsitzenden des „Weihnachtsmarkt Achenmühle e.V.“: Nach der 500-Euro-Spende im Dezember stellte der Verein weitere 1000 Euro für den „Helfer vor Ort“ zur Verfügung, der so Zeuner, naturgemäß „Geld kostet“, sich aber allein aus Spenden finanzieren muss.
Am 17. November 2005 um 19 Uhr war der Audi Quattro erstmals ausgerückt, ließ der Bereitschaftsleiter die Anfänge kurz Revue passieren. Doch längst bewegt sich die Anzahl der Einsätze der eigens ausgebildeten, ehrenamtlichen „First Responder“ im dreistelligen Bereich, die sich Kolls Erläuterungen zufolge durch die englische Bezeichnung von den Laien-Ersthelfern abheben sollen.
11. Mai 2006


Zum Antrieb von Arbeitsmaschinen wie etwa der Dreschmaschine wurden Säulengöpel eingesetzt, die wiederum durch im Kreis marschierende Zugtiere bewegt wurden („Tretmühle“).
Bäuerliches Leben und Arbeiten von anno dazumal
Neuerungen zum Auftakt der Museums-Saison im Rohrdorfer Heimathaus

Rohrdorf (pil) – Die Zeit scheint stehen geblieben im Rohrdorfer Heimathaus, wo Aussteuerkasten, Holzrechen, Säulengöpel und Spinnrad ans bäuerlichen Leben und Arbeiten von anno dazumal erinnern. Sogar an einer Wagner-Werkstatt führt die kleine Reise in die Vergangenheit vorbei, zu der ein Rundgang durchs großteils neugestaltete Museum einlädt. Mit dem Beginn der Saison am Samstag, 29. April, öffnet außerdem der Dick-Stadel erstmals seine Pforten für die Besucher und gibt den Blick frei auf so manches Zeugnis der Gemeindegeschichte.
Schon vor dem Wintereinbruch waren Odlwagen, Pflüge, Kutschen und Obstpresse in den Bundwerkstadel umgezogen, den der Trachtenverein „Achentaler“ in einigen tausend Stunden Arbeit vom Dick-Anwesen in Sachsenkam auf seinen neuen Standort gleich hinterm Rathaus verpflanzt hat. Und zum Schlitten, auf dem die Rohrdorfer Apostelglocke im Zweiten Weltkrieg in ein sicheres Versteck geschafft worden war, hat sich vor kurzem der alte gemeindliche Leichenwagen gesellt.
Anschauungsunterricht übers Arbeiten der Vorfahren geben zudem die Sicheln, Metzen (alte Getreidemaße), Reiter (Siebe) und Maltersäcke im Troadkasten, dem Herzstück des Dick-Stadels, gleich neben dem Venezianer-Gatter, einem 150 Jahre alten Sägewerk.
„Vom Flachs zum Leinen“ heißt eine Abteilung im Rohrdorfer Bauernhausmuseum. Neben Spinnrad und Webstuhl haben die Trachtler noch zahlreiche andere Zeugnisse bäuerlichen Lebens und Arbeitens zusammengetragen. Fotos: pil
Auch im Heimathaus selbst, einem denkmalgeschützten Bauernhaus aus dem 17. Jahrhundert, herrschte in den vergangenen Monaten alles andere als Winterruhe: In der Hauskammer – gleich gegenüber der Rauchkuchl - lädt nun eine Lesestube zum Blättern in antiquarischen Büchern ein. Zudem wurden dort Vitrinen eingebaut für eine Trachtenausstellung. Ganz anderen „Lesestoff“ bietet die mittlerweile 39-bändige Holzbibliothek, eine Sammlung verschiedener Holzarten samt Samen, Blättern oder Nadeln, Knospen und Frucht; der „Buchrücken“ besteht dabei aus der Rinde des jeweiligen Baumes.
Mit der „Guten Kammer“ – eingerichtet mit den besten Möbeln des Hauses, der Buama-Kammer, der Schlafkammer der Bauersleut und der Austragskammer erhalten die „Achentaler“ in ihrem Heimathaus zudem ein Stück bäuerlicher Wohnkultur am Leben. Anfang der 80er Jahre hatten die Trachtler das Gebäude in Albaching Stück für Stück abgetragen und in Rohrdorf wieder aufgebaut; 1994 wurde der Verein für sein Engagement um das bäuerliche Museum mit der Denkmalschutzmedaille ausgezeichnet.
Auf der Tenne dreht sich derweil in einer Abteilung alles ums Wäschewaschen: Waschzuber, Mangel und Kohlebügeleisen zeugen von der Knochenarbeit., die der „Waschtag“ vor hundert Jahren für die Frauen mit sich brachte, und lassen erahnen, wie hart der Kampf ums tägliche Brot in der „guten alten Zeit“ gewesen ist. Eine andere Box dokumentiert den Weg, den der Flachs bis hin zum Leinen durchläuft.
„Unser Haus soll dem Besucher das Gefühl geben, als wären die Hausbewohner gerade abwesend, würden aber bald wieder zurückkommen und ihre Arbeit fortsetzen.“, erklärt Museumsleiter Peter Reisner. Dabei ist der Ehrenvorstand der „Achentaler“ schon wieder auf der Suche nach Leihgaben und Spenden für die nächste Sonderausstellung: Im Dachgeschoß des Heimathauses sollen bald gestickte Leinenstücke wie Tischdecken, Altartücher und Wandbehänge zu bewundern sein.
23. April 2006

Das Museum ist zwischen dem 29. April und 28. Oktober wieder jeden Samstag jeweils von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Für größere Gruppen wie Schulen und Vereine wird das Heimathaus nach Vereinbarung mit Museumsleiter Peter Reisner auch unter der Woche aufgesperrt. (Auskünfte unter Telefon 08032/5337). Jeweils am ersten Samstag im Monat stehen Sondervorführungen wie Brotbacken, Musizieren, Korbflechten oder der Betrieb des Sägewerks auf dem Programm.


Seit November im Einsatz: Der „First Responder“ der BRK-Bereitschaft Rohrdorf, hier mit Bereitschaftsleiter Christoph Koll, Sanitäter Daniel Röber und dem stellvertretenden Bereitschaftsleiter Martin Antretter (von links). Wer aktiv oder passiv beim „Helfer vor Ort“ mitwirken will, erhält nähere Auskünfte bei Christoph Koll, Telefon 0170 / 8058297. Foto: pil
BRK: Schnelle Hilfe durch "First Responder"
Tag der offenen Tür mit Fahrzeugweihe am 7. Mai

Rohrdorf (pil) – Auch nach der Einstellung der Rufbereitschaft im Rettungsdienst steht die Rohrdorfer Rot-Kreuz-Bereitschaft den Bürgern in Notfällen zur Verfügung: Mehr als 50 Einsätze hat der „First Responder“ seit November in den Gemeindebereichen Rohrdorf, Samerberg und Neubeuern bereits absolviert. Neben Herzinfarkten und häuslichen Unfällen ist der „Helfer vor Ort“ dabei vor allem zu Notfällen wie Asthma- oder Epilepsie-Anfällen und Verbrennungen ausgerückt. Zehn Sanitäter mit einer Zusatzausbildung am Automatischen Externen Defibrillator (AED) decken derzeit ehrenamtlich die Rufbereitschaft (werktags von 19 bis 6 Uhr sowie an Feiertagen und Wochenenden rund um die Uhr) für den Audi Quattro mit dem Funkrufnamen „Rot Kreuz Rohrdorf 79/1“ ab. Der „Helfer vor Ort“, den die Rettungsleitstelle (Telefon 19222) parallel zum Rettungswagen alarmiert, ersetze jedoch keinesfalls den regulären Rettungsdienst. Vielmehr, betont Bereitschaftsleiter Christoph Koll, unterstütze er diesen durch die schnelle Erste Hilfe bis zu dessen Eintreffen. Bei einem Tag der offenen Tür im BRK-Heim in der Florianstraße wollen die Rotkreuzler am Sonntag, 7. Mai, ihre neue Einrichtung näher vorstellen, die sich komplett aus Spenden finanzieren muss. Den Auftakt der Veranstaltung macht um 14 Uhr die Weihe des First-Responder-Fahrzeugs.


Die "Harlekins" fit für die Zukunft machen
Umstrukturierungen beim Rohrdorfer Theaterverein - Auftritte nur noch alle zwei Jahre

Rohrdorf (pil) – Reichlich frischen Wind will das neue, nunmehr dreiköpfige Vorstandsteam der „Harlekins“ unter dem Vorsitz von Bernhard Kaiser in den Rohrdorfer Theaterverein bringen. Denn bereits seit längerem hat den Theaterern neben den stetig rückläufigen Zuschauerzahlen vor allem die mangelnde Motivation in den eigenen Reihen Probleme bereitet. So konnte das letzte Stück („Unter anderem Umständen“) nur mit Müh' und Not besetzt werden; der Auftritt des Kindertheaters „Harlekids“ fiel im vergangenen Jahr mangels Regisseur sogar komplett ins Wasser.
Sie wollen „Harlekin“ fit für die Zukunft machen: Irmi Mayr (Kassier), Xandi Fradl (Jugendleitung), Harry Fradl (Vorstandsmitglied) (hinten von links). Vorne: Die Vorstandsmitglieder Kurt Weiß (links) und Bernhard Kaiser (rechts) mit dem frischgebackenen Ehrenmitglied Pepp Kaiser. Nicht auf dem Foto: Anke Kurfer (Öffentlichkeitsarbeit). Foto: pil
„Wir wollen den Verein fit machen für die Zukunft“, kündigte Kaiser bei der Jahreshauptversammlung im Turner Hölzl an und legte gleich einige konkrete Vorschläge auf den Tisch. Den wegen der Umstrukturierungen notwendigen Satzungsänderungen stimmten die 25 Wahlberechtigten geschlossen zu. Statt wie bisher jährlich gehen Erwachsenen- und Kindertheater künftig im Wechsel alle zwei Jahre über die Bühne. In den „Harlekids“-Jahren (2006 und 2008) wollen die „Großen“ stattdessen ihr Sommernachtsfest – heuer am Samstag, 15. Juli - veranstalten, bei dem wieder Sketche und andere Darbietungen auf dem Programm stehen. Ein Tag der offenen Tür mit witzigen Einlagen und einer Mini-Playback-Show könnte im Gegenzug auch die Jüngeren in den Jahren 2007 und 2009 anlocken, in denen die „Harlekins“ auf der Bühne stehen.
Vorrangig geht es dem gleichberechtigten Deiergespann Bernhard Kaiser, Kurt Weiß (zuständig für den technischen Bereich) und Harry Fradl (kaufmännischer Bereich) darum, die Kameradschaft im Verein wieder zu stärken. „Der Spaß an ,Harlekin' soll wieder im Vordergrund stehen.“, betonte Kaiser nachdrücklich. Mit der neuen, zunächst auf vier Jahre befristeten Regelung versprechen sich die Laienspieler nicht zuletzt eine Entzerrung der Termine; bislang folgte den Erwachsenenaufführungen in der Regel nur wenige Wochen später bereits das Kindertheater.
Ferner soll ein Newsletter die 103 Mitglieder zweimal jährlich über das Vereinsgeschehen auf dem Laufenden halten. Um diesen sowie um andere Sonderaufgaben wie die Fortführung der Chronik kümmert sich nun ein Vereinsausschuss; ein weiterer Bereich umfasst die Gestaltung des Foyers passend zum jeweiligen Stück.
Mit klaren Aufgabenbeschreibungen will der neue Vorstand dabei im kleinen Rahmen Qualitätsmanagement umsetzen, wodurch der Verein „organisatorisch auf gesunde Füße“ gestellt werden soll. Anhand der Dokumentationen solle nach seiner Amtszeit jeder im Stande sein, den Verein weiterzuführen, erklärte Kaiser. Er löste Klaus Biehl ab, der aus beruflichen Gründen nicht mehr kandidiert hatte.
Allein Kaisers Ruf „Wir wollen raus aus der Halle!“ stand zum Abschluss noch im Raum. Wie bereits vor zwei Jahren schloss dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck mittelfristig eine eigene Unterkunft für Theaterleute und Musikkapelle nicht aus; lässt doch die bestuhlte Sporthalle im Turner Hölzl in Sachen Atmosphäre mehr als zu wünschen übrig. Einen Neubau hält der Kommunalpolitiker allerdings für unwahrscheinlich. Vielmehr sei die Umnutzung eines bereits bestehenden Raums denkbar.
7. April 2006


Schecks in Höhe von insgesamt 10.000 Euro übergab Ludwig Nickl, Prokurist beim Zementwerk Rohrdorf, jetzt an fünf Hilfsorganisationen: Benno Hollinger, zweiter Vorstand des Rohrdorfer Sozialwerks, Maria Haidl (stellvertretende Pflegedienstleiterin Brannenburg-Flintsbach), Peter Gaschott (Kassier in Raubling), Monika Kaiser-Fehling (Pflegedienstleiterin in Brannenburg), Werksleiter Karl Frey, Martin Antretter (stellvertretender Bereitschaftsleiter) und Daniel Röber vom BRK Rohrdorf sowie Pflegedienstleiterin Annemie Stetter und Vorstandsmitglied Siegfried Neubauer, beide Neubeuern/Nußdorf/Samerberg (von links). Foto: pil
Kräftige Finanzspritze dank "Carmen"
Zementwerk spendet 10.000 Euro an Sozialwerke und BRK

Rohrdorf (pil) – Die Geschichte um die schöne Zigeunerin Carmen hat vier Sozialwerken im Inntal sowie der BRK-Bereitschaft Rohrdorf in diesem Jahr zu einer kräftigen Finanzspritze verholfen: Ludwig Nickl, Prokurist des Zementwerks Rohrdorf, überreichte jetzt an die Vertreter der fünf Organisationen einen Scheck über jeweils 2000 Euro.
Das Geld stammt knapp zur Hälfte aus dem Kartenverkauf der letztjährigen Aufführung der Bizet-Oper im Steinbruch; jeweils ein Euro der rund 4400 verkauften Tickets wanderte in den Topf, den das Zementwerk auf die runde Summe von 10.000 Euro auffüllte.
Die Adressaten der Spenden waren zum einen die Sozialwerke in denjenigen Gemeinden, in denen das Zementwerk Betriebsstätten unterhält, neben Rohrdorf und Raubling also Brannenburg/Flintsbach und Neubeuern/Nußdorf/Samerberg. „Jede Spende ist willkommen“, betonte der Raublinger Kassier Peter Gaschott angesichts der finanziellen Situation der Sozialwerke stellvertretend für all seine „Kollegen“. Im Gegensatz zu privaten Pflegediensten dürften sich die Sozialwerke ihre Patienten nicht aussuchen – etwa nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten, ergänzte Pflegedienstleiterin Annemie Stetter (Neubeuern/Nußdorf/Samerberg). Allerdings sei die Pflege zum Beispiel von Demenzkranken mit den Zuweisungen aus der Kranken- beziehungsweise Pflegekasse nicht zu decken. Ebenso könne die Versorgung so manches Härtefalls nur dank der Beitragszahlungen und Spenden finanziert werden. „Ohne Spenden würde die Pflege unmenschlich.“, machte Stetter deutlich.
Zum anderen erhielt die Rot-Kreuz-Bereitschaft Rohrdorf monetären Beistand für ihren First-Responder-Wagen, der seit November im Einsatz ist.
Bei der Priener Tourismusgesellschaft laufen unterdessen die Vorbereitungen für das nächste monumentale Steinbruch-Spektakel. Am Freitag, 26. Mai, 21 Uhr, präsentiert die PTG dort Carl Orffs „Carmina Burana“.
7. April 2006


MAN reist nach Tansania
Ausrangiertes Löschfahrzeug der Rohrdorfer Wehr künftig in Ostafrika im Einsatz

Knapp einen Monat ist der rote MAN per Schiff unterwegs, bevor er in Tansania eintrifft. Eine gute Reise wünschten Albert Bauer aus Neubeuern, einer der „Motoren“ des Hilfsgüter-Transports, Bürgermeister Fritz Tischner und Feuerwehr-Kommandant Josef Piezinger. Rudi Piezinger junior und Herbert Paul brachten das Fahrzeug von Rohrdorf in die belgische Hafenstadt Antwerpen (von links). Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Mit einem Klaps auf den Kotflügel wurde der Abschied besiegelt, als Josef Piezinger, der Kommandant der Rohrdorfer Feuerwehr, und Bürgermeister Fritz Tischner jetzt das altgediente Tanklöschfahrzeug (TLF) 16/25 auf seine lange Reise nach Ostafrika schickten. Denn nach mehr als 30 Dienstjahren in Rohrdorf wird der knallrote MAN (Baujahr 1970) künftig für die Pfarrei Mjimwema im Süden Tansanias im Einsatz sein. Dann allerdings weniger, um Brände zu löschen; die neuen Besitzer wollen sich den 2400-Liter-Tank des Fahrzeugs vor allem bei der Bewässerung der Wiederaufforstungsprojekte in der Erzdiözese Songea, etwa 600 Kilometer südlich der Hauptstadt Dar-es-Salaam gelegen, zunutze machen.
Bereits im Herbst 2004 waren bei einem Besuch des tansanischen Pfarrers Xaver Komba in Rohrdorf die Weichen für den Hilfsgüter-Export gestellt worden, der allerdings beinahe gescheitert wäre: Grundsätzlich, erläuterte der Bürgermeister, gelte in dem ostafrikanischen Staat ein Einfuhrverbot für Autos, die bereits mehr als 20 Jahre auf dem Buckel haben. Aus diesem Grunde hatte der Gemeinderat zwischenzeitlich ins Auge gefasst, das Fahrzeug der „Feuerwehrhilfe International“ in Lappersdorf bei Regensburg zur Verfügung zu stellen, die den MAN dann nach Brasilien verschifft hätte.
Dank des Engagements des Neubeurer Bäckers Albert Bauer und dank der Missionsbenediktiner in St. Ottilien, welche schließlich die Organisation des Transports übernahmen, konnte das 36 Jahre alte Löschfahrzeug samt diversen Ersatzteilen, 20 Schutzanzügen, 150 Meter B- und 140 Meter C-Schläuchen sowie einigen Atemschutzmasken nun doch noch seine Reise nach Tansania antreten.
21. März 2006


St. Jakobus macht für mehrere Monate dicht
Umfangreiche Renovierungsarbeiten in der Pfarrkirche

Rohrdorf (pil) – Wegen umfangreicher Renovierungsarbeiten schließt die Rohrdorfer Pfarrkirche für voraussichtlich sieben Monate ihre Pforten. Der vorerst letzte Gottesdienst in der Kirche wird am Sonntag, 19. März, um 19 Uhr gefeiert, bevor das Allerheiligste in den Pfarrsaal umzieht.
Auch der prächtige Hochaltar mit dem barocken Säulenaufbau, den die Rohrdorfer 1787 vom Damenstift in Hall (Tirol) erwarben, wird wieder aufpoliert. Foto: pil
Viel Schmutz hat sich seit der letzten „Überholung“ vor rund einem Vierteljahrhundert in dem barocken Bauwerk abgelagert. Jetzt steht den mittlerweile gräulichen Wänden ein neuer weißer Anstrich ins Haus; zudem müssen die Fenster ausgetauscht werden. Ein Kirchenmaler aus Bad Endorf reinigt die Deckengemälde, und auch die Altäre sollen - ebenso wie das Kirchensilber - bald wieder in neuem Glanz erstrahlen. Der Altarraum erhält darüber hinaus einen neuen Steinboden. Im gleichen Zuge wird die Luftheizung, die jahrzehntelang buchstäblich viel Staub aufgewirbelt hat, ausrangiert und durch eine Wandheizung ersetzt.
Ausgedient haben in Kirche, Pfarrhof und Pfarrsaal künftig auch fossile Brennstoffe wie Erdöl und Gas: Die Umstellung der kompletten Heizung auf den nachwachsenden heimischen Energieträger Holz ist bereits beschlossene Sache. Der gesamte Komplex wird deshalb an die Hackschnitzelanlage des benachbarten „Bauern am Thurm“, der Familie Glombitza, angeschlossen.
Mitte Oktober, hofft Pfarrer Gottfried Doll, hält die Gemeinde wieder Einzug in die Pfarrkirche, deren Renovierung rund eine Million Euro kosten wird. Den Löwenanteil trägt mit 630.000 Euro das Erzbischöfliche Ordinariat; 150.000 Euro steuert die politische Gemeinde bei. Der Rest stammt aus Spenden und Eigenleistungen. In diesem Zusammenhang werden nach wie vor tatkräftige Helferinnen und Helfer für die verschiedensten Arbeiten gesucht. Nähere Informationen gibt’s im Pfarrbüro (Telefon 08032/5252).
16. März 2006

Kirchenkonzert der Musikkapelle
Bevor ab Montag die Handwerker das Heft in der Rohrdorfer Pfarrkirche in die Hand nehmen, geben dort am Sonntag, 19. März, nach dem Josefi-Gottesdienst verschiedene Ensembles der Musikkapelle den Ton an. Der Eintritt zu dem Konzert (Beginn: 20.15 Uhr) ist frei; jedoch sind Spenden zugunsten der Renovierung und der Jugendarbeit der Musikkapelle erwünscht.
Die Gottesdienste werden während der Renovierungsphase überwiegend im Pfarrsaal abgehalten. Der Palmsonntag wird im Turner Hölzl gefeiert; den Abendmahlgottesdienst des Pfarrverbandes am Gründonnerstag sowie die Osternachtfeier zelebriert Pfarrer Doll in Thansau.



Seminaristenchor aus der Ukraine zu Gast in der Region
Mehrere Gottesdienste im Byzantinischen Ritus auf dem Programm
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"Bayerischer Qualitätspreis" für Rohrdorf
Hohe Vielfalt an Betrieben in innovationsfreudiger Gemeinde

Rohrdorf (pil) – Jetzt haben es die Rohrdorfer schwarz auf weiß: Die Landkreisgemeinde an der Salzburger Autobahn gehört zu den drei wirtschaftsfreundlichsten Kommunen im Freistaat: Neben dem schwäbischen Nördlingen und der Stadt Selb in Oberfranken wurde die Rosenheimer Stadtrandgemeinde von Wirtschaftsminister Erwin Huber und Innenstaatssekretär Georg Schmid für seine Verdienste um die kommunale Wirtschaftsförderung ausgezeichnet. Den „Bayerischen Qualitätspreis“ in Form einer gläsernen Pyramide samt Urkunde nahm Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner vor kurzem bei einer Feierstunde in der Münchner Residenz entgegen.
In seiner Laudatio hob Jury-Vorsitzender Univ.-Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann von der Technischen Universität München (Lehrstuhl für Betriebswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Logistik) unter anderem die Güte der Organisation sowie eine „beachtlich hohe Vielfalt an Gewerbebetrieben“ in der Gemeinde hervor: Ein-Mann-Handwerksbetriebe und mittelständische Unternehmen sind in dem „aufstrebenden Wohn- und Industriestandort“ ebenso vertreten wie weltweit als „Global Player“ tätige Großbetriebe.
Der Preis der Qualität: Die Gemeinde Rohrdorf erhielt den „Bayerischen Qualitätspreis“ des Bayerischen Wirtschaftsministeriums in der Kategorie "Wirtschaftsfreundliche Gemeinde": Wirtschaftsminister Erwin Huber, Erster Bürgermeister Fritz Tischner, Staatssekretär Georg Schmid vom Innenministerium, Zweiter Bürgermeister Karl Frey, Dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck und Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Horst Wildemann von der TU München bei der Preisverleihung in der Münchner Residenz (von links.) Foto: nn
Eine umfassende Infrastruktur, schlanke Verwaltungsstrukturen im Rathaus, ein modernes Bürgerbüro sowie die Verfügbarkeit von Online-Formularen machten die traditionell geprägte und zugleich innovationsfreudige Gemeinde sowohl für die Wirtschaft als auch für die Bürger attraktiv. Darüber hinaus, betonte Wildemann weiter, fördere eine „schnellstmögliche, individuelle Bauleitplanung“ Firmenansiedlungen, was sich nicht zuletzt in rund 300 Betrieben – vier davon mit weit mehr als 250 Mitarbeitern – widerspiegle. Die Nähe zur kreisfreien Stadt Rosenheim ermögliche zudem die Bildung von regionalen Arbeitsgemeinschaften. Bürgermeister Tischner indes sieht mit der Auszeichnung – die kommunalen Preisträger wurden in diesem Jahr unter 18 Gemeinden ausgewählt - seine „jahrelange Arbeit bestätigt“. Seit seinem Amtsantritt habe er sich über drei Jahrzehnte hinweg konsequent darum bemüht, attraktive Rahmenbedingungen für Gewerbebetriebe zu schaffen; auch „wenn's nicht immer leicht war“: Immerhin 2800 zum Teil sehr hochwertige Arbeitsplätze kann die 5600-Einwohner-Gemeinde heute dadurch aufweisen. „Gewerbe ist Chefsache.“, ist der Rathaus-Chef dabei überzeugt, ganz gleich, ob es sich um die Ansiedlung neuer Unternehmen handelt, oder darum, zu erfahren wo die bestehenden der Schuh drückt.
„Qualität ist heute mehr denn je notwendig, um im Markt erfolgreich bestehen zu können.“, betonte bei der Preisverleihung auch Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber mit Blick auf die „Musterbeispiele für Qualität, Qualitätsmanagement und Kundenorientierung“. Der „Bayerische Qualitätspreis“ (er ist nicht mit einem Geldbetrag dotiert) wurde 1993 von der Bayerischen Staatsregierung als erste nationale Auszeichnung dieser Art ins Leben gerufen und wird sowohl an Unternehmen als auch an Kommunen verliehen. Im vergangenen Jahr gehörte die Gemeinde Irschenberg zu den Preisträgern; bereits 2000 wurde die Stadt Rosenheim mit der gläsernen Pyramide ausgezeichnet.
16. März 2006


Christen sollen den Wandel mitgestalten
Alois Glück als Festredner im Dekanatsbezirk Rosenheim
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Die Tage der Teilhauptschule sind gezählt
Standort Thansau bleibt bis mindestens 2010 erhalten

Rohrdorf (pil) – Nach rund 30 Jahren sind auch in Rohrdorf die Tage der Teilhauptschule gezählt. So müssen diejenigen Kinder, die nach der vierten Klasse nicht aufs Gymnasium oder auf die Realschule wechseln, ab Herbst im vier Kilometer entfernten Neubeuern die Schulbank drücken: Konnte ein großer Teil der Mädchen und Buben bislang noch in der 5. und 6. Klasse zu Fuß zum Unterricht kommen beziehungsweise radeln, müssen auch sie künftig auf den Bus umsteigen. Als „Auslaufmodell“ wird dann im Turner Hölzl bis zum Sommer 2007 lediglich noch eine Sechste unterrichtet - als Neubeurer Außenklasse in der künftigen „Grundschule Rohrdorf/Thansau“.
Nicht nur der Rohrdorfer Bürgermeister Fritz Tischner (CSU) und Rektor Wolfgang Zeller sind von dieser Entwicklung, die Hauptschüler bereits zwei Jahre früher als bisher aus dem Ort und ihrer gewohnten Umgebung zu reißen, wenig erbaut. Mit dem heftigst umstrittenen Landtagsbeschluss, die Teilhauptschulen aufzulösen, werde aber letztlich auch der Wählerwille umgesetzt, gibt Zeller mit Blick auf das gescheiterte Volksbegehren „Die bessere Schulreform?“ zu Bedenken. Unter diesem Motto hatte der Bayerische Lehrerinnen- und Lehrerverband (BLLV) im Winter 1999/2000 gegen die Bildungsoffensive der damaligen Kultusministerin Monika Hohlmeier Front gemacht und sich insbesondere gegen die Einführung der sechsstufigen Realschule ausgesprochen; diese habe nunmehr vor allem in den Teilhauptschulen den befürchteten Kinderschwund nach sich gezogen.
Auch Elternbeiratsvorsitzende Claudia Mendte-Kraus bedauert das Aus der Teilhauptschule, in der sich erste bis sechste Jahrgangsstufe unter einem Dach vereinigt hatten; glücklicherweise aber hätten die Rohrdorfer Hauptschüler auch künftig nur einen vergleichsweise kurzen Schulweg zu bewältigen.
Die freiwerdenden Räume (zuletzt wurde die Teilhauptschule nur noch mit jeweils einer fünften und einer sechsten Klasse geführt) werden sukzessive vom Integrations-Projekt belegt, das seit vergangenem Jahr in Rohrdorf läuft: Im Herbst soll dort die zweite Petö-Klasse starten.
Unklar ist derzeit jedoch, in welchem Umfang zusätzliche Angebote wie die Arbeitsgemeinschaft Schulgarten oder Kreativ-Projekte weitergeführt werden können. Schließlich, erläutert Zeller, müssten mit den Schülern auch Lehrkräfte abwandern. Und auch was mit den Lehrmitteln für die 5. und 6. Jahrgangsstufe passieren wird, weiß er noch nicht.
Eine ganz klare Prognose geben dagegen Rektor und Bürgermeister angesichts der Schülerzahlen für die Thansauer Schule ab: Dort läuft der Betrieb auf jeden Fall bis 2010/2011 wie bisher mit fünf Klassen weiter (die erste beziehungsweise zweite Jahrgangsstufe läuft zweizügig und zieht im dritten Schuljahr ins Turner Hölzl um).
29. Januar 2006


Finanzspritze für die Klassenkasse
"Kick for Help" unterstützt Rohrdorfer Petö-Kinder
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Schleppen für den Unterricht
Thansauer Schülerin initiiert Wiege-Aktion für Schulränzen
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Baumpflege oder Umweltfrevel?
Fällaktion an der Eichenstraße ruft Anwohnerin auf den Plan
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"Hau ab!" - Wie die Stimme zur Waffe wird
Selbstbehauptungstraining an der Rohrdorfer Schule
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Geldsegen vom Heiligen Mann
Nikolausdienst spendet Erlös an "Kick for Help"
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Tüftler hat den Finger schon wieder am Abzug
Peter Fortner aus Geiging optimiert Biathlon-Waffen für Weltelite
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Drei Nachmittage rund um die Taufe
150 Teilnehmer bei den Kinderbibeltagen in Rohrdorf und Thansau

Rohrdorf/Thansau (pil) – Kerze (für das Licht Christi), Wasser, weißes Kleid (für Reinheit und Unschuld) – dank des symbolträchtigen Themas konnten die Organisatorinnen der Bibeltage in Rohrdorf und Thansau in diesem Jahr aus einem besonders reichhaltigen Fundus an Sinnbildern schöpfen. Rund 150 Kinder tauchten drei Nachmittage lang in ein Thema ein, mit dem fast alle bereits im Säuglingsalter hautnah Erfahrung gemacht haben: „Ich bin getauft – Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“.
Jeder Gesalbte kann sich als König fühlen. War die Salbung mit Chrisam-Öl früher den Königen, Propheten und Priestern vorbehalten, ist sie längst Bestandteil einer katholischen Tauffeier. Foto: pil
Im Mittelpunkt der Lesungen, die Gemeindereferentin Luise Schudok zur Einstimmung in der Kirche abhielt, stand die Taufe Jesu im Jordan durch Johannes. Als Taube war anschließend der Heilige Geist auf Jesus herabgekommen.
In den Gruppen (Vorschule bis vierte Klasse) bereiteten die Betreuerinnen die Thematik anschließend altersgerecht auf. So bastelten die Kleineren Tontauben und verzierten Weihwasser-Fläschchen; das Bekreuzigen mit Weihwasser soll die Gläubigen immer wieder an das Sakrament der Taufe erinnern. Leuchtend-gelbe Kronen sollten den Kindern signalisieren, dass das Chrisam-Öl, mit Balsam versetztes Olivenöl, im Alten Testament ausschließlich Königen, Priestern und Propheten vorbehalten war. Und auch über den Ursprung ihrer Vornamen und deren Bedeutung erfuhren die Mädchen und Buben so einiges.
Wieder eine andere Gruppe war mit dem Schmücken von Taufbecken und Osterkerze beschäftigt; denn zur Freude von Luise Schudok bildete in beiden Gemeindeteilen eine stimmungsvolle Kindstaufe den Abschluss der Bibeltage.
„Nur in der Gemeinschaft kann der Glaube weitergegeben werden.“, ist sie überzeugt. Ihr Dank gilbt deshalb insbesondere den rund 40 Frauen, die viel Zeit und Engagement in die Vorbereitung und die Durchführung der Bibeltage gesteckt haben.
15. November 2005


Millioneninvestition für Heißes und Kaltes
Planatol stellt neues Rührwerk vor - 60 Arbeitsplätze durch Betriebsverlagerung
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Insgesamt zehn neue Lehrlinge konnten Ludwig Nickl und Heinrich Rodlmayr von der Geschäftsleitung, Werksleiter Karl Frey sowie die Ausbilder Peter Aicher und Sebastian Petersamer (hinten von links) begrüßen. Nicht im Bild: der Schlosserei-Azubi. Foto: nn
Im Zehnerpack ins neue Lehrjahr
Zementwerk Rohrdorf schafft wieder zusätzlichen Ausbildungsplatz

Rohrdorf (pil) – Mit insgesamt zehn frischgebackenen Auszubildenden ist das Rohrdorfer Zementwerk ins neue Lehrjahr gestartet. Die Palette der Berufszweige reicht dabei vom Industriemechaniker über die Chemielaborantin bis hin zum Elektroniker und zur Industriekauffrau. Und auch ein angehender Forstwirt ist unter den „Neuen“. Die „Lehrlings-Riege“ – insgesamt sind es nunmehr vier kaufmännische und 21 gewerbliche – macht damit rund zehn Prozent der Gesamtbelegschaft im Standort Rohrdorf aus, zu dem umfangreiche Waldflächen gehören.
Darüber hinaus hat sich das Unternehmen wieder an dem zwischen der Bundesregierung und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft vereinbarten Ausbildungspakt beteiligt und einen zusätzlichen Ausbildungsplatz in der Schlosserei geschaffen; der junge Mann, der die Lehrstelle zum Industriemechaniker nun besetzt, wäre ansonsten auf der Straße gestanden.
27. Oktober 2005


Auch der Nachwuchs kam bei der Einweihung nicht zu kurz. Am Sonntag allerdings ging die Kirta-Hutschn angesichts des Ansturms in die Knie.

"Den Kindern ein Stück Heimat erhalten"
Dick-Stadel feierlich eingeweiht - Große Anerkennung für Leistung der Trachtler

Als landwirtschaftlicher Nutzbau hatte der Bundwerk-Stadel in Sachsenkam ausgedient. Mit der Einweihung, die der katholische Pfarrer Gottfried Doll, sein evangelischer Kollege Torsten Bader und Diakon Albert Hack vornahmen, erhielt der generalüberholte und nunmehr unterkellerte Fachwerkbau jetzt seine neue Bestimmung: Er dient künftig als Ausstellungsraum fürs Heimatmuseum der Rohrdorfer Trachtler.
Rohrdorf (pil) – Ein „Haufen Arbeit“ sei es gewesen, der Umzug des Dick-Stadels von Sachsenkam nach Rohrdorf. Doch auf das Ergebnis war bei der Einweihungsfeier nicht nur Rupert Wagner, der Vorstand des Rohrdorfer Trachtenvereins „Achentaler“, sichtlich stolz. Bürgermeister Fritz Tischner und die stellvertretende Landrätin Marianne Steindlmüller würdigten das Unternehmen, das - abgesehen von ein paar kleinen Fleischwunden – ohne Verletzte über die Bühne gegangen ist, gleichermaßen als eine „enorme Gemeinschaftsleistung“. Und wenngleich, wie der Rathauschef süffisant anmerkte, die Gemeinde im vergangenen Jahr einen besonders hohen Verbrauch an Straßenmaterial zu verzeichnen habe, gratulierte er den Trachtlern gerne zu ihrem erfolgreichen Unterfangen, vor allem den Kindern ein „Stück Heimat zu erhalten“.
In Kurzform ließ Wagner vor den Gästen den Umzug Revue passieren, dessen Startschuss im Herbst 2003 mit der Gründung eines Ausschusses gefallen war. Folgt man dabei den Ausführungen des Bürgermeisters, hatte alles schon kurz nach dem Aufbau des Achentaler Heimathauses begonnen; bereits damals sei der Wunsch nach einem schönen Stadel als Abrundung des Areals laut geworden. „Bei jeder Feuerwehrversammlung“ habe er – Tischner - Dick dann bearbeitet, das Schmuckstück, das in Sachsenkam zu verfallen drohte, den Trachtlern zu schenken.
Brauchtum und Heimatpflege wird großgeschrieben bei den „Achentalern“. Die Kunst des Dengelns, des Schärfens der Sensenschneide mit dem Hammer, etwa beherrschen nur noch wenige. Fotos: Pilger
Neben dem Gemeinderat, erinnerte Wagner, gab schließlich auch Kreisbaumeister Alois Juraschek grünes Licht: An Josefi 2004 ging's dann richtig los, und im Sommer waren Keller und Zufahrtstraße samt Wendeplatz fertig. Mit Hilfe einer Spezial-Firma aus Wildschönau wurde anschließend der Stadel zerlegt und Ende September 2004 in Rohrdorf wieder aufgestellt. 2005 stand noch der Innenausbau an, für den im neuen Ausstellungsraum „bis zur letzten Minute“ vor der Einweihung gewerkelt worden war.
Wagners Dank galt deshalb den vielen Helfern, die auf den beiden Baustellen in Sachsenkam und Rohrdorf tatkräftig angepackt hatten (insgesamt 4000 bis 4500 Stunden) sowie den 22 Vereinsfrauen und -dirndln, die die Männer während der kompletten Bauphase „kulinarisch versorgt“ hatten, und nicht zuletzt den Vertretern zahlreicher Betriebe, welche den Stadel-Umzug großzügig finanziell und materiell unterstützt hatten. 40.000 Euro hatte allein die Gemeinde Rohrdorf zur Verfügung gestellt; darüber hinaus, schmunzelte Tischner, musste er seine Bauhof-Mitarbeiter nie lange suchen....
Die Schätze, die beim Ausräumen des Stadels ans Tageslicht befördert worden waren, konnten die Rohrdorfer an Kirchweih bewundern. Mit Führungen durchs Heimathaus und Vorführungen des Venezianer Sägegatters hatten die Trachtler für ein buntes Programm rund ums Heimathaus gesorgt; die Kirta-Hutschn allerdings ging angesichts des Ansturms in die Knie.
18. Oktober 2005


Nach dem Unterricht geht's in den Kindergarten
Mittagsbetreuung neu organisiert - Förderverein löst sich auf

Rohrdorf (pil) – Die Auswirkungen des neuen Finanzierungsmodells für Kindertagesstätten machen sich auch in der Gemeinde Rohrdorf bereits bemerkbar. So trafen sich vor kurzem die Mitglieder des Fördervereins für die Mittagsbetreuung ein letztes Mal - zur Auflösungsversammlung. Diese Aufgabe haben mit Beginn des neuen Schuljahres die Kindergärten in Thansau und Achenmühle übernommen. Unterdessen formiert sich im Ortsteil Rohrdorf möglicherweise eine neue Elterninitiative.
Etwa 16 Mädchen und Buben trudeln in der „Heiligen Familie“ in Thansau nun täglich mit dem Schulbus ein. Neben Essen und Spielen steht dort in der Zeit bis 16 Uhr Hausaufgabenbetreuung auf dem Programm; denn Kindergartenleiterin Birgit Kreipl legt auch bei den Schulkindern „großen Wert auf einen geregelten Ablauf“.
Zwar greife das neue Finanzierungsmodell, nach dem dann auch die Eltern der Kindergartenkinder die Betreuungszeit in Stunden „buchen“ und entsprechend zahlen müssen, erst im kommenden Jahr. Doch mit der Schulkinder-Betreuung – zunächst wurde ein Probelauf für ein Jahr angelegt - will sie bereits jetzt einem möglichen Personalabbau entgegensteuern. Der pauschale Zuschuss des Staates zu den Personalkosten falle künftig weg; Erzieherinnen und Pflegerinnen müssten dann großteils aus den zeitabhängigen Betreuungsbeiträgen finanziert werden, erläutert sie die Notwendigkeit einer möglichst hohen Auslastung ihrer Einrichtung auch am Nachmittag. Und nicht zuletzt profitierten auch die Mädchen und Buben – vom Kindergartenzwergerl bis zum Viertklassler - von der Mischung aus „jung“ und „alt“.
Für die Mittagsbetreuung als feste Einrichtung allerdings sei die „Heilige Familie“ zumindest im Moment räumlich nicht gerüstet. Für diesen Fall, so Kreipl, müsste ein Anbau her.
Im AWO-Kindergarten „Zwergerlmühle“ in Achenmühle wurde die Mittagsbetreuung (bis 15 Uhr) nach einigen Jahren Pause auf Wunsch einiger Eltern wiederbelebt und wird derzeit von einer Handvoll Kinder genutzt. Wer will, bekommt ein warmes Mittagessen und macht seine Hausaufgaben im Personalzimmer. Neben dem Freispiel sollen die Schulkinder auch hier ihrem Alter entsprechend gefördert und mit speziellen Aufgaben – etwa am bevorstehenden Martinstag - gefordert werden. Auch „Vorlesestunden“, in denen die Zwergerl den „Großen“ an den Lippen hängen, seien keine Seltenheit, freut sich Kindergarten-Leiterin Traudl Kaiser. Und weil die Kinder die vorgegebene Buchungszeit von wöchentlich wenigstens 20 Stunden während der Schulzeit gar nicht ausnutzen können, dürfen die Schulkinder auch in den Ferien in die „Zwergerlmühle“ kommen; dann bereits ab 7.30 Uhr.
Einen anderen Weg will unterdessen Susanne Bauer-Vollmer gehen. Sie hofft, mithilfe anderer Eltern in Rohrdorf eine Gruppe ähnlich der des nunmehr aufgelösten Fördervereins auf die Beine zu stellen. Dort war eine Betreuung für nur einen oder zwei Tage in der Woche möglich. Und auch die Busfahrt nach Thansau, ergänzt sie, sei nicht für alle Kinder ideal. Wegen der großen Tour durch alle Ortsteile dauere sie an einem Tag in der Woche für einen der Erstklassler immerhin knapp eine Stunde. Interessenten für eine Mittagsbetreuung in Rohrdorf können sich mit Susanne Bauer-Vollmer unter Telefon 08032/989777 oder 0179/4942222 in Verbindung setzen.
18. Oktober 2005


Vor der Auflösung mangels Vereinszwecks: Vorstand und Betreuerinnen des Fördervereins Mittagsbetreuung: Hintere Reihe: Kassier Marianne Keuschnig, erste Vorsitzende Rosita Wächter, Gründungsmitglied Gudrun Lohmann, mittlere Reihe: Christine Jasinski (Betreuerin Thansau), zweite Vorsitzende Helga Eisner, Petra Brandl (Thansau), vorne: Barbara Koll und Brigitte Lagler, die Betreuerinnen in Rohrdorf (jeweils von links). Foto:pil
Insgesamt 87 Familien hat der Förderverein für die Mittagsbetreuung im Laufe seines achtjährigen Bestehens geholfen. Dieser war als Initiative alleinerziehender Mütter gegründet worden und hatte sich unter dem Vorsitz von Rosita Wächter zu einer festen Einrichtung entwickelt. Vor kurzem haben sich die Mitglieder zur Auflösungsversammlung getroffen. Im Hinblick auf das neue Finanzierungsmodell für Kindergärten, erklärte Kassier Marianne Keuschnig, habe sich der Verein, der jährlich mit rund 3000 Euro von der Gemeinde bezuschusst worden sei, zu diesem Schritt entschlossen - in Absprache mit der Gemeinde und den Kindergarten-Trägern (Arbeiterwohlfart und Kirche).
Bis 14 Uhr hatten sich jeweils zwei Betreuerinnen um insgesamt 24 Kinder im Thansauer Pfarrheim und in der Schule in Rohrdorf gekümmert; hinzukamen kurzfristig immer wieder „Notfall-Kinder“. Doch abgesehen von dieser Flexibilität sieht Keuschnig in der Betreuung in den Kindergärten mit warmem Essen und längeren Öffnungszeiten vor allem Vorteile. Eine Übergangsgruppe in Rohrdorf sei leider nicht mehr zustande gekommen; umso mehr begrüßt sie das Engagement von Susanne Bauer-Vollmer, die sich dort für eine alternative Betreuung stark macht.



Dick-Stadel in neuem Glanz - Kirta rund ums Heimathaus
Platteln, Brotbacken und Führungen durchs Museum am Kirchweihsonntag

Der denkmalgeschützte Dick-Stadel in Sachsenkam vor seinem Umzug zum Bauernhausmuseum...
Rohrdorf (pil) – Just zum 70jährigen Bestehen haben die Rohrdorfer Trachtler den nicht alltäglichen Umzug über die Bühne gebracht – und Heimathaus und Venezianer-Gatter einen neuen Nachbarn bekommen: Der denkmalgeschützte Bundwerkstadel, der bis vergangenen Herbst noch auf dem Hof von Christoph Dick in Sachsenkam stand, rundet nun den hufeisenförmigen Museumskomplex hinter dem Rohrdorfer Rathaus ab. Am Kirchweihsonntag, 16. Oktober, kann dort nicht nur der 140 Jahre alte Stadel in seiner neuen Pracht bewundert werden.
An seinem früheren Standort in Sachsenkam wären die Tage des Stadels – als Baumeister wird der Rohrdorfer Zimmerermeister Johann Träxler vermutet – wohl ohnehin gezählt gewesen. Die großen Tore aus unbehandeltem Fichtenholz waren marode, das Dach war an einigen Stellen undicht, Windbretter fehlten und manche der Sparren begannen bereits zu faulen. Schon länger diente der Fachwerkbau dem damaligen Eigentümer, dem Landwirt Christoph Dick, nur noch als Abstellschuppen; im rechten Anbau war seine Werkstatt untergebracht. Aber „landwirtschaftlich ist er nicht mehr nutzbar“, begründete Dick seinen Entschluss, den Stadel dem Trachtenverein zu schenken.
...und in neuem Glanz zwischen Heimathaus und Sägegatter. Fotos: Pilger
In Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege stimmte schließlich Kreisbaumeister Alois Juraschek der Versetzung des Stadels zu. Auf diese Weise bleibe er der Gemeinde erhalten, noch dazu in einem entsprechenden Rahmen. Für die „Achentaler“ stand mit dem Umzug allerdings einiges an Arbeit an. Schließlich musste das gute Stück in seine Einzelteile zerlegt, nummeriert und auf Paletten verladen werden. Lediglich der vier auf vier Meter große Troadkasten (er ist rund 80 Jahre älter als der Stadel selbst) wurde per Tieflader in einem Stück abtransportiert. An die 4000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit stecken im Ab- und Aufbau des hölzernen Schmuckstücks. Finanziell und materiell unterstützt wurde das Vorhaben außerdem von zahlreichen Rohrdorfer Unternehmern und Privatleuten und nicht zuletzt von der Gemeinde.
11. Oktober 2005


Prost Mahlzeit!: Der „Kochkurs“ bei Ron Walliams (Hugo Huber, rechts) entpuppt sich für Irene Dane (Gabriella Hiller, links) als knallhartes Ehe-Training. Für weitere Turbulenzen in der Komödie „Unter anderen Umständen ...“ sorgen nicht zuletzt Patch (Bernhard Kaiser), der als Sicherheitsbediensteter den Sparkurs der Hausverwaltung zu spüren bekommt, und Rons Schwester, Mrs. Walliams (Bettina Kolb). Text/Foto: pil

Turbulentes Trockentraining in Sachen Ehe
Harlekins spielen "Unter anderen Umständen ..."
Auch das Verheiratetsein will gelernt sein. Und weil die Mutter von Irene Dane (Gabriella Hiller) so gar nicht einverstanden ist mit der Wahl ihrer Tochter, meldet sie die Studentin zur Abschreckung kurzerhand zu einem Lehrgang in „Dorpats Institut für Gefühlssteuerung“ an. Was Irene allerdings nicht ahnt: Statt des versprochenen Kochkurses steht ihr ein dreiwöchiges Ehe-Training bevor, bei dem sie der „Küchenchef“ Ron Walliams (Hugo Huber) mit allen Macken ihres Zukünftigen Walter Helling (Hubert Greiml) konfrontieren wird. Sogar eine simulierte Schwangerschaft muss sie durchstehen – nur zur Übung. Rons Schwester (Bettina Kolb) als vermeintliche Übungs-Schwiegermutter und das „Zimmermädchen“ Patch (Bernhard Kaiser) verleihen dem „Kochkurs“ zusätzlich Würze, und es ist schließlich Ron, der buchstäblich nicht mehr weiß, was eigentlich gespielt wird.
Mit Ernst Jacobsohns turbulenter Komödie „Unter anderen Umständen...“ stehen die Rohrdorfer „Harlekins“ in diesem Jahr in etwas kleinerer Besetzung auf der Bühne. Insgesamt fünfmal ist die Inszenierung unter der Regie von Hugo Huber im Turner Hölzl zu sehen. Premiere ist am Samstag, 15. Oktober; die weiteren Aufführungen – Beginn ist jeweils um 20 Uhr - stehen am 22., 23., 28. und 29. Oktober auf dem Programm. Karten gibt's bei der Raiffeisenbank Rohrdorf oder unter www.harlekin-online.de.



Büchergeld: Gemeinde Schechen verzichtet
Zieht Rohrdorf nach? - Bürgerblock stellt Eilantrag
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Geteiltes Echo auf "Tag des Kunden" in Rohrdorf und Samerberg
Heimisches Gewerbe stellt sich vor - Neuauflage geplant - Kritik am Landesverband

Rohrdorf/Samerberg (pil) – Zweigeteilt fiel das Echo auf den ersten „Tag des Kunden“ im Einzugsbereich des Gewerbeverbands Rohrdorf/Samerberg aus. Während sich die Resonanz auf die Infostände der Rohrdorfer Geschäftsleute eher in Grenzen hielt, zog Vorsitzender Werner Schmid für den Samerberg eine „hervorragende“ Bilanz. Dort seien die örtlichen Betriebe – vom Trachtengeschäft über den Heizungsbauer bis zur Kosmetikerin - buchstäblich im Mittelpunkt des Geschehens gestanden und zahlreiche neue Kontakte geknüpft worden, freut sich Schmid.
Wie sein Amtskollege Georg Huber in Samerberg hatte auch der Rohrdorfer Bürgermeister Fritz Tischner den Unternehmern auf dem Dorfplatz einen Besuch abgestattet. Ohnehin, betonte Tischner, räume die Gemeindeverwaltung so weit wie möglich heimischen Betrieben Vorrang bei der Auftragsvergabe an, könnten diese doch insbesondere den direkten Kontakt zum Kunden in die Waagschale legen: „Der Billigste ist nicht immer der Preiswerteste.“ Möglicherweise schweife
"Wir machen mehr" - Unter diesem Motto lud auch der Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg zum ersten bundesweiten "Tag des Kunden" ein. Foto: pil
die Gemeinde nun auch bei Anschaffungen rund um die EDV nicht mehr in die Ferne; schließlich war neben einem Gebäudereiniger, einem Reisebüro und einer Finanzmaklerin für Frauen unter anderem ein Computerservice-Unternehmen in der Ortsmitte vertreten. An beiden Standorten hatten darüber hinaus heimische Betriebe und Gastwirte eine kleine Brotzeit und Getränke aufgetischt.
Dass sich der Gewerbeverband Rohrdorf/Samerberg auch im nächsten Jahr am „Tag des Kunden“ - einem Projekt des Deutsche Gewerbeverbands unter dem Motto „Wir machen mehr“ - beteiligen wird, steht für Werner Schmid nach ersten Gesprächen mit den Ausstellern bereits fest.
Kritik äußerte er unterdessen an der Öffentlichkeitsarbeit seitens des Landesverbandes. Die sei im großen und ganzen den Ortsverbänden überlassen worden, und viele Bürger hätten von dem Aktionstag gar nichts gewusst. Dass auch das Werbebanner wegen des fehlenden Datums auf wenig Gegenliebe gestoßen war, erfuhr Christian Michael Klotz, der Geschäftsführer des Bezirksverbands Oberbayern-Ost, gleich vorort. Rund 40 der insgesamt 70 Ortsverbände aus seiner Region hatten sich bei „Wir machen mehr“ beteiligt – Anlaufschwierigkeiten inklusive. Doch, machte Klotz bei seiner Stippvisite in Rohrdorf Mut, „nächstes Jahr wird's einfacher“.
20. September 2005

Für farbenfrohe Blickfänge im Landgasthof Gut Apfelkam sorgen derzeit die Werke der Lauterbacher Malerin Maria-Theresia Holzner (links). Für die Gaumenfreuden sorgen unterdessen Madlen Plato und Stephan Brandl (stehend rechts) mit ihrem Team: Alexander Süß, Markus Schmiedhuber, Lukas Tröger und Johannes Aschenbrenner (knieend von links). Text/Foto: pil
"Gewitterstimmung" im Landgasthof
Maria-Theresia Holzner stellt in Apfelkam aus
Nicht nur mit kulinarischen Köstlichkeiten werden die Gäste im Landgasthof Gut Apfelkam derzeit verwöhnt. Denn mit „Gewitterstimmung“, „Harmonie des Herzens“ und „Heiterkeit der Gedanken“ hat Maria-Theresia Holzner für zusätzliche Blickfänge in den urigen Räumen mit Holzdielen und Kachelofen gesorgt: Während der nächsten Wochen sind dort insgesamt 18 Bilder aus dem Atelier der Lauterbacherin zu bewundern. Holzner, die 1989 als Autodidaktin zur künstlerischen Arbeit kam, setzt bevorzugt auf Blumen als Motive. Als größte Herausforderung sieht sie dabei, „die Farbharmonie der Natur auf die Leinwand zu bringen“ – und hin und wieder auf Holz. Doch wenngleich sich Maria-Theresia Holzner vorwiegend der gegenständlichen Malerei verschrieben hat, ist unter ihren knapp 50 Werken auch „Modernes“ und „Surrealistisches“ zu finden; so etwa Engels- und Elfendarstellungen, denen ein Schuss Mystik anhaftet.
16. September 2005

Gewerbeverband rührt Werbetrommel in Sachen Nahversorgung
Erster "Tag des Kunden" - Firmenpräsentationen in Rohrdorf und Samerberg

Rohrdorf/Samerberg (pil) – Die örtlichen Betriebe stehen im Mittelpunkt eines Aktionstages, zu dem der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg am Freitag, 16. September, einlädt. Zwischen 10 und 15 Uhr rühren auf dem Dorfplatz in Rohrdorf, beziehungsweise vor dem Rathaus in Törwang zahlreiche Firmen und Geschäfte aus den beiden Gemeindegebieten die Werbetrommel in Sachen Nahversorgung.
Viele Bürger wüssten oft gar nicht um das umfangreiche Angebot an Handwerkern, Dienstleistern und Handelsunternehmen direkt vor der eigenen Haustür, bringt Vorsitzender Werner Schmid das Problem auf den Punkt. Er setzt deshalb große Erwartungen in den ersten „Tag des Kunden“, den der Deutsche Gewerbeverband bundesweit angestoßen hat. Eine neue Broschüre bietet einen Branchen-Überblick über die mittlerweile rund 70 Mitgliedsbetriebe des Gewerbeverbands Rohrdorf-Samerberg. Und mittels eines Fragebogens will der Ortsverband darüber hinaus feststellen, welchen Stellenwert die örtlichen Betriebe bei der Bevölkerung einnehmen und wo es nachzubessern gilt.
An den Ständen vor der Dorfbäckerei in Rohrdorf präsentieren sich unter anderem Transportunternehmen, eine Tankstelle, ein Bauunternehmen, ein Druckereibetrieb, ein Reisebüro sowie ein Computer-Service und die Obstverwertung. Vor dem Samerberger Rathaus sind zudem ein Kosmetikstudio, ein Getränkemarkt, ein Heizungsbauer, Gastwirte und eine Versicherungsagentur vertreten.
„Nahversorgung kostet etwas mehr.“, räumt Schmid mit Blick auf die von den großen Handelsketten praktizierte „Politik der kleinen Preise“ unumwunden ein. Im Gegenzug könne aber der ortsansässige Betrieb mit Nähe zum Kunden, Fachwissen und so manchem Sonder-Service punkten, was sich langfristig wiederum auszahle.
Nur wenn die Kaufkraft in der Gemeinde bleibe, könnten dort auch Arbeits- und Ausbildungsplätze gesichert werden, mahnt er und verdeutlicht die Situation anhand einiger Zahlen: Beinahe 70 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland stelle der Mittelstand bereit; und gar 80 Prozent aller Lehrlinge würden in mittelständischen Betrieben aufs Berufsleben vorbereitet. Nicht zuletzt trage der Mittelstand, dem 99 Prozent aller Unternehmen in Deutschland angehörten, zum Erhalt historisch gewachsener Ortszentren bei und verhindere eine Verödung der Innenstädte.
Den ersten „Tag des Kunden“ mit Brotzeit und Präsenten will Schmid indes vor allem als kleines „Dankeschön“ für die Rohrdorfer und Samerberger verstanden wissen; denn, betont er, „die Kunden sind unser wichtigstes Gut!“
9. September 2005


Fest in Kinderhand war die alte Walze im Bauhof. Dort durften die Mädchen und Buben außerdem mit dem Unimog auf Tour gehen und sich auf der Hebebühne Höhenluft um die Nase wehen lassen. Natürlich war auch für eine Brotzeit gesorgt. Foto: pil
Das Losverfahren hat sich bewährt
Wieder großer Andrang beim Ferienprogramm

Rohrdorf (pil) – Kinovergnügen unter freiem Himmel, mittelalterliche Schreibstunden im Kloster Seeon und Torfstechen in der Nicklheimer Filzen. Eine bunte Palette mit 34 Aktionen – vom Übernachten auf der Alm über den Instrumententest bei der Musikkapelle bis hin zum Streifzug durch den Wald mit einem Jäger - hatte das Rohrdorfer Ferienprogramm in diesem Jahr zu bieten.
Wie üblich galt das Hauptinteresse wieder den Bastelstunden, in denen unter anderem lustige Löffelfiguren und kunstvolle Klangspiele aus Tontöpfen entstanden. Aber auch die Visite bei der Bundespolizei (ehemals Bundesgrenzschutz) und das Schnupperfischen am Hochstrasser See standen ganz weit oben auf der Wunschliste der Ferienkinder, resümiert Petra Motzke von der Gemeindeverwaltung.
Uneingeschränkt positiv fiel ihre Bilanz in punkto Losverfahren aus, mit dem heuer erstmals die Plätze vergeben worden waren: „Das ist gut angekommen.“ Motzkes besonderer Dank aber gilt den Vereinen und vielen ehrenamtlichen Helfern, die das Ferienprogramm in diesem Umfang erst ermöglicht haben.
4. September 2005


Grünes Licht für den Wiesn-Express
Sonderzug verkehrt an allen 16 Tagen zwischen Rohrdorf und Rosenheim

Der Wiesn-Express zwischen Rohrdorf und Rosenheim verkehrt in diesem Jahr täglich. Für Mittwoch, 31. August, hat sich bereits prominenter Besuch angekündigt: An diesem Nachmittag (13 Uhr ab Rohrdorf) geht die Miss Herbstfest mit dem Sonderzug auf Fahrt. Foto: Pilger
Rohrdorf (pil) – Nur wenige Tage vor der Eröffnung des Rosenheimer Herbstfests hat das Eisenbahnbundesamt in München endgültig grünes Licht gegeben: Der Wiesn-Express zwischen Rohrdorf und Rosenheim darf auch in diesem Jahr auf Fahrt gehen, freut sich Logistik-Unternehmer Helmut Wiesböck. Den Fahrplan hat der Rohrdorfer dabei für diese Saison größtenteils umgekrempelt: So startet der Integral der Bayerischen Oberlandbahn heuer an allen 16 Wiesntagen jeweils um 17.30 Uhr an der ORO in Rohrdorf (17.35 Uhr in Thansau, Finkenstraße); zurück geht's um 23.40 Uhr. Lediglich am Eröffnungstag, 27. August, sowie an den beiden Familientagen (Mittwoch) stehen zusätzliche Fahrten um 13 Uhr (Rückfahrt: 17 Uhr) auf dem Programm. Am Bahnhof in Rosenheim besteht jeweils Anschluss zum kostenlosen Wiesnbockerl sowie zum vergünstigten Stadtverkehr. Auch für ein Barzelt am Rohrdorfer Bahnhof, wo sich die Wiesn-Heimkehrer freitags, samstags und mittwochs noch einen Schlummertrunk genehmigen können, ist gesorgt.
Mit den täglichen Abendfahrten und Gruppenermäßigungen will Wiesböck die Zugverbindung nicht zuletzt Vereinen und Betrieben schmackhaft machen; zumal der RVO in Absprache mit ihm und der Gemeinde Rohrdorf parallel zum Zugfahrplan keine Bus-Sonderfahrten auflege.
Neben dem Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg beteiligt sich auch die Rosenheimer Auerbräu AG wieder an der Aktion. So kostet eine Rückfahrt im Sonderzug 4,50 Euro, inklusive Biermarkerl 8,50 Euro. Kinder unter zehn Jahren dürfen kostenlos mitfahren.(Weitere Auskünfte und Reservierung unter Telefon 08033/304650 oder 08032/1283). Eine erneute finanzielle Beteiligung der Kommune am Herbstfestzug hat der Rohrdorfer Gemeinderat wie berichtet abgelehnt; im vergangenen Jahr hatte die Gemeinde durch eine Ausfallbürgschaft einen Teil des Verlustes aufgefangen.
Dass die Fahrgenehmigung erst wenige Tagen vor Wiesn-Beginn erteilt worden ist, erklärt Wiesböck mit einer Reihe von Auflagen, die er diesmal vom Eisenbahnbundesamt bekommen habe. So habe er beispielsweise eigens ein Gutachten einholen müssen, um den Funk- beziehungsweise Handyempfang auf der gesamten Strecke Rohrdorf/Rosenheim nachzuweisen.
24. August 2005


Luftgewehrschießen: St. Jakobus räumt "Hauptgewinn" ab
Altschützen spenden Reinerlös der ersten Dorfmeisterschaft für Kirchenrenovierung

Über die große Resonanz auf die erste Rohrdorfer Dorfmeisterschaft im Luftgewehrschießen freute sich nicht nur Altschützen-Vorstand Rupert Steiner (Zweiter von rechts), der bereits eine Neuauflage des Wettkampfes angekündigt hat. Den Königstitel sicherte sich Jakob Opperer medior (rechts), Dritter wurde Schorsch Gschwendtner (knieend). Den „Hauptgewinn“ – 1000 Euro für die Renovierung der Jakobuskirche - aber erhielten Pfarrer Gottfried Doll (Mitte) und Diakon Albert Hack (Zweiter von links). Zum Erfolg der Veranstaltung gratulierte Zweiter Bürgermeister Karl Frey (links). Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Auch wenn das Team „Jakobus“ mit 644 Ringen lediglich den siebten Platz belegte, ging die Pfarrei-Mannschaft doch als der eigentliche Sieger aus der ersten Rohrdorfer Dorfmeisterschaft im Luftgewehrschießen hervor: Schließlich kommt der Reinerlös der Aktion in Höhe von 1000 Euro in vollem Umfang der Renovierung der Jakobus-Kirche zugute. Darüber hinaus sicherte sich Kirchenpfleger Jakob Opperer mit einem 16,6-Teiler den Titel des Dorfkönigs. Zweite wurde Christa Eggendorfer (37,8), gefolgt von Schorsch Gschwendtner (40,7).
Ohnehin stand bei dem Wettbewerb, zu dem die Altschützengesellschaft erstmals aufgerufen hatte, weniger der sportliche Aspekt im Vordergrund. Vielmehr hatte sich der rund 120 Mitglieder zählende Verein zum Ziel gesetzt, die Dorfgemeinschaft zu beleben und insbesondere die einzelnen Vereine näher zusammenzubringen. 53 Mannschaften mit insgesamt 212 Teilnehmern hatten die Organisatoren auf diese Weise an den 10-Meter-Schießstand im Turner Hölzl geholt, wo binnen vier Tagen an die 8000 Treffer auf den Zielstreifen registriert wurden. Verschossen worden waren allerdings etwa 10.000 der kleinen Bleikugeln, wie Vorstand Rupert Steiner bei der Siegerehrung schmunzelnd anmerkte.
Auf ihre gewohnte Montur aus Schießjacke und Handschuhen mussten die aktiven Schützen bei dieser Meisterschaft im Zuge der Chancengleichheit allerdings verzichten, erläuterte Vorstandsmitglied Fritz Schauer. Und weil die „Laien“ darüber hinaus das rund fünf Kilo schwere Gewehr beim Anvisieren und Schießen auflegen durften, seien schließlich auffallend wenige „versierte“ Schützen auf den vorderen Rängen gelandet.
27. Juli 2005

Weitere Ergebnisse

In der Einzelwertung wurden im Wechsel die jeweils besten Ergebnisse von Ringen pro Serie (maximal 100) beziehungsweise der niedrigste Teiler beim Schuss ins Zentrum der Scheibe (10 Ringe), sogenannte Blattl, berücksichtigt. Der Teiler gibt dabei die Abweichung des Treffers in 1/100 Millimetern aus der Scheibenmitte an.
Hier lag Jakob Opperer junior mit 95 Ringen vorne. Ihm folgte Martin Grick mit einem 8,5-Teiler; Rang drei belegte Kim Rogers (94 und 91 Ringe). Maria Bräuer sicherte sich mit einem 8,6-Teiler den vierten Platz in der Einzelwertung; auf Platz fünf landete Tobias Raab mit 94 und 87 Ringen.
In der Mannschaftswertung hatte sich die „Musi Rohrdorf“ (Jakob Opperer junior, Hans Knoll, Richard Haimmerer, Thorsten Weingart) mit 692 von 800 möglichen Ringen vor „D'Jaga“ (Kim Rogers, Wolfgang Kerling, Maria Bräuer, Thomas Schmid, 688 Ringe) und den „Starzberglern“ mit Harry Alles, Stephan Faltermeier, Karl Zweckstätter und Georg Mayr (663) an die Spitze der 53 Mannschaften geschossen.
Für besondere Erheiterung indes sorgte das Schlusslicht „Die Wilden Roten“ (478 Ringe); waren die SPDler doch als allererstes Team des Wettbewerbs am Schießstand angetreten.



"Dauer-Lauf durchs Berufsleben"
Zementwerk Rohrdorf ehrt Jubilare

Rohrdorf (pil) – Die Worte von Mike Edelmann verhießen Gutes: „Es soll mehr gefeiert werden!“, kündigte der Geschäftsführer des Rohrdorfer Zementwerks an. Der Anfang sei bereits gemacht; an dem Tag, als der große Drehofen erstmals zu 100 Prozent mit Sekundärbrennstoffen angefeuert wurde. Einen ganz besonderen Anlass zum Feiern aber boten auch die 16 Mitarbeiter, die jetzt für 40- respektive 25jährige Firmenzugehörigkeit geehrt beziehungsweise in den Ruhestand verabschiedet wurden. Stolz ist dabei nicht nur Edelmann auf die vielen „Vierziger“. So konnte Prokurist Ludwig Nickl sechsmal neben Firmenchronik und Urkunden eine Ehrenmedaille der Industrie- und Handelskammer für Firmentreue über vier Jahrzehnte hinweg überreichen. In zum Teil recht persönlich gefärbten Worten zollte er seinen langjährigen Mitarbeitern Respekt und Anerkennung.
Im Rahmen einer Feierstunde, an der neben der Firmenleitung auch Vertreter des Betriebsrates teilnahmen, ehrte das Rohrdorfer Zementwerk seine Firmenjubilare und verabschiedete sechs Mitarbeiter in den Ruhestand. Foto: pil
„Vierzig Jahre - das hätte für mich Arbeiten vom ersten Tag an bedeutet“, witzelte Edelmann (Jahrgang 1965), der den Seltenheitswert eines solchen Ereignisses in Zeiten des „Job-Hoppings“ auch stellvertretend für Prokurist Heinrich Rodlmayr und Werksleiter Karl Frey hervorhob. Nur mit Ausdauer und Spaß an der Arbeit ließe sich ein solcher Dauerlauf bewältigen, der seit jenem Jahr anhält, in dem der spätere Langstreckenläufer Dieter Baumann geboren wurde, das internationale Kinderhilfswerk Unicef den Friedensnobelpreis erhielt und Roy Orbison mit „Pretty Woman“ die deutsche Hitparade eroberte.
Die gleiche Motivation und Energie aber bescheinigte Edelmann bei der zwanglosen Feier in der Kantine ausdrücklich auch den fünf „Fünfundzwanzigern“ im Rohrdorfer Zementwerk, das erst kürzlich sein 75jähriges Bestehen gefeiert hat. Schließlich, betonte er, verkörperten die Mitarbeiter das Kapital des Unternehmens.
In den Ruhestand wurde neben Simon Straßburger, Ferdinand Bürsch, Friedrich Pokorny, Paul Urscher und Johann Bichler auch Horst Hansen verabschiedet, der zugleich sein 40jähriges feierte. Zu den „Vierzigern“ zählen darüber hinaus Josef Schlepp, Hans-Dieter Regner, Johann Krapf, Fritz Mayer und Rupert Schmidpeter. Für 25 Jahre Betriebszugehörigkeit wurden Alfons Artmann, Günter Hefter, Franz Stocker, Nicolo Proce und Erika Kraft von der Rohrdorfer Kieslieferungsgesellschaft geehrt.
21. Juli 2005


Willi Hofmann: "Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt"
VdK-Kreisvorsitzender spricht bei Jahreshauptversammlung in Rohrdorf - Neuwahlen

Rohrdorf (pil)Neuwahlen, eine Ernennung zum Ehrenvorsitzenden und vor allem ein engagiertes sozialpolitisches Referat unter dem Motto „Entsolidarisierung stoppen“ bestimmten die Jahreshauptversammlung des VdK Rohrdorf, zu der sich 17 der insgesamt 97 Mitglieder im Gasthof „Alpenblick“ in Lauterbach eingefunden hatten.
So fiel das Bild, das der Kreisvorsitzende Willi Hofmann in seinem Vortrag von der derzeitigen Situation im „sozialen Rechtsstaat“ zeichnete, wenig erbaulich aus. Auf etwa 1100 Euro im Jahr müssten die Rentner nunmehr wegen der zusätzlichen Belastungen und Nullrunden seit 2004 verzichten, rechnete der VdK-Landes- und Bundesschatzmeister vor; das entspreche etwa einer Monatsrente. Doch Sozialabbau „gefährdet den inneren Frieden“, warnte der agile 80jährige vor weiteren Einschnitten. Er empfahl allen, gegen die jüngsten Rentenbescheide Widerspruch einzulegen wegen des seit 1. Juli erhobenen Sonderbeitrags für Zahnersatz und Krankengeld in Höhe von 0,9 Prozent. Letzteres sei eine Leistung, die Rentner „niemals in Anspruch nehmen können“. Der VdK strebe hier ein Musterklageverfahren an.
„Die Rente ist kein sozialpolitischer Gnadenakt oder ein Almosen des Sozialamts“, betonte er nachdrücklich, sondern „Lohn für eine jahrzehntenlang erbrachte Lebensleistung“. Dreizehnmal sei seit 1977 die Rentenformel geändert worden – immer zu Lasten der Rentner. Gerademal drei Prozent der 20 Millionen Rentner bezögen monatlich 1500 Euro und mehr. Eine Altersversorgung aus Höchstbeiträgen, für die 50 Jahre lang einbezahlt wurde, liege bei 2200 Euro; und diese erhielten lediglich 2000 Senioren (0,1 Promille).
Die, kritisierte Hofmann scharf, lägen damit aber immer noch weit hinter den Bezügen pensionierter „Wahlbeamter“. Zum Vergleich wartete er unter Berufung auf einen „Focus“-Bericht mit einigen Zahlen auf: Demzufolge habe Bundesfinanzminister Hans Eichel bereits jetzt einen Gesamtanspruch von monatlich mehr als 11.500 Euro, bei Bundeskanzler Gerhard Schröder beliefe sich die Summe auf knapp 9000 Euro und Sozialministerin Ulla Schmidt könnte als Ruheständlerin monatlich gut 6200 Euro einstreichen.
Mehr denn je müsse der VdK heute für einen ausgewogenen Zustand im sozialpolitischen Bereich eintreten. Hofmann: „Die Sozialpolitik darf nicht zum Abfallprodukt der Politik gemacht werden.“ Die Krise in den Sozialversicherungssystemen führt er insbesondere auf die Finanzierung der Deutschen Einheit zurück. „Der Sozialstaat ist nicht Täter sondern Opfer!“; pflichtete er dem Wirtschaftsweisen Peter Bofinger bei.
Nicht ohne Stolz aber hob das VdK-Urgestein den Wandel der Einrichtung vom einfachen Selbsthilfeverband der Nachkriegszeit zum großen Sozialverband für behinderte, kranke und ältere Menschen und Rentner mit bundesweit 1,4 Millionen Mitgliedern hervor. Umso mehr als die Wiege des VdK in Hofmanns Heimatstadt Rosenheim steht, wo er am 19. Juli 1945 die erste Beratungsstelle für Kriegsopfer, Flüchtlinge und Heimatvertriebene als „private Wohlfahrtseinrichtung“ mitbegründete. Die Mitgliederkartei des Kreisverbands umfasst zu seiner Freude in der Zwischenzeit knapp 7000 Einträge – Tendenz steigend.
Auf die Arzneimittel-Zuzahlungen für chronisch Kranke und die zunehmenden Schwierigkeiten bei der Anerkennung als Schwerbehinderter ging abschließend Kreisgeschäftsführer Dieter Störmann bei der Versammlung ein.
1. Juli 2005


Ehrung und Ehrenvorsitz
Wechsel in der Vorstandschaft: Einstimmig wurde Marianne Keuschnig (rechts) zur neuen Vorsitzenden des VdK-Ortsverbandes Rohrdorf gewählt. Die bisherige Vize tritt damit die Nachfolge von Hermann Wörndl (Mitte) an, der aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr kandidierte. Sie gab als bisherige Schriftführerin auch einen Überblick über die Aktivitäten des Ortsverbandes, zu denen vor allem Krankenbesuche zählen. Wörndl, er gehört dem Vorstand seit 1982 an, wurde bei der Jahreshauptversammlung zum Ehrenvorsitzenden – dem zweiten neben Jakob Opperer – ernannt.
Als Vize und Schriftführer fungiert nun Rudolf Schmid, Keuschnig übernimmt künftig zudem das Amt des Kassier.
Für 30 Jahre Mitgliedschaft beim VdK erhielt darüber hinaus Ernst Bartoschek (links) das Treuezeichen in Gold.
Foto: pil



Senioren und Kinder im Mittelpunkt
Jahreshauptversammlung bei der Arbeiterwohlfahrt
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"Beswingter" Stehempfang für Albert Hack
Pfarrverband Rohrdorf gratuliert zur Diakonweihe
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Neues Laichgewässer an der Rohrdorfer Ache
Biotop soll Krötenwanderung über Staatsstraße beenden

Rohrdorf (pil) – Zwei Fliegen mit einer Klappe will das Straßenbauamt Rosenheim mit dem neuen Laichgewässer an der Rohrdorfer Ache schlagen, das innerhalb von nur vier Tagen nahe des Logistik-Centers der Firma Hamberger entstanden ist. Das Biotop, das als Ausgleichsfläche im Zuge der geplanten Ortsumfahrung Wildenwart angelegt worden ist, soll langfristig die Krötenwanderungen über die Staatsstraße 2359 auf Höhe des Gewerbegebiets Griesenholz beenden, erläuterte Klaus Rehm, Leiter des Straßenbauamts Rosenheim, gestern beim Ortstermin. In Wildenwart selbst sei die Schaffung einer Ausgleichsfläche nicht zwingend notwendig gewesen.
Noch umgibt nackter Lehmboden das neue Laichgewässer. Die Begrünung des Biotops, das beim Straßenbauamt mit rund 6000 Euro zu Buche schlägt, soll die Natur selbst vornehmen. Passend zum eher feuchten Lebensraum der Amphibien war auch das Wetter beim gestrigen Pressetermin: Dieter Weickmann und Klaus Rehm (Straßenbauamt), Hans Höger und Monika Jaduczynski (Landratsamt), Christian Praxl (Gemeinde Rohrdorf), Albert Kordick (Bund Naturschutz), Rohrdorfs Zweiter Bürgermeister Karl Frey und Heinz Steiner von den Hamberger Industriewerken (von links). Foto: pil
Jedes Jahr, führte Dieter Weickmann vom Straßenbauamt aus, seien zahlreiche Tiere auf ihrer Wanderung von den Winterquartieren zum bisherigen Laichplatz östlich der Rosenheimer Straße überfahren worden. Mit dem neuen Weiher, der im Endzustand bis zu 1,40 Meter tief sein wird und dann an die 800 Quadratmeter Fläche bedeckt, hofft auch Albert Kordick vom Bund Naturschutz auf ein Ende des Krötensterbens. Seit 21 Jahren sammelt er morgens die Tiere an den Krötenzäunen ein und trägt sie über die viel befahrene Staatsstraße. Vor zehn Jahren seien dabei noch an die 1000 Erdkröten, Grasfrösche und Teichmolche in den Kübeln der Naturschützer gelandet; seither habe sich diese Zahl jedoch rapide auf kaum mehr ein Fünftel reduziert. Künftig werden die Umweltschützer deshalb die Tiere, die normalerweise zum Ablaichen an ihren Geburtsort zurückkehren, zum neuen Laichplatz an der Rohrdorfer Ache schaffen.
Der Dank seitens Straßenbauamt, Unterer Naturschutzbehörde im Landratsamt und der Gemeinde Rohrdorf - vertreten durch Zweiten Bürgermeister Karl Frey – gilt vor allem der Firma Hamberger Industriewerke, die rund 1500 Quadratmeter als neuen Lebensraum für Kröten & Co. zur Verfügung gestellt hat; umso mehr als viele der etwa 18 im Freistaat vorkommenden Amphibienarten als gefährdet auf der Roten Liste stünden.
19. April 2005


Wenn Rohrdorfs Feuerwehrler in die Knie gehen
Voller Einsatz beim Patenbitten in Höhenmoos
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Reger Gedankenaustausch mit Gästen aus Polen
Besuch aus der Partnergemeinde Tarnowo Podgórne zum Weltgebetstag
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"mefro"-Gruppe auf dem Sprung an die Spitze in Europa
Rohrdorfer Unternehmen will Räder-Sparte von Michelin kaufen

Rohrdorf (pil) – Die „mefro“-Unternehmensgruppe mit Sitz in Rohrdorf steht kurz vor dem Sprung nach ganz weit oben. Demnächst will der Felgenproduzent den Geschäftsbereich Stahlscheibenräder des französischen Michelin-Konzerns übernehmen und könnte damit an die Spitze der europäischen Räderhersteller aufsteigen. Das Geschäft ist so gut wie unter Dach und Fach; für die endgültige Vertragsunterzeichnung mit den Franzosen stehen nur noch die Unterschriften und Stellungnahmen der Betriebsräte aus.
Nach dem Kauf der Michelin-Sparte werden jährlich mehr als 20 Millionen Pkw-Stahlräder, 5,5 Millionen Nutzfahrzeugräder und 1,5 Millionen Stahlräder für Traktoren, Land- und Baumaschinen die Fertigungsstätten unter dem Dach der künftigen „mefro wheels“ verlassen. „Mit der Akquisition des Michelin Geschäftsfeldes Räder verfolgen wir konsequent die weitere Expansion in diesem Bereich.“, nahm Dr. Alfred Fischbacher, Geschäftsführender Gesellschafter der „mefro“, Stellung zur bevorstehenden Übernahme; über finanzielle Details wurde nichts bekannt.
Knapp 160 Millionen Euro setzte die Firmen-Gruppe, hinter der die Familie Fischbacher steht, mit ihren rund 1000 Mitarbeitern an drei Produktionsstandorten im vergangenen Jahr um. Dabei ist das Unternehmen neben der Stahlrad-Produktion auch auf die Herstellung von Pressteilen und Systemen für die deutsche Automobilindustrie spezialisiert.
Bis 1991, als der Metallwarenbetrieb das Räderwerk Ronneburg in Thüringen kaufte, wurde ausschließlich in Rohrdorf produziert; im Jahr 2000 kam mit der Südrad GmbH Radtechnik in Ebersbach/Baden-Württemberg eine weitere Tochterfirma hinzu. Mit der Übernahme der Michelin-Sparte dehnt sich der Firmenverbund dann auf Solingen (Michelin Kronprinz Werke), das französische Troyes (Michelin Roues Frances) und Bilecik in der Türkei (Tekersan) aus. Außerdem wurde die Vertriebsgesellschaft Fritz Berger in Essen erworben.
Wie das Familienunternehmen in einer Pressemitteilung zusicherte, werden alle 1800 betroffenen Mitarbeiter übernommen, wobei auch „die bisherigen, sehr erfolgreich agierenden Managementteams der früheren Unternehmensteile“ bestehen bleiben.
In der Michelin-Zentrale in Clermont-Ferrand hat man sich bereits seit längerem mit dem Gedanken getragen, diesen Geschäftsbereich an einen Spezialisten zu verkaufen. Die Herstellung von Rädern, begründet der Konzern seine Entscheidung, böte „nur sehr wenige Synergiemöglichkeiten“ mit der von Reifen. Die „mefro“-Gruppe indes sei mit der Übernahme auf dem besten Wege, zur Nummer eins der europäischen Räderhersteller aufzusteigen.
23. Februar 2005


Neuland für die Petö-Kinder
Bayernweit einmaliger Pilotversuch an der Rohrdorfer Grundschule
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Fuchsjagd und Moorleiche - Das wahre Abenteuer wartet im Wald
Weg vom Fernseher, raus in den Wald: Mit viel Musik und Temperament nahm „Wurliz, der kleine Troll“ die Mädchen und Buben der Rohrdorfer Schule auf einen spannenden Streifzug durch den Wald mit. Ihnen hatten sich auch die Kinder der Montessori-Schule und des Thansauer Kindergartens angeschlossen. Foto: pil
Ein "trolliger" Ausflug mit "Wurliz" und seiner Band

Rohrdorf (pil) – An einem Dienstag vormittag muss es gewesen sein, vor 357 Jahren, als die vier Trolle das letzte Mal ein Menschenkind beim Baumkraxeln gesehen haben. Überhaupt die Menschen, diese sonderbaren Laus-losen Wesen, bei denen fast alles viereckig ist: Anstatt in kuschelig runden Kuhlen wohnen sie in viereckigen Steinhöhlen, wo das Wasser aus Hähnen anstatt von Tropfsteinen kommt. Da können Wurliz, Zottwiesel, Grundler und Glugwurz, die vier zotteligen Gestalten, nur verständnislos den Kopf schütteln. Vor allem aber starren die Menschenkinder leider mit Vorliebe in diese viereckigen Flimmerkästen, während draußen im Wald das Abenteuer wartet – man muss nur genau hinsehen.
Und wie das mit dem Hinschauen geht, zeigte „Wurliz, der kleine Troll“, der im Menschenleben Matthias Brandstäter heißt, Jahrgang 1966 ist und Malerei und Kunsterziehung studiert hat, eindrucksvoll während seiner einstündigen Show im Turner Hölzl. Gemeinsam mit der dreiköpfigen Troll-Band (Wolfgang Hierl, Erich Kogler und Uli Jenne) ging's barfuß über Stock und Stein, vorbei an moosbewachsenen Bäumen, taunassen Blumen und Ringelnattern im Schilf. Sogar eine atemberaubende Fuchsjagd erlebten die Mädchen und Buben bei ihrem Streifzug durch den Wald mit.
Die Idee, den „Kleinen Troll“ auch für die Schulkinder auf die Bühne zu holen, war bereits beim Sommerfest des Thansauer Kindergartens geboren worden. Dort war Wolfgang Zeller, Rektor der Grund-und-Teilhauptschule Rohrdorf, von Brandstäters Solo-Auftritt ganz angetan gewesen. Die stinkende Moorleiche allerdings, die der zottelige Waldgeist Wurliz als seinen Lebensretter aus einem Sumpfloch zog, war so manchem der kleineren Zuschauer in der Mehrzweckhalle nicht ganz geheuer.
4. Februar 2005


"Kindergärten sind eine wertvolle Hilfe für alle Bürger"
Alfred Fischbacher übergibt 2000-Euro-Spende an "Heilige Familie"
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Warum der Osterhase Weihnachten diesmal nicht verschläft
Zauberhafte Reise zu den Trollen im Regenbogenwald mit den "Harlekids"

Geschafft: Cora und ihre Bande sitzen in der Falle. Jetzt müssen die drei nur noch verraten, wo sie die Rentiere von Santa Claus versteckt haben. Bis dahin haben Ailis (Vanessa Mitter), Pock, Furchie der Drache und die Elfenprinzessin Rosilia noch alle Hände voll zu tun. Fotos: pil
Rohrdorf (pil) – Kaum hatte Hugo Huber die ganze Gesellschaft musikalisch in den Regenbogenwald entführt, waren sie auch schon zu hören, die bewundernden „Ah!“ und „Oh!“. Die Urwaldatmosphäre gemischt mit weihnachtlicher Dekoration, die Bühnenbildner und Techniker der „Harlekids“ mithilfe von Nebelschwaden, Wasserlauf, Lichteffekten und exotischer Geräuschkulisse ins Turner Hölzl gezaubert hatten, zog kleine wie große Zuschauer sofort in seinen Bann.
Klar, dass im Trollwald andere Regeln gelten. – Nur deshalb haben Furchi der furchtlose Drache (Maria Haimmerer) und Rosilia die Elfenprinzessin (Helena Kurfer) mächtig Ärger bekommen, als sie eine ganze Stunde zu früh vom Spielen heimgekommen sind. Trotzdem laufen auch im Regenbogenwald die Weihnachtsvorbereitungen auf Hochtouren. Die trollige Idylle wird aber jäh gestört, als Eglof der begnadete Dichter (Seppi Haimmerer) das Menschenkind Melina präsentiert, das sich verirrt hat: „Beim Wald Erkunden hab ich die da gefunden.“ Als sich dann noch herausstellt, dass Cora und ihre Bande die Rentiere aus dem Santa Claus-Wald bei ihrem Probeflug entführt haben, um Weihnachten zu verhindern, ist es mit der Beschaulichkeit im Trollland endgültig vorbei. Das geht sogar dem Osterhasen Brunilo (Markus Mottinger) auf die Löffel, der Weihnachten bislang immer verpennt hat.
Viel Magie war im Spiel um den "Trollzauber im Regenbogenwald".
Insgesamt 14 Rollen und einen Schuss Nachdenklichkeit hat Christine Unterseer in ihrem amüsanten Erstlingswerk „Trollzauber im Regenbogenwald“ untergebracht und so auch allen neuen „Harlekids“ einen Auftritt ermöglicht. Die letzten beiden Aufführungen stehen am Samstag, 11. (17 Uhr), und Sonntag, 12. Dezember (15 Uhr) im Rohrdorfer Freizeitzentrum auf dem Programm.
Einen Plan zur Rettung des Weihnachtsfests haben die Bewohner des Regenbogenwalds schnell geschmiedet, und tatsächlich tappen Cora und ihre Bande in die magische Falle.
Ende gut alles gut: Weihnachten ist gerettet und zerbrochene Freundschaften werden gekittet.
Das coole Trio lässt sich jedoch weder von aus 27 Jahre alten Trollsocken gepresstem Stinksaft erschüttern noch vom Grimmkerl-Schock; hartnäckig schweigen sich die drei über den Aufenthaltsort der Rentiere aus. Doch da greift Pock (Damian Steindlmüller) zur Geheimwaffe.... Und so steht Drachenseidank einer gemeinsamen Vorweihnachtsfeier, bei der zerbrochene Freundschaften gekittet werden und Brunilo das erste Weihnachtsgeschenk seines Lebens erhält, schließlich nichts mehr im Wege.
„Gute kindgerechte Stücke werden immer rarer.“, erklärt Regisseurin Christine Unterseer, die seit 20 Jahren bei den „Harlekins“ aktiv ist, warum sie in diesem Jahr selbst in die Tastatur gegriffen hat; zumal das Rohrdorfer Kindertheater, das für seine Leistung auch diesmal langanhaltenden Applaus geerntet hat, bereits seit 1996 jedes Jahr mit einer anderen Geschichte auf der Bühne steht.
08. Dezember 2004


Baggern gegen das Hochwasser
Eon verbessert Abfluss der Rohrdorfer Ache
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Von "verschneiten" Garderoben und einer Holländer-Flut
Die "Mehlprimeln" wuchern in Rohrdorf mit Sprachakrobatik und feiner Ironie

Von Marisa Pilger

Rohrdorf – Die Zukunft in Deutsch, die Vergangenheit in Geschichte, die Opposition in Sozialkunde, und in Chemie „alles, was sich nicht mit der CSU verträgt“. So könnte sie ausschauen, Stoibers Streichliste für den gymnasialen Lehrstoff. Und dass an dieser Stelle nicht alle gelacht hatten, wurde von Dietmar und Reiner Panitz in der Rohrdorfer Schulaula durchaus süffisant registriert. Gut eineinhalb Stunden lang wucherten dort die „Mehlprimeln“ anlässlich des 30jährigen Bestehens des Sozialwerks mit reichlich feiner Ironie, bissiger Satire und viel Musik.
Tischten ihrem Publikum in Rohrdorf leichtverdauliche Humor-Kost mit gepfefferten Einlagen auf: Reiner (links) und Dietmar Panitz alias die „Mehlprimeln“.
Foto: Pilger
Weder vor dem volkstümelnden Musikantenstadl („1000 Watt und Lederhosen“) und dem „Schnee“ in dessen Garderoben machte das Kabarettisten-Duo halt, noch vor der Rentenreform, wegen der sich demnächst „80jährige Lehrer durch den Unterricht zittern und vergeblich die Enter-Taste suchen“. So ließen die knapp 200 Zuschauer die Brüder aus bayerisch Schwaben auch erst nach mehreren Zugaben - eine wurde ausdrücklich nur für die Unterzeichner des Wald-Volksbegehrens gegeben - abtreten.
Egal ob Jugend- oder Sportwahn, erfrischend respektlos mit einem Schuss Sarkasmus nahm das eingespielte Doppel, das seit 30 Jahren auf der Bühne steht, die zwanghaft jungen Alten auf ihren Motorrädern („mit dezent integriertem Blutdruckmessgerät und Navigations-System bei Alzheimer“) ebenso aufs Korn wie die Gipfelstürmer, die mit Sandalen auf 3000 Meter hinaufkraxeln. Wen die Lawine erwischt, der hat „Pech gehabt“; für den anderen gibt's „doppelt so viel Zwieback im Biwak“.
Auch Themen von politischer Brisanz wurden nicht ausgeklammert. Mit trockenem Humor und spitzer Zunge skizzierten die „Mehlprimeln“ etwa die möglichen Folgen des Abschmelzens der Polkappen, warnten vor angeschwemmten Holländern („Samt Tulpen und Tomaten!“) und ertrinkenden Immobilienhaien in Frankfurt/Main. Nicht weniger überzeichnet und pointiert fiel die Schilderung von Urlaubsheimkehrern aus, die sich - angesichts des erschreckend hohen Flächenverbrauchs im Freistaat - nurmehr mithilfe von Stadtführungen und Anfahrtsskizzen in der neuen alten Heimat zurechtfinden.
Bauern, die in Brüssel gegen Genmanipulation in der Landwirtschaft zu Felde ziehen wollen, wurde unterdessen mit einer kleinen Wortkunde rund ums „Odeln“ - zusammengetragen im „Sprachdreieck Franken/ Bajuwaren/ Spätzleschwaben“ - der Boden bereitet. Und ganz offenkundig hatte die Freude an der Sprachakrobatik auch beim hintersinnigen Exkurs über die Bürger und deren Vertrauen in Reformen Pate gestanden.
Für wahre Lachsalven in der Aula sorgte nicht zuletzt das Stau-Tagebuch einer Familie aus Westfalen, die wochenlang am Mittleren Ring feststeckte – umso mehr, als Reiner Panitz mit unbewegter Miene verlas, welche Blüten das Leben mit den „lackbespritzten Blechbehältern“ treiben lässt.
Nicht ganz geklärt wurde allerdings wurde die Frage, warum ein großes Gartencenter seinen Weihnachtsmarkt bereits am 7. Oktober eröffnet hat; möglicherweise, damit die Bürger mit ihrer Haus-und Garten-Illumination („150.000 Lämplein, geil und hell“) rechtzeitig zum Fest fertig werden.
26. November 2004


Die Harlekids und der "Trollzauber im Regenbogenwald"
Kindertheater ab 4. Dezember - Doppelte Premiere für Christine Unterseer

Vorhang auf : Insgesamt viermal stehen die Rohrdorfer „Harlekids“ mit dem „Trollzauber im Regenwald“ auf der Bühne; Premiere ist am Samstag, 4. Dezember. Foto: pil
Rohrdorf (pil) – Mit einer „zauberhaften“ Weihnachtsgeschichte warten die Rohrdorfer „Harlekids“ in diesem Jahr auf: Eine Hiobsbotschaft erreicht das Trollmädchen Ailis und ihren Bruder Pock, als sie gerade mitten in den Vorbereitungen fürs Fest stecken: Das Menschenkind Melina hat sich in den Regenbogenwald verirrt. So etwas gab es noch nie! Zu ihrer Bestürzung erfahren die Trolle von Melina außerdem, dass die blonde Cora und ihre Bande das Weihnachtsfest verhindern wollen. Da kann nur ein Trollzauber helfen, Coras dunkle Pläne zu durchkreuzen. Aber ob das gelingt?
Für Christine Unterseer, die beim „Trollzauber im Regenbogenwald“ Regie führt, bedeutet die Aufführung am Samstag, 4. Dezember, um 17 Uhr, gleich eine doppelte Premiere: Aus ihrer Feder stammt nämlich die Geschichte, in der insgesamt 14 Trolle, Elfen, Drachen und sogar der Osterhase auftreten, und in die wie immer auch das Publikum miteinbezogen wird. „Gute Stücke werden immer rarer.“, erklärt die erfahrene Laiendarstellerin ihr Engagement, zumal das Rohrdorfer Kindertheater bereits seit 1996 jedes Jahr mit einer anderen Geschichte auf der Bühne steht. Ein ganz unbeschriebenes Blatt ist die 37jährige beim Texten ohnehin nicht: Die zweifache Mutter hat schon des öfteren Sketche und Einlagen für Hochzeitsfeiern verfasst.
Die weiteren Termine für den „Trollzauber im Regenwald“ sind Sonntag, 5. und 12. Dezember (jeweils 15 Uhr) sowie Samstag, 11. Dezember, 17 Uhr. Karten zum Preis von fünf Euro gibt's bei der Raiffeisenbank in Rohrdorf oder im Internet unter www.harlekids.de.



"Nahversorgung für Thansau in greifbarer Nähe"
Händler-Initiative will Selbsthilfe-Aktion starten - Unmut bei Bürgerversammlung
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Am Anfang gab's "herzlich wenig zu tun"
30 Jahre Sozialwerk Rohrdorf - Kabarett und Gottesdienst

Rohrdorf (pil) – „Schwester Dagmar hatte in den ersten Monaten herzlich wenig zu tun.“ Unverbrämt beschreibt Ehrenvorsitzender Theo Then, wie schleppend die Arbeit des Rohrdorfer Sozialwerks vor 30 Jahren angelaufen ist. Ende 1974 wurde der Förderverein aus der Taufe gehoben, um eine Gemeindeschwester anzustellen. Heute sind insgesamt fünf Krankenschwestern, zwei Altenpflegerinnen, zwei Helferinnen und zeitweise ein Zivi im Einsatz. Sie ermöglichen so Alten und Kranken den Verbleib in der familiären Umgebung und entlasten die pflegenden Angehörigen. Seinen runden Geburtstag will der Pflegedienst mit einem Kabarett-Abend mit den "Mehlprimeln", und einem ökumenischen Gottesdienst in der Jakobuskirche (Mittwoch, 15. Dezember, 19 Uhr) feiern.
Wer springt ein, wenn die Mutter krank wird, oder wenn die eigenen Kräfte nicht ausreichen, den Haushalt zu führen? Diese Nöte im Blickfeld, trieb Benno Hollinger, der damalige Bürgermeister von Rohrdorf, unermüdlich die Gründung eines Trägervereins für eine Alten- und Familienpflegerin voran, der mit dem Caritasverband zusammenarbeiten sollte. Nicht nur bei seinen Amtskollegen, auch bei den Pfarrern von Höhenmoos, Neubeuern und Samerberg warb Hollinger für sein Vorhaben, schreibt Theo Then in seinem Rückblick auf 30 Jahre Sozialwerk – 18 davon unter seinem Vorsitz. Bei der Gründungsversammlung am 16. Dezember 1974 traten denn auch spontan 46 Personen dem Verein bei, der künftig die Alten-und Krankenpflege in den Gemeinden Rohrdorf und Höhenmoos abdecken sollte. Die anderen Gemeinden wollten noch abwarten.
Anfangs scheuten sich jedoch viele, Pflegefälle beim Sozialwerk anzumelden und Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
Für die Alten und Kranken im Einsatz: Doris Blasius, Angelika Schulze, Heidi Schmid, Ruth Reiserer (hintere Reihe von links), Petra Stahl, Monika Greifenstein, Karen Kolb, Einsatzleiterin Gabriele Prankl und Martha Hilkinger (vorne von links).
Foto: pil
Erst durch die Antrittsbesuche, die die Gemeindeschwester bei den alten Leuten machte, „um ihre Arbeitszeit einigermaßen sinnvoll auszufüllen“, ging es „allmählich aufwärts“. 1977 gilt als „Jahr des Durchbruchs“: die Mitgliederzahl war auf 240 angestiegen, und „für die Schwestern gab es das ganze Jahr über viel Arbeit“. Für 1986 sind bereits 3800 Arbeitsstunden der Ganztagsschwester und ihrer drei Aushilfen vermerkt. 1991 konnten dank zahlreicher Spenden unter anderem ein hydraulisches Krankenbett, ein Badewannenlifter und vier Krankenbetten angeschafft werden.
Einen entscheidenden Einschnitt stellte die Einführung der Pflegeversicherung im Jahr 1995 dar. Gudrun Lohmann, die dem Trägerverein des Pflegedienstes seit fünf Jahren vorsteht, spricht von der „schwierigsten Situation“ in der Geschichte des Sozialwerks, das bis dato eher mit einer Art Nachbarschaftshilfe vergleichbar gewesen war.
Angesichts vollkommen neuer Ausführungsbestimmungen „wusste niemand so recht, wie es weitergeht mit den kleinen Diensten“, erklärt Lohmann rückblickend. Abhilfe schaffen sollte der Zusammenschluss mit den Sozialwerken Riedering und Neubeuern/Nußdorf/Samerberg zu einer GmbH, aus der sich Rohrdorf nur wenige Monate später wieder löste. Lediglich die Bürogemeinschaft mit Nußdorf blieb noch bis Oktober 2000 bestehen.
Längst ist das Sozialwerk mit seinen dunkelblauen Dienstautos und Sitz im Rathaus aus dem Gemeindeleben nicht mehr wegzudenken. Der Förderverein zählt mittlerweile mehr als 500 Mitglieder. Und das neunköpfige Team – ausschließlich examinierte Kräfte - leistet wöchtenlich etwa 175 Stunden Pflegedienste, wobei neben Verbandswechsel, Baden, Spritzen setzen und Umbetten die Beratung der Angehörigen einen großen Teil der Arbeit ausmacht.
12. November 2004

Gesprächskreis und Pflegepartner

„In der häuslichen Pflege funktioniert nichts ohne die Angehörigen!“ Gudrun Lohmann weiß um den enormen psychischen Druck, unter dem Menschen stehen, die pflegebedürftigen Verwandte rund um die Uhr daheim versorgen. Maximal dreimal am Tag kommt der Pflegedienst. Den Rest der Zeit lasten Arbeit und Verantwortung auf den Angehörigen; hinzu kommt das ständige Dasein-Müssen.
Auf Initiative von Einsatzleiterin Gabriele Prankl wurde deshalb im April 1999 ein Gesprächskreis eingerichtet, der allen pflegenden Angehörigen offensteht. Bei den monatlichen Treffen geht es auch um praktische Themen wie „rückenschonendes Verhalten beim Pflegen“ oder die Linderung von Erkältungen mit Hausmitteln. Zudem stehen immer wieder Fachvorträge auf dem Programm, etwa zum Umgang mit Demenzkranken oder über Schlafstörungen. Vor allem aber bietet sich hier den Betroffenen, den Pflegenden also, die Gelegenheit, im kleinen Kreis Erfahrungen auszutauschen und sich gegenseitig Mut zu machen.
Auf ungleich weniger Resonanz stößt dagegen ein anderes Angebot des Sozialwerks: Vor zwei Jahren ließen sich 13 Frauen und ein Mann im Rahmen des Caritas-Konzepts „Für ein paar Stunden Urlaub“ in einem mehrwöchigen Lehrgang zu „Pflegepartnern“ ausbilden. Die Ehrenamtlichen wollten mit den Patienten spazierengehen, spielen oder ihnen vorlesen und damit die Angehörigen zumindest für kurze Zeit am Tag entlasten.
Eine „ideale Ergänzung zur häuslichen Pflege“, hatte Lohmann – sie arbeitet als Lehrerin an der Caritas-Altenpflegeschule Altenhohenau bei Griesstätt - damals gedacht; doch „die Akzeptanz ist minimal“.
12. November 2004



Von Weggefährten und Hochzeitstorten
Das Buch Tobit im Mittelpunkt der Bibeltage in Rohrdorf und Thansau

Die Rohrdorfer Viertklassler hatten für die Abschluss-Andacht ihrer letzten Bibeltage eigens einen Tanz einstudiert. Foto: pil
Rohrdorf/Thansau (pil) - Gott lässt uns nicht allein – dies war die zentrale Botschaft bei den diesjährigen Kinderbibeltagen in Thansau und Rohrdorf, zu denen Gemeindereferentin Luise Schudok mehr als 140 Mädchen und Buben begrüßen konnte. Im Mittelpunkt der jeweils drei Nachmittage stand die alttestamentarische Geschichte um Tobit und dessen Sohn Tobias, der mithilfe seines Weggefährten, des Erzengels Rafael, nicht nur eine Frau findet sondern auch das Geld seines erblindeten Vaters sicher nach Hause bringt und Tobit schließlich wieder zum Augenlicht verhilft. Die allgegenwärtige Liebe Gottes sollten auch die herzförmigen Namensschilder veranschaulichen, die die Kinder am ersten Tag gebastelt haben.
Vor allem hob Schudok die „großartige Leistung“ ihrer Mitarbeiterinnen hervor. Jeweils 15 Ehrenamtliche waren in den beiden Ortsteilen im Einsatz und haben die Thematik auf ganz unterschiedliche Weise mit ihren Gruppen – von den Vorschulkindern bis hin zu den Viertklasslern – altersgemäß aufgearbeitet. Nicht zu vergessen seien in diesem Jahr auch Vroni Schauer und Bärbel Brandmaier, die die Hochzeitstorten gebacken haben; denn am zweiten Tag wurde die Vermählung Tobias' mit Sara gefeiert. Der letzte Nachmittag in den beiden Pfarrheimen stand schließlich im Zeichen des Schutzengels, des Weggefährten Tobias'.
Das dreitägige Konzept habe sich einmal mehr bewährt, zog die Gemeindereferentin jetzt zufrieden Bilanz; ihr liegt vor allem am Herzen, den Kindern mithilfe der Bibeltage die „kostbaren Geschichten“ aus dem Alten und Neuen Testament nahe zu bringen.
05. November 2004


"Harlekins": Großer Auftritt für Hartl Kaiser
100. Bühnenjubiläum - "Liebling, ich bin da!" bis 5. November

Einen ganz besonderen Auftritt hatte Hartl Kaiser von den „Harlekins“ jetzt im Turner Hölzl: Der Rohrdorfer, der seit 25 Jahren Theater macht und derzeit den Rupert Jones in „Liebling, ich bin da!“ verkörpert, stand zum 100. Mal auf der Bühne. Bereits 1985 hat Kaiser den erfolglosen Seifenfabrikanten aus der Popplewell-Komödie (hier eine Proben-Szene mit Gabriella Hiller als seine Frau Celia) gespielt. Damals feierte der 24jährige außerdem als Regisseur Premiere. Ans Aufhören denkt Kaiser, den das Ensemble nach der Aufführung mit einem kleinen Präsent überraschte, aber noch lange nicht. Auch wenn am Freitag, 5. November, 20 Uhr, zum letzten Mal der Vorhang hoch geht für „Liebling, ich bin da!“. Foto: pil
01. November 2004


Das Herzstück des Zementwerks: der 110 Meter lange Drehofen mit einem Durchmesser von 5,2 Metern. Etwa eine Stunde braucht das Material durch die Röhre, deren Oberfläche an die 200 Grad heiß ist. Fotos: pil Gigant auf zwei Ketten: 25 Tonnen oder zwölf Kubikmeter Material kann die Bagger-Schaufel fassen. Zum Einsatz kommt der Koloss allerdings kaum noch, weil er zu schwerfällig ist, erläuterte Betriebsleiter Karl Frey.

"Keine Müllverbrennungsanlage"
An die 2000 Besucher beim Umwelttag im Rohrdorfer Zementwerk

Rohrdorf (pil) – Zementindustrie und Nachhaltigkeit – dass diese Verbindung keine Illusion ist, demonstrierte das Rohrdorfer Zementwerk bei seinem 4. Umwelttag. Nachdem sich der Dauerregen verabschiedet hatte, waren auch die Besucherzahlen in die Höhe geschossen und übertrafen die Prognosen vom Vormittag bei weitem. An die 2000 Interessierte, schätzte Werksleiter Karl Frey am Abend, informierten sich am Samstag bei Betriebsführungen, an Schautafeln und bei Videovorführungen eingehend darüber, wie sich das 74 Jahre alte Unternehmen mit den Themen Umweltschutz und soziale Verantwortung auseinandersetzt. Viele nutzten darüberhinaus die Shuttle-Busse zum Recycling-Zentrum Dettendorfer in Tattenhausen, von dem das Zementwerk einen Teil seiner Brennstoffe bezieht.
Die EU macht's dem Zementwerk nicht gerade leicht: 19 Richtlinien gab's im Jahr 1990 zum Thema Umweltschutz. 14 Jahre später haben die Europa-Politiker in Brüssel bereits 580 Gesetzes-Päckchen geschnürt. -Tendenz steigend, befürchtet Zementwerks-Geschäftsführer Mike Edelmann.
Der Einsatz von Sekundärbrennstoffen, der im Verlauf der vergangenen zehn Jahre schrittweise auf 90 Prozent gesteigert worden ist, ist nach wie vor ein heißes Eisen. Neben industriellen Kunststoffabfällen und Resten aus der Papierverwertung wanderten im vorigen Jahr 12.000 Tonnen zerkleinerte Altreifen anstatt auf Deponien in dem 110 Meter langen Drehofen, in dem stündlich 12.000 Liter Heizöl verfeuert werden müssten. Seit August werden dort außerdem Abfallprodukte aus der Pharma- und Kosmetikindustrie wie beispielsweise Lösungsmittel verheizt. „Wir sind aber nicht mit einer Müllverbrennungsanlage vergleichbar.“, betont Geschäftsführer Mike Edelmann. Durch die extrem hohen Temperaturen von rund 1500 Grad (im Gegensatz zu 800 Grad in Müllverbrennungsanlagen), die die das Material erreicht, laufe im Ofen eine vollständige Verbrennung ab; Asche fällt nicht an.
Ein Computer im zentralen Leitstand dokumentiert dabei kontinuierlich den Ausstoß von Schadstoffen. (Frey: „Ein Zementwerk ohne Emissionen gibt es nicht.“) Und Edelmann lädt „jeden“ ein, sich davon zu überzeugen, dass die strengen Grenzwerte der TA Luft unterschritten werden.
Sogar einen Blick ins Feuer der „kleinen Hölle“, des Drehofens, gewährt die Zentrale, wo alle Produktionsschritte per Computer überwacht und gesteuert werden. Wenn's läuft sind nur sechs Mitarbeiter pro Schicht im Einsatz. An den Leitstand angeschlossen analysiert die neue Labor-Automation - eine Eine-Million-Euro-Investition - ständig Proben und arbeitet im wahrsten Sinn für fünf.
Handwerkliches Geschick war gefragt beim Sägen und Feilen in der Lehrwerkstatt.
Rund 4000 Tonnen Portland-Zement (er wird im Gegensatz zum antiken Roman-Zement bei sehr hohen Temperaturen hergestellt) laufen in Rohrdorf an einem Produktionstag vom Band. Dabei stammen von dem Jahresbedarf an 1,5 Millionen Tonnen Roh-Schotter nur ungefähr 40 Prozent aus dem Rohrdorfer Steinbruch. Allein 250.000 Tonnen Kalkstein rollen jährlich auf dem Schienenweg aus Kirchbichl an, wo eigens eine Verladestation gebaut wurde. 18.000 Lkw-Fahrten fielen damit weg, obwohl dies die billigere Variante gewesen wäre, rechnet Edelmann vor.
Die Nutzung der Ofen-Abwärme, sowie - zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes - das Beimischen von Abfallprodukten wie Hüttensand und die Verwendung von REA-Gips aus Rauchgas-Entschwefelungsanlagen waren weitere Themen bei den Führungen, die den Besuchern einen umfassenden Blick hinter die Kulissen eines Unternehmens erlaubten, in dem Betriebsrente kein Auslaufmodell ist.
Dabei kam auch der Nachwuchs nicht zu kurz: In der Lehrwerkstatt hatten Ausbilder und Auszubildende einen Info-Stand aufgebaut, wo sich kleine Handwerker unter anderem im Metallsägen üben konnten. Mit 26 Lehrlingen (14 Prozent der Gesamtbelegschaft) liege der Betrieb zwar über dem eigenen Nachwuchsbedarf; trotzdem, hob Edelmann hervor, hätten zwei junge Leute nachträglich einen Ausbildungsplatz erhalten, die sonst auf der Straße gestanden hätten. Erschreckend sei jedoch, dass das Niveau der Schulbildung von Jahr zu Jahr sinke.
18. Oktober 2004


Vom Fabrikant zum Hausmann: Rollentausch mit Folgen
"Harlekins" stehen wieder auf der Bühne - Premiere am 23. Oktober

Insgesamt fünfmal stehen die Harlekins mit "Liebling, ich bin da!" im Turner Hölzl auf der Bühne. Foto: pil
Es kann zu allerhand Turbulenzen führen, wenn ein erfolgloser Fabrikant (Bernhard Kaiser alias Rupert Jones) und dessen rührige Ehefrau Celia (Gabriella Hiller) die Rollen tauschen. Insbesondere, wenn die frischgebackene Unternehmerin mit dem Sekretär in Paris Geschäfte macht und der glücklose Hausmann derweil mit dem Wirtschaftsgeld auszukommen versucht. Doch nicht genug damit, dass der Rollentausch auch bei den Nachbarn Nachahmer findet. Eines Tages steht die Jones-Tochter Karen (Nicole Liegl) vor der Tür - und mit ihr zwei „Überraschungen“....
Insgesamt fünfmal stehen die Rohrdorfer „Harlekins“ mit der Komödie „Liebling, ich bin da!“ auf der Bühne. Premiere im Turner Hölzl ist am Samstag, 23. Oktober; die weiteren Aufführungen unter der Regie von Günter Schwarz stehen am 29., 30., und 31. Oktober sowie am Freitag, 5. November (jeweils um 20 Uhr) auf dem Programm.
Karten zum Preis von acht Euro gibt's bei der Raiffeisenbank Rohrdorf und unter www.harlekin-online.de.
13. Oktober 2004



Für Radwanderer ins Zeug gelegt
Für „hervorragende Leistungen bei der Entwicklung touristischer Radangebote in der EuRegio Salzburg - Berchtesgadener Land – Traunstein“ wurde jetzt das Hotel „Zur Post“ in Rohrdorf ausgezeichnet. Radwanderer erhalten dort problemlos eine Unterkunft für nur eine Nacht; zudem stehen unter anderem eine kleine Werkstatt sowie reichlich Stellplätze für die Drahtesel zur Verfügung. Und für Kurzentschlossene haben Theresa Albrecht und ihr Mann Thomas (rechts), die selbst schon bis nach Ungarn gestrampelt sind, Leih-Radl im Angebot.
Bürgermeister Fritz Tischner, der die Urkunde im Namen von EuRegio-Präsident Hermann Steinmaßl an das Gastwirt-Ehepaar überreichte, wies in diesem Zusammenhang auf die wachsende Bedeutung des Radtourismus in der gesamten Region hin.
Zu der Auszeichnung, die lediglich 18 Betriebe in der gesamten EuRegio erhielten, gratulierte auch Dritter Bürgermeister Joachim Wiesböck (links). Foto: pil
22. September 2004



3500 Abc-Schützen mit dem Ziel zu leben
"Sicher zur Schule, sicher nach Hause" - Verkehrswacht wieder voll im Einsatz
zum Bericht



Tisch decken und andere Künste
Umfangreiches Ferienprogramm - Künftig neues Anmeldeverfahren?

Rohrdorf (pil) - Wo muss das Weinglas stehen? Welches Messer liegt außen? Diese und andere Feinheiten, die eine perfekt gedeckte Tafel ausmachen, wurden jetzt erstmals beim Rohrdorfer Ferienprogramm aufgetischt. Unter Anleitung zweier Hotelfachfrauen durften die Teilnehmer im Hotel zur Post verschiedene Falttechniken an Stoff- und Papierservietten ausprobieren, Blumenschmuck arrangieren, Menükarten gestalten und Papierschmuck für Strohhalme basteln. Den krönenden Abschluss bildete ein Eisbecher, den sich jeder selbst zubereiten und nach Herzenslust mit Schokostreuseln und Waffeln dekorieren durfte.
Angesichts des großen Andrangs beim Tischdecken hatte Hotel-Chefin Theresa Albrecht spontan noch einen zusätzlichen Termin angeboten, freut sich Petra Meyer von der Gemeindeverwaltung. Bei insgesamt 39 Aktionen konnten die Rohrdorfer Mädchen und Buben in diesem Jahr außerdem den Lebensraum des Bibers erkunden, einem Imker bei seiner Arbeit über die Schulter schauen, sich im Bauchtanz üben, mit der Musikkapelle auf die Pauke hauen und der Polizei in Brannenburg einen Besuch abstatten.Die Übernachtung auf der Alm, bedauert sie, musste allerdings wegen des schlechten Wetters ausfallen.
Zu den Schmankerln zählte unter anderem die Fahrt zum Rotter Bauernmarkt, wo die Kinder Stockbrot backen durften. Besonders angetan waren die Teilnehmer auch von der Führung durch die frisch renovierte Rotter Kirche, schildert Meyer, die das Ferienprogramm zum drittenmal organisiert und schon wieder Vorschläge fürs nächste Jahr sammelt. Doch, betont sie, für jede Aktion werden freiwillige Helfer und Betreuer benötigt; und auch die können sich bereits jetzt bei ihr melden (Telefon 08032/956439).
Allein das Anmeldeverfahren soll künftig etwas anders laufen; um den Trubel bei der Einschreibung zu umgehen, werde 2005 möglicherweise ein Losverfahren – ähnlich dem in Neubeuern – eingeführt.
2. September 2004

Mit jeweils einem 1250-Euro-Scheck wurden jetzt die Sozialwerke der Gemeinden bedacht, in denen das Zementwerk Betriebsstätten unterhält: Der Rohrdorfer Werksleiter Karl Frey, Johann Weiß (Verwaltungsrat Sozialwerk Brannenburg), Agnes Nitsch und Gerda Furtner (Raubling), Ludwig Nickl vom Zementwerk, Siegfried Neubauer (Sozialwerk Nußdorf) und Gudrun Lohmann (Rohrdorf) (von links). Foto: pil
Warmer Geldregen für vier Sozialwerke
Zementwerk Rohrdorf stockt Betrag nach Benefizkonzert auf

Rohrdorf (pil) – Den Wolkenbrüchen folgte ein warmer Geldregen, der jetzt über vier Sozialwerke im Inntal niederging. Unter dem Motto „Industrie mit Musik“ war das Opern-Konzert unter der Leitung von Hans-Jürgen Doetsch gestanden, das ursprünglich im Steinbruch des Rohrdorfer Zementwerks erklingen sollte. Dauerregen hatte allerdings die Musiker und die rund 800 Zuhörer kurzfristig zum Umzug in die Lagerhalle gezwungen.
Wegen des schlechten Wetters waren zwar deutlich weniger Besucher als erhofft zu dem Benefizkonzert gekommen; trotzdem konnte Ludwig Nickl von der Geschäftsleitung jetzt vier 1250-Euro-Schecks an die Vertreter der Sozialwerke Rohrdorf, Neubeuern/Nußdorf/Samerberg, Raubling und Degerndorf/ Flintsbach/Brannenburg überreichen. Den „erspielten“ Betrag von 4500 Euro hatte das Zementwerk auf eine „schöne durch vier teilbare Summe“ aufgestockt.
18. August 2004



Nahversorger begrüßen Entscheidung des Gemeinderats
"Fehlplanung mutig revidiert" - Gemeinsam Lösung für Thansau suchen

Rohrdorf (pil) – Als “sehr weitsichtige und zukunftsorientierte Entscheidung“ begrüßt die Initiative Nahversorgung Rohrdorf-Thansau den Beschluss des Gemeinderats, die Planungen für ein Einkaufszentrum auf dem Gelände des alten Sportplatzes zu stoppen.“ „Es gehört viel Mut und menschliche Größe dazu, eigene Fehlplanungen einzusehen und seine Meinung öffentlich zu revidieren.“, zeigt sich der Händler-Zusammenschluss in seinem jüngsten Flugblatt zufrieden und erleichtert.
Damit blieben den Rohrdorfern die zu Fuß erreichbaren Einkaufsmöglichkeiten und somit die soziale und gesunde Dorfstruktur mit Traditionsbetrieben erhalten. Für Thansau gehe es nun darum, „gemeinsam die bestmögliche Lösung“ zu finden, und zwar an einem zentralen und für alle Thansauer gut erreichbaren Standort. Ob in Thansau allerdings eine Einkaufsmöglichkeit geschaffen werden könne, hänge letztlich vom Gemeinderat ab, der hierfür erst die entsprechenden ortsplanerischen Voraussetzungen schaffen müsste. Die Nahversorgungs-Initiative ihrerseits hat der Gemeinde „bei der Erfüllung ihrer Aufgaben“ Unterstützung zugesichert; wobei die Einzelhändler überzeugt sind, dass die Gemeinde schon allein „im Interesse der Thansauer Bevölkerung“ dieses Angebot annehmen werde.
30. Juli 2004



Wiesn-Express 2004 - Jetzt steht auch der Fahrplan

Rohrdorf (pil)- Der Fahrplan für den Wiesn-Express 2004 steht bereits. Der Sonderzug, den das Kiefersfeldener Logistik-Unternehmen Wiesböck organisiert hat, verkehrt während der Rosenheimer Wiesn (28. August bis 12. September) jeweils freitags, samstags, sonntags und mittwochs zwischen Rohrdorf (ORO) und dem Rosenheimer Bahnhof mit Halt in Thansau. Geringfügige Änderungen bleiben vorbehalten.
Eine Rückfahrt mit dem Express kostet - eine Auerbräu-Biermarke inklusive - 8,50 Euro, die Einzelfahrt ohne Biermarke drei Euro. Kinder bis zwölf Jahre fahren umsonst mit, Jugendliche können sich das Biermarkerl auf alkoholfreie Getränke anrechnen lassen.
Für Firmen, Vereine und Gruppen ab 20 Personen gibt's im Vorverkauf Sonderpreise (näheres unter Telefon 08033/304650).
Zur Ankunft des Abendzuges plant die Jungbauernschaft zudem wieder einen Barbetrieb am Rohrdorfer Bahnhof. Damit der „Integral“ nicht leer vom Depot nach Rosenheim fahren muss,hat die Bayerische Oberlandbahn den Sonderservice auf die Strecke Holzkirchen/Rosenheim ausgeweitet.
26. Juli 2004


Nach Zwangspause: Rohrdorfer Wiesn-Express geht wieder auf Fahrt
Logistik-Unternehmen greift Idee auf - Diesmal auch am Freitag nachmittag und Sonntag vormittag unterwegs - Unterstützung von Gemeinde und Gewerbeverband

Auf einen mindestens ebenso großen Andrang beim Rohrdorfer Wiesn-Express wie vor zwei Jahren hofft der Unternehmer Helmut Wiesböck. Während der Sonderzug damals im Zeichen der DB-Regio unterwegs war, geht in diesem Jahr der „Integral“ der Bayerischen Oberlandbahn auf Fahrt. Foto: nn
Rohrdorf (pil) – Nach der Zwangspause vom vergangenen Jahr sind die Weichen für den Rohrdorfer Wiesn-Express nun wieder gestellt: An zehn Tagen geht die Bayerische Oberlandbahn (BOB) zur Herbstfestzeit auf der Strecke zwischen ORO und Rosenheimer Bahnhof mit Halt in Thansau auf Fahrt; als Organisator zeichnet das Logistik-Unternehmen Wiesböck in Kiefersfelden verantwortlich.
Zur Enttäuschung vieler Bürger war der Sonderzug, den die DB 2002 als einmalige Marketing-Aktion für ihren neuen Elektrotriebwagen aufgelegt hatte, im vorigen Jahr aufs Abstellgleis geraten. Unter anderem hatten die Betreiber des Schienenersatzverkehrs kritisiert, viele ihrer Fahrgäste würden auf den mit Biermarken subventionierten Wiesnzug umsteigen. Deshalb hat der Rohrdorfer Helmut Wiesböck mit seinem erst vor wenigen Monaten gegründeten Unternehmen die Idee wieder aufgegriffen, die Trasse Rohrdorf/Thansau/Landl/Rosenheim für die Express-Fahrten von der DB-Netz „gemietet“, den Fahrplan modifiziert und die Bayerische Oberlandbahn als „Transporteur“ verpflichtet. Diese wiederum hat den Sonderservice auf die Strecke Holzkirchen/Rosenheim ausgeweitet.
Neu sind laut Wiesböck die Fahrten am Sonntag Vormittag und am späten Freitag Nachmittag. Vorgesehen sind jeweils zwei Touren an den Sams- und Sonntagen sowie mittwochs. Der exakte Zeitplan für die 18 Fahrten des „Integral“ mit 160 Sitz- und 200 Stehplätzen, so Wiesböck, liege jedoch noch nicht vor.
An der Aktion beteiligt sich auch in diesem Jahr die Rosenheimer Auerbräu AG. So kostet eine Rückfahrt Rohrdorf/Rosenheim inklusive Biermarkerl 8,50 Euro, wobei sich Jugendliche den Gutschein gegen alkoholfreie Getränke anrechnen lassen können. Kinder unter zwölf Jahren fahren umsonst mit.
Jetzt hofft Wiesböck auf einen mindestens ebenso großen Zulauf beim Wiesn-Zug wie vorletztes Jahr; damals seien gut 2000 Rückfahrten verkauft worden. Zur Absicherung des Vorhabens hat der Rohrdorfer Gemeinderat einer Ausfallbürgschaft „in großzügiger Höhe“ zugestimmt, wie Geschäftsleiter Josef Ludwig auf Anfrage bestätigte; und auch der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg unterstützt die Aktion finanziell.
17. Juli 2004


Supermarkt am alten Sportplatz vorerst vom Tisch
Bei vielen Bürgern herrscht Unverständnis und Verärgerung über Gemeinderatsbeschluss

Rohrdorf (pil) – Das Projekt Supermarkt am alten Sportplatz ist fürs erste vom Tisch. Entsprechende Beschlüsse fasste der Rohrdorfer Gemeinderat bei seiner jüngsten, dem Vernehmen nach recht turbulenten Sitzung. Die Mehrheit der Räte hatte sich auf Antrag von Zweiten Bürgermeister Karl Frey (CSU) dafür ausgesprochen, die Aufstellung des Bebauungsplanes ebenso zu stoppen wie die Änderung des Flächennutzungsplanes. Der Bürgerentscheid, über dessen Zulassung in derselben Sitzung zu entscheiden gewesen wäre, wurde damit gegenstandslos; der erste Teil der Fragestellung hatte sich explizit auf ein Einkaufszentrum an der Autobahnausfahrt bezogen, erläuterte jetzt Bürgermeister Fritz Tischner (CSU) am Rande des Schulfestes in Thansau.
Die Gemeinde, fasste Tischner zusammen, sei wegen der Klagen aus der Bevölkerung, vor allem aus Thansau, in Sachen Einkaufen aktiv geworden; und für das Grundstück am alten Sportplatz hätte man nun auch schon einen Investor gehabt. Doch wenn jetzt andere Gruppierungen die Angelegenheit in die Hand nehmen wollten, könne sich die Gemeinde zurückhalten, merkte der Gemeindechef mit Verweis auf die Standort-Alternativen an, die mittlerweile von verschiedenen Seiten ins Gespräch gebracht worden sind: das Linhuber-Grundstück sowie ein Areal bei der ehemaligen Lehrervilla. Zumal Organisation und Planungen für das Projekt an der Autobahn sehr viel Arbeit fürs Rathaus bedeutet hätten; die, so Tischner weiter, könne man sich nun sparen.
Bei zahlreichen Bürgern stößt der Beschluss des Gemeinderats, die Planung am Sportplatz fallen zu lassen, jedoch auf Unverständnis und Verärgerung. Vor allem in Thansau, wo vor rund zwei Jahren das letzte Lebensmittelgeschäft dichtgemacht hat, befürchten viele: „Jetzt kommt bestimmt gar nichts!“, weder an der Autobahn noch in Thansau. Zudem sei auf diese Weise den Bürgern die Möglichkeit genommen, sich für oder gegen einen Supermarkt am Sportplatz auszusprechen.
Ein Teil des Unmuts richtet sich aber auch gegen Carolin Fischbacher, die mit ihrem Bürgerbegehren den Stein ins Rollen gebracht hat. Sie hatte sich gegen den Standort Autobahn ausgesprochen und gleichzeitig einen Supermarkt im Ortskern von Thansau gefordert; über 400 Bürger, so der Bürgermeister nach der Sichtung der Unterschriftenlisten, hätten sich dem angeschlossen. Darüberhinaus üben mehrere Einzelhändler, die sich zur „Nahversorgung Rohrdorf/Thansau“ zusammengeschlossen haben, scharfe Kritik an dem von der Gemeinde angepeilten Standort: Sie müssten angesichts eines Einkaufszentrums an der Autobahn um ihre Existenz bangen.
Ob dieses Kapitel allerdings endgültig zugeschlagen ist, bleibt abzuwarten. Tischner jedenfalls stellte in Aussicht, wenn wieder Unterschriftenlisten ins Rathaus flatterten – und zwar solche, die die Gemeinde in Sachen Supermarkt zum Handeln aufforderten - „werden wir wieder aktiv.“
23. Juli 2004

Der Protest wird lauter
Bürgerblock kündigt Widerstand gegen geplanten Supermarkt am alten Sportplatz an

Rohrdorf (pil) – Der Protest gegen ein Einkaufszentrum auf dem alten Sportplatz wird lauter. Nach der neugegründeten Initiative „Nahversorgung Rohrdorf/Thansau“ sprach sich am Sonntag der Bürgerblock (BR) bei seiner Info-Veranstaltung deutlich gegen das Vorhaben an der Autobahnausfahrt aus, für das der Gemeinderat auf einer seiner letzten Sitzungen die Projektplanung in Auftrag gegeben hatte. Langfristig, ist Vorsitzende Petra Scholz-Gigler überzeugt, werde der Supermarkt, der „scheinheilig“ (der frühere BR-Vorsitzende Franz Warter) auf die grüne Wiese hingestellt werde, dort ohnehin „nur noch das Kleinste sein“. „Das ist der Auftakt für größere Dinge!“, etwa für einen Autohof à la Lomo, warnte Scholz-Gigler davor, sich angesichts des vorhabenbezogenen Bebauungsplans in Sicherheit zu wiegen. Zumal das Areal inmitten freier Felder und außerdem direkt an einer Trasse liege, die im Landesentwicklungsplan als „Entwicklungsachse von überregionaler Bedeutung“ eingestuft sei. Nicht umsonst sei schließlich der neue Kreisel so groß ausgefallen.
Gefahrenquelle in der Kritik: Durch diese Unterführung an der Staatsstraße müssten die Rohrdorfer zum Einkaufen, wenn der Supermarkt am Sportplatz gebaut wird und die Läden in der Ortsmitte zumachen. Für Fußgänger steht dort nur ein schmaler Bordstein zur Verfügung. Foto: pil
Überhaupt sei ein Supermarkt an der vorgesehenen Stelle ohne einen weiteren Durchstich unter der Autobahn schlichtweg „eine Frechheit“, eine „Verhöhnung des Alters“, machten einige Zuhörer ihrem Ärger Luft. Ein Gang mit einem Kinderwagen oder auch mit vollen Einkaufstüten auf dem schmalen Bordstein in der bestehenden Unterführung berge große Gefahren; ganz zu schweigen von den Älteren oder Behinderten, die diese Stelle dann passieren müssten. Aus den Reihen der Zuhörer wurde sogar der Rücktritt der Senioren- sowie der Behindertenbeauftragten gefordert, die im Gemeinderat für dieses Vorhaben gestimmt hätten. Heftige Kritik übte die BR-Chefin am Gewerbeverband, der jegliche Offensive vermissen lasse. Um so mehr begrüßte sie die Initiative der Einzelhändler, die angesichts des 9000 bis 12.000 Quadratmeter umfassenden Großprojekts um ihre Existenz bangen.
„Man muss da etwas bauen, wo es fehlt!“ - nämlich im Ortsteil Thansau. Darüber waren sich die 40 Anwesenden einig; neben dem Linhuber-Grundstück kam dabei das Areal gegenüber der ehemaligen Lehrervilla als möglicher Standort zur Sprache. Klar war zwar auch, dass ein Supermarkt von den Thansauern allein nicht leben könne. Doch sei keinem geholfen, wenn wegen eines großen Einkaufsmarktes am Sportplatz auch noch der Laden zumache, in dem die Thansauer Post-Zweigstelle untergebracht sei. Eine Alternative – eine Gemeinschafts-Filiale der Rohrdorfer Bäcker, Metzger und Lebensmittelhändler -, wie sie eine Thansauerin vorschlug, will die Nahversorgungs-Initiative nun mit ihren Mitgliedern diskutieren.
Petra Scholz-Gigler appellierte insbesondere an die Thansauer, sich am bevorstehenden Bürgerentscheid zu beteiligen. Schließlich, machte die BR-Vorsitzende deutlich, sei dieses Thema in seiner Auswirkung auf die Gemeinde „das wichtigste seit Jahren“. Wie berichtet, hatte eine Thansauerin ein Bürgerbegehren gegen das Projekt am alten Sportplatz ins Rollen gebracht und gleichzeitig einen Supermarkt-Standort im Thansauer Ortskern gefordert. Mehr als 500 Unterschriften hatte Carolin Fischbacher nach eigenen Angaben dafür gesammelt.
6. Juli 2004



Mit Western-Tanz und Cancan sorgten die Stepptänzerinnen der „Heißen Eisen“ für Stimmung im Turner Hölzl. Foto: pil
Jazz, Cancan und Sketche
Theater-Sommernacht im Turner Hölzl ging reibungslos über die Bühne

Rohrdorf (pil) - Mit einem bunten Programm-Mix wartete die Rohrdorfer Laienbühne „Harlekin“ bei ihrer dritten Theater-Sommernacht auf. Neben der Theater-Jugend des Trachtenvereins „Achentaler“ traten im Turner Hölzl unter anderem die Kleine Bühne Pfraundorf sowie die Weiß-Blaue Bühne Rosenheim auf. Der hauseigene Nachwuchs „Harleteens“ überzeugte mit dem Sketch „Die Kontaktanzeige“ des Komiker- Paares Hanns Meilhamer und Claudia Schlenger, besser bekannt als „Herbert und Schnipsi“. Und auch die Einlagen der Stepptanz-Gruppe „Heiße Eisen“ fanden bei den rund 300 Zuschauern großen Anklang. Swing- und Jazzmusik der Vagener Band „Swing and more“ sorgte für den musikalischen Rahmen des Kleinkunst-Abends, der Dank der wärmenden Glühschwammerl erst gegen Mitternacht ein Ende fand.
29. Juni 2004

Schattendorf, Tarnowo Podgórne, Rohrdorf - drei Orchester, ein Konzert. Als "Überraschungsgast" beim Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen begrüßte Bürgermeister Fritz Tischner Vasyl Semenjuk, den Bischof von Ternopil. Fotos: pil

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"Europa findet bei den Leuten statt"
Konzert der Europäischen Nationen im Turner Hölzl - Neue Partner legen großen Wert auf Kontakt zwischen den Jugendlichen

Rohrdorf (pil) - "Europa findet bei den Leuten statt." Die Worte des Europaabgeordneten Alexander Radwan hallten gleich mehrstimmig nach, als die drei Orchester der Partner-Gemeinden Rohrdorf, Schattendorf und Tarnowo Podgórne zu ihren Instrumenten griffen. Beim "Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen" im Turner Hölzl standen dabei nicht nur optisch die zumeist jugendlichen Musiker um Kapellmeister Krzysztof Zaremba im Mittelpunkt; das Programm nach der Pause bestritten beinahe ausschließlich die Polen mit Swing, Pop und Rock'n'Roll. Die in doppelter Hinsicht sehr junge Kapelle - sie wurde erst vor drei Jahren ins Leben gerufen - konnte bei ihrem ersten Auslandsauftritt mit den "Alten" mühelos mithalten.
Den Partnerschaftsvertrag zwischen Tarnowo Podgórne und Rohrdorf hatten die Bürgermeister Kazimierz Marchlewski und Fritz Tischner wie berichtet bereits am Donnerstag in familiärer Atmosphäre unterzeichnet. - Eine Verbindung, die sich nicht nur auf den Erfahrungsaustausch auf Verwaltungsebene beschränken soll. "Wir legen großen Wert auf Kontakte zwischen den Jugendlichen.", betonte Marchlewski in der Konzertpause. Als ersten Schritt in diese Richtung sei bereits ein Sprachkurs in Bayern für die Mitglieder des Jugendblasorchesters im Gespräch. Beide Gemeindechefs streben darüber hinaus ein Miteinander der Sportvereine ebenso an wie Bande auf kultureller und wirtschaftlicher Ebene.
Musik kennt keine Grenzen: Zum Finale intonierten die drei Orchester (im Bild Musiker aus Tarnowo Podgórne und Rohrdorf) die Europa-Hymne.
Eingerahmt vom Reigen der drei Nationalhymnen zum Auftakt und der Europa-Hymne, der 9. Symphonie Ludwig van Beethovens, als Finale, setzte das Konzert im Turner Hölzl also kurz nach der Hochzeitsnacht Rohrdorf/Tarnowo Podgórne ein unüberhörbares Signal im Zeichen der Völkerverständigung. Gut drei Stunden lang wechselten sich am Samstag Redner und insgesamt 120 Musiker aus den drei Nationen ab; durch das Programm führte Ulf Lohmann. Neben den Bürgermeistern Tischner, Marchlewski und Alfred Grafl (Schattendorf) trat der Kulturreferent der Gemeinde Tarnowo Podgórne, Szymon Melo`sik, ans Mikrophon.
Marchlewski sieht die Vorteile der neuen Partnerschaft nicht nur in den Gemeinsamkeiten: Beide Gemeinden können eine gesunde wirtschaftliche Entwicklung verzeichnen. Und wie Rohrdorf ist der polnische Partner ein Zusammenschluss aus mehreren Ortschaften - nämlich 16 in zwei verschiedenen Bezirkskreisen; aus ihnen wurde 1973 die Gemeinde Tarnowo Podgórne gebildet. Für den Bayern-Liebhaber aus dem großpolnischen Flachland sind gerade die Unterschiede - insbesondere die Berge - von besonderem Interesse: "Wir ergänzen uns gut." Die 17.000-Einwohner-Gemeinde in der Nähe von Posen unterhält bereits Beziehungen zu Fronreute im Landkreis Ravensburg, sowie zu Ortschaften in den Niederlanden, in Litauen und in Polen.
Die ersten Früchte des neuen Europa sind unterdessen reif: Im burgenländischen Schattendorf verdienen sich die Feuerwehrler ihre ersten Sporen mit Schuhplattln. Und auch Kazimierz Marchlewski hat bereits Interesse an Unterrichtsstunden signalisiert; den polnischen Bürgermeister hat das Plattl-Fieber beim EU-Beitritt erfasst, als er die Höhenmoosener Trachtler-Gruppe, die am 1. Mai nach Tarnowo Podgórne gereist war, nicht ohne Zugabe hatte gehen lassen.
25. Mai 2004
Eine besondere Ehre wurde Walter Schatt am Rande des Europäischen Gemeinschaftskonzerts zuteil. Für seine Verdienste um die kulturelle Entwicklung in Rohrdorfs frischgebackener Partnergemeinde Tarnowo Podgórne erhielt der Vorstandsvorsitzende der schattdecor AG den „Amicus“-Preis der polnischen Kommune. Die Auszeichnung in Form einer Hand – als Symbol für die Zusammenarbeit – werde nicht oft vergeben, erläuterte Bürgermeister Kazimierz Marchlewski; einer der Preisträger sei der frühere Präsident Lech Walesa. Auf Schatts Initiative hin war in der Gemeinde in der Nähe von Posen vor drei Jahren eine Blaskapelle - das heutige Jugendblasorchester Tarnowo Podgórne - ins Leben gerufen worden; mit mehr als 60.000 Euro hat das Thansauer Unternehmen über seine polnische Tochterfirma bislang den Kauf von Instrumenten, den Musikunterricht und die Auftritts-Uniformen finanziert. Beim Konzert im Turner Hölzl – ihrem ersten Auslandsauftritt - ernteten die Musiker (der größte Teil ist noch keine 20 Jahre alt) unter Leitung von Krzysztof Zaremba viel Beifall und Bravo-Rufe. Walter Schatt, dem das Projekt auch ein persönliches Anliegen ist, war sichtlich gerührt über den Freundes-Preis der Freunde.


Der neue Bund ist unter Dach und Fach. Links: Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner (l.) und sein polnischer Kollege Kazimierz Marchlewski aus Tarnowo Podgórne unterzeichneten in Höhenmoos die Partnerschaftsurkunde. Unter den Gästen im Haus der Vereine waren unter anderem Landrat Max Gimple sowie Vertreter der weltlichen und kirchlichen Gemeinden. Rechts: Auf dem Weg zum offiziellen Empfang der polnischen Delegation in der Schule am Turner Hölzl gab die Musikkapelle Rohrdorf an Christi Himmelfahrt das musikalische Geleit. Fotos: pil


zu den Fotos

Rohrdorfs Brückenschlag nach Polen
Partnerschaftsvertrag mit Tarnowo Podgórne beim Europäischen Abend in Höhenmoos unterzeichnet

Rohrdorf (pil) – Kurz vor dem großen Moment kamen Fritz Tischner noch Zweifel. Wer denn nun die Braut sei; tatsächlich das 17.000 Einwohner zählende Tarnowo Podgórne oder nicht doch das deutlich kleinere Rohrdorf mit seinen 5600 Bürgern, fragte er augenzwinkernd. Seine Bedenken standen der neuen Verbindung mit der florierenden Gemeinde nahe Posens aber schließlich nicht im Wege. Am Donnerstag abend besiegelten Bürgermeister Tischner und sein polnischer Kollege Kazimierz Marchlewski diesen Bund ganz offiziell im Haus der Vereine in Höhenmoos; just am Hochzeitstag des Kupplers Walter Schatt.
Viel Applaus ernteten die Kinder von Edelweiß Höhenmoos für ihren Auftritt beim Europäischen Abend.
Die Verbindung soll nicht nur deutsch/polnische Freundschaften hervorbringen. Beide Gemeinde-Chefs streben auch eine enge Zusammenarbeit im wirtschaftlichen Bereich an. Und dank der Mitgift von jeweils 25.000 Euro, die die schattdecor AG zu diesem Zweck gestiftet hat, stehen die Frischvermählten am Beginn ihres gemeinsamen Weges nicht mit leeren Händen da. An Ewa Falinksa stellt die Reise nach Oberbayern unterdessen ganz neue Herausforderungen. Die schatt-Mitarbeiterin übernimmt beim Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen im Turner Hölzl (Beginn: 20 Uhr) die Übersetzung für die polnischen Gäste. Als die Rohrdorfer Trachtler-Kinder Raphael und Christine der Delegation am Donnerstag morgen allerdings ihre Grüße auf bairisch überbrachten, musste die Polin lachend kapitulieren. Und für die "Dickschädel" fehlten ihr buchstäblich die Worte.
22. Mai 2004

Drei Kapellen ziehen alle Register
Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen in Rohrdorf - Partnerschaftsvertrag wird unterzeichnet

Von Marisa Pilger

Rohrdorf– Es ist die größte organisatorische und logistische Herausforderung seit der 1200-Jahr-Feier; denn die Rohrdorfer wollen anlässlich der Erweiterung der Europäischen Union kräftig auf die Pauke hauen: Drei Kapellen mit insgesamt 120 Musikern ziehen am Samstag, 22. Mai, beim "Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen" sämtliche Register. An die 1000 Zuhörer erwartet Bürgermeister Fritz Tischner an diesem Abend im Turner Hölzl – zum Nulltarif übrigens. Neben der Musikkapelle Rohrdorf und dem Musikverein "Frisch auf" aus der österreichischen Partnergemeinde Schattendorf spielt dort ab 20 Uhr das Jugendblasorchester aus Tarnowo Podgórne auf.
Für die Polen jedoch stellt das Konzert im Zeichen der Völkerverständigung lediglich einen der Höhepunkte des großen Orchestertreffens dar: Bereits am Donnerstag unterzeichnen die Bürgermeister Kazimierz Marchlewski und Fritz Tischner beim Europäischen Abend in Höhenmoos den Partnerschaftsvertrag zwischen ihren Gemeinden. "Wir haben eine Verpflichtung, auch Polen in Europa willkommen zu heißen.", bringt Bürgermeister Tischner seinen Einsatz für den neuen Partner auf den Punkt.
Damit wächst der Kreis zum nunmehr vierblättrigen Kleeblatt heran: Zu Rosate vor den Toren Mailands und Schattendorf nahe dem ungarischen Copron gesellt sich mit dem 15.000 Einwohner zählenden Tarnowo Podgórne eine weitere Stadtrandgemeinde - in diesem Fall Posens. Und wie schon im Fall Rosates verdanken die Rohrdorfer ihre enge Verbindung zu der florierenden polnischen Gemeinde der Firma schattdecor. Die Partnerschaft zu Schatt-endorf dagegen, kalauert Bürgermeister Tischner nicht ungern, hat der TSV auf den Weg gebracht. Der Vertrag mit den Burgenländern wurde im vergangenen Sommer unterzeichnet.
Plakativ bereits geschlossen: Die Partnerschaft mit der polnischen Gemeinde Tarnowo Podgórne wird am Vatertag auch formell besiegelt. Für das große Orchester-Treffen liegt eine vorläufige Zusage aus Brüssel über einen 5000-Euro-Zuschuss aus dem „Programm für Städtepartnerschaften“ vor. Foto: pil
Bereits am 18. März 1999 haben die Bürgermeister von Tarnowo Podgórne, Rosate und Rohrdorf ihre Absicht zu einer engeren Zusammenarbeit schriftlich festgehalten. Und der damalige Bürgermeister Waldy Dzikowski, mittlerweile Abgeordneter im Sejm, dem polnischen Parlament, ließ es sich nicht nehmen, zur Unterzeichnung des Partnerschaftsvertrages anzureisen. Ihre Teilnahme haben auch Jan Grabkowski, der Landrat von Posen, sowie der Direktor für Wirtschaftsangelegenheiten in der Wojewodschaft Großpolen, Marceli Jakubowski, zugesagt.
Nicht zuletzt wegen der günstigen Lage an der A2, der Verkehrsverbindung Berlin/Posen/Warschau, haben in den vergangenen Jahren namhafte Konzerne wie Reemtsma, MAN, Stihl und Buderus in Tarnowo Podgórne Niederlassungen eröffnet – so auch 1998 die Thansauer schattdecor AG, die unter anderem den Aufbau des dortigen Jugendblasorchesters finanziert hat. Der rasante wirtschaftliche Aufschwung hat der 20 Kilometer westlich von Posen gelegenen Ortschaft neben einer extrem niedrigen Arbeitslosenquote auch den Ruf der reichsten Dorfgemeinde Polens eingebracht.
In Rohrdorf erweist sich unterdessen die Vorbereitung des Orchestertreffens als Mammut-Projekt: Zwar sind in den Lagerräumen immerhin 1300 Stühle gestapelt; doch für die drei Bühnen müssen sich die Rohrdorfer Leihgaben in Neubeuern und Raubling erbitten. Auch die Quartiersuche gestaltete sich – wegen des Vatertages - als Herausforderung für Christian Schönleber von der Verwaltung; er koordiniert die Programmabläufe. Immerhin rollen aus dem 860 Kilometer entfernten Tarnowo Podgórne 70 Gäste per Bus an; hinzukommt die 100köpfige Schattendorfer Gruppe.
Dass die Italiener, die bereits im Jahr 2000 gemeinsam mit der Rohrdorfer Kapelle auf der Bühne gestanden sind, nicht zum Orchestertreffen kommen, hat rein praktische Gründe: Vier Kapellen hätte man nie und nimmer in der Mehrzweckhalle untergebracht.
So wird im Turner Hölzl mit Deutschland als Urgestein, Österreich als Mittelschicht und Polen als Neuzugang auch der zeitliche Bogen über das neue Europa gespannt. Tischner legt dabei großen Wert darauf, dass dem europäischen Gedanken Rechnung getragen wird: “Die Leute sollen sich näher kommen!“ Für beide Gruppen stehen Rundfahrten durch die Gemeinde sowie ein gemeinsamer Empfang bei Rosenheims OB Gabriele Bauer und ein Mittagessen im Thansauer Festzelt auf dem Programm. Geplant sind außerdem Ausflüge auf den Wendelstein und an den Chiemsee. Die Polen nehmen darüber hinaus am Vatertags-Frühschoppen auf dem Lauterbacher Dorfplatz (ab 10 Uhr) teil.
Egal ob beim Sport, in der Kultur oder in anderen Bereichen des gemeindlichen Lebens – auch die neue Partnerschaft soll die Verbundenheit der Nationen innerhalb der Europäischen Union fördern und demonstrieren; mit einem Konzert zum Auftakt als unüberhörbares Zeichen. Ein Beispiel aus der Praxis leben die Musiker von „Frisch auf“ gleich am Tag darauf vor: Beim Kirchenzug (Aufstellung 7.45 Uhr beim „Hotel zur Post“ in Rohrdorf) sowie beim Abschiedsessen im Festzelt in Thansau geben die Gäste aus Schattendorf den Ton an. - Die Rohrdorfer müssen an diesem Tag zum Bezirksmusikfest nach Oberaudorf.
19. Mai 2004

Insgesamt 120 Musiker aus Deutschland, Österreich und Polen verwandeln das Turner Hölzl am Samstag, 22. Mai, in eine Konzerthalle. Dort warten die Musikkapelle Rohrdorf mit ihrem Dirigenten Michael Morgott, der Musikverein „Frisch auf“ aus Schattendorf (Günter Haring) und das Jugendblasorchester Tarnowo Podgórne unter Leitung von Krzysztof Zaremba mit einem breitgefächerten Pogramm auf. Von Strauß über Chopin bis hin zu Udo Jürgens und den Doors reicht das Repertoire, das die drei Orchester beim „Gemeinschaftskonzert der Europäischen Nationen“ hören lassen. Der Eintritt für die Veranstaltung, die um 20 Uhr mit der Schattendorfer Festfanfare eröffnet wird, ist frei. Durch den Abend führt Ulf Lohmann; die Übersetzung für die polnischen Gäste übernimmt Ewa Falinska.

Gemeinden über Musik verbinden
Firma Schattdecor ruft Blaskapelle ins Leben

Rohrdorf (pil) – Es war vor dreieinhalb Jahren beim Gemeinschafts-Konzert Rohrdorf/Rosate als jener Gedanke geboren wurde, der dann auch bei Waldy Dzikowski großen Anklang fand: Walter Schatt, Vorstandsvorsitzender der schattdecor AG, hatte dem Bürgermeister von Tarnowo Podgórne vorgeschlagen, ein Orchester ins Leben zu rufen. Eine Kapelle hatte es dort bis dato nicht gegeben. Und über die Musik, ist Kunstliebhaber Schatt nach wie vor überzeugt, könne man nicht nur die Leute zusammenbringen sondern darüberhinaus dem angepeilten Dreierbund der Gemeinden noch besser auf die Sprünge helfen.
Rund 60.000 Euro hat das Thansauer Unternehmen seither über seine polnische Tochter in den Kauf von Instrumenten, den Musikunterricht und die Uniformen für das Jugendblasorchester investiert. Dass das Vorhaben auch nach der Wahl Dzikowskis zum Parlamentsabgeordneten nicht einschlief, dafür sorgte neben dem Interrims-Nachfolger Krzysztof Krzysztowiak und dem seit 2002 amtierenden Bürgermeister Kazimierz Marchlewski der Kulturbeauftragte der Gemeinde, Szymon Melo`sik.
Walter Schatt sieht es durchaus als Aufgabe eines Investors im Ausland, auch über die wirtschaftlichen Belange hinaus tätig zu werden und, wo nötig, sich an der Finanzierung einer Turnhalle zu beteiligen, einen Krankenwagen zu kaufen oder eben ein Orchester aufzubauen. „Wir wollen Strukturen fürs Gemeinwesen schaffen, die bei uns selbstverständlich sind.“ - Ein Ziel, das Schatt auch persönlich am Herzen liegt. In Deutschland und Italien etwa hätten sich nach dem Zweiten Weltkrieg kulturelles Leben und Vereine entwickeln und entfalten können. In Polen dagegen stehe man damit erst am Anfang.
Auf keinen Fall aber will der 62jährige sein Engagement und das der Firma falsch verstanden wissen: „Wir haben nicht das Gefühl, dass wir noch Rechnungen begleichen müssen.“ Was hier für beide Seiten – die polnische wie die deutsche – zähle, sei der Blick in die Zukunft. Vielmehr, meint Schatt, „steht es uns Deutschen gut an, auch im gesellschaftlichen Umfeld Dinge zu tun, die die Völker näher bringen.“ Nicht zuletzt deshalb wird an jedem Standort der Dekordruckerei, die weltweit - unter anderem in Italien, Polen, Russland, China und Brasilien – mehr als 1000 Mitarbeiter beschäftigt, Deutschunterricht angeboten. Währenddessen studiert der „kapelmistrz“ Krzysztof Zaremba in Tarnowo Podgórne mit seiner Bigband – die meisten der 35 Musiker sind zwischen 13 und 20 Jahre jung – nicht nur Marschmusik ein; die Polen haben auch Jazz, Swing und Popmusik auf Lager. Walter Schatt jedenfalls ist schon „sehr gespannt“ auf deren ersten großen Auftritt beim Europäischen Gemeinschaftskonzert Rohrdorf/Schattendorf/Tarnowo Podgórne.
19. Mai 2004

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Bunte Theaternacht im Turner Hölzl
Am 26. Juni: Großer Auftritt für Kleinkünstler

Rohrdorf (pil) -Auf zwei Freilicht-Bühnen haben die Kleinkünstler bei der Rohrdorfer Theatersommernacht am Samstag, 26. Juni, ihren großen Auftritt. Nach drei Jahren Pause hat die Laienbühne „Harlekins“ wieder ein umfangreiches Programm auf die Beine gestellt, an dem sich neben Theatergruppen aus der Umgebung mehrere Ortsvereine und diverse Alleinunterhalter beteiligen. Jazz und Swing erwartet die Besucher ab 18 Uhr auf dem Vorplatz der Mehrzweckhalle im Turner Hölzl ebenso wie Bauch- und Stepptanz, Kindertheater und Kabarett. Die Veranstalter hoffen nun vor allem, dass auch Petrus mitspielt: Sollte es nämlich regnen, fällt das Sommernachts-Spektakel ersatzlos ins Wasser.
22. Juni 2004


Mit viel Liebe zum Detail wurde die Sonderausstellung mit dem Titel „D'Arbat und 's Gwand zu Omas Zeiten – der Alltag einer Landfrau um 1900“ im Rohrdorfer Heimatmuseum arrangiert. Fotos: pil Waschkessel, Zuber, Schwenkwanne, Waschtisch – das Wäschewaschen war früher eine schweißtreibende Arbeit. Erleichterung verschafften die ersten handbetriebenen Waschmaschinen.

Trachtler gehen den "Weiberleit" an die Wäsche
Sonderausstellung im Achentaler Heimathaus mit einer Fülle von Original-Exponaten

Rohrdorf (pil) - Ganz ungeniert gehen derzeit die Rohrdorfer Trachtler den „Weiberleit“ an die Wäsche: Vom Mieder bis zum Nachthemd, vom Spitzen-Dessous bis zum Unterrock – eine Fülle von Original-Exponaten aus der Zeit um die vorvorige Jahrhundertwende gewährt im Bauernhausmuseum noch bis Ende Oktober Einblick, wie's anno dazumal bei den Frauen „drunter“ ausgeschaut hat.
Den augenfälligsten Wandel haben in den letzten hundert Jahren wohl die Unterhosen durchlaufen: Während dort heutzuage mit Stoff geradezu gegeizt wird, pluderten sich unter den Röcken der Urgroßmütter oftmals richtiggehende Stoffsäcke mit langen Beinlingen: Zelte statt Strings.
Dabei ist die Ausstellung im Dachgeschoss alles andere als anzüglich: Schwarze Brautkleider – das älteste aus der Zeit um 1880 – stechen ins Auge. Ebenso der Brautkasten mit besonders edlen Stoffen, aus dem man sich nur in Notzeiten bediente. Und von der Knochenarbeit, die ein „Waschtag“ vor hundert Jahren für die Frauen mit sich brachte, zeugen Waschzuber, Mangel und Kohlebügeleisen.
Die Stoff-Vielfalt aber ist zurückzuführen auf die sozialen Unterschiede zwischen Bauers- und Bürgerfrauen. „Der Stand einer Frau ließ sich am besten an ihrer Wäsche ablesen.“, erläutert Museumsleiter Peter Reisner das Nebeneinander von derben gräulichen Leinenunterhemden und blütenweißen spitzenbesetzten Hemdchen aus feingesponnener Baumwolle. Der Ehrenvorstand des Rohrdorfer Trachtenvereins „Achentaler“ hat mit viel Liebe zum Detail die mittlerweile fünfte Sonderschau im Heimathaus auf die Beine gestellt. Er legt großen Wert darauf, dass die Wäsche-Ausstellung im Zusammenhang mit dem gesamten Bauernhaus-Museum gesehen wird.
Über die Resonanz auf seine Such-Anzeige in der Wochenzeitung „Altbairische Heimat“ freut sich Reisner ganz besonders. Insgesamt 25 Leihgeber beziehungsweise Spender haben so entscheidend zur Ausstellung mit dem Titel „D'Arbat und 's Gwand zu Omas Zeiten – der Alltag einer Landfrau um 1900“ beigetragen: Handgestrickte Strümpfe, mit Monogramm versehen und
Zwei Personen waren nötig, um diesen Staubsauger zu bedienen. Er stammt aus der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg.
paarweise nummeriert, sind ebenso zu bewundern wie kostbare Silberhauben, die ihren Ursprung wohl in Niederbayern haben, und das Kleid der Gattin eines Ökonomiemeisters von König Ludwig III. Anstelle von Stiefeln wurden seinerzeit Gamaschen übergezogen; doch sie gehören mittlerweile ebenso der Vergangenheit an wie die einteilige „Hemdhose“. Und als Lese-Stoff liegt das „Große Lehrbuch der Wäsche“ bereit.
Allein, das Wäschewaschen bedeutete vor einem Jahrhundert Schwerstarbeit. Nicht zuletzt aus diesem Grunde musste die Tagwäsche auch als Nachthemd herhalten – in der Regel über mehrere Tage hin. Automatische Waschmaschinen gab es nicht. Im mit Holz geheizten Waschkessel wurden die eingeweichten Kleidungsstücke zunächst ausgekocht und in einer Zinkwanne ausgeschwenkt, bevor es an den Waschtisch ging. Dort wurden sie mit Kernseife und einem Ballen gewickelter Kuhhaare, dem Vorläufer der Waschbürste, bearbeitet. Die ersten handbetriebenen Waschmaschinen (das Exemplar im Heimathaus datiert Reisner auf zirka 1900) blieben zunächst den wohlhabenden Häusern vorbehalten.
Neben einer Nähmaschine mit Handkurbel, viele Jahrzehnte alten Waschpulver-Paketen und einem Badschaff aus Fichtenholz hat Reisner in den Rundgang noch einen weiteren Blickfang eingebaut: einen der ersten Staubsauger - eine Spende aus Grassau. Zwei Personen waren nötig für die Bedienung des schwarzen Geräts auf Speichenrädern (zirka 1910); während eine den Blasebalg betätigte, musste die andere den Schlauch führen. Doch konnte das urige Vehikel mehr als nur Staub saugen, weiß Reisner zu erzählen: Im Kampf gegen den Kartoffelkäfer wurde es zur Giftspritze umgebaut; und im Fasching spuckte es auch schon mal Konfetti.
4. Juni 2004

„D'Arbat und 's Gwand zu Omas Zeiten – der Alltag einer Landfrau um 1900“ - lautet der Titel der mittlerweile fünften Ausstellung im Rohrdorfer Heimatmuseum hinter dem Rathaus. Die Ausstellung läuft noch bis 30. Oktober und ist jeden Samstag von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt fürs gesamte Museum kostet drei Euro; Kinder bis 14 Jahre zahlen an diesen Tagen nichts. Größere Gruppen und Schulen können mit Museumsleiter Peter Reisner (Telefon 08032/5337) einen Termin auch außerhalb der Öffnungszeiten vereinbaren.
4. Juni 2004

Brennpunkt Wasser/Abwasser
Partnerschaft mit rumänischem Wasserverbund - Klärmeister kommen nach Rohrdorf
zum Bericht


Kulinarische Wochen und Radltour
Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen beim Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg

Rohrdorf/Törwang (pil) – Mit „Kulinarischen Wochen“ möchte der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg demnächst auf sich und seine Arbeit aufmerksam machen. Schließlich, betonte Vorsitzender Werner Schmid bei der Jahreshauptversammlung in Törwang, seien die Gewerbeverbände das Bindeglied zwischen Unternehmern und Gemeinde; und gerade der Mittelstand trage nicht unerheblich zum Steueraufkommen sowie zu den Arbeits- und Ausbildungsplatzzahlen in einer Kommune bei. Diese Rolle auch den Bürgern immer wieder vor Augen zu führen, sei nicht zuletzt Aufgabe des Gewerbeverbands, dem in Rohrdorf und Samerberg mittlerweile über 60 Betriebe angehören.
Vorstand Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg
Ohne großen Personalwechsel ging die Vorstandswahl des Gewerbeverbandes Rohrdorf-Samerberg über die Bühne. Die Suche nach einem Vize aus der Gemeinde Samerberg blieb allerdings ohne Erfolg: Margit Schwarzenböck, Wolfgang Anwander, Sascha Ellmann (Kassier), Andreas Müller, Ursula Königsbauer (Schriftführerin, neu), Peter Göschl, Bernhard Kaiser, Friedrich Schauer (Vize), Zvestan Radosavljevic und Bezirksgeschäftsführer Christian Michael Klotz (von links). Sitzend: Vorsitzender Werner Schmid. Foto: pil
Abgesehen von einem regelmäßigen Mitglieder-Stammtisch und Seminaren zu Themen wie Mahnwesen und Mediation wollen die Geschäftsleute in diesem Jahr außerdem kräftig in die Pedale treten. Gedacht ist an eine Radltour, eventuell gemeinsam mit dem Ortsverband Rosenheim. So könnten die Rohrdorfer und Samerberger gleich das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden, über den Tellerrand hinaus schauen und Kontakte knüpfen.
Für Diskussionsstoff sorgte bei der Versammlung im „Entenwirt“ der Beschluss des Rohrdorfer Gemeinderats, der die Projektplanung für ein kleines Einkaufszentrum auf dem Gelände des alten Sportplatzes vergeben hat. Christian Michael Klotz, Geschäftsführer des Bezirksverbandes Oberbayern, konnte angesichts der „grundsoliden Nahversorgung“ im Ortsteil Rohrdorf vor dieser Entwicklung nur warnen. Ausgelagerte Einkaufszentren hätten erfahrungsgemäß die Verödung der Ortskerne zur Folge. Wie der örtliche Einzelhandel den Discountern zum Opfer falle, sei beispielsweise in Grabenstätt mitzuverfolgen.
,;Das kann, muss aber nicht passieren“, hielt dem der Dritte Bürgermeister der Gemeinde Rohrdorf, Joachim Wiesböck, mit dem Beispiel Riedering/HL-Markt entgegen. Ein neues Einkaufszentrum könnte zwar für den Rohrdorfer Einzelhandel „unter Umständen sehr problematisch sein“; räumte er ein, doch die Einheimischen erhielten – bei gleichen Konditionen wie ortsfremde Mitbewerber - den Vorzug, in eines der Geschäfte am alten Sportplatz einzusteigen, etwa mit Backwaren. Bei dem Bürgerbegehren, das Carolin Fischbacher initiiert hat, befürchtet Wiesböck allerdings, „dass die notwendige Sachlichkeit fehlt“. Die Hausfrau macht sich für einen Supermarkt-Standort im Ortsteil Thansau stark.
Der Gewerbeverband, der die Informationspolitik der Gemeinde in dieser Angelegenheit bemängelt, will sich dem Thema „Einkaufen“ auf seiner nächsten Vorstandsssitzung widmen und seine Ideen beziehungsweise ein Konzept für eine „erstrebenswerte Nahversorgung“ auch in einem Gespräch mit Vertretern der Gemeinde erörtern.
18. Mai 2004

Aus für Rohrdorfer Einzelhändler?
Geschäftsleute wünschen mehr Information

Rohrdorf/Törwang (pil) – Ein Gespräch am Runden Tisch zum Thema Einkaufen regte der Gewerbeverband Rohrdorf-Samerberg angesichts des Gemeinderats-Beschlusses bei seiner Jahreshauptversammlung in Törwang an. Die Unternehmer wünschen sich zum einen mehr Informationen seitens der Kommune; zum anderen wollen die ortsansässigen Betriebe ihre Vorstellungen von Einkaufsmöglichkeiten in Rohrdorf beziehungsweise Thansau mit Vertretern der Gemeinde erörtern – bevor die Planungen am alten Sportplatz weiter fortschreiten.
Für Ernst Geißler allerdings würde ein Supermarkt an der Autobahnausfahrt das Aus bedeuten. Er betreibt seit etwa fünf Jahren den Lebensmittel-Laden mit dem kleinen Getränkemarkt an der Dorfstraße in Rohrdorf; und nach einigen Anfangsschwierigkeiten, schilderte Geißler nach der Versammlung bedrückt, laufe das Geschäft mit den 230 Quadratmetern Verkaufsfläche nun endlich. Zwei Ganztagsverkäuferinnen, eine Halbtagskraft sowie ein Lehrling arbeiten dort außer ihm und seiner Frau. Doch wenn das Projekt am alten Sportplatz verwirklicht werde, müsse er wohl oder übel zusperren: Mit dieser Konkurrenz, rechnet er sich schon jetzt aus, breche bei ihm der Umsatz ein.
Was er dann anfangen wird? Der 46jährige weiß es nicht. Hinzu kommt die finanzielle Belastung: Für den Laden habe er – trotz gebrauchter Inneneinrichtung - damals immerhin einen sechsstelligen Betrag aufnehmen müssen.
15. Mai 2004


Supermarkt am alten Sportplatz?
Bürgerbegehren angelaufen - Standort in Thansau gefordert

Von Marisa Pilger

Rohrdorf/Thansau- Ein Lebensmittelgeschäft im Ortskern von Thansau anstelle eines Kettenladens am alten Sportplatz – dieses Ziel peilt Carolin Fischbacher mit dem Bürgerbegehren an, dessen Unterschriftenlisten in Geschäften und Banken in den Ortsteilen Thansau und Rohrdorf ausliegen. Damit hat Fischbacher auf den Beschluss des Gemeinderates reagiert, der vor kurzem die Projektplanung für die Ansiedlung von Geschäften auf dem alten Sportplatz für die „örtliche Grundversorgung“ vergeben hat. Rund 400 Unterschriften benötigt sie für einen Bürgerentscheid, mit dem die Planung gestoppt werden könnte.
Seit 1978 ist der alte Sportplatz, der ursprünglich als Schulsportplatz gebaut wurde, im Flächennutzungsplan als „aufzulassen“ vermerkt. Wegen der nahen Autobahn hatte die Regierung von Oberbayern interveniert, und die geplante Hauptschule kam nach Neubeuern. Der Sportplatz war allerdings schon fertig. Jetzt soll das Gemeinde-Grundstück verkauft werden, Läden sollen dort gebaut werden. Einen Trainingsplatz-Ersatz schließt Bürgermeister Tischner unterdessen nicht aus. Foto: pil
Ein Laden-Ensemble mit Supermarkt und Discounter - ähnlich dem in Raubling, wenn auch kleiner - könnte bald an der Autobahnausfahrt stehen. Der Inhaber des dortigen Frischemarktes habe, ebenso wie die Handelskette Edeka, bereits Interesse bekundet, sich auf dem Grundstück an der Staatsstraße zu etablieren, schildert Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner den Stand der Dinge.
Carolin Fischbacher befürchtet allerdings, dass „weitere große Gewerbebetriebe folgen“, etwa ein Autohof. Doch daran, versichert der Gemeindechef, sei „nicht gedacht“. Ebenso wenig sei man an McDonald's interessiert, der bereits mehrfach angefragt habe.
Supermarkt, Discounter, Drogeriemarkt – was sich im einzelnen auf dem alten Sportplatz niederlässt, ist noch offen. Art und Größe der neuen Geschäfte würden aber auf Rohrdorfer Bedürfnisse zugeschnitten und in einem vorhabenbezogenen Bebauungsplan festgeschrieben, hält der Bürgermeister Fischbachers Argumenten entgegen. Sie ist überzeugt, dass ein Einkaufszentrum an der Autobahn in großem Maße Pendler und damit Autoverkehr anziehe.
Bereits seit langem ist „Einkaufen“ ein Sorgenkind in der Gemeinde. Als in Thansau vor ungefähr zwei Jahren das letzte Lebensmittelgeschäft dichtgemacht hat, bekam dies auch der benachbarte Metzger zu spüren – viele Kunden blieben aus. Die Rohrdorfer dagegen sind mit drei Bäckereien, einem Metzger und einem kleinen Lebensmittel-Laden derzeit recht gut bedient; zum Großeinkauf fahren die meisten aber in die Supermärkte der Nachbargemeinden.
Überlegungen, in Thansau auf der Wiese hinter der Tankstelle einen Supermarkt zu bauen, seien vor Jahren wegen der Einwände der Anwohner schnell wieder fallen gelassen worden. Dieser Standort, ergänzt Tischner, sei auch für die Handelsketten uninteressant. Zudem läge der alte Sportplatz für Thansauer wie Rohrdorfer gleichermaßen günstig; und mit der geplanten Nord-Umfahrung irgendwann auch für die Lauterbacher.
Die neuen Geschäfte, führt dagegen Carolin Fischbacher an, wären weder für Rohrdorfer noch für Thansauer zu Fuß erreichbar: Und wenn der Edeka-Laden an der Dorfstraße zumacht (siehe Kasten), litten darunter vor allem die Bürger ohne Auto.
Kleinere Läden in den Ortskernen, pflichtet Tischner ihr grundsätzlich bei, seien durchaus ideal: „Jeder ist herzlich eingeladen, einen aufzumachen!“. Aber gerade das Beispiel Thansau habe doch gezeigt, dass sie langfristig nicht rentabel seien. Sollte jedoch das Projekt an der Autobahn scheitern, warnt er, sei der Zug „Einkaufen“ in dieser Größenordnung wohl für die gesamte Gemeinde abgefahren.
15. Mai 2004

Erfolg durch Motivation

Rohrdorf (pil) – Gut 25 Interessierte, vom Angestellten bis zum Firmeninhaber, nutzten kürzlich in Rohrdorf die Gelegenheit zu einem Praxisseminar unter dem Motto „Erfolg durch Mitarbeitermotivation – Wie verkaufe ich mit Begeisterung“, zu dem der Deutsche Gewerbeverband eingeladen hatte. Unternehmensberater Hans R. Kopp stellte den Teilnehmern aus den Sparten Handel, Handwerk und Dienstleistungsgewerbe im „Hotel zur Post“ diverse Möglichkeiten – von der Gestaltung von Schaufenstern bis zum Umgang mit Reklamationen - vor, mehr Verkaufserfolge verbuchen zu können. Im Namen des Gewerbeverbandes Rohrdorf-Samerberg bedankte sich Vize Fritz Schauer (r.) mit einem kleinen Geschenk bei Referent Kopp für dessen Engagement.
Foto: Pilger
25. April 2004

Erfolgreiche Suche nach Regisseur
"Harlekins" stehen auch in dieser Saison auf der Bühne

Rohrdorf (pil) – Zumindest für die nächsten zwei Spielzeiten wissen die „Harlekins“ ihr größtes Sorgenkind – die Suche nach einem Regisseur – in trockenen Tüchern: Für die kommende Saison wollen die Laiendarsteller einen auswärtigen Regisseur nach Rohrdorf holen; einen entsprechenden Beschluss fassten die 22 Anwesenden bei der Jahreshauptversammlung im Turner Hölzl einstimmig. Ein Boulevard-Erfahrener hat bei Vorsitzendem Klaus Biehl bereits Interesse bekundet. Im Jahr 2005 wird dann „Harlekin“-Mitglied Hugo Huber diesen Part übernehmen.
Auch die „Harlekids“ brauchen auf fachkundige Unterstützung nicht zu verzichten: Christine Unterseer nimmt die Fahrerei von Bad Endorf ins Turner Hölzl auf sich, um die Kinder für die Aufführungen im Winter fitzumachen. Doch damit nicht genug; Unterseer, die schon als Spielleiterin bei den Erwachsenen fungiert hat, spielt sogar mit dem Gedanken, ein eigenes Stück zu schreiben.
Harlekin-Vorstand
Auf ein Vierteljahrhundert Arbeit im Vorstand des Theatervereins, der sich 1996 vom TSV abgenabelt hat, kommt Pepp Kaiser (vorne links). Für dieses Engagement wurde Kaiser (auch Beisitzer) jetzt mit der Silbernen Ehrennadel des Verbandes deutscher Amateur-Theater ausgezeichnet. Der „Harlekin“-Vorstand setzt sich nach den Neuwahlen folgendermaßen zusammen: Hinten von links: Marianne Keuschnig (neue Vize), Irmi Mayr (Kassier), Lisa Steiner (Beisitzer), Mittlere Reihe: Uli Stuffer (Schriftführerin), Nicole Liegl (Jugendleiterin), Bianca Prankl (Jugendleiterin) und Vorsitzender Klaus Biehl (vorne rechts). Nicht im Bild: Öffentlichkeitsreferent Bernhard Kaiser. Foto: pil
Damit fand das Kopfzerbrechen um die Frage „Wie soll's weitergehen?“, die nicht nur dem Vorsitzenden Klaus Biehl im Magen gelegen hatte, ein unerwartet rasches Ende: Die „Harlekins“ stehen auch in dieser Saison auf der Bühne. Die Premiere ist für den 23. Oktober angesetzt; weitere Aufführungen folgen am 29., 30. und 31. Oktober sowie am 5. November. Der Nachwuchs tritt wieder zur Adventszeit auf.
Für Irritationen hatte zunächst ein Brief von Rathaus-Chef Fritz Tischner gesorgt. Diese konnte der 3. Bürgermeister Joachim Wiesböck, der erst auf der Versammlung von dem Schreiben erfuhr, aber aus dem Weg räumen. Am Terminplan, versicherte der CSU-Mann den Schauspielern, gebe es nichts zu deuteln. Darüber hinaus stellte er Theaterleuten, Trachtlern und Musikern auf lange Sicht eine eigene Unterkunft in Aussicht. Sei doch allein die Atmosphäre in einem Saal mit 200 bis 250 Sitzplätzen eine ganz andere als die in einer bestuhlten Sporthalle. Insgesamt blickte Klaus Biehl auf eine „tolle Theatersaison“ 2003 mit insgesamt 1400 Besuchern bei den jeweils fünf Erwachsenen- und Kinder-Aufführungen zurück. Zwar bestätige diese Zahl den leichten Abwärtstrend, der seit mehreren Jahren anhält. Doch „wir können mit anderen Bühnen mithalten“, verwies der Vorsitzende nicht ohne Stolz auf den guten Ruf der Truppe in der Region.
Dass die „Harlekins“ mit ihren 103 Mitgliedern aber mehr machen als nur Theater beweise unter anderem der Andrang beim Ferienprogramm. Zudem soll in diesem Jahr wieder ein Sommernachts-Spektakel steigen.
2. April 2004

Theaternacht in Rohrdorf

Bühne frei für Kleinkünstler aller Art heißt es bei der Theatersommernacht, die die „Harlekins“ am Samstag, 26. Juni, mittlerweile zum dritten Mal in Rohrdorf aufziehen. Die Besucher erwartet zwischen Turnhalle und Schule ab 18 Uhr ein buntes Programm mit Bauchtanz, Sketchen, Jazzmusik, Stepp-Einlagen und vielem mehr. Ob Ensemble oder Alleinunterhalter - wer bei der Theaternacht mitwirken will, bekommt bei „Harlekin“-Chef Klaus Biehl (Telefon 08032/1315) nähere Auskünfte. Bei Regen fällt das Sommerfest allerdings ins Wasser.
2. April 2004

Seniorenarbeit im Mittelpunkt
Zahlreiche Ehrungen bei der AWO - Bielmeier bleibt Vorsitzender
zum Bericht


Gottesdienste im byzantinischen Ritus
Chor des Priesterseminars Ternopil zu Gast in Rohrdorf und Höhenmoos
zum Bericht


Faschingszug Rohrdorf
zur Fotoserie


Heimathaus bekommt Nachbar
Dick-Stadel zieht aus Sachsenkam nach Rohrdorf um

Bundwerk-Stadel
Der denkmalgeschützte Dick-Stadel in Sachsenkam steht vor dem Umzug. Zehn auf zwölf Meter misst der Teil des 7,50 Meter hohen Holzfachwerkbaus, der neben dem Rohrdorfer Heimathaus wiederaufgebaut wird. Selbst die Nägel wurden aus Ästen gefertigt. Landwirt Christoph Dick will auf dem freien Platz wieder ein Nutzgebäude errichten.
Von Marisa Pilger

Rohrdorf- Das Rohrdorfer Heimathaus bekommt einen neuen Nachbarn. Wenn alles glatt geht, lässt sich dort, auf dem Gelände gleich hinter dem Rathaus, im Herbst der Dick-Stadel aus Sachsenkam nieder. Die Reise des denkmalgeschützten Bundwerkstadels nimmt der Trachtenverein „Achentaler“ in die Hand; Gemeinderat und Denkmalschutzbehörde haben bereits grünes Licht gegeben für den nicht alltäglichen Umzug.
„Das ist genau das, was uns noch fehlt“, freuen sich Vorsitzender Rupert Wagner und sein Vize Richard Schmid. Zum einen rundet der Stadel von Christoph Dick den Museumskomplex hinter dem Rathaus zu einem Hufeisen ab: Aus den Beständen eines denkmalgeschützten Hofes aus der Gegend von Pfaffing entstand dort Anfang der 80er Jahre das Achentaler Heimathaus; später kam das Venezianische Sägegatter von der Hohen Asten dazu. Zum anderen erhalten die Trachtler auf diese Weise zusätzlich zu einem weiteren Ausstellungsraum auch die dringend benötigte Lagerfläche, da der Stadel auf dem Hanggrundstück unterkellert wird.
Die Tage des rund 130 Jahre alten Bauwerks wären an seinem angestammten Standort in Sachsenkam wohl ohnehin gezählt gewesen. Die großen Tore aus unbehandeltem Fichtenholz, das erst nach einem halben Jahrhundert diese satte dunkelbraune Farbe bekommt, sind marode, das Dach ist an einigen Stellen undicht, Windbretter fehlen und manche der Sparren beginnen bereits zu faulen.
Dabei ist der Stadel, der damals, in der Hochsaison des Getreideanbaus, als reiner Zweckbau errichtet und im Laufe der Zeit mehrmals erweitert wurde, in seinem jetzigen Zustand beinahe ein Museum für sich; insbesondere das noch ältere Herzstück, der Troadkasten: Ein Hackenzylinder fristet dort ebenso unbeachtet ein Schattendasein wie die alten Sicheln und die Metzen, mit denen das Getreide abgemessen wurde. Eines der Schmuckstücke in dem Holzbau hat allerdings Rost angesetzt: Der etwa 20 Zentimeter lange handgeschmiedete Schlüssel für den Getreidekasten, der heute noch Zeugnis ablegt über den immensen Wert, den Weizen, Roggen und Hafer seinerzeit hatten.
„Den ganzen Winter über wurde hier gedroschen“ erzählt Eigentümer Christoph Dick. Bis cirka 1916 mit dem Dreschflegel, dann mit dem Hackenzylinder, später mit dem Dreschwagen. Aus diesem Grund ist
Schlüssel Troadkasten
Welch immensen Wert das Getreide vor 130 Jahren hatte, lässt der handgeschmiedete Schlüssel erahnen, mit dem der Troadkasten zugesperrt wurde. Fotos: pil
auch der vordere Bereich des Stadels als wasser- und korndichte Konstruktion mit Schwalbenschwanzverbindungen gezimmert. Dick: „Damit ja kein Korn verloren geht.“ Jetzt dient dem 50jährigen Landwirt der Stadel nur noch als Abstellschuppen; im rechten Anbau ist seine Werkstatt untergebracht. Aber „landwirtschaftlich ist er nicht mehr nutzbar“, erläutert Dick seinen Entschluss, den Stadel dem Trachtenverein zur Verfügung zu stellen. Getreide wird hier schon lange nicht mehr angebaut.
Auf die „Achentaler“ wartet mit dem Umzug ein ganzes Stück Arbeit. Schließlich muss das gute Stück in seine Einzelteile zerlegt, nummeriert und auf Paletten verladen werden. Lediglich der vier auf vier Meter große Troadkasten mit dem geschnitzten eichenen Türstock wird in einem Stück abtransportiert.
Die neueren Anbauten fallen beim Wiederaufbau weg; das Material wollen die Trachtler zum Ausbessern des Originals verwenden. Schützenhilfe beim Umzug und auch beim Reinigen des Holzes bekommen die „Achentaler“ von Spezialisten aus Tirol.
Im Landratsamt ist man zwar grundsätzlich „nicht begeistert“, wenn Baudenkmäler versetzt werden sollen, da diese vor allem in ihrer angestammten Umgebung wirken. Doch im Fall des Dick-Stadels hat Kreisbaumeister Alois Juraschek „in den sauren Apfel“ gebissen. Bevor der historisch bedeutende Bau in Sachsenkam verfällt, hat er, in Absprache mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, der Versetzung zugestimmt. Schließlich bleibe der Stadel auf diese Weise der Gemeinde erhalten, noch dazu in einem entsprechenden Rahmen; vom Engagement des Rohrdorfer Trachtenvereins ist Juraschek durchaus angetan.
Insgesamt stehen im Landkreis wohl an die 150 bis 200 "zum Teil sehr schöne" Bundwerkstadl. Doch das Zentrum dieser Bauweise, so Juraschek, liege eher östlich, Richtung Mühldorf bzw. Traunstein.
Den Zuwachs beim Museum sieht Rohrdorfs Bürgermeister Fritz Tischner gerne, der sich rund um Kirche, altes Schulhaus und Rathaus ein „kulturelles Zentrum“ wünscht. Auch aus diesem Grund ist die Gemeinde auf der Suche nach einem neuen Areal für den Bauhof, der ebenfalls hinter dem Rathaus untergebracht ist.
Längstens 14 Tage soll der rund 15.000 Euro teure Umzug des Holzbaus inklusive Ab- und Wiederaufbau dauern. Rupert Wagner ist dabei ebenso zuversichtlich wie Richard Schmid, dass alles reibungslos über die Bühne geht. Vorausgesetzt, dass möglichst viele der gut 400 Mitglieder mit anpacken. Grund genug gäbe es: Die “Achentaler“ feiern 2005 ihr 70jähriges Bestehen.
27. Januar 2004

Rohrdorf: Heuer wieder Gaudiwurm
30 Jahre Faschingsgesellschaft

Rohrdorf (pil) - In einer „denkwürdigen Versammlung“ beim Stocker erlebte das organisierte Narrentum vor 30 Jahren seine Geburtsstunde: die Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) wurde aus der Taufe gehoben. Helmut Wiesböck, seines Zeichens Hofmarschall 2004, ließ angesichts des Jubiläums beim Krönungsball kurz die Geschichte der fünften Jahreszeit Revue passieren.
So hatte 1950 nur die Prinzessin – die Majestäten hießen damals Irmgard und Ludwig Wiesböck - ein Kostüm, was der guten Stimmung aber keinen Abbruch tat.
1974 wurde dann in feste Bahnen gelenkt, was ein Vierteljahrhundert zuvor seinen Lauf genommen hatte. An der Spitze des neuen Vereins stand der mittlerweile verstorbene Präsident Alfons Schmeizl; Vize war Andreas Wiesböck, um die Finanzen kümmerte sich Martin Piezinger, und fürs Schriftliche war Dr. Günter Fuchs zuständig. Den ersten RFG-Fasching unter der Herrschaft von Lydia Endlich und Herbert Auer moderierte 1975 der ebenfalls verstorbene Hofmarschall Max Neumaier.
Bis 1970 gab's sowieso nur alle zehn Jahre ein narrisches Paar in Rohrdorf. Es folgte ein Fünf-Jahres-Turnus, der jetzt auf drei Jahre verkürzt wurde. Damit schlängelt sich in diesem Jahr (Sonntag, 22. Februar, ab 14 Uhr) auch wieder ein Gaudiwurm durch die Dorfstraßen.
15. Januar 2004

zur Fotoserie vom Rohrdorfer Faschingszug 2004

zur Fotoserie vom Auftritt des Rohrdorfer Prinzenpaares 2004

Prinzenpaar Minister
Riesenapplaus gab's nicht nur beim Krönungsball. Mit ihrer Rock'n'Roll-Show (hier geht's zu den Fotos) begeisterten Ramona I. und Andreas V. auch die Faschingsfans im Thansauer Kindergarten. Hautnah: Überraschend tiefe Einblicke gewährten die Enthüllungen der Minister. So kam auch der weibliche Teil der Gäste voll auf seine Kosten.
Fotos: pil

Machtwechsel im "Moulin Rouge"
Riesenstimmung beim Rohrdorfer Krönungsball

Rohrdorf (pil) - Für die Rohrdorfer Narren ist es am Samstag ernst geworden. Punkt 21.20 Uhr übernahm der Fasching das Regiment in der Gemeinde – allen voran das Prinzenpaar Ramona I. vom Schloss der südlichen Sonne und Andreas V. von der Burg des flüssigen Goldes. Rund 500 Gäste erlebten beim Krönungsball der Faschingsgesellschaft mit, wie Bürgermeister Fritz Tischner mittlerweile zum sechstenmal vom Thron gestoßen wurde. Und spätestens bei der mitreißenden Mitternachtsshow war endgültig klar, wer für die nächsten sechs Wochen das Zepter in der Gemeinde schwingt.
„Wir sind heilfroh, dass wir anfangen können“, brachte Hofmarschall Helmut Wiesböck die Mischung aus Vorfreude und Nervosität in der gesamten Gilde auf den Punkt. Seit Mai hatten das Prinzenpaar und die 13köpfige Garde, angeführt von Majorin Cathrin Ruppert, Walzer, Marsch und Showeinlagen trainiert – mit durchschlagendem Erfolg. Schon beim Prinzenwalzer ernteten die 24jährige Ramona Geier und der ein Jahr ältere Andreas Maier aus Höhenmoos tosenden Beifall.
„Ein schönes Paar!“, waren sich die Ballbesucher einig. Unterstrichen wurde dieser Eindruck nicht zuletzt durch die Gewänder. Allein beim Kleid der Prinzessin – in einem pastell-orangenen Farbton gehalten - hat Schneidermeisterin Andrea Schneebichler aus Neubeuern gut zehn Meter Stoff verarbeitet; für die Kostüme von Garde und Ministern ist auch Ingrid Bettega, ebenfalls aus Neubeuern, an der Nähmaschine gesessen.
Seine Amtsinsignien gab Rathaus-Chef Tischner nur zähneknirschend und „mit Ehrfurcht“ an die Tollitäten ab: den überdimensionalen „Sicherheitsschlüssel mit drei Zuhaltungen“ und die Gemeindekasse, für deren Inhalt ein kleiner schwarzer Beutel ausreichte. Denn „wo nix drin ist, kann man nix hergeben“, merkte der Noch-Regent im Reiche(n) Rohrdorf verschmitzt an. Erst nach gründlichem Auskehren aller Ecken habe er doch noch 1000 Euro zusammengekratzt. Die sollen den neuen Herrschaften, die bis Aschermittwoch anstelle des CSU-Mannes in dem „schwarzen Bau“ residieren und über die Narren regieren, über die ersten Stunden hinweghelfen. Doch wo jene tatsächlich sitzen, konterte Wiesböck, werde sich noch zeigen.
Garde
Von zackig bis verführerisch: Die Rohrdorfer Prinzengarde zog - wie hier im Kindergarten Heilige Familie - alle Register ihres Könnens.
Dass sich wahre und vermeintliche Narren künftig öfter ablösen können, dafür hat die neue Vorstandschaft der Rohrdorfer Faschingsgesellschaft (RFG) unter Präsident Andreas Knoll gesorgt. Ab sofort – pünktlich zum 30. Geburtstag der RFG - kehrt der organisierte Fasching alle drei anstatt bisher alle fünf Jahre in der Gemeinde ein.
In der Rolle des personifizierten überparteilichen, unpolitischen und nicht zensierbaren Faschings lud dann der Hofmarschall spitzzüngig zu einem launigen Streifzug durch die einzelnen Gemeindeteile ein; seine Krönungsrede gipfelte schließlich in einem gesellschaftskritischen Exkurs über das Miteinander und der Forderung „Mensch, werde wieder Mensch!“, der Wiesböck mit seiner Darbietung des Grönemeyer-Hits „Mensch“ akustisch Nachdruck verlieh.
Wahre Begeisterungsstürme entfesselte kurz nach Mitternacht die Rock-'n'-Roll-Darbietung des nunmehr in Türkisblau gewandeten Paares. Achteinhalb Minuten lang wirbelte der Prinz seine Ramona mit Überwürfen und akrobatischen Hebefiguren durch die Luft. Keine Frage, dass die Zuschauer auf einer Zugabe bestanden – keine Frage aber auch, dass die beiden danach eine Verschnaufpause brauchten. Mit Oldies und aktuellen Hits sorgte die Band „Flash-Dance“ aus Großkarolinenfeld dafür, dass die Tanzfläche auch zwischen den einzelnen Programmpunkten nicht leer blieb.
Die „Gardinen“ (Wiesböck) standen mit ihrer Show den Majestäten in nichts nach. Dreizehn Cancan-Tänzerinnen verwandelten die Mehrzweckhalle zu den Rhythmen von „Diamonds are a girl's best friends“ und „Voulez vous coucher...“ und angefeuert vom begeisterten Applaus der Zuschauer in ein zweites Moulin Rouge.
Diesesmal kam übrigens auch der weibliche Teil der Ballgäste voll und ganz auf seine Kosten. Die Elferräte hatten ihren feinen Zwirn gegen schwarze Netzhemden und enganliegende Hosen vertauscht und ließen an bestimmten Stellen die Hüllen fallen. Ein Novum mit besonderem Reiz, das Sonja Eckstaller mit den Herren eintrainiert hatte: Immerhin, kündigte der Hofmarschall an, sollen die ministeriellen Unterhosen im Laufe des Faschings variieren.
13. Januar 2004

Gleich drei Heilige klopften an die Tür
Rohrdorf: Geldsegen für Sozialwerk
Zum Bericht.

Wie verhext geht's derzeit zu im Turner Hölzl
Rohrdorfer "Harlekids" glänzen im Theaterstück

gestiefelter Kater tapferes Schneiderlein
Der gestiefelte Kater beim Feuerschlucken - zur Sicherheit steht der Feuerlöscher schon parat. Da helfen selbst Flötentöne nichts: Auch die Schlangenbeschwörung geht daneben.

Rohrdorf (pil) - Wenn Kinder Theater machen, muss das nicht unbedingt unerfreulich sein. Den besten Beweis liefern derzeit die Rohrdorfer „Harlekids“. Mit Freude am Spiel und Liebe zum Detail ziehen die zehn Darsteller ihre Zuschauer für gut eine Stunde in den Bann des Märchenlandes, wo Frau Holle vor lauter Aufregung schon mal das Schneetreiben für die Eskimos vergisst.
Grund für den ganzen Wirbel im liebevoll dekorierten Wolkenhaus ist der Weihnachtsmann, genauer gesagt sein verletztes Bein: Jetzt kann er keine Geschenke auf der Erde ausliefern. Eine Vertretung muss her! Der Andrang ist jedoch so groß, dass Goldmarie und Frau Holle einen Talentwettbewerb organisieren.
Harlekids
Ziehen die Zuschauer in den Bann des Märchenlandes: Die zehn Harlekids. Fotos: pil
Aber es ist wie verhext! Das siebte Geißlein stellt sich als Wolf im Schafspelz heraus. Der Froschkönig ist nach seinem Kosakentanz hoffnungslos an Armen und Beinen verknotet. Der gestiefelte Kater spuckt statt Feuer nur Wasser, und das tapfere Schneiderlein zieht bei seiner Schlangenbeschwörung am Ende lediglich ein schlappes Seil aus dem Korb.
Die Schuldige ist schnell gefunden: Die Hexe (wahrhaft bösartig: Regina Hellthaler) ist es, die den Märchenfiguren ständig dazwischenfunkt. Nach einem Blick ins Goldene Buch und dem unvermeidlichen Mohrenkopf als Gehirnnahrung (insgesamt muss Vanessa Mitter wohl ein halbes Dutzend der zuckersüßen Dinger verdrücken) hat Frau Holle die Lösung gefunden.
In einem ebenso amüsanten wie turbulenten Finale kommt mit Hilfe von Hans im Glück schließlich alles wieder ins Lot. Die Geschenke können ausgeliefert werden, und im Märchenland herrscht wieder Frieden.
Nach diesem stimmungsvollen „Weihnachten im Märchenland“, bei dem Rita Biehl und Holger Setz Regie führten, musste allerdings eine Mutter die Welt ihres Sprösslings wieder zurechtrücken. Hatte Frau Holle doch Bibi Blocksberg in einem Atemzug genannt mit den bösen Wald-, Wasser- und Stockhexen. Das hatte dem Kleinen keine Ruhe gelassen: „Gell, Mama: Bibi Blocksberg ist schon eine gute Hexe?!“
13. Dezember 2003

Adventsmarkt Frauengemeinschaft Rohrdorf
Von Bauernbrot bis Weihnachtsschmuck: Die Auswahl war groß beim Adventsmarkt der Rohrdorfer Frauengemeinschaft. Foto: pil
Vom Bauernbrot bis Likör: alles selbst gemacht

Rohrdorf (pil) - Nach drei Jahren Pause war es jetzt wieder soweit: Die Frauengemeinschaft Rohrdorf lud zum Adventsmarkt ein. Wochen- wenn nicht gar monatelang war gestickt, genäht und gestrickt worden. Außerdem standen für die vielen Besucher im Pfarrheim neben Weihnachtsschmuck Marmelade, Liköre und eingelegtes Gemüse zur Auswahl, ebenso wie frische Schmalznudeln und Bauernbrot - alles natürlich selbstgemacht.
Für den musikalischen Rahmen sorgten eine Bläsergruppe, der Chor des Thansauer Kindergartens sowie eine Stubnmusi-Gruppe unter Leitung von Renate Birner.
Der Erlös des Nachmittags – mehr als 4000 Euro – fließt hauptsächlich in die fürs Jahr 2005 angepeilte Renovierung der St.-Jakobus-Kirche; ein Teil kommt der Rumänienhilfe des Dekanats Inntal zugute.
Was Maria Scholz, die Vorsitzende der Frauengemeinschaft, besonders freut: Egal ob Alt oder Jung, „jeder leistet seinen Beitrag“.
5. Dezember 2003

Mit neuen Ämtern: Marianne Keuschnig
Jahreshauptversammlung der VdK

Rohrdorf (pil) - Eigentlich war Marianne Keuschnig in ihrer Funktion als Behindertenbeauftragte der Gemeinde Rohrdorf zur VdK-Jahreshauptversammlung gekommen. Am Ende der Veranstaltung in Lauterbach hatte die 48jährige zwei neue Ämter inne: Das frischgebackene VdK-Mitglied ging als Stellvertreterin des wiedergewählten Vorsitzenden Hermann Wörndl nach Hause; zugleich war sie zur Schriftführerin des rund 90 Mitglieder zählenden Vereins bestellt worden.
Wörndl, seit 1995 Vorsitzender, ist als Kassier auch wieder für die Finanzen zuständig. Als Beisitzer fungieren Franz Stillinger und Rudolf Schmid.
Die Leitung der Versammlung sowie der Vorstandswahl hatte Kreisgeschäftsführer Dieter Störmann übernommen. Er informierte zudem über Wissenswertes aus dem Landesverband und ging unter anderem auf die allgemeine soziale Situation ein. Unter den rund 15 Zuhörern in der Pension "Alpenblick" war, neben Zweitem Bürgermeister Karl Frey, auch der Ehrenvorsitzende Jakob Opperer senior, das einzige noch lebende Gründungsmitglied des mittlerweile 56 Jahre alten Ortsverbandes, freut sich Keuschnig.
Für die Sammlung „Helft Wunden heilen“, die vom 7. bis 16. November läuft und vor allem Schwerbehinderten zugute kommen soll, sucht der VdK noch Helfer. Meldungen nimmt Marianne Keuschnig, Telefon 08032/5343, entgegen.
5. November 2003

Generationswechsel in Bäckerei

Bäckerei-Mannschaft
Die Bäckerei Warter bleibt in der Familie: Johannes Gredler hat den Betrieb seiner Schwiegereltern Mali und Franz Warter übernommen. Auch seine Frau Kathrin hilft, wenn Not am Mann ist. Foto: pil
Rohrdorf (pil) -„In süßer Mission“ – das Thema seiner Meisterprüfung hat sich Konditormeister Johannes Gredler auch für das eigene Geschäft auf die Fahne geschrieben. Der 27jährige Tiroler den Betrieb seiner Schwiegereltern Mali und Franz Warter in Rohrdorf übernommen. Damit geht das 1932 gegründete Familienunternehmen an der Unteren Dorfstraße in die dritte Generation.
Gredler und seine Frau Kathrin haben für den Laden an der Unteren Dorfstraße, wo kürzlich auch eine Postagentur eröffnet wurde, noch einige Neuerungen in petto. Pünktlich zur Übergabe wurde eine eigene Homepage freigeschaltet.
Und damit Semmeln und Brezn in gewohnter Qualität auf den Tisch kommen, geht Zuckerbäcker Gredler bei seinem Schwiegervater in die Lehre: Für den Jungunternehmer ist damit die Nacht vorerst um zwei Uhr vorbei.
18. Oktober 2003



Gedenken an die Gefallenen
Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal

Rohrdorf (pil) - Als Mahnung wie auch als Dank will Peter Berghammer, Vorsitzender des Rohrdorfer Krieger- und Veteranenvereins, die Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal verstanden wissen. Berghammer erinnerte in seiner kurzen Ansprache beim Jahrtag an „die verheerenden Zeiten“, als vor gut 60 Jahren einer kam, um ein Feuer zu entfachen; jedoch nicht das wärmende, Frieden spendende Feuer aus dem Lukas-Evangelium, sondern einen Feuersturm, der die ganze Welt erfassen sollte. Schutt war es, was davon übrig blieb – und die Namen auf der Bronzetafel am Kriegerdenkmal.
Kranzniederlegung
Peter Berghammers (M.) besonderer Gruß beim Jahrtag des Rohrdorfer Krieger- und Veteranenvereins galt seinem Vorgänger, dem gesundheitlich angeschlagenen Ehrenvorsitzenden Sepp Opperer, der sich die Zeremonie trotzdem nicht hatte entgehen lassen. Foto: pil
Diesen Namen, den Gefallenen und Vermissten Rohrdorfern, gilt das Andenken, das der Veteranenverein bei seinem Jahrtag – traditionell zwischen Erntedank und Kirchweih – besonders hochhält. Denn diese Männer „sind als Märtyrer gegangen“, verwies Berghammer auf über 50 Jahre Frieden im Land als Folge des Zweiten Weltkrieges.
Rund 150 Teilnehmer – darunter Abordnungen der Patenvereine aus Höhenmoos und Neubeuern - hatten sich zum Kirchgang versammelt; den Zug zur Jakobus-Kirche führte die Musikkapelle Rohrdorf an. Für den Gottesdienst hatte der frühere Rohrdorfer Pfarrherr, Geistlicher Rat Wolfgang Aumer, seinen Ruhestand unterbrochen; denn sein Nachfolger Gottfried Doll war an diesem Wochenende zu einer Priesterweihe verreist.
Berghammer, selbst erst nach dem Krieg geboren, hatte „immer ein warmes Bett und einen vollen Teller“. Umso mehr sei gerade seine Generation den Opfern Dank schuldig. „Wir dürfen und werden sie nicht vergessen.“ Trotzdem regierten in vielen Gegenden der Welt nach wie vor Grausamkeit, Krieg und Terror, und „immer trifft es die Unschuldigen“. Deshalb, so der Appell des Vorsitzenden, gelte es, gemeinsam und mit Menschenverstand gegen solche Entwicklungen vorzugehen.
16. Oktober 2003

Neben Brezn jetzt auch Briefmarken

Rohrdorf (pil) – Außer Brezn und Kuchen gibt es in der Rohrdorfer Bäckerei Warter nun auch Briefmarken und Telefonkarten: Gestern früh fiel der Startschuss für die neue Postagentur in der Unteren Dorfstraße. Konditormeister Johannes Gredler, der am 1. Oktober das Geschäft seiner Schwiegereltern Mali und Franz Warter übernimmt, seine Frau Kathrin sowie Mali Warter haben zu diesem Zweck eine intensive Schulung bei der Post genossen.
Von 8 bis 18 Uhr (mittwochs und samstags bis 12 Uhr) können die Rohrdorfer jetzt ihre Postgeschäfte erledigen; ab nächster Woche sogar bereits ab 5.30 Uhr. „Das ist einmalig in diesem Bereich“, betont Werner Domina, Gebietsbetreuer der Deutschen Post. Die Filiale am Dorfplatz, die nun geschlossen wurde, hatte ohnehin nur zweieinhalb Stunden täglich geöffnet.
17. September 2003

Wiesn-Express auf dem Abstellgleis
DB: "War einmalige Marketing-Aktion"

Rohrdorf (pil) – Auf ein Schmankerl müssen die Herbstfest-Besucher aus Rohrdorf diesmal verzichten: Der Wiesn-Express, den die DB Regio im vergangenen Jahr gemeinsam mit der Gemeinde und der AuerBräu AG auf die Schiene geschickt hat, geht heuer nicht auf Fahrt. „Das war eine einmalige Marketing-Aktion“, erklärt DB-Sprecherin Daniela Bals.
Den Sonderverkehr zwischen Rohrdorf und dem Rosenheimer Bahnhof, wo seit über 30 Jahren kein regulärer Personenzug mehr gerollt war, hatte die Bahn – in Absprache mit der Gemeinde - nur im Zuge der Werbung für den neuen Elektrotriebwagen ET 426 angeboten. Die erforderlichen Bahnsteige wurden von Bauhof-Mitarbeitern errichtet und sind nach wie vor einsatzbereit.
Zahlreiche Gespräche hat Bürgermeister Fritz Tischner u.a. mit Vertretern von Bahn und RVO geführt, um eine Neuauflage der Fahrten, die bei alten wie jungen Rohrdorfern für große Begeisterung gesorgt hatten, zu erreichen. Sogar der Fahrgastverband Pro Bahn hatte sich eingeschaltet.- Letztlich ohne Erfolg. „Mir tut's sehr leid“, bedauert Tischner, der den Wiesn-Express „selbstverständlich“ auch selbst genutzt hat.
Die Verhandlungen, so Tischner, seien nicht zuletzt am Widerstand der Betreiber des Schienenersatzverkehrs gescheitert. Die Busunternehmer hätten bei einer Konkurrenz durch den Schienen-Express finanzielle Einbußen befürchtet. Denn während es im vorigen Jahr für die Rohrdorfer nachts nur den Zug als Alternative zum Auto gegeben habe, bringen nun Busse die Wiesnbesucher nach Hause.
Von einem geplanten Wiesnzug 2003 „haben wir nichts gewusst“, betont unterdessen Fuhrunternehmer Gerhard Reiter, der sich immer noch über die Bahn-Aktion vom vergangenen Jahr ärgert. Damals hatte der Aschauer Busunternehmer, der die Strecke Rohrdorf-Rosenheim bedient, erst aus der Zeitung vom Wiesn-Express erfahren. Sauer aufgestoßen ist Reiter dabei vor allem die Subventionierung des Fahrpreises mit Biermarken. Bei normalen Preisen, ist er überzeugt, hätte auch der Zug keine Fahrgäste.
Bürgermeister Tischner hingegen ist zuversichtlich: „Wir wollen die Sache nicht aus den Augen verlieren“. Vielleicht, so seine Hoffnung, klappt's in Zusammenarbeit mit den Busunternehmen, im nächsten Jahr wieder einen Wiesn-Express ins Rollen zu bringen.
6. September 2003

Postler warf Führerscheine weg
Rund 2000 Briefe an Rohrdorfer Bürger landeten im Altpapier
Zum Bericht


Führerscheine auf Postweg verschollen
Rohrdorfer warten vergeblich auf Papiere

Von Marisa Pilger

Rohrdorf– Gesucht: vier nagelneue Führerscheine, auf Irrwegen im Postbetrieb unterwegs. Ausgangspunkt der Reise: Anfang Juli in der Führerscheinstelle des Landratsamts; angepeiltes Ziel: vier Autofahrer, allesamt wohnhaft im Gemeindebereich Rohrdorf; derzeitiger Aufenthaltsort der grün-rosa Plastikkärtchen: unbekannt. - Jetzt ermittelt die Deutsche Post, welchen Weg die Führerscheine im Kreditkarten-Format genommen haben.
Das ist Landratsamts-Mitarbeiter Walter Frisch noch nicht untergekommen. Über 35.000 Führerschein-Anträge sind in den letzten fünf Jahren über seinen Tresen in der Zulassungsstelle gewandert. Durchschnittlich zehn Tage dauert es, dann kommt das Dokument fix und fertig aus der Bundesdruckerei in Berlin zurück auf seinen Schreibtisch, wird dort nochmal kontrolliert und wandert dann in die Post. Den Schwund aus diesem Berg beziffert der Verwaltungsangestellte mit gerademal 10 bis 15. Doch jetzt haben gleich vier Autofahrer aus der Gemeinde Rohrdorf vergebens auf Post von der Führerscheinstelle gewartet.
Alle vier verschütt gegangenen Kuverts hat Frisch bereits Anfang Juli - an verschiedenen Tagen - abgeschickt.
Diese Häufung findet auch Dieter Nawrath, Pressesprecher der Deutschen Post „durchaus auffallend“. „Wir werden der Sache auf den Grund gehen.“, verspricht er. Der Weg vom Landratsamt über das Sortierzentrum in Kolbermoor und den Zustellstützpunkt Rohrdorf bis hin zu den Empfängern wird „genau unter die Lupe“ genommen. Und natürlich müssen die Briefträger „nochmal ganz genau in ihren Taschen nachschauen“. Doch, räumt der Post-Sprecher ein, da die Führerscheine als ganz normale Briefe verschickt werden, dürfte „es schwierig werden, etwas rauszukriegen“.
Sollten die Briefe gezielt aus dem Verkehr gezogen worden sein, ist deren Inhalt für Dritte jedoch „im Normalfall nutzlos“. Denn das Foto auf den EU-Führerscheinen ist eingeschweißt, kann also nicht entfernt und auf gefälschte Dokumente geklebt werden,erklärt Peter Schall vom Polizeipräsidium Oberbayern. Zudem würden abhanden gekommene Führerscheine im Fahndungsbestand der Polizei vermerkt, und der wiederum werde bei Verkehrskontrollen und Unfällen abgeglichen. Der Beamte vom Sachgebiet Verkehr kann sich allenfalls vorstellen, dass mögliche Täter in den Umschlägen mit dem harten Inhalt Kreditkarten vermutet haben. Führerscheine, meint Schall, sollten ohnehin nicht per Post verschickt werden. Doch von Verfahren wie Abholung oder Einschreiben ist man in Rosenheim wieder abgekommen - aus organisatorischen Gründen beziehungsweise wegen der Kosten.
Um den vier Rohrdorfern weitere Wartezeiten zu ersparen - schließlich ist der alte Führerschein übergangsweise nur noch zwei Monate nach dem Neuantrag gültig -, hat Walter Frisch in Eigenregie Ersatzführerscheine beantragt.
„Gott sei Dank habe ich schon nachgefragt, als aus den zugesicherten drei Wochen Bearbeitungszeit sechs wurden.“, kommentiert eine Betroffene die Situation. „So besteht die Möglichkeit, dass der Ersatzführerschein kommt, bevor mein alter endgültig ungültig wird.“
22. August 2003

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